Beiträge von FrankUndFrei

    Hallo Wicked,

    erst mal herzlich willkommen hier im Forum.


    Eigentlich sollte es doch viel leichter sein gar nicht zu trinken, als
    das was ich mir da seit Monaten abhalte. nixweiss0

    ...ja, das ist definitiv sehr viel einfacher gar nicht zu trinken. Dann musst du nicht mehr kämpfen und der Drang nach Bier wird verschwinden, vor allem wenn du auch ansonsten an dir arbeitest,was aller Erfahrung nach mit Hilfe (z.B. einer Selbsthilfegruppe) den meisten Erfolg verspricht.

    Liebe Grüße

    Frank

    Milch, Frischkäse...hmm komisch nixweiss0
    Ich denke, es kommt da auf die Säure an, von daher Apfelsaft,...warum nicht,
    Aber warum eigentlich nicht weißen Traubensaft?
    Meist sind die Traubensäfte ja relativ süß, aber vielleicht findest da ja auch einen in einer etwas säure-betonteren Variante , das könnte ich mir gut vorstellen, dass das gar keinen großen Unterschied zu Weißwein macht.
    Und wenn der Traubensaft nicht genug Säure hat, vielleicht etwas Zitronensaft, das ist ist ja bei deiner Recherche auch aufgetaucht.
    Aber alles nur so als Idee,ohne Gewähr (bitte erproben bevor du Gäste dazu einlädst :D )
    Ich hab es selber nicht probiert und bin auch kein gelernter Koch, nicht mal ein passionierter Hobbykoch,ich dachte nur, der Logik nach müsste es funktionieren...
    LG
    Frank

    ich lese mich gerade hier durchs Forum und bin auf diesen interessanten Faden gestoßen.
    Ist ja schließlich eine wichtige Frage für den alltäglichen Umgang mit Essen und Trinken.
    Die Köche und Lebensmittelindustrie haben ja nicht auf uns Alkoholiker gewartet und mischen daher Alk unter wo sie denn meinen dass es aus dem einen oder anderen Grund passt. Aufpassen müssen wir schon auf uns selber und Essen und Trinken müssen wir auch, deshalb interessant für uns alle,wie locker oder streng wir die Sache jeweils sehen/sehen müssen.
    Deshalb will ich auch hier meinen Senf dazu tun ...und da haben wir es schon: Senf enthält neben Senfkörnern bzw. -mehl meist auch Essig und die Essig -herstellung bzw.gärung ist irgendwie auch mit der alkoholischen Gärung verbandelt deshalb kann Essig auch Reste von Alkohol enthalten. Deshalb stellt sich natürlich die Frage wie man es mit dem Senf hält, zu mindestens stellt sich die Frage wenn man es erst mal weiß, das mit dem Essig u.s.w.
    Also ich persönlich gehe mit Essen relativ locker um und habe kein Problem damit. Getränke ist bei mir etwas anderes,ich habe mich ja schließlich auch mit Trinken abgefüllt und nicht mit Essen alkoholischer Speisen, vielleicht deshalb.
    Alkoholfreies Bier hat mir eh nie so wirklich geschmeckt,ich habe bei Getränken auch nicht das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen.
    Beim Essen hätte ich das schon, jedenfalls wenn keine andere alkoholfreie Variante angeboten wird. Wenn es bei uns in der Kantine Schweinsbraten mit Schwarzbiersoße gibt, verzichte ich nicht darauf. Es ist allerdings mehr der Name, der mich überhaupt darüber nachdenken lässt.Die Soße schmeckt nicht im mindesten nach Bier, aber lecker ist sie.
    Bei Fisch mit Weißweinsoße nehme ich statt dessen denn aber doch eher die Tomatensoße,die eigentlich zu einem anderen, parallel angebotenem Essen gehört und anstatt der Kartoffeln dann die Nudeln , dann passt das auch wieder ;)
    Aber das nicht wirklich aus grundsätzlichen Erwägungen, sondern eher, weil helle Soßen zu Fisch eh nicht so mein Fall sind.
    Also beim Essen mache ich mir da meistens keinen Kopp ,mit Ausnahme von Süßigkeiten, weil da erstens oft wirklich nennenswerte Mengen Alkohol drin sind und die zweitens auch oft ziemlich spritig schmecken. Ich hab mich mal bei einer Schokolade verkauft und es nicht gemerkt: statt Trauben-Nuss hatte ich Rum-Trauben-Nuss , ich war echt erschrocken, wie spritig der erste Bissen schmeckte, den habe ich aber sofort wieder ausgespuckt, obwohl ich die Schokolade verdammt lecker fand (und das hat nicht auch erschreckt).

