Es ist eine Erfahrung für sich, auf die man sich einlassen muss. Natürlich hab ich mich zwischendurch auch was lost gefühlt, so allein durch die Stadt zu streifen, während ich von Menschengruppen umgeben bin. Es ist ungewohnt. Aber am Ende siegt bei mir in der Regel die Neugierde…man sieht der Stadt die Verbundenheit zum Meer an, was mir sehr gefällt, überall so viele kleine liebevolle Details, die viel über Glanz und Glorie vergangener Tage aussagen…aber heute musste ich kürzer treten…ich hatte 2022 einen Bandscheibenvorfall, von dem ich mich nicht mehr richtig erholt habe…gestern habe ich mich zu sehr überlastet mit der Lauferei und somit wurde die Besichtigung des Königspalasts heute leider zur Qual. Dabei ist das ein wirklich schönes Gebäude. Auch ein Learning für mich…ich brauche Ruhephasen, auch beim Städtetrip. Mein Körper kann manchmal nicht mehr. Der schnelle, intensive Lifestyle von früher fordert seinen Tribut. Balance halt. Schwierig zu finden. 😉
Beiträge von Bighara
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Zur Gedankenanregung: Ich bin dem Kölner Karneval entflohen und schreibe gerade aus Amsterdam. Zum ersten Mal ein Solo-Trip ganz allein. Ich erkunde die Stadt in meinem Tempo und nach meinen Präferenzen. Keine Kunst, aber dafür viel Geschichte. Wetter ist prima und es macht auf eine ganz eigene Art und Weise Spaß. 😊
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Es gibt so gesehen keine falsche Denkrichtung. 😉 Nur eingefahrene Denkmuster. Wahrscheinlich hast du dich in den Mädels gestern gesehen und das macht halt was mit einem. Absolut verständlich.
Die Feier am Dienstag klingt nach einer ganz wunderbaren Sache. 😃 Und die Feier wird sicherlich schön und du kannst Spaß haben. -
Nun ja, du hattest augenscheinlich Mitleid mit den jungen Mädels. Mitleid bedingt ein Über-Unterverhältnis…dem Anderen geht es schlecht, dir aber nicht und so leidet man mit. Deswegen mag Niemand Mitleid. 🤣 Wärst du bei dir geblieben in Form von ‚Ach, wunderbar, dass ich morgen nicht über der Schüssel hänge. Mensch ist das gut, dass ich Herrin meiner Sinne bin und nicht den Sänger angraben muss (wie früher vielleicht) und dass ich hier locker flockig tanzen kann ohne zu saufen‘…dann wärst du (denke ich) in die Dankbarkeit reingerutscht und hättest den Abend bzw. das Momentum mehr genießen können. So wie es gelaufen ist, hat es dich traurig gemacht.
Ich kann dich gut verstehen…Karneval hat früher gut funktioniert, aber der Spaß und die Freude von damals lassen sich nicht einfach so 1 zu 1 übertragen. Leider. Was früher funktioniert hat, geht halt heute nicht mehr. Ich find ja, dass du gestern sowas wie die Königsdisziplin veranstaltet hast…Karneval nüchtern, liebe ichso , ist einfach schwierig. Echt. Hut ab, dass du es probierst hast. Und sei nicht enttäuscht, dass es nicht so war wie erwartet. Karneval hat Menschen wie uns nur wenig zu bieten. Und das ist auch ok. -
ichso Du wirst es mit Sicherheit anders gemeint haben, aber ich möchte deinen Beitrag nicht so stehen lassen. Ich bin mir sicher, deine Altweiberschwester wüsste nichts mit deinen Worten anzufangen und sie möchte dein Mitleid auch nicht. Ich finde, deine Worte klingen auch ein wenig überheblich. Du weißt nicht, ob sie unsicher war wegen ihrer Kostüms, das Klopfen des Feigling‘s gehört sich so, Rummachen ist an Karneval quasi Volkssport und ob sie die Schüssel geküsst hat, weißt du alles nicht. Für die junge Frau gestern war das ein normaler Weiberfastnachtstag und sie hatte Spaß. Wenn du mit dem, was um dich herum passierst nicht klarkommst, dich unwohl fühlst, dann geh nicht hin. Und wenn du es tust, dann werte nicht. Raus aus den Köpfen der anderen Menschen. Bleib bei dir. Sonst nimmt das nur die Freude am Ereignis.
