Beiträge von Mojo

    Tja, hätte ich damals "durchgehalten" wäre ich jetzt schon 4 Jahre nüchtern. Ist leider nicht so, deswegen sind es jetzt nur ca. 2 Monate.

    Hallo Nyssa, schön dass Du Dich wieder meldest und ein "Hallo" auch von mir!

    Wenn ich das kleine Wörtchen "nur" gedanklich mal aus Deiner Nachricht herausnehme, kann ich es so lesen, dass die Erfahrungen der letzten 4 Jahre nötig waren, damit es nun bereits 2 Monate Nüchternheit in Deinem Leben gibt. Es können also sehr wichtige Erfahrungen sein.

    Ich denke es ist gut, zu lernen, sich selbst auch für Erreichtes zu loben. Sogar auch für kleinste Kleinigkeiten. Und zwei Monate Nüchternheit sind schon weit mehr als eine Kleinigkeit! Auch von mir Gratulation dazu!

    So wie ich es erlebt habe, geht es nicht darum "durchzuhalten". Vielmehr geht es darum, die eigene Position und Einstellung zum Alkohol grundlegend zu überdenken und zu verändern.

    Wie hast Du denn die vergangenen 2 Monate so erlebt? Gibt es eventuell etwas wobei wir helfen/unterstützen können?

    Gute Grüße sendet Dir,

    Mojo

    Achte gut auf diesen Tag,
    denn er ist das Leben –
    das Leben allen Lebens.

    In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
    Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins.
    Die Wonne des Wachsens,
    die Größe der Tat,
    die Herrlichkeit der Kraft.

    Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
    und das Morgen nur eine Vision.

    Das Heute jedoch – recht gelebt –
    macht jedes Gestern
    zu einem Traum voller Glück
    und jedes Morgen
    zu einer Vision voller Hoffnung.

    Darum achte gut auf diesen Tag!


    - Rumi -

    Hei na dann ist ja alles, alles prima.

    Hast Du auch schon einen konkreten Plan was Du machst wenn doch mal wieder so ein Gespräch mit Vater, Bruder oder Diskussion mir Deiner Frau ansteht? Oder andere Triggerpunkte? Veränderst Du da in gewissen Bereichen aktiv was in Deinem Leben?

    Eins möcht ich gerne noch anmerken:

    Die enden immer mit Gebrüll und danach MUSS ich Bier trinken und blöd mit meiner Frau rummdiskutieren was unter U. auch laut endet.

    Manche Leute brauchen halt was und sehen auch keine Möglichkeit auschließlich nüchtern zu leben. Kann auch Angst sein.

    Meine Tante würde noch leben wenn sie eine Suchtverlagerung - hin zum Cannabis - gemacht hätte... Sie musste einfach dicht sein!

    ..das ist ganz einfach süchtiges Denken. Und nichts weiter.

    Man muss Atmen. Man muss Essen. Man muss trinken. Man muss schlafen. Ein soziales Gefüge braucht der Mensch noch. Aber darüber hinaus gibt es nicht viel mehr was man wirklich muss.

    Niemand wird per Gewalt oder sonst irgendwie dazu gezwungen ein Suchtmittel zu konsumieren. Die Entscheidung das zu tun liegt ganz allein beim jeweiligen Individuum selbst. Oder steht das Bier mit einer geladenen Pistole da und erschießt Dich wenn es nicht getrunken wird oder so??

    Es ist halt einfach der bequemere, gewohnte, und vermeintlich leichtere Weg. Sich nicht die Mühe machen die Welt und das eigene Leben mal wenigstens für eine Weile nüchtern zu beackern (und daran zu wachsen). Stattdessen gibt es da hunderte und aberhunderte Gründe warum dies nicht geht und jenes nicht geht. Anstatt die Möglichkeit und den Weg zu suchen der da mal rausführt.

