Beiträge von Gerchla

    Hallo Freundin123,

    erst mal finde ich es gar nicht so schlecht, dass Dein Freund sich scheinbar schon ernsthaft mit seinem Problem auseinander setzt. Oder es zumindest versucht. Es gehört natürlich zum Krankheitsbild, immer wieder zu versprechen, dass man nichts mehr trinkt. Ich glaube, viele meinen das dann in diesem Moment auch so wie sie es sagen. Aber die Sucht ist leider verdammt mächtig und nur mit wollen und versprechen ist sie nicht zu besiegen. Ich persönlich glaube, dass es schon Sinn macht als Partner, einen Alkoholiker zu begleiten und zu helfen auf den Weg in die Trockenheit. ABER: Nur, wenn dieser es wirklich will und ernsthafte Schritte unternimmt. Wenn dem so ist, dann kann der Partner eine große Stütze und Hilfe sein. Im anderen Fall, also wenn der Alkoholiker eigentlich gar nicht will, vielleicht nur Zeit gewinnen will oder einfach mal kurz seine Ruhe haben will usw., dann macht es keinen Sinn sich das weiter anzutun. Denn dann kann man einfach nicht helfen. Im Gegenteil, das eigenene Leben geht dabei kaputt... Wie die Situation jetzt genau bei Dir und Deinem Freund ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Da musst Du Dich vielleicht auf Dein Gefühl verlassen. Wobei Du auf jeden Fall Grenzen definieren solltest, wie weit es geht und ab wann Du dann Konsequenzen ziehst.

    Zitat

    Ich habe paar Fragen an euch, wie ist es denn wenn man vom Alkohol abhängig ist und z.B. eine lange Zeit lang trocken ist, hört man nach irgendeiner Zeit z.B. nach vielen Jahren auf, ständig daran zu denken etwas trinken zu können. Oder ist das so dass man bei größeren Problemen die man dann hat wieder daran denkt zu trinken. Oder kann es sogar sein, dass wenn man keinen Alkohol mehr trinkt und andere Menschen sieht wie die Trinken, dass man ganz froh darüber ist dass man es selbst nicht mehr macht. Kann es denn sein das man sein Leben nach einer Zeit wie gewohnt fortsetzt und gar nicht mehr den Drang dazu hat etwas zu trinken?

    Ich bin nun etwas mehr als 2 Jahre trocken. Mittlerweile ist es für mich der Normalzustand. Alkohol reizt mich nicht mehr, nicht im Supermarkt, nicht wenn ich weggehe und dort getrunken wird und auch nicht, wenn ich mal Gäste habe und für diese sogar extra Alkohol besorgt habe (was zugegeben nicht oft vor kommt). Ich will einfach nicht mehr trinken, vielleicht vergeichbar mit einem Vegetarier, der einfach kein Fleisch mehr essen will und gar nicht darüber nachdenkt, dass er es ja mal wieder könnte.

    Allerdings kann ich Dir jetzt nicht sagen, ob das immer so bleiben wird. Ob das in 20 Jahren auch noch so ist... Ich hoffe es, weil ich den Sinn von Alkohol in meinem Leben nicht mehr erkennen kann. Aber, Du kannst mir ja auch nicht sagen, ob Du in 20 Jahren nicht auch irgend ein Problem hast ;) Will damit sagen, eine absolute Garantie für irgendwas gibt es nicht.

    LG
    gerchla

    Hallo Nowina,

    zu dem was Greenfox Dir geschrieben hat, möchte ich noch kurz etwas sagen. Also vorab erst mal, ich sehe es ganz genauso wie er.

    Speziell zu dieser Aussage:

    Zitat

    Und bevor ich jetzt von Bassmann oder anderen dafür "bemitleidet" werde, den ganzen Tag das Mantra "Ich darf nicht trinken!" vor mich hinmurmelnd durch die Gegend zu schleichen: so ist es keineswegs.

    Es ist absolut nichts schlimm daran, sich mit seiner Krankheit auseinander zu setzen. Anfangs sicher etwas mehr, später dann vielleicht weniger. Einige, wie Greenfox, finden ihre "Berufung" dann auch z. B. durch großes Engagement in einer SHG oder in der Suchthilfe generell. Ich denke das müsste er nicht, aber er WILL es wohl. Gut so und gut das es diese Menschen gibt.

    Auch ich setze mich immer wieder mit meiner Krankheit auseinander und ja: es hilft mir. und nein: es belastet mich nicht. Und ich tue es auch nicht ständig, sondern wenn mir danach ist. Z. B. hier im Forum schreiben oder mal ein Gespräch mit einem guten Freund darüber führen. Aber ganz bestimmt nicht jedes Gespräch! Also ein ganz normaler Umgang irgendwann mal.

    Und übrigens, ich sehe das so, dass das bei anderen chronischen Krankheiten ganz genauso ist. Ein Diabetiker beispielsweise kann auch nicht einfach so tun als gäbe es seine Krankheit nicht. Also er kanns probieren, aber es wird nicht funktionieren. Ich kenne Menschen mit Schilddrüsenkrankheiten, ja die müssen sich auch ständig damit auseinander setzen. Immer wieder die Medikamente anpassen, neu einstellen usw. Ist halt so. Wenn man Alkoholismus bei sich als Krankheit anerkennt, dann hat man damit auch keine Probleme.

