Beiträge von AmSee13

    Hallo Laggard,

    Warum tue ich mich so schwer,diese Krankheit bekannt zu geben ?

    ich vermute mal, dass du die Antwort darauf schon weißt.

    So, wie ich das bei mir selbst und auch bei anderen beobachtet habe, ist das ein nicht ganz so leichter Lernprozess, sich selbst überhaupt erstmal eingestehen zu können, ein ernsthaftes Alkoholproblem zu haben. Ich vermute mal, dass das bei dir nicht anders war.
    Vermutlich wirst auch du bestimmte Vorstellungen gehabt haben, die in unserer Gesellschaft über Alkoholismus und Alkoholiker bestehen.

    Nun hast du’s dir selbst eingestanden, ein ernsthaftes Problem zu haben und hast die notwendigen Schritte eingeleitet. Das ist schon mal ein ganz wesentlicher Schritt.

    Die Frage, ob man sich outen soll oder nicht, stellt sich wahrscheinlich jeder, der am Anfang steht. Wie ichso schon geschrieben hat, gehen die Meinungen darüber weit auseinander. Diskutiert wurde dieses Thema, wenn ich mich recht erinnere, zuletzt in Emily s Thread Heimlichtuerei oder Ehrlichkeit. An den Beiträgen dort zu diesem Thema kannst du ablesen, wie unterschiedlich das auch bei den Nutzern hier gesehen und gehandhabt wird. Vielleicht findest du dich ja in dem einen oder anderen Beitrag dort wieder?

    Sich zu outen kann ein zusätzlicher Schutz sein, es kann aber auch nach hinten losgehen, gerade weil, wie Stilles Wasser das zum Beispiel geschrieben hat, „Menschen, die nicht selbst betroffen sind absolut nichts mit dieser speziellen Begierde was anfangen [können] und [es] zweitens (…) zum Beispiel in der Firma oder so vllt gar nicht so angebracht [ist].“

    Entscheidend ist meines Erachtens, dass du‘s dir erstmal selbst eingestanden hast, für dich Verantwortung übernommen hast und selbst die nötigen Maßnahmen triffst, die du für dich brauchst. Was du bislang erzählt hast, bist du entsprechend achtsam und selbstfürsorglich unterwegs.

    Bighara hat etwas ganz Wichtiges geschrieben, was ich nochmals aufgreifen möchte:

    Es ist gut dir Gedanken darüber zu machen, wie es weitergehen soll und was nach dem Entzug kommt…aber überfordere dich nicht. Dein Körper und Geist sind gerade mit Entzug beschäftigt. Ich bin da damals auch so durchmarschiert, hab dann aber im Nachhinein schon gemerkt, dass diese Zeit so ziemlich das Anstrengendste war, was ich in meinem Leben gemacht habe.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Laggard,

    an das, was Bighara angesprochen hat, habe ich auch bei den letzten Beiträgen gedacht.

    Ich hätte das nur mit dem schwarzen Loch etwas anders angesprochen und tue das hiermit auch.
    Die Vorwarnung ist nicht unberechtigt, aber ich hab für mich gelernt, wie wichtig die Perspektive ist, die ich einnehme. Und ich wähle, wenn möglich, eine positivere Perspektive, eine Perspektive, in der für mich Ansätze zur einer möglichen Lösung enthalten sind.


    Das, was auf dich zukommt, vergleiche ich gerne mit einem großen, spannenden und das Leben ungemein bereichernden Abenteuer. Ein Abenteuer, bei dem man vorher nicht genau weiß, was auf einen zukommt, das man sich aber auch nicht entgehen lassen möchte.
    Richtige Abenteuer sind mittendrin nicht unbedingt besonders schön, sondern mitunter ganz schön fordernd.
    Als schön stellen sie sich dar, wenn sie wohlbehalten überstanden sind und man rückblickend auf seine Erfolge blicken kann.

