Hallo liebe Miaflorentine,
ich wollte Dir auch mal noch ein par Zeilen auf Deinen Post vom 3. Januar da lassen. Und auch ich möchte Dich bekräftigen, und Dir zu Deiner Stärke gratulieren! Du kannst wirklich Stolz darauf sein. Und weiter stolz nach vorne blicken.
Das ist ja nun schon ein gutes Vierteljahr! Mir hat es, neben vielen anderen Dingen, zu Beginn geholfen mich mit kleinen Zielen zu motivieren. Klar, am wichtigsten ist das hier und jetzt. Aber zunächst auch, ein Tag, eine Woche, dann ein viertel Jahr, halbes Jahr .... ein Jahr... Ohne es zu merken werden die Schritte wie von selbst immer größer.
Ganz besonders stark finde ich, dass Du auch in der Trennung, die wohl mit Gefühlschaos verbunden ist - weiter beharrlich Deinen Weg gehst!
Du schreibst von 'schlimmen' Gefühlen. Ich weiß nicht ob das bereits eine Wertung ist.
Ein Gefühl ist ja an sich einfach 'nur' ein Gefühl. Es ist einfach was es ist, und kann weder 'gut' noch 'schlecht' sein. Im alten Forum, in dem ich in meiner Ausstiegszeit sehr viel geschrieben habe, hatte ich mal gelesen, dass ein Gefühl ja nicht mit einer Keule hinter uns stehen, und uns sozusagen physisch zu irgendwas zwingen kann. Das Gefühl ist das Gefühl. Es hat einen Auslöser, das Gefühl an sich, und einen darauf folgenden Impuls... Die Entscheidung an sich aber, so oder so, treffen wir.
Für mich war es wichtig und entscheidend, mich gerade zu Beginn meines Ausstieges auch meinen Gefühlen zu stellen. Die Freude nutzte ich instinktiv, weil sie mich getragen hat. Aber heute weiß ich auch: von ebenso allen anderen Gefühlen, auch den unangenehmen, kann ich im besten Falle etwas Wichtiges über mich lernen. Wenn ich mir selbst verzeihen kann und genau wahrnehme und betrachte.
Gerade in den ersten Wochen und Monaten meines Ausstieges stand ich, neben aller Freude über die Veränderungen in meinem Leben, doch auch oft sozusagen 'Nackt in der kalten Dunkelheit'. Unverblümt und ohne Filter, vor der eigenen Wahrheit. Das war mitunter nicht leicht. Aber bald schon spürte und merkte ich, dass das furchtlose aushalten und annhemen dieser Gefühle (und nur das!) mich da hin brachte, wo ich im Prinzip schon die ganzen letzten Jahre irgendwie hin wollte: Nämlich, einen Schritt weiter - hindurch und hinter diese Dunkelheit. Und dort fand ich, was ich seit dem nicht mehr her geben möchte, sozusagen mein neues Leben!
Das ist nun schon einige Jahre her. Inzwischen bin ich z.B. komplett schuldenfrei, habe berufliche Quantensprünge gemacht, eine Familie gegründet mit einer wunderbaren Partnerin und mit Kindern,...
Ich habe gelernt für mich selbst Verantwortung zu tragen.
Ich weiß nicht ob Du aus meinen Zeilen hier etwas für Dich mitnehmen kannst. Und sei es nur irgendwie ein Quentchen. Aber es ist mir wichtig Dir hier mal zu schreiben. Weil ich wirklich finde, dass Deine Nachricht von Anfang Januar etwas Besonderes ist!
Mach weiter so und bleib dran!
Weiterhin viel gute Kraft!
..und gute Grüße,
Mojo