Beiträge von Sparkassen_Helga

    Hallo Willi

    ich bin fast 50 und hab das auch einige Jahre so gemacht - ich wollte auch nie komplett aufhören. Immer wieder Pausen über Wochen, über Monate, auch mal 2 Jahre. Dann immer wieder der Versuch nur am Wochenende zu trinken. Mir ist aufgefallen, dass meine Gedanken in der Zwangspause immer darum kreisten, wann denn nur wieder Alk erlaubt ist. Ich habe nie viel getrunken, weil ich keine Toleranzbildung habe. Bei 3 Bier ist bei mir Schluss. Trotzdem habe ich über die Jahre festgestellt, dass mein Konsum ein Problem ist, weil meine körperliche Leistungsfähigkeit immer lausiger wurde. Irgendwann reifte in mir der Wunsch frei von diesen Gedanken zu werden und das geht am Ende nur mit dem völligen Verzicht. Nur dann werden die Suchtstimmen im Kopf leiser - zumindest bei mir. Ich bin jetzt 2 Monate trocken und sehe einen anderen Menschen, wenn ich morgens in den Spiegel schaue - ich gefalle mir wieder mehr.

    Dieser Wunsch frei werden zu wollen hat bei mir vor 20 Jahren auch in Bezug auf das Rauchen geholfen. Du sagst ja selbst Du willst eigentlich nicht verzichten, sondern befreit sein. Vielleicht denkst Du den Gedanken einfach mal für Dich weiter.

    Wie alt bist Du denn jetzt? Hast Du einen genauen Plan wann und wieviel Trinken erlaubt ist? Also nur am Wochenende und dann nur eine begrenzte Menge, oder wie?

    Hallo LetzteChance,

    der erste Arbeitstag ist geschafft, jetzt der erste trockene Feierabend. Ich würde mich an Deiner Stelle unbedingt noch einmal mit der Familie zusammensetzen und ihnen erklären, wie fragil die erste Zeit des Trockenseins ist und dass Du die Unterstützung brauchst. Die ersten 3 Wochen ist man mE sehr gefährdet - danach wird es einfacher. Ich habe mit meinem Partner nach 6 Wochen Trockenheit darüber gesprochen, dass ich so nicht mehr weiter machen möchte. Da er nicht trinkt hat er nie die Problematik meiner Trinkerei gesehen. Ich bin aber auch nie offensichtlich eskaliert. Mir gibt das die Sicherheit von ihm Hilfe in verletzlichen Situationen zu bekommen.

    Und ich würde Dir raten die erste Zeit sehr viel mit anderen trockenen Alkoholikern zu sprechen. Menschen ohne Suchtproblematik erkennen oft gar nicht so genau, was da in uns los ist. Ob Du das in einer Präsenzgruppe oder hier online machst, ist egal. Meld Dich doch einfach öfter bei uns. Ich lese Dich hier zu selten. Ich habe den Eindruck, dass Deine Familie nun wirklich an der Grenze zur Trennung ist, wenn das nochmal in die Hose geht - das wäre wirklich sehr traurig. Nutz uns als Ressource um auf dem richtigen Weg zu bleiben.

    Vorab: Multivitaminpillen ziellos einzunehmen halte ich für Quatsch, aber:

    Ich lasse regelmäßig meinen Mineralstoffgehalt im Vollblut untersuchen und ergänze dann gezielt. Dafür fahre ich ins Labor und zahle als Selbstzahler die Leistung - das ist dann einfacher Gebührensatz. Die meisten Hausärzte kennen sich mit diesen Dingen nicht gut aus. Ich hatte damals einen ganz tollen Privatarzt in Hamburg, mit dem ich das angefangen habe, weil ich viele Jahre CFS hatte. Bei mir sind Kupfer und Zink ein Dauerproblem. Magnesium nehme ich regelmäßig, weil ich viel Sport betreibe und weil ich dauerhaft Vit. D substituiere. Vitamin D täglich 5.000IE, Sommer wie Winter. Das teste ich auch regelmäßig im Labor. Wenn ich im Sommer den ganzen Tag auf dem Golfplatz rumturne lass ich das auch mal eine zeitlang weg. Außerdem nehme ich Omega 3- Öl in mein Greenspulver - das ich aber nur zweimal pro Woche trinke. Unregelmäßig nehme ich einen B-Komplex mit Methylcobalamin. Einmal im Monat spritze ich mir B12 als Methylcobalamin. Q10 nehme ich auch unregelmäßig ein.

