Beiträge von Greenfox

    Das mit dem Weg allein gehen können, aber nicht müssen - das erschließt sich mir noch nicht ganz.

    Wirklich nicht?? ???

    Du kannst es ganz allein für Dich probieren. Oder die Hilfe von Suchtberatung, SHG, Foren u.ä. annehmen ... Und auch wenn Du nicht allein bist, musst Du den Kampf alleine ausfechten - es wird niemand für Dich übernehmen/einspringen.

    Du hast NICHTS verstanden: weder, dass ich Dich nur darauf hingewiesen habe, dass Du Menschen einfach nur pauschal beleidigst. Noch, dass ich mir lediglich die Frage gestellt habe, ob Du vielleicht aus einem Milieu kommst, wo solche Beleidgungen verstandesgemäß nicht mehr als solche aufgefasst werden, da die alltägliche Wortwahl sowieso nur noch solches Niveau hat. Und ich weiß nicht, welche Bedeutung das Wort "Respekt" für Dich hat.

    Ich habe beruflich in sehr vielen, wechselnde Milieus zu tun gehabt - von der sogenannten "Hautevolee" mit Adelstitel und/oder jeder Menge Geld etc über berühmte Schauspieler u.a. Persönlichkeiten über "Normalos" (aller Coleur) bis hin zum Junkie-Alkoholiker-Obdachlosen-Milieu. Alle haben sie ihre eigenen sprachlichen "Gepflogenheiten" und "Benimm-Regeln", auf die man sich einstellen muss, damit einen die Leute überhaupt verstehen. Mit einem besoffenen Obdachlosen muss man nunmal anders reden als mit einem besoffenen Rechtsanwalt etc. Und ich habe es bisher immer geschafft, mich halbwegs anzupassen.
    Ich muss nur wissen, auf welches Niveau ich mich für Dich herablassen muss.

    Oder Du gewöhnst Dir eine andere, überlegtere Sprache an.

    Bulle ist eine umgangssprachliche Bezeichnung, ich sehe darin nichts verwerfliches.

    Es ist traurig, dass Du es so siehst. Es soll ja Milieus geben, wo man sich zärtlich mit "Arschloch" anredet - vielleicht kommst Du ja aus einem solchen nixweiss0

    Sorry, auch wenn ich mir in meinem Job in 36 Jahren ein dickes Fell zugelegt habe und nicht mehr alles so eng sehe - aber zumindest für MICH existiert noch soetwas wie RESPEKT dem anderen gegenüber.
    Und wenn man seinem Gegenüber keinen Respekt entgegenbringt, dann kann man nicht erwarten, welche zu bekommen >:(

    Mich wundert es, dass Greenfox, der direkt betroffen ist, sich das so bieten lässt, sofern er es bemerkt haben sollte.

    Ich habe es zwar gelesen, aber - ehrlich gesagt - überlesen.

    Zum Einen habe ich mir im Laufe der Jahre angewöhnt, das Wort "Bulle" sowie dessen Nutzer nicht mehr so ernst zu nehmen - abgesehen davon, dass Bullen Zuchttiere sind. Schlimmer wäre "Ochse" ;) Und außerdem können mich nur Menschen beleidigen ...
    Viele Menschen benutzen diese Formulierung, weil sie - falls sie eines haben - nicht mehr ihr Gehirn zum Denken einschalten und/oder noch nie den Spruch "Was Du nicht willst, das man Dir tu, füg auch keinem andern zu" gehört haben. Von daher nutze ich meist BEIDE Ohren (rein - raus).

    Und zum Anderen habe ich den Text von Kayla heute früh nur überflogen, da ich zur Arbeit musste ...

    Unabhängig davon habt ihr recht:

    @Kayla: Beleidigungen werden wir hier nicht weiter dulden - egal, wen es betrifft! Wir bemühen uns hier um einen respektvollen Umgang untereinander. Ich hoffe, Du respektierst das.

    Übrigens hat diese Warnung nichts damit zu tun, ob/dass Du noch Alkohol konsumierst oder nicht.

    Und das es mir wirklich sehr leid tut, aber weder sie, noch meine Tochter der "Grund" sind, wieso ich aufhören werde. Ich liebe beide bis ins Mark, aber mir ist klar geworden, dass wenn ich "für meine Frau oder Tochter" aufhöre, das nüchtern bleiben sehr fragil ist. Denn folgenden Gedanken hatte ich: Wenn ich für meine Frau aufhöre zu Trinken und wir uns streiten... Welche Begründung hätte ich dann wohl um wieder zum Glas zu greifen?