    Zwar nur Rum-Aroma und vermutlich weniger Alkohol als viele Sachen, die vielleicht gar nicht so intensiv danach schmecken,aber der Geschmack machts eben auch, finde ich. Also da war mir denn doch zu riskant...

    Hallo Elburito,
    erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.


    Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht die klassische Abhängigkeit sein mag, so ist es zumindest ein krasser Missbrauch von Alkohol. Was denkt ihr?


    ...dazu kann ich nur sagen: "was ist schon klassische Abhängikeit".
    Ich habe auch "nur" Abends getrunken, aber jeden Abend , wenn ich die Gelegenheit dazu hatte. Musste es mal auf Grund der äußeren Umstände "ohne" gehen, ging es auch ohne aber eben nur dann. Auch nicht unbedingt das, was die meisten unter einem klassischen Alkoholiker verstehen ,ich war auch nicht -jedenfalls nicht stark - körperlich abhängig. Dennoch bezeichne ich mich als Alkoholiker, weil ich den Alkohol nicht kontrollieren kann,sondern der Alkohol hat mich kontrolliert.
    Ich finde es sehr gut, dass du das als Problem für dich erkannt hat und auch deine Rauchsucht (ich sage bewusst " Rauchsucht", weil in Zigarettenrauch mehr Suchtstoffe sind als nur das reine Nikotin -aber das ist ein anderes Thema) da mit einbeziehst.
    Jedenfalls waren bei mir auch den Rauchen und der Alk auf engste verbandelt.Ich denke das ist bei vielen Menschen so.Es kommt sicher nicht von ungefähr, dass bei nassen Alkoholikern der Anteil der Raucher weit über dem Durchschnitt der sonstigen Bevölkerung liegt.
    Ich selbst habe vor fast genau 7 Jahren meinen letzen Schluck Alkohol getrunken und am 5. November werden es 5 Jahre, dass ich meine letzte Zigarette geraucht habe, und zwar um 8 Uhr35 ausgedrückt ,im Gegensatz zu meinem letzen Schluck Alk weiß ich das noch auf die Minute genau.

    Nun weiß ich aber nicht genau, was du mit "konsequent sein" meinst: Konsequent kontrolliert trinken? Wenn das klappt ...um so besser, dann schaffst du das mit dem Rauchen auch.
    Wenn das mit dem kontrolliert trinken nicht klappt solltest du dir vielleicht überlegen dich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen und dann konsequent abstinent zu bleiben ...keine Angst, das ist nichts Schlimmes, im Gegenteil, auch wenn es dich vielleicht erst einmal erschreckt. Das Rauchen kannst du dann danach angehen.
    Ich will mit Sicherheit niemanden ermuntern, weíter zu Rauchen, ganz im Gegenteil; aber für die allermeisten mit dieser Doppel-Sucht-Problematik ist es einfacher, zuerst den Alkohol anzugehen. Damit hast du erst mal genug zu tun und übst Strategien ein,die dann später auch aus Rauchen übertagen kannst.
    Für mich wäre es in meiner nassen Zeit undenkbar gewesen,mit dem Rauchen aufzuhören ,auch wenn ich es mir immer eingebildet habe,ich könnte es schaffen.
    Aber es ist nun mal auch jeder anders.
    Vorerst bleib einfach mal hier, für deinen Strang weiter,schreib wie es dir so ergeht...du wirst sicher Rückmeldungen auf deine Posts bekommen und lies dich ruhig auch durch die Beiträge der Anderen.
    Liebe Grüße
    Frank

    Hallo Sascha,
    Erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.
    ich bin Frank,53 und trockener Alkoholiker.
    Wichtig ist, dass du für dich selber trocken wirst und bleibst!

    Sonst geht es so:
    Du wirst für deine Frau trocken. Sie verlässt dich trotzdem, der Grund für deine Trockenheit entfällt also, du trinkst also wieder.
    Oder du wirst trocken um deinen Job zu behalten. Dein Chef hat aber nicht genug Aufträge und muss dich leider trotzdem entlassen. Der Grund für deine Trockenheit entfällt also, du trinkst also wieder.
    Das Spielchen kann man auch z.B. mit dem Führerschein , u.s.w. treiben.