    Ich hab noch ein paar weitere Dinge, wie NADH, Ribose und ähnliches bei Bedarf.

    Einfach ins Blaue irgendwas einnehmen macht wenig Sinn. Wenn man regelmäßig Zink einnimmt, führt das zu Kupfermangel. Das muss man wissen und die Einnahme entsprechend timen. Mineralien zusammen eingenommen sind auch unsinnig, weil sie an die gleichen Rezeptoren andocken. Vitamin A im Übermaß wird in der Leber eingelagert und ist auch nicht gesund.

    Die Frage ist, was kannst Du mit der Information anfangen? Was erhofft Du Dir von einer Supplementation für Dich?

    Hallo Brant,

    eine Tofupresse ist kein Industriehelfer, sondern hat schon seit Jahrhunderten Verwendung in der tradionellen japanischen Küche um den Tofu trockener zu bekommen. Er brät sich knuspriger und ist dennoch innen saftig. Einer meiner Kunden hat mir die Presse vor gefühlt 100 Jahren geschenkt. Mir hat der deutsche Tofu in den 80ern überhaupt nicht geschmeckt. Heute gibt es so geilen Tofu von Taifun oder der Rewe Bio. Kein Vergleich mit dem traurigen Klumpen von früher.

    Ich brate den getrockneten Tofu und begieße ihn danach mit einer Marinade aus Fischsoße (geht auch mit Soja), hellem Miso, Zitrone, frischem Koriander, Erdnussmus und selbstfermentiertem Chili. Gomasio geht natürlich immer.

    Wie spannend. Ich habe zwei Jahre vegan gelebt. Allerdings habe ich mit der Zeit eklatante Eisen- und Lecithinmängel entwickelt. Mein Mann hat das ganz prima vertragen. Möglicherweise sind Männer besser dafür gerüstet. Ich habe dazu auch mal eine Dokumentation gesehen. In früherer Zeit (Jäger&Sammler) wurde das erlegte Fleisch bevorzugt unter den Männern aufgeteilt, weshalb die Entwicklung des Beckens der Frau - anders als bei Tieren - eher mäßig war. Menschenfrauen haben deshalb auch so schwere Geburten, im Gegensatz zu Tieren.

    Wir essen heute auch noch hauptsächlich vegetarisch - da bietet sich levantinisch und asiatisch sehr an. Eines meiner absoluten Lieblingskochbücher ist von Ottolenghi "Genussvoll vegetarisch". Der Titel ist wirklich bescheuert, aber dies ist sein bestes vegetarisches Kochbuch. Wobei die meisten Rezepte vegan sind und die wenigen vegetarischen lassen sich simpel veganisieren. Eigentlich kann man ja alles veganisieren.

    Ich liebe ja auch Tofu - vor allem seitdem ich verstanden habe, dass man eine Tofupresse braucht, um ihn zu perfektionieren.

    Hallo LetzteChance,

    das klingt ja alles sehr traurig für Deine Familie. Umso besser, dass Du jetzt die Kurve kriegen willst. Hast Du Dich wieder für eine Entgiftung angemeldet?

    Was ist Dein Plan, damit Du nicht mehr rückfällig wirst? Du schreibst ja selbst, dass Du Dich immer gestresst fühlst, unbeachtet und unwichtig. Was wird denn diesmal anders sein, damit das klappt? Willst Du Dich vielleicht einer Gruppe anschließen wie AA? Oder eine Therapie machen? Nur aufhören zu trinken hat mir nie geholfen - ich muss mich mit mir auseinandersetzen, um die Muster zu erkennen, die immer wieder zum Rückfall geführt haben.

    Das Nichttrinken hat so viele Vorteile - vor allem, dass man sich nicht mehr schämen muss. Herzlichen Glückwunsch zu dem ersten Schritt, der beginnt ja bekanntermaßen im Kopf. Freu Dich auf die vielen nüchternen Stunden, die Du mit Deinem Sohn verbringen kannst.

    Hallo Brant,

    was für ein schöner Faden. Ich bin ja leidenschaftliche Köchin. Gerne aufwendig, unter der Woche auch schnelle Küche - aber immer selbst gekocht. Meine Lebensmittel beziehe ich übrigens von einer Solawi - das ist ein Zusammenschluss vieler Menschen und wir betreiben gemeinsam einen Biohof. Man kann mitarbeiten, ist aber nicht verpflichtend. Wir haben auch fest angestellte Mitarbeiter. Dazu haben wir noch Kooperationen mit einem Rinderbauern (heißt das so?) und Eierpatenschaften, dazu Äpfel und Brot, sowie feinstes Olivenöl aus Spanien.

