Beiträge von Sparkassen_Helga

    Achtsamkeit hat nur mit mir zu tun. Ich stelle im Alltag oft fest, dass ich viele Dinge nebenbei machen und dadurch ein Kuddelmuddel entsteht und ich gedanklich schon wieder neue Probleme schaffe, die am Ende nie eintreten werden. Achtsamkeit bedeutet für mich den Dingen in der Gegenwart Beachtung zu schenken und nicht alle Eventualitäten in der Zukunft bereits zu planen.

    Andere Menschen haben mit dem Prozess nix zu tun.

    Ich kenne dieses Verhalten von meinem jungen Ich gegenüber meinem Vater. Ich habe "unbewusst" immer versucht ihm zu gefallen und die Situation zu beruhigen, damit er keinen Ausbruch bekommt. Ich habe teilweise seine absurden Meinungen zu Sachverhalten übernommen und wollte einfach auch geliebt werden, in der Hoffnung, wenn ich "richtig" bin, wird alles gut. Die Isolierung von anderen normal sozialisierten Menschen verschärft das Ganze noch, weil man als Kind einfach nichts anderes lernt. Ich habe heute immer noch Problem nein zu sagen.

    Ich musste schon lachen, als ich einen gerade Auszug aus dem Buch gehört habe: "Ich möchte Tagesbuch schreiben, nicht um zu veröffentlichen, sondern damit Gott Bescheid weiß. - Glauben Sie nicht, dass Gott die Tatsachen schon kennt? - Ja, die Tatsachen kennt er, aber diese Version der Tatsachen kennt er noch nicht."

    Herrlich, das muss ich haben!

    Die Vermessung der Welt habe ich als Spielfilm gesehen und fand sie toll. Sowas ist toll, biografische Entdeckergeschichten. Auch der Medicus. Gerade dachte ich Entdeckung der Langsamkeit kenne ich doch, aber da gehts doch um was anderes. Und dann fiel mir ein: ne, das war Die Entdeckung des Himmels!

    Gerne ohne Krieg, Politik und Gewalt, wo das natürlich im historischen Kontext nicht fehlen muss. Welchen Hörbuchanbieter verwendest Du?

    Ich bin immer noch auf der Suche nach interessanten Hörbüchern. Bisher hat mich nichts wirklich angesprochen. Ich "höre" meistens irgendwelche Dokus, wo ich auch mal hinschaue, um währenddessen noch irgendwas parallel machen zu können. Beim Autofahren geht das dann leider nicht. Vielleicht hat jemand von euch noch eine gute Empfehlung im Bereich Sachbücher, (Natur-)Wissenschaft oder auch mit historischem Hintergrund, wie zB. Humboldt. Belletristik ist eher nicht meins - es sei denn es wird so abgefahren wie Per Anhalter durch die Galaxis, Scheibenweltromane oder auch Hobbit.

    Es musste wohl alles so sein, wie es war, damit ich so werden konnte, wie ich jetzt bin.

    Wir sind immer die Summe unserer Erfahrungen.

    Ich kenne beide Gefühle, die Hadernden: was hätte ich erreichen könnten, wenn ich nicht getrunken hätte und auch das von Dir beschriebene wertschätzende, die Erkenntnis über das Glück, was due Nüchternheit bedeutet.

    14 Jahre sind eine lange Zeit - Hut ab!

    Die einfachsten Lösungen sind manchmal die Besten! ^^

    Man kann vom Festland auf eine Insel wandern und dort übernachten, am Folgetag zurück. Das fühlt sich dann schon nach einem richtigen Aktionurlaub an. Vielleicht lernst Du einen einsamen Insulaner kennen und ihr reitet zusammen in den Sonnenuntergang...

    ok, jetzt wieder ernsthaft. Ich seh das wie AmSee, die Bedeutung, die der Tag hat, ist die, die man ihm gibt. Ich habe zB noch nie was zum Valentinstag bekommen, ehrlich gesagt ist mir das auch völlig Wurscht. Dafür habe ich den 10. Hochzeitstag irgendwie "vergessen". Mein Mann war leicht geknickt. Mach doch an dem Tag, was richtig schönes für Dich. Wenn sich ein Kind meldet, fein, wenn nicht, dann eben nicht. Nicht so reinsteigern.

