Beiträge von AmSee13

    Mir ist aber völlig klar, das dies auch Jahre so laufen kann und dann irgendwan nicht mehr.

    Das ist wichtig, dass du das im Blick hast.
    Wenn man einmal entsprechend drauf ist und Alkohol um einer bestimmten Wirkung willen konsumiert, wird’s in der Regel schleichend mehr. Das hat etwas mit Anpassungsprozessen im Gehirn zu tun.

    Mache immer längere Pausen 4-6 Monate. Vielleicht ist es ja irgendwann etwas für mich?

    Das kann dir niemand voraussagen. Kontrollierter Konsum bedeutet, sich ohne Wenn und Aber an bestimmte genau definierte Regeln zu halten.

    Wer sozusagen einmal auf den Geschmack gekommen ist, für den wird Alkohol nie wieder so egal sein, wie für „normale“ Menschen. Wenn deine Gedanken immer wieder darum kreisen, wann du wieder darfst und wie viel bzw. wenig du darfst, solltest du ernsthaft nachdenklich werden.


    Ich selbst kannte mich, als ich hier vor bald vier Jahren aufschlug, gut genug, um zu wissen, dass es leichter für mich war, es ganz bleiben zu lassen. Ich hatte es immer wieder zu kontrollieren versucht - die von dir oben genannten Grenzen habe ich übrigens nie überschritten -, aber sobald ich ein Glas trank, war’s mit den guten Vorsätzen vorbei, der Durst kam sozusagen beim Trinken.

    Ich bereue es auch nicht, ganz aufgehört zu haben, im Gegenteil. Ich vermisse da nichts und es geht mir sehr viel besser ohne Alkohol.

    Hallo und Willkommen, Willybald,

    Danke für deine kurze Vorstellung.
    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Das klingt bei dir, als wenn du derzeit mit dem sogenannten „Kontrollierten Trinken“ unterwegs bist. In Bezug auf dieses Thema gibt es in diesem Forum so gut wie niemandem, der damit positive Erfahrungen gemacht hätte, im Gegenteil. Insofern wird dieses Thema von diversen Nutzern nicht ganz unkritisch betrachtet.


    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Paul , tatsächlich bist mit der Bitte in diesem Falle eher du gemeint und andere angesprochen, die ggf. geneigt sein könnten, auf eine Diskussion über deinen Beitrag einzugehen.

    Du tust - nicht zum ersten Mal! - deine politische Unzufriedenheit kund und machst damit ein ziemlich großes Fass auf.

    Für solche Diskussionen ist hier in diesem Forum, in dem es im Grunde um Selbsthilfe und auch Selbstverantwortung geht, nicht der Ort.

    Solche Diskussionen führen erfahrungsgemäß zu Streitereien und damit auch zu Stress für alle Beteiligten. Und das liegt definitiv nicht im Interesse dieser Selbsthilfegruppe für Selbstbetroffene und deren Angehörige.


    Zum Thema Prävention gibt es im Übrigen schon einen Thread, der zur allgemeinen Diskussion ausgelagert wurde und wo du deine Ansichten bereits kundgetan hast: Diskussion um Suchtprävention

    Hallo Letzte Chance,

    Ich erhoffe mir von Leben ohne Alkohol natürlich, das ich nicht mehr so müde bin und mehr Energie habe. Das ich ruhiger werde und nicht mehr gereizt reagiere. Also mehr fröhliche Lebensqualität natürlich. Das ist mein Ziel.

    nach meiner eigenen Erfahrung wird das mit der Müdigkeit und der fehlenden Energie im Laufe der Abstinenz besser.
    Das freut mich für dich und deine Familie, dass dir schon erste äußerliche Anzeichen anzusehen sind. 👍

    Was das ruhiger Werden und die leichte Reizbarkeit betrifft: Allgemein sind Menschen ja unter Alkoholeinfluss reizbarer, aber wenn du ingesamt allgemein eher mit innerem Druck und Reizbarkeit zu kämpfen hast, wäre interessant, was du dir sonst noch so überlegt oder vorgenommen hast, um im Vorfeld für dich zu sorgen und inneren Druck abzubauen oder es gar nicht erst dazu kommen zu lassen. Stichwort „Selbstfürsorge“.