    Seit ich das mache (fast 10 Jahre) lebe ich nicht nur viel saisonaler, sondern auch vielfältiger. Ein Blick in den Supermarkt ist so trostlos. Die Gemüseauswahl schon fast eine Beleidigung. Für mich gehört dazu auch ein schön gedeckter Tisch. Ich kenne Leute, die essen vor der Glotze.

    Ich koche gerne levantinisch und "südostasiatisch", wenn man das überhaupt so klassifizieren kann. Und Du?

    Hallo Tom,

    sehr inspirierend. Ich habe auch schon viele Runden gedreht und hoffe, dass das nun endlich meine letzte ist.

    Ich würde Dir gerne noch eine andere alternative Route empfehlen: E5 (Oberstdorf nach Meran) - der ist sportlich herausfordernd, aber belohnt mit wunderschöner Natur und spektakulären Panoramen. Touristisch auch etwas überlaufen, aber nicht so stark wie der Jakobsweg. Bei mir steht der E5 für nächstes Jahr an - falls mein Haustier tot ist.

    Helga, ich verstehe Deine Empörung nicht ("Ich finde keine Worte..") Natürlich schreibe ich von mir und meinen Empfindungen. Und auch von Erfahrungen, die ich mit Menschen gemacht habe.

    Es geht auch gar nicht um ein gewalttätiges Elternhaus, sondern um eine dysfunktionale Familie. So habe ich Bighara jedenfalls verstanden

    Da Du mich direkt ansprichst, antworte ich darauf:

    für mich klang Dein Posting, das Du auf ein direktes Zitat geschrieben hast:

    Zitat

    "Wer sensibel ist und eher eine unglückliche Grundstimmung hat, den erwischt es leichter, glaube ich"

    nach: wer nix abkann, fängt an zu saufen. Wer weniger empfindlich ist, steht das halt durch.

    Ich empfinde das Saufen als Copingstrategie um unerträgliche Lebenszustände zu überleben und nicht als Schwäche, weil man halt einfach ein Lappen ist.

    Wenn Du das anders meintest, dann nehme ich das so zur Kenntnis. In Internetforen kann man sich möglicherweise missverstehen.

    Wer sensibel ist und eher eine unglückliche Grundstimmung hat, den erwischt es leichter, glaube ich. Ich habe die Menschen mit dem "dicken Fell" oft beneidet. Die haben nie den großen Weltschmerz gekriegt.

    Ich finde keine Worte dafür. Bighara schreibt davon, dass die innerfamiliäre Situation unerträglich war, starke negative Gefühle, viel Druck, innerer Schmerz und Leid bei der jugendlichen Bighara. Und Du bewertest das als sensibel?

    Kinder aus einem gewalttätigen Elternhaus haben ein verdammt dickes Fell. Sie sind meist mit Überleben beschäftigt und haben wenig Zeit für großen Weltschmerz.

    Ich denke jeder hat seine eigenen Gründe süchtig zu sein, auch wenn ich hier im Forum viele Überschneidungen sehe. Genauso wie ich mangelnde Aufklärung über Drogen für zu einfach halte, empfinde ich den Artikel als zu einfach gestrickt - und zwar aus eigenen Beobachtungen heraus. Ich kenne mindestens 2 Familien (meine eigene und meine Schwiegerfamilie), wo von 3 Geschwistern 2 süchtig geworden sind und 1 Kind komplett suchtfrei ist.

    Die Suchtforschung ist noch lange nicht am Ende. Ich glaube eher, dass hier ganz klar auch genetische Komponenten verantwortlich sind wie suchtaffin man ist und auch welche Copingstrategien man entwickelt um schwierige Lebenssituationen zu ertragen. Wenn es nur das liebevolle Umfeld wäre, würde ich seit mind. 15 Jahren nichts trinken.

    Ich bin seit 15 Jahren glücklich verheiratet und mein Mann trinkt fast nie - vielleicht zweimal im Jahr, wenn die Party so nett ist, dass er dazu Lust hat. Ganz anders sein Bruder und die Schwester. Der Bruder ist Kiffer und die Schwester trinkt. Die drei sind altersmäßig dicht zusammen und in einer intakten Familie aufgewachsen, keine Gewalt, keine Trennung. Der Bruder lebt auch in einer intakten Ehe - und das kann ich so sagen, weil ich da Einblick habe, wir sind sehr eng.

