Beiträge von Gerchla

    Hallo Frank,

    Zitat

    Mit meiner Frau hat sich die Lage deutlich entspannt. Darüber bin ich sehr, sehr froh.
    Sie scheint langsam wieder sowas wie Vertrauen zu entwickeln. Natürlich braucht sie dafür Zeit.

    Ganz klar. Du musst liefern! Und natürlich braucht sie Zeit und wird sich vielleicht denken: "Ist das alles wieder nur eine zeitglich begrenzte Angelegenheit?, Fängt er in ein paar Tagen, Wochen, etc. wieder an?".... Das braucht wirklich Zeit und wenn Du das vergeigst, dann wirst Du wohl keine weitere Chance mehr bekommen. Von mir gesprochen: Würde ich heute irgendwann mal betrunken vor meiner Ex-Frau erscheinen, dann wäre das jetzt mühevoll aufgebaute Vertrauen sofort sowas von weg und wohl nie mehr wieder herstellbar. Und damit dann natürlich auch der Umgang mit meiner Tochter in Gefahr. Und ehrlich gesagt halte ich das auch für vollkommen richtig.

    Du kannst also nur durch Taten und Dein Handeln überzeugen. Und da machst Du ja aktuell alles prima :) Es freut mich, dass sich die Lage bei Euch entspannt hat 44.

    Zitat

    Was mir allerdings aufgefallen ist, überall ist der Alkohol in Strömen geflossen.
    Samstagabend als ich von der Arbeit kam, musste ich, da ich mitten in der Stadt wohne, durch dieses
    närrische Treiben hindurch.
    Überall Bier und Weinstände und Leute die kräftig gefeiert haben :P :P :P


    So funktioniert unsere Gesellschaft. Und so lange man kein Problem hat ist das auch kein Problem. Man nimmt es gar nicht wahr. Alkohol gehört dazu, er ist Kulturgut, er ist Lifestyle, er ist ein anerkannter Teil unserer Gesellschaft und er hat immer noch ein positives Image. Das können wir Alkis nicht ändern, das müssen wir akzeptieren und unseren Weg des Umgangs damit finden. Ich habe bei mir mit zunehmender Dauer meiner Abstinenz festgestellt, dass mein "Fell" diesbezüglich immer dünner wird. Es nervt mich enorm, dass Alkohol diesen Stellenwert hat und er immer in die Höhe gehoben wird. Dass mit ihm geprahlt wird, dass er (bei uns hier hin Bayern) als Grundnahrungsmittel bezeichnet wird. Die Liste könnte ich beliebig verlängern... Und ich versuche aktiv eben nicht ständig genervt zu sein und mir zu sagen, dass es mir egal ist was andere machen. Das ich eben für mich verantwortlich bin und dass ich es besser weiß aber mir keiner glauben wird. Jedenfalls keiner, der nicht ähnliches erlebt hat wie ich oder wie wir hier im Forum. Ich übe mich hier in Gelassenheit. Gelingt oft, aber nicht nimmer...

    Zitat

    Da musste ich schnell, aber ganz schnell nach Hause...der Alkoholgeruch war zu intensiv für mich.
    Auch wollte ich mich nicht in Gefahr begeben.


    Gut, dass Du Dich nicht in Gefahr begeben hast und den Rückzug angetreten hast. Das war kein Zeichen von Schwäche sondern von Stärke und Klugheit. Wenn es bei Dir ähnlich läuft wie bei mir, dann wirst Du mit der Zeit mit solchen Situationen umgehen können. In dem Moment wo Dir wirklich von innen heraus bewusst wird, dass Du keinen Alkohol mehr trinken MÖCHTEST und das Du absolut keinen Verlust mehr empfindest, ist das Thema durch. Ich empfinde das so bei mir. Alkohol trinkende Menschen, ich meine VIEL Alkohol trinkende Menschen sind jetzt nicht gerade mein liebstes Umfeld, aber es löst jetzt absolut keine Rückfallgedanken mehr bei mir aus. Es löst eigentlich gar nix aus, außer vielleicht (je nach Heftigkeit), ein Gefühl des "hier weg wollens weil ich das dumme Gerede nicht mehr aushalte"... Muss aber zugeben, dass ich in so ein trinkendes Umfeld eher selten und wenn dann durch Zufall gerate. Ist jetzt nicht mein normaler Umgang. Aber ich habe durchaus auch mal Menschen um micht, die z.B. ein oder zwei Gläser Wein in meinem Beisein trinken oder auch mal Bier. Z. B. wenn ich irgendwo eingeladen bin. Damit habe ich überhaupt kein Problem mehr, zumal ich auch nicht beträngt werde ebenfalls etwas zu trinken. Die wissen ja alle Bescheid und fragen oft sogar, ob es mir was aus macht, wenn sie Alkohol trinken...

    Also, wenn Du aufarbeitest und bewusst mit Deiner Krankheit um gehst werden Dich solche Situationen irgendwann nicht mehr sonderlich in Gefahr bringen, denke ich. Aber auch das braucht Zeit und deshalb finde ich es vollkommen richtig, dass Du in diesem Fall erst mal den Rückzug angetreten hast. Das zeigt ja auch, dass Du Dir der Gefahr völlig bewusst bist!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Stefanut,

    Du hast eine lange Liste, was Du alles tun willst, wie Du vorgehen möchtest und hast Dir sehr viele Gedanken gemacht darüber "wie" Du zukünftig trocken sein willst. Den festen Entschluss, endgültig mit den Trinken aufzuhören und nie mehr wieder zu trinken, den hast Du für Dich ganz fest gefasst und das glaube ich Dir auch sofort. Aus dem wie Du schreibst lese ich den festen Willen Dein restliches Leben ohne Alkohol leben zu wollen. Das alles finde ich erst mal sehr gut!

    Ich kann aber auch gut nachvollziehen, was gerd und Brand geschrieben haben und was sie damit meinen. Denn das Trockenwerden und vor allem das Trockenbleiben ist ein Prozess, mitunter ein längerer. Ziele und Pläne sind sehr wichtig - Korrekturen oder Anpassungen aber auch, und mal innehalten auch.

    Ich erzähl mal von mir um zu erklären was ich meine:

    Mein letzter Ausstieg war ja, wie schon oft geschrieben, anders als die Versuche vorher. Ähnlich wie bei Dir, wusste ich plötzlich: Dieses Mal ist es anders, dieses Mal will ich wirklich und will wirklich alles dafür tun um trocken zu bleiben. Ich habe nichts im Vorfeld ausgeschlossen, auch keine LZT. Also los - noch keine 24 h ohne Alkohol und ich habe mich bereits einer SHG vorgestellt. Noch in der ersten Woche hatte ich Arztermine und einen Termin beim Psychologen vereinbart. Ich muss das verarbeiten - ich will das schaffen / so waren meine Gedanken. Ich bin jeden Tag in die SHG gegangen (große Stadt / es gab täglich Gruppensitzungen), der Termin bei Psychologen war nicht sofort zu bekommen aber fieberte schon darauf hin, endlich mit ihm sprechen zu können.

