Beiträge von Laggard

    Hallo ,

    Morgen ist der 17.01.2026.

    Vor 9 Monaten habe ich das letzte Mal meine "Medizin" genommen.

    Dann ging es in die Entgiftung. Ein paar Gedanken dazu. Besonders für die , da unbekannterweise mitlesen.

    Vor 11 Jahren war ich im Forum Baclofen unterwegs .Ich suchte nach Wegen mit meiner Sucht umzugehen.

    Leider gibt es das Forum nicht mehr.Tolle Menschen sind mir da auch begegnet.Übrigens nehme ich immer noch Baclofen , nur sporadisch ,2-3 x im Monat .

    Ich schrieb damals "Eine Abstinenz ist für mich so weit weg wie eine Mondlandung"

    Und genauso meinte ich es auch .

    Danach ist viel passiert.Besonders im Beruf .

    Ich wurde Teamchef,ein Abteilungsleiter mit 4 Personen Team.

    Stress, zwischenmenschliche Spannungen ,Überforderung.

    Ich wollte für Harmonie im Team sorgen,scheiterte .Leer,ausgepowert, schlaflos, .

    Nach aussen hin souverän, innerlich zerbrochen .

    Und jeden Abend betäubt .Vergessen .Irgendwie.und wenn es für 3 Stunden ist ,bis der Alkohol mich um 2 Uhr weckt.

    Bei mir war es ein Aushang vom Werksarzt.Eine Telefonnummer.Lange Zeit rief ich nicht an .Dann der erste Anruf,das Gespräch vor Ort.

    "Es gibt nur einen Weg .Abstinenz".

    OK.Mittlerweile war ich reif .

    Caritas,Entzug.Reha.Offenes Gespräch mit meinem Chef.Andere Stelle im Betrieb.Keine Führungskraft mehr.

    Ja,und heute....?

    Mir geht es gut.Körperlich habe ich Probleme ,die ich gerade angehe aber die wären auch mit Alkohol gekommen.

    Ansonsten heilfroh .Ich habe meine Schöpferkraft wieder gefunden.Kraft ,Dinge anzugehen und zu ändern.

    Es gibt keine Flucht mehr .Es gibt auch kein Fluchtmittel mehr.Es gibt nur mich und gerade meine Tränen in den Augen .

    Weil ich es geschafft habe .Doofe Gedanken kommen noch ab und zu.Aber die gehen auch wieder.

    Der Schlaf hat sich auch wieder eingestellt. Die Zukunft sieht garnicht so schlecht aus .All das hat lange gebraucht .

    Aber es hat sich gelohnt. Lebensqualität !!!!

    Und du kannst das auch .Ja,du .der da gerade mitliest. Es gibt genug Menschen ,die helfen wollen .Aber den ersten Schritt machst du .Das ist alles.

    Übrigens....nehme ich gerade eine weitere Baustelle in Angriff.

    Schlauchmagen OP im Sommer.Es gibt noch viel zu tun dafür.

    Schönes Wochenende.


    .

    Hallo ,

    Wie feierst du, damit deine Abstinenz weiterhin safe ist?

    Ich feiere nicht anders wie sonst. Wir sind hier in einem kleinen Kreis , ich lege mich sogar zwischendurch etwas hin um auszuruhen und um kurz vor 12 Uhr werde ich von meiner Frau geweckt. Dann wird alkoholfrei angestoßen und eine Stunde später bin ich wieder im Bett. Silvester ist für mich nichts Besonderes sondern eher ein unangenehmes Datum. Weil man ja irgendwie feiern muss.

    Übrigens habe ich morgen früh um 10 Uhr noch mal ein Nachsorgetermin. Wir hatten uns in der Gruppe auf diese Uhrzeit verständigt weil die Leute nicht arbeiten müssen. Die Nachsorge einmal die Woche ist für mich ein sehr wichtiger Termin, ich glaube ich hatte es schon mal erwähnt. Ansonsten treffe ich mich online regelmäßig mit meiner alten Tönissteingruppe. Vor Weihnachten haben wir uns auch auf einem Weihnachtsmarkt getroffen und ich bin froh dass ich diese Menschen kennen lernen durfte.