    Im Grunde erwartet dich eine Reise, bei der du vieles Neues lernen kannst und lernen wirst. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass du auf das Altbewährte, den Alkohol, nicht zugreifen kannst (und auch nicht solltest), auch wenn er sich dir als (vorübergehende) Lösung, als „Sanitäter in der Not“ oder was auch immer aufdrängen wird. Du wirst dir neue Lösungen erwerben müssen, die tatsächlich tragfähig sind. Letzteres musst du nicht allein tun, sondern du wirst in der Therapie in Thönisstein nach und nach das entsprechende Handwerkszeug erwerben können und dir steht auch der Austausch mit den Selbstbetroffenen hier zur Verfügung.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Ich habe in der Vergangenheit immer sehr viel mit mir allein ausgemacht.

    Das hab ich früher auch, es ging aber auch nicht anders. Um sich öffnen zu können, muss ja erstmal Vertrauen da sein und da gab’s bis zu einem bestimmten Zeitpunkt niemand, dem ich genügend hätte vertrauen können.

    Insofern freut es mich sehr für dich, dass du hier offenbar Menschen gefunden hast, denen du so sehr vertraust, dass du dich zu öffnen wagst.

    Am Ende war in Deinen Artikeln auch der Hinweis darauf, das es eine Rückfallkrankheit ist. Es ist kein persönliches Versagen, Scheitern oder Schwäche. Es ist ein Symptom der Krankheit. Das macht es für mich einfacher diese komischen Gedanken auch zu akzeptieren.

    Das fand ich, als ich die Artikel las, einen ganz wichtigen Punkt. Bewusst war mir das schon länger, aber ich hätte das nicht so in Worte fassen können, wie ich‘s dann in den Artikeln gefunden habe.
    Da war immer wieder etwas in den verschiedensten Austauschen sowohl von einigen Nutzern hier als auch in einer anderen SHG, was mir unangenehm aufstieß, ohne dass ich eine meine eigene Wahrnehmung und Erfahrung treffende Erwiderung dafür gehabt hätte.

    Nicht in dem Sinne, dass ich einen Rückfall akzeptiere, aber die Gedanken auch zulasse - genau anschaue woher sie kommen und wie ich mit dem Bewusstsein über diese Gedanken den Rückfall verhindern kann. Und nicht die Gedanken bereits als Versagen zu verstehen - denn dann ist der Schritt zum Rückfall sehr nah.

    Das trifft, wie ich das auch sehe.

    Hallo Emily und Sparkassen_Helga ,
    ich möchte nur kurz sagen, dass ich das echt gut finde, dass ihr das von euch teilt. 👍

    Ich halte es für sehr wichtig, in einer Selbsthilfegruppe auch von solchen Erfahrungen zu erzählen und eben nicht zu versuchen, das mit sich allein auszumachen.

    Es zeugt auch von entsprechendem Vertrauen, dass ihr das hier teilt. Das freut mich.

    Ich denke, dass allein schon das Ansprechen, das Teilen der eigenen Erfahrungen und Beobachtungen hilfreich kann. Und wie sich zeigt, bist du, liebe Emily, mit deinen Erfahrungen offenbar gar nicht so allein.

    Kurz und gut, kein Grund kleinmütig zu werden, im Gegenteil!

    Ich deute das auch als ein Zeichen dafür, wie bewusst, reflektiert und selbstfürsorglich ihr bereits unterwegs seid. Es ist euch aufgefallen, dass da etwas in eine suboptimale Richtung läuft und ihr habt erkannt, dass ihr daran etwas ändern solltet.
    Davon könnt ihr selbst nur profitieren und ggf. sogar andere, die davon lesen. Win-Win, oder?

    Stilles Wasser hat etwas geschrieben, was ich auch so sehe:

    Das Leben verläuft nicht linear auf einer Digonale von links unten nach rechts oben hin. Ich denke die Akzeptanz des eigenen Menschseins, und die ist ja unweigerlich mit Mängeln verbunden, ist vielleicht mit die wichtigste Ausgangsbasis um einen Fortschritt zu erzielen.

    Wie mit dem Leben im Allgemeinen läuft es auch mit der Abstinenz, nach der die meisten hier streben, nicht linear. Das wurde mir selbst zum Beispiel einmal mehr bewusst, als ich die Artikel las, die ich gestern im Thread Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben? #23 verlinkt habe.