    LG
    gerchla

    Hallo Nowina,

    auch von mir ein (spätes) herzlich Willkommen hier im Forum. Liest sich für mich sehr gut, was Du da so schreibst. Ich glaube, Du hast auf jeden Fall jetzt erst mal die richtigen Schritte eingeleitet - Problem erkannt, willst etwas dagegen unternehmen und ziehst auch einen Arzt zu Rate und bist nicht zuletzt auch hier "gelandet" und tauscht Dich mit anderen aus. Das kann m.E. sehr hilfreich sein.

    Zitat

    Da ich ja schon einmal 5 Monate komplett alkoholfrei war und es mir zu der Zeit wunderbar ging (stressresistenter, wacher, fitter - abgesehen von den 20 kg, die ich damals - allerdings schon vor der "Abstinenz" - abgenommen hatte und die nun fast komplett wie aus Zauberhand wieder da sind :-\ :-\ :-\ ) denke ich, das ist es, was ich wieder möchte.

    Zu Anfang meiner Trinkerkarriere (da hatte ich vielleicht seit 2 oder 3 Jahre getrunken aber auf noch relativ niedrigem Niveau) hatte ich auch mal eine längere Trinkpause (später ging das nicht mehr). Ausgelöst damals durch die Geburt meiner Tochter, ich wollte da einfach nicht mehr, hatte Angst, dass ich mich im betrunkenen Zustand nicht richtig kümmern kann, vor allem nachts.
    Das ging damals ganz gut, allerdings musste ich schon immer wieder an Alkohol denken und auch kämpfen ihn nicht zu trinken. Nach ein paar Monaten sind wir dann in eine größere Wohnung umgezogen und mein neuer Nachbar saß im Garten und hat mich spontan zu einem Bier eingeladen. Und ich Depp hab's getrunken. Nur dieses EINE Bier. Das war's dann gewesen. Hat nicht lange gedauert und ich hatte mein altes Niveau und dann sofort auch deutlich mehr. So, als ob ich das nachholen müsste auf das ich verzichtet hatte...

    Will damit eigentlich nur sagen, dass es normalerweise (aus meiner Sicht) nicht reicht, "nur" nichts mehr zu trinken. Wenn man dauerhaft trocken bleiben will, braucht es mehr. Bei meiner Trockenphase z. B. habe ich mich überhaupt nicht reflektiert, mich überhaupt nicht (tiefer) mit mir und meinem Leben und meiner Sauferei beschäftigt. Das wollte ich auch gar nicht, ich wollte einfach nur nichts mehr trinken. Den ständigen Druck doch was zu trinken, habe ich weggedrückt, mich auch nicht damit auseinander gesetzt, mir keine Hilfe von außen geholt und alles mit mir alleine ausgemacht. Aus meiner heutigen Sicht ist mir klar, dass ich es so nicht dauerhaft schaffen konnte. Ich war einfach noch nicht so weit.

    Warum schreibe ich Dir das? Weil Du daraus vielleicht für Dich ein paar Anregungen ziehen kannst, wie Du Deinen Weg weiter gehst. Es ist so, dass es bei jedem von uns anders gelaufen ist, sowohl der Weg in die Abhängigkeit als auch der Weg heraus. Ein Patentrezept kann Dir also leider niemand geben. Ich kann aber trotzdem (oder gerade deswegen) hier im Forum immer wieder Anregungen für mich finden, die mir auch helfen meinen Weg weiter zu gehen. Und das wünsche ich Dir auch!

    LG
    gerchla

    Zitat

    Habe heute morgen schon vor lauter Verzweiflung bei den AA angerufen.


    Also das war bestimmt nicht die schlechteste Idee. Und es zeigt ja auch, dass Du wirklich was tun willst.

    Zitat

    Bin jetzt auch am überlegen ob och dort mal zu eine Meeting gehe


    Geh' doch einfach hin. Am besten gleich zum nächstmöglichen. Du kannst nichts verlieren, nur gewinnen. Greenfox hat ja schon angedeutet wie es bei den AA normalerweise läuft. Die Leute erzählen von sich, die anderen hören zu. Wenn ein "neuer" dabei ist, erzählen viele erst mal wie es bei ihnen war mit dem Trinken und dem Ausstieg. Allein davon kann man schon sehr viel profitieren. Du musst nichts erzählen wenn Du nicht willst, Du kannst aber, wenn Du das Bedürfnis dazu hast. Und ja, ich habe es auch eher als Monologgruppe empfunden. Aber es entwickeln sich natürlich auch Gespräche jenseits der offiziellen "Sitzungen", also z. B. davor oder danach, wenn man sich mit den Leuten noch ein wenig austauscht (aber nur, wenn man das will). Also ich denke, Du hast wirklich nicht zu verlieren, einfach mal hingehen.

    Ansonsten hat Greenfox ja schon gesagt das keine Gruppe wie die andere ist. Auch bei den AA ist nicht jede wie die andere. Wenn Du bei Dir eine Auswahl haben solltest, dann probier' doch einfach alle mal aus. Oder vielleicht gefällt Dir die erste Gruppe auch so gut, dass Du dort bleiben möchtest.

    LG
    gerchla

    Hallo Ingo,

    schön, dass Du hier ins Forum gefunden hast. Du hast Dein Problem erkannt und willst etwas dagegen tun, das ist schon mal gut.

    Wie Du das so kurz beschrieben hast, hört sich das für mich nach dem klassischen Quartalstrinken an....

    Da kann ich nicht so mitreden, weil ich immer meinen Pegel gebraucht habe, längere Zeit nichts trinken war, wenn überhaupt, nur mit äußerstem Kampf bei mir möglich. Aber egal wie, ich denke Du brauchst eine gute Strategie, wenn der Druck wieder kommt. Das brauch(t)en wir alle, egal welche Art von Trinker wir waren/sind.

