Beiträge von Rekonvaleszent

    Hallo Sharon!

    Willkommen hier im Forum. Ich lebe seit 3 3/4 Jahren unfallfrei abstinent.

    Du hattest vor 3 Jahren deinen persönlichen Tiefpunkt und wurdest offensichtlich von den Docs vor die Wahl gestellt: Aufhören und leben oder saufen und elendig krepieren. Du hast die richtige Wahl getroffen.

    Hast Du dich eigentlich zu Beginn mit Fachliteratur als eine Art Gebrauchsanweisung/Ratgeber auseinandergesetzt?

    Ich bin einen anderen Weg gegangen: Ambulante Therapie nebst Fachliteratur + Internet. Nach der Therapie habe ich noch 1 1/2 Jahre eine Selbsthilfegruppe besucht, die mich jedoch langweilte und mir nichts mehr brachte.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    So wie Du habe ich auch jahrelang gesoffen. Unter der Woche aufgrund der Arbeit weniger, um es dann ab Freitag knallen zu lassen. Dazu machte ich alle 1 - 1 1/2 Jahre mal 'ne mehrwöchige Saufpause, um mich selbst zu täuschen, alles im Griff zu haben.

    Es fällt jedem Neuling schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, nie mehr was trinken zu können. Daher verüble ich dir den Gedanken nicht, Du könntest ab- und an mal ein Glas trinken.

    Ich rate zudem zu folgender Lektüre, um dich zu sensibilisieren und den Horizont zu erweitern:

    1.) "ALK" von Borowiak
    2.) "Lieber schlau als blau" von Lindenmeyer
    3.) "Sucht-Hintergründe und Heilung" von Röhr


    Von einem kalten Entzug rate ich dringend ab. Besprich das zumindest mit deinem Doc, der der Schweigepflicht unterliegt. Hast Du kein Vertrauen zu ihm oder ist es dir zu peinlich, dann such dir einen in einer anderen Stadt, wo dich keiner kennt.

    Auch eine Kontaktaufnahme zur Suchtberatung sei dir dringend angeraten.

    Zum Schluss: Sich klammheimlich ohne Unterstützung aus der Sucht zu schleichen, ist eine schwierige Sache. Es geht auch wesentlich einfacher.

    Viel Erfolg

    wünscht der Rekonvaleszent

    Hallo!

    In den Lokalen, in denen ich verkehre, bin ich kein Exot, weil ich keinen Alk trinke, da es dort genau so normal ist, keinen zu trinken. Dort hat mich noch niemand gefragt.

    Und wenn mich mal einer fragt, dann gibt's die Antwort: "Weil ich ihn nicht vertrage und er mir nicht bekommt." Damit ist das Thema für mich erledigt.

    In reinen Saufkneipen verkehre ich nicht mehr.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Gratulation. Alles richtig gemacht. "Jede Triggerabwehr stärkt dich für die Zukunft", so wurde es mir mal mit auf den Weg gegeben, als es mich mal hart erwischte. Das stimmt.

    Und es kommt dir nur am Anfang, in den ersten Monaten, so vor, dass es ein täglicher Kampf sei. Es wird besser und die Abstände, wenn sich ein Trigger einstellt, immer länger. Meine Zeitspannen betragen inzwischen mehrere Monate und selbst die werden immer länger. Ob sie bei mir jeweils aufhören, weiß ich nicht. Ich gehe nicht davon aus.

    Du bist doch erst knapp 3 Wochen clean, da darfst Du keine zu hohen Erwartungen haben. Bislang sieht es doch, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, richtig gut aus.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Hier weis ich nicht genau was Du meinst. Ereignisse welcher Art ?

    Hallo!

    Ereignisse wie Geburtstag, Jubiläum, Firmenfeier, Weihnachtsfeier, Weihnachten, Silvester, Karneval....

    Falls Du da früher immer gesoffen hast, darfst Du dich auf eine Provokation durch das Suchtgedächtnis einstellen. Dann kommt der Druck wenigstens nicht überraschend.

    Ich habe mir inzwischen gedanklich antrainiert, einen sofortigen Ortswechsel vorzunehmen, falls sich Druck einstellt. Merke ich den Schmacht auf ein Bier, kratz ich sofort die Kurve und befasse mich mit Dingen, die mir Freude machen und mich ablenken. Dazu 'ne große Kanne Wasser. Bislang hat's immer gewirkt. Zum Glück werde ich nur noch selten gequält. Die Abstände werden immer größer.

    Apropos Saufkumpels: Mit ihnen habe ich auch keinen Kontakt mehr. Das gemeinsame Bindeglied namens Alkohol ist weg. Jetzt verbindet uns nichts mehr. Wie heißt es so schön: Freunde kommen und Freunde gehen. Wenn die Gemeinsamkeiten schwinden, ist es aus.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Was nicht heist das es keine Trigger mehr geben würde. Ab und zu erwischt es mich doch. Meist unerwartet, wie z.B an Sylvester.
    Oder irgendwelche "Kumpels", oder sogar Vorgestzte !! die es gut mit einem meinen und gar nichts kapiert haben.