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Hätte, wäre, wenn. Dieses Feld ist müßig aufzumachen, weil es nunmal nicht anders gekommen ist. Und auch hier…natürlich kann das familiäre Umfeld samt Prägungen ein suchtbegünstigenden Faktor sein. Aber nicht jeder mit nem scheiss Elternhaus wird auch süchtig. Das Risiko süchtig zu werden ist signifikant höher, aber kein Automatismus. Man kann sich das Elternhaus nicht aussuchen und sicherlich hat man als Jugendlicher auch nicht die Einsichtsfähigkeit über sein Tun und Handeln wie ein Erwachsener mit reichlich Lebenserfahrung, aber trotzdem wurde der Weg des Trinkens gewählt aus den Gründen XY. Wie AmSee schon mehrfach betont hat, sind diese Grundsatzdiskussionen müßig…die Vergangenheit ist vergangen. Natürlich sollte eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattfinden, wieso weshalb warum was passiert ist und welche Faktoren hinter der Sucht stecken, aber ansonsten gilt es doch seinen Frieden damit zu finden und es in der Gegenwart und Zukunft besser zu machen. Der Blick zurück und Eltern-Bashing ist zu einfach, Sucht ist hochkomplex.
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Ich lebe ja in Köln und wenn mich Jemand nach Tipps fragen würde, wie man nüchtern durch den Karneval kommt, würd ich der Person sagen: Gar nicht, gibt keinen Tipp. Karneval ist auf Eskalation und Besäufnis ausgelegt. Sitzungskarneval geht vielleicht noch, wenn man die Druckbetankung um sich herum aushalten kann. Ansonsten: Karneval ohne Alk ist weder witzig noch interessant. Entweder man bunkert sich ein oder flieht aus der Stadt. Ich fliehe dieses Jahr.
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Nochmal: Die Genetik spiel laut Forschung eine viel geringere Rolle, als bislang angekommen hatte. Finde ich auch sinnvoll, denn sonst kann man es sich echt einfach machen: Ich kann nix dafür, dass ich saufe, meine Gene wollen es so. Die Verantwortung für das eigene Handeln an die Gene auslagern wollen. Laut aktuellem Forschungsstand: Nein. Nur in einem geringen Maße.
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Ach, Humor macht das doch alles erst erträglich. Wenn Tom sich in die Ecke stellt und weint deswegen, ändert das auch nix an der Situation.
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Lieber Tom,
vielen Dank für deine Offenheit! 😊 Ich find‘s toll! Das Leben geht auch nach einem Rückfall weiter und nicht alles ist für die Katz, was du dir bis dato erarbeitet hast. Du hast knapp das Jahr geschafft und darauf kannste stolz sein. 💪🏻 You make the difference!
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In den Genen sind Marker verankert, nennen wir sie einfach Veranlagungen zur Vereinfachungen. Diese genetischen Veranlagungen sind da, können aktiviert werden oder müssen aber nicht. Das Risiko, dass die Veranlagungen aktiviert werden, ist gegeben, wie die statistische Wahrscheinlichkeit ist, weiß ich jetzt nicht, aber - wie geschrieben - muss nicht aktiviert werden. Hier greift wieder ‚Wie wachse ich auf? Wie ist mein Umfeld? Welche anderen Lösungen finde ich?‘
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Als ehemals trinkende Mutter eines Sohnes hab ich mich mit dem Thema auch auseinandergesetzt und aktueller Forschungsstand dürfte hier nach wie vor sein, dass die Gene eine viel geringere Rolle spielen als ursprünglich mal angenommen. Die Prägung ist wesentlich, also das soziale Umfeld. Sind die Eltern suchtkrank, kann das soziale Umfeld einen Schutzfaktor darstellen, aber klar, ist das Risiko es den Eltern gleichzutun und die gleichen Lösungen zu suchen höher als bei nicht Suchtkranken Eltern. Resilienz ist ebenfalls ein Faktor, aber da ist die Forschung ja noch dabei herauszufinden, warum die einen Menschen resilient sind und Andere in die erlernte Hilflosigkeit gehen.