    Kann das sein dass das bei dir so war?

    Mach dir aber am besten einen eigenen Strang auf, das hier ist der von Ina. Sonst gibt es ein Durcheinander.

    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo lieber Sonnenkäfer,

    erst einmal herzlich willkommen im Forum.Ich wollte dir gesten Abend schon schreiben,aber gerade als ich fertig war,stellte ich fest, dass der Strang geschlossen war. Habe es aber abgespeichert,weil ich mir schon dachte, dass das nur ein Versehen war. Jetzt brauche ich es also nur eben rüber kopieren ;D

    ....meinen großen Respekt, dass du beides - Alkohol und Zigaretten -auf einen Schlag gelassen hast. Ich habe mir zwischen meinem trocken-werden und dem Zigarettenentzug immerhin mehr als zwei Jahre Zeit gelassen.
    Das mir der depressiven Stimmung ist übrigens unter anderem auch eine ganz normale körperliche Reaktion,weil ja dein Nervensystem die Gifte Alkohol und Nikotin...und die anderen Suchtstoffe in der Zigarette fest "eingeplant" hat. Zigaretten waren bei mir übrigens noch wesentlich schlimmer,vielleicht auch weil: getrunken habe ich "nur" Abends; geraucht habe ich aber von früh morgens bis spät abends, morgens mit Kaffee,Abends mit Alk. Als ich trocken geworden bin war meine Stimmung eher im Gegenteil: fast euphorisch.
    Also das mit der depressiven Stimmung könnte auch passieren, wenn alle anderen um dich herum knochentrockene Nichtraucher wären, aber dass alle anderen um dich herum anscheinend "dein Leben" weiter führen macht die Sache natürlich nicht leichter.
    Das Problems war bei dir vielleicht damals auch, dass du für deine Tochter aufgehört hast. Das ist natürlich sehr löblich, ich bin selber Vater und würde für meine Tochter auch auf alles verzichten. Aber dadurch hast du es natürlich auch als Verlust empfunden.Sicher, diesen Verlust bzw.Verzicht hast du gerne erbracht, aber dann wahrscheinlich die ganze Zeit dem Moment entgegen gefiebert wenn "es wieder geht".
    Um dabei zu bleiben ist wichtig, das du Trockenheit und Rauchfreiheit als Gewinn ansiehst. Wenn dir jetzt beides auf einmal zu schwer erscheint fang doch erst mal mit dem Alkohol an. Natürlich lässt sich das nicht erzwingen, Trockenheit als Gewinn anzusehen, aber der Austausch mit Menschen, die trocken geworden sind und jetzt ein zufriedenes und glückliches Leben führen kann dabei helfen. Deshalb ist es schon mal super,dass du hier schreibst. Vielleicht wäre auch eine Selbsthilfegruppe mit realen "analogen" Treffen etwas für dich. Das geht ja jetzt bei den meisten nach den Kontaktbeschränkungen auch wieder langsam los .
    Noch etwas zu den depresssiven Stimmungen.. .Bei meinem Rauchstopp habe ich mich immer an den Spruch gehalten: "das kommt jetzt nicht, weil ich aufgehört habe zu rauchen ,sondern weil ich so lange und so viel geraucht HABE. "....lässt sich übrigens auch auf Alkohol übertragen.

    Noch ein Gedanke,der mir beim heutigen Lesen auch noch gekommen ist. Du schreibst, dass dein Freundes- und Bekanntenkreis dem Alkohol auch sehr zugetan ist. Um so wichtiger finde ich es auch, dass au da ein Gegengewicht schaffst und auch Leute näher kennen lernst, bei denen der Alkohol keine so große Rolle spielt oder die sogar abstinent leben. Eine Selbsthilfegruppe hat natürlich den Vorteil, du kannst über dein Problem reden, kannst von den anderen lernen, und nette Bekanntschaften - wenn nicht gar Freundschaften - ergeben sich fast von selbst wenn du regelmäßig hingehst.

