Beiträge von Greenfox

    Nur, weil ich Alkoholiker bin, würde ich mich nicht zur Risikogruppe zählen.
    Dass die Vorerkrankung, die Einen u.U. in die Risikogruppe "rutschen" lässt, möglicherweise eine Folgeerkrankung des Suffs ist - tja, so ist das Leben.

    Aber ich habe gestern einen Bericht von einer Ärztin gesehen, die sich bei ihrer Arbeit im Krankenhaus angesteckt hat und nur deshalb selbst ins Krankenhaus musste, weil sie eine Muskelerkrankung hatte …
    So ein Virus macht eben keine Unterschiede zwischen nassen und trockenen Alkis, zwischen Helden des Alltags (wie z.Bsp. Ärzten und Krankenschwestern) und Vollpfosten ("Corona-Party") …

    Bleibt oder werdet gesund!

    Schließe mich vollumfänglich an!


    An jene, die jetzt 28 Packungen Nudeln kaufen.
    An jene, die Toilettenpapier horten.
    An jene, die auf dem Schwarzmarkt nach Händedesinfektionsmittel suchen.
    An jene, die mit einer Gesichtsmaske rumlaufen.
    An jene, die die Flucht aus einer Region mit 10 Fällen des Coronavirus planen:

    "Verachtet nie wieder Menschen, die vor Hunger und Krieg fliehen!"

    44. 44.

    Greenfox : Bei uns sehe ich öfter Polizeibeamte mal eben in Discounter oder Drogerie reinspringen. ;)

    Und was willst Du mir jetzt damit sagen? " ;) "

    Als wenn wir Aliens wären ... >:(
    Als ich noch "auf der Straße" war, bin ich auch öfter mal an einem Imbiss gewesen - weil ich ein Mensch mit Gefühlen, nämlich Hunger, bin. Manche haben zu Hause auch eine Familie, wo der/die Partner/in auch berufstätig ist (ja, das soll es geben) und/oder wegen der Kinderbetreuung nicht zum Einkaufen kommt.
    Abgesehen davon willst Du mir bestimmt nicht erzählen, dass der Kollege/die Kollegin dort Großeinkäufe getätigt haben, sondern höchstens Kleinigkeiten und dann auch nur, wenn es halbwegs leer war (man muss ja ständig mit einemm neuen Einsatz rechnen).

    Sind die Wissenschaftler sicher, dass der Virus die Lunge angreift - und nicht das Gehirn?? So denn bei manchen Leuten soetwas vorhanden ist?!?

    War gerade "einkaufen" (wollte nur Wasser und Brot, eventuell etwas Zitronensaft) - Brot ausverkauft, Tiefkühle so gut wie leer, Klopapier + Papiertaschentücher + Mehl nicht mehr existent, Wasser die letzte Packung erwischt, Fertiggerichte leergefegt ... Ich kam mir vor wie in einem Geschäft in Sibirien 1994 - aber da waren die leeren Regale besser kaschiert :o

    Noch habe ich 4 Rollen Klopapier da ... die Tageszeitung habe ich vor 2 Jahren abbestellt ::)
    Die, die normal einkaufen, sind mal wieder in den A...lerwertesten gekniffen. Aber die Politik setzt ja mal wieder auf "Einsicht" und "Freiwilligkeit" :lach: :wall:

    Hab ja nich gesagt das ich hilfe Brauche. Ich lebe zur Zeit sehr gut so wie es ist.

    Mir kam nur gerade so in den Sinn: Ich habe damals mit dem Alk auch ziemlich (lange) gut gelebt, so wie es war. Und auch nicht gesagt, dass ich Hilfe brauche ... Bis ich merkte, dass ich doch welche brauche.

    Nur so ein Gedanke :sorry:

    Okay, da war es wieder, das alte Problem: Sender und Empfänger.

    Unsere Warnungen kamen bei Dir wie eine Keule an und der erhobene Daumen war dabei nicht mehr zu sehen und Deine Motivation kam hier (bei mir) nicht so an, wie sie eigentlich abgesendet wurd.