    Warum habe ich die letzten 15 Jahre weitergetrunken, obwohl ich in einer guten Partnerschaft bin? Ich habe zwischendrin immer wieder Trinkpausen gehabt auch mal 2 Jahre. Alkohol ist meine Medizin. Ich komme mit schlechten Gefühlen überhaupt nicht zurecht. Ich kann nicht weinen - außer, wenn mein Haustier stirbt. Ich habe in meiner Kindheit viel körperliche und seelische Gewalt erlebt und würde heute in der Rückschau sagen, dass ich mich damals von meinen Gefühlen abgespalten habe, um das ganze zu ertragen. Eine Überlebensstrategie. Und als Erwachsene habe ich das einfach beibehalten - funktioniert ja. Mein Mann ist unglaublich tolerant, was meine Schwächen angeht und hat deshalb nie Druck auf mich ausgeübt, was die Trinkerei angeht - ich denke er hat gesehen, dass das meine Medizin ist. Trotzdem hat er mir oft zu verstehen gegeben, dass das für mich irgendwann ein Problem werden kann.

    Warum habe ich nun aufgehört? Zum einen, weil ich merke, dass das körperlich nicht mehr lange gut geht und weil ich den intrinsischen Wunsch nach Freiheit habe. Ich habe früher auch geraucht und am meisten hat mich genervt, dass ich meine Tagesstruktur immer in 90 Minuten Taktungen einteilen musste. Zuhause konnte ich natürlich immer rauchen, aber im beruflichen Kontext nicht. Und so begab es sich, dass ich auf dem Fußweg nach dem Sport plötzlich dachte "wie doof bin ich eigentlich?" Ich habe meine Kippe an einer Laterne ausgedrückt und sie in den dort hängenden Mülleimer samt Schachtel geworfen. Es war ein kurzer Lichtblick, eine spontane Erkenntnis, die ich glücklicherweise nicht vorbeiziehen ließ, sondern sofort umsetzte. Und auch hier war nichts mit "besseres Sozialleben, das zu Drogenabstinenz führte".

    Warum ich die Trinkere angefangen habe, finde ich mittlerweile nicht mehr wichtig. Viel wichtiger für das nüchtern werden ist für mich die Frage warum trinke ich JETZT. Ich bin nicht mehr das abhängige Kind, sondern ein freier selbstbestimmter Mensch. Vielleicht ist das auch ein Schritt zum Erwachsen werden die Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Der Blick auf das Früher ist schmerzhaft, vor allem wenn ich mir die Frage stelle, was wäre gewesen wenn...? Aber am Ende des Tages führt diese Rückschau nicht zum Ziel und da denke ich dann an AmSees Signatur :)

    Und für mich ist auch ein wichtiger Aspekt: was bereitet mir Freude, was macht mich glücklich und was möchte ich gerne tun? In einer konsumorientierten Welt, wo das Glück der anderen auf Insta, FB und YT so perfekt dargestellt wird, kann man ja fast nur unglücklich sein ;( Mittlerweile werden dort nicht nur "Dinge" konsumiert, sondern auch Achtsamkeit. Was früher mein Haus, mein Auto, mein Boot war, ist heute meine Smoothiebowl aka what I eat in a day, meine Achtsamkeitsübungen aka mindful body, meine Nachhaltigkeit aka ich kaufe mir jedes Jahr immer noch genausoviel Schrott, hat aber das richtige Label - "meine Flugananas hat aber ein CO2 Label!" -> So, wie finde ich jetzt den Weg von der Ananas zurück zur Sucht.

    Genauso wie das richtige Umfeld aus der Sucht herausführen kann, kann das Umfeld auch hineinführen - auch ganz ohne schreckliche Kindheit, siehe social media. Ich glaube, ganz unwissenschaftlich, nicht an einen Onefitsall-Ansatz. Und solche Endlosaufsätze kommen dabei rum, wenn ich kränkeld auf dem Sofa liege und gerade nichts anderes tun kann ^^

    Zitat

    Zurück zur Suchtprävention, wenn ich meinen/einen Nachwuchs nicht vermittel kann, dass bestimmte Handlungen schädlich, sogar gefährlich sein können, habe ich versagt!

