Beiträge von Lusches


    Ich mag nur diesen Satz nicht:

    Wer einmal ein Problem mit Alkohol hat, wird nie wieder zu einem entspannten Verhältnis zum Trinken zurückfinden.

    Macht er doch - vor allem mit dem "nie wieder" - wieder deutlich, was die vorherrschende Meinung ist, und könnte so manchen - eigentlich willigen Geist - schon im Vorfeld zu sehr abschrecken, es überhaupt zu versuchen.

    ...seh' ich auch so und schlimm finde ich auch, dass viele Leute, obwohl sie selber weder betroffen sind, noch den geringsten Schimmer von der Problematik haben, es auch noch "nachplappern". Dies erfahren wir leider immer wieder in der eigenen Familie in Form von Aussagen wie: "Du darfst nicht, Du kannst das nicht mehr, Du musst eben... usw." Sehr ermutigend :-\

    Hallo Ilona,


    Aufgrund der zwei Symptome Saufdruck und nicht-aufhören-können

    Du hast die Nägel sehr gut auf den Kopf getroffen. Genau diese beiden Sachen haben mir damals unter anderem auch so totale Angst gemacht.

    1. Nach einem arbeitsreichen Tag sich das "wohlverdiente" Feierabendsbier zu gönnen und was war ich angenervt, als mal bei einer Dienstreise mein Flug Verspätung hatte, ich erst nachts um drei im Hotel war und sämtliche Gastronomie bereits längst die Schotten dicht gemacht hatte. War das etwa so etwas wie Saufdruck ???

    2. Es kam früher sehr selten vor, dass eine angetrunkene Flasche Wein im Kühlschrank landete, um dort auf den nächsten Tag zu warten. Die wurde schön brav leer getrunken. War das etwa so etwas wie Kontrollverlust ???

    Die Existenz all dieser Dinge hatte ich ja erst erfahren, als ich mich intensiv begonnen hatte, mit dem Thema Alkoholerkrankung zu beschäftigen. Dies tat ich, um meiner Frau beizustehen aber auf einmal entdeckte ich Parallelen zu meinem eigenen Umgang mit Alkohol. Kannst Du Dir vorstellen, wie sehr ich mich erschrocken habe? Das ist nun ein paar Jahre her und über die Zeit hinweg ist mir klar geworden, dass ich von der Entwicklung einer Sucht glücklicherweise verschont wurde. Aber das soll auch so bleiben und deshalb gibt es für mich heute Regeln. Dazu gehört beispielsweise, es wird kein Alkohol zur Streßbewältigung "missbraucht" und auch die Menge pro Abend ist für mich klar geregelt. Wie ich aber schon Conny geschrieben habe, muss das jeder mit sich selber ausmachen. Probier es ruhig aus, bis Ostern auf Alkohol zu verzichten, dann weißt Du mehr über Dich. Ich hatte mir damals kein zeitliches Ziel gesetzt, wollte aber auch wissen, ob ich überhaupt noch ohne den Stoff auskomme. Frag mich bitte nicht mehr genau, wie lange es damals war, ich denke so 8-10 Wochen. Wie gesagt, heute weiß ich, wo ich bin und habe weder Angst noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal ein Glas trinke.


    Aber ich weiß es nicht. Früher konnte ich ja auch moderat trinken.

    ...das konnte meine Frau früher auch, bis irgendwann aus moderatem Trinken mäßiges Trinken wurde, welches sich dann zu häufigem über stetigem bis zu exzessiven Trinken entwickelt hat. So blöd, wie das klingt aber manchmal bin ich fast dankbar, dass mir/uns die Augen geöffnet wurden. Wer weiß, wo das sonst noch hingeführt hätte...

