Beiträge von Sparkassen_Helga

    In der Beschäftigung hält man sich doch auch, wenn man nach Lösungen sucht. 🤔

    Das stimmt schon, aber es ist weniger anstrengend sich in altbekanntem Terrain rumzutreiben, als die Herausforderung etwas Neues zu machen. Und da bin ich gedanklich wieder beim Instrument lernen - ein Ziel das verdammt anstrengend ist, es ist neu. Jeden Tag die Bude saugen beschäftigt auch, aber ist keine geistige Herausforderung.

    Ich finde die Definition auch durchaus gelungen und denke, dass man auch zwischen Opfer und Opferrolle unterscheiden muss.

    Die Opferrolle war mir schon als Kind fremd. Mein erwachsenes Ich weiß heute, dass ich Opfer meiner missbräuchlichen Eltern war. Als Kind dachte ich lange, dass ich Schuld am Verhalten meiner Eltern hatte. Während andere Kinder im Grundschulalter als Zukunftswunsch dachten "Wenn ich einmal groß bin..." werde ich Feuerwehrmann, Polizist, Prinzessin, heiraten.. oder was auch immer Kinder sich so wünschen, war mein Wunsch "Wenn ich einmal groß und stark genug bin, bringe ich meine Eltern um". Das klingt hochgradig psychopathisch, aber ich bin tatsächlich ganz normal. Das waren die kindlichen Gedanken der Verzweiflung in einer ausweglosen Situation nach einer Lösung suchend. Das Ende vom Lied, ich bin mit 17 ENDLICH von zu Hause abgehauen und habe mein Abitur alleine gemacht, nachts in der Kneipe arbeitend, in den Sommerferien in der Fabrik. Ich habe wie AmSee auch viele Hochs und Tiefs im Leben gehabt und auch Situationen, in denen es erstmal keine Lösung gab und man Lebensumstände einfach aushalten musste. Ich kann bestätigen, dass man mit Sartre ein gutes Mindset finden kann. Mich begleitet die existenzialistische Sichtweise heute noch, um Entscheidungen treffen zu können. Die Opferrolle ist eine Entscheidung, die ein erwachsener Mensch wählt, kein Schicksal.

    Es gibt Menschen, die sind lösungsorientiert, andere problemorientiert. Wenn ich heute ein größeres Problem habe, stelle ich mir vor, wie sich mein Leben in 5 oder 10 Jahren ändern könnte, wenn ich unterschiedliche Entscheidungen treffe. Denn das schlimmste, was uns in diesem Leben passieren kann ist der Tod.

    Ich muss allerdings auch sagen, dass ich nicht hundertprozentig offen damit umgehe, dass ich ein Problem hatte

    Wozu auch? Das geht doch niemanden was an. Warum solltest Du irgendeinem Arbeitskollegen oder Eltern von Schulfreunden davon erzählen? Süchte und Krankheiten sind so persönliche Dinge. Ich wüsste nicht mal wie ich damit umgehen sollte, wenn mir ein lockerer Bekannter "ein Geständnis" macht. Das wäre mir wahrscheinlich viel zu privat.

    Zum einen finde ich es wirklich ganz toll, dass Du ganz alleine den Absprung geschafft hast, aber irgendwie bist Du noch nicht mit Dir im Reinen. Mir hilft es sehr mich nicht zu sehr auf andere zu focussieren, sondern mehr auf mich. Leg mal die Gedanken über andere - ob sie ohne Alk leben könnten oder was sie zu Feiern trinken beiseite.

    Warum will ich im Urlaub was trinken? Warum zu Weihnachten? Was genau gibt mir das trinken und welche anderen Möglichkeiten habe ich dieses Ziel zu erreichen. Das sind die wichtigeren Fragen für Dich.

    Ich bin auch ein typischer Angst-Kummer-Entspannungstrinker. Für mich sind Problembewältigungsstrategien der Schritt zu weniger Durst geworden. Aktuell halte ich meine Abstinenz auch gut, indem ich mir immer wieder vergegenwärtige welchen Mehrgewinn ich im Leben dadurch habe. Es hat mir neue Möglichkeiten eröffnet.

    Da war ich jetzt aber ganz schön im Flow…Ich hoffe ich erschlage niemanden mit dieser Textwand.

    Ich mag lange Texte. Ist doch eine Form der Wertschätzung.

    Hallo Libra,

    herzlich willkommen!

    Was mir fehlt sind Kontakte zu anderen nüchternen Menschen. Im normalen Leben finde ich die einfach nicht.

    Hast Du gar keinen nüchternen Menschen um Dich? Erzähl doch mal mehr davon. Ich kenne das ja auch, dass auf Feiern gerne viel gebechert wird, aber dass es keinen nüchternen Menschen im Umfeld gibt, klingt ja nicht so schön. Wie ist denn Dein Alltag so?

    Bist Du alleinerziehend oder trinkt Dein Partner auch so viel?

    Das erinnert mich an meine Kindheit. Ich hatte eine Bücherreihe "Entdecken und Bestimmen - unser Sternenhimmel." Hat mir als Kind viel Spaß gemacht, aber wie Brant schon sagte, es gibt kaum noch ausreichend dunkle Ecken.

