Beiträge von Rekonvaleszent

    Rekonvaleszent (übrigens toller Name 44.) : eine ambulante Therapie hieß damals 5 Tage die Woche Tagesprogramm. Da würde arbeiten gehen nicht funktionieren. Es gebe nur die Möglichkeit entweder den Job nicht anzunehmen oder annehmen und sechs Wochen krank sein (Reha, Entzug etc.).
    Danke für den Tipp mit der Fachliteratur! Bisher hatte ich nur die Suchtfibel...Habe mich auch lange Zeit nicht mehr damit beschäftigt, aber nun bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich definitiv nicht weitermachen kann ohne (fast) alles in meinem Leben zu zerstören, einschließlich meiner Gesundheit und Psyche.

    Hallo!

    Die Suchtfibel ist eine schwere und dröge Kost. M.E. nicht als Startlektüre für Neueinsteiger geeignet und sollte -wenn überhaupt- erst später zur Vertiefung herangezogen werden.

    Meine ambulante Therapie fand im Wochenrhythmus statt: 1x am späten Nachmittag Gruppe und 14-tägig Einzelgespräche mit dem Therapeuten. Das ließ sich gut mit dem Job vereinbaren, auch bei den anderen Teilnehmern. Frag doch mal bei der Suchtberatung nach wie es jetzt an deinem Ort gehandhabt wird.

    In die Ambulante kamen aber nur Leute, die sich zuvor in einer "Vorgruppe" bewährt hatten und nicht von Rückfall zu Rückfall stolperten.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ich kann nur raten, zeitnah zur Suchtberatung zu gehen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eventuell kommt bei dir ja eine ambulante Therapie, ggf. mit psychologischer Betreuung in Betracht. Das wäre dann eine Möglichkeit, das Ziel der Abstinenz und den Job unter einen Hut zu bringen.

    Hast Du es mal mit Fachliteratur versucht? https://alkoholforum.de//index.php?top…g30349#msg30349 Ich empfehle zunächst Borowiak und dann Lindenmeyer.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Das Problem ist ein anderes. Mich nervt es. Mich nervt eine Sucht prinzipiell.

    Alles in Allem: ES NERVT MICH und Interesse an einer möglichen Tumorerkrankung habe ich auch nicht.

    @Katharina: Versuch es mal mit Röhr: Sucht-Hintergrund und Heilung. Röhr sieht den Alkoholismus als Wutkrankheit.

    Und Du wirkst momentan auf mich sehr wütend. Wütend, weil Du eine Krankheit hast, die gesellschaftlich zumeist als asozial gesehen wird, die Du dir nicht ausgesucht hast, aber auch nicht wirklich loswirst wie einen überwundenen Infekt.

    Ich konnte erst eine zufriedenstellende Abstinenz entwickeln, als ich bereit war, diese Krankheit zu akzeptieren.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Naja, leider kann ich nun mal nicht reduzieren /wenig trinken, nein bei mir geht anscheinend nur 'ganz oder gar nicht'.

    Hallo!

    Das geht mir genau so. Hat 'ne Weile gedauert bis ich es kapiert hatte.

    Das Stichwort heißt "Kontrollverlust". Ich komme ohne Alkohol gut klar, kann aber nicht moderat wie andere mal was trinken.

    Fänge ich jetzt an mit dem festen Ziel nur am Wochenende mal 2 Weißbiere zu trinken, ginge das allenfalls ein paar Wochen gut, bis ich dann wieder alte Schlagzahlen erreiche.

    Mittlerweile bin ich seit 4 jahren und 8 Monaten unfallfrei clean.

    Erst als ich verstanden hatte, das ich absolut nicht mit Alkohol umgehen kann und ich bereit war, meine Gesundheit an erste Stelle zu setzen und ihr alles, aber wirklich alles unterzuordnen, war ich in der Lage mich aus dem Klammergriff des Alkohols zu lösen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier im Forum und weiterhin viel Erfolg.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Du bist erst wenige Monate clean, da ist deine Sichtweise noch sehr auf den Alkohol fixiert und insgesamt verengt.