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Patientenakte, Waffenbesitz, Verwehrter Zugang zu Versicherungen….das ist systembedingtes Stigma und hat meiner Ansicht nach wenig mit den Menschen an sich zu tun. 🤷♀️
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Ich denke, dass es etwas mit der Sicht auf diese Welt zu tun hat bzw. auch mit dem Umfeld. Ich bin beruflich in keinem extrem konkurrenzgetriebenen Bereich unterwegs, indem massiv viel Druck herrscht. Das spielt sicherlich eine Rolle. Desweiteren bin ich keine erbärmliche Ex-Säuferin. So sehe ich mich selbst nicht und somit trage ich dieses Bild auch nicht nach Außen und deswegen werde ich auch so nicht so wahrgenommen. 🤷♀️ Ich fühl das nicht, transportiere das auch nicht nach Außen und kriege das daher auch nicht gespiegelt.
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Paddy Nein. Weder privat noch beruflich. Keine Nachteile, kein Stigma. Eher Neugierde, Verwunderung und Offenheit. Die Leute kommen dann selbst auch schonmal ins Reden. Ärzte wissen auch alle Bescheid, weil das einfach für eine adäquate Behandlung und die Anamnese wichtig ist. Ich bin mit meinem offenen Umgang sehr gut gefahren. Lebe aber auch städtisch und Köln ist eh für seine Offenheit bekannt…denke, dass das auch nochmal mit reinspielen könnte.
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Ich denke, dass es da zu differenzieren gilt. Sich deswegen zu schämen oder Schuldgefühle zu empfinden, weil man Alkoholkerin ist, ist kontraproduktiv. Das ist auch von Außen aufoktroyiert durch die Gesellschaft und deine Sozialisation. Du bist es halt. No shame. In den USA wird mit Abhängigkeitserkrankungen ganz anders umgegangen, da gehört das fast schon zum guten Ton, dass man mal in der Rehab war. 😅 In der Gesellschaft ist das Prinzip ‚Phönix aus der Asche‘ aber auch weitaus mehr etabliert. Hauptsache ist halt, dass man sich wieder berappelt. Ich hab das anfangs mal als Phlegma empfunden, dass ich Alkoholikerin bin, aber das hat nachgelassen mit der Zeit und etwas Abstand zum Trinken. Ich hab ja den Podcast und der hilft mir grundsätzlich, weil es wirklich total egal ist, was du in die Welt hinausposaunst. Alles ist schnelllebig und im Endeffekt interessieren sich die Menschen nur für sich. Diese Erkenntnis ist total befreiend, wenn man begreift, dass es kein Limit gibt. Alles wieder vergessen am nächsten Tag. 😄 Und im Endeffekt ist es auch total egal, denn so lange es dir gut geht, ist das völlig nebensächlich, ob du Alkoholikerin bist oder nicht.
Das Andere ist die Schuld und Scham, die du verspürst aufgrund der Dinge, die du in der Vergangenheit getan oder auch nicht getan hast. Diese Gefühle hat jeder…Menschen mit Suchtproblematik was ausgeprägter. Ich kenne diese Gefühle auch gut. Was mir dabei hilft da das Maß nicht zu verlieren ist Folgendes: Die Vergangenheit kann ich mir nicht zum Vorwurf machen, sie ist vergangen und ich kann sie nicht ändern. Ich mache es heute anders und besser und das ist es, was zählt.
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Ich erinnere mich an einen Post von Bassmann-neu vom 10.12.2024, in welchem er schreibt, dass er geringe Mengen Alkohol trinken kann ohne in alte Trinkgewohnheiten zurückzufallen. Insoweit hätten wir hier im Forum auch tatsächlich Jemanden, der zum kontrollierten Trinken etwas sagen kann.
