Beiträge von Brit

    Hallo Changemaker,
    wie geht es dir jetzt nach über 1 1/2 ohne Alkohol?
    Hast du nach der Motivationsgruppe noch eine Therapie gemacht oder eine SHG besucht?

    LG Britt

    Hallo Mami1719,
    ich bin Britt, Mitte 50 und Alkoholikerin.
    Vielleicht liest du dich hier erstmal ein wenig ein? Wir sind alle "Profis". Erahrungs-bzw. Lebensgeschichten von anderen Betroffenen helfen mir, denn ich merke, dass ich nicht alleine mit meinen "Problem" bin.
    Ich bekomme hier viele wertvolle Antworten auf Fragen, auch wenn sie mir nicht immer "schmecken". Aber genau diese vermeintlich "schlechten" Antworten bringen mich dazu, darüber nachzudenken, woran ich (noch) arbeiten muss.
    Mich interessiert: Was hat die Antwort von Susanne tief in dir drinnen ausgelöst? Was für ein Gefühl hattest du beim Lesen? Hat Susanne einen wunden Punkt getroffen-dir einen Spiegel vorgehalten?

    LG von Britt

    Guten Morgen femme,
    deine Gedanken sind bei weitem nicht sinnlos.
    Ich habe dir ja schon geschrieben, dass ich mich z.Zt. in einer ambulanten Reha (die 2. nach 2014) befinde.
    Meine Erfahrungen, Gedanken und Vieles mehr kannst du gerne in meinem Vorstellungsthread "Ich bin Britt" nachlesen.
    Wenn du Fragen hast, einfach raus damit. Wie war es denn gestern?

    Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun. Johann Wolfgang von Goethe

    Lieben Gruß von Britt


    Gut, der Traum kann Dir vielleicht schon was sagen. Ich glaube allerdings nicht, dass er die einzige Möglichkeit aufzeigt, sodern nur eine von vielen.


    Ja, warum sehe ich immer nur die dunkle Seite des Mondes….
    Selbstverlust-(Passivität gegenüber Fremdbestimmung) ein Wort, dass ich heute zum ersten Mal gehört habe-und der Traum bekommt eine ganz andere Bedeutung:
    ICH bin der leere Schrank und muss noch herausfinden, was darin von MIR selbst zu liegen und zu hängen hat.
    Die Flachmänner stehen im übertragenden Sinn dafür, dass ich das Füllen der Schränke mit meinen eigenen Bedürfnissen nicht mal „so neben bei“ durchführen kann.
    Das dauert eben…doch ich habe Zeit…..einen klaren Kopf….und ich bin zuversichtlich, dass die Schränke irgendwann bunt und vielfältig gefüllt sein werden.
    Danke :sun:

    Hallo,
    vor ein paar Monaten träumte ich, dass ich mich von meinem Mann getrennt habe. Ich hatte eine eigene Wohnung.
    Die Schränke in sämtlichen Zimmern waren mit Flachmännern „dekoriert“. Keine Teller, Tassen, Garderobe…Mülltonnen (grau und grün) randvoll mit Leergut…HORROR!
    Ich denke, mein Unterbewusstsein beschäftigt sich schon mit der Option einer Trennung und meinem Wunsch auf ein selbstbestimmtes Leben .
    Hat mein Unterbewusstsein Angst vor diesem Schritt? Ja, ich habe Angst, Angst, es nicht allein zu schaffen, dann ganz allein zu sein, von der Familie ausgestoßen, die allumfassende Angst, dann wieder zur Flasche zu greifen.
    Ich habe mit diesem Traum eine gefährliche und risikoreiche Situation „erlebt“, die ich so in der Realität niemals erleben möchte.
    Für einige mag das blöd klingen, auch wenn ich Vernunft und Logik ausblende: Ich empfinde diesen Traum als verschlüsselte Botschaft. Er hatte eine Bedeutung.