    Hier im Forum kannst Du sicher von den Erfahrungen der anderen profitieren. Ich würde an Deiner Stelle aber trotzdem alle Hilfmöglichkeiten, die es sonst noch gibt, probieren. Also Suchtberatung, evtl. Therapie usw. Und auch eine reale SHG... Bei mir war das so, dass ich gleich losgerannt bin und Termine gemacht habe bzw. einfach in eine SHG gegangen bin. Weil ich wollte es unbedingt schaffen und dazu war mit jede Hilfe recht. Erst im Laufe der Zeit habe ich dann langsam für mich entschieden, was ich weiter machen will (muss) oder wo ich mich zurück ziehen kann (muss). Das ist alles sehr individuell. Wir haben zwar alle die gleiche Krankheit aber trotzdem muss jeder für sich seinen Weg in die Trockenheit finden. Da kann Dir das Forum sehr hilfreich sein.

    Freue mich wieder von Dir zu lesen und wünsche Dir einen guten (alkoholfreien) Rutsch ins Neue Jahr!

    LG
    gerchla

    Hallo Anton,

    ja ja, alle Jahre wieder. Und dann die Frage: Was hast Du Dir für das Neue Jahr vorgenommen? Irgendwas hat dann eigentlich fast jeder parat, z. B. bisl abnehmen oder mehr Sport machen usw. Was ich mir, als ich noch trank, nie zu Silvester vorgenommen habe, war mit dem Saufen aufzuhören. Ich wusste, dass ich das so einfach nicht schaffe. Aber ich hatte natürlich viele Versuche, immer wieder und während des Jahres, mit dem Trinken aufzuhören. Ausgelöst meist durch irgend ein Ereignis, z. B. ein Ausraster im Suff, eine Kopfwäsche am Tag danach, wo mir erzählt wurde, was ich alles fürn Mist gemacht habe usw. Kennt ja fast jeder. Natürlich hatte ich auch immer einen Plan, wie es dieses mal klappen könnte.

    Aber:

    Zitat

    Meine Erfahrung beim Abschied vom Alkohol ist die, dass man sich gedanklich gut vorbereiten sollte, sich selbst und andere Alkoholiker betrachten und sich über die Konsequenzen eines solchen Lebens schonungslos Gedanken machen sollte.
    Dann nimmt man sich einen Termin vor, an dem man (bei physisch kritischem Alkoholismus unbedingt unter ärztlicher Begleitung) den Entzug beginnt. Ein langes Wochenende wäre dafür ideal, besser noch ein Urlaub eine Urlaub, eine Kur, ein Entzug in alkoholfreier Umgebung.

    Genau so war es bei mir dann nicht! Ganz im Gegenteil. Entspannt, quasi fast nüchtern mit "nur" 4 Bier intus kam ich abends von der Arbeit nach Hause. Mit dem festen Vorsatz, zahlreiche Biere folgen zu lassen, in Ruhe und heimlich. Meine Frau empfing mich, wollte einiges mit mir ausdiskutieren. Als wir fertig waren wusste ich: Das war's! Ich wollte NIE mehr Alkohol trinken. Tag's drauf bin zu meinem ersten Treffen in die SHG, Termin beim Psychologen usw.

    Geplant war das überhaupt nicht. Das Gefühl, dass ich damals hätte, war geprägt von einer enormen Entschlossenheit es schaffen zu wollen. Und bald auch von einer gewissen Zuversicht, es schaffen zu können. Alle, mehr oder weniger geplanten Versuche vorher, sind immer gescheitert. Verstehe einer warum.....

    So war das bei mir. Und für Silvester nehme ich mir jetzt bereits zum 3. mal hintereinander nichts mehr vor! Es ist jetzt das 3. Silvester ohne Alkohol für mich und mein Leben ist gut so wie es ist.

    Dir auch einen schönen Silvesterabend und alles Gute für das kommende Jahr

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Henri,

    schön, dass Du zu uns gefunden hast. Ich finde es immer schön, wenn Menschen die schon sehr lange trocken sind hier schreiben. Ich glaube es ist gerade für neue die loskommen wollen vom Alkohol motivierend, wenn sie sehen, das andere es geschafft haben, auch über viele Jahre hinweg. Und auch wie die verschieden Abschnitte seit des Trockenseins und die Herausforderungen, die ja nicht ausbleiben, gemeistert wurden.

    Zum Thema "zufriedene Abstinenz": Eigentlich geht es doch nur darum, mit seinem Leben zufrieden zu sein. Lassen wir das Wort Abstinez doch einfach mal weg. Manche sagen ja immer wieder, man könne ja gar nicht so zufrieden sein, wenn man sich doch immer wieder mit Alkohol auseinader setzt, z. B. in einer Selbsthilfegruppe oder hier in einer virtuellen SHG. Weil man dann ja dauernd daran denkt. Man könne ja nur zfrieden sein, wenn der Alkohol gar keine Rolle mehr spielt im Leben. Quatsch aus meiner Sicht. Ich bin hier freiwillig und ich setze mich mit Alkohol auseinander weil ich das will, keiner zwingt mich dazu. Zu sagen, das macht mir Spaß wäre vielleicht etwas übertrieben, aber ich mache es gerne und sehe darin einen gewissen Sinn und wenn es der ist, dass ich dem ein oder anderen einen Denkanstoss geben kann der ihm/ihr weiter hilft.