    Als erstes könntest Du Dich selbst lieben - eine Win-win-Situation. Du liebst und wirst geliebt.

    Du hattest geschrieben, dass das bei Dir mit der Partnersuche schwierig ist. Willst Du denn einen Partner? Oder ist das eher, dass Du denkst man wäre nur mit einem Partner vollständig? Ich sehe so oft, dass Menschen mit unpassendem Partner zusammenleben, nur weil man das halt so macht. Man kann auch mit sich selbst glücklich sein.

    Wenn Du aber wirklich auf der Suche nach einem Partner bist, wäre der geplante Urlaub doch eine gute Gelegenheit. Es gibt schöne Singleaktivitäten in Gruppen. Ich habe in der Vergangenheit bei Gruppenaktivitäten wirklich tolle Menschen kennengelernt.Ich glaube wir hatten das Thema schonmal. Am Meer vielleicht eine Wattwanderung?

    Ich hab das Rauchen geliebt, bin aber auch seit 20 Jahren Nichtraucher. Ich verstehe, was gemeint mit den "erbärmlichen Säufern". Das muss nicht abwertend und überheblich sein, sondern eher die gefühlte Scham bei der Erinnerung an sich selbst. Allerdings ist die Formulierung nicht sehr glücklich gewählt. Gefühle formen Gedanken, Gedanken formen Worte und Worte formen Gefühle - daher Augen auf bei der Wortwahl.

    Mich hat es ab Tag 1 eigentlich nicht wirklich getriggert, wenn andere gesoffen haben - für mich war es ja eine Last, die ich los geworden bin und endlich NICHT mehr trinken mussste....ich nüchtern bleiben DURFTE!

    Die Frage ist aber, was einen noch mit den Menschen verbindet. Wie verbringt man dann seine Zeit miteinander? Ich hab einfach andere Aktivitäten mit nüchternen Menschen, als mit Partypeople.

    Super! Du bist ein tolles Beispiel dafür, dass ohne Alk alles besser ist!

    Ich finde es auch immer schwierig, wenn andere den Weg aus dem Alk suchen. Will da nicht übergriffig sein und sagen: Du musst das und das machen. Einfacher ist zu sagen: ich hab mich vor 2 Jahren vom Alk verabschiedet und mein Leben hat sich soviel positiver entwickelt. Podcast ist auch nicht schlecht. Wahrscheinlich könnte ich mir den Seitenhieb nicht verkneifen zu sagen: "mit der Kiste Bier am Tag hat sich das Problem Baustelle und Kinder bald von alleine erledigt. Die meisten Angehörigen halten sowas nicht lange durch."

    Ich denke etwas mehr Demut tut gut. Demut vor dem Glück, dass man den Weg hinaus geschafft hat.

    Ich frage mich bei all den drolligen "Willenskraft-Ansätzen" immer wieder: warum ist es denn erst so weit gekommen? Wenn der Wille doch die einfache Lösung ist. Die Erkenntnis, dass das mit der Sauferei ein riesen Scheiß ist, kam sicherlich nicht erst am Tag des letzten Drinks. Wollte der Säufer vorher Säufer werden?

    Persönlich finde ich die Überlegungen völlig überflüssig, denn was soll die Erkenntnis sein? Dass man beim Rückfall ein willenloser Lappen ist? Dann kann man das mit der Abstinenz gleich lassen - Willenschwäche hat man sich selbst bereits bewiesen.

    Ich richte lieber den Blick nach vorn und verschwende nicht die Energie damit mich klein und willensschwach zu fühlen. Hab schon viele Runden gedreht und bin immer noch optimistisch, dass ich jetzt rückfallfrei bleiben werde.

    Wichtig ist mir auch ein grosses Netzwerk von Leuten ohne Alkoholthema aus der Nähe zB bei Suchtdruck oder zum Aufbau von Freundschaften.

    Das ist super wichtig. Ich glaube es gibt Freundschaften, wo der Zusammenhalt nur aus Alk besteht. Ich mache mit nichtalkoholischen Freundschaften viel coolere Sachen.