Beiträge von Rekonvaleszent


    Bis sich das Gehirn einigermaßen stabilisiert hat, soll es wohl 6-12 Wochen dauern.

    Das dürfte wesentlich länger dauern, da dort ja auch das Suchtgedächtnis enthalten ist, das einen gerade in den ersten Monaten schon mal gewaltig piesacken kann.

    Ich behaupte mal, das nach 1 Jahr eine Art Grundfestigung eingetreten ist, da man alle Herausforderungen eines Jahres gemeistert hat, bereits einige Male vom Suchtgedächtnis gequält und dem Druck stand gehalten hat. Auch hat man da schon wichtige Erfahrungen sammeln können, die einen für die Zukunft wappnen.

    So konnte ich es an mir feststellen und so wurde es mir schon öfter berichtet. Aber er Weg aus dem aktiven Teil der Sucht die Krankheit verläuft nun mal individuell und unterschiedlich. Da gibt es sicherlich Ausreißer in die eine oder andere Richtung.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Das lief bei mir völlig anders ab.

    Ich habe gut, tief und fest geschlafen und war am nächsten morgen topfit.

    Stimmungsschwankungen: Die waren früher in meiner versoffenen Zeit viel heftiger.

    Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich so 'ne Krankheit doch verlaufen kann.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Glückwunsch.

    Das erste Jahr ist meist das schwierigste. Jetzt hast Du alle Herausforderungen, die sich üblicherweise im Verlauf eines Jahres so einstellen, gemeistert. Auf den Erfahrungen kannst Du aufbauen.


    Apropos: Schreib ruhig öfter mal. Von wem sollen denn die Neuankömmlinge denn sonst lernen als von den schon länger Abstinenten. ;)

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Dennoch möchten mein Verlobter und ich erstmals sowas meiden, Gäste einzuladen und Alkohol anzubieten. Es war einfach nur dumm und naiv von mir zu denken ich wäre stark genug. Vielleicht wenn ich ein bisschen länger Abstinent bin. Ich muss geduldig mit mir sein und darf sowas auch nicht unterschätzen. Mehr in mich hineinhorchen.

    Hallo!

    Gut so.

    Auch die Abstinenz muss sich setzen. Der Körper ist zügig entgiftet und alkoholfrei. Das Problem ist das Suchtgedächtnis. Ich rate grundsätzlich in den ersten Monaten auf Feiern zu verzichten, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist. Anschließend ist es eine Frage des Austestens, was geht und was nicht. Das sollte jedoch begleitet werden durch therapeutische Unterstützung. So war es bei mir. Zu meinem Kurs riet mir auch mein Suchttherapeut.

    Zu mir kommen keine "Schluckspechte" oder Personen, mit denen ich früher gesoffen habe. Nur noch Leute, die gelegentlich und normal trinken, was ich nicht kann. Und genau die bekommen auch was angeboten. Jedoch nur von dem Zeug, das ich früher nicht so gerne getrunken habe. Wein und Sekt waren nie mein Ding, da bin ich schnell zu Bier und später Schnaps gewechselt. Das habe ich nicht mehr im Ausschank.


    Kommt bei mir Suchtdruck auf, verlasse ich sofort den Ort. Dann heißt es raus aus der Gefahrenzone und das sofortige Befassen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Das habe ich mir "antrainiert". Gleichzeitig mache ich mir regelmäßig bewusst, dass für mich die Abstinenz alternativlos ist und es keinen Weg zurück in einen moderaten Konsum gibt.

    Ich respektiere selbstverständlich auch einen radikaleren Weg. Es gibt keinen Königsweg, den wir alle gleichermaßen entlang spazieren.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Anknüpfend an proky:

    Ggf. sofortiger Ortswechsel und das Befassen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Das letzte mal in der Weihnachtszeit packte ich schnell meine Sporttasche und fuhr ins Fitnesstudio. Der Druck war spätestens bei Eintreffen im Studio verflogen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    ...biete ich ihnen auch Wein oder Sekt an. Meine Frau trinkt gelegentlich mal ein Glas Sekt oder Wein und genau das wird auch den Gästen angeboten. Ich bleibe beim Wasser. Das handhaben wir schon mehr als 4 Jahre so und ich habe kein Problem damit. Sollte sich wider Erwarten doch mal Suchtdruck einstellen, weiß ich, was zu tun ist.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Im Laufe der Therapie sind sie dann langsam, ohne klick, zur Erkenntnis gekommen, dass sich so ein Leben ohne Alkohol durchaus lohnt bzw. für sie alternativlos ist.

