Lass gut sein. Ich spare mir weitere Kommentare und werde nicht mehr auf Dich eingehen. Mach Du Dein Ding - bist ja erwachsen.
Beiträge von Greenfox
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Vielleicht nur mal so zu Deiner (momentan) kategorischen Abstinenz-Ablehnung und Deiner 1,5jährigen Abstinenz:
Gegen die Abstinenz spricht für mich ganz klar: meine Gedanken an Alkohol und mein Saufdruck werden in der Abstinenz nicht besser, sondern viel schlimmer. Ich war über eineinhalb Jahre abstinent. Für mich würde so ein Versuch wohl eher ein Risiko sein, abzurutschen, als so weiter zu machen wie jetzt.
Ein Gruppenfreund von mir hat sich vor etlichen Jahren mal dafür entschieden, mal eine 8wöchige Trinkpüause einzulegen, da er bemerkte, dass sein Alkoholkonsum doch ganz schön heftig ist.
Gesagt - getan. Und aus den 8 Wochen sind letztendlich 12 Jahre geworden, da er gemerkt hatte, dass es ihm wesentlich besser ging. Schließlich war er im Urlaub mit seiner Frau an einem schönen Ort. Und sie trank - wie schon die Jahre zuvor auch - zum Essen ihr Glas Wein. Und aus einer Laune heraus (er war Weintrinker) wollte er mal an dem Wein riechen und nippte dann auch ein paar Mal daran. Am nächsten Tag bestellte er sich dann zum Essen selber ein Glas Wein, da es ihm ja geschmeckt hatte. Am darauffolgenden Tag kaufte er in einem Geschäft eine Flasche von dem Wein - könnte ja sein, dass der im Hotel alle ist. Und da die Flasche ja nun schon einmal da war, wurde sie auch getrunken. Von ihm. Und von da an trank er pro Tag mindestens eine Flasche Wein. Solange, bis es ihm körperlich so schlecht ging, dass er zur Entgiftung ins Krankenhaus musste. Dort haben wir uns dann im Rahmen meiner SHG-Vorstellung kennengelernt. Am Tag seiner Entlassung kam er dann zu uns - und das seit fast 5 Jahren regelmäßig. Und er hat mit seiner Abstinenz keinerlei Probleme (gehabt). Eine Therapie hat er übrigens nicht gemacht.Was ist nun der Unterschied zwischen seiner 12jährigen Abstinenz und der jetzigen?
Damals hat er sich "einfach so" (ich wünschte, bei mir wäre es "einfach so" gegangen) dafür entschieden, nichts mehr zu trinken, weil er fand, er habe es "übertrieben". Okay - er hat's gemacht, sich aber absolut keine Gedanken weiter darüber gemacht.
Jetzt ist ihm klargeworden, dass er Alkoholiker ist, abhängig - und das auch nach 12 Jahren Abstinenz. Er weiß jetzt (aus eigenem Erleben), daß er nicht mit Alkohol umgehen kann. Und DARUM hat er sich BEWUSST für die Abstinenz entschieden (nicht GEGEN den Alkohol, sondern FÜR die Abstinenz!).DU hast Dich damals nur notgedrungen - wegen Deiner Schwangerschaft und dem Kind - für die Abstinenz entschieden und hattest Dich auch damals schon dafür entschieden, so bald als möglich wieder zu trinken, wieder zuzuschlagen.
Unabhängig davon: Respekt dafür, dass Du das auch durchgezogen hast 44. Ich kenne leider (beruflich) etliche Frauen, denen war es egal, ob sie schwanger waren oder nicht. Die haben auf Kosten des Kindes weiter getrunken/gesoffen, geraucht, gekokst etc ...
Vielleicht würde es Dir ja auch helfen, Dich FÜR die Abstinenz zu entscheiden - DIR und Deiner Gesundheit zuliebe; Deinem Kind zuliebe, um es auch aufwachsen zu sehen; späteren Enkeln zuliebe ...
Sieh es nicht als Verlust an - sondern als Gewinn: an Lebensfreude, an Gesundheit, an Selbstbewusstsein ...Vielleicht schaust Du ja auch mal in diesen Thread: "Die exzellenten Vorzüge der Abstinenz!"
Vielleicht findest Du ja da auch ein wenig Motivation nixweiss0
Gruß
Greenfox -
Oder ich habe es vorher einfach nicht gesehen.