    Bei mir war das übrigens auch so, dass früher, als ich in deinem Alter war (bin jetzt 52) mein gesamter Freunds-/Bekanntenkreis dem Alkohol zugetan war. Dann folgte bei mir eine Zeit nach der Geburt meiner Tochter und in fester Partnerschaft, wo ich meinen Konsum - zumindest betr. Alkohol, aber nicht btr.. Zigaretten -auch stark einschränken konnte,phasenweise habe ich sogar abstinent gelebt. Nach der Trennung habe ich denn wieder angefangen, nicht weil ich so unter der Trennung gelitten hätte, sondern weil "es wieder ging" -ohne soziale Kontrolle durch die Partnerin.
    Am ersten Abend in der eigenen Wohnung waren es 3 Halbliter-Flaschen Bier "zur Feier des Tages" -das weiß ich noch genau, und innerhalb eines halbes Jahres wurde es mindestens fünf, ,meist 6 bis 7 - zumindest an den Abenden an denen ich getrunken habe -und das war wirklich jeder Abend an dem meine Tochter nicht bei mir war -also mehr als die Hälfte alle Abende. Ohne meine Tochter wäre es jeder einzelne Abend gewesen - und ich war total einsam,habe immer alleine getrunken....da war dann nichts mehr von der Zeit als ich zwischen Mitte 20 und Mitte 30 war mit durchgefeierten Nächten am Wochenende, das war einfach nur noch saufen,nichts mehr mit feiern. Still und alleine habe ich jeden Abend auf meinem Balkon gesessen, bis tief in die Nacht, in der linken Hand ne Pulle und in der rechten Hand ne Kippe.
    Liebe Grüße
    Frank

    Erst einmal: herzlich willkommen, Elio!

    Zu deiner Anmerkung, Rekonvaleszent:


    Die geschilderten Trinkmengen sind für einen Alkoholiker gelinde gesagt fast nichts.

    möchte ich auch mal meinen Senf dabei tun ::)
    Mir gegenüber ist auch mal so etwas ähnliches geäußert worden, dabei war ich mir 5 bei 7 halben Litern Bier jeden Abend noch etwas stärker dabei...
    Aber für jemanden,der 2 Flaschen Schnaps am Tag getrunken hat und schon morgens angefangen hat, waren meine Trinkmengen wiederum gelinde gesagt fast nichts.
    Du siehst, es ist alles relativ .
    Ein relativ niedriger Konsum kann einen möglicherweise vor der körperlichen Abhängigkeit bewahren, nicht aber unbedingt vor der psychischen.
    Wenn jemand normalerweise 3 bis 4 dl Wein trinkt und Schwierigkeiten hat nach einem 1dl aufzuhören ,so hat er genauso ein Problem,wie jemand der normalerweise 2 Liter trinkt und Schwierigkeiten hat nach 3-4 dl aufzuhören. Aber das hast du ja auch schon so ähnlich dargestellt Für mich war es auch immer wesentlich einfacher gar nichts zu trinken als noch einer kleinen Menge aufzuhören. Und wenn das bei Elio auch so ist, dann ist das auch gut und richtig, dass er die Sache angeht und sich hier angemeldet hat.
    Besser sich als Alkoholiker sehen und gar keiner sein als umgekehrt, denn in ersterem Fall ist man auf der sicheren Seite, vor allem wenn einem letztlich ohne Alk gar nichts fehlt.
    Im übrigen denke ich, jeder der sich Gedanken über seinen Konsum macht und auch schon die Fühler ausstreckt um sich Hilfe zu suchen hat letztlich auch ein Problem. Ob er denn "schon" nach medizinischer Definition ein Alkoholiker ist sei mal dahingestellt. Das spielt ja auch keine Rolle, denn die Grenzen sind ja fließend wie wir wissen und man muss es ja nicht so weit kommen lassen.

    Wäre schön, wenn du wieder von dir hören lässt, Elio. Wie ist es dir die letzten Tage ergangen?