    Ich habe auch gemerkt, das es mir umso besser geht, je weniger ich übers Nichttrinken rede. Keine Ahnung, zieht mich irgendwie runter, triggert mich geradezu.

    Hallo!

    Glückwunsch zu deinem ersten Jahr in Freiheit. Das ist schon mal eine klasse Leistung, auf die Du aufbauen kannst.

    Ein Trigger zu bestimmten Anlässen wie Silvester oder Geburtstagen ist für mich keine Überraschung. Denn Vorbereitung ist die halbe Miete. Gerade in den ersten beiden Jahren habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten, wann ich wo und besonders heftig getrunken habe. Dazu zählt Silvester. Da bin ich schon Tage vorher auf der Hut und weiß, dass ich an solchen Tagen von Druck überfallen werden kann. Immer, wenn ich bestimmte Ereignisse im Vorfeld auf dem Schirm habe, triggert mich an dem jeweiligen Tag nichts mehr.

    Ob dir das hilft, weiß ich nicht. Du möchtest ja schließlich nicht über das Saufen reden, weil es dich belastet. Belastet dich denn auch das Nachdenken und das Focussieren auf Ereignisse?

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich dachte beim Lesen auch an unseren Forumsfreund Rekonvaleszent hier, der immer wieder seine Empfehlung von Risikominimierung und/oder Vermeidung schreibt. Und das nicht ohne Grund!
    Wer nämlich durch den Alkoholismus (fast) alles im Leben verloren und vergeigt hat, dem ist vernünftigerweise nicht zu empfehlen, den harten Helden zu spielen, dazu noch vorsätzlich und mit voller Absicht, um bestenfalls – einmal? Zweimal? … gegen seinen Erzfeind Alkohol gewinnen zu können, oder aber in einen fürchterlichen Rückfall zu schlittern.

    Oh danke für die Blumen. Das ist halt mein Weg, den ich für mich für richtig halte und der mir gut bekommt.

    Bei uns um die Ecke gibt's 'ne Kneipe, in der ich früher ein paar Male Absacker reingeschüttet habe, nachdem ich anderweitig heftig "vorgeglüht" hatte. Dort verkehren viele Leute mit massiven Alkoholproblemen. Ich komme regelmäßig an ihr vorbei. Mich kriegen da keine 10 Pferde mehr rein.

    Ich werde garantiert nicht das Experiment wagen, dort freitags Abend aufzuschlagen, um ein Wasser zu bestellen. Genau das wäre jedoch im Sinne der Exposition. Ich habe es nicht vor. Warum auch? Ich brauche mir nichts zu beweisen. Ich weiß, was ich kann, wo ich stehe und wieweit ich gehen kann, z.B. auch mal am Sonntagnachmittag mit meiner Frau im Biergarten (wohne nicht in Bayern) hocken und 'ne Schorle trinken, während sie ein kleines Bier konsumiert. Das triggert mich nicht.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    ich schrieb es schon: Das ist ein Thema, das mit einer hohen Scham versehen ist.

    Bei meinen Entgiftungen habe ich relativ oft Betroffene erlebt, die den Entzug schon fast hinter sich hatten, und sich plötzlich bei Nacht einnässten, was ihnen natürlich höchst unangenehm war, und sie nach Möglichkeit vertuschen wollten.



    Mit der Scham leuchtet ein. Auf einer Entgiftungsstation war ich noch nie und hoffe, dort niemals zu landen.

    Von speziellen Erkrankungen im urologischen Bereich mal abgesehen, hielt ich das Einnässen stets für ein Problem von betagten Leuten bzw. von Hardcore-Volltrunkenen. Wieder mal was dazu gelernt.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ab wann kann man eigentlich sagen, dass jemand trocken ist?

    Unsere Kommunikation ist ja schon sehr schwierig und er versteht einfach nicht, was durch den Alkohol bei uns passiert und kaputt gegangen ist und warum ich nicht mehr kann. Wird über solche Sachen auch in der ambulanten Reha gesprochen?

    Hallo!

    Als trocken bezeichne ich Leute, die mindestens 1 Jahr ohne Vor- und/oder Rückfälle in Freiheit verbracht haben.

    Ja, darüber wurde auch in meiner ambulanten Therapie gesprochen. Bei mir wurden die Angehörigen einbezogen und zwar durch Gespräche zwischen meiner Familie und den Therapeuten, ohne dass ich dabei war.

    Ich will dir kein schlechtes Gewissen machen, aber Du machst es ihm momentan auch nicht leicht. Jetzt, wo er endlich beginnt, was gegen seine Sucht zu unternehmen, willst Du die Beziehung beenden oder auf Eis legen. Das kann dir niemand verbieten und Du solltest auch nicht in einer Beziehung verharren, die für dich keine Zukunft hat. Ob der letztgenannte Punkt bereits erreicht ist, kannst nur Du beantworten. Falls nicht, dann mach ihm eine klare Ansage: "Die Therapie wird komplett ohne wenn und aber durchgezogen und anschließend schauen wir, ob die Beziehung eine Zukunft hat." Bei mir hat so eine Ansage gewirkt.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Sammy!

