Hallo drossel,
herzlich Willkommen bei uns im Forum.
Hm, Du möchtest ein paar Tipps.... Das fällt mir jetzt ehrlich gesagt schwer. Du hast nicht allzuviel preis gegeben. Deine Mutter trinkt, ok, das habe ich soweit verstanden. Das ist sehr schade aber ihre Entscheidung. Sie ist eine erwachsene Frau (wie alt ist sie denn, wenn ich fragen darf?) und konsumiert die legale Droge Alkohol, das kann ihr niemand verbieten, auch Du als Tochter nicht.
Wie Du schreibst, scheint Deine Mutter ein sehr hartes Leben hinter sich zu haben. Mutter, Vater und Mann gepflegt, sich aufgeopfert für andere, so würde ich das mal interpretieren. Aber wie gesagt, eigentlich weiß ich ja nicht was genau los war in Eurer Familie.
Irgendwann war sie dann wohl "damit durch", die lieben Menschen die sie gepflegt hatte waren verstorben, die "Lebensaufgabe" beendet - bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte betonen dass das alles nur Spekulationen von mir sind die ich aufgrund der paar Zeilen von Dir mache.
Also, da steht nun ein Mensch, der möglicherweise jahrelang funktionieren musste und andere gepflegt hat, vor einer gewissen Leere... Hmmm, also es gibt sicher geringere Gründe weshalb Menschen mit dem Trinken begonnen haben. Ich zum Beispiel hatte eigentlich gar keinen Grund zum Saufen anzufangen und hab's trotzdem getan....
Aber egal, das war jetzt nur der Versuch von mir mal zu "rekonstruieren", wie Deine Mutter da hinein gerutscht sein könnte. Vielleicht hat sie ja auch schon vorher getrunken um das alles überhaupt durchstehen zu können. Ich weiß es nicht und Du hast nichts darüber geschrieben. Ist auch egal, denn es geht ja darum, dass sie wieder damit aufhört.
Und genau da liegt jetzt das Problem: Aufhören wird sie nur können, wenn sie das selbst möchte. Ihr habt ja schon die Erfahrung machen müssen, dass ein Aufhören via List auf Dauer nicht funktioniert hat. D. h. wenn sie selbst den Sinn nicht sieht, wird es kaum funktionieren sie vom Alkohol weg zu bringen.
Es macht auch keinen Sinn, dass sie jemanden "zu liebe" aufhören will, also z. B. Dir zuliebe. Immerhin bist Du kein Niemand sondern ihre Tochter - und für die könnte man doch auf Alkohol verzichten....
Nein, kann man nicht wenn man süchtig ist. Ich liebte meine beiden Kinder wirklich über alles - und habe es trotzdem nicht geschafft aufzuhören. Oft hatte ich versucht mir das als Grund zu nehmen... Ich hatte nicht verstanden, dass ich es mir zuliebe tun muss. Es hat erst funktioniert als ich mich selbst in den Fokus gerückt hatte.
Was bleibt nun Dir? Dir bleibt, dass Du auf Dich acht gibst. Dein eigenes Leben pflegst und darauf achtest, dass Dich die Situation Deiner Mutter nicht zu sehr dominiert. Denn es nicht Deine Verantwortung das sie trinkt, Du hast es nicht in der Hand. Aber Du läufst eben Gefahr in eine Co-Abhänigkeit zu rutschen indem Du das Wohlbefinden Deiner Mutter (in Kombination mit ihrem Alkoholkonsum) zum Mittelpunkt Deines eigenen Lebens machst. Das ist gefährlich und ebenfalls eine Krankeit. Deshalb achte auf Dich und versuche Dir noch weitere Hilfe zu suchen. Z. B. in Form einer Selbsthilfegruppe für Angehörige - dort findest Du Menschen, die ähnliches erlebt haben wie Du gerade.
Alles Gute und einen guten Austausch wünsche ich Dir.
LG
gerchla