    Für mich bedeutet zufriede Abstinenz somit einfach nur, dass ich mit meinem Leben so wie es jetzt ist zufrieden bin. Eigentlich ganz einfach....

    Henri, ich freue mich mehr von Dir zu lesen.

    LG
    gerchla

    Hallo Dietmar,

    sehr interessant, was Du da schreibst! Warum habe ich bloß zum Saufen angefangen? Die Frage stellt sich wahrscheinlich jeder, auch ich habe sie mir natürlich gestellt und versucht aufzuarbeiten. Aber so richtig weit bin ich dann doch nicht gekommen.....

    Mein Vater, wenigstens ein Alkoholmißbräuchler, vielleicht auch Alkoholiker. Hat viel getrunken während meiner Kindheit, war aber ein friedlicher Mensch (und ist er noch) auf dem man sich verlassen konnte. Meine Mutter - normale ehrliche Frau die viel gearbeitet hat, nix getrunken... Solls daran gelegen haben, dass ich zum Alkoholiker wurde?

    Mein Opa - ein absoluter Vollalki - viel Zeit habe ich bei ihm verbracht. Er hat mich auf Händen getragen, ich war sein Held. Nebenher hat er seine Biere getrunken bis er irgendwann ins Bett ist. Solls daran gelegen haben das ich Alki geworden bin?

    Schule, Beruf, Karriere - Alles prima. Immer auf der Sonnenseite! Mit Glück aber auch mit Einsatz weit gekommen, toller Job, Anerkennung, prima Klima. Wenn's dem Esel zu wohl ist, geht er auf' s Eis - war's das, was mich zum Saufen brachte?

    Familie - Frau und Kinder, alles bestens. Eine Frau die da war, übliche Auf's und Ab's, keine Katastrophen, keine Geldsorgen, gesunde Kinder, die ihren Weg gegangen sind und noch gehen - hat trotzdem was gefehlt und ich habe deshalb getrunken?

    Gesundheit - Bestens, nie was schlimmes gehabt. Auch während der Sauferei und danach keine Folgeschäden.

    Schicksalsschläge, die einen aus dem Leben reißen und die andere aber trotzdem nüchtern bewältigen - Keine

    Nur ein so ein paar Gedanken von mir. ICH habe keinen Grund gehabt zu saufen, wenn man die genetische Komponente mal weg lässt. Ich hab's aber trotzdem getan. Und je mehr ich mich da hinein manövriert habe umso schlimmer ist es geworden. Da habe ich mir dann meinen Grund zum Saufen sozusagen selbst her gesoffen. Vorher hatte ich keinen Grund. Während des Saufens habe ich dann Dinge gemacht, die ich im nüchternen Zustand gar nicht ertragen konnte. Wenn das mal kein Grund zum Saufen ist :wall:

    LG
    gerchla

    Hallo Zena,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du uns gefunden hast.

    Problem erkannt, das ist mal der erste Schritt. Erzähl doch mal ein bisl was von Dir, dann können wir Deine Situation besser einschätzen und Dir auch von uns erzählen, wie wir mit bestimmten Situationen umgegangen sind, was wir so unternommen haben um vom den Zeug weg zu kommen. Jeder hat da andere Erfahrungen und ist einen anderen Weg gegangen.

    Wünsche Dir auf jeden Fall alles Guten und einen guten Austausch hier!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Roberto,

    gut, dass Du wieder hierher gefunden hast. Fallen darf man, aber nicht liegen bleiben. Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht und es dann doch geschafft. Wir hören ja immer wieder, dass ein Rückfall quasi zum Krankheitsbild gehört. Und das stimmt ja auch aber natürlich sollten wir alles dafür tun, dass es nicht dazu kommt.

    Dir ist es jetzt passiert - somit heißt es jetzt zu hinterfragen: warum und was kann ich für die Zukunft ändern? Ich denke es ist der richtige Weg, dass Du Dir dazu jetzt auch psychologische Hilfe geholt hast.

    Ich habe hier noch ein Zitat aus Deinem ersten Thread:

    Zitat

    Ich war schon mal bei einem Psychologen und der hat mir geraten, mich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Da ich mir nicht sicher bin, ob solche Gruppentreffen etwas für mich sind, möchte ich zuerst hier mein Glück versuchen

    Vielleicht ist es ja auch eine Erkenntnis für Dich, es doch mal mit einer realen SHG zu versuchen. Du schreibst ja auch, dass es Dir geholfen hat, hier zu schreiben. Das ist ja auch eine SHG, Du hast halt hier die Menschen nicht direkt vor Dir. Vielleicht ist die positive Wirkung die Du hier spürst bei einer realen SHG sogar noch stärker, probier es doch mal aus. Meine Einstellung war damals: Ich mache ALLES um trocken zu werden und zu bleiben. Im Laufe der Zeit, wenn Du längere Zeit trocken bist, wirst Du ohnehin merken, was Dir besser tut oder wo Du gerne etwas anders machen möchtest. Aber gerade am Anfang kannst Du nicht Hilfe genung bekommen.

    Ich freue mich wieder von Dir zu lesen und wünsche Dir einen gute Neustart!

    LG
    gerchla

    Hallo Valdes,

    Zitat

    Dieses eine Bier, welches ich letzte Woche trank, hatte einen heilenden Effekt. Ich habe nun endgültig erkannt, dass Alkohol für mich nichts mehr ist. Ich habe dadurch meinen inneren Frieden wieder gefunden und sehe den Alkohol nun als einen vergangenen Lebensabschnitt, der mir lange Zeit auch viel Spaß und Freude bereitet hat, aber jetzt nicht mehr zu mir passt.