    Danke für die Rückmeldung. Ja an sich funktioniert es ja über das Forum oder über die Startseite gut und es ist nix dramatisches. Ich wollte nur bescheidgeben das es da eine Fehlermeldung gibt.

    Das Einhalten scheint mir ein Ding der Unmöglichkeit, vielleicht für ein paar Tage/Wochen oder als Übergangslösung, als Hilfe zum Abtrainieren.

    Doch so lange "das Zeug" frei verfügbar ist, wird das auf Dauer nicht funktionieren.

    Ahja, siehste, da hätten wir fast aneinander vorbei geredet. Daher auch meine Verständisprobleme.

    Mir ging es bei meiner Frage an den User tatsächlich rein um die Formulierung eines klaren Zieles. Ob das Ziel eingehalten werden kann oder nicht ist was anderes.

    Ein formuliertes Ziel an sich kann aber als Kontrollinstrument dienen. Es sollte dafür so klar und eindeutig wie möglich formuliert sein. Eine Formulierung wie "weniger" oder "minimum" ist dafür viel zu ungenau und schwammig. Ein "Minimum" kann heute so und morgen so aussehen, und lässt damit viele Spielräume und Hintertürchen offen.

    Hallo Alex07 und AmSee13 ,

    seit einigen Tagen beobachte ich in der Forennutzung folgendes:

    Wenn ich in unangemeldet in einem Thread lese, und dann von da aus in der Menüzeile oben oder auch unter den Postings auf "Anmelden" gehe erscheint:

    "Server Error

    403

    Forbidden

    You do not have permission to access this document."

    Das passiert sowohl am Smartphone (Android) als auch am Laptop (Windows). Ich muss dann immer über die Startseite oder über Forum gehen, dort funktioniert "Anmelden" fehlerfrei.

    Hat das außer mir noch jemand beobachtet? Was hat es damit auf sich? Kann es vielleicht ohne große Umstände "repariert" werden?

    LG, Mojo

    Hi Scrat, danke für Deinen kleinen Bericht!:thumbup:

    Und hallo auch Helga (die ganz anders heißt) :)

    Mein Ausstieg ist ja nun schon ein par Jährchen her, aber ich erinnere mich immernoch sehr genau, und auch gerne, an diese Zeit. Für mich waren es immer so kleine Schritte und Etappen an denen ich mich orientierte. Aus einem Tag wurden drei, daraus eine Woche, ein Monat, zwei... daraus irgendwann ein viertel Jahr. Ein halbes, und schließlich ein Jahr, das ist eine lange Zeit in der viel an Veränderung passiert. Und nach einem Jahr gibt es so die Faustformel dass man dann davon ausgehen kann dass der neue Weg gut gefestigt ist. Man ist durch alle möglichen Situationen so eines Jahres einmal durch und so.

    Eure Zeilen lesen sich gut. Nehmt so Vieles Ihr könnt von den positiven Dingen für Euch mit, die Ihr auf dem Weg findet. Die großen und die kleinen Dinge. Sie sind es, die einem Kraft geben und tragen können, eventuell auch mal in kritischen Situationen, die ja auch kommen können (oder sogar werden).

    Es kann ein bisschen dauern, bis man sich aus dem ganzen letztlich richtig heraus"geackert", und eventuell auch so manche Schattenseite überwunden hat. Aber es erwartet einen dafür auch viel Gutes! Schon vom ersten Tag an...

    Einen guten Start in die Arbeit wieder Scrat!

    Liebe Grüße, Mojo

    Mir gefällt diese Verherrlichung mit den „Hilfsmitteln“ und „Sanitätern“ einfach nicht. Das hat so einen positiv glorifizierenden Touch... Sobald ich egal was auch immer die Funktion zuspreche, dass ich ohne es nicht mehr kann, nie mehr können werde und dass ich bestimmte Dinge nicht ohne erreichen kann, dann mache ich mich davon abhängig. Punkt.