    Einnässen ist für mich ein Indiz für sog. Koma-Saufen. Der Trinker ist dermaßen voll, dass er nicht mal merkt, dass er auf Toilette muss. Oder aber, der Trinker bemerkt den Druck, steht auf, findet jedoch aufgrund seiner Berauschung die Toilette nicht und pinkelt irgendwo hin.

    Der wohl ironisch gemeinte Vorschlag, dem Mann eine Windel anzulegen, lässt sich in der Praxis wohl kaum umsetzen. Daher schließe ich mich ihm nicht an.

    Du schreibst, in der Woche trinkt er ein Glas Wein. Und ab Freitag? Ich habe auch jahrelang unter der Woche "nur" 2-4 Flaschen Bier täglich getrunken, dafür ging dann ab Freitag die "Post ab". Und genau daran muss ich gerade denken.

    Ich rate zu einer Kontaktaufnahme mit der Suchtberatung. Da kann man auch als Angehöriger hingehen, um sich Rat zu holen. Das hat meine Familie auch getan und mir anschließend die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder Therapie (bei mir ambulant) oder Trennung.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Willkommen hier im Forum.

    Es ist gut, dass Du deinen überzogenen und auf Sucht hindeutenden Alkoholkonsum kritisch hinterfragst und das Ruder umwerfen willst.

    Ich kann mich voll und ganz Greenfox anschließen; einer kurzfristigen Kontaktaufnahme mit Arzt und Suchtberatung. Machdoch am besten gleich morgen entspr. Termine aus.

    Neueinsteigern rate ich zudem stets zu Fachliteratur und zwar zu "Alk" von Borowiak und "Lieber schlau als blau" von Lindenmeyer.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Tyrion!

    Willkommen hier im Forum.

    Ich bin seit 3 3/4 Jahren rückfallfrei abstinent.

    Deine Lebensgeschichte hat mich sehr beeindruckt. Und das schaffen nur ganz Wenige. Bei der Schilderung eurer Familienfeiern lief es vor meinem geistigen Auge wie ein Film ab, nur mit den Hauptdarstellern aus meiner Familie. So war es bei uns auch. Es wurde gerade väterlicherseits schwer gesoffen. Beim Ausmisten der elterlichen Wohnung nach deren Versterben fielen mir etliche Bilder aus den 70ern und frühen 80ern in die Hände. Der Alkohol war überall maßlos überrepräsentiert. Ich habe sie meiner Schwester überlassen. Ich kann es nicht ertragen, sie zu sehen, und ich bin nicht gerade zart besaitet.

    Ich freue mich auf weitere Beiträge von dir.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Das Thema, wen man alles "einweiht", wird sehr unterschiedlich angegangen. Das eigene unmittelbare Umfeld weiß eh Bescheid, dass man Alkoholiker ist, es sollte schon wissen lassen, dass das Problem jetzt endlich angegangen wird.

    Wen man darüber hinaus einweiht, ist jedem selbst überlassen. Es gibt Alkoholiker, die verfahren mit ihrer Krankheit sehr offen. Ich habe eine restriktivere Vorgehensweise gewählt. Der Kreis der Eingeweihten ist sehr überschaubar. Ich habe es nur Personen erzählt, denen ich auch andere ernsthafte Krankheiten mitteilen würde. Mit dieser Vorgehensweise bin ich bislang mehr als 3 1/2 Jahre gut gefahren.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Albert!

    Willkommen im Forum und ein gesundes neues Jahr.

    Ich kann an Dietmars Ausführungen anknüpfen.

    Ganz wichtig ist, dass Deine Wohnung alkoholfrei ist. Da darf nichts mehr von dem Zeug rumstehen, das Du früher gesoffen hast.

    Kommt das Verlangen nach dem Suchtstoff auf und es nichts daheim, hast Du auf dem Weg zum Laden/Kiosk/Tanke noch genügend Zeit, den Entschluss wieder zu trinken, zu hinterfragen.

    Ferner rate ich zu einer Kontaktaufnahme mit der Suchtberatung, um dein Bild umfassend zu überprüfen.

    Auch die Lektüre von Fachliteratur sei dir ans Herz gelegt.

    Gutes Gelingen wünscht
    der Rekonvaleszent

    Wenn ich schreibe, schreibe ich, weil ich etwas (mitzu)teilen habe, nicht um das Forum zu füllen. ;)
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    Na, dann hoffe ich mal, dass dieser Zeitpunkt bald kommen wird. :)

    Die Ratschläge der Langzeitabstinenten beinhalten die besten Empfehlungen und Denkanstöße für Anfänger, um den eigenen Kurs zu überprüfen.

    Gruß
    Rekonvaleszent