    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo liebe Lunastar,
    ja, das kenne ich, den Alkohol einzusetzen um schlafen zu können und die Angst davor, eben nicht schlafen zu können. Ja, es kann auch passieren, dass du in den ersten Tagen der Trockenheit vielleicht schlecht oder nur wenig schläfst, aber das normalisiert sich mit der Zeit, glaub mir.
    Außerdem wirst du feststellen, dass du trotz des wenigen Schlafs fitter sein wirst, als wenn du am Vorabend gesoffen hast....danach bist du vielleicht weg (hast dich im wahrsten Sinne des Wortes weggemacht), aber das hat mit gesundem Schlaf nicht viel zu tun, das ist dann eher Koma.
    Also, es ist nicht wirklich schlimm, eine Zeit lang schlecht zu schlafen. Viel schlimmer ist, wenn du mit Alkohol nur noch schlecht schläft, und das kommt bei jedem -ich sag mal Missbräuchler - früher oder später. Ich habe zum Schluss trotz 6 bis 8 (großen) Flaschen Bier am Abend nur noch 3 bis 4 Stunden die Nacht geschlafen.
    Nachdem ich mit Hilfe meiner Selbsthilfegruppe die Finger vom Alk lassen durfte hat sich der Schlaf nach ca. ein bis zwei Wochen normalisiert. Meine zweite große Suchtbaustelle war dann das Rauchen, die bin ich zwei Jahre später angegangen. Wieder dasselbe - diesmal kannte ich das ja schon : eine relativ kurze Phase in der es während des Entzug noch ein wenig schlechter ging (betraf hier auch den Schlaf) wird mit einer langfristigen, dauerhaften Verbesserung belohnt.
    Und jetzt... ich kann nur sagen: ja, 100% optimal ist mein Schlaf immer noch nicht,aber ich mache mir da keinen riesen Kopf mehr drum. Und ich empfinde es jetzt im Gegensatz zu früher nicht mehr als Drama wenn ich um eins oder zwei aufwache und nach einer Stunde noch nicht wieder eingeschlafen bin.In der nächsten Nacht hole ich den Schlaf dann wieder auf.

    Und mal ehrlich: jetzt wachte ich vielleicht des öfteren mal um halb zwei auf und schlafe dann erst um halb drei wieder ein. In meiner Saufzeit bin ich um halb drei überhaupt erst schlafen gegangen bzw. ins Koma gefallen.
    Also hab keine Angst! Ein trockenes Leben ist schön und es loht sich!

    ..und Greenfox hat Recht: du mußt und kannst das nicht ohne Hilfe bewältigen. Das Forum ist gut, eine Selbsthilfegruppe zusätzlich wäre vielleicht auch etwas. Im Moment vielleicht noch etwas schwierig wegen der Kontaktbeschränkungen, aber das wird sich ja vielleicht auch demnächst wieder ändern. Wir reden bei uns auch so langsam schon wieder darüber wann und wie wir wieder auf machen.
    ...und falls du Zweifel hast, ob sich bei dir nicht vielleicht schon eine handfeste körperliche Abhängigkeit etabliert hat, lieber zur Vorsicht auch mit einem Arzt deines Vertrauens reden.

    Liebe Grüße
    Frank


    "Kontrolliertes Trinken" ist nichts für mich, das habe ich schon herausgefunden,

    Mit dieser Erkenntnis hast du schon einiges erreicht, ich habe mindestens 20 Jahre gebraucht um diese Tatsache vor mir selber einzugestehen. Eigentlich habe ich es mir erst in dem Augenblick eingestanden als ich zum ersten Mal auf die Klingel meiner Selbsthilfegruppe gedrückt habe nachdem ich mich vorher mindestens eine halbe Stunde der Straße rumgedrückt habe...

    Hallo Nordri,

    ja, von der reinen Menge, die du da schilderst, mag das für manchen nicht viel klingen. Aber zum einen:
    nur allein die Menge macht es nicht, zum zweiten: du merkst es ja selber dass da etwas bei nicht stimmt und drittens: im Gesamtzusammenhang, auch dass du dann immer gleich 3 oder 4 Flaschen auf einmal trinkst, dass das Nicht-Trinken auf deine Stimmung auf deinen Schlafrhythmus durchschlägt und dass sich die Menge steigert klingt schon ziemlich bedenklich, finde ich.
    Zumindest was den Schlaf, die Stimmung und die Menge/Häufigkeit anbelangt war es bei mir in der Anfangsphase ähnlich. Ich habe den Alkohol auch alle paar Tage eingesetzt um mich besser zu fühlen und besser schlafen zu können. Abgesehen vom "Partysaufen",denn das kam "natürlich" noch oben drauf habe ich dann alleine getrunken und "nur" Abends. Später häufte sich das dann und wurde zum täglichen,bzw. allabendlichen Trinken ,wobei ich aber auch nüchtern bleiben konnte, wenn die äußeren Zwänge stark genug waren.
    Mir hat eine Selbsthilfegruppe geholfen,ein trockenes (und zufriedenes) Leben zu führen.
    Liebe Grüße
    Frank