    Ich kann sicher sagen, dass ich weder mangelnde Aufklärung in der Schule hatte, noch, dass ich durch meine Familie die Folgen der Sucht nicht ausreichend aufgezeigt bekommen habe. Wenn es so simpel wäre hätte die Welt weniger Süchtige.

    Hallo LeCake,

    herzlich willkommen. Ich wünschte ich hätte auch viel früher begriffen, dass ich ein schädliches Trinkmuster habe. Ich hätte mir viele Jahre und Runden gespart. Daher beglückwünsche ich Dich zu der Erkenntnis. Mit Mitte 20 steckt der Körper noch so viel weg und man fühlt sich gesund und unbesiegbar - wenn der ganze Bekanntenkreis auch trinkt, fällt es einem selbst erst spät auf, dass das nicht normal ist. Den ersten Schritt hast Du geschafft :)

    Wenn Du regelmäßig Cravings hast kann Dich Dein Arzt unterstützen. Nach meiner Erfahrung wird das nach 3-4 Wochen besser. Das bedeutet aber nicht, dass die Sucht nicht trotzdem immer wieder anklopft. Mir hilft es sehr hier im Forum zu lesen, wenn ich an das Trinken denke. Andere haben gute Erfahrungen mit AA.

    Was machst Du denn jetzt, wenn Du nicht trinkst - unter der Woche oder am Wochenende? Hast Du eine gute Ablenkung oder Beschäftigung? Ich denke eher an das Trinken, wenn mir langweilig ist. Du bist ja ein junger Mann. Da denke ich sofort an mein Fitness-Center. Die Jungs trinken auch alle nichts.

    Mir hilft sehr mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Warum trinke ich eigentlich? Warum trinkst Du? Das musst Du hier nicht aufschreiben, aber vielleicht mal für Dich analysieren.

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

    Ich kenne das! Das ist ein tolles Gefühl Sonntags total frisch und erholt wach zu werden und die Erinnerungen an die quälenden Katertage, die man nicht ertragen muss. Hab einen schönen Sonntag mit der Enkeltochter :love:

    Hallo CeBe,

    oh, das ist ganz an mir vorbeigegangen, dass Du nun schon trocken bist. Herzlichen Glückwunsch zur ersten Woche. Die ersten Tage sind schlimm. Ich kenne das auch - die Fahrigkeit, Nervosität, einfach nichts läuft rund. Das wird aber nach 3-4 Wochen viel einfacher.

    Ich würde mir aber irgendetwas suchen, was Dich fesselt. Vielleicht etwas Neues, was nicht mit Alkohol verknüpft ist. Langeweile und rumsitzen sind gefährlich. Liest Du gerne? Malst Du gerne? Möchtest Du eine Sprache oder ein Instrument lernen? Yoga magst Du ja nicht :) Idealerweise irgendetwas, was Dir Spaß macht und worin Du Dich verlieren kannst. Ich spiele leidenschaftlich gerne Golf. Das kann man alleine machen, mit anderen, als Wettbewerb, im Urlaub... eine Runde dauert 4 Stunden und der Tenor bei allen Golfern: auf der Runde sind meine Gedanken und Sorgen beruhigt, ich denke an nichts. Mir ist immer ein Hobby mit Bewegung wichtig, um innere Anspannung abzubauen. Im Winter besuche ich gerne Volkshochschulkurse. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

    Gibt es bei Dir etwas, was Dich die Zeit vergessen lässt?

    Ich werfe mal einen anderen Aspekt ein. Es ist politisch gewollt. Es bringt Steuern, Arbeitsplätze und vermeintlichen Frieden in eine Gesellschaft. Frieden insofern als dass Menschen ihre Unzufriedenheit betäuben können. Ich habe durch den Beruf meines Vaters bedingt viel im unterschiedlichen Ausland gelebt - unter anderem für ein Schuljahr in einem islamischen Land im Alter von 16. Zu der Zeit habe ich bereits geraucht, gekifft, gesoffen. All das fiel plötzlich weg. Es gab dort schlicht keine Konsummöglichkeiten. Ganz abgesehen von dem Problem mit meinem Vater, habe ich an die Zeit wirklich sehr, sehr positive Erinnerungen. Ich war in einer Ganztagsschule und in der Freizeit hatte man mit seinem Freunden wirklich viel Spaß ohne, dass irgendwelche Drogen im Spiel waren. Das kannte ich aus meiner Zeit im europäischen Ausland nicht - überall hat man als Jugendlicher beim Feiern gesoffen. Im "middle east" (ich will das hier nicht konkretisieren) hat man am Wochenende Barbecue-Pool-Partys komplett nüchtern gefeiert. Natürlich habe ich dort ein privilegiertes Leben in einer gated community geführt - das darf man bei der Betrachtung nicht unter den Tisch kehren, aber grundsätzlich würde ich die geringe Möglichkeit an Drogen zu kommen, für positiv in allen Bevölkerungsgruppen ansehen.