    Hochmotiviert war ich, körperlich hatte ich schon nach wenigen Tagen ohne Alkohol das Gefühl, einen ganzen Wald abholzen zu können. Psychisch sah es anders aus aber die Freude und Motivation über mein neues Leben ohne Alkohol trug mich durch diese Anfangszeit. Soweit, so gut.

    Irgendwann, nach der ich weiß nicht wievielten SHG-Sitzung bemerkte ich, dass ich dort nicht so recht voran komme. Ich ging nach der Sitzung nach Hause und dachte mir: "Hm, jedes mal das gleiche, der xy, der wieder über xy klagte, die xy, die wieder der Meinung war sie wird bald rückfällig werden und wieder der andere xy, der die Beziehung zu seiner Mutter nicht richtig aufgearbeitet hat".... Nette Menschen, auch gute Gespräche - meist jedoch vor oder nach den offiziellen Sitzungen. Und so bemerkte ich, dass ich irgendwie nichts für mich mitnahm.... Und fühlte mich schlecht, denn viele Menschen hatten mir erklärt, dass eine SHG sehr sehr wichtig wäre.

    Also reflektierte ich und beschloss irgendwann erstmal nicht mehr hin zu gehen. Die letzten Sitzungen hatte ich eher genervt verlassen und dieses Gefühl hatte mir nicht gut getan. Als Neuling da jetzt "reinzukrätschen" und zu sagen, dass mich das nervt und ich es gerne anders hätte, das kam für mich absolut nicht in Frage. Eher die Alternative mir eine andere Gruppe zu suchen.... Aber ich blieb mal ohne und horchte in mich hinein. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich rate auch heute jedem, eine SHG zu besuchen und sich dort auszutauschen! Für mich war es sehr wichtig und gut, dass ich diese Erfahrung gemacht habe - Auf längere Sicht war es nicht mein Weg.

    Und dann war da noch der Termin beim Psychologen. Hätten sehr viele Sitzungen werden sollen, eigentlich. Nur, recht schnell bemerkte ich, es passt nicht. Er passt nicht für mich. Er versteht mich nicht, ich fühle mich nicht wohl.... Aber haben mir nicht ganz viele Menschen gesagt: Du musst aufarbeiten - dazu brauchst Du einen Psychologen.... Wieder stand ich vor einer Entscheidung. Wieder hörte ich in mich hinein und beschloss zu diesem Psychologen nicht mehr zu gehen. Wieder fühlte ich mich nicht wirklich gut dabei weil andere ja immer betonten wie wichtig das sei.

    Und auch ich selbst war mir sicher, dass es wichtig ist meine Krankheit aufzuarbeiten und darüber zu sprechen. Ich suchte nach Alternativen, erinnerte mich an einen Mönch, der in einem Kloster etwa 100 km entfernt lebt und der mich nicht kennt und den ich eigentlich auch nicht kannte. Nur einmal, Jahre vorher, hatte ich ihn erlebt, bei einer Kosterführung und obwohl ich damals sicher nicht nüchtern war, ist er mir in Erinnerung geblieben und ich dachte: "Das wäre ein Mensch mit dem ich gerne sprechen würde". Lange Rede - kurzer Sinn - ich machte ihn ausfindig, er war bereit mit mir zu sprechen und wir hatten zahlreiche Sitzungen. Das auch er psychologisch geschult war, das habe ich erst viel später erfahren :P Und es war auch egal. Er fand einen Zugang zu mir und ich zu ihm - zufällig hatte er sogar Erfahrung mit Alkoholikern und es war auch völlig egal, dass ich mit dem Glauben an sich nichts am Hut hatte. Dieser Mensch hat mir unheimlich geholfen - noch heute treffe ich ihn ab und an - nur die Themen sind jetzt meist ganz andere...

    Das alles, was ich Dir jetzt geschrieben habe soll Dir zeigen, dass sich Dingen im Laufe der Zeit einfach ergeben können. Das Pläne zwar sehr wichtig sind, dass man aber auch mal ein bischen langsam machen sollte. Das man immer wieder mal innehalten sollte um zu hinterfragen: "Ist das jetzt so ok für mich? Muss oder will ich was ändern? Will ich meine Stratgie ändern oder anpassen?".

    Vielleicht kann man es auch Gelassenheit nennen. Eine gewisse Gelassenheit, die nicht zu verwechseln mit Arroganz oder Überheblichkeit ist, kann glaube ich sehr hilfreich sein. Du wirst wahrscheinlich auch feststellen, dass Du Dich über die Dauer Deiner Trockenheit weiter veränderst - in Deinem Denken und Handeln, in dem was Dir wichtig ist und was nicht. Bei mir war es so, so dass ich mich aktuell z. B. wieder mit dem Glauben beschäftige. Wenn mir das einer vor ein paar Jahren gesagt hätte..... Und diese Veränderung fordert meiner Meinung nach auch immer wieder ein Hinterfragen und ein neu Durchdenken. Das ich keinen Alkohol mehr trinke, das ist mittlerweile durch das Bewustsein, das ich erlangt habe, selbstveständlich. Und trotzdem bin ich mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich Alkoholiker bin!

    LG
    gerchla

    Hallo Stefanut,

    Du bist jetzt einfach hier bei uns in diesem Forum. Hast offen und ehrlich gesagt was Sache ist und hast mittlerweile auch schon ein gutes Fundament, auf das Du jetzt aufbauen kannst! Also, dran bleiben...

    Mal wieder aus meiner eigenen Geschichte:

    Ehrlichkeit war so gar nicht mein Ding, während meiner Trinkerzeit. Ich habe ja größtenteils heimlich getrunken, allein dafür brauchts ne Menge kleinere und mit zunehmender Dauer auch größerer Lügen. Das nahm bei mir mit der Zeit Dimensionen an, die ich mir heute gar nicht mehr vorstellen kann. Lügen bauten sich auf vorherigen Lügen auf usw usf. Dann habe ich ja auch anderweitig noch ordentlich Mist gebaut was auch wieder durch Lügen kaschiert werden musste. Ehrlich sein kam überhaupt nicht in Frage - wäre ja alles aufgeflogen. Am Ende hatte ich ein riesiges Kartenhaus - ich verlor den Überblick was nun stimmte und was gelogen war und zu allem Überfluss glaubte ich einen großteil meiner Lügen mit der Zeit selbst. Oder zumindest war mein Hirn so manipuliert, dass ich es so empfunden habe....

