Beiträge von Gerchla

    Guten Morgen M_r_e,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du hierher gefunden hast.

    Kurz zu mir, damit Du weißt mit wem Du es zu tun hast: Ich bin Alkoholiker, über 2 Jahre trocken, war nie Co-Abhängig.

    Zu dem was Du geschrieben hast fällt mir spontan folgendes ein:

    Es liest sich teilweise so, als ob Du Dir selbst sagen würdest "so schlimm ist es ja eigentlich (noch) gar nicht". Also, er trinkt ja "nur" Bier, nie mehr als 5, das letzte schüttet er weg, ist nie aggressiv, usw.
    Aber natürlich hast Du Angst, völlig berechtigt, dass sich das ändern könnte. Von mir selbst kann ich Dir sagen, dass ich jahrelang "nur" 2-3 Bier abends getrunken habe, anfangs auch nicht täglich sondern "nur" 3 - 4 mal die Woche. Heute weiß ich, dass ich damals schon süchtig war! Am Schluss war ich dann bei 10 Bier + ne Flasche Wein und habe bereits morgens angefangen zu trinken. Aggressiv war ich nie, zu keiner Zeit. Im Gegenteil, ich konnte trotz ständig steigender Mengen mein Verhalten noch ganz gut auf einem "normalen" Level halten. Immer erst ganz am Ende des Tages, also bevor ich dann ins Bett gefallen bin, habe ich mir noch schnell so die Kante gegeben, dass ich dann schlafen konnte.... Im Allgemeinen nennt man sowas dann einen "funktionierenden Alkoholiker", d. h. ein Außenstehender würde erst mal gar nicht merken, dass derjenige ein massives Problem hat.

    Ich kann Dir aber auch sagen: Hätte ich nicht die Notbremse gezogen, wäre es sicher immer noch schlimmer geworden. Ich war kurz davor, dass es komplett bergab geht. Leider ist es bei der Alkoholsucht so, dass man sagen kann: Schlimmer geht immer!

    Ich schreibe Dir das nicht um Dir Angst zu machen, sondern damit Du die Situation Deines Vaters einschätzen kannst. Diese Alkoholkrankheit ist zwar bei allen Betroffenen irgendwie immer gleich, aber trotzdem höchst individuell. Es kann also sein, dass Dein Vater noch "ewig" so weiter trinken kann oder wird und nix weiter passiert, sollte er (noch) kein Alkoholiker sein, könnte es auch sein, dass er irgendwann einfach wieder aufhört, es kann aber leider auch sein (und das am häufigsten der Fall), dass sich sein Trinkverhalten langsam verändert und dass es einfach immer schlimmer wird.

    Zur Deiner Rolle: Du bist dafür nicht verantwortlich! Natürlich kannst Du ihn auf sein Trinkverhalten ansprechen, das hast Du ja auch getan. Das ist auch richtig. Aber Du kannst sein Trinkverhalten nicht ändern. Und wenn er selbst dazu nicht bereit ist, wirst Du nichts machen können. Bei den Mengen, die er jetzt zu sich nimmt, schadet er auf jeden Fall massiv seiner Gesundheit, unabhängig davon ob er nun schon abhängig ist oder "nur" Missbrauch betreibt. Ist ihm das bewusst? Dieses "nur" Bier hat nämlich nichts zu bedeuten. Alkohol ist Alkohol = Zellgift = für diverse Schäden im Körper (und Geist) verantwortlich (allen voran die Leber).

    Wie ist denn Deine persönliche Situation mit ihm. Lebt ihr zusammen in einem Haus/Wohnung oder lebt er allein? Kannst Du Dich abgrenzen? Kann Dein Vater sich komplett alleine versorgen oder übernimmst Du das? Wie sehr belastet Dich diese Situation im Alltag?

    Viele Fragen, auf die Du natürlich nicht antworten musst, wenn Du nicht willst.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier.

    LG
    gerchla

    Hallo Tanja,

    auch vom mir ein herzliches Willlkommen hier im Forum. Ich gehöre zu den Alkoholikern, also nicht zu den Angehörigen. Das nur zur Info, damit Du das ein bisschen einordnen kannst.

    Gut, dass Du Dich hier angemeldet hast. Du findest hier viele Menschen, denen es ähnlich geht oder ging wie Dir.

    Was Du so von Deinem Schwiegervater schreibst zeigt, dass er ein typischer Alkoholiker ist. Ganz klar, der Alk ist das wichtigste oder sogar das einzig wichtige in seinem Leben. Solange er damit gut versorgt ist, ist seine Welt in Ordnung. Und Ihr zwei sorgt ja auch dafür, dass der "Rest" gut läuft, versorgt ihn, kümmert Euch usw. Damit ist schon mal klar, dass er von selbst an seiner Situation nichts verändern wird. Warum auch? Passt ja alles....

    Und natürlich ist er krank und dieses Verhalten ist Teil der Krankeit oder sagen wir typisch für diese Krankheit. Nur nützt das Dir und Deiner kleinen Familie leider gar nichst.