    Hallo!

    Das war bei mir auch ein Prozess, der einige Zeit in Anspruch nahm. Einerseits wusste ich, dass es so nicht weiter gehen kann, andererseits hatte ich zu Beginn meiner Therapie noch den Gedanken im Hinterkopf, dass irgendwann doch noch mal ein moderater Konsum möglich sei. Bis ich diesen Gedanken aus dem Hirn heraus gearbeitet hatte, das dauerte doch ein paar Monate. Dazu benötigte ich schon die Therapie und einiges an Fachliteratur sowie Infos aus dem I-Net und einem anderen Forum.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Mit so einer SHG ist es wie mit einer Mannschaftssportart. Da sollte schon eine homogene Truppe zusammen kommen.

    Die Gruppen, die ich kennengelernt habe, passten nicht zu mir und ich auch nicht zu ihnen. Wenn die Krankheit die einzige Gemeinsamkeit ist, dann findet kein fruchtbarer Austausch statt.

    Daher habe ich mich komplett auf das Internet verlegt.

    Dennoch rate ich jedem Anfänger, sich mal die eine oder andere SHG "vor Ort" anzuschauen und selbst zu urteilen, ob sie einen weiter bringt. Letzteres war bei mir nicht der Fall.

    Momentan verspüre ich auch nicht das Bedürfnis, noch mal eine andere Gruppe auszutesten. Ich schließe dies für die Zukunft jedoch nicht aus.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Seit dem 31.05. habe ich keinen Tropfen angerührt. Ich bin unendlich stolz auf mich, habe mein Selbstbewusstsein ein kleines Stück gestärkt, bin bei der Suchtberatung und gehe bald zu meiner 1. Selbsthilfengruppensitzung (oder wie man das nennt :D). Ich spüre meine Fingerkuppen wieder, bin mutiger geworden und habe schon 2 Freundinnen aus meinem Freundeskreis entfernt, die mir nicht gut tun.
    Alles geht in die richtige Richtung.

    Komisch für mich sind diese "Stimmen", die einen überreden möchten zu trinken.
    Viele dieser Gedanken habe ich notiert, um zu sehen in welchen Situationen ich neige "durst" zu bekommen. Und ganz schlimm ist momentan auch, dass gefühlt ÜBERALL Alkohol verfügbar und zu sehen ist (oder kommt es mir grad nur so vor?).

    Hallo und wilkommen.

    Du hast schon einige, richtig gute Schritte unternommen. Du bist mehr als 1 Monat clean. Suchtberatung, SHG und das Meiden von gewissen trinkfesten Personen, da kannst Du schon mal stolz drauf sein. Das ist schon mal 'ne Hausnummer. Bleib da unbedingt am Ball.

    Die "Stimmen", andere nennen sie "Einflüsterer", kommen von deinem Suchtgedächtnis, das tadellos funktioniert. Auch bei mir noch, nach mehr als 4 Jahren. Aber es wird mit der Zeit besser, die Abstände werden immer größer.

    Was kann ich dir noch raten? Fachliteratur und schau da mal zum Thema Suchtgedächtnis nach. Recht amüsant und prickelnd geschrieben ist das Werk "ALK" von Borowiak.

    Weiterhin gutes Gelingen wünscht
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Diese Mengen deuten auf eine Suchterkrankung hin. So ähnlich habe ich früher auch mal gesoffen, unter der Woche "mit angezogener Handbremse" und am WE maßlos.

    Ich empfehle einen Gang zur Suchtberatung. Da kannst Du auch erst mal alleine hin, um dich über die Möglichkeiten zu informieren. So hat es meine Familie auch praktiziert und mir anschließend die Pistole auf die Brust gesetzt: "Entweder Therapie oder Trennung". Das kam allerdings zu einem Zeitpunkt, als mir klar war, dass ich es nicht einmal mehr schaffe, Saufpausen einzulegen, was mir früher immer gelungen war und mich in falscher Sicherheit wog. Das ist jetzt mehr als 4 Jahre her und es geht mir besser als zuvor, von ein paar Wehwehchen mal abgesehen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Nein, ich gehe momentan eigentlich gar nicht feiern. Das war gestern mein erstes Mal und auch in einem gesicherten Umfeld. Ich war nur so euphorisch heute, weil es sich besser angefühlt hatte, als ich es erwartet hatte. Ich war davon ausgegangen, dass mir irgendwann alles zu viel wird, ich nicht loslassen und einfach die Musik genießen und tanzen gehen kann, mir die Konsumenten zusetzen...was weiß ich alles. Nichtsdestotrotz würde ich mir jetzt nicht zutrauen mit Leuten loszuziehen, die selbst viel trinken. In Begleitung von Jemanden, der nicht trinkt, fühle ich mich deutlich wohler und das setzt mich innerlich nicht so unter Druck,

    Hallo!