    Ich persönlich finde das nicht beunruhigend, dass das so ist, ich kann‘s akzeptieren. Es bewahrt mich möglicherweise vor Selbstüberschätzung und Größenwahn und ich bleibe stattdessen bodenständig. 😅

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Laggard,

    Ich war nach dem Aufstehen sehr dünnhäutig .

    Ich hätte am Stück heulen können, bin raus um meine Runden zu drehen,dabei immer Tränen in den Augen.

    Ohne erkennbaren Grund .Irgendwie ist da ein Knoten geplatzt.Ich werte das mal als was positives.

    in dieser Zeit sehr dünnhäutig zu sein ist etwas ganz Normales. Das hat u.a. etwas damit zu tun, dass die Dauerbetäubung durch Alkohol wegfällt.

    Insofern ist das wirklich nichts Schlechtes und das mal als was positives zu werten ist sicherlich ein hilfreicher Ansatz, um damit umzugehen.

    Nach jahrelanger Betäubung kann es am Anfang ziemlich überfordernd sein mit all dem, was da so hoch kommt, umgehen zu lernen. Auch das ist völlig normal und gehört quasi dazu.
    Wie du selbst sagst: Alles, was in dir drin ist, hat seine jeweilige Berechtigung und darf sein.


    Das hört sich gut an, dass du meditieren kannst. Wenn das mal nicht so klappen sollte, ist das übrigens kein Grund zu Beunruhigung.
    Ich selbst hab, auch wenn ich schon einige Jahre trocken bin und recht gut meditieren kann, Zeiten, in denen ich einfach zu unruhig bin, um meditieren zu können. Dann mache ich eben was anderes, entsprechende hilfreiche sogenannte Werkzeuge habe ich im Laufe der Zeit erworben. 😅

    Wenn ich nicht meditieren kann, hilft zum Beispiel Progessive Muskelentspannung nach Jacobson ganz gut und natürlich Spaziergänge.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Miteinander,

    ich hab zu dieser Thematik interessante Artikel in der Zeitschrift „TrokkenPresse - Die Zeitschrift für Abhängige und Unabhängige“ gefunden, die sehr empfehlenswert sind.

    Das Titelthema der Ausgabe 01/11 widmet sich dem „Rätsel Rückfall“.
    Im dem dazugehörigen Artikel „Das Rätsel Rückfall“ https://trokkenpresse.de/titelthema-01-…tsel-rueckfall/äußert sich Professor Johannes Lindenmeyer, auf dessen Erklärvideos ich immer mal wieder gerne hinweise, zu diesem Thema.

    In den folgenden Ausgaben dieser Zeitschrift wird die Thematik weiterverfolgt.

    Das Titelthema der Ausgabe 02/11 widmet sich dem Thema „Das Rätsel Rückfall oder: „… es ist mal wieder passiert …“: https://trokkenpresse.de/titelthema-02-…ieder-passiert/

    Das Titelthema der Ausgabe 03/11 widmet sich dem Thema „Rückfall oder Vorfall - Herr M. lernt sprechen – über falsche Schamgefühle, Rückfälle und Vorfälle“: https://trokkenpresse.de/titelthema-03-…l-oder-vorfall/

    Auch die weiteren Titelthemen widmen sich der Thematik. Im Titelthema der Ausgabe 06/11 geht’s zum Beispiel um das sogenannte „Suchtgedächtnis“ : https://trokkenpresse.de/titelthema-06-11-suchtgedaechtnis/

    Beste Grüße

    AmSee


    Nachtrag:

    Das Titelthema der Ausgabe 04/16 widmet sich dem Thema „Über Rückfälle“: https://trokkenpresse.de/titelthema-416-ueber-rueckfaelle/

    In meinen alkfreien Zeiten habe ich angefangen zu malen.Gehört zwar nicht zum Thema Notfallkoffer,hat mich trotzdem wunderbar abgelenkt.Wer malt ,hat wenig Gedanken für Blödsinnsgedanken.