    So, Urlaub vorbei, bin auch wieder da. Ich habe den Beitrag von Conny am 1. Januar gelesen (ja, ich hab mal vom Smartphone aus reingeschaut) und mich gewundert, dass noch keine hitzige Diskussion ausgebrochen ist. Na ja, da waren wohl noch ein paar mehr über die Feiertage noch nicht so ganz online. Aus meinen Erfahrungen aus der SHG weiß ich, dass das Thema "kontrollierter Umgang" immer wieder für Zündstoff sorgt und eine übereinstimmende Meinung quasi faktisch unmöglich ist und auch nicht sein kann. Conny, Du hast mich in Deinem Anfangsposting erwähnt. Ich habe mich mehr als einmal selber beobachtet, ob ich nicht auch über die Jahre hinweg eine Sucht entwickelt habe, nachdem meine Frau in Therapie war und ich an Partnergesprächen, Angehörigenseminare usw. teilgenommen hatte. Aus lauter Angst, dass es so sein könnte, hatte ich damals wochenlang auch komplett auf Alkohol verzichtet und als ich gemerkt habe, dass es mich am Anfang ganz schön "gezwiebelt" hat, habe ich noch mehr Angst bekommen. Heute weiß ich, dass mir ein kontrollierter Alkoholkosum möglich ist. Damit das so bleibt, gibt es für mich heute gewisse Grundregeln, wann und wieviel Alkohol ich trinke. Ob Dir das auch möglich sein kann, musst Du für Dich selber herausfinden. Du gehörst zu den vergleichsweise wenigen Menschen die genau so wie ich, dazu bereit sind, das Thema zu hinterfragen, auch wenn wir dazu unterschiedliche Beweggründe haben. Das finde ich klasse. Ich kann Dir nur raten, gib weiterhin gut auf Dich acht. Wenn Du mit einem moderatem Umgang klar kommst, dann gut. Ich werde mich aber hüten, Dir zu sagen "alles easy, kein Grund zur Sorge, mach weiter so". Wie gesagt, dass musst Du für Dich selber entscheiden. Und bitte habe auch für Diejenigen hier im Forum Verständnis, die meine oder unsere Meinung über kontrollierten Umgang niemals teilen werden. Wer durch Alkohol viel Leid erfahren hat, wer eine oder mehrere Entgiftungen mit anschließenden Therapiemaßnahmen hinter sich hat, wem "Alkoholabusus" schwarz auf weiß ärztlich attestiert wurde, der wird kaum hinterfragen, ob er womöglich abhängig sein könnte. Diese Menschen werden alles versuchen, abstinent zu leben, im besten Falle den Konsum der Anderen tolerieren, aber niemals anderen zum kontrolliertem Konsum raten. Bei uns in der SHG haben wir deshalb diesbezüglich so eine Art "Waffenstillstand" beschlossen (ok, klingt blöd, trifft's aber am Besten). So long, Grüße Lusches.


    Ich bin gelassener, wenn ich etwas getrunken habe, rege mich nicht so auf, er hat seine Ruhe.

    Hi Sara,

    da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich der Alkohol bei den einzelnen Menschen wirkt. Meine Frau wird, wenn sie Alkohol getrunken hat, eher streitsüchtig bis hin zu aggressivem Verhalten. Demzufolge hat es in unserer Beziehung dann immer gewaltig "geraucht". Ich ziehe allerdings daraus auch die Schlussfolgerung, dass bedingt durch solche Auswirkungen, wie bei Dir, wo der Missbrauch (noch) keine gravierenden Auswirkungen auf das Zusammenleben hat, die Dunkelziffer des Alkoholmissbrauchs in unserer Gesellschaft immens hoch sein muss.

    Ich wünsche Dir für Deinen geplanten Ausstieg alles erdenklich Gute und Standhaftigkeit. Du merkst ja nun, dass Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein ernsthaftes Problem hast (Flaschen bunkern, Verharmlosung der Trinkmengen, Gedanken an "Notfallschluck", Aussage Deiner Freundin). Sei stark, Du hast ja hier auch viele Tips bekommen. Ich wünsche Dir frohe Weihnachten.

