Hallo Ilona,
Aufgrund der zwei Symptome Saufdruck und nicht-aufhören-können
Du hast die Nägel sehr gut auf den Kopf getroffen. Genau diese beiden Sachen haben mir damals unter anderem auch so totale Angst gemacht.
1. Nach einem arbeitsreichen Tag sich das "wohlverdiente" Feierabendsbier zu gönnen und was war ich angenervt, als mal bei einer Dienstreise mein Flug Verspätung hatte, ich erst nachts um drei im Hotel war und sämtliche Gastronomie bereits längst die Schotten dicht gemacht hatte. War das etwa so etwas wie Saufdruck ???
2. Es kam früher sehr selten vor, dass eine angetrunkene Flasche Wein im Kühlschrank landete, um dort auf den nächsten Tag zu warten. Die wurde schön brav leer getrunken. War das etwa so etwas wie Kontrollverlust ???
Die Existenz all dieser Dinge hatte ich ja erst erfahren, als ich mich intensiv begonnen hatte, mit dem Thema Alkoholerkrankung zu beschäftigen. Dies tat ich, um meiner Frau beizustehen aber auf einmal entdeckte ich Parallelen zu meinem eigenen Umgang mit Alkohol. Kannst Du Dir vorstellen, wie sehr ich mich erschrocken habe? Das ist nun ein paar Jahre her und über die Zeit hinweg ist mir klar geworden, dass ich von der Entwicklung einer Sucht glücklicherweise verschont wurde. Aber das soll auch so bleiben und deshalb gibt es für mich heute Regeln. Dazu gehört beispielsweise, es wird kein Alkohol zur Streßbewältigung "missbraucht" und auch die Menge pro Abend ist für mich klar geregelt. Wie ich aber schon Conny geschrieben habe, muss das jeder mit sich selber ausmachen. Probier es ruhig aus, bis Ostern auf Alkohol zu verzichten, dann weißt Du mehr über Dich. Ich hatte mir damals kein zeitliches Ziel gesetzt, wollte aber auch wissen, ob ich überhaupt noch ohne den Stoff auskomme. Frag mich bitte nicht mehr genau, wie lange es damals war, ich denke so 8-10 Wochen. Wie gesagt, heute weiß ich, wo ich bin und habe weder Angst noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal ein Glas trinke.
Aber ich weiß es nicht. Früher konnte ich ja auch moderat trinken.
...das konnte meine Frau früher auch, bis irgendwann aus moderatem Trinken mäßiges Trinken wurde, welches sich dann zu häufigem über stetigem bis zu exzessiven Trinken entwickelt hat. So blöd, wie das klingt aber manchmal bin ich fast dankbar, dass mir/uns die Augen geöffnet wurden. Wer weiß, wo das sonst noch hingeführt hätte...