    Die fröhliche Lebensqualität wird sich dann zu deiner Zufriedenheit einstellen, wenn du dir deiner eigenen Bedürfnisse bewusst bist und dann auch rechtzeitig und angemessen für dich sorgst.
    Das kann zu einer recht spannenden und bereichernden Abenteuerreise werden. 😄

    Viele Grüße

    AmSee

    Liebe CeBe,

    wie soll ein Kind etwas verstehen, was selbst den meisten Erwachsenen nicht gelingt?

    Hallo Paul,

    kann es sein, dass du da etwas missverstanden hast?

    Es geht doch bei dem, was CeBe geschrieben hat, um eine Sensibilisierung für die Problematik des Kindes. Und CeBe hat, das ist in ihrem eigenen Thread „Warum“ - oder die Suche nach der Ursache ja Thema geworden, die Problematik von Kindern, die mit suchtkranken Elternteilen aufwachsen, im Blick.


    Insofern geht es also genau um das, was du dann näher ausgeführt hast.

    Kinder nehmen immer an, dass eine Reaktion unmittelbar mit ihnen zu tun hat.

    Das sollte man als Erwachsener im Blick haben und dem Kind diese Verantwortung, die es mehr oder minder unbewusst einnimmt, abnehmen, indem man mit „wirklich extrem viel Fingerspitzengefühl“ (Zitat CeBe) über das Problem spricht.

    Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,

    Suchtdruck kommt nicht selten in solchen Momenten auf, wenn man sich in einer ungünstigen Lebenssituation befindet, sich überfordert fühlt. So eine Situation hast du heute morgen ja offenbar erlebt.

    ich weiß nicht, ob du in unserer Linksammlung schon mal dieser Empfehlung nachgegangen bist:

    Prof. Dr. J. Lindenmeyer, Vortrag zum Anhören: Der Stau auf der A 61 - Rückfallprävention (und andere Themen!)

    Das, was ich dir geschrieben habe, beruft sich auf Informationen, die ich u.a. diesem Vortrag entnommen habe.

    Vielleicht ist dieser Vortrag für dich ja ähnlich hilfreich wie für mich.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,

    Merkst Du, wie seltsam Begriffe von einer Bedeutung zur anderen wandern?

    ja, so seltsam kann’s manchmal kommen.

    Suchtdruck kommt nicht selten in solchen Momenten auf, wenn man sich in einer ungünstigen Lebenssituation befindet, sich überfordert fühlt. So eine Situation hast du heute morgen ja offenbar erlebt.

    Du hast dir heute bewiesen, dass du dem widerstehen kannst. Und du hast die Erfahrung gemacht, dass so ein Moment auch wieder vergeht. 👍

    Der Alkohol tat ja auch gut für den Moment, nur will ich diese Situation wie damals nie mehr haben.

    Das ist ja das Trügerische in solchen Momenten. Solche Erinnerungen, dass Alkohol gut getan hat, drängen sich auf, der ganze Rattenschwanz der negativen Erfahrungen bleibt ausgeblendet.

    Und dabei ist es genau so, wie du sagst: Dein früheres Leben, deinen Mann bringt dir der Alkohol nicht zurück. Schleichend - und du hast es ja schon gespürt - nimmt er dir im Gegenteil noch etwas und lässt dich noch niedergeschlagener, noch trauriger zurück, wenn die Wirkung verfliegt oder du die Dosierung erhöhst, um die Wirkung zu erhalten.

    Was es mit dir gemacht hat, deine Trauer und deinen Verlust dort auszusprechen, wo sie hingehört, nämlich am Grab deines Mannes, hast du dann ja gespürt: Es wurde besser.