    Eine gesunde Lebensentwicklung, oder Genesung, egal in welchem Alter, findet ohne solche Abhängigkeiten statt - und findet Wege das Leben in allen Situationen und Lagen aus sich heraus meistern.

    Ja, ich will meinen Alkonsum mit Hilfe von Cannabis auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß herunterfahren und das ohne physischen und psychischen Druck/Leiden.(Diese Methode gilt mittlerweile als medizinisch anerkannt.)

    Mag ja sein, dass es medizinische Ansätze dazu gibt. Ich will das sogar glauben. Aber ganz gewiss nicht im Selbstveruch! Ein par weiterführend belegende Infos dazu würde ich auch wirklich sehr begrüßen. Aber, und da bin ich mir sicher: es geht dabei IMMER darum dass solche Dinge auch suchtmedizinisch und therapeutisch begleitet werden. Das ist wichtig. Man bekommt Skills vermittelt und den fachlichen Blick von Außen. Man selbst lügt sich als Süchtiger immer noch selbst am meisten in die Tasche, mitunter ohne es zu merken. Und, es geht bei Substitution meines Wissens nach auch immer darum, dass zunächst substituiert wird, mit klar definierten Zielformulierungen - und das Substitutionsmittel irgendwann aber schließlich ausgeschlichen wird.

    Nichts davon kann ich hier erkennen.

    Haserich, Du berichtest uns in den ersten drei vier Beiträgen hier im Thread von einer tief greifenden und umfangreichen Konsumproblematik mit längerer Historie. Zunächst erst mal vielen Dank für Deine Offenheit.

    Nun berichtest Du uns davon, dass Dein Umgang jetzt damit sein wird, dass Du wissentlich auf ein anderes, vermeintlich “weniger gefährliches“ Suchtmittel „umsteigen“ willst. Sozusagen willst Du den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

    Es würde mich interessieren wie Du folgenden Punkt siehst: bezüglich der Motive. Du hast die Trinkmotive angesprochen. Ich war schonmal darauf eingegangen. Meine Frage an Dich wäre: findet derzeit diesbezüglich irgendeine – aktive – Veränderung in Dir statt? Mein Eindruck ist nämlich der, dass Du exakt die gleiche Motivation dazu weiter trägst, und Dein Konsum von THC nunmehr aus exakt den gleichen Motiven heraus stattfindet. Das heißt, die eigentliche Suchtproblematik bleibt weiterhin unverändert bestehen. Es ist lediglich eine Suchtverlagerung 1:1 per excellence.

    Die Gefahr liegt dabei auf der Hand, dass dadurch nichts, aber auch gar nichts gewonnen ist, ja dass der Schuss sogar komplett nach hinten losgehen kann und Du bald mit 2 Suchtmitteln zu kämpfen hast (was ja im Prinzip schon so ist). Ob Du das nun hören möchtest oder nicht. Die Motive bleiben. Und wenn Du bei Deinem derzeitigen Level in zweieinhalb Tagen die 5 Biere für diesen Monat aufgebraucht hast? Was dann? Früher oder später wird vermutlich „diese eine Ausnahme“ kommen die alles aufweicht...

    Du berichtest uns von einer Konsumproblematik im Mischkonsum von Alkohol und Marihuana über mehrere Jahrzehnte. Auch Medikamente im Mischkonsum waren schon im Spiel. Das ganze hat auch schon deutliche Spuren in Deinem Leben hinterlassen. Mehrfacher Führerscheinverlust (=Trunkenheitsfahrten?), Familientrennungen,... weswegen Du Dir schon länger eingehende Gedanken über Dich und Dein Leben machst.

    Nun begegnest Du dem aktuell, in dem Du halt weiterhin Cannabis und Alkohol konsumieren möchtest. Nur halt die Gewichtung der Suchtmittel etwas verlagerst. Im Prinzip willst Du etwas verändern in Deinem Leben, ohne selbst aktiv etwas zu verändern. Gestatte mir die wirklich gut gemeinte Frage: wie soll das funktionieren??