    Einen guten Rutsch allen

    Hallo Emily, vielen Dank für die Nachfrage. Wie es mir geht? Soweit ganz gut. Ich habe zur Zeit Urlaub und genieße die Zeit zu Hause. Die erste Woche verging doch recht schnell aber ich denke das ist ganz normal an Feiertagen weil irgendwie man ja noch doch viel Termine zwischendurch hat. Auch heute sind wir bei meiner Tochter und Freund eingeladen zum Essen . Alkoholtechnisch gesehen bin ich mittlerweile acht Monate nüchtern, eine doch recht lange Zeit. Übrigens habe ich diese Nachricht mit Mikrofon aufgesprochen, von daher ist sie doch recht lang oder ich zu faul 😉. Mittlerweile hat sich doch eine alkoholfreie Normalität gebildet, das heißt es ist normal für mich geworden nicht nur nüchtern aufzustehen sondern abends auch nüchtern zu bleiben . Ich empfinde dies als sehr befreiend, bin mir aber noch nicht so sicher ob meine Ausweichstrategien richtig sind. Ich zocke spät nachmittags abends unheimlich gerne PS5 und bin dadurch vollkommen abgelenkt . Solange dies nicht überhand nimmt werde ich dies auch so weiter behalten. Beruflich war es richtig meine Führungsstelle abzugeben ich. Ich genieße dies sehr, die neue Stelle ist auch gut ,aber die Kollegin etwas schwierig aber ich denke man kriegt das hin. Was mir aufgefallen ist: trinke zur Zeit sehr viel Wasser und das literweise und das hilft mir unheimlich den Gedanken an Alkohol gar nicht aufkommen zu lassen . Der Gedanke ist einfach weg. Sicherlich gab es zwischendurch noch mal Sehnsuchtsgedanken , teilweise auch heftig aber ich weiß das geht vorbei, außerdem ist es ein riesen Unterschied eine Alkohol zu denken und oder loszufahren und etwas zu besorgen und zu trinken. Irgendwie bin ich letzte Woche gar nicht in die Gänge gekommen ,im Haus gibt es viel zu tun aber diese Woche bzw heute geht es schon besser und ich bin schwer motiviert .Die einfachste Sachen konnte ich nicht machen aber jetzt geht's wieder. Und ich dachte immer das liegt am Alkohol.

    Wie geht es dir ?Wie hast du die Feiertage überstanden ?

    Hallo Emily , leider muss ich dir vollkommen Recht geben. Ich bin viel zu selten hier. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass ich einmal die Woche in eine Nachsorge gehen, finanziert von der Rentenversicherung, und mich da bei einer Psychotherapeutin von der Caritas beraten lassen bzw mit anderen auch ehemaligen Alkoholikern kommuniziere. Um ehrlich zu sein reicht mir dies vollkommen. Ich bin nicht der Typ der täglich über meine Alkoholprobleme reden möchte, merke aber wohl dass mich das Thema mich mehrmals in der Woche berührt. Zu meiner Nüchternheit: eine zufriedene Abstinenz, wie ich sie mir gewünscht bzw vorgestellt habe ist leider noch nicht eingetreten .