    Ganz unabhängig davon, wie ich das politisch-religiöse dort System finde, frage ich ich, ob die gesellschaftliche Freiheit eine Sucht zu entwickeln, wirklich einen freiheitlichen Mehrwert hat. Klar, ich entscheide jeden Tag, ob ich fast Food esse oder was gesundes, ob ich Sport mache oder faulenze. Das sind mE alles vernuftsteuerbare freie Entscheidungen. Kann der Mensch wirklich frei eine Entscheidung für ein Suchtmittel treffen? Ich glaube nicht, dass ich ein schlechteres Leben gehabt hätte, wenn nie die Möglichkeiten zum Drogenkosum vorhanden gewesen wären - im Gegenteil.

    Bin ich also verantwortlich für meine Sucht? Der Weg zur Sucht wird schon in sehr jungen Jahre bereitet. Alkopops, diese süßen Liquids zum dampfen. Das sind alles Dinge, die Kinder ansprechen - meinetwegen auch Jugendliche in einer verletzlichen Selbstfindungs- und Entwicklungsphase. Ein Erwachsener fängt selten mit Mitte 20 erst das Rauchen an. Kinder und Jugendliche sind einfach dumm und leicht zu ködern und sollten deshalb besser geschützt werden.

    Wer ist also verantwortlich für die Sucht? Die süchtigen Erwachsenen, die die Heranwachsenden "anfüttern"? Die freiheitliche Gesellschaft, die die Selbstzerstörung durch Verfügbarkeit der Drogen ermöglicht? Man selbst? Schließlich sehen gerade Kinder von Alkoholikern wohin das führt - warum fangen sie überhaupt an?

    Die Frage nach den Gründen für die Sucht führt unmittelbar zu der Frage: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

    Hallo CeBe,

    die Weingewohnheit könntest Du mit einem Teeritual ersetzen. Statt den Wein zu entkorken einfach einen schönen Entspannungstee kochen, mit schönem Geschirr und Stövchen. Mein Abendritual ist immer ein Lavendeltee. Bei heißem Wetter könnte man auch einen Eistee vorbereiten, der aus einer schönen Karaffe kommt. Ich hab dafür Minze im Garten.

    Den Stress mit Wandern auszugleichen mache ich auch gerne. Außerdem habe ich Yoga für mich endeckt - das kann man in jedem Alter noch anfangen. Es gibt kaum etwas wonach man so herrlich schlafen kann und Frieden im Kopf hat. Das hängt allerdings auch etwas von der Yogaform ab, die man aussucht und braucht einen guten Yogalehrer.

    Ich würde mich zunächt gar nicht vor der ganzen Welt offenbaren - Du kannst diese Offenbarung nicht mehr zurücknehmen und hast Dich ja mit Offenbarung über das Forum bei Deiner Tochter schon etwas geärgert (Zum Glück ist das für Dich gut gelöst).

    Zum einen gibt es immer Menschen, die damit ein Problem haben, wenn man nicht mehr trinkt und sich dann doch den Rückfall wünschen. Alleine saufen ist für viele blöd. Und zum anderen stellt sich mir die Frage welchen Nutzen Du davon hast. Brauchst Du den Aufpasser von außen? Und was passiert bei einem Rückfall? Ich finde aus Deinen Zeilen liest sich sehr viele Strenge gegen Dich selbst heraus. Du sagst Du hast Angst und Scham - die Scham in einem Rückfall kann einen zu noch mehr trinken verleiten. Mach Dich nicht so klein, sondern sei lieber stolz auf Deinen Mut einen neuen Weg einzuschlagen und mach das erstmal für Dich mit Hilfe des Forum aus - bis Du etwas gefestigter in Deinem Tun bist. Du kannst Dich in der späteren Zukunft doch immer noch vor den Menschen, die Dir wichtig sind, öffnen.

    Du hast jetzt zwei herausfordernde Termine. Die schaffst Du bestimmt. Man darf auch Notlügen verwenden, wenn man das "Nicht-Trinken" nicht erklären möchte, zB, dass man gerade Medikamente nimmt.