    Aber auch Deine momentane soziale Hilflosigkeit (so möchte ich es jetzt mal nennen) ist nicht neu und/oder unbekannt. Da kann ich Dir echt nur eine analoge SHG empfehlen (was natürlich gerade jetzt schwierig ist, vermutlich erst wieder in ein paar Wochen wieder :o ). Denn da lernt man (reale) Menschen kennen, die ebenfalls keinen Alkohol trinken - einem also auch keinen anbieten werden -, man kann auch über andere Theman als nur Alkohol quatschen und soziale Kontakte pflegen. Natürlich je nach Sympathie. Zumindest hat man so schon mal die ersten Leute kennengelernt, die NICHT trinken ...

    So, und jetzt muss ich zur Arbeit.

    Schönen Tag noch wikende091

    Greenfox


    Das Haus verlassen darf man nur um Lebensmittel zu kaufen oder zur Apotheke...ab 18h sichert Armee und Polizei dafür, dass niemand draussen ist. ...eingesperrt im eigenen Zuhause...

    Ich frage mich echt, ob das Sinn macht?!? Nicht mal mehr spazieren gehen im Freien? Was soll denn gesundheitsfördernd sein am "hocken in den 4 Wänden"?

    Naja - hoffen wir mal, dass wir alle die "Zombie-Apokalypse" gut und gesund überstehen und es bis Mitte/Ende April, wenn es wärmer wird, ein (vorläufiges) Ende dieses Dramas in Sicht kommt.

    Ja, Jonas: Schön zu lesen, dass Du doch am Ball geblieben und nun schon 14 Tage "ohne" bist 44.

    Ich möchte Gerchlas Gedanken nur noch 2 von mir hinzufügen:

    nachdem es mir vorletzten Freitag doch recht mies ging, habe ich mich etwas von der Panikmacherei distanziert.

    Ich weiss ja nicht genau, was Du mit "Panikmacherei" meinst, vermute aber mal, unsere Warnungen bezüglich dem "kalten Entzug" … Und das ist weder Klugscheisserei noch Panikmache, sondern auf Erfahrung beruhende und gut gemeinte Warnungen, da ein kalter Entzug sehr wohl tödlich verlaufen KANN - nicht muss!
    Ich selbst habe zum Glück keinen Krampfanfall erlebt, aber einen Gruppenfreund hat es erwischt - und er lebt heute nur deshalb noch, weil er zufällig gerade nicht mehr im auf der Straße/Fahrbahn war und Leute da waren, die schnell und richtig reagiert haben!
    Also tu bitte unsere Ratschläge nicht einfach so ab - man muss sie ja nicht annehmen/beherzigen.

    Ein anderer Gedanke kam mir bezüglich des Rauchens. Bei MIR hat sich alleine schon mit dem Ausstieg aus dem Suff mein Zigarettenkonsum drastisch reduziert. Und trotzdem habe ich noch eine ganze Weile gebraucht, mir auch noch die letzten paar Zigaretten abzugewöhnen.
    Jetzt bin ich die auch los - Yippieeh ;D Aber ehrlich gesagt wäre es mir damals Zuviel gewesen, Beides auf einmal anzugehen.
    Wenn Du es Dir zutraust - und schaffst: Respekt!

    Gruß
    Greenfox

    Habe den edit button nicht gefunden.

    Edit = auf deutsch: ÄNDERN :D (funktioniert aber nur für Vollmitglieder, ansonsten nur innerhalb von 10 Minuten)

    Aber zunächst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: m, 56, Alkoholiker, mittlerweile fast 12 Jahre weg von der Flasche und damit sehr zufrieden.

    Ich finde es super, dass Du schon so "früh" den Absprung geschafft hast 44.

    Naja und zuletzt war ich auf der suche nach einer Lady Veneye und habe gecheckt wie unfassbar schwierig es ist jmd zu finden.

    Es heisst zwar "Suchet, so werdet Ihr finden.", aber oft ist es einfacher, abzuwarten, sich keinen "Druck" zu machen und alles auf sich zukommen zu lassen - dann ergibt es sich meist von selbst.

    Egal, ich wünsche Dir erstmal viel Spaß beim Stöbern hier und einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Auch ich erinnere mich jetzt noch, nach fast 12 Jahren Abstinenz, ab und an an meine schlimm(st)en Zeiten und Erlebnisse. Und ja - es tut weh. Aber es erinnert mich, warum ich alles tun möchte, dass es mir weiterhin so gut geht wie jetzt.