    Aus meiner Sicht wäre es am wichtigsten, dass Du mit Deinem Mann in eine Linie kommst. So wie Du schreibst besteht die Gefahr, dass Eure Beziehung durch Deinen Schwiegervater mehr und mehr belastet wird. Und glaube mir, Deimem Schwiegervater ist das ziemlich egal, hauptsache er bekommt was er braucht. Deshalb glaube ich, dass es ganz wichtig ist, dass Du viel und offen mit Deinem Mann sprichst. Ich weiß ja nicht was er für ein Typ ist und ob er sachlichen Argumenten gegenüber aufgeschlossen ist. Aber wenn man mal versucht Emotionen ein wenig heraus zu nehmen und Eure Situation dann analysiert, dann ist doch schon klar, dass es so nicht auf Dauer weiter gehen kann, oder? Sieht er das nicht auch so? Hat er keinen "Lebensplan", also einen Plan wo Ihr zusammen mit Eurem Kind irgendwann stehen möchtet?

    Vielleicht lädtst Du ihn auch einfach mal hier mit ins Forum ein?

    Was Deinen SV betrifft. Ihr könnt natürlich für ihn da sein. Sinn macht das aber erst dann, wenn er was gegen seine Krankheit unternehmen will. Wenn er z. B. bereit ist zu entgiften, eine Therapie zu machen. Dann braucht er Euch und dann könnt Ihr auch wirklich helfen. Wenn er nichts tun will, dann könnt Ihr auch nichts tun. Wenn Ihr es nicht schafft Euch abzugrenzen, wird er Euch mit in seinen Sumpf ziehen. So ist das leider häufig. Du wirst hier viele Beispiele finden.

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir einen guten Austausch hier und dass Du/Ihr einen Weg findet.

    LG
    gerchla

    Hallo BlackEyed,

    ich finde es toll, dass Du den Besuch einer SHG nicht von vorne herein ausschließt. Das Du da bisl Bammel vor hast ist ja ganz normal. Meine Erfahrungen sind genau die selben, die auch Greenfox Dir schon geschildert hat. Normalerweise musst Du da nicht reden, wenn Du nicht dazu bereit bist. Aber auch das Zuhören kann ja schon sehr viel helfen! Es ist auch nochmal was anderes wie jetzt hier im virtuellen Forum. Du hast die Menschen dann ja direkt vor Dir, Du siehst wie sie aussehen, kannst die Emontionen sehen, wahrnehmen.

    Meine Erfahrung ist die, dass man natürlich nicht automatisch jeden sympathisch findet, "nur" weil der ähnliches durchmacht wie man selbst. Aber in solchen Gruppen gibt es immer ein paar Leute, zu denen man eine engere Beziehung aufbauen kann, wenn man das will, weil man einfach merkt, dass man sie mag, dass sie ähnlich ticken wie man selbst. Auch mal ein Gespräch vor oder nach der eigentlichen Sitzung, mal über ganz andere Dinge reden. Mal miteinander lachen, mal Blödsinn machen.

    Ich will Dir nur die Angst nehmen. Schau's Dir doch einfach mal an. Sicher ist eine SHG nicht für jeden das Richtige, manche gehen andere Wege und das funktioniert auch. Aber wenn Du es nicht ausprobierst, dann weißt Du es ja nicht. ::)

    Ich habe damals alles ausprobiert, alles um mein Ziel zu erreichen. Einiges ist mir bis heute geblieben, anderes war zu der damaligen Zeit gut und ist jetzt nicht mehr notwendig und wieder anderes war von Anfang an nicht das Richtige. Aber das es so ist oder so war, weiß ich jetzt nur weil ich es probiert habe.

    LG
    gerchla

    Hallo BlackEyed,

    erst mal auch von mir: HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum! Schön, dass Du zu uns gefunden hast.

    Deine Geschichte ist wieder eine dieser vielen Geschichten von Angehörigen, die mich so bewegen und innerlich stark berühren. Ich selbst bin Alkoholiker, gehöre als sozusagen zu den "Verursachern", war nie Co-Abhängig oder anderweitig betroffen.

    Während des Trocken-Werdens (bin seit ca. 2,5 Jahren trocken) war eine meiner größten Herausforderungen das Umgehen mit dem, was ich als Trinkender meinem Umfeld angetan habe. Auch heute habe ich noch, selten zwar, Flashbacks wo ich plötzlich Dinge vor mir sehe, die ich verursacht habe, Situationen für die ich verantwortlich war, vor allem im Zusammenhang mit meiner Tochter. Könnte ich das Rückgängig machen, ich würde alles dafür geben.

    Das mal nur kurz als Hintergrund für Dich.