    Falls es tatsächlich mal Dicke kommen sollte, darfst du dich gerne melden.

    Liebe Grüße

    AmSee


    Hallo CeBe,

    ich antworte dir hier mal auf etwas, was du bei LetzteChance geschrieben hattest.
    Es wird leichter, es sei denn, du hängst in Verlustgedanken drin, dass du mit der Abstinenz auf etwas verzichten müsstest, was du als gut oder schön oder… empfunden hast bzw. empfindest.

    Das eine ist die körperliche Entwöhnung, durch die bist du inzwischen durch. Das andere ist die psychische Entwöhnung. Da in der Regel vieles im Alltag mit dem Konsum von Alkohol verknüpft war, erinnert eben auch vieles an den Konsum von Alkohol und triggert gegebenenfalls.

    Wenn du Unterstützung brauchst, meld dich einfach.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, CeBe,

    was ich mit irreparablen Schäden meinte, sind gewisse Schädigungen des Gehirns, die stark körperlich abhängige Alkoholiker schließlich erleiden. Ich bezweifle, dass du davon betroffen bist.

    Was Nahrungsergänzungsmittel betrifft, solltest du darüber mit deinem Arzt sprechen. Beworben wird im Internet alles mögliche, ganz ehrlich, ich halte davon nichts. Wenn deine Ernährung dermaßen ausgewogen ist, wie du das beschreibst, dürftest du deinem Körper alles das zuführen, was er braucht.

    Zu einer Blutuntersuchung würde ich dir aber durchaus raten, dadurch ließe sich feststellen, ob dir irgendwas fehlt. Es kann sein, dass da in Folge deines Alkoholkonsums Mängel aufgetreten sind oder auch aus anderen Gründen. Wenn die Krämpfe in den Beinen inzwischen wieder stärker sind, kann vielleicht auch eine Blutuntersuchung Aufschluss geben, ob etwas fehlt.

    Ich selbst zum Beispiel habe - warum auch immer, meine Ernährung ist nämlich ähnlich ausgewogen wie deine - regelmäßig Eisenmangel und muss ein entsprechendes Eisenpräparat einnehmen. Wegen der RLS muss der Eisenspeicher bei mir gefüllter sein als bei normal gesunden Menschen. Wegen der MS nehme ich auf Anraten meines Neurologen von Oktober bis April ein Vitamin D Präparat ein.

    Wenn du Depressionen haben solltest - so manche verschwindet übrigens im Laufe der Abstinenz und hing offenbar „nur“ mit dem Alkoholmissbrauch zusammen - so sprich auch darüber am besten mit deinem Arzt oder mit einem Neurologen. Wenn es nötig sein sollte, kann er dir ein geeignetes Antidepressivum verschreiben.

    Das akzeptiere ich ja, aber vielleicht kann ich trotzdem noch mehr für den Kopf tun als viel lesen und viel wissen wollen und auf dem Tablet Scrabble und Puzzles machen.

    Ja, kannst du.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,

    du kannst hier jederzeit um Hilfe rufen, wenn dir danach ist. Es antwortet zwar nicht unbedingt umgehend jemand, dafür ist dieses Forum einfach zu klein, aber Hilfe wirst du bekommen.
    Manchmal tut‘s auch einfach nur gut oder sorgt schon für Linderung, zu teilen, was gerade ist.

    Dass es bei dir gerade „seltsam labil und schwankend mit den Gefühlen“ ist, lässt sich mit der Umstellung, die die Neurobiologie und - chemie deines Gehirns derzeit durchlaufen, erklären. Durch Alkoholmissbrauch verändert sich etwas in der Neurobiologie und -chemie des Gehirns. Sofern nicht bereits irreparable Schäden aufgetreten sind, bildet sich das im Laufe der Abstinenz wieder zurück. Das dauert etwas und, da das ein sehr empfindliches System ist, bleiben Schwankungen naturgemäß nicht aus.