Zu Beginn meiner Abstinenz habe ich für mich registriert, dass ICH unbewusst bewusst ( nixweiss0 ) genauer auf die anderen Menschen geschaut habe. Ich habe registriert, wieviel Alkohol in den Einkaufswägen anderer gelandet ist. Nach einer Dampferfahrt mit meiner SHG hätte ich Euch sagen können, wieviel Bier die anderen, nicht zu unserer Gruppe gehörigen Leute jeweils getrunken haben ... Oder - wie Rekonvaleszent es schon schrieb - wieviel Alk in einem Film vernichtet wurde ...
Zum Glück hat es mit der Zeit nachgelassen. Heute merke ich nur noch ab und an, dass ich in andere Einkaufswägen schaue

Ich glaube, das ist das Resultat, wenn man sich mit seinem eigenen Verhalten bewusst auseinander setzt, es reflektiert - dann schaut man auf Andere und denkt/sagt sich möglichrweise: "So war/bin ich auch (gewesen)."
Keine Ahnung, ob es wirklich so ist, ist nur meine Erklärung für dieses Phänomen, von dem auch etliche andere Gruppenfreunde berichtet haben.Gruß
Greenfox -
Könnte, müsste, sollte ich meine Abstinenz für den Abend unterbrechen ? Ich lasse es auf mich zukommen.
Wenn man seine eigenen Vorgaben/Vorhaben immer wieder aufweicht (nur heute/jetzt/einmal), dann braucht man sich auch gleich nichts vornehmen ...
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Habe einen großen Topf gezaubert. Ist auch sehr lecker geworden - also komm ...
Mal sehen, ob noch etwas zum einfrieren übrigbleibt ::) -
Meine Tochter und ich zaubern heute mal wieder ganz ordinären Linseneintopf mit Kassler-Einlage - lecker

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Ich bin Fracht Pilot.
Zufallstreffer 
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Dieser Meinung bin ich mit gefestigtem Charakter nicht.
Diese Äußerung ist mir sehr sauer aufgestoßen! >:(
Ich denke, es hat nichts mit "gefestigtem Charakter" zu tun, ob man noch in der Sucht gefangen ist, KT betreibt oder abstinent lebt. Wenn Du Dich über andere erheben möchtest, wäre ein Flugplatz das Richtige. -
Hi, Frank!
Kann diese Scheiben-Situation nachvollziehen - bei mir waren es immerhin 21 Jahre. Aber Du hast vollkommen Recht: wenn ich damals (vor 2 Jahren) noch getrunken hätte ... wer weiß, welchen Bockmist ich gebaut hätte.
Also: Schau nicht auf's Ende - sondern den Anfang!
Du kannst noch mal durchstarten - nachdem Du erstn mal Luft geholt und zur Ruhe gekommen bist.Gruß
Greenfox -
Auch von mir HERZLICHEN GLÜHSTRUMPF :heartBalloon:
Es hat sich gelohnt und es lohnt sich auch, zurück zu denken.
Was mich (bei mir) immer wieder fasziniert: Ich weiss bis heute nicht, was dieser ganz kleine Unterschied zu meinen vorherigen Ausstiegsversuchen war, der diesen (hoffentlich) letzten letztendlich erfolgreich gemacht hat.
Vermutungen habe ich zwar - aber egal: das Ergebnis zählt!Gruß
Greenfox -
Ich hoffe, Du bleibst uns erhalten!
Das ist doch das Gute am Austausch - man muss nicht immer einer Meinung sein. Und auch, wenn die große Mehrheit (zu der ich mich zähle) mit KT schlechte Erfahrungen gemacht hat, gibt es ja auch welche, die entweder damit gut zurecht kommen oder über das KT zur Abstinenz kommen (Lieblingsfarbe GRÜN
).Ich glaube auch nicht, dass Rekonvaleszent Dich persönlich angreifen wollte. Nur - ich habe mich in seinen Worten wiedererkannt. So habe ich früher auch reagiert. Es ist so ungefähr wie: Ich weiss doch, dass es gefährlich ist, ich habe es am eigenen Leibe erfahren - warum glauben manche es mir denn dann nicht?
Andererseits: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wenn Du KT für Dich als die Lösung gefunden hast - dann mach's.
Trotzdem werden wir - ICH -weiterhin nicht davon begeistert sein und von meinen/unseren Erfahrungen berichten und diese/n Weg/e befürworten.ich schreibe hier auch nur noch selten weil ich mich auch mit 2 Leuten (welche ständig von Selbsthilfegruppen sülzen) nicht so gut verstehe.
Und dass solche Unhöflichkeiten nicht gut ankommen, dürfte wohl für sich sprechen.