    Zu Dir will ich sagen: Ich finde es wirklich ganz toll, dass Du Dich hier so öffnest. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht einfach ist. Klar sind wir hier anonym, aber trotzdem ist es eine Hürde alles von sich zu erzählen. Aber, und diese Erfahrung habe ich gemacht, es kann auch unheimlich hilfreich sein. Es kann Dich weiter bringen, die Menschen hier können Dir helfen Deinen Weg in ein neues, glücklicheres Leben zu finden. Dein Weg wird individuell sein, genau wie der Weg von uns Alkoholikern raus aus der Sucht immer ganz individuell ist. Aber Du wirst sehen, dass Du nicht alleine bist, dass viele LEIDER Dein Schicksal teilen. Und viele es aber auch geschafft haben!

    Die Lösung Deines "Problems", wenn ich das mal so salopp sagen darf, sehe ich ganz klar in der Abgrenzug von Deiner Mutter. Du hast ja selbst geschrieben, dass die Zeit in der Du wo anders gewohnt hast, Deine glücklichste war. Ganz klar, Du musst da raus. Du bist jetzt 22 Jahre - ich sage jetzt mal: Du hast Dein Leben größtenteils noch vor Dir. Lass es ein schönes und glückliches Leben werden!

    Zu Deiner Mutter: Sie ist Alkoholikerin, hängt ganz tief drin, ist ganz unten angekommen. DU kannst ihr nicht helfen, das sage ich Dir als Alkoholiker! Wenn, dann kann sie das nur selbst. Nur wenn sie selbst, von sich aus, etwas gegen ihre Sucht unternimmt, dann kannst Du unterstützen. Nur dann. Alles andere wird auf Deinem Rücken ausgetragen. Ich hätte mir im Nachhinein gewünscht, meine Familie hätte mich schon Jahre bevor es zum Showdown kam verlassen. Es wäre besser für sie gewesen. Ich wollte nie allein sein, vielleicht hätte ich sogar früher die Kurve gekriegt, vielleicht auch nicht. Aber das wäre mein Problem gewesen, nicht das meiner Familie. Ich denke Du weist, was ich Dir damit sagen will.

    Als ich am Schluss Deiner Vorstellung gelesen habe, dass Du Mitte März ausziehen willst (und hoffentlich wirst) habe ich mich gefreut. Genau, habe ich mir gedacht, genau das muss sie tun!

    Wie sagst Du es Deiner Mutter? Ich weiß, es ist ganz schwer und wir Außenstehenden reden uns leicht. Das ist mir bewusst. Vielleicht so: Sag ihr das Du 22 Jahre alt bist und nun Dein eigenes Leben leben wirst. Sag ihr, dass sie ihr Leben hat und dass sie für ihr Leben alleine verantwortlich ist, so wie Du für Dein Leben verantwortlich bist. Sag ihr, dass Du sie unterstützen wirst, wenn sie in den Entzug geht, wenn sie eine Therapie macht, wenn sie zum Trinken aufhört und ihr Leben ändern will. Sag ihr, dass Du nicht (mehr) für sie da sein wirst, wenn sie weiterhin trinkt.

    Ja, ich rede mich leicht. Ich wollte Dir das trotzdem so schreiben. Zieh Dir das heraus, was Du für Dich anwenden kannst, das andere ignoriere einfach. Ich wünsche Dir auf jeden Fall von Herzen alles alles Gute! Schön, dass Du hier bist.

    LG
    gerchla

    Hallo Laloca,

    erst mal Herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du zu uns gefunden hast.

    Wenn Du Dich hier ein bisschen einliest, wirst Du auf viele Menschen treffen, die ähnliche Erfahrungen haben wie Du. Ich selbst bin Alkoholiker, seit über 2 Jahren trocken und kann Dir aus meiner Sicht folgendes sagen:

    Du wirst direkt nicht helfen können. Letztlich muss der Betroffene selbst, also in diesem Fall der Vater Deines Freundes, etwas gegen seine Sucht unternehmen wollen. Wenn der das nicht will oder erst gar nicht einsieht, dass er ein Problem hat, dann geht da gar nix. Leider ist das oft so, diese sche.... Sucht bringt soviel Leid für die Anghörigen. Wenn er aber etwas tun will, also z. B. eine Therapie beginnt, dann könnt Ihr unterstützen. Vorher kommt Ihr gar nicht ran. Für den Alki ist der Alk das wichtigste, dann kommt erst mal gaaaanz lange nichts. Das war bei mir genauso. In klaren Momenten war mir dann schon bewusst, was ich meinem Umfeld antue. Aber, da ich das ja nicht ertragen konnte, habe ich sofort weiter gesoffen.... Leider....

    Trotzdem glaube ich, dass Du sozusagen indirekt schon was tun kannst. Es scheint ja so, dass Dein Freund stark unter der Situation leidet. Sprich mit ihm, ob er (und auch Du) nicht zu einer Suchtberatung gehen will, das gibt es auch für Anghörige. Auch SHG für Anghörige gibt es. M. E. ist es enorm wichtig, dass man sich damit auseinander setzt und es nicht tot schweigt oder ignoriert. Auch wenn man dem Betroffen selbst zunächst nicht helfen kann, sollte man darauf schauen, dass man sich selbst schützt und lernt, wie man mit dieser Situation umgehen kann.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier!