    Jetzt will ich Dir hier aber keinesfalls eine moralische Ansprache halten, also nach dem Motto: Du sollst nicht lügen. Ich will Dir eigentlich nur sagen, dass ich dieses Verhalten auch nach meiner Trockenheit noch intus hatte. Obwohl ich nichts mehr trank funktionierte mein Hirn aber noch nass. Nicht komplett und nicht in allen Bereichen. Aber dieses Lügen - dann im trockenen Zustand hauptsächlich kleinere Notlügen um unangenehme Situationen zu umschiffen, das war einfach vorhanden. Oft instinktiv und kaum war sie ausgesprochen, die Lüge, kam erst mein Hirn zum Einsatz
    und sagte: "Jetzt hast wieder nicht die Wahrheit gesagt" oder "Jetzt hast wieder nicht gesagt, was Du eigentlich denkst oder willst"....

    Mittlerweile ist das vorbei - vielleicht ist das auch das, was man immer wieder mal als gesunden Egoismus bezeichnet. Sagen was man will, keine Lügen. Auch zu Fehlern stehen, in dem Bewusstsein, dass man eben auch mal einen Fehler machen kann. Es war ein Prozess das wieder zu lernen. Ich habe dazu viele Monate gebraucht und musste dieses Problem wirklich ganz bewusst angehen. Ich habe es, nachdem ich trocken war, auch ganz deutlich gesehen. Da hast Du ein Problem, da musst Du dran arbeiten! Ich wollte einfach nicht mehr Lügen und dadurch dann wieder in unangenehme Situationen rutschen. Und ich habe festgestellt, dass die meisten Menschen die Wahrheit besser vertragen als ich dachte. Und am allerwichtigsten war, dass ich dadurch auch ehrlich gegenüber mir selbst wurde - ich glaube das ist enorm wichtig für alle Bereiche.

    Nutze das was Dir hier jetzt passiert ist um Dich zu reflektieren und nutze es für Dein künftiges handeln. Ich denke, Du bist auf einem richtig guten Weg.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Mae,

    ich möchte nur ganz kurz auf Deine Worte eingehen:

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    Ich lese so viel von Euch: Dietmar, Greenfox, Brant, Betty und anderen. Ihr gebt Euch mit jedem Mühe und ein hoheer %satz ist nach all der Arbeit grußlos wieder weg. Ich glaube noch nicht mal, dass Ihr frustriert seid. Ich glaube, Ihr seid gelassen und denkt: Irgendwann kommt er/sie wieder zu einem neuen Anlauf. Und dann ist es gut, wenn wir die Türe nicht zugemacht haben.
    Das finde ich unglaublich von allen, die hier regelmäßig "arbeiten". Denn das ist Arbeit.

    Ich kann nur für mich sprechen. Ich bin hier, weil ich eine tiefe Dankbarkeit darüber verspüre, dass ich dieses tolle neue Leben ohne Alkohol habe. Ich bin so dankbar dafür und ich will gerne etwas weiter geben, ich würde gerne helfen oder unterstützen. Denjenigen meine Geschichte erzählen, die gerade ähnliches erleben wie ich damals, erzählen was ich getan habe, auch was ich falsch gemacht habe usw. Erzählen, nicht belehren. Du hast recht, viele "verschwinden" einfach wieder aber manche kommen auch wieder. Und einige bleiben und schaffen es. Und darüber freue ich mich und das ist mir Motivation genug. Und nicht zuletzt bekomme ich hier auch immer wieder so viele Anregungen um über mich und mein aktuelles Leben nachzudenken, nochmal was anzustoßen, etwas zu verbessern, etwas aufzuarbeiten was ich vielleicht vergessen habe. Das kommt oft den von Dir schon genannten anderen Aktiven Mitgliedern hier. Da hat jeder seinen eigenen Charakter, seine eigene Art, seine eigene Sichtweise. Das ist auch etwas, das mir sehr viel gibt.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochende. Bleib klar in Deinem Denken und Deinem Handeln.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen side,

    es freut mich sehr, dass es Dir so gut geht. 6 Tage ohne - fühlt sich richtig gut an, gell? Erinnere mich noch an meine ersten Tage. Körperlich dachte ich, ich könnte einen ganzen Wald abholzen. Dass das mit dem Schlafen nicht so klappt ist ziemlich normal. Schließlich hast Du Dich früher in den Schlaf gesoffen, ich übrigens auch. Allerdings schläft man deswegen nicht besser sondern schlechter. Es ist falsch was im Volksglauben angenommen wird. Alkohol führt dazu, dass die zweite Nachthälfte (wenn ein Teil des Alks abgebaut ist) erheblich unruhiger verläuft, man hat auch keine Träume mehr (somit arbeitet die Psyche nichts auf) und muss häufig auf die Toilette. Also nimm Deine Schlafprobleme jetzt einfach mal hin, das wird normal auch wieder besser. Mir persönlich haben z. B. Hörspiele beim Einschlafen sehr geholfen...

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    Nächste Woche werde ich zu meinem Arzt gehen, alles beichten und nachfragen bzgl. Tabletteneinnahme.

    Das halte ich für eine sehr gute Idee.

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    Und viel darüber nachgedacht wie es zu dieser Sucht kommen konnte.

    Auch das finde ich sehr wichtig. Da solltest Du meiner Meinung nach dran bleiben. Die Geschichte, die Du von Dir erzählst mit Stalking usw. hört sich schlimm an. Da hast Du einiges mitgemacht. Ich denke aber das die Sucht tiefer liegt. Es ist oft so, dass extreme Situation das Suchtverhalten (das bereits anderweitig angelegt war) verstärkt oder zum Vorschein bringt. Bei mir war das wohl so, dass ich irgendwann, als ich noch kein echtes Problem hatte, bemerkte das Alkohol mich so schön entspannt... Kennt ja irgendwie fast jeder, das Gefühl. Als es dann mal zu Problemen kam, war der Alk dann mein erstes Problemlösungsmittel. Ich hatte nicht gelernt mit Problemen umzugehen und vor allem sie anzugehen. Das ist etwas, was sich schon wie ein roter Faden durch meine Kindheit gezogen hat. Aber ich war mir dessen überhaupt nicht bewusst... Also nur mal so ein Beispiel von mir.

    Ich will damit nur sagen: Bei aller Freude die Du jetzt zu recht verspürst und die Du auch genießen sollst, denke daran, dass Du ein Leben, Deine Sucht aufarbeitest und Strategien für die Zukunft entwirfst. Das ist meiner Meinung nach das Rüstzeug für eine dauerhafte Abstinenz. Und für eine (jetzt nenne ich das Wort mal wieder ) "zufriedene" Abstinenz. Ich denke auch Dein Ziel wird es sein, dass der Alkohol irgendwann keine oder kaum noch eine Rolle in Deinem Leben spielt. Vielleicht nur noch so viel, dass Du Dir immer wieder bewusst wirst, wie schön das Leben ohne ist, er aber ansonsten in Deinem Alltag nicht mehr weiter wichtig ist. Ich denke diesen Zustand kann man erreichen, wenn man seine Sucht und sein Leben aufgearbeitet hat und mit sich im Reinen ist.

    Alles Gute weiterhin und ich freue mich Deinen Weg hier verfolgen zu dürfen.

    LG
    gerchla

    Hallo Blume,

    herzlich Willkommen auch von mir.