    Ich wünsche Dir wirklich von Herzen, dass Dein Plan so aufgeht, wie Du Dir das vorstellst.

    Es ist halt leider so, dass man (ich) verdammt viele Geschichten liest, wo Menschen nach jahrelanger Trockenheit mal wieder ein Bier (oder irgend eine andere Alternative) trinken und dann entweder ganz schnell oder auch über Monate hinweg rückfällig werden bzw. ihr altes Level und normal dann auch darüber hinaus erreichen. Und dann später, wenn sie den Ausstieg erneut geschafft haben, nicht wissen, warum sie eigentlich so "blöd" waren und das gemacht haben....

    Zitat

    Damit kann ich gut Leben und glaube, kurz vor 12 noch abgesprungen zu sein.


    Dein Wort in Gottes Ohr, ich wünsche es Dir!

    Für mich ist das kein Weg, ich verzichte lieber komplett.

    Zitat

    Und dann gibt es halt diejenigen, die zwar nichts mehr trinken und von sich sagen, dass sie damit glücklich sind, aber irgendwie doch nicht ganz glücklich sein können, denn das Nichttrinken beschäftigt diesen Personenkreis das ganze Leben lang

    Ja, ich denke schon immer wieder über Alkohol nach und ich beschäftige mich damit sonst wäre ich z. B. ja auch nicht hier aktiv. Und was soll ich sagen, es belastet mich überhaupt nicht. Das hat für mich jetzt keinen unmittelbaren Einfluss auf glücklich oder nicht glücklich. Fakt ist einfach, dass ich als nasser Alki NIEMALS glücklich sein konnte und sein könnte. Jetzt aber glücklich bin, was ja auch sehr individuell ist. Und trotzdem gibt es auch als nicht Trinker genügt Anlässe, wo einem das Glück eben mal verhagelt wird, also ganz normal halt. That's life....

    Und mal ehrlich, wenn Du Deinen Weg jetzt so gehen kannst, also wenn man Dir mal was anbietet, dann trinkst Du es ansonsten aber nix. Denkst Du da dann nicht auch über Alkohol nach? Kontrollierst Du Dich da jetzt nicht auch? Ist doch eigentlich auch egal, oder? Wichtig ist doch, dass alles so läuft, wie man es sich für sich vorstellt.

    LG
    gerchla

    Hallo Dietmar,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Für mich ist es äußert interessant Deine Posts zu lesen und zu lernen. Ich selbst bin etwas mehr als 2 Jahre trocken und es fiel und fällt mir relativ leicht. Wenn ich jetzt lese, dass Du 10 - 12 Jahre trocken warst und dann wieder angefangen hast, dann stimmt mich das schon verdammt nachdenklich. Das ist gut so.

    Guten Austausch hier, wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Hamburger,

    :welcome: hier im Forum.

    Hört sich nicht schön an, was Du da berichtest. Ich bin Alkoholiker und hatte im nassen Zustand aber keinerlei Agressionspotential. Auch wenn ich total voll war, bin ich immer friedlich geblieben. Auch verbal. Ich kenne aber natürlich auch andere Beispiele. Welche Menge jemand braucht um durch Alkohol agressiv zu werden, wenn er denn diese Veranlagung hat, ist sicher individuell und hängt vielleicht auch davon ab, wie gewöhnt er an das Zeug ist. Ich weiß ja nicht, in wieweit Du Deine Partnerin als Alkohlikerin siehst oder ob sie nur gelegentlich mal was trinkt und dann immer so austickt. Ich vermute aus mal das bei Dir letzteres zutrifft.

    Für jemanden der nur ab und an mal trinkt, sind dann 3 Bier erst mal gar nicht so wenig. Es könnte also schon sein, dass dadurch Hemmungen soweit abgebaut werden, dass dieses offenbar vorhandene Agressionspotential die Oberhand gewinnt. Da wäre die Frage, ob sich damit nicht einmal ein Psychologe beschäftigen sollte. Vielleicht kannst Du ja darüber mal ganz sachlich mit ihr sprechen. Sicher ist ihr das ja dann im nachhinein auch sehr peinlich, oder?

    Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch, dass sie einfach komplett auf Alkohol verzichtet. Auch darüber kannst Du ja mal mit ihr sprechen. Wenn sie kein Alkoholproblem hat, dürfte das problemlos für sie möglich sein. Oder vielleicht auch eine Kombi zwischen erst mal Verzicht und gleichzeitig Hilfe vom Psychologen.

    Wünsche Dir alles Gute und einen guten Austausch hier.

    LG
    gerchla

    Hallo Gina,

    KT, ein heißes Thema. In den oft sehr emotional geführten Diskussionen zu dem Thema gibt es oft nur schwarz oder weiß.... Befürworter und strikte Gegner. Ich sehe das so: Ziel für einen Alkoholiker kann nur die Abstinenz sein! Die Ratten in Deinem Beispiel haben es ja eindringlich bewiesen. Ist dieser "point of no return" also mal erreicht gibt es nur noch die Abstinenz als Alternative. Ist er nicht erreicht, ist man auch kein Alkoholiker und kann reduzieren oder auch aufhören. Es sollte dann aber auch relativ einfach sein.