    Immer noch gibt es Momente indem ich mir klar werden muss dass ich heute Abend nicht trinken kann, sollte oder darf ,je nachdem in welcher Stimmung ich bin. Oft sind es die Momente, in der der Tag abgerundet werden sollte , das heißt ich empfinde den Tag nicht als vollkommen oder perfekt. Erst gestern Abend hatte ich dieses Gefühl. Durch meine Reha habe ich noch jede Menge Resturlaub den ich jetzt auf Freitag aufgeteilt habe und jetzt bis Ende des Jahres dementsprechend fast jeden Freitag frei habe. An diesen Tagen schaffe ich sehr viel draußen, das heißt ich arbeite an meinen Projekt weiter, ich schneide Geäst und Pflanzen, ich mache sogar ein kleines Feuerchen und verbrenne Holz und Pappe was übrig ist welche übrig ist, und denke am Ende des Tages wenn es dunkel wird jetzt fehlt dir was. Ja es fehlt mir etwas zum Abrunden des Tages und gerne würde ich an diesem Abend, und nur an diesem Abend ,mir wieder meine "rosa"Brille aufsetzen . Erst wenn der Kopf sich wieder einschaltet ,ich meine Sucht akzeptiere und ich an die ganzen negativen Begleiterscheinungen des Alkohols denke wird mir wieder klar dass dies keine gute Idee ist. Ich versuche dann mein Zuhause so gemütlich wie möglich zu machen zünde wie üblich mein Kaminofen an und mach es mir auf dem Sofa gemütlich mit einer leckeren Mahlzeit. An diesen Abenden nehme ich auch noch zusätzlich eine Baclofen Tablette und habe zumindest das Gefühl dass es mir hilft ,dieses unvollkommene Gefühl überstehen. Ganz anders sieht es am Morgen aus. Obwohl ich heute schlecht geschlafen habe, bin ich topfit aufgewacht und genieße meine Nüchternheit am Morgen vollkommen. Ich atme diese frische Luft ein freue mich nücjtern zu sein,dass ich lebe und meine Wohnung schön aufgeräumt ist und ich aus diesem Tag was wundervolles machen werde. Heute morgen habe ich mir übrigens ganz spontan überlegt Baguette bzw Brötchen selber zum Frühstück zu backen Hier habe ich schon mit Vollkornbrot Erfahrung gemacht und gebe mich jetzt mal an das Thema Brötchen ; öfter mal was neues. Wie du siehst arbeiten in mir temporär sehr widersprüchliche Gedanken. Belastend ist für mich auch noch meine berufliche Situation in der ich mich noch nicht in meinem neuen Job gefunden habe. Hier versuche ich durch einen Nebenjob in ganz andere Richtung Ausgleich zu finden . Ich bin mir durchaus meiner Schöpferkraft bewusst und werde versuchen auf Dauer mich beruflich so aufzustellen dass ich zufrieden bin. Denn Zufriedenheit ist im Beruf ist für mich das A und O. So, das war's das war ein aktueller Report von mir ich begebe mich jetzt wie immer wieder an mein Samstagswerk und mache das Beste aus dem Tag ich. Einen schönen Samstag

    Hallo Emily,

    In der Zeit war alles dabei was man sich denken kann, von Euphorie bis Lethargie, von Himmelhoch Jauchzend bis betrübt und Traurigkeit war alles dabei. Auch mal eine Zeitlang ein gefühlter Stillstand. Das sind eben alles Phasen. Einfach hinnehmen und einen Tag nach dem Anderen immer weiter

    Ich musste gerade nochmal deine Sätze wirken lassen.Danke nochmal dafür.

    Eine zufriedene Abstinenz ,wie von mir gewünscht,ist halt noch nicht eingetreten.

    Es fehlt abends etwas,was ich nicht definieren kann.Aber eben nicht jeden Abend.

    Manchmal bin ich glücklich und zufrieden .

    Am 17.10.werden es 180 Tage nüchtern sein .

    In dieser Zeit ist echt viel passiert.

    Viele Situationen ,die ich früher nie ohne Alk überstanden hätte. Mein Schutzschild und "Welt-schön"Macher.

    Von daher sollte ich mir eine 3. Hand zum Schulterklopfen anlegen.

    Morgens nüchtern aufzustehen ist normal geworden.Schade eigentlich.

    Gab es doch Zeiten,in denen das etwas besonderes war.

    Seit der Reha stehe ich zeitig auf ,mache meine Gymnastik und esse meine Haferflocken.

    Noch eine Umstellung.

    Als leidenschaftlicher Gärtner habe ich mir einen kleinen Traum verwirklicht :

    Hochbeete aus Alu gekauft(da hätte ich früher ein Auto für gekauft).

    Da werde ich heute mit dem Aufbau beginnen.

    Vorher habe ich da noch eine Terasse für gebaut.Ein längeres Projekt also.

    Und gleich geht's raus.