    Da vergeht manchem das Lachen

    Ich würde mich nicht zu sehr von den anderen gedanklich beeinflussen lassen. Es gibt immer die Unkenrufe der Pessimisten.

    Nö, nur Vorteile ... alle werden zufriedener, entspannter, das Leben wird immer sicherer, wir (Menschen) froher, dank der Techologie(n) bekommen wir alles in den Griff, nebenbei steigt der Suchtmittelkonsum, die Erderwärmung u.s.w.u.s.f. ... ich freu' mich!=O

    Wie schön war doch die Zeit als wir noch in Höhlen gelebt haben und an einer Sepsis durch Schnittverletzung gestorben sind :rolleyes:

    diverse Assistenzsysteme mich im Auto vom eigentlichen Fahren abhielten

    Meinst Du die Assistenzsysteme, die dafür Sorgen, dass Du nicht durch den Sekundenschlaf verunfallst? Oder die, die dem Motorradfahrer das Leben retten, weil man ihn dann doch übersehen hat (von mir aus auch, weil der Mopedfahrer zu schnell herangekommen ist und der Schulterblick schon vorbei ist) oder vielleicht die, die selbständig einen RTW rufen, wenn Du bewusstlos im Graben liegst? Oder die, die Dich daran erinnern, dass Deine Mitfahrer nicht angeschnallt sind und Dich vor dem Trauma bewahren, dass sie beim Unfall dann tot sind, weil sie durch die Frontscheibe geflogen sind?

    Das kann ich sogar absolut nachvollziehen. Aber sind die triggernden Fotos nicht vielleicht sogar eher die Bilder auf social media, wo alle ihr "perfektes Leben" teilen? Vielleicht erinnerst Du Dich an die Werbung von früher "Mein Auto, mein Haus, mein Boot", sichtbare Statussymbole. Jetzt kann man auch die unsichtbaren Statussysmbole teilen: "Mein Urlaub, meine fancy Morgenroutine, mein Lifestyle, mein Gym-Body, mein..."

    Ich freue mich immer über Urlaubsfotos von FREUNDEN, alle anderen habe ich bei WA zB. auf stumm geschaltet. Ein Bekannter fotografiert jeden morgen den Sonnenaufgang, geile Bilder. Ich bin kein neidischer Mensch - ich kann mich tatsächlich sehr mitfreuen. Ich mag auch Urlaubsberichte sehr sehr gerne. Vielleicht ist das auch ein Faktor?

    Ich fand das schon interessant, was ich da bislang in dem Hörbuch so gehört hab.

    Erzähl mehr davon, ich finde das auch interessant.

    oder Pipipausen berechnende Automobile?

    Ich finde das schon wichtig, um nicht 20 Minuten Zeit an der Ladesäule zu vertrödeln - gerade in Neuland, wo wir eine Infrastruktur aus dem letzten Jahrtausend haben. So parke ich, stecke ein, gehe pieseln, kauf mir noch nen Kaffee und fahre nach 6 Minuten weiter.

    Wer benötigt Uraubsfotos in Echtzeit

    Ich - meine Familie ist über den Globus verteilt - ich sehe meine Schwiegermutter vielleicht einmal im Jahr. So ist das eine gute Möglichkeit locker Kontakt zu halten und etwas vom Leben zu teilen, alternativ kann man auch Skypen (ach nee Dienst ist eingestellt, dann eben Teams ^^)

    Ich könnte natürlich auch alternativ Fotos ausdrucken, mit dem Album 4 Stunden zu ihr fahren und dann die Urlaubsfotos vom vorletzten Jahr anschauen. Jeder wie er mag.

    wo führt uns diese ganze "Optimierung" hin, diese Zeitersparnis?

    In die Zukunft. Bist Du berufstätig? Früher wurden Anwendungen auf Datensticks hin und hergeschickt. Da ist jemand mit dem Stick auf die Anlage geklettert - "oh, funktioniert doch nicht." Wieder den Stick in die Post, hin und hergeschickt....

    Preisoptimierung durch Prozesseffizienz wäre noch ein Stichwort.

    Und auch Fehlervermeidung - mittlerweile bieten viele Banken an, dass man zu überweisende Rechnungen einfach footografiert. Vorbei die Zeit der Zahlendreher oder Vertipper in den Papierüberweisungsträgern.

    Wenn ich alleine schon an die Wettkampfplanung denke, wo wir 40 Leute für Auf-, Abbau, Catering, Schiedsrichter, Matchdirektor und was weiß ich nicht noch koordinieren müssen. Wie soll das gehen soviele Leute analog abzustimmen. Sollen dann alle für einen Termin, wo sowieso nie alle Zeit haben, 80km Sprit vergurken, um im Vereinsheim anzutanzen?

    Digitalisierung eröffnet Möglichkeiten, die es vorher überhaupt nicht gab.

