Beiträge von Rekonvaleszent

    Hallo!

    Eine familiäre Vorbelastung ist leider bei vielen Alkoholikern der Fall. Mein Vater hat sich vor Jahren tot gesoffen. Und habe ich daraus gelernt: Nein. Erst Jahre später kam es dank freundlicher Anschubhilfe meiner Familie zur Einsicht.

    Andererseits wird auch nicht jedes Kind eines Alkoholikers ebenfalls ein solcher.

    Ich finde es Klasse, wie reflektiert Du jetzt schon bist und die Entstehung eines Problems auf dem Schirm hast.

    Versuche doch mal bei der Suchtberatung als Angehörige hinzugehen. Auch für Angehörige gibt es dort Hilfe. Da kannst Du deine eigene Sorge, möglicherweise ebenfalls abzugleiten, vorbringen.

    Ansonsten mach mal einen Selbsttest: Verzichte doch mal ein paar Monate, z.B. bis zur Weihnachtszeit auf den Alkohol und schau, wie es dir geht und ob es mühsam es für dich ist, auf den Alkohol zu verzichten.

    Unterstützung durch deinen Freund wirst Du sicherlich finden, so dass ein alkoholfreier Haushalt bei euch kein Problem sein wird. Wenn Du keinen Stoff daheim hast, kann er dich in einer stillen Stunde auch nicht animieren.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Bei Prof. Körkel, den Du höchstwahrscheinlich im Gegensatz zu mir nicht persönlich und beruflich kennst, anzunehmen, er hätte KT aus rein monetären Gründen "erfunden"

    Genau das habe ich nirgendwo geschrieben. Der Herr Prof. bietet eine "Dienstleistung" an. Ich stehe ihr skeptisch gegenüber und werde auch nicht den Selbstversuch starten.

    Übrigens ist es mir völlig wurscht, ob andere trinken oder nicht. Daher bin ich auch nicht aus Gründen persönlicher Frustration auf einem Missionierungstrip.

    Da dies hier der thread von kays2310 ist, der durch den Disput über das KT eine andere Richtung erhält, rege ich an, das Thema KT in einem separaten thread zu diskutieren, sofern daran Interesse besteht.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Das sind Aussagen, die offenbaren, dass Du, Rekonvaleszent bei aller Belesenheit und Fachliteratur, denn Sinn und Zweck von KT nach Prof. Körkel, aber auch die Grundlagen von KT nicht verstanden zu haben scheinst.

    Diese Nummer (er kapiert die reine Lehre nicht) zieht bei mir nicht.

    Der gute Prof. verdient mit seinem Programm Geld und er weckt Illusionen bei Schwerstkranken. Ob er die erfüllen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich habe meine eigene äußerst kritische Meinung dazu.

    Ein Abhängiger hat den "point of no return" schon lange überschritten, so meine bescheidene Auffassung. Auch daran kann der gute Prof. nichts ändern.

    Aber wer es unbedingt ausprobieren möchte, nur zu. Ich bin seit mehr als 3 Jahren clean und lebe verdammt gut damit. Wenn andere Kranke mit so was "hantieren" wollen, sollen sie.

    Ich werde es weiterhin genau anders herum halten.

    Den einzig positiven Ansatz bei dem Prof. sehe ich darin, Kranke überhaupt mal zu erreichen, von denen einige wenige später nach dem Scheitern ihres KT vielleicht merken, dass esleichter ist, nichts zu trinken, als regelmäßig geringe Mengen, gepaart mit regelmäßigen "Abschüssen" an Wochenenden, Geburtstagen, Feiern....

    Mein persönliches Fazit: In diesem Forum hier scheint bei einigen Usern die Abstinenz als Therapieziel unwichtig zu sein. Schade.

    Es grüßt der
    Rekonvaleszent, der sich aus der Lobpreisung des KT zurückzieht.

    Bei den anderen habe ich verschiedene Taktiken gewählt: Von "ich mag heute nicht" bis "Rotwein vertrag ich nicht mehr so gut" bis zum Einschenken lassen eines Glases und dieses nach dem Anstossen einfach wieder zu vergessen und stehenzulassen (was niemandem auffällt, by the way, dafür fällt MIR jetzt auf, dass viele Leute nur aus "Anstand" anstossen, dran nippen und den Rest stehenlassen :o) ).... oder manchmal hab ich in einem unbeachteten Moment einfach mein Glas mit dem meines Mannes ausgetauscht, welches schon leer war.
    Was ich dabei fühlte? Grosses Kopfzerbrechen habe ich mir nicht gemacht, es war in der Situation selber eher ein leises ins Fäustchen lachen und mich freuen, dass ich wirklich überhaupt keine Lust mehr habe und mein Ding einfach durchziehe. Also schon eher stolz. Mein Weg war es nicht, alle immer Aufzuklären. Inzwischen ist es übrigens ganz normal für alle, dass ich nicht mehr mit anstosse.