    Was sogenannte Morgentiefs betrifft, so bin ich damit aufgrund meiner Depressionserkrankung recht vertraut, bei mir wurde es dann im Laufe des Nachmittags und in den Abend hinein besser. Soll wohl auch etwas mit Neurobiologie und -Chemie zu tun haben.

    Ich habe zwar schon lange keine richtigen Tiefs mehr, aber das Gefühl, vom anstehenden Tag erstmal überfordert zu sein, ist mir geblieben. Es dauert bei mir eine Weile, bis ich im neuen Tag ankomme, und ich musste da mein eigenes Tempo finden. Zu wissen, dass das normal ist - einem sehr guten Freund von mir, der ebenfalls an Depressionen erkrankt ist, geht’s genauso - macht das Ganze leichter.

    Das ist prima, dass du mit dem Nordic Walking etwas hast, was sich bewährt hat und weiterhin bewährt.
    Vielleicht findest du ja im Laufe der Zeit noch mehr, was dir tatsächlich gut tut.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Letzte Chance,

    Willkommen zurück im Forum. Magst du uns verraten, welchen Nutzernamen du vor acht Jahren verwendet hast? Deine Zugangsdaten sind wahrscheinlich nicht gelöscht, aber wenn du selbst deine alten Zugangsdaten nicht hast, kommst du verständlicherweise nicht rein. Ob’s da eine Lösung gibt, wird nur Alex07 , unser Admin, beantworten können.

    Danke dir für deine Vorstellung. Ich schalte dich nun für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Ich wünsche dir ein gutes Wieder-Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch zur Selbsthilfe.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Dazu noch etwas:

    Der Schlaf in der Nacht wird immer weniger, weil ich bestimmt jede Stunde aus dem Bett muss mit Krämpfen in Fuß oder Wade. Das war eine Zeitlang nicht, ist aber wieder zurück. Das hoch dosierte Magnesium habe ich nicht so gut vertragen und das Chininpräparat (Limptar) musste ich auch absetzen. Das half gegen die Krämpfe, darf aber nicht auf Dauer eingenommen werden.

    Ich selbst habe nachts keine Krämpfe gehabt, dafür aber ausgeprägte Schmerzen in den Beinen. Ich bin vom Restless-Legs-Syndrom (RLS) betroffen.
    Ich weiß gut, wie fehlender Schlaf und solche Schmerzen sich auf jemanden auswirken können und kann dir nur raten, da ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Bist du in letzter Zeit vermehrt spazieren gewesen? Auch das kann Auswirkungen haben.
    Hast du ausreichend Dehnungsübungen gemacht und noch so ein paar hilfreiche Anwendungen?

    Guten Morgen, CeBe,

    gut, dass du dich deswegen meldest und deine Nöte hier teilst und das nicht mit dir allein auszumachen versuchst.

    Also: Solche Gedanken, wie „Vielleicht bin ich noch nicht so richtig abhängig“, hatte ich auch.


    Hier ein paar Erklärungen für solche Gedanken:

    Da spielt wohl Verschiedenes eine Rolle, DASS solche Gedanken hochkommen.
    Es hat wohl mit Verlustgedanken zu tun, auf etwas, von dem man lange Zeit glaubte, dass es schön sei, verzichten zu müssen.
    Es hat wohl mit unserem Belohnungssystem zu tun, auf das Alkohol einwirkt, indem er für eine Ausschüttung bestimmter Botenstoffe gesorgt hat. Das Belohnungssystem speichert jedoch nicht die negativen Auswirkungen, dafür ist es nicht gemacht.
    Es hat wohl mit diversen Situationen zu tun, in denen wir es gewohnt waren, Alkohol zu konsumieren. Die können triggern.