@Side67: Wenn Du unsere Erfahrungen als "rumsülzen" empfindest - wieso bist Du dann noch hier und beleidigst uns?Gruß
Greenfox -
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Abstinenz ist nichts für mich.
...
Wenn ich bei dem Muster bleibe, dass ich seit ca. einem Jahr praktiziere, bin ich zufrieden. Das heißt für mich Freitag, Samstag und Sonntag darf getrunken werden (die altbekannte Menge, die ich relativ gut vertrage und meine Gesundheit nicht kaputt macht) und sonst nicht, mit der Ausnahme von besonderen Anlässen. Die kommen selten vor.
Ich muss nur wieder davon weg, nach Belieben Tage dazwischen zu schieben, wie ich es in der letzten Zeit gerne mache. ... Heute ist Mittwoch und zuletzt getrunken habe ich am Sonntag. Juhu!
...
Ich mache jetzt so weiter und bin streng mit mir. Wenn ich mal versage für einen Tag, werde ich versuchen, nicht so böse mit mir zu sein.Eine Userin hat hier mal davon geschrieben, dass sie eine Art Kalender geführt hat, in dem sie die alkoholfreien Tage GRÜN markiert hat, wo sie die (sich selbst) "genehmigte Menge" getrunken hat mit GELB und mit ROT die Tage, wo sie mehr getrunken hat. Vielleicht noch LILA für den Fall eines "Absturzes" ...
Vielleicht wäre das ja auch eine Möglichkeit für Dich, schon alleine, um Dir Deine Trinkgewohnheiten vor Augen zu führen, sie zu visualisieren ...
Oder dieser Trinkkalender hier ...
Das Einzige, was mich bei deiner Vorgehensweise hier im Forum stört ist, dass Du andere Alkoholkranke, für die das KT ungeeignet und für die ausschließlich die Abstinenz zielführend ist, wohl unbewusst und unbeabsichtigt zur Nachahmung animieren könntest und somit wieder in den Strudel der Sucht ziehst. Ich unterstelle dir nicht, dass Du es darauf anlegst, aber die unerfreuliche Nebenwirkung könnte durchaus eintreten.Daher frage ich mich, ob Du nicht in einem Forum, das das KT propagiert, besser aufgehoben bist, als hier womöglich gerade mal mühselig angetrocknete Alkoholiker wieder in Gefahr zu bringen, "nass" zu werden, weil sie plötzlich denken, es gäbe den glorreichen dritten Weg zwischen Saufen und Abstinenz.
Wohlgemerkt, das ist kein Angriff auf deine Person, sondern nur eine Kritik an den möglichen provozierenden Konsequenzen deines Verhaltens für dritte Personen.
Auch wenn ich persönlich absolut NICHTS vom Kontrollierten Trinken halte - es ist IHR Weg. Ich habe auch einsehen müssen, dass derartige Kritik nur Eines bringt: dass derjenige sich hier zurückzieht und eventuell das Vertrauen in jegliche Foren/SHG etc verliert.
Wenn Linda - und eventuell auch anderen - meinen, dass KT vielleicht ein Weg wäre, mit ihrer Sucht umzugehen, dann ist das so. Auch wenn in mir alles schreit: "Das ist falsch, das funktioniert auf Dauer nicht!" Aber das werden Linda und mögliche Andere dann schon selber merken (müssen). Und vielleicht erinnern sie sich dann an uns und unsere Warnungen - und an unsere Lösungsvorschläge.
Und: Wer weiss - vielleicht gefällt ihr/ihnen ja die Farbe GRÜN in ihrem Kalender immer mehr? nixweiss0
Gruß
Greenfox -
Zu Deiner Frage, wie wir/ich mit meinem Umfeld umgehen, wie und was ich sage, warum ich nicht (mehr) trinke:
Gerchla hat Recht: wem ich von meiner Krankheit erzähle und wem nicht, liegt ganz bei mir.
Aber ich gehe damit sehr offensiv um - alleine schon, um mich selbst zu schützen.Natürlich habe ich es meiner Familie und meinen Freunden erzählt. Dachte, sie haben es ja vielleicht nicht so mitbekommen. Pustekuchen! Hauptsächlich meine Familie wusste es. Vermutlich teilweise schon länger wie ich. Auch meine Kinder haben mehr mitbekommen, als mir lieb war.
Bei den Freunden gab es einige, die überrascht waren. Aber das kam daher, dass ich mich bei Treffen und Feiern meist zusammengerissen und zurückgehalten habe - aber nur, um dann zu Hause alles schleunigst (mittels Druckbetankung) nachzuholen. Sie haben mich also dann nicht mehr erleben dürfen.