    Schönes Wochenende allen.

    Hallo Emily ,

    Es gibt aber auch genug anderes außer Alkohol

    Ja ,das stimmt.

    Zur Zeit greifen noch andere Verhaltensmuster bei mir.

    Ich denke,ganz normal.

    Schließlich ist das mein erster nüchterner Urlaub seit Jahrzehnten.

    Nicht umsonst hatte ich Bedenken davor.

    Mein Absoluter Kopf-frei Räumer ist PS4 spielen.Das erlaube ich mir immer dann wenn's nötig ist.

    Ansonsten soll es nach meinem Garten Projekt mehr Sport sein.

    Im Moment ist es mit dem Ebike zur Arbeit und 1x Woche Aquafitness.

    Und manchmal nutzt auch einfach die Erkenntniss ,dass es gerade schwierig ist.

    Hallo Emily, danke für das Angebot. Was ich mittlerweile über mich weiß, ist dass ich über meine Probleme reden muss, bzw schreiben muss. Ansonsten stauen sich die Dinge an und ich nehme die Probleme wie ein Schwamm auf ohne sie zu bearbeiten zu können. Wie ich schon mal geschrieben hatte habe ich mich nach der Reha bei meinem Chef gemeldet und darum gebeten meine Stelle als Führungskraft aufzugeben und dass er für mich eine Alternative sucht. Mein Chef hat relativ schnell(zum 01.10) eine Alternative gefunden, in der ich in meinem alten Metier bleibe, bzw in der Dienstleistung und im Küchenbereich. Für mich ein sehr gutes Angebot. Fragen die aufkommen sind ob ich mit der Kraft die vor Ort ist rauskomme weil sie etwas schwierig ist. Ansonsten merke ich doch, wie mich dieser" Rücktritt" doch auch belastet. Hier geht es auch um ein Prestige und einen gewissen Verlust weil ich doch sehr viel Energie in meinem Beruf gesteckt habe und mich mit zwei Fernstudium weiter gebildet habe. Dieses Umdenken, dass ich für mich was Gutes tue und dies wahrscheinlich der richtige Schritt ist fällt mir manchmal noch schwer. Zugleich habe ich zurzeit noch Urlaub arbeite als leidenschaftlicher Gärtner an meinem Projekt Hochbeet weiter .Ich merke ,dass ich mich gerne nach der Arbeit wie gewohnt"belohnen"möchte.

    Gestern abend hatten wir von der Tönisstein Gruppe aus ein Zoom Meeting.Hier möchten wir uns regelmässig treffen und uns austauschen/unsere Probleme schildern .4 Leute von 15 hatten einen Rückfall.

    Ich merke im Moment eine gewisse Unruhe /Unausgeglichenheit in mir,die ich so seit Beginn meiner Abstinenz nie hatte.

    Die letzten Tage nehme ich auch abends eine Baclofen Tablette ,Auch das habe ich wochenlang nicht gemacht.

    Umstellungen fallen mir generell nicht leicht und ich hoffe ,dass dieses für mich bald abgeschlossen ist

    Hallo Paul ,

    was passiert bei so einer Nachsorge?

    Die Nachsorge wird bei der RV beantragt und bewilligt und ist eine therapeutische Nachsorge .

    Von daher passt die Bezeichnung.

    In Einzel oder Gruppengesprächen wird geschaut wo es Probleme nach der Reha gibt.

    Was liegt aktuell an / was passiert gerade in meinem Leben /drückt der Schuh und wenn , wo ?

    Hier kannst ich meinen seelischen Müll/meine Gedanken lassen und bekomme eine zweite Meinung zu Dingen,die mich beschäftigen.

    Sehr wertvoll in diesen für mich schweren Zeiten .

    Ja hallo zusammen.

    Ich habe lange nichts mehr von mir hören gelassen. Tut mir leid .jetzt bin ich gerade im Urlaub in Holland und nutze diese Chance, um euch auf dem Laufenden zu halten.

    Seit 17.April nüchtern ist es bald ein halbes Jahr. .Mittlerweile empfinde ich es als normal.