    LG
    gerchla

    Hallo Nay,

    Zitat

    Ja ich entwickel voll die Sucht und ab zur Therapeutin, ich möchte wieder die Alte sein, keine Trinkerin!Ich bin doch Mutter!

    Und das kannst Du auch schaffen! Und Du suchst Dir auch Hilfe und nimmst diese auch an. Ich glaube Du hast Dich schon auf den richtigen Weg begeben! Auch das Forum hier kann Dir immer wieder weiter helfen.

    Zitat

    "ach egal, dumme Phase halt alles-hört bald mal wieder auf."

    Diese Gedanken hatte ich auch. Nur leider ein paar Jahre lang. Und als dann eigentlich keine "offiziellen Gründe" zum Saufen mehr vorlagen, konnte ich trotzdem nicht aufhören. Stattdessen wurde es immer schlimmer und ich habe mir neue Gründe oder besser fadenscheinige Rechtfertigungen besorgt. Da war das Kind aber schon längst in den Brunnen gefallen....

    Deshalb ist es toll, dass Du relativ früh die Reißleine ziehen willst. Bleib dran!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Nay,

    Zitat

    Ich denke ganz stark, dass ich da dachte, ich könne mir doch nochmal Alkohol genehmigen, da ich wusste, dass ich die Therapeutin erstmal nicht sehe und ihr halt nicht in der folge Woche gleich davon berichten müsste

    Das klingt für mich jetzt erst mal so, als würdest Du nicht mehr trinken wollen, weil es Dir peinlich ist Deiner Therapeutin eingestehen zu müssen, dass Du Alkohol getrunken hast. Du stehtst ja ziemlich am Anfang, zunächst ist es m. E. erst mal wichtig, dass Du von dem Zeug weg kommst. Auf längere Zeit gesehen ist es aber wichtig, dass Du selbst für Dich erkennst, warum Du nicht mehr trinken willst. Der Grund kann dann nicht sein, dass es Dir gegenüber Deiner Therapeutin peinlich ist - das wird nämlich langfristig nicht funktionieren. Denn Du trinkst ja nicht mehr wegen Deiner Therapeutin sondern wegen Dir. Es geht um Dein Leben. Ich habe gerade am Anfang (mache das aber immernoch ab und zu) immer wieder versucht mir klar zu machen, was mir der Alkohol eigentlich gebracht hat. Und was es mir bringen würde, wenn ich jetzt wieder was trinken würde. Welche Vorteile ich davon hätte oder ob ich überhaupt welche hätte. Und auch welche Nachteile.

    Es hat etwas gedauert aber mittlerweile ist nicht mehr so, dass ich nicht mehr trinken darf, sondern das ich nicht mehr trinken will. Ich sehe keinen Sinn mehr darin.

    Bleib dran - Anfangs ist es manchmal ein wenig holprig aber der Weg lohnt sich!

    LG
    gerchla

    Hallo Nay,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du uns gefunden hast.

    Lies Dich erst mal in Ruhe hier ein. Du findest hier viele interessante Lebengeschichten, viele Berichte darüber, wie andere es geschafft haben trocken zu werden und zu bleiben. Aber auch Geschichten über Scheitern, falsche Wege, falsche Ansätze usw. Wobei das bei jedem anders ist, das wirst Du schnell merken.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute auf Deinem Weg. Und ich finde es grundsätzlich schon mal gut, dass Du eine Therapie nicht komplett ablehnst sondern "notfalls" auch machen würdest. Alles ist gut, hauptsache Du kommst vom Alk weg!

    LG
    gerchla

    @ Mira
    Wenn es Dich nicht stört, würde ich Dich gerne was fragen:

    Man liest ja immer wieder mal, dass es möglich sein kann die Sucht zu besiegen, wenn man den Grund für seine Sucht erkannt hat, sich damit auseinander setzt und diesen Grund dann beseitigt.

    Hast Du den Grund für Dein ehemaliges Trinkverhalten gefunden? Und beseitigt?

    Ich habe das versucht, aber so richtig sicher ob ich ihn auch wirklich gefunden habe oder ob es nicht sogar ein ganzes Paket voll Gründe war, bin ich mir nicht. Und ob ich die alle beseitigt habe weiß ich auch nicht so genau. Bzw. irgendwie gäbe es theoritisch immer wieder mal neue Gründe.... Nur das ich jetzt ganz anders damit umgehe. Vielleicht ein bisschen wirr was ich schreibe aber vielleicht verstehst Du was ich meine.

    Es ist sehr interessant zu lesen, wie das bei Dir funktioniert hat. Ich persönlich bin jetzt aber eher bei Greenfox, also ich habe gar kein Bedürfnis auszuprobieren ob es funktionieren würde. Und hätte auch großen Respekt vor der möglichen Langzeitwirkung, ist mir nämlich schon mal passiert, am Anfang meiner "Karriere". Da hatte ich relativ lange nix getrunken und dann beim Nachbarn mal ein Biermischgetränk. Nur das eine, aber das war dann der Start für die Fortsetzung. So ähnlich wie Greenfox das bei sich schon beschrieben hat.