    Sehr richtig 44. Oder man hört auf zu trinken, um seinen Job zu retten - und dann geht die Firma trotzdem Pleite ...
    Deshalb sagen wir auch immer wieder, dass man FÜR SICH SELBST den Weg aus der Sucht finden muss - und nicht für andere oder wegen der anderen. Denn die Firma kann trotzdem Pleite gehen, der/die Partner/in einen trotzdem verlassen (und da muss nichtmal der Alk eine Rolle spielen) ... und dann?

    Ich habe mit ihr darüber gesprochen, dass das mein Weg ist, den ich allein gehen muss.

    Stimmt: Den Weg kannst nur Du allein gehen - aber Du musst ihn nicht allein gehen! ;)

    Hallo, Kathi!

    Zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome:

    Auch wenn Du schon ein wenig hier gestöbert hast, möchte auch ich mich kurz vorstellen: Ich bin m, 56, Alkoholiker - und seit ein paar Jahren trocken und auch in der Suchtsellbsthilfe ein wenig aktiv.

    Bin ich ein Alkoholiker? Zittern oder ähnliches habe ich nicht.
    Bitte gebt mir eine ehrliche Antwort. Vielleicht bekomme ich dadurch mal einen Anstoß aufzuhören.

    Wenn es denn hilft: JA - Du bist Alkoholiker!

    Aber mal im Ernst: Zum Einen kann man das als Ferndiagnose schlecht feststellen, wenn Du sagst, dass Du "ab und zu am WE noch Bier" trinkst (und das auch so zutrifft). Und zum Anderen ist nicht unbedingt jeder abhängig, der regelmäßig Alkohol trinkt - es gibt auch Abhängige, die nicht regelmäßig trinken.

    Der "wunde" Punkt ist doch der, dass Du Dich unwohl fühlst. Und DAS sollte doch für Dich der Anlass sein, etwas in der Richtung zu ändern, damit Du Dich wohler/wieder wohl fühlst. Oder??

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    Habe nur mal eine Frage an Dich, die sich mir beim Lesen dieses Threads stellt:

    Was möchtest Du mit dem Eröffnen immer neuer Threads eigentlich verschleiern? Denn - wirklich NEUE Themen eröffnest Du nicht, sondern streust nur ...

    Ich persönlich würde es besser (und sinnvoller) finden, wenn Du bei DIR bliebst und nicht überall neue Baustellen eröffnest. Die größte Baustelle hast Du doch sowieso bei Dir. Und da kommt es Dir auch nach meinem Empfinden nicht wirklich zu, hier rumzutönen und Ratschläge zu erteilen:

    Es kommt mir vor, als wolle ein Nichtschwimmer einem anderen Nichtschwimmer erklären, wie er in einem halben Jahr bei der Olympiade starten und gewinnen kann :o
    Lass es! Bleib bei DIR und kümmere Dich um DICH!

    Wenn Du eine Weile trocken - und stabil - bist, DANN kannst Du anfangen, anderen Menschen Ratschläge zu erteilen. Momentan hilfst Du anderen nur dadurch, indem Du berichtest, wie es Dir geht, was Du gemacht oder auch nicht gemacht hast und was das dann wiederum für Dich gebracht hat ... sprich, über Deine Erfahrungen berichtest. Gute und auch nicht so gute.

    Nicht dass Du Dich wunderst: Da Du ja hier "streust", habe ich diesen Post auch HIER eingestellt.

    Gruß
    Greenfox

    Bitte entschuldige - es soll partout nicht schulmeisterlich klingen - aber was heisst PTSD?? Meinst Du vielleicht PTBS = Posttraumatisches Belastungssyndrom?

    Das war auch bei mir EIN "Grund" für mein Saufen damals. Und ohne den Alk habe ich auch mein PTBS in den Griff bekommen.

    Ich stimme Susanne zu. Man muss nichts beschönigen/verharmlosen - aber nur Vorwürfe bringen gar nichts.
    Natürlich ist jeder Mensch verschieden, aber wenn ich mich an meine Zeiten nach den ersten Entgiftungen zurückdenke - mein Selbstbewusstsein ist ungefähr 15 Meter unter der Erdoberfläche entlanggekrochen und ich fühlte mich so schuldig. An allem. Hätte man es zur Sprache gebracht, ich hätte mich auch am Aussterben der Dinosaurier schuldig gefühlt.
    Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich mir bei meiner ersten Entgiftung der Tasache bewusst war, Alkoholiker zu sein und etwas in meinem Leben ändern zu müssen - und dass ich dabei Hilfe brauche! Ich war da nicht, "nur" weil mein Körper schlapp gemacht hat und mal eine kurze Regenerationspause brauchte!