    LG Britt

    Hallo liebe Femme,
    ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem erfolgreichen Studienabschluss 44.
    Toll, dass du dein Alkoholproblem jetzt so entschlossen und beherzt angehst. Mit deinem starken Willen
    schaffst du das! Bitte berichte doch weiter.
    Bis hoffentlich am Dienstag und ein schönes Wochenende wünscht dir Britt

    Hallo,
    Ich habe ja aufgrund meiner Krebserkrankung einen hohen Grad der Behinderung,
    sprich ich habe einen Schwerbehindertenausweis.
    Der bringt mir nicht nur steuerliche Vorteile. Für Interressierte habe ich folgende Info:
    Für ein ärztlich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom und Depression erhält man nach dem SGB
    alleine 30 Grad.
    LG von Britt

    Hallo Rina,
    na klar kannst du fragen, ich antworte dir gerne.
    In den letzten Monaten 2018 brodelte irgendwas in mir. Ich wurde irgendwie nachlässig, ertappte mich immer wieder, wie ich in alte Verhaltensmuster zurück fiel. Ich sorgte z.B wieder mehr für andere anstatt bei mir zu bleiben. Ich fühle mich wie ein seelischer Mülleimer. Im November ist es dann passiert:
    Beim Einkaufen (es war vormittag) holte ich mir wie ferngesteuert einen Flachmann und kippte ihn noch auf dem Weg nach Hause in mich rein. Du kannst dir ja vorstellen, dass der nach 4 Jahren Abstinenz ganz schön reinhaute. Als ich wieder nüchtern war, waren all die scheiß Gefühle wieder da: Scham, Ekel, Wut,
    schlechtes Gewissen. Es blieb bei dem einen "Vorfall", aber ich unternahm nichts...und es brodelte weiter...und weiter...bis Anfang Januar 2019. Ich hatte unvorstellbaren Suchtdruck. Ich wusste, wenn ich diesmal nichts unternehme, dann kommt es ganz dicke. Ich habe mit meinem Mann gesprochen und dann die Notfalltelefonnummer des Krankenhauses angerufen, in der ich 2014 den Entzug und die qualifizierte Entgiftung machte. Mit 0,0 Promille habe ich mich dann für eine Woche "einsperren" lassen. Gott sei Dank war ein Bett frei. Mit therapeutischer Hilfe konnte ich gut reflektieren und aufarbeiten. Danach habe ich dann beschlossen , nochmal in Therapie zu gehen. Ende April (Verlängerung)bin ich damit fertig. Aber meine SHG werde ich weiterhin regelmäßig besuchen, damit Ich nicht vergesse, wo ich nie wieder hin will.
    Alles Liebe dir von Britt



    Hallo Hubby,
    das sind Auszüge aus deinen Beiträgen, die ich so mal unkommentiert stehen lasse....

    Zitat

    Was kann man tun? Was sind die Gefahren? Lösungsansätze?
    Was kann ich tun? Wie gehe ich vor? Ist es denn generell eine gute Idee sie auf ihre Abmachung "festzunageln"? Vielleicht können mir Leute mit Erfahrung Tipps oder Hilfestellung geben?
    Bin für alles dankbar.


    das waren deine Fragen an uns....auf die du Antworten von Betroffen und Angehörigen bekommen hast....

    Zitat

    Viele von Euch haben sich viel Mühe gegeben und Zeit geopfert sich zu der Sache zu äußern...Ich muss mit den Fakten arbeiten und leben die ich kenne...
    Manchmal postet ihr alle Fragen und Beiträge von denen ich nicht weiß was ich davon halten soll, ehrlich :) ...ich "darf" sogar sagen das mir das nicht gefällt...


    Ja, du hast aus meiner Sicht viele wertvolle Tipps bekommen. Was du damit machst, liegt allerdings bei dir.
    Du, deine Frau, wir alle dürfen alles tun! Die Konsequenzen jeden Handelns trägt allerdings jeder selbst.