    Dass es bei Dir so klappt finde ich toll 44. Weiterhin alles Gute!

    LG
    gerchla

    Hallo kaiser,

    also wenn ich so lese was Du alles schreibst, dann scheint Deine Begegnung mit dem Psychiater bzw. Psychaterin ja eher Nebensache gewesen zu sein. Wie hast Du es denn empfunden? Hast Du das Gefühl es bringt Dir was? Was sind die nächsten Schritte? Hat Dich das Gespräch motiviert etwas zu unternehmen, Deine Probleme anzugehen?

    Ich kann Dir nur dringend raten Dich zu strukturieren, also Dein Leben und Verhalten zu strukturieren. So wie Du das Verhalten Deiner Frau schilderst, wird sich da meiner Meinung nach erst mal nix ändern. Du kannst Dich darauf einstellen, dass das so weiter geht oder wahrscheinlich sogar noch schlimmer wird. Und mittlerweile ist es doch eigentlich auch egal ob sie noch trinkt oder nicht. Ich meine, was Du beschreibst geht halt einfach nicht- ob nüchtern oder besoffen. Ich denke sie trinkt nach wie vor, aber was ändert das für Dich jetzt und für Deine Kinder? Ihr Verhalten verletzt Euch alle ganz massiv, deshalb müsst Ihr Euch schützen. Du hast die Verantwortung für Dich, aber auch für Deine Kinder!

    Es bringt Dich nicht weiter, wenn Du bei jeder Aktion Deiner Frau überlegst ob sie besoffen war oder nicht oder warum sie nur so fies sein kann. Du musst Dein Leben in die Hand nehmen! Mehr kann ich Dir jetzt auch nicht mehr raten. Ich hoffe und wünsche Dir, dass Du einen guten Draht zu der Psychaterin aufbauen kannst/konntest und das Du dort die Hilfe bekommst, die Du und die auch Deine Kinder brauchen.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen kaiser,

    Zitat

    gehe gleich das erste mal zum Psychater


    Da sage ich jetzt erst mal RESPEKET! und 44.

    Was Deine Befürchtung betrifft: Ja, es gibt natürlich auch schlechte Psychiater, ganz klar. Aber Du entscheidest ob Du wieder hin gehst oder ob Du einen anderen probierst. DU ALLEIN! Es ist Dein Leben und dafür bist NUR Du verantwortlich! Verstehst Du was ich Dir damit sagen will? Du suchst Dir jetzt Hilfe, das finde ich grandios! Genau richtig! Und Du solltest jetzt auf keinen Fall einen Rückzieher machen, wenn z. B. dieser Psychiater nicht Deinen Erwartungen entspricht. Dann versuchst Du es eben wo anders!
    Und übrigens, ich hatte es ja schon geschrieben, meine erste Begnung mit dem Psychiater war für mich alles andere als schön. Weinerlich, voll Selbstmitleid saß ich vor ihm und habe ihm mein Leid vorgeheult. Und er hat gesagt, ich soll mich mal benehmen wie ein erwachsener Mensch! Boahhhhhh - der hat sie ja nicht alle, dachte ich mir. Später habe ich verstanden! Er hatte recht und später habe ich auch verstanden was er bei mir erreichen wollte. Und auch erreicht hat!

    Aber: Pole Dich jetzt nicht vorher schon negativ oder skeptisch. Einfach offen sein, das ist das beste. Denk immer daran. Es ist Dein Leben, Du hast es in der Hand!

    Alles Gute

    LG
    gerchla

    Hallo kaiser,

    ich fühle mit Dir. Ich kann Dir nur raten diese Last nicht alleine durch die Gegend zu tragen. Reden hilft, schreiben sicherlich auch. Aber reden, mit dem/der richtigen reden ist m. M. das beste was Du machen kannst. So wie ich das bei Dir interpretiere ist da jetzt ganz viel passiert und Du stehst vielen völlig neuen Situationen gegenüber. Ein Berg an Problemen, so scheint es einem im ersten Moment. Jetzt auch noch das mit dem Job. Und dann gibt es bei Dir dann offensichtlich auch noch eine Gefühlswelt, die nicht ganz klar ist. Ich habe das alles auch erlebt, nicht in dieser Dimension wie das jetzt bei Dir der Fall ist. Das schlimmst für mich war, dass ich meine Kinder nicht mehr hatte.... Und Schuldgefühle ohne Ende.

    Ich war beim Psychologen. Das war wichtig, es war schwer für mich diesen Schritt zu gehen. Da ich aber den unbedingten Willen hatte mein Leben in den Griff zu bekommen, bin ich gegangen. Erste Sitzung - Schock. Was der mir gesagt hat, hat mir gar nicht gepasst. Monate später habe ich verstanden - er hatte recht. Gleichzeitig bin ich in ein Kloster um dort mit einem Mönch zu sprechen den ich mal Jahre vorher bei einer Führung erlebt hatte. Ich kannte diesen Menschen nicht. Er hatte mich damals sehr beeindruckt, wie er erzählte, weil er so viel positive Energie versprühte. Das habe damals bemerkt obwohl ganz sicher nicht nüchtern war bei dieser Führung. Ich war ja nie nüchtern, vielleicht mal kurz morgens um 6 Uhr. Ich wusste nicht wie er heißt also fragte ich einfach nach dem Mönch, der vor ein paar Jahren eine Führung gemacht hat. Ich wollte unbedingt mit diesem Menschen sprechen. Und tatsächlich konnten sie ihn finden und als er mir dann gegenüber stand habe ich ihn auch sofort erkannt.