Ich habe bei der Gelegenheit dann auch alle darauf hingewiesen, dass es kein böser Wille oder gegen irgendjemanden gerichtet ist, wenn ich Feiern entweder überhaupt nicht besuche oder aber mittendrin ohne Verabschiedung gehe. Dann ist es mir einfach nur zu viel. Anfangs blieb ich auf Feiern, die ich dann doch besucht habe, teilweise nur bis zu einer Stunde. Mittlerweile können es durchaus 6-7 Stunden oder mehr sein.Auf Arbeit habe ich die Karten offen auf den Tisch gelegt. Ich muss dazu sagen, ich bin seit 34 Jahren Polizeibeamter und damals war ich noch größtenteils auf der Straße. Und da musss sich ein Kollege auf den anderen verlassen können. Ich habe zuerst meinen Vorgesetzten und anschließend ALLEN gesagt, dass ich Alkoholiker bin, für ein paar Monate auf Langzeittherapie gehe - und anschließend nicht mehr an gemeinsamen (Freizeit-)Aktivitäten wie Feierabendbier, Gruppenfahrten, -ausflüge etc mehr teilnehmen werde - da dies nach meinen Erfahrungen nur Besäufnisse mit Alibi waren (nicht alle Kollegen, aber ausser mir noch Einige). Und das muss ich mir nicht mehr antun. Auch kann ich an den Tagen, an denen ich meine SHG besuche, dienstzeitmäßig so gestalten, dass ich die Gruppen auch wirklich besuchen kann. Wenn natürlich der Mond brennt, geht's ausnahmsweise eben mal nicht. Abgesehen davon war und bin ich in einer Truppe, mit der ich äußerst gut klar kam. Hat und kann auch nicht jeder nixweiss0
ZitatIch weiß noch genau, dass dieses Thema "was sage ich wenn mir jemand Alkohol anbietet" sehr belastend sein kann. Besonders am Anfang. Tipp: Anfangs Gesellschaften bei denen zu erwarten ist, dass Alkohol getrunken wird meiden = Risikominimierung. Später, wenn die Abstinenz gefestigter ist, eine Strategie entwickeln, wie man mit allzu penetranten "Trink doch ein Gläßchen mit" Typen umgeht. Wahrscheinlich wirst Du feststellen, dass Du gar keine Lust mehr hast Veranstaltungen zu besuchen, wo Alkohol ein wichtige Rolle spielt.
Wenn ich bei irgendeiner Gelegenheit mal Alkohol angeboten bekomme, lehne ich ihn einfach ab. Und wenn gefragt wird, warum, sage ich zunächst nur, dass ich ihn eben nicht trinke. Wenn dann aber solche Sprüche kommen wie: "Na, komm - ein kleines Gläschen zum anstoßen! Wird schon nicht schaden." und andere bekannte Labereien, und mein NEIN nicht akzeptiert wird - dann sage ich: "Danke, aber ich bin Alkoholiker, trocken - und trocken will ich auch bleiben!".
Dann ist Ruhe im Karton und ich muss mir nicht irgendwelche Geschichten ausdenken wie Auto fahren, Medikamente nehmen, Allergie oder ähnlichen Quatsch.
Oft haben sich dann daraus auch ganz interessante Gespräche ergeben. Meistens kannte derjenige dann jemanden, der wohl ein ähnliches "Problem" habe und ob ich den irgenwelche Ratschläge oder Tipps hätte. Holzauge - sei wachsam. Möchte nicht wissen wie oft dieser "Jemand" die Person selbst war. Soll mir aber egal sein
ZitatWenn man nüchtern ist bekommt man erst mal mit wieveil Mist die Besoffenen eingentlich labern. Das kann echt nerven.
Das Schlimme ist ja, dass ich früher solche Labereien selbst als "tiefschürfend" angesehen habe schwitz.

Also, wie Du siehst, gehe ich damit sehr offensiv und ehrlich um. Und bin in all den Jahren damit sehr gut gefahren. Negative Erfahrungen habe ich damit keine gemacht.
Aber letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er wie macht.
Insbesondere bei Arbeitgeber und Kollegen kann man keine generelle Empfehlung geben - mal "Ja" zu Outing, mal "Nein", sehr individuelle Einzelfallentscheidung ...Gruß
Greenfox -
Ein wenig Hemmungen habe ich in eine SHG zu gehen. Bin eh von Natur aus sehr scheu. Auch da hatte ich oft das Gefühl Alk "hilft" mir lockerer zu werden.