    Das, was wir denken und fühlen, wird von so Vielem, was in unserem Inneren passiert und was von Außen an uns herantritt, gesteuert.
    Nicht selten ist unser sogenanntes Belohnungssystem, das unserer Selbsterhaltung dient, an solchen Gedanken und Empfindungen beteiligt.
    Wer Alkohol um seiner Wirkung Willen missbraucht hat, dessen Belohnungssystem wurde gekapert. Da reicht schon die Aussicht auf Belohnung oder Erleichterung aus, um bestimmte Botenstoffe auszuschütten. Es kommt zu dem Verlangen oder auch Drang Alkohol dann auch tatsächlich zu konsumieren.

    Wenn die Stimmung bei dir derzeit mies oder sogar richtig mies ist, ist das nicht verwunderlich, dass dein Belohnungssystem tätig wird und dir mit Alkohol etwas anbietet, was es als „bewährt“ kennt.

    Mancher vergleicht solche Gedanken, wie du sie gerade hast, mit den Einflüsterungen eines sogenannten Suchtteufelchens. Es kann hilfreich sein, dieses Phänomen zu personifizieren, um sich zu distanzieren.




    Ich selbst habe mich angesichts solcher Gedanken schließlich gefragt, ob das wirklich eine Rolle spielt, ob ich tatsächlich richtig abhängig war oder nicht.
    Ich bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass das keine Rolle spielt. Denn egal, ob nun tatsächlich richtig abhängig oder noch nicht, wusste ich nur allzu gut bzw. machte mir immer wieder bewusst, was passiert, wenn ich Alkohol konsumiere. Das war zuletzt immer wieder gleich abgelaufen.
    Dazu passt gerade ganz gut der Ausspruch von Albert Einstein: „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

    Und DAS, was mir zuletzt immer wieder passiert war, das wollte ich nicht mehr, davon wollte ich frei sein.

    Als Warnung dienten mir zusätzlich auch die Rückfallerfahrungen anderer hier sowie meine eigenen Erfahrungen bei meinen diversen Rauchstopps.

    Wozu ich dir raten kann, ist, dir bewusst zu machen, was du jetzt gerade wirklich bräuchtest im Sinne der Selbstfürsorge. Du spürst die Trauer um deinen Mann. Die ist vollkommen berechtigt, auch wenn sie eine enorme Herausforderung für dich ist. Trauern ist, das weiß ich selbst nur allzu gut, harte Arbeit. Du musst sie allerdings nicht allein bewältigen, sondern darfst dir Unterstützung holen. Das kann hier sein, z.B. im geschützten Bereich oder auch über PN, oder in einer Selbsthilfegruppe für Trauernde bei dir vor Ort.

    Dass ich mich in jedem zweiten Wort verschreibe, ist auch so etwas. Ich bin nur am Korrigieren, deshalb höre ich lieber mal auf.

    Auch das ist etwas, was passieren kann, wenn man unter sehr hohem emotionalen Druck steht. Dein gesamtes System ist gefordert, da werden an manchen Stellen einfach Ressourcen abgezogen. Mir selbst ist so etwas auch schon passiert. Diese Erklärung hat mir dabei geholfen, das einzuordnen.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, CeBe,

    Leider neige ich schon immer dazu, alles und jeden zu bewerten bzw. einzuordnen. Das das nichts taugt, davon bin ich auch überzeugt. Aber das war eben so in der kleinen Blase, in der ich so lange gelebt habe.

    das war bis noch vor ein paar Jahren bei mir nicht anders. Ich habe das reine Wahrnehmen, ohne das Wahrgenommene zu bewerten oder irgendwelchen Kategorien zuzuordnen, auch erst lernen müssen. Man kann das tatsächlich trainieren, in dem man seine Aufmerksamkeit rein auf das Wahrnehmen dessen, was die fünf Sinne erfassen, richtet, und auch auf Gefühle, die man in seinem Inneren spürt.
    Heute betrachte ich es als Geschenk, das ich das lernen durfte und konnte. Also: Nur Mut. 🎈