    Hallo!

    Wen ich von meiner Krankheit unterrichte, entscheide ich immer noch selbst. Der Kreis ist sehr überschaubar. Ich binde die Diagnose nicht jedem auf die Nase. Ich weiß, dass einige Abstinenzler wesentlich offener damit verfahren. Ich vergleiche es mit anderen intimen Erkrankungen. Da weihe ich auch nicht Hinz und Kunz ein, nur weil sie das Gefühl vermitteln, eine Erklärung zu erwarten.

    Die Nummer mit dem Anstoßen halte ich für einen ungeübten Anfänger für hochriskant. Warum? Er/sie lässt den Alkohol zu dicht an sich heran. Stößt man erst mal an, dann ist ist nicht mehr weit bis zum aktiven Konsum.

    Mein ehemaliger Therapeut gab stets den Tat, immer mindestens eine Armlänge Abstand zum Alkohol zu halten. Da ist was dran.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Zum Thema Zittern: Sofern man sich nicht einen Tremor angesoffen hat, den man dann zeitlebens mit sich rumschleppen darf, kann das Zittern auch psycho-somatische Ursachen haben, indem man bei bestimmten Situationen einfach zu nervös, unsicher und mental verspannt ist.


    Ansonsten finde ich die Liste richtig gut. Druck sie aus und häng sie gut sichtbar auf. Sie kann dir eine gute unterstützende Hilfe sein, wenn dich der Suchtdruck heimsucht.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Denim!

    Grundsätzlich diskutiere ich nicht mit Leuten, die noch aktiv konsumieren.

    Ich kann dir nur den Rat geben, die Suchtberatung auf- und das Gespräch mit deinem Arzt zu suchen.

    Du bist nicht der erste Arbeitslose, der an der Pulle hängt. Die Leute von der Suchtberatung kennen sich damit aus. Es ist ihr täglich Brot. Sie können dir helfen, falls Du dir wirklich helfen lassen willst.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Dann bearbeite dein Problem mal schön mit deinem Verständnis von Ironie.

    Jeder muss seinen eigenen Weg finden und schauen, ob er sie abstinent hält.

    Was die Krankheit anbelangt, nehme ich sie ernst und nicht auf die leichte Schulter und belege andere Kranke nicht noch mit zweifelhaften Vergleichen.

    In diesem Sinne gutes Gelingen.

    Rekonvaleszent

    Hallo Echo!

    Ein direkter Rückfall nach einer therapeutischen Maßnahme kommt leider häufig vor. Man wird nach längerem Aufenthalt in einem geschützten Raum wieder in die freie Wildbahn entlassen. Das kann das Suchtgedächtnis, das immer noch prächtig funktioniert, mächtig in Wallung versetzen.

    Gut ist, dass Du konkret gegensteuerst. Eine SHG "vor Ort" ist sicherlich ein sehr vernünftiger Schritt. Dort dürften die meisten Teilnehmer schon ml einen Rückfall durchgemacht haben.

    Ob Du 'ne erneute qualifizierte Entgiftung benötigst, kann dir hier keiner beantworten. Wir sind keine Ärzte. Das solltest Du mit deinem Arzt besprechen. So was lässt sich auch ambulant erledigen.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Nur, dass ich mir nicht vorstellen konnte, NIE MEHR etwas zu trinken.

    Hallo!

    So lange diese "Denke" andauert, gibt das nichts. Dann willst Du faktisch nur ne Saufpause machen.

    Anfangs geisterte mir auch mal so was durch den Schädel. Mir half meine ambulante Therapie, der Kontakt mit Rückfälligen und die Lektüre von Fachliteratur.

    Ich empfehle einen Kontakt zur Suchtberatung, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Macario!

    Meine Familie ging zuerst zur Suchtberatung.