    Ich habe mal von 3 Phasen der Abstinenz gelesen, die mit der inneren Einstellung korrespondieren:

    1. Phase: Ich darf nicht trinken

    2. Phase: Ich will nicht trinken

    3. Phase: Ich brauche nicht trinken

    Ich habe Nr. 1 und 2 durchlaufen und bin jetzt in Phase 3 angelangt. Du befindest dich zweifelsohne noch in Phase 1. Für dich ist es ein Verlust nichts zu trinken. Du denkst, man könne nur mit dem Suchtstoff "richtig" feiern. Dem ist nicht so. Ich kann auch "ohne", aber nur mit Leuten, die nur moderat trinken. Stark zechende Leute gehen mir auf den Geist, ich empfinde sie ab einem bestimmten Pegel als unerträglich, so dass ich sie mir nicht antue.

    Gib dir selbst die nötige Zeit, damit deine Abstinenz reifen kann. Das geht nicht in wenigen Monaten. Bei mir trat eine gewisse Grundfestigung nach ca. 1 Jahr ein.

    In obiger Phase 3 bin ich jedoch erst nach mehreren Jahren angelangt.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Mir hat ganz am Anfang ein Satz aus der Selbsthilfegruppe sehr geholfen: "Nur heute nicht."

    Hallo!

    Ich würde das "nur" streichen. Dieses kleine Wörtchen könnte sonst im Unterbewusstsein falsche Erwartungen wecken, so dass es morgen womöglich schon schwerer wird.

    Besser gefällt mir der Satz: "Heute trinke ich nicht." Das hatte ich mir in den ersten Wochen gleich nach dem Aufwachen vorgenommen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Als Alkoholiker bin ich nicht mehr in der lage moderat zu trinken, das ginge allenfalls ein paar Tage gut.

    Ich habe mich in den ersten Monaten einfach von trinkenden Zeitgenossen, so gut es eben ging, fern gehalten, bis eine gewisse Festigung eingetreten war.

    Immer, wenn ich in Situationen kam, in denen ich früher getrunken habe, kam ein mulmiges Gefühl auf. Da musste ich halt durch. Geholfen hatte mir, dass ich mir diese Reaktion des Suchtgedächtnisses bewusst gemacht habe. Ich habe mir gesagt, jetzt an Weihnachten/Silvester kommt ggf. Druck auf, was mache ich dann? Immer, wenn ich mich im Vorhinein auf Suchtdruck eingestellt hatte, kam er entweder gar nicht oder in stark abgeschwächter Form.

    Man kann sich das Suchtgedächtnis -vereinfacht dargestellt, wie eine Software vorstellen, die sich nicht deinstallieren lässt, jedoch überschrieben werden kann. Aber selbst dann, pesackte es mich ab- und an.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Nun sehe ich der nächsten Herausforderung entgegen - Silvester.

    Hallo!

    Ja, Silvester ist in der Tat eine Herausforderung. Ich bin jetzt über 4 1/2 Jahre clean und gehe erstmals Silvester feiern, allerdings mit Leuten, die nur mäßig trinken und nicht so wie ich früher.

    Was hast Du an Silvester vor? Daheim bleiben?

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Erst mal Glückwunsch zu den ersten 7 Wochen.

    Die Weihnachtszeit ist für viele Neueinsteiger eine gewaltige Aufgabe, vor allem wenn sie, so wie ich früher, in dieser Zeit besonders heftig zugeschlagen haben.

    Daher dürfte dein gestriger Suchtdruck keine Überraschung aus heiterem Himmel sein. Das Suchtgedächtnis meldet sich ab und an und zeigt, dass es immer noch blendend funktioniert. Die Abstände der einzelnen Attacken werden jedoch immer größer. Ich wurde jetzt schon mehr als 1 Jahr nicht mehr gepiesackt.

    Was hilft gegen den Druck? Meine Devise: Erst mal kräftig Wasser mit viel Kohlensäure trinken. Wenn der Durst gelöscht ist, habe zumindest ich keine Lust auf Bier.

    Und anschließend Dinge tun, die einem Freude machen und zugleich ablenken.

    Ereilt einen der Druck auswärts, hilft mir auch ein sofortiger Ortswechsel, erst mal raus aus der Gefahrenzone.

