Hallo Xena,
tue dir das mit den Schuldgefühlen nicht an. Damit machst du dir nur das Leben schwer, ohne deinem Mann zu helfen.
Stehe ihm zur Seite. Aber nicht aus Schuldgefühlen, sondern weil er deiner Hilfe wert ist.
Alles Gute
Bassmann
Hallo Xena,
tue dir das mit den Schuldgefühlen nicht an. Damit machst du dir nur das Leben schwer, ohne deinem Mann zu helfen.
Stehe ihm zur Seite. Aber nicht aus Schuldgefühlen, sondern weil er deiner Hilfe wert ist.
Alles Gute
Bassmann
Oh man, wenn ich den letzten Absatz deines Beitrags lese, tust du mir leid, Xena. Wie kommst du darauf, dass du Schuld auf dich geladen hast? Und was hat dein Mann davon, wenn du dich selbst bestrafst, indem du wieder rauchst?
Mir fehlen echt die Worte. Und das will was heißen.
Willkommen im Forum.
Bassmann
In "meinem" Raucherforum hieß Rumpelstielzchen oTTo. Der Name ist aber auch der einzige Unterschied. Ansonsten ereilte oTTo dasselbe Schicksal wie Rumpelstielzchen.
Je geringer die Angst vor oTTo wurde und je weniger Beachtung er bekam, desto kleiner wurde er.
Ich las von Leuten die den einstmals riesigen oTTo in eine Streichholzschachtel sperrten und irgendwann vergaßen, wo sie die Schachtel abgelegt hatten.
Schon erstaunlich, wie ähnlich sich die Monster der Süchte sind.
Bassmann
Hallo Skinked,
warum ist es eigentlich so, dass man nicht einfach so mit dem Trinken aufhören kann? Warum gelingt es meist nicht, von heute auf morgen einfach weniger zu trinken? Warum kreisen die Gedanken während einer Trinkpause ständig um den Alkohol?
Mir hat es geholfen, auf diese und andere Fragen Antworten zu finden. Dazu habe ich mich mit Hilfe von Büchern, dem Internet usw. schlau gemacht. Die pauschale Aussage „Ich bin ein Alkoholiker“ hat mir nicht gereicht.
Dann habe ich mir die Frage gestellt, was sich in meinem Leben zum Positiven verändern könnte, wenn ich aus dem Suchtkreislauf aussteige. Als ich die Antwort kannte -ich hatte das Glück, aus meinen beim Rauchstopp gemachten Erfahrungen schöpfen zu können, wusste also, wohin die Reise gehen könnte- und auch fühlte, dass diese Veränderung für mich wertvoll sein würde, war alles gar nicht so furchtbar schwer. Zumindest rückblickend.
Dein letzter Satz zeigt eigentlich das ganze Dilemma auf.
Wenn dir etwas wichtig ist, kannst du dich gegen den Trinkwunsch (Ich schreibe bewusst nicht: Gegen den Alkohol. Denn der führt ja kein Eigenleben.) durchsetzen. Ansonsten lässt du dich treiben.
Es ist also eine grundsätzliche Einstellungs- und Verhaltensänderung angesagt, oder?
Willkommen im Forum!
Bassmann
Bassmann:
Ich beneide dich um deine Standfestigkeit, dass du deine Entscheidung nie in Frage stellst. Gratuliere!
Och Mensch… Warum werde ich nur immer falsch verstanden?
Ich bin weder besonders standhaft, noch besteht Grund zur Gratulation. Denn ich muss nichts in Frage stellen. Es ist schlicht und einfach so, dass es für mich keine Alternative zu einem Leben gibt, in dem ich mich frei fühle und nicht süchtig einem Stoff nachjage.
Ich habe es schon oft beschrieben: Mein „Wake-up-Call“ war der Rauchstopp. Als ich nach drei Monaten rückfällig wurde und als Folge erneut süchtig rauchen musste, erfuhr ich mit allen Fasern meines Herzens und meines Verstandes, was für ein enormer qualitativer Unterschied zwischen den gelegentlichen Suchtattacken während des Rauchstopps und der ständigen Sucht nach mehr Nikotin nach dem Rückfall bestand. Ich hätte mir in den Hintern beißen können, dass ich meine Rauchfreiheit so leichtfertig aufgegeben hatte und ich schwor mir, dass ich nie wieder rauchen würde, wenn es mir gelingen würde, irgendwann einmal 24 Stunden am Tag nicht zu rauchen.
Es dauerte drei Jahre, dann war es bzw. war ich so weit.
Als ich dann mit dem exzessiven Trinken aufhörte, stand für mich außer Zweifel, dass dies gleichbedeutend mit einem enormen Zuwachs an Lebensqualität sein würde. Ich musste nur durch die Entzugserscheinungen durch.