    In diesem Sinne, frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr auch an alle Anderen hier.
    Ich werde erst wieder im neuen Jahr so ab 5.1. online sein, genieße quasi ab heute Nachmittag mit meinem Feierabend die "Internetfreie Weihnachtszeit".

    Ab und zu ein Bier oder ein Glas Wein zu trinken, ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung, insofern dies nicht in Konflikt mit einer Abhängigkeit steht. Ich tue das auch hin und wieder, jedoch habe ich es mir beispielsweise strikt angewöhnt, eben genau dann gerade keinen Alkohol zu trinken. wenn ich Stress habe. Früher war das leider so: Stressiger Arbeitstag, womöglich noch im Außendienst - abends dann erst mal ein Bier zum "runterkommen" aufgemacht. Glaub mir, das möchte ich heute so manches mal auch wieder tun, aber in diesem Moment rufe ich mir ganz bewusst ins Gedächtnis, dass ich alkoholische Getränke nicht mehr als Konfliktlöser benutzen will und lass es sein. An anderen Tagen, zumeist am Wochenende hingegen wenn alles entspannt ist, genieße ich sehr gerne ein Glas Wein ohne ein schlechtes Gewissen zu verspüren. Dennoch schließe ich mich meinem Vorschreiber an. Achte auf Dich und bleib wachsam.


    Vor kurzem hat er auch einmal gemerkt, dass ich der Küche etwas trinke, da hat er auch nur so nebenbei gefragt, ob ich jetzt heimlich trinke. Ich habe es dann mit einer scherzhaften Bemerkung abgetan. Ich glaube nicht, dass er etwas von meinem Problem realisiert.

    Ich denke, Dein Mann weiß es längst. Er ist wahrscheinlich nur unsicher, wie er sich verhalten soll und hofft, so wie ich damals, dass es "so schlimm schon nicht sein wird".


    Aber wie du geschrieben hast, es wäre erniedrigend, das Problem zuzugeben.

    Wieso ist es erniedrigend, zu zugeben, dass man krank ist? Würdest Du es auch verheimlichen, wenn Du beispielsweise vom Arzt mit der Diagnose über eine andere chronische Krankheit konfrontiert wirst?

    Sorry, wenn ich mich da jetzt auf dünnes Eis begeben, aber wenn Du Deinem Partner nicht vertrauen kannst, bzw. Angst hast, dass er Deine Krankheit mal gegen Dich verwenden wird, dann wird der Weg verdammt schwer für Dich werden. Mir fällt es aus meiner Sicht auch sehr schwer, nachzuvollziehen, dass man versuchen könnte, das Leid seiner Partnerin zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen, deshalb verstehe bitte mein Unverständnis für Dein Verhalten. Dennoch kenne ich Dich und Deine Umstände natürlich zu wenig. Nun, Du musst wissen, was Du tust.


    Immer wenn ich hier lese wie liebevoll die meisten durch ihre Partner und Angehörigen unterstützt werden bekomme ich fast nasse Augen.

    Ich kann sicherlich nicht für alle sprechen, aber das mit der Unterstützung der Angehörigen ist auch irgendwie so ein Teufelskreis. Denn wenn der Betroffene in den Augen der Angehörigen "immer wieder Bockmist baut", dann verliert der Angehörige irgendwann die "Lust", zu unterstützen, was wiederum dazu führt, dass der Betroffene erst recht weitertrinkt, warum sollte er sich denn jetzt noch zusammen reißen? Ich habe das leider in meiner Ehe mehr als einmal so erlebt. Da steckt noch nicht mal Absicht dahinter, irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Zum Glück kam nach Regen bisher immer wieder Sonnenschein. deshalb finde ich es so wichtig, dass die Angehörigen mit einbezogen werden (SHG für Angehörige, Partnergespräche usw.). Allerdings muss dazu der Angehörige/Partner auch bereit sein, was sicherlich leider nicht immer der Fall sein dürfte.


    Mit anderen Mitgliedern meiner Familie kann ich auch nicht reden. Meine Eltern hätten dafür wohl wenig Verständnis denke ich.

