Beiträge von Rekonvaleszent

    Hallo!

    Leider ist nicht jeder Doc auf dem Gebiet der Sucht genügend kompetent und vor allem erfahren.

    Ich rate zu einem Besuch bei der Suchtberatung. Dort findest Du professionelle Hilfe. Dort habe ich eine ambulante Therapie absolviert. Auch arbeiten sie mit suchterfahrenen Medizinern zusammen.

    Die erste Hemmschwelle, dich zu offenbaren, hast Du ja gemeistert. Das klappt dann bei der Suchtberatung schon besser.

    Zusätzlich eine SHG aufzusuchen ist auch eine gute Idee, um dich mit Betroffenen auszutauschen und Zuspruch zu finden.

    Weiter so. Die ersten Schritte hast Du gemacht.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Man" versteht nicht, dass ich alles Notwendige für meine Abstinenz tun werde-nicht für oder gegen irgendjemand, sondern nur für mich. Diesmal will ich es schaffen.

    Hallo!

    Das ist genau der richtige Ansatz. Und wenn das Ganze noch von der Überzeugung getragen ist, dass Du dem Alkohol nicht gewachsen bist (manche nennen es Kapitulation), dann ist das m.E. schon ml ein gutes Fundament.

    Viel Erfolg wünscht der
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ich habe in meinen Alk-Pausen öfter mal alkoholfreies, jedoch in Wirklichkeit alkoholarmes Bier getrunken. Das ging eine Weile gut, bis der Schmacht auf ein richtiges Weißbier einfach zu groß wurde und ich mir sagte: "1-2 Weißbierchen. Mehr nicht." Auch das ging dann nur wenige Tage gut, bis ich schnell wieder bei alten Schlagzahlen war.

    Das Zeug war einfach zu nah am Original.

    Ich bin nicht der einzige, dem es so ergangen ist.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Hallo Frau Unblau :)

    Greenfox, Betty, Rekonvaleszent und ihr Anderen mit viel Erfahrung: ist ein stationärer Entzug notwendig wenn man "nur" an 4-5 Tagen trinkt die Woche? Mir wäre sowas nicht im Traum eingefallen, ich hatte auch soweit keine physisch ausgeprägten Entzugserscheinungen.

    Hallo!

    Ob ein stationärer Entzug nötig ist, kann und soll der Arzt entscheiden. Es gibt auch die Möglichkeit eines ambulanten Entzuges, aber auch das ist mit dem Doc zu klären.

    Ich habe damals auf eigene Faust entzogen, da ich während meiner Saufpausen nie Probleme hatte. Daran sollte man sich aber bitte kein Beispiel nehmen, da so eine Leichtsinnsnummer gefährlich sein kann.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Rekonvaleszent
    Mir Selbstüberschätzung auszuteilen ist gewagt...



    Nöö. Die Selbstüberschätzung geht einher mit der Unterschätzung der Krankheit.

    Ich habe in meiner bisherigen Zeit so einige Leute kennen lernen dürfen, die sich an dem Thema der Abstinenz versucht haben. Wer meint, alles so weiter machen zu müssen, wie bisher, nur mit der kleinen Einschränkung "ohne Alkohol", bei dem ist der Rückfall zumeist nur eine Frage der Zeit gewesen.

    Ich rate zu einer gründlichen Auseinandersetzung mit der Krankheit, ihren Tücken und insbesondere mit dem Thema Suchtgedächtnis.

    Um sich mal etwas einzulesen, dem seien die Werke "Alk" von Borowiak und "Lieber schlau als blau" von Lindenmeyer nahe gelegt.

    Auch ein Gang zur Suchtberatung kann den eigenen Horizont und somit den nötigen Respekt vor der Krankheit, ich sage extra nicht Demut, verstärken.