    Hallo Lena,
    super gemeistert hast du das heute, dass du der Versuchung widerstanden hast! Solche Dinge kann man auch prima in einer SHG teilen. Es muss nicht immer gleich an die intimsten Gedanken gehen. Solche Situationen kennt dort jeder gut.
    Ich war auch nicht körperlich abhängig, aber eben psychisch. Das hast du sehr gut für dich erkannt.
    Vom kontrolliert trinken halte ich nichts. Ich glaube nicht , dass so etwas auf Dauer gut gehen kann. Zu mindestens glaube ich nicht, dass es stressfrei auf dauer gut gehen kann. Denn was hast du davon,wenn du ständig auf der Hut sein musst, dir das nächste Bier krampfhaft versagt, obwohl du es eigentlich trinken möchtest. Für mich war - als ich noch getrunken habe - der Zustand "halb angefüttert" nicht weiter trinken zu dürfen,weil es die Umstände eben nicht erlaubt haben, wesentlich schlimmer als gleich von vorn herein komplett nüchtern zu bleiben.
    Ich halte es für westlich einfacher -und natürlich wesentlich sicherer - komplett abstinent zu leben.
    Und mir fehlt der Alkohol auch nicht. Das war schon nach wenigen Wochen so. Vielleicht kommt dieses Gefühl bei dir ja auch noch. Auch dafür ist eine SHG m.Meinung nach wichtig. Menschen hautnah zu erleben,die abstinent leben und denen es gut damit geht.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Frank

    Hallo Lena,
    ich wollte hierzu etwas anmerken:


    Dass man vor einer Gruppe von Fremden über seine innigsten Gefühle, Gedanken und Fehler spricht ist eben ziemlich ungewohnt.


    Niemand verlangt von dir, dass du darüber sofort beim erstem Mal sprichst. Niemand wird von dir überhaupt irgendetwas verlangen. Du entscheidest ob und wann du sprichst . Und wenn du öfter hingehst, dann sind es keine Fremden mehr,sondern Freunde.
    OK, im Moment isses etwas schwierig. Unsere Gruppe trifft sich momentan auch per Skype , aber es kommen ja auch wieder andere Zeiten. Ich merke richtig,dass ich alle vermisse und freu mich jedesmal wenn ich sie auch Skype sehe.
    Also ich gehe nicht nur zur SHG um trocken zu bleiben,sondern auch weil mir alle dort so ans Herz gewachsen sind, dass ich mich jedesmal freue,sie zu sehen.
    Und das wird bei dir sicher auch kommen, wenn du die richtige Gruppe für dich gefundenen hast und regelmäßig hingehst.
    Liebe Grüße
    Frank


    Sport und Alkohol ist im Übrigen für viele Leute kein Widerspruch. Wo ist das Problem, erst Joggen und sich dann die Rübe zusaufen? Kenne ich X, die das schon immer so machen. Und sich einbilden, sie leben ja so gesund, da macht ihnen der Alkohol nichts.


    War für mich damals auch kein Widerspruch und dazu noch gequalmt wie ein Schlot. Bei mir war es allerdings umgedreht...noch etwas heftiger: Nach einer durch gesoffenen Nacht nachmittags die Zähne zusammengebissen und rennen gegangen mit noch reichlich Restalkohol und oft genug auf den ersten Kilometern gegen den rebellierenden Magen ankämpfend.
    Aber weißt du was,ich bin überzeugt das mir das den A... gerettet hat , dass ich wenigstens noch Sport gemacht habe. Ich glaube dass es mir der Sport ermöglicht hat, die Sucht über Jahre auf kleiner Flamme zu köcheln - unter Kontrolle hatte ich die Sucht dadurch natürlich trotzdem nicht
    Danach kam dann eine Phase (Kind und Familie) wo ich keinen Sport mehr gemacht habe, aber auch nicht so viel gesoffen habe - mangels Gelegenheit.
    Nach der Trennung war dann wieder genügend Gelegenheit da - alleine in der eigenen Wohnung - und Sport habe ich auch keinen mehr betrieben. Da steigertet sich die Dosis wirklich rapide von 3 Pullen Bier am Abend auf bis zu 7 oder manchmal sogar mehr innerhalb eines halben Jahres.
    Den Sport habe ich dann wieder aufgenommen als ist ca. ein Jahr trocken war und ein weiteres Jahr später habe ich aufgehört zu rauchen, das hätte ich definitiv ohne Sport auch nicht gepackt.