    Weiterhin gutes Gelingen wünscht der
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Dein Nick-Name ist unangebracht und passt nicht zu einer Person, die bereits die ersten Schritte in die richtige Richtung unternommen hat. Du hast bei deiner Familie reinen Tisch gemacht und warst beim Doc. Ferner möchtest Du zur Suchtberatung, was absolut richtig ist. Das ist nicht "nothing", sondern schon mal eine Basis, auf die Du aufbauen kannst.

    Achte bitte auf Ausfallerscheinungen wegen deines kalten Entzuges. So was sollte zumindest ärztlich begleitet werden.

    Neueinsteigern rate ich stets zu Fachliteratur, hier `ne kleine Auswahl: https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0

    Ich habe mit Alk von Borowiak begonnen.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    oder in gewissen leitenden Positionen kannst Du dich nicht einfach outen.
    Da bist Du nicht leistungsfähig unzuverlässig und Co. Das klebt wieoblem mit Alk oder ich bin .....
    es gibt beruflich termine. kunden veranstaltungen besuche und co
    aber dafür ist die Gesellschaft noch nicht bereit. In manchen ein Makel an Dir.

    Hallo!

    Dein Text ist schwer zu lesen.

    Ich habe anfangs auch mal ähnlich gedacht. Das hat sich aber gelegt. Ich wurde durch die Praxis eines Besseren belehrt.

    Vorab: Nur Du allein entscheidest, wen Du einweihst. Ich habe den Kreis der Eingeweihten sehr eng gehalten und bin gut damit gefahren.

    Wer auf der Arbeit nicht als Trinker aufgefallen ist, sollte es sich mehrfach gut überlegen, ob er/sie ohne Not die Pferde scheu macht. Ich habe es nicht getan. Die Leute auf der Arbeit geht dieses Problem überhaupt nichts an, da ich dort nie getrunken habe oder alkoholbedingte Ausfälle hatte.

    Mit der Zeit stellte ich fest, dass sich mein Blickwinkel veränderte. Es ist nicht so, dass alle um mich herum mehr oder weniger stark Alkohol konsumieren. Nein, das war ich.

    Bleibt man selbst beim Wasser, fällt erst richtig auf, wer alles ebenfalls auf den Stoff verzichtet. ich hatte früher den Alki-Tunnelblick. Mein gesamter Focus war auf den Stoff ausgerichtet und ich redete mir ein, dass eine Vielzahl von Leuten genau so viel saufen wie ist es tat.

    Bei beruflich veranlassten Treffen kann man doch prima bei Wasser und Saftschorle bleiben. Man muss es nur mal ausprobieren. Und auf die Frage, ob man etwas Alk möchte, lautet die Antwort: "Nein, ich bleibe beim Wasser." Das war es auch dann für mich. Und ich bin am Tisch nicht der Einzige. Und von angeblichen und immer wieder vorgeschobenen Nachteilen habe ich noch nichts mitbekommen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Rina!

    Willkommen im Forum und Glückwunsch zu mehr als einem halben Jahr in Freiheit.

    Ich habe ähnlich lange wie Du "gesoffen" und lebe mittlerweile mehr als 4 1/2 Jahre unfallfrei abstinent.

    Du gehst viele Dinge richtig gut an wie die Besuche beim Therapeuten und die "analoge" SHG. Weiter so.

    In einem Punkt formuliere ich meine Verantwortlichkeit anders als Du. Ich habe mir meine Krankheit nicht ausgesucht, jedoch bin ich durchaus für sie verantwortlich und zwar mir und meiner Familie gegenüber,der ich mit meinem jahrelangen Alkoholabusus genug angetan habe.

    Therapeuten unterscheiden insoweit gerne zwischen Schuld als persönlicher Vorwerfbarkeit und unserer Verantwortung, uns aus dem Schlamassel, in das wir uns rein gesoffen haben, wieder zu befreien.

    Weiterhin viel Erfolg wünscht
    der Rekonvaleszent


    Danke Rekonvaleszent für deine Mühe, diese "Fallen" aufzuzählen.
    Das einzige "Problem" was sich mir zu Weihnachten stellt....Ersatz für die Portweinsoße zu erfinden. Da bin ich schon am Tüfteln :D

    Sylvester...könnte schwierig werden. Ein Glas Crémant zum Anstoßen wäre schön. Aber....das habe ich mir verbockt :/

    Hallo!