    Ich sende wohlwollende Grüße in ein gutes Wochenende,

    Mojo

    Ah okay. Jetzt kann ich DICH etwas besser verstehen.

    Wobei ich ja aber nicht von "Man"und "dem Menschen" geschrieben hatte. Ich hatte einem User, einem Individuum eine konkrete Frage gestellt. Und ich denke schon, dass es jemandem möglich sein sollte, für sich realistische Ziele, ggf. auch in Form einer möglichst schlichten und linearen Zahl zu formulieren. Das macht ein Abstinenzler ja nicht anders - er legt diese Zahl halt auf Null fest.

    Monatlich 5 Bier? Kommt mir selber schon sehr wenig vor aber könnte ich mir vorstellen.

    Könntest Du Dir vorstellen?

    Oder, möchtest Du konkret so machen?

    Oder,.....?

    Möglichen Suchtverlagerung? Ich dreh nur den Spieß um aber schaffe ihn nicht ab. Ganz klar ich betreibe Suctverlagerung. Und jetzt?

    Der dumme Nachteil an einer Sucht ist halt, naja, dass es eben eine Sucht ist... aber Du hast ja selbst auch weiter oben schon geschrieben dass Du noch gar nicht so recht weißt was daraus wird und wo es letztlich alles hin führt.

    Früher habe ich immer gemeint man trinkt nur so .... Na. Hinter JEDEN Alkgetränk steckt ein Trinkmotiv. Was meint Ihr dazu?

    Absolut. Es ist alles eine Frage der jeweiligen Motivation. Entweder hat man eine bestimte Motivation Alkohol zu trinken. Oder eine Motivation zu kiffen. Oder was auch immer zu konsumieren.

    Oder aber auch, meine Motivation ist es das alles bleiben zu lassen und einfach nüchtern zu bleiben. Soll tatsächlich auch ganz gut sein hab ich gehört.😉

    Hallo Paul , hmmm, also von meiner Seite herzlichen Glückwunsch mit einen Augenzwinkern: ich glaube noch ungenauer und noch undefinierter kann man auf meine Frage nicht antworten.

    Ich hatte nach einer genauen Definition der Formulierung "Minimale" Konsummenge gefragt. So genau wie möglich. Möglichst in einer einfachen Zahl. Gerade in den einfachen Dingen steckt oft die meiste Kraft. Du hast mich am Anfang zitiert, ich kann aber - es tut mir leid - auch nach mehrmaligem Lesen Deines Posts irgndwie keinen Bezug Deiner Antwort zu meiner Frage finden.

    Ist jetzt nicht bös gemeint von mir. Ich möchte Dir nur mitteilen, dass es mir nicht möglich ist Dir da gedanklich irgendwohin zu folgen. Auch weil ich den Zusammenhang nicht sehe, und da somit auch nicht näher drauf eingehen kann...

    ... aber den Alk auf ein Minimum zu reduzieren.

    Dazu mal noch eine Frage: was genau heißt denn für Dich "Minimum"?

    Also genau definiert, meine ich. So genau wie möglich. In Zahlen, Worten oder wie auch immer. (Musst es hier auch nicht unbedingt schreiben...)

    "Minimum" ist ein sehr ungenauer und dehnbarer Begriff. Und genau das sind Punkte wo die Sucht ansetzen kann, und vermutlich auch wird... Gestern hatte Bert nämlich einen halbe Kiste geleert. Ihm gings nicht so gut, und da war das sein absolutes Minimum.

    Mein Traum wäre: Alles zu konsumieren aber den Alk auf ein Minimum zu reduzieren

    Hallo nochmal, ich denke hier hast Du einen entscheidenden,

    möglicherweise sogar den wichtigsten Punkt vergessen.