Kann ich nachvollziehen. Bei meinem ersten Besuch in einer SHG war mir auch etwas blümerant. Und heute sehe ich manchmal Leute auch mehrmals an dem Kiezladen, wo wir uns treffen, mehrmals betont unauffällig vorbeischlendern - bevor der-/diejenige sich dann doch einen Ruck gibt und reinkommt. Wir haben übrigens noch niemanden gebissen

Du siehst, auch das ist uns nicht fremd.
ich habe mir vorgenommen in eine Suchtberatung zu gehen. Muss noch ein wenig Mut sammeln. Braucht schon Überwindung sich einem Fremden gegenüber zu stellen und das Problem zu schildern finde ich.
Und auch das kenne ich/kennen wir. Aber meine Erfahrung (und auch die etlicher Gruppenfreunde) ist die, dass - wenn man sich wirklich darauf einlassen, Hilfe bekommen will - nur der Anfang Überwindung kostet. Und dann ist es wie bei einer guten Erdölquelle wie man sie aus Fernsehfilmen kennt: es sprudelt nur so. Und erleichtert.
Es gibt aber eine Voraussetzung: man muss ehrlich sein, ehrlich zu sich selbst! Denn dem Suchtberater, Therapeuten, den SHG-Mitgliedern ist es letztlich mehr oder weniger egal, ob Du nun 1 oder 10 Flaschen pro Tag vertilgt hast ...
Nur ein kleines Beispiel dafür, was ich meine: Es gibt doch manchmal diese Selbsttests (in Zeitschriften oder im I-Net), wo man herausfinden kann, ob man gefährdet, abhängig oder ungefährdet ist.
Nun, ich habe solche Tests auch mehrfach mitgemacht, einfach so, nur für mich. NIEMAND hat das Ergebnis gesehen bzw. gewusst, dass ich überhaupt solch einen Test gemacht habe. Ging ja auch keine etwas an, dass diese schwachsinnigen Tests mir jedesmal Mal bescheinigten, dass ich bereits abhängig (im besten Fall: stark gefährdet) bin >:(! Und das, obwohl ich meinen WAHREN Konsum dabei mal locker halbiert habe ... Also habe ich sie dann nicht mehr gemacht.Wie gesagt: Es kostet Überwindung, den ERSTEN Schritt zu tun. Und den hast Du mit Deiner Anmeldung hier im Forum - dem "Mini-Outing" - getan.
Du wirst in einiger Zeit sehen: ES LOHNT SICH, DEN WEG WEITERZUGEHEN! Wenn Du ihn gehst ...Also: Sammeln, Luft holen, Augen auf - und los und durch!
Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt.
Gruß
Greenfox -
HERZLICH WILLKOMMEN, Chloé, hier bei uns im Forum :welcome:
Und Willkommen im Club:
Ich habe auch meinen Konsum auf Freitag bis Sonntag reduzieren können, mit wenigen Ausnahmen. Was natürlich immer noch zu viel ist, ich weiss…. Das schlimmste daran finde ich aber, dass wenn ich das erste Glas intus habe, nicht mehr aufhören kann bis ich echt besoffen bin.
...
In den letzten 10 Jahren war ich unzählige Male an diesem Punkt wo ich mich jetzt befinde. ... Denn das mit dem kontrollierten Trinken kann ich vergessen. Das funktioniert nach einem Totalabsturz für kurze Zeit tip top. Komme aber in Kürze wieder ins alte Muster.Der grösste Witz ist, ich achte sonst sehr auf meine Gesundheit und meinen Körper.
Damit ergeht es nicht nur Dir so. Mir erging es ähnlich. Und in meiner Selbsthilfegruppe (SHG) und auch bei den Krankenhausvorstellungen, die ich schon seit ein paar Jahren mache, höre ich auch sehr oft Ähnliches.
Ich bin Ü50, männlich, Alkoholiker und seit fast 9 Jahren trocken. Meine "Trockenlegung" erfolgte auch nicht gleich beim ersten Anlauf. Ich hatte, nach einer Langzeittherapie, eine Trockenphase von fast 2 Jahren, dann aber einen heftigen, 4 Jahre dauernden Rückfall. In dieser Zeit habe ich mehrmals versucht, aus der Suchtspirale auszusteigen. Erst bei meiner (hoffentlich) letzten Entgiftung hat es irgendwie bei mir wirklich "Klick" gemacht. Tja, und nu bin ich schon ein paar Jahre trocken.
