Beiträge von ichso

    Lieben Dank Emily :) "Lass es dir so gut gehen wie nur möglich" das wünsche ich uns allen hier. In meinem Kopf einer der wesentlichen Schritte in Richtung Alkoholfreiheit.

    "Wenn du einem geretteten Trinker begegnest, dann begegnest du einem Helden.

    Es lauert in ihm schlafend der Todfeind. Er bleibt behaftet mit seiner Schwäche und setzt seinen Weg fort durch die Welt der Trinkunsitten, in einer Umgebung, die ihn nicht versteht, in einer Gesellschaft, die sich berechtigt hält, in jämmerlicher Unwissenheit auf ihn herabzuschauen, als auf einen Menschen zweiter Klasse, weil er es wagt, gegen den Alkoholstrom zu schwimmen.

    Du sollt wissen: Er ist ein Mensch erster Klasse!"

    -Friedrich von Bodelschwingh, 1904-

    Und da, wo dann am Schluss am wenigsten Kontra und am meisten Pro stand, das habe ich umgesetzt. War oft sauschwer, aber ich hielt mich an den Plan, der meist dann auch eine Weile an der Wand hing, damit ich gedanklich nicht wieder in alte Gewässer abdrifte.

    Bei mir ging es (unter anderem) um das loslassen eines süchtigen Sohnes 💧 Seitdem (viele Jahre nun schon) laufe ich mit einem Pflaster auf dem Herz herum. Anders ist es unerträglich...

    Vielleicht denkt jetzt jemand beim lesen: Ciaras Vater kann ja nichts für seine Demenz. Mein Sohn kann auch nichts für seine Abhängigkeit. Wurde ihm von beiden Elternteilen in die Wiege gelegt. In meinem Kopf (nach vielen falschen Wegen) ist die beste Hilfe Nichthilfe. Für ihn UND für mich. Und das widerspricht allen gesellschaftlichen Normen. Ich will das weiter aushalten. Nüchtern. Weil ich es kann. Gottseidank.

    Das war evtl. missverständlich. Da ich lange therapeutisch begleitet wurde, ist bei mir Gewinn gar nicht mehr mit Geldzuwachs verbunden. Sondern mit dem Gewinn für das eigene seelische Wohlbefinden. In dem Fall: Warum mache ich etwas für mich offensichtlich schädliches? Der "Gewinn" ist dann eben auf der unteren (meist erst mal unbewussten) Ebene: Ich fühle mich trotzdem "eigentlich" gut damit, weil "ich vor den anderen gut da stehe" oder "mich in der anstrengenden Tätigkeit nicht mit mir und meinem Suchtmittel beschäftigen muss/kann", oder "einen Grund für Suchtmittelkonsum habe", so Sachen.

    Liebe finde ich schwierig als Erklärung, wenn ich zum lieben saufen muss. Also in meinem Kopf so.

    Moinsen. Paralleluniversum: Sitze hier und bastel nach anstrengender Woche (ein paar triggernde Termine gut bewältigt) an meinem Faschingskostümschmuck rum. Wird keine Eiskönigin (die hätte in meinem Kopf dann doch ein weißes/hellblaues Kleid haben müssen) sondern die voriges Jahr geplante Saloonbesitzerin aus Texas. Die fiel letztes Jahr aufgrund des Todes meiner Mutter aus. Also der ganze Fasching.


    Und bin gerade wieder mal dankbar. Dass ich die Trennung von Teilen meiner Familie vor einigen Jahren einigermaßen gut überlebt habe. Meine Trauer darf bleiben, besonders wegen denjenigen, die noch leben. Aber ich will auch Freude haben. Und die erlaube ich mir. Und genieße die.

    Hallo Ciara,

    beim lesen eben kam mir eine Frage in den Sinn: Warum "musst" du dich täglich um jemanden kümmern, dessen Krankheitsauswirkungen so krass "böse" geworden sind? Also böse im Sinne von das es dich massiv verletzt, unter Druck setzt, mega anstrengt... - und ja, ich weiß (theoretisch), dass das ein Symptom ist.