    Aber es geisselt mich nicht. Es ist vergangen, vorbei. Vergessen sollte man soetwas aber nicht - denn dann sieht man nur noch den eitlen Sonnenschein und wird vielleicht leichtsinnig ...

    Greenfox hat meinen derzeitigen Umgang mit Alkohol sehr treffend als Mißbrauch bezeichnet. Bin ich schon Alkoholikerin? Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich Schiss davor habe, mir dies eingestehen zu müssen.

    So - habe ich das?? Oder ist hier nicht vielmehr der Wunsch der Vater des Gedanken?

    Ich habe geschrieben:

    Egal, ob man nun schon abhängig ist oder "nur"/erst Missbrauch betreibt - gesundheitsförderlich ist es allemal, die Finger diesem Nervengift zu lassen.

    Und das ist eine vollkommen neutrale und allgemeine Aussage.
    Ganz ehrlich? Wenn Du es nicht mal 5 TAGE schaffst, keinen Tropfen zu trinken, dann betreibst Du nicht nur Missbrauch - dann hast Du ein Abhängigkeitsproblem. Nach meiner ganz persönlichen Meinung.

    Apropos ehrlich: Um den Absprung zu schaffen, ist EHRLICHKEIT so ziemlich das Wichtigste -Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber! Denn ob Du uns oder anderen die Hucke über Deinen tatsächlichen Konsum volllügst, ist völlig unerheblich. Aber schlimmer ist, wenn Du Dich selbst belügst "Ach, so schlimm ist es doch gar nicht - ich betreibe ja nur Missbrauch. Da kann ich ja noch ab und an etwas trinken - als Alkoholiker dürfte ich gar nichts mehr trinken!"
    Ein anderes Beispiel: Ich habe früher manchmal diese Selbsttests "Sind sie schon Alkoholiker?" in Zeitschriften oder im Internet gemacht. Nur so für mich - hat niemand sonst gesehen. Und trotzdem habe ich meinen tatsächlichen Konsum immer "etwas" niederiger angegeben - und trotzdem kam MINDESTENS Missbrauch als Ergebnis raus. Und natürlich habe ich solche Tests als Blödsinn und schwachsinnig verteufelt - weil es mir innerlich Angst gemacht hat.

    Sei Ehrlich zu Dir selbst!

    Ich muss mit mir selbst auskommen, auch wenn der Partner irgendwann weg sein sollte.

    Darum sollte man ja den Weg in die Trockenheit/Abstinenz ja auch für sich selbst und nicht für den/die Partner/in, den Arbeitgeber, für irgendjemand anderen gehen:

    Liebe kann vergehen und Firmen können auch ohne unser Zutun z.Bsp. Pleite gehen.

    Und nur mal ein Gedanke so nebenbei: Auch finanzielle Verpflichtungen sind nicht immer ein Grund, sich völlig aufzureiben …
    Ich habe mich zwar auch zuerst etwas schwer getan und ärgere mich auch heute noch manchmal über meine Ex - aber seit ich die Privatinsolvenz angemeldet habe, lebe und schlafe ich bedeutend ruhiger. Jetzt habe ich es bald geschafft und alles wieder auf der Reihe. Natürlich war die Insolvenz meine letzte Option - aber es IST eine Option.

    Ich bin jetzt in der 6. Woche und immer noch sehr froh, ohne Alkohol zu leben.

    Na, das ist doch gut 44.

    Und dass Du dieses Trinkverlangen hast - dem Du ja offensichtlich NICHT nachgegeben hast :D - würde ich doch mal in Deiner Therapierunde ansprechen einschließlich der Strategie, wie Du diesem Verlangen (bisher) begegnet bist (siehe auch meinen Ausführungen in Deinem anderen Thread!).

    Weiter so!

    Gruß wikende091
    Greenfox

    Hallo, Jonas!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN :welcome: hier im Forum und zunächst mal Glückwunsch zu Deinem Entschluss 44.

    Kurz zu mir: Ich bin m, 56, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit über 11 Jahren trocken (und ich vermisse NICHTS :D ).

    Ich kann mich eigentlich nur Gerchla anschließen, was den Arztbesuch und das offene und ehrliche Ansprechen Deines Konsum angeht.
    Auch einen Besuch einer Suchtberatungsstelle und/oder einer Selbsthilfegruppe (SHG) kann ich auf Grund eigener Erfahrungen nur empfehlen.