    Jetzt ist aber ja so, dass auch Alkohliker versuchen über KT zu reduzieren und das über längere Zeit oder im Idealfall auch dauerhaft beibehalten möchten. Wenn ich mich so umhöre und umlese, heißt es immer, dass es da aber nur sehr wenige gibt, die das geschafft haben bzw. schaffen. Ich selbst kann das aus eigener Erfahrung so nicht beurteilen. Natürlich habe ich KT versucht, aber es waren immer Selbstversuche, also nicht mit professioneller Begleitung. Dennoch scheint es wohl so zu sein, dass KT eher eine Qual für den Alki ist, weil er ja immer nur ganz wenig von dem bekommt was er aber eigentlich in großen Mengen haben möchte. Ich habe da mal den Verlgeich mit einem sehr sehr hungrigen Menschen gelesen, der aber statt eines vollwertigen Essens ein Salatblatt bekommt und damit dann zufrieden sein soll.... Leuchtet mir irgendwie ein....
    Andererseits habe ich aber auch von Menschen gelesen, die über KT zur Abstinenz gefunden haben sollen. Also quasi: wenn jetzt ohnehin nur noch die zwei Bier trinken darf, dann kann ich gleich ganz aufhören, is einfacher... Das wäre dann durchaus ein positiver Effekt.
    Gefährlich halte ich diese ganze Diskussion allerdings für bereits trockene, aber noch nicht zufrieden trockene Alkoholiker. Nach dem Motto: könnt ich ja mal probieren....

    Mein Fazit ist deshalb: KT kommt für mich nicht in Frage. Jetzt sowieso nicht mehr, weil ich zufrieden Trocken bin und überhaupt kein Bedürfnis mehr verspüre wieder mal was trinken zu wollen. Oberstes Ziel kann nur die absolute Abstinenz sein, der Weg dahin könnte u. U. auch über professionell begleitetes KT führen, darüber könnte man diskutieren. Wer dauerhaft KT betreiben kann, war m. E. kein Alkoholiker, vielleicht gibt es auch hier die berühmten wenigen Ausnahmen, ich weiß es nicht. Ich persönlich rate nicht zu KT, wenn ich mich mal danach gefragt werde, weil ich glaube das ein "sauberer" Schnitt einfacher ist als scheibchenweise mit dem Trinken aufzuhören.

    Zitat

    ich hab auch körperlich nicht mehr das Bedürfnis danach. fühl mich schon nach 2 gläsern zu unwohl, als auf keinen fall eine flasche- erzeugt mir schon geistigen Ekel im vorraus.

    Dieser Teil Deines Posts verwirrt mich etwas. Einerseits schreibst Du, dass Du mit großem Erfolg an KT arbeitest, andererseits schreibst Du, dass Du Dich bereits nach 2 Gläsern unwohl fühlst, geistigen Ekel empfindest. Erfolgreich wäre doch, wenn Du ganz entspannt, ohne schlechtes Gewissen, ab und zu mal ein oder zwei Gläser xy trinken könntest ohne Dir weitere Gedanken machen zu müssen, oder?
    Deshalb würde ich jetzt mal sagen: Du hast gute Voraussetzungen eine von denen zu werden, die über KT zur kompletten Abstinenz finden. Ich würde es Dir sehr wünschen.

    LG
    gerchla

    Hallo Valdes,

    Zitat

    Alkoholiker sehen sich gerne in der Opferrolle, in die sie mehr oder weniger ungewollt hineingeschlittert sind. Schlimme Kindheit, zu viel Streß,.... und damit wird die Krankheit begründet bzw. teilweise sogar rechtfertigt. Ich finde, dass man als Alkoholiker ein Opfer der Sucht ist, aber gleichzeitig ein Täter. Und zwar ein ganz schlimmer Täter. Wie Kinder darunter leiden, ist furchtbar und ich glaube, dass es da keine Ausnahmen gibt.

    Also ehrlich gesagt, die Erfahrung habe ich so jetzt nicht gemacht. Die meisten, mit denen ich mich so austausche sind im Rahmen ihrer Aufarbeitung natürlich sehr daran interessiert, warum sie Alkoholiker wurden. Ich übrigens auch. Die, die glauben den Grund zu kennen oder vermuten woran es gelegen haben könnte sehen sich aber deshalb nicht in der Opferrolle oder geben gar anderen die Schuld. Also in meinem Umfeld, das jetzt aber auch nicht so groß ist. Bei Diskussionen kommt auch immer mal das Thema "nicht zurechnungsfähig gewesen" oder "schuldunfähig wegen Alkohol" auf. Aber auch da herrscht eher die Meinung, dass sich das was man im Suff getan hat nicht durch den alkoholisierten Zustand entschuldigen lässt. Erkllären vielleicht, entschuldigen nein. Und die meisten sagen auch, dass sie von anderen nicht erwarten können, das ihnen verziehen wird.

    Was anderes ist es natürlich im nassen Zustand. Da sieht es natürlich anders aus. Ein nasser Alkoholiker sieht die Schuld ja immer bei den anderen.

    lg
    gerchla

    Hallo Beho,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Sprich nach Jellinek Typ Beta-Trinker. Das heißt ich bin weder psychisch noch physich abhängig und trinke auch nur zu gesellschaftlichen Anlässen.

    Nun, der Weg vom Beta- zum Gamma-Trinker ist so weit nun auch wieder nicht. Mit 21 bist Du noch sehr jung und ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken über Dein Trinkverhalten machst. Das tückische an unserer Krankheit ist, dass man erst merkt das man sie hat, wenn es zu spät ist. Wenn Du mal Alkoholikerin bist, dann bist Du Alkoholikerin, dann hast Du keine Möglichkeit mehr, freiwillig zu verzichten oder es selbst zu steuern. Dann musst richtig kämpfen, sonst hast Du keine Chance die Krankheit zu stoppen.