    Damit will ich jetzt nichts beschönigen - Gott (oder sonst wer) bewahre!! Aber ich will damit nur sagen, dass es für mich schon ein ganz schöner Hammer war, mir eingestehen zu müssen, dass ich meine Sucht (von der ich dachte, dass ICH die NIE kriegen würde) nicht im Griff habe, sondern die mich. Und feststellen zu müssen, was ich meiner Familie alles angetan habe. Und dass das Ganze anfing, weil ich "der Welt" gefallen wollte, es ALLEN recht machen wollte - und mich dabei hoffnungslos übernommen hatte. Und das dann mit Alkohol versuchte zu kompensieren ...

    Es ist nicht so einfach.

    Aber Du hast vollkommen recht, was Du schreibst:

    Nicht nur mein Mann benötigt eine Therapie - auch ich muss mir helfen lassen.
    Dazu werde ich mich jetzt schlau machen und das Thema anpacken.

    Wenn es DIR (wieder) gut geht, dann - und erst dann - bist Du in der Lage, auch Deinem Mann effektiv helfen zu können. Und das, ohne Dich selbst zu gefährden!
    Hier gibt es für Angehörige auch gute Möglichkeiten: Suchtberatung (ist auch für Angehörige da), Selbsthilfegruppen für Angehörige, Literatur ...

    Schau doch mal in unsere ]Linksammlung und/oder unsere Literatur-Ecke - da findest Du bestimmt etwas Passendes.

    Hallo, Gudi, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Zunächst einmal kurz zu mir: Ich bin 56, m, Alkoholiker - und nun schon ein paar Jahre trocken und auch in der Suchtselbsthilfe ein wenig aktiv.

    Wenn Du hier im Forum ein wenig liest, wirst Du viele Geschichten lesen, die der Deinen ähneln. Und auch vielfach unsere Ratschläge an Angehörige wie Dich:

    Du kannst Ihm nicht helfen - er ist selbst für sich und sein tun verantwortlich. Das EINZIGE, was Du tun kannst, ist: Kümmere Dich um DICH und DEIN Wohlergehen!
    Und wenn Du dann noch die Kraft hast, ihm zur Seite zu stehen, wenn er sich ERNSTHAFT um seine Genesung kümmert - dann kannst Du es gerne tun.

    Nur Eines solltest Du Dir "aus dem Kopf schlagen" (entschuldige die Formulierung):

    Ich werde ihm zur Seite stehen, wenn er den Entzug konsequent anpackt.
    Was passiert aber, wenn es nicht klappt und ich ihn dann im Stich lasse?
    Drohungen mit Suizid habe ich schon sehr oft gehört.

    Du lässt in nicht "im Stich" - er muss sich selbst um seine Suchterkrankung kümmern. Das kann ihm niemand abnehmen. Und es kann ihn auch niemand dazu zwingen.
    Aus eigener Erfahrung als selbst Betroffener kann ich Dir sagen: Auf eine/n Süchtige/n kannst Du mit Engelszungen einreden, so oft und solange Du willst - er/sie wird Dir das Blaue vom Himmel lügen und Dir erzählen, was Du hören willst, damit er weiter trinken kann.
    Erst wenn er/sie selbst es will, werd er/sie tatsächlich ernsthafte Bemühungen unternehmen, etwas genen seine/ihre Sucht zu tun.

    Vorerst wünsche ich Dir jedenfalls ganz viel Kraft und hier einen guten und ergiebigen Austausch!

    Gruß
    Greenfox


    Was hat Dich eigentlich dazu bewogen, zu ihm zu ziehen, obwohl Dir zumindest das Risiko ja bewusst war?

    ...

    Jetzt weißt Du es genau.
    Andere wären das Risiko gar nicht erst eingegangen, schon gar nicht auf die Entfernung.
    Ich wünsche Dir, dass Du Dir nicht alle Optionen, da raus zu kommen abgeschnitten hast.

    Was bin ich froh, nicht der Einzige zu sein, der sich diese Frage gestellt hat ...

