Ich finde das Bewusstsein für ein Suchtverhalten immens wichtig. Wenn ein Kind Ritalin einnimmt heißt es oft, oh das arme Kind ist krank und muss behandelt werden, damit es gesund wird. Daraus ergibt meist eine jahrelange Abhängigkeit, die in den seltensten Fällen hinterfragt wird. Mir kann niemand erzählen, dass es normal ist, wenn in einer Schulklasse 60% der Jungs Ritalin nehmen (so im Bekanntenkreis).
Oftmals werden Befindlichkeitsstörungen mit harten Medikamenten behandelt. Dazu würde ich spontan auch Semaglutid zählen.
Auf der anderen Seite werden Störungen mit echtem Krankeitswert als Befindlichkeitsstörung behandelt. Ich selbst habe mich vor Kurzem nach vielen quälenden Jahren für eine lebenslange Therapie entschieden. Diesen Weg kann ich nicht jetzt nicht mehr einfach abbrechen. Ich werde also die nächsten Jahre von min. zwei Substanzen dauerhaft abhängig sein. Für mich war das sehr schwer das anzunehmen, da ich ja schon auf ein anderes Medikament angewiesen bin. Ich hadere sehr mit der Verpflichtung/ Abhängigkeit das dauerhaft einnehmen zu müssen.
Natürlich ist dieses Forum für Alkohol. Aber wir reden hier auch oft von Suchtverlagerung. Und da passt mE Medikamentensucht auch hervorragend hinein. Denn hier wird seltenst die Frage gestellt inwieweit eine Sucht vorliegt. Man hat ja die medizinische Indikation.