    Zitat

    Alles was ich tun kann....ist mich selbst schützen. Ich bin wirklich zu allem bereit


    Dafür wünsche ich dir ganz viel Kraft.
    Ich bin jetzt hier raus.....
    Lieben Gruß von Britt

    Hallo Toni,
    Guckst du: ;)
    Wikipedia
    Versuch und Irrtum (englisch trial and error) ist eine heuristische Methode, Probleme zu lösen, bei der so lange zulässige Lösungsmöglichkeiten versucht werden, bis die gewünschte Lösung gefunden wurde. Dabei wird oft bewusst auch die Möglichkeit von Fehlschlägen in Kauf genommen. In der Umgangssprache bezeichnet man diese Vorgehensweise als „Ausprobieren“.
    LG von Britt

    Guten Morgen,
    Warum bin ich alkoholsüchtig geworden, gibt es dafür einen Grund und bringt es mir was, es zu wissen?
    Das war gestern Thema in der Gruppe. Und da erinnerte ich mich spontan an den Satz, den du lieber Gerchla immer wieder schreibst.: Es gibt keinen Grund zu trinken, aber es gibt einen Grund für die Sucht.
    Nur für ein Gruppenmitglied war die Frage nach dem Warum unwichtig. Er meinte, es würde ihm nichts bringen, er könne ohnehin nichts mehr daran ändern. Er sei abhängig geworden,
    weil er schlicht und einfach zu viel soff (und schlief ein…)
    Der Abend wurde dann sehr emotional. Es „sprudelte“ nur so aus jedem heraus. Mein Fazit nach diesem Abend: Alkoholsucht hat multifaktorielle Ursachen, es gibt nicht „den einen“ Grund.
    Ich betrachte mich als leicht emotional verwundbare Person. Diese Verwundbarkeit entwickelte sich ( ebenso wie die Sucht) schleichend.
    Vom Mich-Arrangierens (Ja-Sager) über viele Zwischenstopps bis fast hin zur folgenschweren Katstrophe, nämlich den Ausweg aus diesen für mich unerträglich empfundenen Lagen
    im Alkohol zu suchen. Wie sieht es bei euch aus? Stellt ihr euch auch die Frage nach dem „Warum“?
    Danke für`s Lesen und lieben Gruß von Britt


    Ist das die Suchtfibel von Ralf Schneider? Habe meine gerade aus dem Regal geholt, "meine" wurde 1998 gedruckt! Ich weiß noch genau, wie ich die damals beim Blauen Kreuz am Büchertisch kaufte. Das muss ca. 2002 gewesen sein... Eine der besten Geldausgaben ever :))) Hat mich lange, lange begleitet auf dem guten Weg <3


    Hallo liebe Ichso,
    ja, genau die Suchtfibel meine ich. Literatur zum Thema Alkohol gibt es ja en masse. Aber ich finde , die Suchtfibel (der Fokus liegt auf Sucht) hat auf sachlicher Ebene
    deutlich mehr Substanz und Informationsdichte als andere Bücher zu diesem Thema .
    Viele davon finde ich wenig hilfreich und pseudolustig. Eine scheinbar „lustige“ Art -in Kombination mit einem niveaulosem Schreibstil- mit diesem Thema umzugehen ist für mich schwer ertragbar
    und eher störend in Bezug auf dieses doch sehr ernste Thema.
    Schneider hingegen schreibt klar, verständlich und sachlich (und ja, ab und an auch ein wenig „trocken“ ;)) . Zitate am Ende jedes Kapitels lockern das Ganze jedoch wieder auf.
    Ich muss nicht das ganze Buch lesen, da es viele Themen gibt, die einzeln lesbar sind.
    Ganz wichtig für mich ist z.Bsp. der Teil NICHT-SÜCHTIG-BLEIBEN. Die Suchtfibel begleitet mich seit meinem Entzug in der Suchtklinik und liegt immer griffbereit in meinem „Notfallkoffer“.
    Lieben Gruß von Britt


    Guten Morgen,
    @Rina..leider habe ich das Wochenende nicht abstinent verbracht >:(
    Einen Termin bei der Suchtberatung vereinbaren, das ist das erste was ich morgen mache. Und die Suche nach SHG`s. Tatsächlich war ich noch nie in einer!! Leider finden diese meist nur einmal wöchentlich statt und nie am Wochenende (wo ich es am meisten brauchen würde). eine ambulante Therapie hieß damals 5 Tage die Woche Tagesprogramm. Da würde arbeiten gehen nicht funktionieren. Es gebe nur die Möglichkeit entweder den Job nicht anzunehmen oder annehmen und sechs Wochen krank sein (Reha, Entzug etc.).
    Danke für den Tipp mit der Fachliteratur! Bisher hatte ich nur die Suchtfibel...
    LG femme