    Was deinen Alkoholtraum betrifft: Solche Träume hat so mancher von uns auch schon gehabt. Wen hat so etwas nicht schon beunruhigt? … Sowas ist aber normal, das Unterbewusstsein spielt eben nach seinen eigenen Regeln.
    Im Wachzustand konntest du dann ja auch feststellen, dass sich keine Weinflaschen in deinem Schlafzimmer und auch nicht im Keller befanden. Beruhigend, nicht wahr? 😉


    Triggern kann grundsätzlich alles Mögliche. Angst muss man davor meines Erachtens nicht haben, nur wissen, dass es passieren kann, und für den Fall der Fälle Lösungsstrategien parat und geübt haben.
    Man kann sich die Automatismen, die da im Gehirn ablaufen, abtrainieren. Es gibt sogar Studien darüber.

    Sich mutig und unvorbereitet auf Selbstversuche zu stürzen, wenn man frisch abstinent ist, davon würde ich aber eher abraten, man muss sich ja am Anfang nicht unbedingt überfordern. Oder? 😉

    Niemand hat mir jemals gesagt, ich hätte nicht genug auf die Reihe gebracht im Leben, aber ich konnte es einfach nicht glauben! Ganz rationell betrachtet, war alles gut. Es gab keine Katastrophen, nichts wirklich Schlimmes in meinem Erwachsenenleben. Wenn ich eine Liste machen würde, was mir alles gelungen ist, die wäre gar nicht so kurz. Aber das ist der Kopf, der weiß das. Der Bauch glaubt es nicht.

    Auch der Bauch kann das lernen, wenn du entsprechend (selbst-)fürsorglich mit ihm umgehst.
    Du hast als Kind - Beispielsätze deine Vaters hast du genannt - etwas gelernt, was du verinnerlicht hast.
    Das war und ist bei mir nicht anders. Ich selbst habe aber im Laufe der letzten Jahre gelernt, mich mit diesem sogenannten Inneren Kind zu beschäftigen und ihm in der Gegenwart die Fürsorge angedeihen zu lassen, die es damals vermisst hat. Die Vergangenheit lässt sich nicht verändern, aber in der Gegenwart für sich und verletzte Innere Kinder zu sorgen, ist möglich.

    Viele Grüße

    AmSee

    Dazu noch etwas:

    Ein wirklich bescheuertes Gefühl macht sich in diesen Tagen aber in mir breit: Ich schäme mich für mein Selbstmitleid, und dass ich die Verantwortung für meine Trinkerei anderen in die Schuhe schieben wollte. Und weil ich hier gelesen habe, wie traurig der Werdegang zum Alkoholiker sein kann und wie viel Lebenszeit für den Ausstieg gebraucht wurde bei fast allen hier, schäme ich mich erst recht. Dann denke ich, dass ich ja noch Glück im Unglück hatte.

    Scham ist, wie Bighara schon geschrieben hat, ein echt starkes Gefühl. Man spürt es, wenn einem bewusst wird, dass man gegen irgendwelche Regeln verstoßen hat. Scham ist, auch das hat Bighara schon geschrieben, letztlich nur ein Hinweisgeber.

    Wer sich schämt, macht sich klein und passiv, in der Hoffnung, dass das Gegenüber den Regelverstoß vergibt.

    Die Verantwortung für die eigene Trinkerei bei anderen zu suchen, ist übrigens ziemlich typisch bei Alkoholikern. Wer aber aussteigt, befreit sich unter Umständen auch aus der Opferrolle, in der er sich wähnt, und beginnt, die Verantwortung für sich und sein Handeln selbst zu übernehmen. Nicht selten überkommt einen dabei auch Scham, wenn einem bewusst wird, was man so alles angestellt hat. Insofern ist das, was dir gerade widerfährt, völlig nachvollziehbar.

    Wie wäre es, wenn du für dich den Begriff „Selbstmitleid“ durch den Begriff „Selbstmitgefühl“ ersetzst? Zwischen Mitleid und Mitgefühl besteht nämlich, das musste ich auch erst lernen, ein gewaltiger Unterschied. Und Mitgefühl für dich selbst zu empfinden, ist überhaupt nicht verkehrt. Das zeugt von Empathie für dich selbst. Und die ist berechtigt. Punkt.