Und komischer Weise fiel mir dieser letzte Ausstiegsversuch leicht - obwohl er nicht unbedingt leicht war. Wenn Du verstehst, was ich meine ...Raten kann ich Dir nur, Dich an eine Suchtberatungsstelle zu wenden (Beratungen sind kostenlos und ANONYM) und Dich mal über Unterstützungsmöglichkeiten - wie Entgiftungsmöglichkeiten, Standort und Zeiten von verschiedenen SHG etc - beraten zu lassen. Und auch der Besuch einer SHG kann für Dich sehr hilfreich sein - unabhängig davon, ob Du nun eine Entgiftung/Therapie machen musst/möchtest. Denn dort sind Leute, die WISSEN, was Du für Probleme, Fragen, Ängste, Sorgen Du hast. Weil sie das alles schon mehr oder weniger lange hinter sich haben oder mittendrin im Ausstieg sind.
Helfen kann Dir u.a. auch unsere Linksammlung - hier findest Du viele weiterführende Links, z.Bsp. um Suchtberatungsstellen und ambulante Therapie-Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden.
Und wenn Du Fragen hast - immer raus damit. Hier im Forum findest Du die wahren Experten - Betroffene, die den Ausstieg in Angriff genommen haben bzw. ihn bisher geschafft haben; aber auch Betroffene, die noch vor einer Entscheidung stehen; und Angehörige, die Dir auch von "der anderen Seite" erzählen können.
Das, was wir hier schreiben, ist nicht als Dogma oder die ultimative Wahrheit zu verstehen (auch wenn es vielleicht ab und an mal so rüberkommen mag
). Es sind unsere Erfahrungen.Meine Erfahrung ist u.a.: Sich wie Baron Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen funktioniert NICHT. Wenn man aber externe Hilfe (dieses Forum, SHG, Suchtberatung, Therapeuten etc) annimmt, schon!
In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg und uns allen einen guten Austausch!
Gruß
Greenfox -
Auch ich bin immer wieder froh, nicht mehr trinken zu müssen. Und noch mehr bin ich froh, mich nicht kontrollieren zu müssen, mich am Riemen zu reißen, um nicht mehr als "geplant"/"erlaubt" (ich mir erlaubt) zu trinken.
Denn die Gertränke, die ich heute bevorzuge, kann ich (zumindest theoretisch) literweise trinken, ohne dass etwas mit mir passiert. Ich kriege keinen Kater, kann mich auch am nächsten Tag noch an alles erinnern, brauche mich nicht mehr für mein entgleistes Verhalten schämen oder muss vorsichtig nachfragen, ob ich etwas angestellt oder jemanden beleidigt habe ...Warum schreibe ich hier? Um meine Erfahrungen weiterzugeben. Zum Einen kann ich mich noch gut an meine nasse Zeit (auch wenn diese schon ein paar Jahre her ist) erinnern - an meine Probleme, Ängste, Fragen. Und zum Anderen hilft es mir, nicht zu vergessen, nicht leichtsinnig zu werden.
Auch wenn Viele am liebsten trocken werden würden und dann das Thema Alkohol und Sucht ganz schnell vergessen wollen.
Ich war eine Zeit trocken, bin auch einige Zeit zu einer Selbsthilfegruppe gegangen, dann aber nicht mehr - und habe mich dann nicht mehr erinnern wollen. Bis sich dieser Sch..ß Alkohol mit aller Macht selbst wieder in Erinnerung gebracht hat. Und ich mich erneut vier Jahre mit ihm rumgeplagt habe.
Unter anderem auch in Form von "kontrolliertem Trinken". Aber eigentlich hat das Trinken mich kontrolliert - und nicht umgekehrt.Ja, das, was ich seit ein paar Jahren mache, ist kontrolliertes Trinken. Ich habe den Begriff bisher absichtlich nicht benutzt, weil ich schon beim Lesen anderer Posts gemerkt habe, dass der in Alkoholforen nicht so gut ankommt. Aber was soll's, es ist bei mir so. ... Ich praktiziere das erfolgreich. Ich bin auch zufrieden mit der Menge. Weiter runter will ich nicht. Ich glaube, was mich so unruhig sein lässt, ist meine Angst. Die Angst, es nicht mehr zu schaffen, eben abzurutschen.
Dieses "erfolgreich praktizieren" haben Viele von uns einige Zeit auch getan. Aber es kostet eben sehr viel Kraft - auch wenn Du Dir einredest, dass es Dir leicht fällt, dass Dir die Dosis reicht.
Wenn dem so wäre, hättest Du keinen Druck.