Eins ist doch klar: Entzugserscheinungen sind Reaktionen des Körpers auf den Entzug des Suchtmittels. Was haben die mit meiner Entscheidung zu tun? Sie können mir das Leben eine Zeit lang schwer machen. Aber welche Alternative zur „Standhaftigkeit“ habe ich denn?
Wie Franz in einem anderen Thread schrieb, bedeutet das Einknicken vor den Entzugserscheinungen nichts anderes, als dass man die harte Ausstiegszeit verlängert.
Gruß
Bassmann
Denn wenn ich die richtige Einstellung dazu hätte, dann müsste es mir doch ganz leicht fallen. Aber ich glaube, das ist ein Irrtum. Vielleicht trifft es ja auf manche Menschen zu (z.B. hier im Forum auf den Bassmann)
Mit der richtigen Einstellung -bei mir ist das die Überzeugung bzw. das WISSEN, dass Sucht schlecht ist und langfristig immer zu Einbußen in der Lebensqualität führt- wird der Ausstieg nicht leicht, aber die mit dem Ausstieg verbundenen Entzugserscheinungen bekommen eine geringere Wichtigkeit. Sie gehören eben zum Ausstieg aus einer Sucht dazu und werden irgendwann seltener bzw. weniger belastend. Diese Einstellung hat mir den Ausstieg extrem erleichtert, denn sie hatte zur Folge, dass ich nicht bei jeder Schwierigkeit meine Ausstiegsentscheidung in Frage stellte.
Und dadurch wird der Ausstieg dann wahrscheinlich tatsächlich leichter als für jemanden, der stets hadert und seine Entscheidung immer wieder zur Disposition stellt.
Bassmann
Hier kam mir sofort Bassmann in den Sinn - er würde wohl hinter dieser Deiner These/Hoffnung kein Fragezeichen, sondern ein Ausrufezeichen setzen. Vielleicht habe ich ihn ja immer noch nicht verstanden nixweiss0 - aber für mich ist und bleibt dies nur ein "frommer Wunsch". Aber Du hast ja für Dich schon erkannt, dass das Selbstbetrug ist.
Es ist zwar letztendlich unerheblich, ob du mich verstehst, Greenfox, denn du hast den Suchtausstieg ja schließlich gepackt und kommst klar.
Natürlich kann man nach Trinkgründen suchen, um sein Verhalten zu erklären. Für mich ist die Sache jedoch viel einfacher:
Zum einen verändert sich der Mensch. Was vor Jahren zum exzessiven Trinken (zum Rauchen, zum Kiffen usw.) geführt hat, muss heute nicht mehr gelten. Darüber hinaus gibt es m.E. keinen Grund für das exzessive Trinken außer den der Betäubung. Wer in der Betäubung auch nach seinem Suchtausstieg noch irgendeinen Sinn sieht, der wird vom Trinken nicht loskommen. Alle anderen haben gar keine andere Wahl, als den Absprung nachhaltig zu betreiben.
Nur dann wird Leben lebenswert.
Bassmann
Es ist eine Art der Betrachtung, und *mir* fällt es leichter, ihn *momentan* noch als Feind zu sehen, den ich mit Freude in den Allerwertesten trete, um frei zu sein.
Du hast Recht, Nowina. Ich habe es anfangs ähnlich gehandhabt. Man kann die Erfolge besser feiern, wenn man den Gegner personalisiert.
In Bezug auf die Entzugserscheinungen habe ich mir die Rezeptoren in meinem Gehirn sogar eine Zeit lang als eine nach Futter quengelnde Vogelbrut vorgestellt, die eigentlich schon längst flügge ist, aber aus Bequemlichkeit noch eine paar Tage von Mama und Papa durchgefüttert werden möchte.
Diese Brut rauszuwerfen, indem ich ihr das Futter verweigere, hat mir mehr als nur klammheimliche Freude bereitet.
Irgendwann war es dann aber vorbei und ich wusste, dass ich -und nur ich- es in der Hand habe, ob Suchtmittel in meinem Leben noch eine Rolle spielen.
Dir alles Gute
Bassmann
Ne, du schlauer Fuchs, das ist wahrscheinlich keine Hellseherei, sondern dürfte eher darauf beruhen, dass du mich mittlerweile ganz gut kennst.
Gruß
Bassmann
Greenfox : Ich habe kein Mitleid mit dir. Warum sollte ich auch? Du hast dich auf einen Weg begeben, der deinen Alkoholismus in Schach hält. Also ist (zunächst einmal) alles gut. Dieser Weg ist allerdings in meinen Augen mit großen Risiken behaftet, weil er dich mit der Sucht letztendlich nicht abschließen, sondern in erster Linie aus Angst vor den Folgen nicht zur Flasche greifen lässt.