    Nach Deiner Selbsteinschätzung bist Du aber noch nicht so weit. Es scheint also, als hättest Du es noch selbst in der Hand. Deshalb sage ich Dir, sei nicht blöd und achte unbedingt darauf, dass die Gelegenheitssauferei weniger wird. Denn nur dann, wirst Du auch in Zukunft mal ein Bierchen, ein Glas Wein oder was auch immer einfach so zum Genuss trinken können. Wichtig ist, dass kein Automatismus dahinter steckt. Ich will Dich nicht belehren oder so und ich stelle es mir auch echt schwer vor, als 21 jährige sich schon mit Alkoholismus auseinander setzen zu müssen. Man will ja was erleben, Party, Spaß und das geht ja nach landläufiger Meinung nur mit Alk.

    Aber es ist DEIN Leben, das ja hoffentlich noch sehr lange und sehr glücklich weiter laufen soll. Und wenn Du jetzt für Dich da ein aufkommendes Problem erkannt hast, dann solltest Du Dich von außen nicht beeinflussen lassen. Solltest Du nämlich wirklich süchtig werden und abstürzen ist das DEIN Problem, nicht das Deiner Freunde. Dann bist Du ganz schnell unten durch bzw. hast dann halt ein Umfeld, das ähnlich unterwegs ist. Deshalb pass' unbedingt auf.

    Zitat

    ABER:
    Gerade mein Partner wird meinen Entschluss wohl als Angriff auf seinen eigenen Lebensstil ansehen. Wir hatten bisher die selben Trinkgewohnheiten. Unter der Woche keinen Schluck und am Wochenende so viel wie reinpasst. Wir gingen die letzten beiden Jahre quasi jedes Wochenende einen Abend zusammen weg. Ich möchte ihn nicht einschränken und ich habe auch Spaß mit ihm, wenn er betrunken ist. Wie soll ich ihm das am besten klar machen? Und wie reagiere ich, wenn er trotzdem versucht mich zum Trinken zu animieren oder meint er könnte mit mir nicht mehr feiern gehen?

    Dazu sage ich jetzt mal ganz platt: Wenn sich seine Liebe zu Dir auf der Tatsache beruht, dass Ihr Euch am Wochenende die Birne weg schießt, dann würde ich meine Beziehung mal überdenken... Wenn er glaubt, er könnte nicht mehr mit Dir feiern, weil Du Dich nicht besäufst, dann würde ich meine Beziehung mal überdenken.... Wenn er von Dir weiß, dass Du Angst hast ein Alkoholproblem zu haben bzw. zu bekommen und er animiert Dich zum Saufen, dann würde ich meine Beziehung mal überdenken....

    Und zu guter Letzt: Wenn er sich jedes Wochende das Hirn voll säuft, dann würde ich sein Trinkverhalten mal hinterfragen, wenn er schon selbst nicht auf die Idee kommt es zu tun.

    Alles Gute Dir. Freue mich wieder von Dir zu lesen.

    LG
    gerchla

    Hallo Valdes,

    Zitat

    Über die Frage, was mir die Trinkerei bringt, habe ich lange nachgedacht und wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann kommt man zu dem Ergebnis, dass es einem nichts, aber auch gar nichts bringt.

    Ich bin auch der Überzeugung, dass Zufriedenheit, innere Ruhe, ein gutes Gewissen und Gesundheit zu den höchsten Güter im Leben gehören. Der Alkohol konterkariert dies nur.
    Und was man ja auch nicht vergessen darf, lustig sein oder benebelt zu sein, hat gar nichts mit Zufriedenheit zu tun. Was ich damit sagen will: Man kann lustig sein, aber zutiefst unzufrieden mit seiner Situation. Bin ich aber zufrieden, kann ich lustig sein, muss aber nicht.

    Da sind wir doch komplett auf einer Linie! Jetzt gib Dir einfach die Zeit die Du brauchst um in Dein neues Leben hinein zu finden. Das ist gar nicht so einfach die Welt ohne Nebel wahr zu nehmen. Und Probleme gibt's natürlich auch genügend im nüchternen Zustand. Ist ja nicht so, dass man einfach mal mit dem Saufen aufhört und plötzlich gibt keine Probleme mehr. Für mich war's erst mal ein Schock, alle (angehäuften) Probleme bewusst wahr zu nehmen. Ich habe mir Hilfe geholt, hatte viele Gespräche, auch viele viele Gespräche mit meinem alten besten Freund, der mir sehr geholfen hat. Ich hatte nie Angst davor, nie mehr trinken zu "dürfen", eher das irgendwas passiert was dazu führt, dass ich trinken "muss". Darauf lag eigentlich mein Fokus, zu verhindern, dass irgendwas passiert das mich trinken lässt. Und das, obwohl ich ja felsenfest davon überzeugt war nicht mehr trinken zu wollen. Aber ich habe ja so viel von anderen gelesen, bei denen es schief ging und wer bin denn schon ich, dass ich von mir behaupten könnte, mir passiert das niemals? Das waren so meine Gedanken am Anfang. Über die Zeit wirst Du aber lernen mit allen möglichen Situationen um zu gehen und wenn Du auch sonst noch an Dir arbeitest wirst Du auch immer ruhiger und zufriedener werden. Bist Du ja jetzt schon. Und mit der Zeit wirst Du vielleicht sagen: Mal wieder was trinken? So'n quatsch, wozu soll das denn gut sein.... Du weißt was ich meine! Bleib dran!