    Nichts besonderes mehr.

    Jetzt ,im Kurzurlaub Holland .kam da nochmal kurz die Erinnerung und die Sehnsucht nach dem Begrüssungsbier hoch .Krass .

    Schließlich ist es der erste trockene Urlaub seit ca 40 Jahren.

    Mit alkoholfreiem Bier habe ich keine Probleme.Also gibts Heinecken 0,00.%

    Meine berufliche Situation klärt sich gerade.Ich gebe meine Stelle freiwillig auf .Nachfolger in Sicht.Muss nur noch „Ja“sagen.ich komme in eine Filiale .Der Rest wird sich klären.

    Einmal die Woche geht’s zur Nachsorge.Ein sehr wichtiger Termin für mich.Ab und zu gibt es Einzelgespräche.

    Zusammenfassend kann ich sagen:Es läuft.

    Was ich nicht mehr habe :Richtig schwere Schwindelanfälle,der quälende Husten am Morgen .

    Übrigens kann ich jetzt zu jeder Tageszeit Auto fahren 😉

    Was leider geblieben ist (und ich mit dem Alkohol verbunden sah) :Tagesmüdigkeit,schwere Beinen,mein Gewicht.

    Nun ja.Man kann nicht alles haben.

    Mittlerweile 56 hat sich der Körper halt verändert.

    Schönen Abend

    Hallo zusammen ,

    Heute war ich zum 3 . Mal bei der Caritas Nachsorge.Diesmal in der Gruppe.

    Als Ex Tönissteiner mit ehemals 2 x Gruppentherapie am Tag quasi ein Kinderspiel.

    War aber echt gut .Ich kann mir durchaus vorstellen , mich hier in Zukunft öffnen zu können.

    Was mir in meinem ersten nüchternen Urlaub auffällt :

    1. Doofe Gedanken(Alkohol) kommen immer mit Unterzuckerung /Hunger.
    2. Urlaubstage sind gefühlt unendlich.

    Nach der Gruppe ging es zuhause noch in den Keller -bischen Rückentraining mit anschließender Meditation.

    und deine Bedürfnisse einzustehen. 🍀

    Danke AmSee13

    Ich merke nach kurzer Zeit wieder,wie der Job mich nervt.

    Neuanfang/Wechsel wird von mir angestrebt.

    Ich hoffe nur es dauert nicht so lange.

    Machts gut.

    Hallo zusammen ,

    Seit 2 Wochen bin ich jetzt wieder zuhause .

    Und 100 Tage ohne 🙂

    Ich fühle mich geistig und körperlich fit wie schon lange nicht mehr. Anfang dieser Woche hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef, es ging um meine Zukunft im Betrieb. Hier konnte ich zumindest schon mal andeuten , dass ich einen Wechsel im Betrieb anstrebe. Die Sache war für ihn noch nicht so klar und er sieht mich eher in dem alten Bereich, vielleicht unter anderen Bedingungen. Er hat mir allerdings auch angedeutet, dass er mir bei wichtigen Punkten nicht entgegenkommen kann. So werde ich weiterhin einen Wechsel zur anderen Stelle anstreben. Ansonsten versuche ich meine sportlichen Aktivitäten und meine Nachsorge zeitlich unterzukriegen so dass auch noch genügend Zeit für Haus und Garten übrig bleibt.Eine berufliche Fortbildung wurde auch unterbrochen und steht wieder an.

    Sucht Druck gab es während der letzten Zeit nicht, allerdings hatte ich am Dienstag nach dem doch etwas schwierigen Gespräch mit meinem Chef abends das Bedürfnis, den Kopf frei zu bekommen. Dieses Gefühl konnte ich jedoch ertragen ,habe nicht getrunken o.ä. und am nächsten Tag war alles wieder beim Alten.

    Einen schönen Sonntag euch

    Hallo ,

    Was die Zukunftsängste betrifft gilt wohl dass nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird

    Versuche entspannt zu bleiben und dich auf zuhause zu freuen.

    Gestern sind dann wohl die Zügel mit mir durchgegangen .