    Jetzt, wo es dir leicht vorkommt, ist es einfach. Aber das kann (und wird?) sich bestimmt nochmal ändern.

    Oh ja - das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen! Und ich habe damals gewiss nicht solche Hasard-Spiele betrieben! Mir fiel das erste JAHR der Abstinenz dermaßen leicht, dass es mir schon Angst machte: Warum hat es dann vorher nie geklappt??
    Und dann schlug der Suchtteufel aus heiterem Himmel zu - und alles in mir schrie nach einer Flasche Wodka! SOFORT! JETZT! Zu meinem Glück habe ich regelmäßig meine SHG besucht und in diesen fast anderthalb Jahren viele Ratschläge nicht nur beherzigt, sondern auch verinnerlicht. Und nur so konnte ich diese Scheiß-Situation überstehen, OHNE rückfällig zu werden (da dies bei einem großen Einkaufs-Center geschah, hätte ich mir leicht eine Flasche holen können).
    Und da hätte ich nicht nur dran riechen können, ja, nicht mal nur die Flasche anschauen ...

    Wie gesagt, unsere Ratschläge hier kommen nicht von ungefähr: Sie beruhen auf Erfahrungen. Meist unseren eigenen.

    Stimmt, man muss sich nicht in einem Kloster einschließen.
    Aber wenn man wie Du noch ganz am Anfang der Abstinenz steht, dann kann man das Einschenken - und auch noch dran schnuppern - von Alkohol gleichsetzen mit dem Spiel mit dem Feuer!

    Abgesehen davon: Hast Du mal überlegt, Deinen Haushalt alkoholfrei zu halten? Es dient auch DEINER Sicherheit, falls Du doch mal "Appetit" bekommen solltest.
    Und warum MUSS man Gästen Alkohol anbieten? Als Nichtraucher bietest Du Deinen Gästen in Deiner Wohnung vermutlich ja auch keine Zigaretten an - oder!?!

    Glückwunsch zu Tag 30 44.

    Mal sehen, wie es weitergeht, denn aus meiner Sicht tust Du ja Einiges, um Tag 30 nicht zu schaffen:

    Ich habe dem Freund ein Hefeweizen eingeschenkt und habe mal daran gerochen. Es ließ mich echt vollkommen kalt. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Warum hast Du eigentlich nicht auch noch gekostet, ob es nicht auch nicht noch nicht schmeckt? Momentan bist Du sehr dankbar, dass es Dich vollkommen kalt gelassen hat. Morgen bist Du vielleicht schon stolz darauf. Und übermorgen fängt dann Dein Suchtgedächtnis an, Dir zu sagen "Man, nun hast Du schon soooo lange durchgehalten - jetzt kannst Du ja EIN Glas ..."

    Ich versteh es einfach nicht nixweiss0 Da schreiben wir hier von unseren Erfahrungen und dass eine heisse Herdplatte wehtut - und die Leute denken immer wieder, sie sind die Einzigen, die immun sind ... und spielen stolz weiter mit dem Feuer.

    Ich wünsche Dir sehr, dass es noch viele Monate werden und Du noch viele Bücher lesen und andere Aktivitäten betreiben kannst, die in der nassen Zeit nicht möglich waren.
    Aber Du solltest die Sucht sehr ernst nehmen und das Erreichte nicht unnötig auf's Spiel setzen.
    Und da spreche ich wiederum aus eigener Erfahrung!

    Ich habe noch nichts unternommen und gemütlich weiter getrunken. ... Bin heute nicht alleine und werde ab heute den Alk weg lassen ...

    Soviel zur Ernsthaftigkeit: gemütlich weitersaufen und dann sämtliche Warnungen bezüglich eines kalten Entzugs in den Wind schmeissen ... Aber wahrscheinlich steht die Medizin zur Not ja parat nixweiss0

    Entschuldige, wenn ich die Ernsthaftigkeit Deines Vorhabens ernsthaft anzweifle.

    Herzlichen Dank an Alle die mir hier so gut zu reden.

    Ich rede lieber Klartext (aus meiner Sicht). Und darum sage ich Dir lieber: Hör auf, uns und allen anderen Bären oder andere Tiere aufzubinden und das zu erzählen, was wir vermeintlich hören wollen ("Jaja - ich mach ja schon etwas!")! Mach tatsächlich etwas!

    Oder trink gemütlich weiter ...