    Zitat

    Ich denke auch heute noch oft an Alkohol - jetzt im Moment gerade, wo ich hier schreiben. Oder heute Abend bei meiner SHG. Oder jeden 2.Mittwoch, wenn ich auf einer Entgiftungsstation bin (Nur, um meine SHG vorzustellen ;) ) ...
    Und diese Gedanken möchte ICH mir auch erhalten. Erinnern sie mich doch daran, wo mein Problem liegt.


    Greenfox - Und Recht hast Du! Aber sowas von. Ich finde es ganz wichtig, dass wir uns immer wieder damit beschäftigen. Das erhält uns den Respekt vor dieser Krankheit. Und den sollte man schon haben, sonst kann's ganz schnell wieder dahin gehen. Manche sagen ja, sie wollen nicht dauernd an Alkohol denken usw. und das würde einen dann ja belasten und man wäre dann ja immernoch auf eine andere Weise abhängig (hab ich schon paar mal gelesen). Aber da kann ich nur sagen, dass es mich überhaupt nicht belastet und das es mir unheimlich hilft mich z. B. hier im Forum auszutauschen. Und es auch schön ist, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte vielleicht jemand anderen geholfen haben.

    LG
    gerchla

    Hallo Valdes,

    Zitat

    Morgen beginnt die 6. Woche ohne Alkohol und bin irgenwie stolz darauf, wobei ich nicht sicher bin ob ich stolz darauf sein soll.

    Also ich finde, Du kannst da durchaus stolz drauf sein! Warum nicht? Du hast etwas geschafft, was Dir vorher nicht möglich erschien und da gehört schon was dazu. Viele von uns haben am Anfang die Tage gezählt, die Wochen, die Monate, dann die Jahre... Gerade am Anfang kann das auch eine starke Motivation sein. Bei mir war das so, dass es mir nicht so wichtig war, wie lange ich schon nix mehr getrunken habe. Weil ich mir gesagt habe, ich will NIE mehr Alkohol trinken, darum ist es völlig egal, wie lange ich jetzt schon "durchgehalten" habe. Und bei meinen vielen Trocken-werde-Versuchen vorher, habe ich immer gezählt wie blöd und mir dann irgendwann eingeredet, dass ich jetzt ja schon sooooo lange nix mehr getrunken habe und dass ich ja jetzt schon mal wieder was probieren könnte, weil wer soooo lange nix trinkt, der kann ja kein Alki sein.

    Aber ich glaube, jeder ist da anders und das ist ja auch völlig ok. Hauptsache wir besiegen diese sch...ß Sucht!

    Zitat

    Ich bin wirklich am überlegen, ob wir nicht nur eine Trinkpause bis Mai 2016 machen sollen, sondern bis unser kleiner Sohn (Nachzügler) flügge wird. Das wären ungefähr 6 Jahre


    Da frage ich mich, warum Du nach 6 Jahren Abstinenz dann wieder anfangen wollen würdest? Ich glaube das ist eine grundsätzliche Frage, die Du Dir vielleicht mal stellen kannst. Warum will ich (wieder) trinken und was bringt es mir eigentlich? Diese Frage war und ist für mich eine ganz zentrale für meine Trockenheit! Verstehst Du, NIEMAND kann mich daran hintern wieder Alkohol zu trinken. Absolut meine eigene Entscheidung. Ich habe mir diese Frage ungefähr so beantwortet: Ich habe immer wegen der Wirkung getrunken, zumindest spätestens nachdem ich süchtig war. Ich konnte nicht ein Bier oder ein Glas Wein des Genusses wegen trinken, es waren 10 Bier und eine Flasche Wein. Fuselbier und Fuselwein, völlig egal, hauptsache Stoff. Die Folgen waren für mich und mein Umfeld verherend, ich habe meine geistige Selbständigkeit verloren, meinen Charakter verändert und mein Leben war eine traurige Angelegenheit. Der äußere Schein wurde zwar (noch) aufrecht erhalten, innerlich war ich ein Wrack! Mit unendlich viel Dankbarkeit kann ich nun sagen, dass ich es geschafft habe trocken zu werden. Und nicht nur trocken im Sinne "ich trinke jetzt keinen Alkohol mehr" sondern zufrieden trocken. D. h. ich habe nicht das Gefühl, etwas zu vermissen. Mir fehlt nichts. Diesen Zustand erreicht man m. E. nicht nur dadruch, dass man einfach nichts mehr trinkt, sondern man muss auch noch so einiges anderes im Leben umkrempeln (zumindest war das bei mir so). Nun die zentrale Frage: Warum sollte ich denn jetzt wieder mal was trinken? WARUM? Selbst wenn ich kein Alkohliker wäre, sondern "nur" Missbräuchler, was brächte es mir, wieder Alkohol zu trinken? Ich habe diese Frage für mich beantwortet: Es brächte mir nichts, es würde mir nichts geben weil mir nichts fehlt. Und ich habe überhaupt keine Angst davor, nie mehr etwas trinken zu dürfen, im Gegenteil, ich bin so glücklich, dass ich nicht mehr trinken MUSS.

    Das wollte ich Dir einfach mal so als Denkanstoss schreiben. Ich weiß aber, dass unsere Krankheit eine höchst individuelle Angelegenheit ist und bei Dir sicher ganz andere "Voraussetzungen" vorhanden sind oder sein können. Soll nur eine Anregung sein. 44.

    LG
    gerchla