    Ist zwar traurig, kann ich aber sehr gut nachvollziehen. Leider will gerade oftmals die "ältere Generation" nicht verstehen, dass es sich bei Alkoholismus um eine Krankheit handelt und Eltern können grundsätzlich sehr "beratungsresistent" sein. Früher oder später wirst Du aber kaum drum rum kommen, sie einzuweihen. Allerdings machen wir auch jeden Tag aufs neue die Erfahrung, dass die Alkoholerkrankung meiner Frau zwar mittlerweile als (leider) gegeben hingenommen, aber in keinster Art und Weise als solche verstanden wird. Nun ja, was nicht ist, kann ja noch werden... Grüße aus dem Frankenland.


    Ich denke sehr oft an Alkohol, und trinke jeden Tag. Jetzt nicht unbedigt viel, so ca. ein Bier und ein Viertel bis einen halben Liter Wein, am Wochenende mehr.

    Liebe Sara,

    jetzt mal Hand auf's Herz und ganz ehrlich... stimmen diese Mengen oder hast Du hier ein bisschen "geflunkert"? Ich habe die Entwicklung der Alkoholkrankheit über ein Jahrzehnt bei meiner Frau "live" miterlebt, aus heutiger Sicht liegen die Anfänge sogar schon bis zu 15 Jahren zurück. Ich erkenne, gerade, was diese Anfangsphase betrifft, sehr viele Parallelen und unterstelle Dir jetzt einfach mal, ohne Dich dabei verletzen zu wollen, dass Du etwas untertreibst und Deine tatsächlichen Trinkmengen bereits etwas höher liegen. Bei meiner Frau war der anfängliche "offizielle" viertel bis halbe Liter Wein pro Tag in Wirklichkeit bereits ein ganzer Liter, wobei sie den Rest heimlich konsumiert hat. Der Unterschied ist aber der, dass Du bereits jetzt schon bereit bist, etwas gegen Deine zweifelsohne beginnende Sucht zu unternehmen. Ich kann Dir eigentlich auch nur die Empfehlung geben, Dich unverzüglich an eine Suchtberatungsstelle oder Deinen Hausarzt zu wenden. Das mit dem "Notfallschluck" finde ich total krass, zumal es nicht bei diesem "Schluck" bleiben wird, wenn Du erst mal mit sowas angefangen hast. Irgendwann wirst Du mehr als einen "Schluck" brauchen und demzufolge mehr oder weniger stark angetrunken auf Deiner Arbeit "herumtorkeln". Deine Arbeitskollegen fangen an, zu tuscheln und es führt auch früher oder später unweigerlich zu arbeitsdisziplinarischen Konsequenzen. Ihr habt bei Euch auf der Arbeit doch sicher Alkoholverbot?

    Gerade weil ich bei Dir so viele Gemeinsamkeiten erkenne, wie ich die (beginnende) Sucht bei meiner Frau erlebt habe, möchte ich Dir raten: Unternehme schleunigsten etwas, solange Du noch kannst.

    Es ist höchste Eisenbahn!

    Deshalb werde ich mir einen Termin überlegen. In wirklich naher Zukunft (ich denke noch vor Weihnachten, spätestens am 26.12.). Dann höre ich ohne Ausreden auf.

    ... es gibt ja immer noch den schönen Brauch, sich einen Guten Vorsatz für das neue Jahr zu nehmen. Also, nicht falsch verstehen, ich will Dir keinesfalls den 26.12 oder was auch immer für einen anderen Tag ausreden aber Dein guter Vorsatz für das Jahr 2015 könnte lauten:

    "Ich möchte keinen Alkohol mehr trinken"

    Na, wie hört sich das an? Alles Gute für Dein Vorhaben.

    (Wobei ich aus meiner Erfahrung davon ausgehe, dass Tabak nur dann „schmeckt“, wenn man süchtig geworden ist. Genussraucher gibt es deshalb aus meiner eigenen Erfahrung heraus nicht.)