    Auch wenn ich das Buch nicht kenne, gebe ich mal meinen unqualifizierten Senf dazu. Ich bin ein großer Fan von Technologie. Ich habe Videokonferenzen mit 3 Leuten, die in unterschiedlichen Städten in D sind oder gar im Homeoffice oder Urlaubsland sitzen. Man kann sich super fix und easy für einen jourfix zusammensetzen. Ich kann ein Konto in 2 Minuten über Videolegitimation eröffnen. Die Fülle der Zahlungsmöglichkeiten macht es auch im nicht Euro-Ausland einfacher. In Tschechien (EU, aber kein Euro) zahle ich mit Applepay den Parkscheinautomaten). Man kann Dokumente teilen, sogar zeitgleich bearbeiten und digital unterschreiben. Genereller Datenaustausch ohne Reisen zu müssen - einfach fantastisch. Man kann sich auf Systeme einwählen vom anderen Ende der Welt. Navigieren, Lieferavis über das Smartphone. Ein irrer Zeitfaktor. Informationsbeschaffung, Reiseplanung, Software kaufen - früher hab ich Windwows auf CD gekauft. Bedienungsanleitungen, Selbsthilfeforen, Youtubeanleitungen... man kann sich für "Forschung" zusammenschließen -> SETI Projekt.

    Als ich in den 90ern im Ausland gelebt habe, hat der geschrieben Brief meiner Freundin 2 Wochen gedauert und wurde auf diesem superdünnen Airmailpapier verschickt. Telefonieren war sündhaft teuer. Heute schicke ich meinen Lieben ein Urlaubsfoto in Echtzeit. Meine Autos haben alle GPS, ich kann immer schauen, wo sie gerade rumfahren. Mein Tesla übernimmt die komplette Reise- und Ladeplanung. Ich kann sagen, dass ich alle 2 Stunden eine Pipipause machen möchte und die Ladeintervalle werden entsprechend optmiert.

    Was ich persönlich problematisch sehe ist social media. Das nutze ich überhaupt nicht. Facebook, Insta und der ganze Schrott führen dazu, dass sich Mädchen falsch und häßlich fühlen (Filter). Das Dauerscrolen durch YT Short verblödet genauso, der permanente Dopaminkick - wie bei anderen Drogen.

    Insofern denke ich, dass man das nicht alles in einen Pott werfen kann. Wie gesagt - ohne das Buch zu kennen - einfach meine 2cents.

    Och nö. Ich hab früher auch Psylos auf der Wiese gesammelt... Kräuterkundige gibts noch genug!

    Und gerade Phytotherapie ist doch voll im Trend. Wer kennt denn nicht Johanniskraut bei Depris oder die ganzen Frauenkräuter für die Wechseljahre, heute im praktischen Teebeutel zu kaufen

    wenn dir 6 Monate zu viel sind, beginne mit 3 ... 4 Monaten

    Ich kann nicht an zwei Händen abzählen wie oft ich das gemacht habe, ich habe das zigmal durch. Auch mal 2 Monate - um dann vor mir zu der Erkenntnis zu kommen: ES GEHT! Ich bin kein Alki, also wieder zurück zur Tagesordnung - weitertrinken. Dann hatte ich irgendwann wieder das ungute Gefühl es wäre vielleicht doch nicht alles in Ordnung - schnell mal wieder ne (Rechtfertigungs-)Pause eingeschoben. Aber Moment, nächste Woche ist auch noch die Geburtstagsparty. Dann höre ich erst danach auf. Was für ein krankes Mindset.

    Ich glaube die letzten 20 Jahre habe ich immer wieder mit dieser Erkenntnis meinen Konsum schöngeredet. Auch durch die Tatsache, dass ich keine Toleranz entwickeln konnte. Denn Alkis sind die, die sich zwei Flaschen Wein oder Schnäpse reinschrauben.

    In meinem persönlichen wissenschaftlichen Experiment bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass 6 Monate schon das Minimum sind, aber 1 Jahr Nüchternheit komplett das Denken verändert.

    Wie schon oben erwähnt bin ich mir ziemlich sicher, das es keine Sucht ist, ich habe nie das Problem auch mal nix zu trinken oder die Anzeichen die man so hat, zittern nachem aufstehen oder auf die Uhr schauen wann man das nächste trinken kann oder oder oder...

    Tatsächlich würde ich genauso wie jetzt auch mein Trinkverhalten ändern, denn ich hab jetzt gemerkt das es so nich weitergehen kann.

    Passt für mich nicht so richtig zusammen.

    Ich versuche zu verstehen, dass Du einerseits sagst Du müsstest ja gar nichts trinken und das Nüchternsein wäre für Dich komplett ok, aber andererseits doch schon mE krasse Menge konsumiert hast - OBWOHL es immer ein Problem für die Partnerin war. Wie geht das zusammen?

    Ich glaube Du hast auch eine falsche Vorstellung von Sucht. Man muss nicht erst körperlich abhängig sein und zittern oder Pegel trinken. Man kann auch psychisch abhängig sein ohne täglich zu konsumieren. Das verrückte ist, dass eine Abstinenz über längere Zeit den Blick auf die Vergangenheit doch nochmal gerade rückt.