Hallo Freundin123,
erst mal finde ich es gar nicht so schlecht, dass Dein Freund sich scheinbar schon ernsthaft mit seinem Problem auseinander setzt. Oder es zumindest versucht. Es gehört natürlich zum Krankheitsbild, immer wieder zu versprechen, dass man nichts mehr trinkt. Ich glaube, viele meinen das dann in diesem Moment auch so wie sie es sagen. Aber die Sucht ist leider verdammt mächtig und nur mit wollen und versprechen ist sie nicht zu besiegen. Ich persönlich glaube, dass es schon Sinn macht als Partner, einen Alkoholiker zu begleiten und zu helfen auf den Weg in die Trockenheit. ABER: Nur, wenn dieser es wirklich will und ernsthafte Schritte unternimmt. Wenn dem so ist, dann kann der Partner eine große Stütze und Hilfe sein. Im anderen Fall, also wenn der Alkoholiker eigentlich gar nicht will, vielleicht nur Zeit gewinnen will oder einfach mal kurz seine Ruhe haben will usw., dann macht es keinen Sinn sich das weiter anzutun. Denn dann kann man einfach nicht helfen. Im Gegenteil, das eigenene Leben geht dabei kaputt... Wie die Situation jetzt genau bei Dir und Deinem Freund ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Da musst Du Dich vielleicht auf Dein Gefühl verlassen. Wobei Du auf jeden Fall Grenzen definieren solltest, wie weit es geht und ab wann Du dann Konsequenzen ziehst.
ZitatIch habe paar Fragen an euch, wie ist es denn wenn man vom Alkohol abhängig ist und z.B. eine lange Zeit lang trocken ist, hört man nach irgendeiner Zeit z.B. nach vielen Jahren auf, ständig daran zu denken etwas trinken zu können. Oder ist das so dass man bei größeren Problemen die man dann hat wieder daran denkt zu trinken. Oder kann es sogar sein, dass wenn man keinen Alkohol mehr trinkt und andere Menschen sieht wie die Trinken, dass man ganz froh darüber ist dass man es selbst nicht mehr macht. Kann es denn sein das man sein Leben nach einer Zeit wie gewohnt fortsetzt und gar nicht mehr den Drang dazu hat etwas zu trinken?
Ich bin nun etwas mehr als 2 Jahre trocken. Mittlerweile ist es für mich der Normalzustand. Alkohol reizt mich nicht mehr, nicht im Supermarkt, nicht wenn ich weggehe und dort getrunken wird und auch nicht, wenn ich mal Gäste habe und für diese sogar extra Alkohol besorgt habe (was zugegeben nicht oft vor kommt). Ich will einfach nicht mehr trinken, vielleicht vergeichbar mit einem Vegetarier, der einfach kein Fleisch mehr essen will und gar nicht darüber nachdenkt, dass er es ja mal wieder könnte.
Allerdings kann ich Dir jetzt nicht sagen, ob das immer so bleiben wird. Ob das in 20 Jahren auch noch so ist... Ich hoffe es, weil ich den Sinn von Alkohol in meinem Leben nicht mehr erkennen kann. Aber, Du kannst mir ja auch nicht sagen, ob Du in 20 Jahren nicht auch irgend ein Problem hast
Will damit sagen, eine absolute Garantie für irgendwas gibt es nicht.
LG
gerchla