    Wir haben gesprochen, viele male, immer wieder. Ich muss dazu sagen, dass dieses Kloster rund 100 km von meinem Wohnort entfernt liegt. War mir egal, dieser Mensch hat mir geholfen, unglaublich geholfen. Ich möchte noch dazu sagen, dass ich nicht gläubig bin. Zumindest nicht "klassisch". Und er hat auch nicht über Gott oder Glauben gesprochen. Sondern mir einfach zugehört, nachgefragt, mir Denkanstösse gegeben.
    Und dann hatte ich noch einen Freund, einen besten Freund wie man so schön sagt. Und auch mit ihm habe ich geredet. Er hat ganz anders geantwortet, reagiert als der Mönch, ganz anders als der Psychologe. Und auch er hat mir unglaublich geholfen. Unsere Freundschaft ist fester denn je.

    Ich schreibe Dir das um Dich zu motivieren einen ähnlichen Weg zu probieren. Ich kenne Deine persönliche Situation nicht, Dein Umfeld nicht. Aber vielleicht gibt Dir das was ich gemacht habe ja einen Anstoss.

    Folgendes, das hat der Mönch ganz am Anfang zu mir gesagt, hat mir immer sehr geholfen wenn ich mal wieder dachte "nur Berge von Problemen" vor mir zu haben:

    Stell Dir vor Dein Leben ist wie ein altes, marodes Haus. Dach kaputt, es regnet hinein, Wände feucht, Tapeten schimmeln. Fensterscheiben kaputt, Fenster undicht, die Fußböden von der Feuchtigkeit aufgequollen, im Keller steht das Wasser. Was machst Du jetzt? Eines nach dem anderen! Erst das Dach abdichten damit es nicht mehr herein regnet. Dann die Fenster reparieren, den Boden austauschen, die Wände neu streichen. Am Schluss kümmerst Du Dich um den Keller. Nicht alles gleichzeitig, das schaffst Du nicht. Eins nach dem anderen aber immer konsequent dran bleiben. Und wenn Du dann mal alle diese Baustellen fertig hast, Dein Haus renoviert ist, dann musst darauf achten, dass Du bei neuen Problemen sofort reagierst. Damit verhinderst Du, dass Dein jemals wieder so verfällt, wie es schon verfallen war.....

    LG
    gerchla

    Hallo kaiser,

    auch von mir erst mal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Deine Geschichte stimmt mich traurig und macht mich betroffen. Weil ich ein bisschen an meine eigene Geschichte denken muss und was ich als Alkoholiker meiner Familie angetan habe. Ich erzähl' es Dir mal in aller Kürze:

    Ich war jahrelanger Heimlichtrinker. Frau, 2 Kinder (damals 8 und 16). Alles wunderbar - guter Job, Anerkennung im sozialen Umfeld, wohl geratene Kinder, engagierte Frau die Zukunftspläne hatte usw. usw. Meine Frau, meine Familie lebte in ihrer/seiner Welt, viele Jahre lang eine heile gute Welt. Es ging darum, sich vielleicht mal ein Häuschen zu kaufen, wo der nächste Urlaub hin gehen könnte, welches Gymnasium für meine Tochter das richtige wäre usw usf.
    Ich war nasser Alkoholiker, über die Jahre hinweg fing ich an in meiner eigenen Welt zu leben. Ganz langsam habe ich mich entfernt, zunächst unmerklich für mein Umfeld. Umso länger die Sucht andauerte, umso mehr hat sie eigene Realitäten geschaffen. Meine ganz privaten Realitäten. Die ich nur ich kannte, sonst niemand. Langsam, ganz langsam merkte, vermutete meine Frau, dass irgendwas nicht stimmt. An eine Alkoholsucht hat sie nie gedacht....

    Ich selbst habe alles dafür getan, meiner Familie die heile Welt zu erhalten. Aber natürlich nur scheinbar, denn eigentlich gab es diese ja schon lange nicht mehr. Denn meine Pläne waren ganz andere, meine Gedanken ganz andere - Es waren die Gedanken meiner eigenen Realität, die nur ich kannte.

