Hallo!
Auch ich habe anfangs hinsichtlich deiner Einschätzung als Alkoholiker so gedacht wie Du. Das hat sich aber im Laufe der Zeit gelegt. Du bst erst kurz dabei, gib dir doch einfach die nötige Zeit, deine Abstinenz, die Du anstrebst, reifen zu lassen.
Körperlich war ich sehr schnell entgiftet, bis sich jedoch das Gehirn und die Psyche von dem jahrelangen Abusus erholt hatten, das dauerte, eher Jahre als Monate.
Mit der Zeit gelang es mir, meinen Frieden mit meiner Krankheit, die immer noch tief in mir schlummert, zu machen. Ich habe mir diese schlecht beleumundete Krankheit nicht freiwillig ausgesucht. Ich trage für sie die Verantwortung.
Es gibt auch andere lebensgefährliche Krankheiten, die z.B. intensive medizinische Behandlungen über OPs, Bestrahlungen und/oder erheblicher Medikation erfordern. Das muss ich alles nicht tun bzw. über mich ergehen lassen. Im Vergleich dazu habe ich eine absolut einfach zu handhabende Krankheit.
Genauer gesagt, ich muss eigentlich gar nichts aktiv tun, ich muss nur etwas unterlassen, nämlich Alkohol zu konsumieren.
Ich kann nicht mit Alkohol umgehen, das stimmt. Andere können es. Dafür kann ich vielleicht Dinge, die andere nicht so gut beherrschen. So einfach ist es mittlerweile für mich.
Vielleicht hilft dir ja eine Unterscheidung zwischen aktiv und passiv. Ich sehe mich als passives Mitglied im "Club der Alkoholiker".
Ich gebe dir den Tipp, dir mal den 3-Teiler "Der Trocken-Doc" anzuschauen. Einfach mal googeln. Darin taucht der absolut zutreffende Vergleich auf: "Alkoholismus ist eine Einbahnstraße, es gibt keine Rückkehr in ein früheres Stadium."
Gruß
Rekonvaleszent