    In den Alkoholismus rutscht man schleichend hinein. Über Ursachen dafür haben wir uns ja bereits an anderer Stelle ausgetauscht. Mitgefühl für sich selbst und das Bedürfnis, es nun anders zu machen, sind ein guter Ansatz, um zu heilen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, CeBe,

    ich kann das nur unterstützen, was Bighara dir bereits geantwortet hat.

    Den ersten Teil des Entzuges, den körperlichen Entzug, dürftest du nun hinter dir haben, nun erlebst du mehr oder minder intensiv den anderen Teil, den psychischen Entzug. Und da kommen nicht gerade selten viele Gedanken und Gefühle hoch, auch emotional ist man da in der Regel sehr empfindlich. Was ich dir damit sagen will, ist, dass das ganz normal ist.

    Wenn ich dann von anderen lese, wie lange sie schon völlig trocken sind, kommt sofort der Gedanke: Nie im Leben schaffe ich das!

    Das klingt für mich nach einem dieser negativen Glaubenssätze, die du verinnerlicht hast. Zu diesen negativen Glaubenssätzen hatte ich dir schon mal etwas geschrieben. An denen ist, wenn man sie mal aus echter Distanz betrachtet, in der Regel nicht viel dran. Wenn du dein Leben so betrachtest, was hast du denn da nicht wirklich schon alles geschafft? Das dürfte gar nicht mal so wenig sein, oder?

    Das Trocken-Sein hat auch für die, die es inzwischen schon lange sind, mit den ersten Schritten angefangen. Mir zum Beispiel hat anfangs der Gedanke „Heute trinke ich nicht.“ geholfen.

    Irgendwann wurde das Nüchtern-Sein dann zum Selbstläufer, insbesondere da mich die positiven Erfahrungen auf meinem neuen Weg bestärkten. Auch ich habe mir die schlechten Erfahrungen meines alten Weges immer wieder vor Augen geführt, um keine Gedanken aufkommen zu lassen, dass dieser Weg für mich nochmals eine Option wäre.

    Wie wäre es, wenn du das Beispiel anderer, die schon lange trocken sind, als Mut machend betrachtest?


    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Tom,

    vielen Dank für dein neuestes Update und dass du die neuesten Ereignisse mit uns teilst.

    Es ist für mich immer wieder schön zu lesen, wenn jemand seine Erfolgsgeschichten mit uns teilt. Meine Glückwünsche zu den 5 1/2 Monaten in völlig neuer Freiheit. 🎈

    Nun bist du also tatsächlich an den Punkt gekommen, an dem du weißt, was du willst und was du nicht willst, und konntest eine Entscheidung treffen, die sich richtig für dich anfühlt. Das hört sich gut an. 👍

    Alles Gute dir auf jeden Fall für deinen weiteren Weg und viel Erfolg bei deiner zukünftigen beruflichen Ausrichtung. 🍀

    Tja, der Jakobsweg kann kommen und was dann kommt, werde ich sehen


    Der Jakobsweg, was der doch inzwischen für viele Menschen einen Reiz ausübt!
    Nebenbei bemerkt hatte dieser Weg auch meinen Mann mal eine Weile gereizt. Er hat dann jedoch Abstand davon genommen und sich für einen anderen Weg entschieden, als er einen Vortrag von Christine Thürmer besucht hat. Hast du auch schon mal von dieser Frau gehört?
    Solches Fernwandern hat mich auch mal inspiriert - es gibt ja inzwischen eine ganze Reihe an Literatur dazu - , aber es stellte sich für mich dann heraus, dass meine Bedürfnisse doch anders geworden sind. 😅

    Was immer du nun vorhast, viel Freude und Erfolg dabei! 🍀

    Viele Grüße

    AmSee