    Irgendwann, als die Seifenblase platze, stand plötzlich die heile Welt meiner Familie meiner eigenen Alkoholikerrealität gegenüber. Daraus ergaben sich zwei völlig neue Realitäten: Die neue Realität meiner Frau und meiner Kinder - vielleicht so ähnlich wie bei Dir jetzt, wenn auch nicht direkt vergleichbar und meine neue Realität. Meine neue Realtiät bestand in der Erkenntnis und dem unglaublich festen Willen, nie wieder Alkohol trinken zu wollen. Dazu kam die Erkenntnis, mich von meiner Frau trennen zu müssen um dieses Ziel dauerhaft erreichen und beibehalten zu können. Was jetzt hier so hart oder vielleicht unemotional klingt war natürlich ein äußerst komplizierter und sehr sehr schmerzhafter Prozess für beide Seiten....

    Was will ich Dir damit sagen? Alkohol verändert Menschen massiv - Trocken werden verändert Menschen ebenfalls ganz massiv, idealerweise zum Positiven, wobei positiv nicht immer für das Umfeld auch positiv bedeuten muss (aber meistens schon).

    In Deinem Fall drängt sich mir die Vermutung auf, dass Deine Frau nach wie vor voll an der Flasche hängt. So würde ich das von Dir geschilderte jedenfalls interpretieren. D. h., die Fassade, die es scheinbar bei Euch über viele Jahre gegeben hat, ist zerstört worden. In dem Moment, wo Du heraus gefunden hast, dass sie Alkoholikerin ist. Das war eine neue Realität. Bei mir hat das damals dazu geführt, dass ich trocken werden wollte und es auch geschafft habe. Deine Frau wollte das auch, hat es aber wohl nicht geschafft. Die neue Realtität ist aber trotzdem noch vorhanden, sie kann nicht zurück in ihr altes Leben mit Fassade. Die Sucht ist schon zu weit fortgeschritten....

    Wenn ich Dir was raten sollte, würde ich folgendes, aus eigener Erfahrung, sagen: Nimm diese neue Realtität an, so schnell wie möglich. Nimm Dir dazu Hilfe. SHG machst Du schon, Psychologen können auch helfen. Schau auch auf Deine Kinder, auch für sie gibt es Hilfsangebote. Schaffe Dir Klarheit, ein Bewustsein über Eure Situation. Blicke in die Zukunft und schütze Dich und Deine Kinder. Deine Frau muss ihre Weg selbst finden.... Du wirst ihr leider nicht helfen können...

    Vielleicht interessiert es Dich noch, wie das dann bei mir weiter ging. Ich bin jetzt geschieden, meine Frau fiel zunächst in ein tiefes Loch, meinen Kindern ging es schlecht und mir selbstverständlich auch. Sie hat sich Hilfe gesucht, hat gelernt mit der Situation umgezugehen, hat für sich und unsere Kinder einen Weg gefunden. Ich habe mir auch Hilfe gesucht - um trocken zu werden und zu bleiben und um aufzuarbeiten und zu verstehen, was eigentlich passiert ist. Ich habe eine neue, wunderbare Partnerin. Meine Frau ist (noch) solo. Wir reden wieder miteinander, wir können ganz normal miteinder reden. Wir besprechen Dinge, die die Kinder betreffen gemeinsam, ich kann mich in ihrer Wohnung aufhalten ohne das sie oder ich ein schlechtes Gefühl dabei haben. Wenn sie mal Hilfe braucht und Hilfe auch will, helfe ich gerne. Manchmal will sie das nicht, manchmal schon. Es ist gut so wie es jetzt ist. Es gab eine Zeit, da hätte ich das niemals für möglich gehalten!

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft. Ich weiß, dass das alles verdammt schwer und kompliziert ist. Und vieles so unverständlich ist, weil die Sucht vor allem für Angehörige so unbegreiflich ist. Aber es gibt auch Wege heraus - sowohl für Alkoholiker als auch für Angehörige. Hier im Forum kannst Du viel darüber lesen.

    LG
    gerchla

    Zitat

    Ich denke, wer sich für Abstinenz entschieden hat, muss nicht mehr nach Alternativen suchen, vorausgesetzt er ist zufrieden und hadert nicht täglich mit seiner Entscheidung und hat ständig das Gefühl, auf etwas tolles verzichten zu müssen.


    Das denke ich auch. Wenn der Zwang weg ist, also dieses "ich darf nicht", dann kommt man nicht mehr auf die Idee nach Alternativen zu suchen. Es sollte also so sein, dass man keinen Alkohol mehr trinken will, keinen Sinn mehr darin sieht.

    Grundsätzlich sehe ich es nun so (auch dank der ganzen Diskussion die wir hier führen), dass dieses Ziel über verschiedene Ansätze erreicht werden kann. Es scheint mir nur so, dass sich zunächst erst mal die meisten Betroffenen gerne auf den Weg "ich reduziere jetzt mal und dann wird das schon werden" begeben. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, erscheint einem das vermeintlich ja erst mal der bequemste und gangbarste Weg. Aber scheinbar doch für die meisten eben nicht der Richtige, oder sehe ich das jetzt falsch? Wenn man diesen Weg gehen möchte, dann sollte man (auch das ist eine Erkenntnis aus dieser Diskussion für mich) das unbedingt über eine begleitende Therapie machen, die sich genau darauf spezialisiert hat. Also eigentlich genau so, wie man das bei totaler Abstinenz mit Therapie i.d.R. auch macht.
    Und sollte man während der Therapie merken, dass der eine Weg nicht gut funktioniert, auf den anderen wechseln. Sonst bleibt das doch ein ewiges rumgeeiere....