    Ich bin auch Betroffener, also Alkoholiker und auch schon ein paar Jahre trocken.

    Zitat

    Was kann ich machen? Soll ich ihn einfach aus meiner Bude schmeißen? Ihn verlassen?

    Wahrscheinlich die einzige und beste Möglichkeit, wenn er nicht von sich aus bereit ist etwas gegen seine Krankheit zu unternehmen. Klingt hart, ist aber das, was Du hier auch von anderen Ex-Partnern von Alkoholikern in der Regel lesen kannst. Gegen die Sucht kommst Du mit all Deiner Liebe leider nicht an, nur er selbst kann die Sucht besiegen. Dazu muss er aber erst mal einesehen das er ein Problem hat und dann auch noch was dagegen unternehmen wollen. Und dann ist es immer noch ein weiter Weg....

    Deshalb denke ich, dass Greenfox Dir da schon einen sehr guten Rat gegeben hat: Also ansprechen und die Konsequenzen aufzeigen was passiert wenn sich nichts ändert. Damit gibst Du ihm die Chance über sein Verhalten nachzudenken und ggf. auch Schritte gegen seine Sucht einzuleiten. Tut er das nicht oder macht er nur Versprechungen, die er dann aber nicht einhält, dann musst Du Konsequenzen ziehen.

    Wenn Du das nämlich nicht tust, dann rutscht Du komplett in die Co-Abhängigkeit und seine Sucht wird auch zu Deiner Sucht. Dein Leben wird dann von seinem Trinkverhalten komplett dominiert. Dein Wohlbefinden ist komplett von seinem jeweiligen Zustand abhängig. Ich denke, das kanns wohl auf Dauer nicht sein - schon gar nicht wo Du ja auch noch Verantwortung für ein Kind hast....

    Zitat

    Wenn ich an die alkoholfreien Tage denke könnte ich weinen, sie sind so schön und ausgeglichen.

    Ja, so könnte es (fast) immer sein ;( Wenn er es schaffen würde trocken zu werden. Wenn aber eben nicht, dann ist das so wie Du es jetzt hast. Du änderst es nicht. Und Erfahrungsgemäß werden über die Jahre die alkoholfreien Tage immer weniger und irgendwann gibts dann gar keine mehr....

    Alles Gute wünsche ich Dir und eine guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Hallo miss_curry,

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    Fällt es dir eigentlich immer noch schwer, Alkohol zu meiden, z.B. wenn du in Gesellschaft von Freunden bist?

    Nein, dass fällt mir überhaupt nicht schwer. Alkohol ist hier gar kein Thema mehr für mich. Am Anfang war das so, dass ich gewisse Situation oder Veranstaltungen vermieden habe, später habe ich mir Strategien zurecht gelegt, wie ich reagiere, wenn mir z. B. jemand bei einer Veranstaltung Alkohol anbietet und auch nach meiner Ablehnung weiter penetrant ist.

    Das war ein Prozess der meinen Weg in die Trockenheit begleitet hat. Erst vermeiden, dann eine Strategie haben (weil das normale Leben ja weiter geht und man immer mal in kompliezerte Situationen kommen kann) und jetzt, ein für mich ganz normaler selbstbewuster Umgang mit dem Thema. Ich muss aber dazu sagen, dass ich das Glück hatte, dass ich von mir selbst heraus keinen oder kaum den sogenannen Saufdruck hatte. Also bei den vielen Versuchen, die ich vorher brauchte um Trocken zu werden, war der Saufdruck immer enorm und ich habe ihm früher oder später nachgegeben. Aber eben jetzt, beim (hoffentlich) letzten Mal war dann eben alles ganz anders. Das hat wohl etwas mit der inneren Einstellung oder der Erkenntnis zu tun gehabt, dass ich es einfach schaffen muss und schaffen will von dem Zeug wegzukommen, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und das ich andernfalls mein gesamtes Leben auf's Spiel setze.

    Über die Monate / Jahre und viele viele Stunden der Aufarbeitung und Reflexion kam dann die tiefe Erkenntnis, den Alkohol nicht mehr zu wollen. Weg vom nicht mehr zu dürfen hin zu nicht mehr wollen selbst wenn man dürfte. Das war für mich eine wunderbare Erfahrung. Und dadurch, dass in meinem Umfeld alle Bescheid wissen, ist sowieso klar, dass ich nichts trinke. Es wird mir im Freundeskreis schon lange nicht mehr angeboten. Im Gegenteil, sie wissen was mir antialkoholisch schmeckt und besorgen das dann. Ist schön und jetzt eigentlich ein ganz normales Leben. Vielleicht mit dem Vorteil es mehr schätzen zu wissen, als ich es vorher tat. Denn jetzt ist mir bewusst, was mein Leben eigentlich wert ist - mein trockenes Leben.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Mae,

    da hast Du jetzt eine komplette Salve mit typischen Reaktionen eines uneinsichtigen Alkoholikers abbekommen. Klassisch, dass er Dir die Schuld zuschiebt. Klassisch auch eine gewisse Überheblichkeit und Arroganz. Alternativ wäre auch eine weinerliche oder depressive Reaktion möglich gewesen oder eine nette Kombination aus beidem... Einfach alles auf der Klaviatur der Gefühle...

    Aber bei allem Schmerz und aller Wut, was ich wirklich auch sehr gut bei Dir nachvollziehen kann, solltest Du versuchen das Positive in dieser Reaktion zu sehen. Denn, jetzt kannst Du Dir absolut ganz sicher sein, dass es nur diese eine Entscheidung für Dich geben kann. Nämlich weg und Dein eigenes Leben leben. Ich weiß, Du wusstes das schon vorher aber stell' Dir mal vor er hätte Dir jetzt das blaue vom Himmel herunter versprochen. Vielleicht wärst Du ins Zweifeln gekommen.... Der feine und subtile Umgang mit den Gefühlen der Partner gehört oft zum kleinen Ein-Mal-Eins der Alkoholiker und das erschwert den Partnern die Einschätzung de wahren Lage enorm. Und ein paar Tage oder Wochen später, ist man dann wieder da wo man vorher war. Du hast das ja schon erleben müssen. Sowas kann ewig gehen....

    In Deinem Fall ist die Situation ganz klar! Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und hoffe sehr, dass Du schnell klar Schiff machen kannst und das auch Dein Seelenleben ganz schnell wieder ins Gleichgewicht kommt! Alles Liebe und Gute.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Dario,

    erstmal herzlich Willkommen hier im Forum. So jung wie Du bist ist das eher die Ausnahme, dass sich jemand innerhalb so eines Forums mit diesem Thema auseinander setzt.

    Aber ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken machst.

    Jetzt mal ein paar Gedanken von mir zu dem was Du geschrieben hast:

    Zitat

    Ich bin nicht "stark" Alkoholabhängig, das kann ich mit Gewissenheit sagen.


    Wie definierst Du "stark" abhängig? Machst Du das an der Menge fest? Das wäre nämlich Quatsch. Und was wäre denn, wenn Du "leicht" abhängig wärst? Wäre das ok für Dich?