Und dass das Thema "kontrolliertes Trinken" in Alkoholforen "nicht gut ankommt" - ich denke eher, dass die Meisten wie ich damit schlechte Erfahrungen gemacht haben und vermeiden wollen, dass Andere sich auf dieses Glatteis begeben.Wenn dauerhafte Abstinenz für Dich keine Option ist, dann versuche doch einfach mal mit professioneller Hilfe kontrolliert zu trinken - Vielleicht bist Du ja eine von jenen, die das dauerhaft schaffen. Ich kenne bisher niemanden der das geschafft hat, aber ich würde gerne mal jemanden kennen lernen. Das sind immer sehr intensive Diskussionen, die um das Thema kontrolliertes Trinken geführt werden. Und irgendwie gibt es dann meist immer niemanden, der jemanden kennt, der das dauerhaft geschafft hat. Trotzdem wird es immer wieder als eine Option dargestellt. Für mich war es keine!
Dem kann ich nur voll zustimmen - ich kenne ebenfalls NIEMANDEN. Du wärst die Erste.
Und ich schreibe hier, weil ich immer wieder in den Schilderungen der Anderen mich selbst sehe. Es ist wie ein Spiegel: So war ich auch mal. So ist es mir auch ergangen.
Und kann dann schreiben: ICH bin so und so damit umgegangen - vielleicht wäre es auch eine Option für Dich.Noch ein letzter Gedanke:
Ich stelle es mir quälend vor, sich dauernd gedanklich mit Alkohol zu beschäftigen, wenn man trocken ist.
Für Dich mag der Gedanke quälend sein, nicht mehr trinken zu DÜRFEN. Für mich ist der Gedanke befreiend, euphorisch, nicht mehr trinken zu MÜSSEN.
Und wie Betty schon schrieb - nicht trinken heisst nicht, dass man keine Sorgen und/oder Probleme mehr hat. Aber man kann viel besser mit ihnen umgehen.Ich konnte nicht kontrolliert trinken. Und mit dem unkontrollierten Trinken konnte/wollte ich nicht mehr weiterleben. Also habe ich mich für den "einfachsten" Weg entschieden, indem ich komplett auf den Alkohol verzichtet habe.
Nun bin ich frei.
Gruß
Greenfox -
Hi, techfreak!
Danke für die Rückmeldung.
Ich finde es gut, dass Du eine Gruppe besuchst, wo Du Dich anscheinend wohl fühlst und Dich austauschen kannst. Und gut, dass Du es Dir auch gut tut.
Diese Blutdrucktabelle - ist das eine Tabelle nur für Dich? Also wo Du DEINE Werte einträgst?
Ich würde diese Tage (auch) in einem normalen Kalender markieren (vielleicht BLAU
) und das dann mal bei Gelegenheit Deiner Frau zu zeigen. Vielleicht hilft ihr das, mal die reale Zeit/Anzahl der Tage, die sie trinkt, zu realisieren.
Irgendjemand hier im Forum hatte mal von so einem "Trinkkalender" geschrieben. Sie hatte an so einem Programm teilgenommen, um den Konsum zu reduzieren (oder so ähnlich) und jeden Tag OHNE Alkohol grün markiert. Ich finde diese Art von Visualisierung gar nicht schlecht ...Ich wünsche Dir/Euch jedenfalls auch eine gute Zeit!
Greenfox
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Erst als ich erkannt und akzeptiert habe, dass ich krank bin, war ich in der Lage aus der Spirale der Sucht auszusteigen. Mittlerweile ist es mir völlig egal, ob und wieviel andere trinken;ich kann es jedenfalls nicht.
Den letzten Halbsatz würde ich für mich wie folgt ergänzen: "... ich kann, will und brauche es jedenfalls nicht."
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Meine Frage, die ich dauernd an mich selbst richte, ist eigentlich (kurz gefasst): kann jemand wie ich, der so kontrolliert und strukturiert in allem ist, der über 25 Jahre Alkohol konsumiert, sich aber immer mehr gebessert hat, kann der wirklich abrutschen und irgendwann mittags die Flasche Korn auf dem Tisch stehen haben? Ich habe riesige Angst davor, dass das passieren könnte.
Auf Grund meiner Erfahrungen (eigene und "erhörte") lautet die Antwort: Definitiv JA!
Denn
... Aber ich trinke schon so lange und habe mich nun, in den letzten Jahren, im Vergleich zu früher im Griff. ...