    Wenn Du weitere Informationen brauchst/suchst, dann schau doch mal in unsere Linksammlung oder unsere Literatur-Ecke - da findest Du eine Menge davon.

    Ansonsten wünsche ich Dir erstmal viel Spaß beim Stöbern hier, einen guten Austausch - und viel Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Ich denke auch, dass sich so ein Rückfall langsam "aufbaut". Es sind oft kleine Sachen, die eine Unzufriedenheit, Stress o.ä. aufbauen, wo man früher zur Flasche gegriffen hat. Und wenn man diese nicht rechtzeitig erkennt/beachtet, können die sich kumulieren und irgendwann dazu führen, dass man "urplötzlich" übermannt wird und zugreift.

    Ich bin jetzt seit über 11 Jahren glücklich und zufrieden trocken, habe demnächst meinen 12. Jahrestag. Mir ging es vor einiger Zeit nicht so prickelnd und drohte, in ein psychisches Loch zu rutschen. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass die Flasche wieder am Horizont auftauchte. Also habe ich mir einen Therapeuten gesucht (war gar nicht so einfach :-\ ) und wir haben das "Problem" beseitigt.
    Ich war schonmal eine Zeit trocken und hatte da ein kleines psychisches Problem. Aber das meinte ich alleine lösen zu können. Es wuchs mir leider über den Kopf und ich habe wieder 4 Jahre gesoffen …

    Einfach nur in sich reinhorchen - Wie geht es mir? Gibt es (psychische) Probleme? - und auf sich selbst achten.
    Einfach - und doch so schwierig.

    Thematisiere das doch mal im Rahmen der Einzelgespräche.

    Und warum nicht bei einer Gruppensitzung? Vielleicht geht ja auch Anderen dieses Blablabla auf den Keks - es kann/mag nur keiner direkt ansprechen.

    Ich habe damals in meiner Therapie gelernt, dass es darum geht, Dinge auszuhalten - aber auch, Dinge aktiv anzugehen.
    Eben getreu dem Gelassenheitsspruch:

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
    und die Weisheit,
    das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Okay, als orthodoxer Atheist habe ich für mich das "Gott gebe mir …" durch "Ich wünsche mir …" ersetzt.
    Aber ansonsten hat dieser Spruch für mich so viel Weisheit … 44.

    Und dieses belangloses Blablabla in einer Gruppensitzung kann man durchaus ändern. Oder muss es eben hinnehmen, wenn man den Mund nicht aufkriegt.

    Gruß
    Greenfox


    Die Antwort am Wochenende war, dass ich nicht allein für mich entscheiden kann, was ich will. Es gilt Kredite zu bezahlen, Verbindlichkeiten zu bedienen, .... es geht um die Familie...

    Und ja, genau darum geht es auch in meinen Augen...nämlich darum, dass ich so wie bisher nicht mehr weiter machen kann, weil ich sonst irgendwann ins Grass beisse...

    Oh man, wie gut ich dieses Dilemma kenne, diesen Scheiß-Druck, alles schaffen und unter einen Hut bringen zu müssen - und von meiner damaligen Frau kam nicht der Hauch einer Unterstützung …

    Ich kann Gerchla nur zustimmen: Du musst mit ihr reden. Und wenn sie meint, dass es "nicht nur um Dich geht, sondern auch um die Kredite etc", dann stell ihr doch einfach die knallharte Frage: "Soll ich also Deiner Meinung nach wieder anfangen zu saufen, um dem Druck (kurzfristig) standhalten zu können? Oder es - MIT Deiner Unterstützung - ruhiger, aber Schritt für Schritt in Angriff nehmen?"

    PS: Es hat natürlich nie jemand zu mir gesagt, dass ich weiter trinken soll. Das alles sind die gefühlten Anforderungen bzw. Aussagen in meine Richtungen. Ich mache dann immer das daraus, was ich hören will...

    Auch wenn SIE es nicht laut ausgesprochen hat - dann tu DU es, denn es ist eine Riesen-Belastung für Dich und kann durchaus dazu führen, dass der Druck irgendwann zu groß wird und Du doch wieder zugreifst …
    Und es gilt, diesen Druck, dieses Risiko so gering wie möglich zu halten …

    Gruß
    Greenfox