    Warum sollte das nicht zum Thema „Notfall-Koffer“ passen? 🤔 - Wenn das etwas ist, was dir gut tut, dann passt das auch hierher, selbst wenn‘s im Moment des „Notfalls“ nicht stark genug sein sollte, um speziell in diesem Moment wirksam zu sein.
    Entscheidend finde ich, dass du etwas gefunden hast (und wiederbeleben möchtest?), was dir hilft und somit gut tut.

    Ich hab vor einer Weile ebenfalls das Malen wiederentdeckt, nicht nur, weil es wunderbar ablenkt, sondern sich dabei sooooo vieles ausleben lässt. Ich komme nur schon eine ganze Weile nicht mehr dazu, weil ich soooo viele andere Projekte habe, die ich auch sehr gerne mache. 😅

    Hallo Laggard,

    ich hab auch sehr viel gelesen, u.a. auch das Buch von Daniel Schreiber und weitere Bücher, die hier in unserer Literaturecke gefunden habe. Ich hab mich durch die Erfahrungsberichte anderer in diesem Forum gelesen und mir seeehr vieles aus der Linksammlung hier angesehen.
    Ich hab das irgendwie gebraucht, muss aber auch gestehen, dass ich mich dabei durchaus auch überfordert habe (typisch für mich). Im Nachhinein betrachtet hätte ich mehr Pausen einlegen sollen. Das hab ich dann erst im Laufe der Zeit gelernt. 😅

    Sehr profitiert habe ich von dem Austausch mit anderen hier. Das Schreiben half mir, mich zu sortieren. Und in den Antworten anderer fand ich mich entweder wieder oder ich bekam neue Denkimpulse.

    Kann es sein,daß wir sensibler als andere Menschen sind ?Uns mehr Gedanken machen ?Uns die Sachen mehr zu Herzen nehmen?Immer perfekt sein wollen ?Wenig auf uns achten ,sondern auf das was andere wollen ?

    Ich auf jeden Fall.Augen zu und durch .Der Körper wurde sowieso nie gefragt .Was nicht passt,wird abends durch den Alk gedanklich gerade gesoffen.

    Auch ich zähle zu den Menschen, die sensibler sind als „normale“ Menschen. Früher war mir das nicht so bewusst, dass ich offenbar eine Gabe habe, die andere nicht in diesem Maße haben. Ich verstand oft nicht, dass andere das für mich Offensichtliche nicht wahrzunehmen schienen.

    Ich hab früher definitiv zu wenig auf mich geachtet und mein Streben nach Perfektionismus hat mir zweifellos nicht gut getan, sondern mich letztlich krank gemacht.

    Meine Erkrankung sehe ich inzwischen schon eine ganze Weile als Chance. Ich hab die Chance genutzt und etwas gefunden, was ich früher nie hatte: Das, was ich wirklich brauche.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen, Laggard,

    Danke dir für deine Selbstvorstellung, so können wir uns ein Bild machen, was dich beschäftigt und zu uns geführt hat.

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen und einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.
    Gern kannst du von deinen Erfahrungen und den Gedanken, die dich bewegen, berichten.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Was ich damit meine: Ein Rückfall kommt nicht aus heiterem Himmel, zumindest bei mir nicht. Achtsam sein, Anzeichen ernst nehmen hilft. Noch mal: ich will Rückfälle nicht schönreden. aber die Tatsache und der Glaube, dass man nach einem Rückfall auch wieder aufstehen kann, hat mich vor dem Absturz bewahrt.

    Danke dir Tom , dass du deine eigene Erfahrung hier einbringst. Ich halte das für wichtig und für den Fall der Fälle auch für sehr hilfreich.

    In dem genannten Erklärvideo wird am Ende ein sogenannter „Notfallplan“ für den Fall eines Rückfalls thematisiert. Er wird mit einem „Erste Hilfe Kurs“, wie man ihn zum Beispiel fürs Autofahren benötigt, verglichen.