    Hallo Jake,

    erst mal :welcome:, auch wenn Du schon länger mitliest. Jetzt bist Du ein "Mitschreiber" 44.

    Du ja sicher mitbekommen, dass wir hier gerade eine Diskussion darüber führen, welche Wege aus der Sucht heraus führen können. Totale Abstinenz natürlich einerseits, aber einige sind auch der Meinung, dass man sein Ziel über Reduzierung und einer Änderung seines Bewustseins (was die eigene Sucht betrifft) erreichen kann.

    Ich habe den Weg der totalen Abstinenz gewählt, von Angang an. Als ich soweit war, war für mich ganz klar, dass für mich nur dieser Weg in Frage kommt. Diverse Versuche kontrolliert zu trinken hatte ich natürlich vorher, hat aber nicht funktioniert.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier und hoffe, dass Du Deinen Weg finden kannst.

    LG
    gerchla

    @LiS
    Vielen Dank für die Info! Wenn ich das nun richtig lese bedeutet das, dass es besser ist versuchen zu reduzieren oder kontrolliert zu trinken (unter therapeutischer Betreuung) als gar nichts zu machen. Also immer dann, wenn die totale Abstinenz für den Betroffenen nicht möglich ist oder er sich das gar nicht vorstellen kann. Damit sinkt dann quasi die "Hemmschwelle" etwas gegen seine Sucht zu tun. Weil der Betroffene weiß, dass er nicht gleich komplett auf Alkohol verzichten muss sondern erst mal versuchen kann zu reduzieren.

    Ok, es leuchtet mir ein, dass das besser ist als gar nichts zu machen! Und wenn ich das richtig verstehe, wird die totale Abstinenz aber trotzdem als der "königs-"Weg gesehen. Den aber eben leider nicht alle (sofort) gehen (können). Manche aber über dieses Programm erreichen. Und genau die hätten es ohne dieses Programm erst gar nicht versucht (oder vielleicht erst viel später).

    Aber ist es denn nicht letztlich trotzdem immer das Ziel, irgendwann komplett abstinent zu leben? Also auch bei diesem Ansatz? In dieser ganzen Diskussion hatte ich bisher immer das Gefühl, dass es möglich sei kann, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren, also quasi "normal" zu trinken, wenn man sich mit seiner Sucht entsprechend auseinander setzt usw. So habe ich Bassmann verstanden (viellleicht habe ich das nicht richtig verstanden?). Das ist aber eigentlich gar nicht der Plan, der da dahinter steckt, oder? Das würde auch erklären, warum kaum jemand einen kennt, der das KT oder das zurück kommen auf ein ganz normales Trinkverhalten dauerhaft geschafft hat.

    LG
    gerchla

    Zitat

    Es wird nun mal leider eher akzeptiert, keine Erdnüsse essen zu dürfen, weil man sonst an einem anaphylaktischen Schock stirbt als keinen Alkohol trinken zu "dürfen" ...

    Genau, was daran liegt, dass die Krankheit "Alkoholismus" immer noch nicht als solche anerkannt wird. Offiziell natürlich schon, aber nicht im Bewustsein vieler Menschen.

    Zitat

    Vielleicht solltest du das wirklich, dieses Thema in einen anderen Thread verschieben, weil es so doch etwas deinen Thread, zumindest im Moment, auf diesen Streitpunkt reduziert


    Würde ich auch für eine gute Idee halten. Ich finde es übrigens positiv, dass man hier im Forum über dieses Thema diskutieren kann/darf... Is nicht überall so.

    Zitat

    Ich warte immer noch auf jemanden, der es mindestens 1 Jahr geschafft hat auf diese Art die Kontrolle über den Alk zu behalten. Referenzen wären halt gut.

    Das wäre spannend. Falls es solche Menschen hier im Forum gibt (also außer Bassmann natürlich), wäre es schön, wenn sie ihre Erfahrungen schildern würden. Es ist ja wirklich ein sehr interessantes Thema. Aktuell die Argumentation von Bassmann, dass eben die Therapeuten oder SHG nur einen Weg, nämlich die totale Abstinenz "vorbeten" und deshalb auch alle glauben, es ginge nur so, finde ich sehr interessant. Gut argumentiert! Aber bleibt für mich schon die Frage, ab die dann alle keine Ahnung haben? Oder ist es gar so, dass es vom "geistigen" Vermögen (bitte nicht falsch verstehen, ist nicht wertend gemeint) des Betroffenen abhängt, ob er den einen Weg gehen kann aber am anderen scheitert? Ich bin, was Bassmanns Einstellung betrifft, skeptisch, will sie aber nicht generell wegbügeln. Vielleicht finden sich ja noch ein paar mehr, die es ähnlich wie er gemacht haben, das würde mich wirklich sehr interessieren