    Das bezeichnete mein Therapeut stets als "Absicherung". Jedoch sind die Begleiter nicht für einen selbst verantwortlich. Sie sind keine Aufpasser. Schwierig wird's, wenn der Begleiter plötzlich selbst anfängt zu trinken und einen womöglich noch animiert oder gar einen Drink in die Hand drückt.

    Auch wieg dich bitte nicht in falscher Sicherheit, nur weil es mal gut gegangen ist. Das ist keine Garantie für die Zukunft. Gefährdet sind wir immer. Nur tritt nach einiger Zeit, häufig nach mehr als einem Jahr eine gewisse Grundfestigung ein. Dadurch wird man nicht immunisiert, weiß jedoch zu handeln, wenn es anfängt zu triggern.

    Ich habe mir stets vorgenommen, direkt zu gehen, wenn ich die Situation als unangenehm oder gar gefährlich empfinde. Diese Strategie hat sich bei mir eingeschliffen und ist sozusagen mein Notfallprogramm. Vielleicht kannst Du ja was damit anfangen. Und versprich dir selbst schon vor dem Losgehen zu dem Ereignis, zu verschwinden ohne zu zögern, falls es dir nicht zusagt.

    Alles Gute
    wünscht der Rekonvaleszent


    Nichtsdestotrotz wurde ich schon mehrfach damit konfrontiert, dass ein Partner oder eine Partnerin, die mal dem Alkohol sehr zugesprochen hat, als negativ empfunden und abgestempelt wird. Ein potentieller Rückfall steht unausgesprochen immer im Raum.

    Hallo!

    Ja, die Ansicht dürften viele vertreten.

    Wäre ich Single und auf der Ausschau, wäre eine Ex-Trinkerin von der Papierform her auch nicht gerade die Traumkandidatin.

    Da hilft nur, geduldig weiter Ausschau zu halten, auf welchem Weg auch immer. Auch die Art, wie man seinem Gegenüber klar macht, dass man ein Problem hat, dürfte wichtig sein. Da würde ich nicht zu früh mit der Tür ins Haus fallen.

    Gleich beim ersten date zu tönen, man sei trockener Alki, das stößt schon gewaltig ab. Das sollte wesentlich geschickter angegangen werden.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Lali!

    Jeden ereilt mal Suchtdruck. Du dürftest einfach mal dran gewesen sein.

    Jetzt weißt Du, dass er nicht ewig andauert und sich auch wieder verzieht.

    Bei mir meldet er sich alle paar Monate zurück, zumeist in einer sehr milden Form. Die Abstände werden immer größer, so wurde es mir schon von anderen Mitstreitern sowie meinen ehemaligen Therapeuten bestätigt.

    Viel Erfolg und alles Gute.

    Hallo!

    Erst mal 'ne große Pulle Wasser mit viel Kohlensäure rasch trinken. Dann ist der Magen gut voll und dürfte zumindest das Bedürfnis, noch was nach schütten zu wollen, im Zaum halten.

    Und dann sich mit Dingen befassen, die einem Freude bereiten und ablenken.

    Ich wähle bei Saufdruck sportliche Aktivitäten und powere mich aus. Das hilft mir ungemein.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Du möchtest morgen einen kalten Entzug beginnen und das mit deiner Krankengeschichte. Du weist, dass ein kalter Entzug lebensgefährlich sein kann.

    Ich kann dir nur davon abraten.

    Geh lieber um Arzt und dann in eine qualifizierte Entgiftung, die dauert ein paar Tage, da wirst Du krank geschrieben. Und danach direkt zur Suchtberatung, mit der Du klärst, ob und ggf. welche Therapieform für dich in Betracht kommt. So was geht auch ambulant neben dem Job.

    Wegen des Jobs brauchst Du somit keine Angst haben.

    Also raff dich auf und wurschtel nicht alleine vor dich hin.

    Gruß
    Rekonvaleszent