    Im Prinzip geht’s dabei nur darum, dass man mit dem entsprechenden Wissen eher vorsichtiger unterwegs ist. Also nicht nach dem Motto „Jetzt kann ich ja absichtlich gegen einen Baum fahren, jetzt hab ich ja gelernt, wie ich mich wieder abkratzen kann.“ (Zitat aus dem Erklärvideo)

    Am Ende sagt der Sprecher „Wenn Sie sich also in ihrer Behandlung nur um ein einziges Thema kümmern wollen, dann sollten Sie sich um das Thema „Rückfall“ kümmern.“


    Aber es soll schon Fälle geben, wo ein Schluck wieder zur Abhängigkeit führt. Das sind dann doch aber eher solche, die körperlich abhängig waren oder sehe ich das falsch? Was mir bei mir aufgefallen ist, dass ich nach den Ausrutschern wieder mehr den Fokus darauf gelenkt habe.

    Nein, Ciara, meiner Kenntnis nach sind das nicht eher nur solche, die körperlich abhängig waren, sondern das trifft durchaus auch solche, die „nur“ psychisch abhängig waren.

    Rückfällige sind auch nicht unbedingt gleich wieder voll drauf, aber, wie dir aufgefallen ist, ist nach Ausrutschern oder Rückschlägen oder einem Rückfall wieder mehr der Fokus auf Alkohol.

    Wenn man sich noch einmal bewusst macht, wie Alkohol wirkt, wird vielleicht auch klarer, warum der Fokus nach Ausrutschern oder Rückschlägen oder einem Rückfall wieder mehr auf Alkohol liegt.

    Alkohol sorgt für eine Freisetzung von Dopamin in unserem Belohnungssystem und das auch noch sehr viel schneller und sehr viel höher (50 bis 100 Prozent!) als das auf natürlichem Weg zu erreichen ist. Darüber hinaus wird der Botenstoff Serotonin freigesetzt, der stressmindernd, angstlösend und beruhigend wirkt, sowie der Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure), der die Aktivität der Nervenzellen hemmt und auf diese Weise beruhigend und entspannend wirkt.

    Und da liegt sozusagen das Problem: Weil Alkohol zu dieser positiven Wirkung führt, wird das Verlangen danach stärker. Und deshalb liegt der Fokus wieder mehr auf Alkohol.

    Ich frage mich, muss ich dann den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben? Bin ich dann jemals überhaupt frei? Das bleibt doch für immer im Hinterkopf? Oder wie seht ihr dass.

    Hallo Emily,
    also, ich habe keine Angst vor einem Rückfall.

    Das liegt zum einen daran, dass ich mich befreit vom Alkohol fühle und nicht im Mindesten das Gefühl habe, den Alkoholkonsum zu vermissen

    - in einem anderen Zusammenhang habe ich irgendwo hier mal davon geschrieben, mich von einer Art von „Gehirnwäsche“, dass Alkohol zum Leben selbstverständlich dazu gehöre, befreit zu fühlen, geschrieben -,


    Zum anderen liegt das daran, dass ich mich näher damit beschäftigt habe, warum und wie es zu Rückfällen kommt, und entsprechend Selbstfürsorge betreibe.

    Erklärt wird, was die Rückfallforschung in den vergangenen Jahrzehnten an Erkenntnissen gewonnen hat, meines Erachtens ganz gut in dem Erklärvideo von Prof. Lindenmeyer von den Salus-Kliniken, das ich hier schon öfter erwähnt habe: https://www.salus-kliniken.de/lieber-schlau-…au-auf-der-a61/

    Schau dir die Beiträge anderer Nutzer hier, die tatsächlich rückfällig geworden sind und über ihre eigenen Erfahrungen geschrieben haben, mal zusätzlich mit dem Wissen aus dem genannten Erklärvideo an. Rückfälle geschehen nicht wirklich „aus heiterem Himmel“.


    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin Ichso,

    dann wünsche ich dir erstmal, dass es deinem Arm bald wieder besser geht und du von weiteren unangenehmen Nebenwirkungen verschont bleibst. 🍀

    Das mit dem „Gefühl von Erntezeit“ und „großes Geschenk im Kopf hört sich schön und hoffnungsvoll an. 👍 Ich wünsche dir Freude und Erfolg bei den Vorbereitungen und dann eine schöne und angenehme Feier.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Ichso,

    Ich arbeite dran. Immer und immer wieder. Manches geht einfach nicht weg.

    du teilst, dass du dein religiöses Zuhause in Jesus gefunden hast. Vielleicht findest du dort im Laufe der Zeit das, was du suchst. Vergebung ist im Christentum ein zentrales Thema.