    Ich habe mich erst dann aus dem Klammergriff des Alkohols lösen können, als ich bereit war, alles, aber wirklich alles, meiner Abstinenz und somit meiner Gesundheit und meinem (Über-)leben unterzuordnen. Und dazu gehört es, sich in den ersten Monaten, in denen der Anfänger noch nicht gefestigt ist, sich den Alkohol auf Distanz zu halten und ihn nicht zu nahe an sich heran zu lassen.

    Wer hier im Forum nach wenigen Tagen ohne Alkohol damit brüstet, wie toll er Parties und alkoholfeuchte Treffen durchgestanden hat, bei dem ist der Rückfall, sofern er/sie überhaupt jemals trocken war, nur eine Frage der Zeit.

    Mein Therapeut, ich habe eine ambulante Therapie durchlaufen, pflegte stets zu mahnen, dass solch riskante Verhaltensweisen ein paar Male gut gehen können, dann kommt es zum Rückfall. Er ist ein sehr erfahrener Mann und viele Jahre im Geschäft.

    Ich gehe davon aus, dass meine mahnenden Worte hier nicht auf Gegenliebe stoßen und womöglich als persönlicher Affront fehlinterpretiert werden, da besagte Damen eher Applaus erwartet haben dürften.

    Wenn ich auf die Anfänge meiner Abstinenz zurückblicke, kann ich nur konstatieren, dass meine schärfsten Kritiker zugleich meine besten Ratgeber waren, weil sie meinen Blick in die richtige Richtung lenkten.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Im übrigen, auf meiner Feier am Wochenende hat keiner gefragt, warum ich nicht trinke.

    Hallo!

    Ich bin überrascht. Gerade aus dem Entzug entlassen und schon 'ne Party schmeißen. nixweiss0

    Ich bin nicht der Meinung, dass eine Party, auf der Alkohol konsumiert wird, der richtige Ort für eine frisch Abstinente ist.

    Weiter leben wie bisher, nur ohne Alkohol, das wird nicht gelingen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Sie hat mich dazu gebracht dem Whiskey abzuschwören. Nach 3 Monaten ohne Alkohol war ich mir sicher ich kann das Trinken kontrollieren.
    Dies war ein Trugschluss, ich bin wieder in die Spirale reingerutscht.

    Hallo!

    Das war dann der nötige Schuss vor den Bug. Ich hoffe mal, Du erkennst, dem Alkohol nicht gewachsen zu sein, weil er stärker ist als Du.

    Auch zeigt dein Beispiel mal wieder, dass das sog. Kontrollierte Trinken bei einem Alkoholiker wie dir nicht funktioniert. Bei mir übrigens auch nicht.

    Hast Du schon Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen? Mir hat es seinerzeit gut getan, neben einer gehörigen Portion Eigeninitiative zusätzlich noch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Übrigens/allerdings habe ich das auch offen so kommuniziert. Ich bin also aggressiv offen mit meiner Sucht umgegangen, um JEDEM etwaigen Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich habe gesagt, dass ich Alkoholiker bin, trocken - und trocken bleiben möchte.

    Es sind zwar einige Kinnladen runtergefallen, aber es haben alle verstanden und ich hatte nicht eine einzige negative Reaktion. Im Gegenteil.

    Hallo!

    Die Frage, wen man alles so einweiht, wird unterschiedlich beantwortet. Manche meinen ihr gesamtes persönliches Umfeld behelligen zu müssen, andere ziehen den Kreis der Informierten wesentlich enger. Ich habe nur die in Kenntnis gesetzt, die ich auch von anderen lebensgefährlichen Krankheiten informieren würde. Der Kreis ist eng und überschaubar gezogen.

    "Aggressiv" bin ich dabei nicht vorgegangen.

    Wie das "eingeweihte" Umfeld wirklich reagiert, wird man eh nicht erfahren. Das erfolgt dann hinter vorgehaltener Hand, ohne dass man es selbst mitbekommt.

    @kookie: Wieg dich bitte nicht in falscher Sicherheit, nur weil Du einmal nüchtern geblieben bist. Mein Therapeut pflegte stets zu sagen: "So eine Nummer geht ein paar Male gut, dann kommt es häufig (nicht immer und bei jedem) zum Rückfall."