    Falls Du Alkoholiker bist, also süchtig, dann hast Du bereits "verloren" - egal ob Du leicht oder stark abhängig bist. Sucht ist Sucht und führt über die Zeit immer tiefer in den Abgrund.

    Zitat

    Mir gehts gut, ich hab ein starkes Selbstbewusstsein und fühle mich einfach wohl.

    Das hatte ich auch in der Anfangsphase und ich hatte eigentlich gar keinen Grund zu trinken. Ich fühlte mich nicht klein und schwach und der Alkohol half mir mein Selbstbewustsein aufzuwerten. Nö, ich hatte genug davon, genau wie Du. Warum ich angefangen habe zu trinken? Hmmm, bin halt so rein gerutscht - Hier mal feiern, dort mal - lustig wars. Irgendwann mal festgestellt, dass man auch unter der Woche ein Feierabendbierchen trinken könnte - entspannt so schön.... Irgendwann könnte man ja auch mal zwei trinken..... Plötzlich gab's mal Probleme (gar keine großen) in meinem so tollen und erfolgreichen Leben und da hatte ich schon gelernt, dass der Alkohol hilft mich zu entspannen. Also, trinken wir halt mal 3 oder 4 Bierchen, egal. Usw. usf.

    Tja, irgendwann waren es dann 10 oder 12 Bier und noch ne' Flasche Wein dazu - ohne das ich deshalb am nächsten Tag nicht fit gewesen wäre....

    Zitat

    Ich will nicht aufhören zu trinken! Ich mache mir keine Sorgen wegen der Gesundheit...

    Hier stelle ich mir jetzt einfach mal die Frage: Warum bist Du dann hier? Willst Du von uns die Absolution, dass Du ein ganz normales Trinkverhalten hast und Dir keine Gedanken machen brauchst? Und wenn Du Dir keine Sorgen machst, warum stellst Du dann diese Fragen?

    Übrigens können wir Dir hier weder sagen, dass Du keine Probleme hast genauso wie wir Dir nicht sagen können, dass Du bereits Akoholiker bist.

    Aber einen kleinen Selbstversuch würde ich Dir raten (habe ich früher selbst gemacht, leider immer mit schlechtem Ergebnis):

    Nimm Dir doch einfach mal vor, sagen wir mal, 4 Wochen lang keinen Tropfen Alkohol zu trinken. Wenn Du kein Problem hast, dann ist das eine Deiner leichtesten Übungen.Und beobachte dabei auch Deine Gedanken - also - denkst Du ständig an Alkohol? Freust Du Dich schon wie verrückt, wenn die 4 Wochen endlich vorbei sind und Du wieder trinken "darfst"?

    Nur mal so als Tipp von mir. Probiere das mal aus. Solltest Du allerdings feststellen, dass Du körperliche Symptome entwickelst wenn Du nicht mehr trinkst (Zittern etc.) dann rate ich Dir sofort einen Arzt aufzusuchen. Ansonsten, probiers mal aus - hast ja nichts zu verlieren.

    Alles Gute und

    LG
    gerchla

    Guten Morgen miss_curry,

    ich bin Alkoholiker, mittlerweile ein paar Jahre trocken, männlich und Mitte 40. Vater zweier Kinder - geschieden und in einer neuen Beziehung lebend mit gutem Verhältnis zu meinen Kindern.

    Ich spreche offen über meine Sucht, wenn mich einer danach fragt. Ich gehe nicht damit hausieren, ich dränge mich und meine Sucht nicht in den Vordergrund.

    Auch in Gegenwart meiner Kinder spreche ich über die Sucht, wenn es die Situation erfordert. Übrigens ein Kind ist bereits Erwachsen, das zweite im jugendlichen Alter. Würde jetzt eines meiner Kinder zu mir kommen und fragen: Wie war das eigentlch genau? Warum hast Du getrunken, warum war dieses oder jenes usw. , ich würde diese Fragen selbstverständlich beantworten und gerne darüber sprechen. Das ist bisher so deutlich nicht passiert so dass Gespräche zu diesem Thema immer von mir selbst ausgehen. Ich versuche ab und an dieses Thema anzustoßen weil ich denke, dass meine Kinder dadurch etwas aufarbeiten können. Ich habe auch ein gutes Gefühl, dass beide mittlerweile auch schon aufgearbeitet haben. Denn wenn wir darüber sprechen sind es offene und ehrliche Gespräche.

    Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine komplette sonstige Familie mit diesem Thema überhaupt nicht umgehen kann oder will. Als ich beschloss dauerhaft trocken werden zu wollen war einer meiner ersten Schritte mich zu outen. In der Familie, also Eltern, Geschwister usw. Ich kann fast sagen, dass dieses Outing damals das einzige mal war, dass im Kreise meiner Familie darüber gesprochen wurde.

    Und jetzt sage ich mal so: Da ist in der Zwischenzeit sehr viel in meinem Leben passiert- Unschöne Dinge wie Scheidung, aber auch sehr viele positive Dinge die es zu meiner Trinkerzeit nie gegeben hätte und gegeben hat. Alle sehen, dass eine enorme Veränderung stattgefunden und dass da "plötzlich" ein positives und glückliches Familienmitglied "entsanden" ist. Kein Wort darüber - kein Wort in der Zeit als ich am Anfang stand und alles mögliche für mich unternommen habe um trocken zu bleiben und meine Sucht aufzuarbeiten. Immer wenn ich mal ansatzweise versucht habe dieses Thema anzuprechen entstand betretenes Schweigen und sofortiger Themawechsel.

    Damals dachte ich mir: Hätte ich einen Sohn /Bruder / Schwester der/die mir sagt dass er/sie Alkoholiker ist, ich würde doch mit ihm sprechen. Über seine Zukunftspläne, was er unternimmt, wie es geht usw. Nichtsdergleichen hat es bei mir jemals gegeben.

    Tatsächlich war es Anfangs bei mir ähnlich wie Du es von Dir beschreibst (auch wenn das ja jetzt genau die andere Seite ist). Ich war wütend, ich habe es nicht verstanden - wie können die mich so ignorieren? Langsam änderte sich meine Sichtweise aber, mit zunehmdender Dauer meiner Trockenheit. Sie änderte sich in ein akzeptieren und in den Versuch es zu versehen.... Sie können einfach nicht anders und es ist mittlerweile für mich auch gut so. Ich kümmere mich um mein Leben und versuche glücklich zu sein. Ich habe eine wunderbare neue Familie und eine sehr gute Beziehung zu meinen Kindern und mittlerweile sogar zu meiner Ex-Frau. Es ist gut so wie es ist. Sie müssen mich nicht fragen wie es mir geht, so als trockener Alkoholiker, wie das hinbekomme usw. Und sie waren ja auch nicht verantwortlich dafür, dass ich getrunken habe. Vielleicht schämen sie sich auch dafür, dass ihr Sohn / Bruder "so einer" war? Vielleicht geben sie sich auch eine gewisse Schuld dafür?