Ansonsten stehen sich hier zwei Positionen gegenüber, die einer Grundrechtsabwägung gleichkommen und da ist es schlichtweg eine Frage der Abwägung. Grundrechte können durchaus eingeschränkt werden. Möchte man das Thema ‚Kontrolliertes Trinken‘ hier breit aufmachen und Informationen sowie Meinungsaustauch bieten, auch auf die Gefahr hin, dass es Neuankömmlinge oder Alteingesessene destabilisieren könnte, um weiterhin Alkohol zu trinken oder Suchtgedanken wieder vermehrt anzufachen? Oder stellt man hier den Schutz der Allgemeinheit höher und behandelt das Thema ‚Kontrolliertes Trinken‘ stiefmütterlich, um die Forenmitglieder bspw. zu schützen? Es gibt hier ja viele stille Mitleser und deren Zustand und Befindlichkeiten kennen wir alle nicht.
Beide Positionen haben ihre Berechtigung, es ist meiner Ansicht nach eine Frage dahingehend, wie die Forenteilnehmer das beantworten und die Positionen für sich abwägen. -
Ich habe keinen Zugang zum kontrollierten Trinken: Könnte ich kontrolliert Alkohol trinken, dann hätte ich keine Suchtthematik. Der Kontrollverlust über Menge und Häufigkeit ist der Abhängigkeit immanent und - soweit ich weiß - weitestgehend auch irreversibel. Weitestgehend deswegen, weil ein minimal kleiner prozentualer Anteil von alkoholabhängigen Menschen den Weg in den kontrollierten Konsum zurückfindet. Ein oder zwei Personen von Hundert. Ich stelle mir das ehrlich gesagt auch wahnsinnig anstrengend vor, wenn ich versuchen würde Konsum penibel auf eine bestimmte Menge etc. zu begrenzen und diese einzuhalten. Kontrolle üben, wo aufgrund der Abhängigkeit keine Kontrolle stattfinden kann. Das ist so widersprüchlich und ich frage mich, wer sich das ausgedacht hat. Für mich klingt das nicht nach Spaß, sondern nach Quälerei. Ich hab genug Alkohol in meinem Leben getrunken, ich bin sehr fein damit für den Rest meines Lebens keinen mehr zu trinken.
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Mojo Umfeld sind in meinem Fall Freunde, die ein problematisches Trinkverhalten haben, auch darum wissen und es daher mit dem kontrollierten Trinken probieren. Die tracken den eigenen Konsum auf Häufigkeit und Menge. Oder anders gesagt: Sie führen Buch. Regelmäßig werden die eigenen Vorgaben weder bei Häufigkeit noch Menge eingehalten. Und das ist meines Erachtens ein Scheitern im kontrollierten Konsum. Beim kontrollieren Trinken geht es ja nicht um ‚möglichst kein Exzess und möglichst wenig Nachwirkungen‘, sondern um das penible Einhalten genauer Vorgaben, wenn ich das Konzept richtig verstanden habe.
Ach so, und ich selbst habe mich nie wirklich damit beschäftigt, weil für mich klar war, dass kontrolliertes Trinken als Konzept nicht in Frage kommt. Ich hab‘s natürlich auch damals mal probiert, aber ich kann meinen Konsum nicht kontrollieren. Hab das schnell aufgegeben mit dem Kontrollversuch. -
Mojo Ich verstehe voll, was du meinst, finde aber die Abwägung hier schwierig. Wenn Menschen versuchen vom Alkohol wirklich loszukommen und kann kommt hier Jemand ums Eck bei dem das kontrollierte Trinken klappt und dann auch noch die Umsetzung ggf. schildert, wie von mir angefragt…ich weiß um die Auswirkungen nicht. Da geht es auch um den Schutz der Allgemeinheit und (zumindest nicht von mir) darum, hier den Weg des kontrollieren Trinkens keinen Raum gegen zu wollen. Hoffe, mein Punkt ist halbwegs klar geworden.