    Finde es immer spannend, wo da der eigene Gewinn ist? "Liebevolle"Tochter sein? Überhaupt "Liebe"? Ein Grund zum Rückfall (in meinem Kopf ist es einer) bauen? Angst, loszulassen? Angst, danach ein leeres Leben vorzufinden? Angst vor eigener Krankheit/Tod?

    Ich steuer noch kurz^^ ein reallife-Beispiel bei. Lag also eben nach dem Nordic Walking gemütlich auf der Couch und las und schrieb hier mit. Dann begann ich zu frieren (ein mögliches Zeichen für beginnenden Unterzucker). Verschiebe gerade meine Insulinzeiten nach hinten, weil ich am Sonntag als Wahlhelferin nicht zur gewohnten Zeit essen kann. Habe oft Angst bei Veränderung/en. Gemessen: alles im grünen Bereich (der Wunsch nach Zucker/Kohlenhydrate im Kopf war schon groß und die Angst vor Unterzuckerung auch). Ohne Messung und vor allem das erlernte Wissen, das meine Psyche mir gern mal einen Streich spielt, hätte ich sicher gleich zu Nahrung gegriffen. So habe ich die Heizung etwas höher gedreht^^ und warte noch auf die neue Essenszeit.


    Das ist nur ein Winzaspekt. Denn die verschiedenen Krankheiten beeinträchtigen mich ja auch auf verschiedenste Weise. Mein Herz schlägt unregelmäßig und schmerzt, weil wieder was verstopft ist? Horror! Oder weil meine Seele meint, sie braucht liebevolle Aufmerksamkeit, alter Schwede...


    Zum großen Superglück für mich hilft als Erstselbsthilfe (lt. Meinung auch aller ÄrztInnen) bei allen Krankheiten: Bewegung. Laufen, Hanteln, Gymnastik, Tanzen im Wohnzimmer, egal. Wenn das lindert, war es die Seele ;) Hat bisher immer funktioniert, gottseidank.


    Sorry, kurz klappt grad nicht^^ Ich bin so dankbar und froh, dass ich lebe. So ist es mir immens wichtig, mir Gutes zu tun - und vor allem Schlechtes zu lassen.

    Das finde ich auch immens wichtig: Ursachenforschung. Denn gerade Sucht, Herzkrankheiten, Diabetes II, Krebs und psychische Erkrankungen (ich habe diese Diagnosen tatsächlich alle, also Krebs statistisch wieder geheilt, weil die Entfernung schon länger als 5 Jahre zurückliegt) - werden ja oft "Schwestern" bzw. für nicht gendernde Menschen^^ Brüder genannt. Oder anders: Folgekrankheiten. Wobei bei manchem nicht geklärt werden kann: Henne oder Ei.


    Deshalb finde/fand ich es auch wie Helga immens wichtig auf die möglichen Ursachen zu schauen, um mein Verhalten in die richtige/gesündere Richtung ändern zu können/wollen. Das war mir aber erst möglich, nachdem ich mich von der Schuldfrage lösen konnte. Ein jahrelanger und schmerzhafter Prozess.

    Moinsen. Sehr interessante Beiträge 👍 Ich hatte gestern neben "Waschtag" auch noch eine Gesprächsrunde mit psychisch Kranken, Angehörigen und Fachpersonal. Findet alle paar Wochen statt, hilft mir oft zu guten Erkenntnissen und zu guten Begegnungen, schon einige Jahre.

    Gestern war das Thema "Radikale Akzeptanz". Ich hatte es letztes Mal vorgeschlagen. Hartes Brot für mich als Tochter und Mutter. So hart, dass ich für gestern Gedanken schriftlich vormulierte, denn die Schuldfrage hätte mich, meine Mutter und meine Tochter fast umgebracht (viele Jahre her). Schicke euch mal den Text:

    Radikale Akzeptanz

    Achjee... Beim googeln nach einem guten Einstieg für hier und jetzt schossen mir ziemlich bald Tränen in die Augen. Wobei ich aber erstmal staunte, wie inflationär diese zwei Worte mittlerweile von allen möglichen Gesundheitsgurus benutzt werden. Da könnte ich viel Geld bezahlen, um in den Genuss dieser Weisheiten zu kommen.