    ————

    Eine Bitte habe ich als Moderatorin: Halte dich hier im Forum bitte mit wertenden und politisierenden Äußerungen zurück.

    Hallo Ichso,

    ich hatte dir geschrieben, dass ich dir irgendwann später etwas zum Inhalt eines Posts schreiben werde.

    Und eben frage ich mich beim schreiben, darf ich als Mutter zeitweise "hassen"? Wobei ich nicht den Mensch hasste, sondern das Verhalten. Und darf ich zuviel Angst haben, um Kontakt zu meinem jüngsten Sohn zu suchen? Weil er seit Jahren (nach Aussagen von Verwandten) konsumiert und dealt?

    Ich hab das bewusst nicht in den letzten Tagen gemacht, nach meinem Empfinden war Abstand zunächst wichtiger und dann kamen noch anderen Themen dazwischen.

    Warum sollte eine Mutter nicht enttäuscht, verletzt, traurig, wütend usw. vom Verhalten ihres (erwachsenen) Kindes sein dürfen? Weil sie Mutter ist und deswegen schon per Definition keine negativen Gefühle haben darf?
    Auch eine Mutter ist „nur“ ein Mensch mit allem, was dazu gehört. Und wenn das Verhalten eines anderen, auch des eigenen Kindes, ihm selbst und/ oder anderen schadet, darf sie auch entsprechend darüber denken und fühlen.

    Gefühle kommen doch einfach auf, sind da. Und Gefühle haben in der Regel durchaus ihre Berechtigung, sind Hinweisgeber.

    Dein Sohn ist inzwischen erwachsen, ist eigene Wege gegangen, trifft eigene Entscheidungen. Das können gute und schlechte Entscheidungen sein, liegt aber in seiner Verantwortung, nicht (mehr) in deiner.

    Und da stehst jetzt du, die Mutter, die enttäuscht, verletzt, traurig, wütend usw. ist vom Verhalten ihres erwachsenen Kindes. Was spricht denn dagegen, das zu fühlen?
    Was spricht dagegen, Angst zu haben, den Kontakt zu suchen? Möglicherweise ist die Angst auch sehr berechtigt und dient sogar deinem Selbstschutz? Und du bist schließlich verantwortlich für dich selbst, oder nicht?

    Danke dir, Paddy , für deinen kritischen Post.
    Ich hab mir den Artikel bereits durchgelesen, als Stilles Wasser den verlinkt hatte.
    Ich sehe das nicht ganz so kritisch wie du, aber vielleicht lese ich sowas auch anders, weil ich grundsätzlich zum Hinterfragen geneigt bin, inzwischen aber auch aus Selbstschutz nicht mehr alles an mich heranlasse.

    Da ich selbst recht wenig mit digitalen Beziehungen und social Media zu tun habe und das größtenteils nur durch Beobachtung oder wenn/weil es in meiner Familie oder bei Freunden eine gewisse Rolle spielt, mitbekomme, hat es für mich verhältnismäßig wenig Relevanz.

    Diese Formulierung, auf die du dich bezogen hast, halte auch ich für zugespitzt, aber mich zum Beispiel hat das nicht sonderlich gestört. Ich selbst hab sie genutzt, um mich zu hinterfragen, ob das auch auf mich zutreffen könnte. Nö, bin nicht betroffen. Ob das für andere tatsächlich relevant ist, kann ich nicht beurteilen, muss ich aber auch nicht.

    Es gibt einen Wikipedia-Artikel zu dieser Doku: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Dilem…sozialen_Medien

    Die Doku setzt sich kritisch mit den Folgen von sozialen Medien für die Gesellschaft auseinander. Dargestellt werden die Folgen anhand einer fiktiven Familie, u.a. mit zwei Teenagern im unterschiedlichen Alter. Unterbrochen wird Handlung durch Interviews mit verschiedenen US-amerikanischen Persönlichkeiten aus dem Umfeld der großen Social-Media-Firmen. Dabei erfährt man, wie manches ursprünglich mal gedacht war und wohin es sich dadurch, dass sich damit richtig , richtig viel Geld verdienen lässt, entwickelt hat.
    Das war für mich ziemlich aufschlussreich, an wie vielen Stellschrauben da so gedreht worden ist und gedreht wird, um Menschen so lange wie nur irgendmöglich am Handy/ Internet zu halten, ohne dass sie das überhaupt merken.
    Die US-amerikanischen Persönlichkeiten aus dem Umfeld der großen Social-Media-Firmen, die interviewt werden, sind solche, die selbst von den Entwicklungen alarmiert und höchst besorgt sind.