    Ich rate jedem ,seine Nüchternheit von Tag zu Tag zu sehen,mache es dann selber bei mir nicht .

    Das grosse Ganze mit ungewisser Zukunft war wohl zu viel für mich .

    Heute alles wieder besser.

    Danke für die unterstützenden Worte und Gedanken.

    Von Selbstbetroffenen hat das nochmal eine ganz andere Note.

    Hallo Paul ,

    Alles richtig ,was du schreibst.

    Aber Sucht hat wenig mit Logik zu tun .

    Mich hat auch gestern wieder eine gewisse Traurigkeit /ein Gefühlschaos erfasst .

    Mein Neuanfang zuhause nächste Woche /der Abschied aus der "sicheren "Klinik macht mir sehr viele Gedanken / auch im Unterbewusstsein.

    Nicht schön aber da muss ich wohl durch .

    Eine neue Phase beginnt. Eine Anfang mit vielen Fragezeichen. .Eine Chance auf ein tolles Leben.

    Hallo ,

    ein viertel Jahr alkoholfrei 💐 ... wann warst du das das letzte Mal

    Seit ca 40 Jahren nicht mehr.Wobei ich die letzten 15 Jahre süchtig trinken musste.

    So genau kann man ja da nicht die Trennlinie ziehen.

    Entspannter bin ich auch .Zur Zeit sogar sehr.

    "Trinken müssen" bedeutet halt Stress pur.

    Überhaupt vergisst man schnell die negativen Seiten des Alkohols .Danke,dass du mich noch als daran erinnerst.

    Dann schimmert die Sucht mit ihren vermeintlichen Vorzügen durch .Gestern hatte ich so einen Moment,

    Kein richtiger Suchtdruck sondern ein kurzer Moment tiefer Traurigkeit /einer gewissen Unruhe an den Gedanken "Für immer".

    Ich nahm nach langer Zeit eine Baclofen für diesen Moment.

    Gestern hatte ich nach einem Vortrag über Medikamentöse Unterstützung ein Gespräch mit dem Chefarzt über Baclofen.Als

    langjähriger Konsument stellte er mir neugierig viele Fragen .Das Thema ist scheinbar doch nicht durch in der Suchtbekämpfung.

    Gruss

    Hallo Paul ,

    danke der Nachfrage. Ja, du hast recht, nächste Woche Dienstag ist mein letzter Tag in Tönisstein. Die Therapie gilt als abgeschlossen .Ich werde als arbeitsunfähig entlassen und beginne übernächste Woche meinen mein Hamburger Modell .Mein psychischer Zustand: wesentlich selbstsicherer und selbstbewusster als vorher. Ich weiß, dass die Welt sich nicht verändert hat, aber ich habe mich verändert. Alleine drei Monate ohne Alkohol stärkt das Selbstbewusstsein insofern ist nicht nur die Psychotherapie sondern auch die Zeit entscheidend . Das ungute Gefühl vor dem Beginn der Arbeit ist geblieben. Hat aber lange nicht den Charakter wie vor drei Monaten. Was ich hier gelernt habe: möglichst über meine Probleme schnell zu reden und diese nicht auf die lange Tafel zu schieben. Ich muss einfach die Dinge zügig klären um Klarheit zu bekommen. Selbst eine negative Antwort ist besser als dass ich mich Nächte lang verrückt mache. Ansonsten gab es hier sehr viel zu lernen in Form von kurzen Seminaren z.B zum Thema Selbstwertgefühl , Umgang mit Stress. Was sich was ich davon mitgenommen habe kann ich noch nicht beurteilen .Vieles ist aber in schriftlicher Form mitgegeben worden. Die Gruppe löst sich jetzt langsam auf aber neue Mitglieder kommen und so ist halt das Prinzip Tönisstein . Dinge, wie der Umgang mit Alkohol auf Festen oder wenn Alkohol angeboten wird wurden natürlich auch theoretisch besprochen. Hier hat sicherlich jeder so seine eigenen Theorien damit umzugehen. Aber zeigen wird sich dies natürlich erst in der Realität wieso manches hier, was theoretisch besprochen wurde. Ich packe gerade schon meine Sachen zusammen um diese dieses Wochenende mit nach Hause zu nehmen, zumindest einen Teil .Dienstag wird es dann ein schneller Abschied. Tönisstein kann ich wirklich jedem empfehlen, der Abstand vom Alltag und vom Alkohol bekommen möchte. Alleine diese Reha ohne Alkohol Hintergrund ist sehr viel wert. Man lernt halt sich aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Ich werde sicherlich weiter über mein Leben hier berichten . Mein Terminkalender für nächste Woche ist schon sehr voll. Arzttermine, Selbsthilfegruppen aufsuchen , Nachsorgetermine besprechen ,weitere Sportangebote suchen .Und vieles abklären ,was in nassen Zeiten liegenblieb.

