Dennoch möchten mein Verlobter und ich erstmals sowas meiden, Gäste einzuladen und Alkohol anzubieten. Es war einfach nur dumm und naiv von mir zu denken ich wäre stark genug. Vielleicht wenn ich ein bisschen länger Abstinent bin. Ich muss geduldig mit mir sein und darf sowas auch nicht unterschätzen. Mehr in mich hineinhorchen.
Hallo!
Gut so.
Auch die Abstinenz muss sich setzen. Der Körper ist zügig entgiftet und alkoholfrei. Das Problem ist das Suchtgedächtnis. Ich rate grundsätzlich in den ersten Monaten auf Feiern zu verzichten, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist. Anschließend ist es eine Frage des Austestens, was geht und was nicht. Das sollte jedoch begleitet werden durch therapeutische Unterstützung. So war es bei mir. Zu meinem Kurs riet mir auch mein Suchttherapeut.
Zu mir kommen keine "Schluckspechte" oder Personen, mit denen ich früher gesoffen habe. Nur noch Leute, die gelegentlich und normal trinken, was ich nicht kann. Und genau die bekommen auch was angeboten. Jedoch nur von dem Zeug, das ich früher nicht so gerne getrunken habe. Wein und Sekt waren nie mein Ding, da bin ich schnell zu Bier und später Schnaps gewechselt. Das habe ich nicht mehr im Ausschank.
Kommt bei mir Suchtdruck auf, verlasse ich sofort den Ort. Dann heißt es raus aus der Gefahrenzone und das sofortige Befassen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Das habe ich mir "antrainiert". Gleichzeitig mache ich mir regelmäßig bewusst, dass für mich die Abstinenz alternativlos ist und es keinen Weg zurück in einen moderaten Konsum gibt.
Ich respektiere selbstverständlich auch einen radikaleren Weg. Es gibt keinen Königsweg, den wir alle gleichermaßen entlang spazieren.
Gruß
Rekonvaleszent