Aber er ist immerhin ein Weg, der -wie ich kürzlich wieder einmal las- ca. 1% aller Alkoholiker (zumindest vorübergehend) vom Trinken abhält.
Hallo Nowina,
als ich deinen Beitrag las, blieb auch ich an dem von Greenfox zitierten Satz hängen. Doch aus völlig anderen Gründen. Ich dachte: Warum ist eigentlich der Alkohol der Feind? Der hat doch keinen Missbrauch betrieben. Der aktive Part liegt eindeutig beim Trinker/der Trinkerin. Der/die hat es in der Hand, ob sich etwas ändert und was sich ändert.
Viel Erfolg beim Ausstieg
Bassmann
Der 4. Skiurlaub und das 4.Silvester nach meinem Ausstieg. Mir geht gerade durch den Kopf, dass ich diesen Tag vor meinem Ausstieg als Freifahrtsschein zum Saufen in der Öffentlichkeit sah. Jetzt wird er zum 4.Mal mit gutem Essen und Gesprächen, an die ich mich auch morgen noch erinnern kann, einen würdigen Jahresabschluss bilden.
Bassmann
(der allen Foris ein gutes Jahr 2016 wünscht)
Nur ein Gedanke zum "Verachten", das du ansprichst, Ingo.
Was ist daran verachtenswert, wenn etwas nicht (auf Anhieb) klappt?
Abhaken, neue Strategie versuchen und sich ggfs. dabei unterstützen/helfen lassen.
Alles Gute
Bassmann
Was zufriedene Trockenheit bedeutet, ist mir nach euren Antworten immer noch nicht klar. Dass mit der Abstinenz das Leben nicht plötzlich nur noch aus glücklichen Momenten besteht, ist mir klar. Man könnte ein solches Leben wahrscheinlich auch nicht wirklich schätzen, weil alles zu einem Einheitsbrei vorkommen würde. Am meisten kann ich mit der Aussage anfangen, dass zufriedene Trockenheit gleichbedeutend mit der Erfahrung ist, den Alkohol nicht mehr zu brauchen. Genau diese Erfahrung löst bei mir aber viel stärkere Gefühle wie z.B.Freude aus.
Gruß
Bassmann
Hallo Henri,
mich interessiert das mit der zufriedenen Trockenheit.
Wenn ich mir vergegenwärtige, dass ich nicht mehr trinken muss, geht das dann aufkommende Gefühl weit über Zufriedenheit hinaus. Ich spüre dann echte Freude oder sogar Glück.
Zufriedene Trockenheit muss deshalb wohl etwas anderes sein.
Nur was?
Willkommen im Forum.
Bassmann
Klar taucht es dann immer mal wieder auf, aber das ist normal und das darf es auch. Es ist uns auch Spiegel und wir können von ihm lernen. Es ist ein Teil von uns, der verwandelt und erlöst werden will. Es darf immer wieder dort sein, vor der Türe - aber es liegt in unserer HAND die Türe zu öffnen oder eben nicht.
Wahrscheinlich ist die Sucht für jeden etwas anderes. Für mich war Sucht ein Irrweg. Egal ob Alkohol oder Nikotin. Seit ich das weiß, lässt mich die Sucht größtenteils in Ruhe. Selbst wenn ich ein Aufflackern bemerke, ist das für mich immer etwas, das die Vergangenheit betrifft und dort auch hingehört.
Es grüßt
Bassmann
Rückblickend erscheint alles so furchtbar einfach gewesen zu sein.
Vergessen ist die Furcht vor dem Leben, das ohne Alkohol ungeschminkt daher kommt. Vergessen die Besorgnis, dieses Leben ohne Alkohol nicht aushalten zu können. Vergessen alle zurechtgelegten Trinkgründe.
Wobei …eigentlich ist nichts vergessen…
Die Realität ohne Alkohol ist nur völlig anders als befürchtet.
Und rückblickend stellt sich nur eine einzige Frage: Warum bin ich nicht früher gesprungen?
Beste Wünsche
vom Bassmann
Hallo Dietmar,
Es ist schwierig, zu Bassmanns Beitrag die wirklich passende Antwort zu finden. Vielleicht die, dass derjenige, der z.B. durch Rückfall die Macht der Sucht selbst an sich erlebt hat - und nun wieder trocken ist - die Mechanismen der Sucht besser versteht, wie der, der das alles versucht auf eine rein rationale Ebene zu schieben?
Ich habe diesen Eindruck nicht, zumal du am Ende des Beitrags, aus dem ich das Zitat genommen habe, aus heiterem Himmel auf das kontrollierte Trinken zu sprechen kommst.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich am Anfang meines Rauchstopps anderen nachplappernd immer darauf hinwies, dass es die berühmte EINE für mich nicht geben kann. Irgendwann ging mir auf, dass mir scheißegal war, ob ich nach dem Rauchen einer Zigarette rückfällig werden würde oder nicht. Denn ich würde keine Zigarette mehr rauchen, weil sie mir nichts mehr geben konnte.