    Nun, wenn dem so wäre täte es mir leid für sie, würden sie mit mir sprechen, könnte ich ihnen sagen was ich denke. Aber sie tun es nicht und ich aktzeptiere es.

    Wie gesagt, das ist jetzt nicht mit Deiner Situation zu vergleichen. Du warst ja Opfer der Sucht Deiner Eltern und nicht Täter, so wie das bei mir der Fall ist. Und aus meiner persönlichen Sicht würde ich schon alleine deshalb ausführlichst mit Dir sprechen. Damit Du verstehen oder aufarbeiten könntest, wieso und warum das alles so passiert ist.

    Aber es scheint einfach so zu sein, und das siehst Du ja auch an meinem Beispiel, dass das Thema Alkohol ein unheimliches Tabuthema ist. Sogar im engsten Familienkreis und sogar dann, wenn alles schon vorbei ist.

    LG
    gerchla

    Hallo Mae,

    leider muss ich da auch zustimmen. Ich denke mal nicht, dass er die drei Wochen gar nichts getrunken hat - wie Du schon vermutest hat er sicherlich heimlich zugeschlagen. Aber er wird natürlich bei weitem nicht den Level erreicht haben, den er gewohnt ist. Zurück gehalten hat ihn wahrscheinlich die Angst davor, dass Du ihn entlarven könntest. Er wird also wahrscheinlich "Dir zu Liebe" reduziert getrunken haben.

    Aus meiner Erfahrung kann ich Dir sagen: Wenn ich mal einen Tag weniger, sagen wir mal "nur" 4 oder 5 Bier getrunken habe (warum auch immer und selten genug), dann fühlte ich mich am nächsten Tag wie ein junger Gott. Und habe mit bestem Gewissen alles "nachgeholt".

    Wenn ich mal kürzere oder auch längere Trinkpausen eingelegt hatte, weil es wieder mal schaffen wollte aufzuhören, dann war nach meinem "Rückfall" die Menge immer gesteigert. Ich erinnere mich daran, dass ich bei zumindest längeren Trinkpausen (mehrere Wochen) danach immer in ein höheres Trinkniveau gekommen bin. Hatte vorher einen Schnitt von 4 - 5 Bier / täglich, dann waren es danach 5 -6 Bier usw. Ich weiß nicht ob andere auch diese Erfahrung gemacht haben. Es war so, als ob man nachholen möchte was man verpasst hat mit dem Ergebnis, dass der "Verbrauch" generell gesteigert wurde.

    Also, die Erfahrung die Du hier machen musstest ist für diese Krankheit normal und typisch. Und aktuell kann er sogar noch so tun als würde er nichts trinken und sich heimlich behelfen mit reduziertem Konsum. Mit fortschreitender Dauer der Sucht wird das irgendwann auch nicht mehr funktionieren... Ich denke Du solltest mal Tacheles mit ihm sprechen, ich denke dann wird es Dir auch besser gehen und er muss sich dann ja irgendwie äußern...

    LG
    gerchla

    Hallo side,

    hmmm, also ich interpretiere das jetzt mal anders als Betty und Dietmar. Dein Hausarzt weiß nicht Bescheid, oder? Sonst hättest Du ja nicht Dr. google befragen müssen, oder?

    Falls er doch informiert ist bin ich beruhigt. Falls nicht - bitte pass' gut auf Dich auf. Auch wenn Du es scheinbar körperlich von den Werten her bisher gut verkraftet hast. Es bleibt schon ein
    Risiko...

    Zitat

    Ich bin Single aber ich habe mich gestern meinen besten Freund anvertraut, er steht mir auch bei (obwohl er auch bis gestern von nix wusste) !

    44. Das hast Du gut gemacht! Sich outen bei Personen die einem wichtig sind ist ein sehr guter Schritt. Es hilft darüber zu sprechen und Du hast auch jemanden den Du mal anrufen kannst, wenn Du gerade das Gefühl hast könnte in die falsche Richtung laufen.

    Ich denke jetzt ist es mal wichtig, dass Du den körperlichen Entzug ohne Schwierigkeiten hinter Dich bringst. Und dann geht's vertieft an die Psyche. Ganz wichtig, wenn Du auf Dauer trocken bleiben möchtest. Aber keine Angst, bekommt man alles hin, wenn man will....

    LG
    gerchla

    Hallo Mae,

    Zitat

    Vor allem das SPÄTER ... ich gehe stracks auf die 60 zu. Meine Zeit ist endlich. Die guten, beweglichen Jahre vor allem. Wie viele mag ich noch haben? 10 ? 5? Ich weiß es nicht.

    Ich verstehe Dich! Sehr gut sogar! Und ich sage es mal so: Es ist DEINE Entscheidung, weil es ist DEIN Leben! Wichtig ist aus meiner Sicht einfach nur, dass Du hinter dem wie Du Dich letztlich entscheidest, voll und ganz stehen kannst. Du bist für Dein Leben verantwortlich, Dein Partner für seines.

    Das Du unter dem Konsum Deines Partner leidest, dass Du so nicht mehr leben willst und dass er etwas ändern sollte, das hast Du Deinem Partner ganz offensichtlich (leider erfolglos) schon oft genug gesagt. Niemand könnte Dir vorwerfen Du hättest ihm keine Chance gegeben. Deshalb denke ich, Du solltest das tun, was für Dein Leben gut ist!

    Alles alles Gute wünsche ich Dir!

    LG
    gerchla

    Hallo side,

    Herzlich Willkommen bei uns im Forum!

    Ich bin männlich, Mitte 40, Alkoholiker und mehrere Jahre trocken.

    Nachdem Du die Hinweise über die Gefahr eines kalten Entzugs gelesen hast will ich zu diesem Thema im Detail nichts mehr sagen. Trotzdem: Ich würde den Entzug zumindest ärztlich begleiten lassen....

    Ansonsten beglückwünsche ich Dich zu Deinem Entschluss künftig alkoholfrei leben zu wollen! Es ist ein ganz anderes Leben als das in der Sucht, das wirst Du merken. Sicher wird nicht alles plötzlich wunderbar und rosarot sein, Probleme gibts auch ohne Alkohol. Aber Du wirst Dein eigenes Leben zurück bekommen, ein neues Bewustsein erlangen und wieder ganz anders am Leben teilhaben. Ich kann Dir nicht sagen wie froh und dankbar ich bin, dass ich nicht mehr von der Sucht gesteuert werde.

    Aber gerade am Anfang wirst Du jetzt sicherlich erst mal mit einigen Dingen zu kämpfen haben. Deshalb: Wenn Du Fragen hast, wenn Du wissen willst wie wir hier mit bestimmten Dingen und Situationen umgegangen sind, wenn Du wissen willst was wir getan haben um trocken zu werden und zu bleiben, dann frag' einfach!