    Ich hatte jedoch das große Glück, diesen Begriff von meiner Tochter lernen zu dürfen. Er ist so wichtig für mich geworden! Ein Beispiel: Ich habe heute drei Maschinen Wäsche gemacht und eine Gemüsesuppe "quer durch den Kühlschrank" gekocht - nicht, weil ich jetzt hier damit angeben wollte, sondern weil ich es mir für heute geplant hatte. Und ohne radikale Akzeptanz hätte ich das nie geschafft. Und früher habe ich auch vieles nicht geschafft. Ich habe mich gehenlassen, meine Kinder geschädigt und mich dann bemitleidet. Lange Geschichte...

    So will ich nur noch beschreiben, was mir beim googeln die Tränen in die Augen trieb. Ich fand den Spruch: "Wenn du loslässt, hast du beide Hände frei." Und den kenne ich aus der Suchthilfe. Heute jedoch will meine Tochter, dass ich sie loslasse - und obwohl ich das auch will und das sehr gesund sein wird für uns Beide... Geht es gleichzeitig fast über meine ganze Kraft.

    Freundliches Umarmen der Wirklichkeit nannte jemand neulich die radikale Akzeptanz. Danke, dass ich hier sein darf. Danke, dass ihr hier seid. Zusammen ist es leichter ♡

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    Und ähnlich empfinde ich es hier auch im Forum, nicht so intensiv wie im Reallife, aber eben auch. Zusammen ist es einfacher, Dinge wahrzunehmen, zu verstehen und anzunehmen. Wünsche uns allen einen guten Tag 🌞 und gehe gleich wieder laufen statt saufen (heißt heutzutage in meinem Leben Nordic Walking^^ in einer netten Gruppe, lächel...)

    Nur kurz^^ denn ich habe heute großen Waschtag, so mit Bett frisch, alle Handtücher und so ;)

    Neulich hatte ich hier beim lesen gedacht, ich könnte ja mal aufhören, alles in Bezug setzen zu wollen mit Sucht. Aber eben so: Ach nö, doch nich. Denn es fällt mir immer soviel Gutes ein, warum sollte ich das weglassen? Das Buch zum Beispiel. Habe 1 Jahr drauf warten können. Gestern endlich als Taschenbuch (1100 Seiten^^) erhältlich in der Buchhandlung. Und mache doch jetzt erst Ordnung/Waschtag. Obwohl er mein Lebensschriftsteller ist 🥰 Ich kann Vorfreude auskosten. Lange. Und muss nicht mehr sofort konsumieren. Obwohl mir gerade buchstäblich das Wasser im Mund zusammen läuft - alte Leseratte, die ich (geworden) bin. Wünsche uns allen einen Tag voller bunter Buchstaben - Wissen ist Macht. Und nichts wissen macht was.

    Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

    Hallo Paul,

    weiß jetzt nicht wie alt du ungefähr bist. Für mich ist deine alles entscheidende Kernaussage mindestens mal von übervorgestern. Warum ist dir das heute/jetzt noch so immens wichtig? Du/ich sind irgendwann falsch abgebogen. Einen Grund zum Feiern/Saufen fanden du/ich immer.


    Warum also diese 1 Mio Worte über vergossene Milch? Willst du andere LeserInnen hier "retten"? Löblich, aber schwer bis unmöglich. Ich empfehle Siddartha von Hesse, der wollte auch seinen Sohn retten, naja, andere Geschichte. Hat nix mit Sucht zu tun. Sondern mit Buddhismus. Und hat mir geholfen, also erst vor ein paar Jahren, als ich schon länger suchtfrei war.


    Oder magst du gern Aufmerksamkeit? Oder Sucht ins Internet verlagern? Also Suchtverlagerung?


    Ich weiß es natürlich nicht. Meine Werkzeuge waren Therapie, laufen statt saufen und reale SHG, nicht in dieser Reihenfolge.