Warum deshalb ständig von der EINEN, warum vom Kontrollieren sprechen?
Ich hatte mich lange mit meiner Sucht beschäftigt, analysiert warum ich den Tabak missbrauchte und schließlich erkannt, dass mir die Zigarette das, was ich in ihr suchte, nicht zu geben vermochte. Also bestand und besteht für mich kein Grund zu rauchen. Weder kontrolliert noch unkontrolliert.
Beim Alkohol ist es nicht anders. Irgendwann merken wir, dass wir uns mit seiner Hilfe mühelos unsere Welt schöner machen können. Ein Schluck… und schon sind wir besser drauf, verschaffen uns Belohnung usw.
Die Macht der Sucht zu erkennen, heißt für mich anzuerkennen, dass ich diesen leichten Weg bevorzuge und, weil er so leicht ist, den Hals nicht vollbekomme.
Dieses Anerkennen und die Entscheidung, es in Zukunft anders zu machen, geht m.E. nur mit dem Kopf.
Das Andersmachen kann z.B. das kontrollierte Trinken sein, keinesfalls aber das Trinken von Alkohol nach einer Phase der Abstinenz.
Wer das tut, der hat m.E. nicht verstanden, was Sucht ist. Sucht braucht nicht den Alkohol, sie braucht keine Zigaretten usw. Sie braucht nur einen Menschen, der sich nicht mit dem zufrieden zu geben vermag, was das Leben von sich aus bietet. Sie braucht einen Menschen, der sich auf Knopfdruck Wohlbefinden verschaffen will, der sich und sein Leben anders erleben möchte als es tatsächlich ist usw.
M.E. verstehst du eine Menge von „nass“ und „trocken“. Und ich glaube, dass du wie so viele hier der Meinung bist, dass der Alkohol dein Feind und dass die Sucht hinterlistig ist.
Dabei ist sie ausgesprochen berechenbar.
Das fängt bei der Belohnung mit Alkohol nach einer Phase der Abstinenz an. Wenn du nicht süchtig bist, wirst du dich nicht mit Alkohol belohnen wollen. Und wenn du süchtig bist, darfst du dich nicht mit Alkohol belohnen. Denn das Wesen der Sucht besteht darin, immer mehr zu fordern.
Vielleicht ist es sinnvoller, sich seiner Sucht zu stellen als darauf zu hoffen, dass alles gut wird, wenn man nur schön trocken ist.
Denk mal drüber nach.
Bassmann
„Ein wenig Belohnung darf nun allmählich schon mal sein.“
Wie kann jemand, der eine LZT gemacht hat und noch dazu über SHG-Erfahrung verfügt, auf die Idee kommen, sich mit einer Droge (Alkohol) belohnen zu können?
Leichtsinn oder Überheblichkeit kann ich als Begründung nicht nachvollziehen. Ich habe zwar nie eine LZT gemacht. Aber da diese Therapien m.W. den klassischen Ansatz vertreten, wirst du dort gelernt haben, dass du nie wieder einen Tropfen Alkohol trinken darfst, wenn du nicht in alte Muster zurück verfallen willst.
Deine Erklärungen/Begründungen kommen mir deshalb so vor, als wolltest du uns -und natürlich in erster Linie dich selbst- verarschen.
Die obige Begründung für einen Rückfall hat mich bereits vor Jahren genervt, als ich aus der Nikotinsucht ausstieg und solche Sätze immer wieder in einem Raucherforum las.
Mein Gedanke bei solchen Rückfällen ist immer: Da hat einer noch (immer) nicht begriffen, dass die schnelle Belohnung durch Drogen keine wirkliche Belohnung, sondern ausschließlich der (erneute) Start in eine Abhängigkeit sein kann.
Das musste ich einfach mal loswerden.
Aber nichts desto trotz: Herzlich willkommen im Forum Dietmar.
Bassmann
So, das war meine Geschichte,
Meinst du?
Vielleicht fängt die richtig gute Geschichte ja jetzt erst an.
Alles Gute,
Bassmann.
Guten Morgen Gina,
vielen Dank für deine ausführliche Schilderung.
Das Lavario-Projekt ist mir nicht ganz unbekannt. Am Anfang meines Ausstiegs habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam und Lavario war auch dabei. Insbesondere die Soforttipps waren mir in der Entzugsphase eine echte Hilfe. Die Sache mit dem inneren Kind und die schrittweise Reduktion habe ich dagegen weggelassen.
Dir weiterhin alles Gute
Bassmann