    Alles Gute auf Deinem Weg!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Mae,

    von mir auch noch ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Ich bin männlich, Mitte 40 und Alkoholiker. Seit mehreren Jahren trocken.

    Ich habe Deine Geschichte und die Antworten von Greenfox und Wolfsfrau mitgelesen. Sehr gute und sehr tiefgründige Antworten von beiden, wie ich finde.

    Ich glaube, dass Du Dir darüber, wie Du Dein künftiges Leben leben möchtest, bereits im Klaren bist. Zumindest scheint es mir so:

    Zitat

    Ob der Schmerz, ihn zu verlassen, wirklich mein Leben beendet? Nein, das würde er nicht tun. Da bin ich sicher. Ich habe tolle Jobs, ein gutes Umfeld, sorge für mich selbst und bin unabhängig.

    Das halte ich für eine ganz wichtige Aussage von Dir. Du bist Dir sicher, dass es für Dich weitergehen würde, dass Dein Umfeld Dich auffängt. Deshalb wirst Du auch wieder in ein glückliches Leben zurück finden können, da bin ich sicher.

    Stellt sich mir die Frage, ob Du bereit wärst ihm zu helfen, also auch bei ihm zu bleiben, sollte er beim offenen Gespräch signalisieren, dass er: 1. selbst einsieht, dass er Alkoholiker ist und somit krank ist und: 2. sofortige Schritte gegen seine Krankheit unternimmt.

    Es stimmt schon, dass Dich dann das Thema Alkohol wohl weiterhin begleiten würde. Anfangs wäre es sicher sehr präsent, später (sofern er es schafft dauerhaft trocken zu werden) dann aber immer weniger. Ich kenne einige Menschen, die mit einem trockenen Alkoholiker zusammen leben. Letztlich lebt ja auch meine Partnerin mit mir zusammen und sie weiß selbstverständlich, dass ich Alkoholiker bin. Der Alkohol ist bei uns sicher kein omnipräsentes Thema mehr - eigentlich spielt er im normalen Leben gar keine Rolle mehr. Ab und an diskutieren wir mal darüber, z. B. wenn wir einen Bericht zu diesem Thema lesen oder einen Film dazu sehen. Aber es dominiert keinesfalls unser Leben. Natürlich weiß sie auch, dass ich im Forum hier aktiv bin. Aber das ist meine Sache und für sie absolut ok. Ich denke wir führen ein (fast) normales Leben, vielleicht sogar mit dem Vorteil, dass wir beide wissen, was wir an diesem (jetzt trockenen) Leben haben. Wir kennen, im Gegensatz zu "normalen" Paaren, nämlich auch die andere Seite, die Suchtseite. Darum sind wir für unser jetztiges Leben sehr dankbar und glücklich.

    Bei meinen Bekannten sind übrigens alle schon seit mehr als zehn Jahre trocken. Soweit ich das einschätzen kann ist auch dort der Alkohol kein dominierendes Thema mehr. Alle gehen in eine SHG (daher kenne ich sie), was aber so normal wird, dass es eine Beziehung nicht weiter belasten muss. Andere gehen regelmäßig zum Fitness, zum Yoga oder sonstwohin.

    Entscheidend ist aber, da gebe ich Dir vollkommen Recht, dass man Vertrauen in den Partner haben kann / muss. Das ist etwas, was nach leidvollen Erfahrungen in der Vergangenheit sicher nicht einfach von heute auf morgen möglich ist. Insofern steht dem Partner eines trocken werdenden Alkoholikers hier sicher eine längere Zeit der Unsicherheit bevor. Aber vielleicht lohnt es sich manchmal auch, diese durchzustehen und dann in eine gemeinsame und positive Zukunft zu gehen.

    Entscheiden kannst das nur Du selbst. Ich wünsche Dir Kraft und alles alles Gute!

    LG
    gerchla

    Hallo Stefanut,

    Du lieferst hier (unfreiwillig) wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass das Leben nicht automatisch ganz toll und problemfrei wird, nur weil man aufgehört hat mit dem Trinken. Ich finde es sehr schade, dass Ihr beide solche Probleme habt. Gerade wo Du jetzt in Dein neues Leben startest, viel bewusster wirst und auch viel leistungsfähiger. Gemeinsam könntet Ihr jetzt viel erreichen - Deine Frau hätte jetzt einen vollwertigen Partner der sein eigenes Leben im Griff hat und sich deshalb viel mehr einbringen kann... Und trotzdem.....

    Zitat

    Ich habe immer wieder versucht, wegen dem Kleinen diese Ehe
    zu retten und des lieben Friedenswillen klein beigegeben.

    Desöfteren habe ich mich bis vor einigen Wochen genau aus diesen
    Situationen dann besoffen, betäubt und weggemacht.

    Ich habe Dir ja schon geschrieben, dass ich mich, nachdem ich aufgehört habe mit dem Trinken, von meiner Frau / Familie (2 Kinder) getrennt habe. Nicht umgekehrt, wie man vielleicht annehmen könnte. Die Geschichte mit meiner Frau ist mit der die Du von Dir beschreibst überhaupt nicht zu vergleichen. Wir hatten keine Probleme, besser: keine offenen Probleme, und ich hatte mich während meiner langen (größtenteils heimlichen) Trinkerzeit komplett an sie angepasst. Ein eigener Mensch war ich nicht mehr - einerseits dominierte mich der Alkohol komplett und ich war mit trinken und Stoff beschaffen beschäftigt - anderseits war da mein schlechtes Gewissen und ich wollte deshalb einfach alles recht machen. Besonders gut sein, ein besonderer Mann sein, ein besonderer Vater sein usw. Was ich selbst eigentlich wollte trat komplett in den Hintergrund bzw. war gar nicht vorhanden. Ich denke ich wusste auch gar nicht was ich eigentlich wollte. Über viele Jahre ging das so. Meine Frau entwickelte sich weiter, stetig und in eine bestimmte Richtung - ich trank und entwickelte nichts, außer meiner Sucht und mit zunehmender Dauer eine völlig irreale Anschauung meiner eigenen Welt.

    Als ich nun aufhörte mit dem Trinken wurde mir fast schlagartig klar, dass ich mit meiner Frau nicht mehr zusammen leben kann / will und dass meine Trockenheit in Gefahr ist, wenn ich es trotzdem versuche. Ob das nun tatsächlich gestimmt hat oder nicht, ich weiß es nicht. Ich war mir sicher das es so ist. Somit musste ich eine Entscheidung treffen. Es war die schwerste und folgenreichste Entscheidung meines Lebens - Einerseits habe ich meine Frau nicht gehasst oder ähnliches, nein ich war der Meinung dass sie ein guter und toller Mensch ist (was auch heute noch meine Meinung ist) andererseits spürte ich aber, dass es nicht der Mensch ist mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen kann. Wir hatten uns außeinander gelebt - ich mich mehr von ihr weg als sie sich von mir.