    Also --- natürlich leben die von dir beschrieben Leute nicht gesund, Susanne , aber der Sport den sie betreiben kann der Brückenkopf zu einem drogenfreien Leben sein. Und wenn man in seiner Jugend viel Sport (vor allem Ausdauertraining) bleibt eine gewisse Grundfitness auf die man später wieder aufbauen kann auch lange Zeit erhalten.


    Tankstellen, Supermärkte, Getränkemärkte sind offen. So einfach ist das.


    Naja solange du nicht in Quarantäne musst weil du eine Kontaktperson bist oder womöglich tatsächlich infiziert bis ist ja alles paletti. Aber ansonsten musst du dir schon vorher überlegen was du für 2 Wochen zu Hause haben musst, oder eben gegen die Vorschriften verstoßen ...wahrscheinlich hätte ich damals wohl letzteres getan, obwohl ich mich eigentlich als gesetzestreuen Bürger bezeichnen würde, aber damals wäre es eben aus gewesen mit der Gesetzestreue und auch mit dem Verantwortungsgefühl wenn mein Konsum bedroht gewesen wäre.

    ...wen ich mir das so überlege, das wäre jetzt echt eine Sch... - Situation für mich gewesen. Bei Zigaretten habe ich ja immer zugesehen, dass die mir zu keiner Tages- oder Nachtzeit ausgehen, da hätte ich mich bevorraten können.
    Aber Alkohol habe ich ja nie in größeren Mengen zu Haus gehabt, sondern ich habe jeden Tag immer nur so viel gekauft, wie ich mir für diesen Abend zugestehen wollte. Dabei isses natürlich nie geblieben und ich bin jeden Abend/Nacht ein bis zweimal Nachschub holen gegangen.
    Aber was hätte ich heutzutage gemacht um für den Fall der Fälle "vorzusorgen"?
    Gut dass sich die Frage nicht stellt....

    dass mit den steigenden Verkaufszahlen für Alkohol, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe eher den Eindruck, die Leute machen jetzt eher viel mehr Sport . Überall sieht man die Leute joggen, laufen oder rennen. Ich habe meine Tochter jetzt auch dafür begeistern Können.
    Das habe ich jetzt davon ;): Jetzt muss ich täglich (!) eine Stunde mit ihr laufen gehen , statt wie früher einmal am Wochenende und dann noch einmal unter der Woche . Das unter der Woche dann aber auch nur wenns denn passte,und meistens passte es eben nicht >:(

    Naja wahrscheinlich lebt momentan jeder die Richtung in die er vorher schon tendierte noch etwas extremer aus. Bin ich froh, dass das bei mir jetzt der Sport ist.
    So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen ob ich genug Alk und Kippen im Haus habe wenn es hart auf hart kommt.
    Und für Sport ist auf jeden Fall gesorgt. Habe vor ein paar Wochen ein gebrauchtes, aber sehr solides Laufband erstanden.Eigentlich für den Fall das mal Schiet -Wetter ist . Ich hoffe ja nicht dass ich mal unter Quarantäne gestellt werde,aber wenn doch muss ich wenigstens nicht auf dem Balkon oder im Garten Im Kreis rennen :D
    LG
    Frank


    Ich kenne noch die Zeit, da wurden Zeitungen klein geschnitten.


    Naja, heutzutage käme man mit Zeitungen wahrscheinlich auch nicht weit, ist schon einige Zeit her dass ich das letzte mal eine Zeitung aus Papier in den Händen hatte und Laptop oder Tablet eignen sich für solche Zwecke wohl eher weniger :D

    Ich bin dieser Tage eigentlich wesentlich gelassener und ruhiger als sonst, keine Ahnung warum. Dabei ist eigentlich alles möglich:
    selbst schwer zu erkranken (obwohl ich ja oft die wohl vielen Alkoholikern eigene Selbstherrlichkeit an den Tag lege "Mich trifft es nicht...und wenn doch, was solls, ich habe gute Abwehrkräfte")
    die eigenen Lieben, aber auch andere unbeteiligte Dritte anzustecken
    Der Verlust des Arbeitsplatzes
    leergekaufte Supermarkt-regale
    Nun zu den ersten beiden Sachen, ich bin eben vorsichtig, aber nicht ängstlich
    Den Arbeitsplatz kann man theoretisch immer verlieren und wirklich konkret zeichnet sich da zum Glück im Moment auch nichts ab, und wenn dann kann ich da im Moment sowieso nichts gegen tun
    Und zu den Supermarktregalen: Klopapier macht das Leben leichter, ist aber kein wirklich Lebensnotwendiger Artikel :D