    Statt Wein nimmt meine Frau gerne guten Traubensaft, keine Discounter-Tetra-Packware.

    Silvester: Ich nehme gerne ein "teures" Wasser. Aber auch da gibt es alternativ Säfte.

    Nur von sog. alkoholfreiem Sekt rate ich genau so ab wie von sog. alkoholfreiem, zumeist jedoch alkoholarmen Bier.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Aus gegebener Veranlassung möchte ich in aller Kürze auf Probleme für abstinent Lebende Menschen in den kommenden Wochen hinweisen:

    1.) Überall wird man förmlich bombardiert mit Werbung für das Suchtmittel. Die Prospekte quellen über vor Reklame für Alkohol, die Werbeunterbrechungen im TV
    haben längst gleich gezogen.

    2.) Weihnachtsfeiern privat und/oder betrieblich/behördlich.

    3) Weihnachtsmärkte, vor allem der Duft von Glühwein und Schnaps sowie der Anblick von zechenden und scheinbar lustigen Leuten mit einem Glas Alk in der
    Hand.

    4.) Die Feiertage selbst müssen natürlich begossen werden.

    5.) Silvester ebenfalls.

    Das ist eine permanente Provokation für unser glänzend funktionierendes Suchtgedächtnis. Ich behaupte, die nächsten Wochen sind die gefährlichsten für trockene Alkoholiker.

    In diesem Sinne "Augen auf".

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Du wirst es ja erleben.Und: Wer weiß, was für ein Mensch sie wäre, wenn sie ihre Sucht überwinden könnte. Wobei ich mir im Klaren darüber bin, dass nicht jeder Mensch der nicht (oder nicht mehr) trinkt automatisch ein guter Mensch ist. Aber vielleicht hilft Dir ja der Gedanke, wenn sie Dich nerven sollte. Sie ist krank! So lange sie Dich nicht zu sehr bedrängt kannst Du ja mal versuchen, ob Dir dieser Gedanke dabei hilft die Geschichte entspannter zu überstehen.

    Diesen Rat, es mal darauf ankommen zu lassen, wie eine starke Zecherin so wirkt, teile ich nicht.

    Ina ist selbst erst wenige Monate trocken. So eine starke Trinkerin kann das eigene Suchtgedächtnis enorm provozieren. Denn das funktioniert immer noch einwandfrei.

    Und wenn Ina die einzige ist, die sich am Wasser festhält, ist der Versuchung durch die trinkenden Anderen schon enorm. Ruck-zuck gaukelt ihr das Suchtgedächtnis einen vor: "Jetzt bist Du schon so lange trocken, jetzt könntest Du doch aus Höflichkeit einen mittrinken." Oder besagte Person drückt ihr einfach ein Glas in die Hand. Dann ist der Weg zum Konsum schon sehr nah.

    Ina dürfte selbst noch lange nicht gefestigt genug sein, um solch einen Selbstversuch zu starten.

    Mein Rat: Wehret den Anfängen. Erst mal auf Nummer sicher gehen und der Gefahr ausweichen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Besagte Dame dürfte auch ein Alkoholproblem haben.

    Da fallen mir nur 2 Lösungen ein:

    1.) Der Freund kommt ohne besagte Person, die dir nicht gefällt. Genau so kannst Du es gegenüber deinem Mann kommunizieren. Sie tut dir nicht gut. Sie trinkt und animiert. Das hälst Du nicht aus und möchtest Du dir auch nicht zumuten.

    2.) Alkoholfreier Haushalt, auch bei Besuch.

    Die Lösungen werden dir nicht schmecken.

    Zu mir nach Hause kommen keine Kampftrinker, Sauf-Animateure oder Leute, die mir nicht gut tun. Da bin ich konsequent.

    An anderer Stelle wurde nicht nur mir geraten: Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht.

    Genau daran halte ich mich.

    Warum möchtest Du es anders handhaben und dich in Gefahr begeben? Das leuchtet mir nicht ein.

    Gruß
    Rekonvaleszent