    Anschließend setzte sie mir die Pistole auf die Brust: "Entweder Therapie oder Ende der Beziehung." Das saß und tat gleichzeit auch gut. Denn ich war schon längst an dem Punkt angelangt, es ohne Hilfe nicht schaffen zu können. Das war mir seinerzeit auch schon bewusst. Ich war da schon nicht mehr in der Lage, Saufpausen einzulegen, was mir früher immer mal für ein paar Wochen gelungen war. Daher waren sowohl das Gespräch mit der Familie und der anschließende Gang zur Suchtberatung für mich wie eine Befreiung.

    Vielleicht wäre ein vorheriger Kontakt zur Suchtberatung (bei uns gibt es "offene" Sprechstunden) etwas für dich.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Mir drängt keiner Alkohol auf. Ich lehne dankend ab und das war es dann. Falls doch mal eine Nachfrage kommen sollte, ich kann mich momentan an keine erinnern: "Ich trinke keinen und damit ist das Thema für mich erledigt."

    Freundeskreis: Ja, der ändert sich. Die ehemaligen Saufkumpanen sind weggefallen. Das gemeinsame Bindeglied war halt der Alkohol. Sie "bechern" weiter, ich nicht. Das passt nicht zusammen.

    Ich habe mal irgendwo von einem langjährig Abstinenten gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es mal war." Da ist was Wahres dran. Mein seit mehr als 3 Jahren abstinentes Leben ist ein grundsätzlich anderes geworden. Das ist gut so.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Schon seit Jahrzehnten nässe ich nicht mehr ein. ;)

    Meiner Meinung nach genügt dazu der erst kurzzeitig andauernde Verzicht auf den Konsum alkoholischer Getränke nicht. Es muss mehr hinzutreten, eine gewisse geistige Festigung, dass die eigene Gedankenwelt nicht sogleich beim Anblick von Alkohol anspringt und Kapriolen schlägt.

    Ich habe schon mehrfach von langjährig Abstinenten das Datum 1 Jahr gehört. Dann hat man alles, was üblicherweise in einem Jahr so anfällt wie Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Sommer .... bereits einmal erfolgreich durchlaufen bzw. Versuchungen widerstanden, z.B. dem Suchtdruck getrotzt.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Momentan ist es sicherlich zu früh zu diskutieren, wen Du alles von deiner Krankheit in Kenntnis setzen solltest. Dies wird nämlich sehr unterschiedlich gesehen und gehandhabt. Ein Teil zieht den Kreis der Eingeweihten relativ weit, meiner ist sehr eng gezogen.

    Konkret raten kann ich nur zu den folgenden beiden Schritten:

    1. Kontaktaufnahme zur Suchtberatung, um das weitere Vorgehen zu erörtern.

    2. Gang zum Arzt, der der Schweigepflicht unterliegt.

    Eine Entgiftung kann auch ambulant erfolgen. Das besprichst Du mit deinem Doc.

    Nach der Entgiftung steht die Frage an, ob und ggf. welche Anschlussbehandlung angezeigt ist. Benötigst Du eine Therapie (ambulant oder stationär)? Das klärst Du mit der Suchtberatung.

    Erst später kannst Du dich mal der Frage widmen, wen Du alles von der Krankheit informieren möchtest.

    Wie gesagt, bei mir sind es relativ Wenige. Ich habe die in Kenntnis gesetzt, die ich auch von anderen schweren Krankheiten informieren würde, nämlich die, die es was angeht. Und das sind bei mir nicht die so scheinbar lieben Arbeitskollegen oder gar Vorgesetzte. Vordergründig wird dort gerne Verständnis geheuchelt. Hinter der vorgehaltenen Hand heißt es dann: "Der oder die hat ein Problem und ist daher nicht belastbar."

    Anders sieht es natürlich aus, wenn man auf der Arbeit als Trinker aufgefallen ist oder einem sogar schon Maßnahmen seitens des Arbeitgebers/Vorgesetzten nahe gelegt wurden. Dann ist es ratsam zu zeigen, dass man etwas gegen den Suff unternimmt. Das war bei mir alles nie der Fall. Also warum sollte ich dann schlafende Hunde wecken?

    Mein ehemaliger Therapeut, ein sehr erfahrener Mann, pflegte stets zu sagen, dass alleine ich selbst darüber bestimme, wen ich einweihe. Dazu gibt es keine Patentvorschläge.

    Zu Medis kann ich mangels eigener Erfahrungen nichts beitragen. Aber auch da klärst Du mit dem Arzt und der Suchtberatung.

    Alles in allem bin ich mit meinem Weg gut klar gekommen und er hält mich schon über 3 Jahre abstinent.

    Gruß
    Rekonvaleszent