    Wünsche dir Gutes. Ichso

    Kurz und gut: Dafür dass ich als Erwachsene mein Heil im Alkohol gesucht habe und in die Sucht abgeglitten bin, sehe ich die Verantwortung in erster Linie bei mir.

    Sehe ich auch schon länger so. War eine der schmerzhaften Erkenntnisse für mich: Getrunken habe ich immer selbst. Hat mir keine/r in den Hals geschüttet.

    Ups, fast vergessen vor lauter Umräumerei zuhause. Heute kommen die Berliner und Prinz Charles und ein Scharfschütze. Gute Mischung, also im TV^^

    Ich werde allerdings zugunsten des Quadrells auf ntv (läuft glaube auch auf anderen Sendern zeitgleich?) verzichten. Habe zwar schon Briefwahl gemacht, aber ist mir gerade sehr wichtig gut informiert zu sein.

    Wünsche uns einen spannenden TV-Abend, so oder so oder ganz anders 😊

    Es ist, als würde jemand sagen: Eine Klippe (hoher Berg) ist ungefährlich, aber nur wenn du nicht 'runterspringst. Befinden wir uns wirklich auf diesem Niveau???

    Den Vergleich finde ich absurd. Wollte erst noch erklären warum, aber ich lasse das jetzt so stehen.


    Warum sagen wir nicht einfach "allen" Konsumierenden, Alkohol/Suchtmittel sind ungefährlich, wenn du sie nicht konsumierst. Und bääm, alle Probleme gelöst???

    Moinsen.

    Falls er besser woanders hingehört, bitte ich dich Emily, um Verzeihung und AmSee um evtl. Verschiebung an die richtige Stelle. Danke vorab 😊 Oder vielleicht gibt es den Link hier sowieso schon?


    https://www.netdoktor.de/krankheiten/alkoholismus/

    War spät gestern. Ich dachte, ich bin in Emilys Blog. Ist aber Pauls Blog. Also falls du, Paul, findest, der Link gehört woanders hin, bitte ich dich um Verzeihung.

    Netten Gruß, ichso

    Und hier noch die ICD Code Suchseite für dich :)

    Die Codes benutzen ÄrztInnen als Diagnoseschlüssel, damit die nicht alles in Buchstaben lang und breit aufschreiben müssen, also z.B. bei Krankmeldungen, Überweisungen, Arztbriefen. Alkoholismus ist z.B. F 10 und wenn du das in der Suchleiste eingibst, kommen die entsprechenden Erklärungen. Hatte vor Jahren so mal einiges über meine Diagnosen erfahren, wo im Arztgespräch manchmal keine Zeit für war.

    https://www.icd-code.de/

    Habe mich mal auf die Suche gemacht. "Meine 5 Jahres Regel" habe ich nicht gefunden. Auch sonst keinen konkreten Hinweis auf "irgendwann als geheilt gelten". Im Gegenteil, bei den meisten Seiten der eindringliche Hinweis, dass Alkoholismus unumkehrbar ist - also eine lebenslange Erkrankung. Was mich erstaunte, dass es eine psychische Erkrankung ist, dachte eher, das ist so ein "körperliches Ding".


    Setze hier mal einen Link von netdoktor ein, eine Seite, die ich schon viele Jahre nutze, wenn ich was wissen will über Symptome, oder halt Krankheiten allgemein. Ist ein ellenlanger Text, aber verständlich geschrieben. Ich fand ihn gerade interessant 👍


    Falls er besser woanders hingehört, bitte ich dich Emily, um Verzeihung und AmSee um evtl. Verschiebung an die richtige Stelle. Danke vorab 😊 Oder vielleicht gibt es den Link hier sowieso schon?


    https://www.netdoktor.de/krankheiten/alkoholismus/

    Ja, genau das Gleiche habe ich auch gefühlt, bei allen drei Suchtmitteln. Trotz Quälerei am Anfang auch sofort das Freiheitsgefühl 🤘😎

    Mir ging es eben jedoch mehr um die Diagnose. Gibt ja diesen ICD irgendwas Katalog für alle Krankheiten. Dachte, evtl. weiß es jemand. War zu faul zum googeln^^