    Es gibt zu dem Thema auch eine Doku auf Netflix "Das Dilemma mit den sozialen Medien", die aufzeigt wie das Internet süchtig macht.

    Danke an Helga für den Tipp. Ich bin erst gestern dazu gekommen, mir die anzusehen.
    Manches hatte ich mir schon gedacht oder irgendwo mal was entsprechendes aufgeschnappt, aber in dem Umfang war mir das tatsächlich noch nicht so bewusst.

    Mich betrifft das tatsächlich auch nicht so sehr und ich muss sagen, dass ich, nachdem mir durch diese Doku das gesamte Ausmaß bewusst wurde, dankbar dafür bin, dass ich älter war, als das losging.

    Mir wurde auch noch bewusster, worauf Bighara mit ihrem Rechenbeispiel anspielt…


    Obwohl ich von der ganzen Problematik nicht so sehr betroffen bin, beherzige ich einige der Tipps, die ganz am Ende der Doku im Abspann genannt werden. Die eine oder andere App hab ich gelöscht, mir vorgeschlagene Empfehlungen (bei Googlesuche oder YT) werde ich nicht mehr einfach anklicken, allgemein werde ich meinem Umgang mit Handy/Tablet mehr im Blick behalten und ggf. noch weiter reduzieren.

    Nun denn, ichso bemüht sich, dann will ich auch mal ein bisschen Senf dazugeben.
    Ich gehe nur auf zwei Formulierungen von dir, Paul , ein, an denen ich mich störe.

    Handygefängnis ...🤣, braucht's nichts eher eine (andere) "Gehirnbefreiung"? Einen Kurs in Kommunikation, Aufmerksamkeit/Interesse dem Anderen gegenüber? Je mehr wir verlernen miteinander zu kommunizieren, desto mehr verfallen wir doch diesem Schwachsinn.

    Nicht nur das Smiley macht es deutlich, wie du dich über den Lösungsansatz eines anderen Mitglieds hier erhebst. Statt, dass du dich freundlich und ernsthaft interessiert konkret an das Mitglied wendest, warum es diesen Weg geht und keinen anderen, belehrst du es, dass es eine (andere) „Gehirnbefreiung“ brauche und schlägst sogar einen „Kurs in Kommunikation, Aufmerksamkeit/Interesse dem Anderen gegenüber“ vor.
    Du nennst den Lösungsansatz des anderen Mitglieds sogar explizit „Schwachsinn“.

    DAS, Paul, ist übergriffig, anmaßend und respektlos.


    Zweiter Punkt:

    Dank immer mehr genutzter KI (künstl. Inelligenz), lassen wir demnächst alles machen und müssen gar nicht mehr nachdenken. Na herzlichen Glückwunsch!💐

    Hier verallgemeinerst und pauschalisierst du. Was soll das? Es deutet herzlich wenig darauf hin, dass du dich mal ernsthaft damit auseinandergesetzt hast, wie KI in den verschiedensten Bereichen tatsächlich genutzt wird und vor welchen Herausforderungen man da eigentlich steht.

    Ich selbst bin damit nur am Rande in Berührung, habe aber u.a. durch meinen Mann Kenntnis davon, wie man in seinem Beruf daran arbeitet, mit den Herausforderungen dieser neuen Technik umgehen zu lernen.
    Da geht es absolut nicht darum, gar nicht mehr nachdenken zu müssen und nichts mehr selbst zu machen, im Gegenteil.
    Wer tatsächlich glaubt, dank KI nichts mehr selbst tun zu müssen, befindet sich auf einem Holzweg….