    Hallo liebe Femme,
    ich bin Britt, Mitte 50, alkoholkrank und mach gerade eine 2. ambulante Suchtherapie.
    Es gibt nicht den einen richtigen Weg raus aus der Abhängigkeit, denn jede Sucht verläuft anders, genauso gibt es nicht das richtige Buch zum Lesen, denn jeder Geschmack ist anders.
    Ich mache gerade meine 2. Ambulante Therapie im Lukas Werk. 1x die Woche „Gruppe“ (es gibt eine vormittags und eine nachmittsgs) und zusätzlich „Einzel“ je nach Bedarf. Eine SHG besuche ich zusätzlich.
    Bevor die „richtige“ Therapie begann, habe ich die s.g. Motivationsgruppe besucht.
    Der Einstieg ist dort jederzeit und ohne Anmeldung möglich. Zusätzlich kann man eine Sofortberatung bekommen und du erhälst Zugang zu den Möglichkeiten von therapeutischen Angeboten .
    Diese Angebote umfassen ambulante, teil- und vollstationäre Therapien, Tageskliniken und s.g. Kombimodelle. Also für jeden ist was dabei.
    In der ambulanten kannst du weiterhin deiner Berufstätigkeit nachgehen und deinen Alltag weiter leben.
    Du fragst dich sicher, warum ich die zweite Therapie mache? Ja, auch Suchttherapien können scheitern und so gab auch bei mir einen Rückfall, weil ich in alte Verhaltensmuster zurückgefallen bin.
    Man liest ja immer wieder, dass ein Rückfall zum Leben dazugehört, genauso wie das Stolpern beim Laufen.
    Auch nach vielen Jahren Lauftraining kann es immer wieder mal vorkommen, dass man strauchelt und fällt.
    Ich wollte so schnell wie möglich aus der „Rückfallkette“ aussteigen- und normal „weiterlaufen“ und dazu brauchte ich unbedingt neue „Techniken“. Deshalb entschied ich mich,
    nochmals fachliche Unterstützung für die Aufrechterhaltung meiner Abstinenz in Anspruch zu nehmen.
    Heute bewerte ich diesen Rückfall nicht mehr als Katastrophe und nein, ich bin auch nicht persönlich gescheitert.
    Ich habe mir mit der 2.Therapie den entscheidenden „Weitermach-Ruck“ gegeben, jeglicher Entmutigung zu trotzen.

    Ich wünsche dir alles Gute und richtige Entscheidungen
    LG Britt


    Hallo!
    Die Suchtfibel ist eine schwere und dröge Kost. M.E. nicht als Startlektüre für Neueinsteiger geeignet und sollte -wenn überhaupt- erst später zur Vertiefung herangezogen werden.
    Gruß
    Rekonvaleszent


    Ohhh, also ich denke, die Suchtfibel ist gerade für "Einsteiger" empfehlenswert. Was heißt denn "wenn überhaupt" ? Sie war Pflichtlektuere in meiner Qualifizierten.
    Gruß Britt

    . Er musste (wenn ich Geruch u/o Verhalten seltsam fand) bei mir Zuhause einen Alkoholtest machen.


    Guten Morgen,
    ich war ja (und das ist wohl jeder Alkoholiker) eine Meisterin des Vertuschens, Lügens , Tarnens, unter den Teppich kehren und auch des manipulierens, wenn es um Alkohol ging.
    Um wieder Vertrauen herzustellen, habe ICH auch einen Alkoholtester gekauft. Mein Mann könnte mich jederzeit pusten lassen, wenn er mich "komisch" findet. Ich finde das in keinster Weise despektierlich,
    da ICH diesen Kauf getätigt habe.
    Er liegt noch heute nicht ausgepackt in der Schublade. Ich denke, es ist eine sehr gute Möglichkeit, Vertrauen wieder herzustellen. Sie sollte aber von dem Betroffenen ausgehen.
    Schönen Sonntag wünscht Britt