    Katro


    ...möchte dazu doch mal etwas anmerken: ich habe verdammt gerne geraucht, Schwarzer Krauser - selbst gedreht, nicht viel, so am Tag vielleicht 10 Zigaretten. Letztendlich hat auch hier die Vernunft gesiegt denn obwohl ich noch keinerlei gesundheitliche Probleme durch das Rauchen hatte, habe ich von einem Tag auf den anderen aufgehört, weil ich ganz einfach meine Gesundheit nicht länger gefährden wollte. "Geschmeckt" haben mir die Glimmstengel immer, war ich da vielleicht auch schon süchtig, bzw. abhängig von den Zigaretten? Ich habe mich eigentlich immer als Genussraucher gesehen, zumal ich meistens nur in aller Ruhe in den Abendstunden geraucht habe, wenn das "Tagwerk" vollbracht war. Wie ist es dann mit dem Alkohol? Gerade Weinliebhaber behaupten ja immer, dass ein guter Wein ein Genuss ist und eigentlich sehe ich das auch so. Langsam bekomme ich aber Zweifel, ob Viele unter dem Deckmäntelchen des "Genießens" nicht ganz einfach eine beginnenden oder bereits bestehende Abhängigkeit verbergen wollen. Für mich selber mache ich mir eigentlich mittlerweile keine Sorgen mehr, ich habe für mich in Bezug Alkohol klare Verhältnisse geschaffen. Aber wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umsehe wird mir manchmal himmelangst. Sicher bin ich nicht für andere Verantwortlich, aber es erschreckt mich inzwischen geradezu wenn ich sehe, mit welcher Leichtsinnigkeit, Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit immer wieder bei allen möglichen Gelegenheiten Alkohol "genossen" wird. Schon komisch, dass mir das früher niemals aufgefallen wäre...

    Sunny, ich wünsch Dir auch alles erdenklich Gute bei Deinem Vorhaben. Wie bereits geschrieben, ich selber bin nicht alkoholabhängig sonder der Ehemann einer alkoholkranken Frau. Aber auch ich habe in den letzten 3-4 Jahren gelernt, dass das Leben ohne Alkohol einfach schöner ist. Das fängt an, dass man früh viel leichter aufsteht, abends nach dem Essen noch durchaus Lust hat, irgendetwas zu arbeiten oder zu unternehmen und sich nicht nur mit 2 Bier intus aufs Sofa zu schmeißen und man hat die ständige Gewissheit, dass man gesünder lebt als der Rest der Welt. Halte durch, es lohnt sich !!!

    Hallo Berla und Willkommen im Forum


    und trinke an einem Abend schon mal 10 bis 12 Flaschen (ist aber die Ausnahme) meist sind es "nur" 4-6 Flaschen.

    Sagen wir es mal so - auf jeden Fall ist diese Menge Alkohol auf Dauer nicht gut für Deinen Körper. In einem "Seidla" (0,5l) Bier sind etwa 20 Gramm reiner Alkohol enthalten. Dies ist auch der Grenzwert, den beispielsweise die WHO bei Männern als "Tagesdosis" empfiehlt, bei Frauen sind es nur 12 Gramm. Zwar scheiden sich hier die Geister etwas, da es auch Studien gibt, welche Männern 40 und Frauen 20 Gramm täglich zugestehen, definitiv liegst Du aber mit Deinen 4-6 täglichen Flaschen da deutlich drüber. Deshalb solltest Du, wenn Dir etwas an Deiner Gesundheit liegt, schon aus diesen Gründen Deinen Konsum reduzieren. Ich selber bin glücklicherweise nicht alkoholkrank, habe aber genau aus diesen Gründen meinen Alkoholkonsum auf nahezu "null" zurückgeschraubt. Gelegentlich gönne ich mir mal ein Bier oder ein Glas Wein aber täglich Alkohol trinken, das könnte ich schlichtweg mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren.

