Versehentlich Alkohol getrunken, was nun?

  • Du wolltest dir beweisen, dass die psychoaktive Substanz Alkohol bei dir nicht psychoaktiv wirkt,

    Es bedarf schon eine gehörige Art Fantasie, auf so eine Schlussfolgerung/Annahme zu kommen ... 👍, ... ein Gift wäre nun weniger giftig, nur weil ich/man es will.

    Stimmt für manch einen war das Guru-Beispiel mehr verwirrend, erliegt man, unterschiedliche Sachen gleichzusetzen, substanzmittelfreie Aktionen mit substanzmittellastigen, zumal ich erwähnte, dass ich auf Grund meines hohen Gewöhnungspotenzials eine gewisse Wirkresilienz mir aneignete, angeeignet hatte. Was die Schlussfolgerung zuließ, dass der Stoff, Alkohol nicht mehr so psychaktiv wirkt, nicht weil ich es will, sondern weil ich einfach daran gewöhnt bin, weil der Körper, entweder bereits "zu abgestumpft" und/oder eine bessere, andere Abwehrstrategie/Verarbeitung erlernte.

    Vielleicht, verdeutlichte ich mein Anliegen nicht - ich wollte, in Erfahrung bringen, was das Tun, dass bewusste Alkoholtrinken in mir ausslöste, rein gedanklich, weniger körperlich.

    Wie Sparkassen_Helga schieb, sie würde weiter trinken, weil eh' alles egal = ob nun ein Glas oder vier ... acht = genau dieses passierte bei mir nicht, wohl weil keine Wirkung eintrat bzw. weil ich es nicht darauf anlegte

    Sicher, hätte ich mir den Alkohol weiter 'reingewürgt, hätte er irgendwann seine betäubende Wirkung erzielt. Körperlich (euphorisch, beschwippst) passierte bei mir nichts (auf Grund meines Trainingszustandes).

    Dieses "nun ist auch alles egal" trat auch nicht ein ... weil eben keine Wirkung eintrat (?) und ich nicht den ultimativen Rausch anstrebte.

    Für viele "ein Spiel mit dem Feuer" ... in meiner Abstinenzanfangsphase war jeder Supermarktbesuch (Alkoholregale) ein Spiel mit dem Feuer, die "Versuchung" war riesengroß ... das legte sich mit der Zeit und verschwand dann zur Gänze.

    Bestimmt, bin ich verrückt, dass ich herausbekommen wollte, was nach einem/zwei ... Glas Alkohol in mir/mit mir passiert, ob ich willentlich, mit dem nun erlangten Bewusstsein/Wissen, einfach "nein" sagen kann ... was da mental in mir passiert. Ich wollte herausbekommen, ob ich in der Lage bin, dieses zu kontrollieren, ob ich die Sucht, die gedankliche, überwunden hatte.

    Mit "du hast da was im Hinterstübchen (gedanklich)" oder "strebst du kontrolliertes Trinken an?!." hatte das gar nichts zu tun - bestimmt für viele unvorstellbar und gar nicht logisch = das gönne ich jedem. Solche Gedanken ... Unterstellungen/Annahmen entbehren, sich mir, sämtlicher Logik ... doch auch ich muss nicht alles verstehen!

  • Also ich kann mir auch nicht vorstellem, dass ich "versehentlich" Alkohol trinke. Es gab eine Situation vor einigen Jahren, da hatte ich nach einem Stück Kuchen in einer Feier das Gefühl, es könnte Alkohol drin gewesen sein. Es hat mich dann aber nicht weiter beschäftigt denn es hat sich kein Verlangen oder Suchtdruck eingestellt. Ausschließen kann ich nie ganz, dass irgenwo etwas Alkohol drin ist, doch ich bin wachsam und weiß, dass ich nie mehr bewusst Alkohol konsumieren will, ganz gleich in welcher Form.

    Nach wie vor gehe ich alle 4 bis 8 Wochen zu meiner langjährigen Suchttherapeutin denn ich weiß, dass Langzeitbetreuung eine gute Möglichkeit ist, immer wieder das Thema Alkohol bewusst aus meinem Leben auszuschließen. Eine Selbsthilfegruppe ist vielleicht auch eine Möglichkeit. Der zeitliche Rahmen kann sicher auch größer sein doch für mich ist es wichtig, mir immer wieder vor Augen zu halten, dass der nächste Schluck kurz- oder mittelfristig mit dem Tod enden kann. Das ist auch keine lebenslange Bedrohung für mich, sondern ich laufe ja auch nicht am Seitenstreifen auf der Autobahn und hoffe, dass mich kein Auto streift.

    Die Sicherheit kann nur ich mir selbst schaffen, denn das wird niemand anderes für mich erledigen.

    Zurueckim Leben

  • Noch etwas, das mir sehr geholfen hat:

    Eine Kenngröße der Sucht ist der "Kontrollverlust". Deshalb ist es auch jeder Versuch, meine eigene Sucht zu kontrollieren lebensgefährlich. Ich muss es einfach so deutlich sagen, denn den Versuch, wieder kontrolliert zu trinken (auch nach vielen Jahren der Trockenheit) hat schon so mancher mit dem Leben bezahlt.

    Hier ist vielleicht auch das sogenannte "Blaue Buch" Anonyme Alkoholiker hilfreich. Das habe mehrere Male gelesen und nicht nur das.

    ZurueckimLeben

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