    Du bist noch lange nicht über den Berg. Die eigentliche Trockenarbeit liegt noch vor dir.

    Eine gewisse Festigkeit stellte sich bei mir erst nach ca. 1 Jahr ein.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Möglicherweise stehst Du den Abend ohne Alk irgendwie durch.

    Doch habe auf dem Schirm, dass sich dann auf dem Heimweg oder am nächsten Tag aufgrund brutaler Suchtdruck einstellen kann, da dein Suchtgedächtnis morgen arg strapaziert werden wird.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich bin noch lange nicht über dem Berg, das Wochenende steht an, ich bin am Samstag-Abend zum Essen verabredet mit teils sehr trinkfreudigen Freunden. Ich will und werde diesen Abend nicht absagen, mich daheim zu verbarrikadieren ist keine Lösung. Ausnahmsweise reise ich nicht mit dem Zug in die Stadt, sondern mit dem Auto - deshalb wird es nicht zu Fragen kommen wieso ich nichts trinke.


    Ich wäre froh über weitere Literatur über das Thema.
    Was habt ihr gelesen? Ich kenne "Alkohol hat mich belogen" und "Nüchtern" von Daniel Schreiber.

    Hallo!

    Das höre und lese ich immer wieder. Die Neueinsteiger sehen häufig nicht ein, dass sie selbst was ändern müssen und auch ihr direktes Umfeld und ihren Umgang auf das eigene Bedürfnis der Abstinenz abstimmen sollten. Treffen mit zechenden Zeitgenossen sind. m.E. für einen nicht gefestigten Anfänger kontraproduktiv.

    Mir ist die Befreiung aus dem Klammergriff des Alkohols erst gelungen, als ich bereit war, alles, aber wirklich alles meiner Abstinenz und somit meiner Gesundheit unterzuordnen. Dazu gehört es, in den ersten Monaten riskanten Situationen mit trinkenden Leuten, so gut es eben möglich ist, aus dem Weg zu gehen.

    Trocken wird man nicht so nebenher. Weiter machen wie bisher, nur ohne Alkohol, das klappt wahrscheinlich nicht.

    Wenn Du schon mit dem PKW zu dem alkoholfeuchten Treffen fährst, dann lass die Karre bitte stehen, falls Du was trinkst. Nicht dass Du nächste Woche noch ein weiteres Problem, nämlich mit der Strafjustiz hast.

    Zum Thema Bücher:

    Lindenmeyer: Lieber schlau als blau

    Borowiak: Alk

    Röhr: Sucht, Hintergründe, Heilung

    Mein Tipp: Fang mit dem Borowiak an. Ist herrlich geschrieben.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Glückwunsch. 27 Jahre, das ist eine Klasse-Leistung.

    Du bist ein gutes Beispiel dafür, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, sich aus dem aktiven Teil der Sucht herauszuarbeiten.

    Ich bin den eher klassischen Weg über eine ambulante Therapie gegangen.

    Zum Thema SHG werden hier unterschiedliche Ansichten vertreten. Es gibt glühende Anhänger, zu denen ich nicht gehöre. Mir hat meine letzte SHG gereicht und das gründlich.

    Ich wünsche einen interessanten Austausch.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Corax!

    Willkommen im Forum.

    Ein Jahr ist schon mal eine Leistung, auf die man aufbauen kann.

    Deine Schilderung zeigt, wie gefährlich der kalte Entzug sein kann.

    Guten Austausch wünscht der
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Das ist ganz normal und mir schon mehrfach passiert. Ich hatte extra mal meinen Therapeuten gefragt, der meinte nur, das es jedem mal passiere. Im Traum verarbeiten wir die Vorkommnisse unseres Lebens. Und zu denen gehört nun mal der Alkohol.

    Gruß
    Rekonvaleszent