    Schau Dir mal beispielsweise diesen Link an, das steht mal so alles "Wichtige" in Kürze drin:

    http://www.bild.de/ratgeber/gesun…46960.bild.html

    Da gibt's aber noch jede Menge andere Informationen im Netz, einfach mal ein bisschen stöbern. Ich wünsche Dir, dass Du für Dich die richtigen Entscheidungen und Deinen richtigen Weg findest.

    Grüße, Lusches


    Ich war vergangenen Sonntag das erste Mal in diesem Jahr auf einem Weihnachtsmarkt - in Berlin am Charlottenburger Schloss.

    Ich glaub, ich weiß was Du meinst. Wir waren vor Jahren zusammen mit meinen Eltern in Verbindung mit einem Kurztrip nach Berlin mal auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt, weil mein Vater den noch von "früher" kannte. Er war maßlos enttäuscht weil es doch gar kein richtiger Weihnachtsmarkt mehr ist und schwelgte in Erinnerungen aus seiner Jugendzeit. Auch hier bei uns auf dem Land dominieren inzwischen immer mehr die asiatischen Händler, die irgendwelchen Tinnef anbieten aber zum Glück haben wir auch noch die ganzen Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge oder dem Fränkischen, welche Weihnachtsschmuck und andere Dinge verkaufen. Auch wenn man's nicht unbedingt kaufen muss, so verbreiten diese Stände mit ihrem stimmungsvoll gedämpften Licht eine schöne Weihnachts-Atmosphäre.

    ...oder geh' zu Deinem Hausarzt, jetzt gleich, nicht erst später oder morgen oder übermorgen, schildere ihm Deine Probleme und bitte ihn, Dir eine Einweisung in eine Fachklinik für eine Entgiftung auszustellen!


    Ich schaffe zwei Tage. Dann ist es mir egal. Und ich trinke wieder. Nicht zwei Flaschen Wein. Nicht eine Kiste Bier. Oder eine Flasche Vodka pur. Es sind meistens zwei Dosen GinTonic und ein Bier.

    Hallo Sunny und auch ein willkommen von mir.

    Ich weiß nicht, ob Dir das helfen könnte aber unser Leiter von der SHG hat mal gesagt, man sollte sich eine "Ersatzbefriedigung" für den Alkohol suchen. Lass doch einfach mal den Gin weg und trink nur Tonic-Water. Wir haben immer das von einem namhaftem Hersteller der mit den Buchstaben "Schw..." anfängt. Eisgekühlt rinnt das mit einer Wonne durch die Kehle und die Kohlensäure prickelt so richtig schön. Das Unvorstellbare war auch immer, beispielsweise abends vorm Fernseher zu sitzen ohne ein kühles (Alkohol)getränk. Mittlerweile sind Tonic und Co. (da gibt's ja soviele Geschmacksrichtungen) ständig im Kühlschrank in ausreichender Menge vorhanden.


    Ich wünsche mir so sehr, dass er vom Alkohol weg kommt, ohne das seine ganze Existens zerstört wird.

    Du, das wünscht sich jeder Angehörige sehnlichst, aber es muss noch einmal betont werden. Er selber muss es wollen! Wenn das berühmte "klick" nicht kommt, wird leider alles dies irgendwann passieren. Bitte such Dir eine SHG, hier in diesem Forum kann man gar nicht soviel auf einmal schreiben, was Du womöglich an Informationsbedarf hast. Ich hab' mich da auch lange herum gedrückt, weil ich immer der Meinung war, dieses "Psycho-Gelaber" (sorry wegen dem Ausdruck, aber so dachte ich damals eben) brauch ich nicht, vor allem nach der ersten negativen Erfahrung mit einer SHG. Bis ich mich überwunden habe, es dann noch einmal mit einer anderen Gruppe zu versuchen (in meinem Fall eine gemeinschaftliche SHG für Betroffene und Angehörige) habe ich viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Glaub mir, es bringt Dich ein Stück weiter, einmal was Dich betrifft und zum anderen was das Verständnis der Alkoholkrankheit betrifft. Viel Erfolg und halt die Ohren steif!