    Schönes Wochenende euch allen

    PS Sollte ich irgendwie anders wirken als sonst : Ich habe meinen Text per Mikrofon aufgesprochen 😉

    Neues aus Tönnisstein,

    Hallo zusammen ,

    Entlassungsdatum ist der 15.07..d.h. noch 20 Tage Reha. Eigentlich 19 Tage, weil der Abreisetag nicht zählt.

    Mein Befinden :Zwiespältig .

    Ich genieße jeden Tag hier ,meine Gedanken sind aber auch oft in der Zukunft.

    Damit bin ich in der Gruppe nicht alleine .Nach einer gewissen kurzen euphorischen ,sorglosen Neubeginnsphase rückt der Alltag ,der neue Lebensabschnitt mit neuen Herausforderungen näher.Da vergeht manchem das Lachen .

    Der Antrag auf Wiedereingliederung ins Berufsleben ist raus. Ich werde versuchen ,es langsam angehen zu lassen . Nach dem Hamburger Modell bin ich erst am 01.09. wieder voll funktionsfähig./bis dahin krank geschrieben .Soweit die Theorie.

    Mein Antrag auf einen Behinderungsgrad geht auch noch hier raus .

    30%als Alkoholiker sollte erstmal zu erreichen sein .Danach wird regelmässig der Status abgefragt.

    Vom Überbrückungsgeld der Rentenversicherung ist auch nichts zu sehen.Laut Sozialdienst könnte es auch sein ,dass die gesamte Summe später gezahlt wird. Hauptsache ,es wird überhaupt gezahlt.

    Therapeutisch verspreche ich mir nicht mehr viel .Nach zig Suchtlebensläufen ,Funktionsanalyen usw denke ich nicht ,dass ich noch viel lernen werde.

    40/60 :So sieht meine Therapeutin eine Reha.

    40 % Erlerntes aus der Therapie /60% Umsetzung durch den Patienten im Alltag.

    Könnte schon passen.

    Mein Selbstbewusstsein ist schon merklich gestiegen .Der Gedanke an Alkohol kommt sehr selten .

    Eigentlich spielt der Alkohol keine grosse Rolle mehr ,wenn die Gründe für das Trinken gelöst werden.

    Sollte ich das schaffen ,stehen meine Chancen nicht schlecht.Soweit die Theorie/Teil 2 :)

    PS-ich schaue gerade nach einem Teleskop.Astrologie soll ja Spass machen .

    Habt einen tollen nüchternen Tag

    Neues aus Tönnisstein,

    Hallo , mittlerweile sind es 2 Monate ohne Alkohol. In einer Sucht Klinik eigentlich nichts besonderes.Geschütztes Umfeld, Therapeuten in der Nähe, täglicher Austausch über Alkohol.Suchtdruck gleich Null.

    Manchmal flackert da so ein Gedanke auf ,ein kurzes Bedauern .Das ist aber schnell wieder weg.

    Oder es gab Situationen in den Anfangswochen , in denen ich mich fragte ,was ich hier eigentlich mache...wie ein Aufwachen aus einem Traum

    Nicht allen geht es hier so mit dem Saufdruck. In den ersten Wochen hier gab es einzelne Rückfälle.

    Diese werden natürlich nicht gerne gesehen , therapeutisch aufgearbeitet .Dann geht es weiter.