    Und dann waren da ja noch meine Kinder - welch Hölle für mich diesen Schritt zu gehen. Aber die Alternative, zu bleiben und zu versuchen es hinzubekommen, schien mir keine zu sein. Denn ich fühlte die Gefahr wieder trinken zu wollen (wie ich es einfach über so viele Jahre gewohnt war), früher oder später. Und das wäre für meine Kinder absolut keine Alternative gewesen....

    Das war mein ein kleiner Blick in mein Seeleben von damals. Im Nachhinein kann ich für mich sagen, dass ich es richtig gemacht habe. Nach mehreren Jahren ist alles wieder im Lot - Beziehung zur Ex-Frau, Beziehung zu meinen Kindern und mein eigenes Leben ist schöner als es jemals vorher war.

    Was ich Dir damit auf keinen Fall sagen möchte ist, dass Du Dich von Deiner Frau / Familie trennen sollst. Denn das ist eine so weitreichende Entscheidung, die kann man nur selbst treffen und sollte wirklich reichlich durchdacht sein. Manchmal lohnt es sich auch für eine Beziehung zu kämpfen, sich helfen zu lassen. Diese Chance habe ich meiner Ex-Frau nie gegeben. Das ist vielleicht auch das einzige, was ich mir heute vor werfe auch wenn ich mir recht sicher bin, dass wir keine Chance gehabt hätten.

    Vielleicht wäre eine Paartherapie oder Paargespräch ein Weg für Euch. Das musst Du /müsst Ihr selbst entscheiden ob so etwas überhaupt in Frage kommt.

    Jedenfalls ist eines klar und das siehst Du ja genauso: Der Alkohol kann Dir hier nicht helfen - Im Gegenteil, Du würdest noch weiter rein rutschen als Du es vorher schon warst. Darum bleibe auf jeden Fall standhaft und überlege Dir, wie Du Dein weiteres Leben leben willst. Ich denke Du bist da ja auch gerade mitten in diesem Prozess. Alles Gute weiterhin und

    LG
    gerchla

    Hallo flocke,

    erst mal herzlich Willkommen bei uns im Forum. Auch wenn der Anlass nicht schön ist. Aber das ist er normalerweise nie, wenn jemand sich in einem Alkoholikerforum anmeldet :(

    Ich bin Mitte 40, männlich und Alkoholiker. Seid ein paar Jahren trocken.

    Ich hätte erst mal ein paar Fragen, wenn Du möchtest kannst Du darauf antworten:

    Hast Du Deinen Vater schon mal auf seinen Alkoholkonsum angesprochen? Wenn ja, wie hat er reagiert? Sieht er selbst das er ein Problem hat oder er schon mal versucht aufzuhören? Hat er schon mal geäußert wie er sich sein weiteres Leben (jetzt arbeitslos) vorstellt? Wie ist Deine Beziehung zu ihm?

    Du musst selbstverständlich nicht Antworten wenn Du nicht willst.

    Ich kann Dir jetzt erst mal nur raten Dir Hilfe zu suchen. Erst mal bist Du hier bei uns - schon mal sehr gut. Es gibt aber auch SHG für Angehörige und Beratungsstellen für Angehörige. Vielleicht wäre das auch etwas für Dich?

    Generell kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass Du Deinem Vater direkt wohl nicht helfen kannst. Ihn darauf hin anzusprechen halte ich generell für sinnvoll, wobei ich nicht weiß ob der Alkoholkonsum bei Euch nicht schon vorher thematisiert wurde (siehe meine Fragen). Es immer und immer wieder anzusprechen bringt aus meiner Sicht nichts. Es kann sein, dass eine Drohung wie "dann siehst Du Deine Enkelkinder nicht mehr" zu einem Nachdenken bei ihm führt. Es kann aber auch sein, dass er aggressiv oder irgendwie anders reagiert. Ich denke nicht, dass Dir das hier jemand aus der Ferne vorhersagen kann...

    Insofern denke ich, dass Du für Dich und Deine Familie einen Plan brauchst wie Ihr damit künftig umgehen wollt. Es sollte so sein, dass Ihr durch sein Trinken möglichst wenig belastet werdet. Idealerweise gar nicht belastet werdet. Ihm helfen kannst Du nur, wenn er selbst bereit ist etwas zu unternehmen. So wie Du sein Trinkverhalten beschreibst bedeutet das, dass er eine Entgiftung machen müsste und anschließend idealerweise eine Therapie beginnt. Dann könntet Ihr ihm zur Seite stehen. Ansonsten sind Euch die Hände gebunden. Alkoholsucht kann nur vom Betroffenen selbst besiegt werden, wenn er einsieht das er krank ist und etwas dagegen unternehmen will.

    Ich habe das jetzt schnell getippt. Bitte entschuldige etwaige Fehler aber ich bin in Eile und muss weg. Kann heute wahrscheinlch auch nicht mehr antworten aber morgen bestimmt.

    Alles Gute wünsche ich Dir auf jeden Fall und einen guten Austausch hier im Forum

    LG
    gerchla

    Hallo Lilly,

    ich gehöre zur Alkoholikerfraktion, also bin nicht Co-Abhängig. Und seid ein paar Jahren trocken.

    Das was Du so von Deinem Mann beschreibst sind ganz typische Verhaltensweisen eines Alkoholikers. Vieles davon kenne ich von mir selbst. Bei mir war es zwar eine etwas andere Situation weil ich meine Trinkerrei recht gut verheimlichen konnte. Trotzdem gab es natürlich die klassischen Momente, also z. B mal schnell den Raum verlassen und schnell was in sich rein schütten oder leugnen usw. Dein Mann ist krank, ich denke das ist Dir bewusst.

    Leider ist es so, dass Du ihm unmittelbar erst mal nicht helfen kannst. Wahrscheinlich hat Dir das Deine Therapeutin auch schon erzählt. Er muss selbst zu der Erkenntnis kommen, dass er etwas gegen siene Krankheit unternehmen will. Vielleicht muss er erst mal akzeptieren das er krank ist.

    Zitat

    Und erst DANN (nach dieser Einsicht) konnte ich dagegen etwas tun, aktiv werden. Davor hätte und habe ich mich "mit Händen und Füßen" gewehrt.

    Greenfox hat es hier auf den Punkt gebracht: Erst die Einsicht, dann kann man auch aktiv werden. Für Dich bedeutet das, dass Du ihn erst dann richtig helfen kannst, wenn er bereit ist etwas zu tun. Vorher wirst Du ihn nicht erreichen und kommst über Deine Co-Abhängigkeit immer tiefer rein in den Sumpf. Dann domiert seine Alkoholsucht nicht nur sein Leben komplett sondern auch Deines. Das gilt es zu verhindern. Und deshalb bist Du ja auch hier bzw. bei der Therapie und das finde ich super.

    Du wirst hier sicher auch noch mit anderen Co-Abhängigen (oder EX-co-Abhängigen) sprechen können. Und bestimmt auch den ein oder anderen Hinweis für Dein weiteres Vorgehen bekommen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles alles Gute und einen guten Austausch hier.

    LG
    gerchla