    Gestern habe ich wieder angefangen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Der Morgen hat sich komplett anders angefühlt als andere Montag-Morgen. Eigentlich wie ein schöner Sonntagmorgen , noch besser ein schöner Sonnatgmorgen wenn man gerade Urlaub hat und die kommende Woche auch nicht arbeiten muss.
    Ich habe die reißende Strömung der kleinen Bäche die auf meinem Weg liegen gesehen und mich gefreut dass sich wieder so viel Wasser führen und dass es die letzten Wochen so viel geregnet hat so dass die besorgniserregende Dürre der letzten fast zwei Jahre zu mindestens vorerst vorbei ist.

    Auch die Arbeit hat sich anders angefühlt. Ich arbeite hier ja sowieso in einem ausgegliederten kleinem Büro ,manchmal mit einem Kollegen aber der macht auch in "normalen Zeiten" oft Home-Office. Diesmal waren auch meine engsten beiden Kollegen aus unserem Süddeutschen Stammwerk im Home-Office, alle hatten ihr head-set auf und habe zusammen gearbeitet oder auch mal ein bisschen privat gequatscht. Und dann zwischendrin auch mal wieder in aller Ruhe ohne head-set alleine.
    Alles ganz entspannt, aber deshalb habe ich nicht etwas weniger geschafft als sonst.

    Manchmal denke ich, wenn wir es richtig anstellen könnte die Welt etwas besser aus diesen Wochen hervorgehen als sie vorher war.

    Frank

    Hallo Träumerle,


    Ist wohl jetzt der schwerere Weg.....


    ...ich weiß nicht,ob ich dich da richtig verstanden habe, meinst du, das ist jetzt der schwerere Weg, weil du reduzierst statt ganz aufzuhören?
    Wenn du das meinst, kann ich nur ganz eindeutig sagen. "ja, da hat du recht!" Aber warum wählst du dann diesen schweren Weg?
    Ich kenne die Sucht ja auch wie du aus 2 Perspektiven, Trinken und Rauchen, allerdings habe ich erst mit dem Trinken aufgehört,dann mir dem Rauchen, anders wäre es bei mir gar nicht gegangen.
    Nun stelle dir mal vor, du hättest nicht von heute auf morgen mit dem Rauchen aufgehört, sondern jeden Tag eine Zigarette reduziert.
    Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, hättest du dann nie ganz aufgehört,sondern wärst bei einer Zigarette am Tag geblieben. Eine irrsinns Quälerei, oder? Wie lange hättest du das wohl durchgehalten?
    So,und jetzt übertrage das mal auf den Alkohol. Trinkst du deswegen das eine Glas,weil du dir unbedingt beweisen willst, dass du keine Alkoholikerin bist?
    Ich konnte auch phasenweise die Finger vom Alkohol lassen, wenn es die äußeren Umstände absolut erforderten. Aber aus freien Stücken nicht trinken konnte ich nicht.
    Als ich mir dann einstehen konnte Alkoholiker zu sein, war für mich alles ganz einfach. Ich habe von heute auf morgen nichts mehr getrunken.
    Ich habe es mir eigentlich schon eingestanden, als ich das erst Mal bei der Selbsthilfegruppe bei der ich immer noch bin, auf die Klingel gedrückt habe. Wirklich vor der Gruppe ausgesprochen habe ich es dann ein paar Tage später.
    Ob du Alkoholikerin bist kann und will ich nicht beurteilen. Ich wollte dir aber noch mitgeben: Hab bitte keine Angst! Ein trockener Alkoholiker kann alles tun, nur eben keinen Alkohol trinken.
    Und um nochmal auf das Rauchen zu kommen.Warum hast du von heute auf morgen aufgehört statt zu reduzieren? Vielleicht weil du erkannt hast dass du süchtig bist und bekanntermaßen eine Reduktion für einen Süchtigen nicht möglich ist?
    Mir haben meine Erfahrungen mit dem Alkohol sehr beim Rauchstopp geholfen. Ich denke genauso gut ist es umgekehrt möglich. Versuche mal deine Erfahrungen mit dem Rauchstopp auf den Alkohol anzuwenden.
    Liebe Grüße
    Frank