    Ich habe meine Verlängerung bekommen , bleibe auf Wunsch 2 Wochen länger .

    Beruhigend zu wissen , dass ich noch 4 Wochen hier bin .

    Planung danach : Alles,was meine Abstinenz stärkt .

    -Nachsorge durch die Caritas in Gruppengesprächen mit Therapeut .

    -psychotherapeutische Beratung per Telefon [12 Std ]/von der Krankenkasse angeboten

    -stufenweise Eingliederung ins Berufsleben

    - Viel Sport (suche gerade Kurse ortsnah, die mir Spass machen)

    Und dann ist da immer noch das heikle Thema Arbeitsplatz .

    Es wird bzw. muss ein Gespräch mit dem AG stattfinden.

    Hier sollte ich dann wissen , was ich will.Weiss ich aber nicht .

    Zuviele Dinge beeinflussen meine Entscheidung.Kampflos gehen und meine Stelle abgeben möchte ich auch nicht.Geld spielt auch eine Rolle.

    Die Nüchternheit macht mich wieder selbstsicher. Wie belastbar bin ich ohne Alkohol?

    Eine Versuchs/Testphase vielleicht?

    Bei der Funktionsanalyse des Alkohols hat man mir geraten , meine Stelle abzugeben.Zurückzutreten .

    Geld ist nicht alles.

    Mein Chef hat mir vor der Reha angeboten , Wege zu finden .24 Jahre Betriebszugehörigkeit/ Fachwissen sprechen für sich .

    Ihr seht , es arbeitet in mir .

    Euch einen schönen Feiertag

    Neues aus Tönnisstein.

    Ich beginne heute meine 6.Woche, d.h. 3 Wochen bleiben noch .

    Fazit zur Mitte : Mittlerweile fühle ich mich wirklich wohl in der Gruppe und in der Reha.

    Das Thema "Arbeitsplatz"bewegt mich immer noch ,jedoch sehe ich mittlerweile meine Nüchternheit auch wieder als Chance ,einen guten Job machen zu können und um meine Stelle als Führungskraft zu kämpfen .

    Die verschwommene Angst vor dem "grossen Ganzen" ist weg.Kann aber auch am Opipramol liegen ,einem schwachem Antidepressiva.

    In Abstimmung mit der Psychaterin vor Ort probieren wir gerade das Medikament aus.Hintergrund ist die medikamentöse Unterstützung bei Arbeitsbeginn bis die anschließenden psychotherapeutischen Maßnahmen wirken sollen.

    Perspektiven intern z.B. Verantwortung abzugeben ,habe ich immer noch .

    Ob ich wie angekündigt noch zwei Wochen Reha verlängern kann ,werde ich erst diese Woche erfahren.

    Sollte es nicht so sein ,dann ist es halt so.

    Heute war ich bei der Anwendung "Rückkehr an den Arbeitsplatz"

    Betonbauer,Lehrer,Polizisten,Selbstständige, Krankenpfleger, Laborassistenten,Soldaten,Metallfacharbeiter,Köche, Zahnarzthelfer,Metzgereifachverkäufer, Journalisten........

    Alles dabei.

    Tönnistein wählt aus.Nur Abhängige mit funktionierenden sozialem Umfeld und Chance auf 8 wöchiger Reha mit Erfolgsaussicht können und kommen hierhin .Manche sieht man nur kurz,dann sind sie wieder weg.Auf eigenen Wunsch oder eben nicht..Die Gespräche laufen natürlich hinter den Kulissen.Ansonsten gibt es genug staatliche Einrichtungen mit 13 wöchigem Aufenthalt.

    Gepäckkontrolle oder Sicht der Einkaufstaschen gibt es hier nicht .

    Dafür Atemkontrollen .Systematisch mit Ansage oder willkürlich .Kann schonmal passieren, dass man 3 x am Tag pustet.

    Heute lief ich über den Flur,Stimme aus dem Stützpunktzimmer :"Herr B,kommen Sie doch mal eben zum Pusten rein"

    Oder abends um 21.30 klopft es an der Türe :"Atemkontrolle"