    Das es eine Tablette gibt, mit der von heute auf morgen alle Alkoholprobleme weg sind, gehört schlichtweg in die Märchentruhe der Gebrüder Grimm... Kannst Du Dir vorstellen, wie viel Kosten durch die Alkoholkrankheit entstehen, bedingt durch Arbeitsausfall, Krankenhaus- und Arztkosten, Kosten für Therapien usw., usw.? Wenn das so einfach wäre, dann wäre das Medikament schon längst auf dem Markt...

    Es gibt Ansätze mit Baclofen und seit neuestem auch mit Nalmefen... Infos dazu gibt's reichlich im Internet. Ob es tatsächlich hilft, wage ich jedoch zu bezweifeln.

    Hallo Luna und Willkommen im Forum,

    ...na das sind doch schon mal über 4 Wochen ohne Alkohol, wenn das nicht schon mal ein guter Anfang ist? Den ersten Schritt in die richtige Richtung hast Du getan, mehr gibt es erst mal nicht zu sagen. Es wäre schön, demnächst noch etwas mehr über Dich zu erfahren. Bis dahin, Grüße, Lusches.


    ...einsame Abende an Hotelbars, wenn ich auf Montage war und und und ... Hier habe ich immer offen getrunken bzw. gesoffen, und hier kannte mich auch jede(r) nur so.

    uff..., dieser Satz hat mich sehr berührt, sind mir doch sofort wieder meine "Jugendsünden" eingefallen. Wenn ich überlege, wie oft ich, wenn ich auf Dienstreise war, abends meine Bierchen zum "runterkommen" an "einsamen Hotelbars" getrunken habe, meistens alleine und manchmal sogar zusammen mit wildfremden, Gleichgesinnten... Mir wird immer wieder deutlich, dass ich einst selber nur wenige Schritte von der Abhängigkeit entfernt war. Nun, ich werde weiterhin gut auf mich aufpassen. Vielen Dank für diesen Gedankenanstoß.


    Es klingt hart, aber ich als Betroffener habe mich seit meiner Trockenlegung auch mit vielen anderen Angehörigen (nicht nur meiner Familie ;)) unterhalten ... Denke mal, auch hier wirst Du von Angehörigen ähnliche Ratschläge bekommen.

    Gruß
    Greenfox

    Jupp..., kann ich definitiv so bestätigen. Du bist machtlos und zwar solange, bis Dein Stiefvater selbst sein Leben ändern will und momentan klingt es überhaupt nicht so, als ob er etwas ändern möchte. Das ist schwer, ich hab auch lang gebraucht, es zu verstehen und so richtig kann ich mich auch immer noch nicht damit abfinden. Aber Du musst auch an Dich denken, sonst gehst Du selber "unter" im endlosen Ozean der Co-Abhängigkeit. Besuch eine SHG, am besten eine rein für Angehörige, dass ist das Beste, was Du jetzt kurzfristig für Dich machen kannst.

    Wenn Dein Stiefvater wirklich so schlecht drauf ist, gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, eine Betreuungsperson bestimmen zu lassen. Da weiß ich aber auch nicht so recht Bescheid, ob das grundsätzlich möglich ist, aber da sollte man Dir im Krankenhaus weiterhelfen können. Damit bringst Du ihn zwar nicht von der Sucht weg, aber es wäre eventuell eine Sofortmaßnahme, um ihn vor weiteren Unglücken zu schützen.

    Du Ärmste,

    ging mir auch mal so mit einer Videokassettensammlung, die ich für eine Eurone hergeben musste. Wenn ich dann noch die 3 km bis zur nächsten Postfililale extra gefahren wäre, hätte ich auch noch draufgelegt. Nee, nee - lieber verschenken oder für einen guten Zweck stiften aber das ist bei gebrauchten Sachen manchmal auch nicht so einfach.