Und noch eine Frage, die ich mir nicht beantworten kann: warum ist mein Saufdruck in den gut 11/2 Jahren der Abstinenz nicht milder geworden, sondern immer schlimmer? Ich habe von anderen immer nur gelesen, dass er besser wird.Und noch eine Frage: warum habe ich schon morgens Saufdruck? Ich habe eigentlich nie morgens getrunken, höchstens in den schlimmsten Zeiten und das ist so lange her, das war fast ein anderes Leben.
das ist die Sucht. Man meint, sich kontrollieren zu können (und kann es auch oft relativ lange). Doch in Wahrheit wird man selbst durch die Sucht kontrolliert.
Gar nichts trinken, also aufzuhören, ist für mich keine Option. Nein, meine Vorstellung ist ein vernünftiger Umgang mit dem Zeug. Mein Wunsch wäre ein "normaler" Umgang, aber das ist bei der Vorgeschichte natürlich undenkbar. Auch wenn ich es körperlich schaffen könnte, macht der Kopf nicht mit, leider.
...
Ich habe in meinem Leben einiges an therapeutischer Erfahrung sammeln dürfen. Der Alkohol stand dabei nicht im Vordergrund. Eine Suchtberatung oder ähnliches kommt für mich deshalb im Moment nicht in Frage. Sollte ich abrutschen, z.B. plötzlich anfangen, viel mehr zu trinken, die Kontrolle zu verlieren, würde ich sofort etwas unternehmen, sprich, mich Fachleuten anvertrauen, denke ich. Ich beobachte mich beim Trinken sehr genau.Okay.
Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich soetwas damals von mir gesagt habe. Oder wie oft ich das von anderen gehört habe - wenn ich in einer Entgiftungsstation meine Selbsthilfegruppe vorgestellt habe.
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.Ich hoffe für Dich, dass Du Dein Verhältnis zum Alkohol/-konsum in den Griff bekommst/behältst - mir ist es nicht geglückt.
Drück Dir die Daumen!Gruß
Greenfox -
Ja, Linda, was soll ich sagen - ich habe es auch mit "kontrolliertem Trinken" versucht. Und es wurde mir irgendwann zu anstrengend.
Ich trank nur noch am Freitag, Samstag und Sonntag und niemal mehr als eine halbe Flasche Wein oder Sekt!
Mal ehrlich - Donnerstag ist ja nun schon fast Freitag, oder. Und Montag ist ja ganz dicht am Sonntag. Und wenn ich heute ebend mal ne ganze Flasche getrunken habe - trinke ich eben nächstes Wochenende entsprechend weniger ... oder auch nicht.
Im Endeffekt war es einfacher, garnichts zu trinken als nur ein bißchen. Halb besoffen ist ja schließlich rausgeschmissenes Geld ...Ich habe es wirklich versucht - und wie bei Dir hat es eine gewisse Zeit funktioniert, konnte ich mich und meinen Wunsch, mehr zu trinken, zügeln, unter Kontrolle halten. Aber irgendwann reichte die Kraft nicht mehr.
Bei mir stieg der Konsum dann erstmal drastisch (um es vorsichtig auszudrücken), bevor ich mir dann irgendwann sagt, dass es so nicht weitergehen kann.Momentan scheinst Du zwar wieder mehr zu trinken, aber noch nicht dramatisch nixweiss0 Und Du machst Dir Gedanken, wie es weitergehen soll 44.
Hast Du schon mal mit Deinem Partner (Mann?) mal darüber gesprochen. Oder hast Du für Dich schon eine Vorstellung, in welche Richtung es gehen soll?
Vielleicht gehst Du mal zu einer Suchtberatung in Deiner Nähe und bequatscht das Ganze mal dort?! Solche Gespräche sind übrigens anonym, werden vertraulich behandelt.
Aber die können Dir auch konkrete Tipps und Hinweise geben, was Du unternehmen könntest - von Entgiftung über Selbsthilfegruppen in der Umgebung bis hin zu Möglichkeiten einer (ambulanten oder stationären) Langzeittherapie. Ich empfehle, bei dem Stichwort "stationäre" Langzeittherapie nicht gleich abzublocken, sondern es erst einmal anzuhören (es gibt nämlich auch die Möglichkeiten von Mutter-Kind-Kuren).Und ich empfehle Dir auch unsere Linksammlung - dort findest Du viele weiterführende Links mit einerseits allgemeinen Informationen, aber auch speziellen, wie z.Bsp. für die Suche nach Suchtberatungsstellen und ambulante Therapie-Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ...
So, das soll's vorerst mal gewesen sein.
Gruß
Greenfox