    Du hast die Kontrolle über Deinen Konsum und Mischkonsum bereits gehörig verloren. Es wäre also, so würde ich in Deiner Situation jedenfalls denken, wünschenswert, bzw. wichtiger Teil des Traumes:

    Dass Die Kontrolle soweit zurück erobert wird, dass in Zukunft völlig und absolut ausgeschlossen ist, dass wieder solch komische Eskapaden "passieren" könnten wo mal eben das komplette Haus auf merkwürdige Art und Weise komplett "aufgeräumt" wird oder dergleichen.

    Die Frau schaut sich das mal wohlwollend an. Vielleicht sogar auch zwei mal. Aber irgendwann wirds definitiv blöd. Und ich denke es ist vermutlich nur die Spitze des Eisberges die Du uns hier erzählst.

    Also, welche Schritte können/müssen - aktiv - gegangen, welche Maßnahmen ergriffen werden um diese Kontrolle über sich selbst und über das eigene Leben wieder zurück zu erlangen??

    Gruß, Mojo

    Nach durchlesen deines Fadens ist mir nicht klar, was dein Ziel ist.

    Ich muss sagen, dass ich sozusagen zeitgleich genau den gleichen Gedanken hatte. Ich kann beim Lesen, nicht mal ungefähr, nachvollziehen welcher Orientierung Du hier im Faden eigentlich nachgehen möchtest. Außer evtl. viel schönrederei.

    Möchtest Du Bestätigung von uns haben, dass Dein täglicher Konsum schon okay so ist? Weil Du hast es ja im Griff....?

    In meinem Augen tust Du Dir (und Deinem Umfeld) mit einer Substanz als "Sanitäter" nichts Gutes. Nicht nur dass Du Dich damit von dieser abhängig machst. Du verhinderst damit selbst anhaltend, Dich offen und ungefiltert einer Wahrheit zu stellen. Diese Erfahrung allerdings - und nur diese, nicht das Dopamin egal welcher Substanz - könnte Dich einem wichtigen Entwicklungsschritt näher bringen. Wirkliche Entwicklung meine ich. Die ist nämlich nicht mit Anfang/Mitte zwanzig fertig im Leben.

    Ich wünsch Dir was.

    Mojo

    Vor einigen Jahren hatte mal jemand einen Artikel von dem Buchautor Johann Hari hier im Forum gepostet, mit dem Titel:

    "Das ist die Ursache für Sucht - es ist nicht was Sie denken"

    Der Artikel hatte dann auch seinen Platz hier in der Linksammlung gefunden. Leider existiert die Quellseite nicht mehr, weswegen der nicht mehr funktionierende Link vermutlich aus der Liste genommen wurde.

    Ich fand den Artikel recht interessant und habe deswegen nochmal danach gesucht. Hier ein Link mit einer Fassung neueren Datums:

    https://www.lifeandlove.de/ursache-sucht/

    Gibt es hier Leute, die wieder einen gesunden Umgang mit Alkohol nach einer gewissen Zeit haben? Oder ist das nur eine Illusion?

    Die gibts bestimmt. Nur ist es nicht so leicht Austauch mit ihnen zu finden, weil sie ja eben kein Problem mehr damit haben, und somit zumeist auch keinen Bedarf mehr am Austausch zu irgendeiner Problematik haben.

    Und ich meine: ganz sicher wäre/ist auch dafür zunächst erst mal ein gehöriger Abstand zum Alkohol, also sprich eine längere Zeit der Abstinenz notwendig oder zumindest ratsam, um sich (aktiv) neu zur Substanz positionieren zu können. Das geht meist nicht einfach mal so von heute auf morgen. So oder so, es müssen alte Denk- und Verhaltensmuster durchbrochen und nachhaltig überwunden werden.

    Wer Kontrollverluste im Trinkverhalten zeigt, der hat oft auch andere Dinge im Leben nicht mehr so wirklich unter Kontrolle. Zumindest war das bei mir so. Ich habe es lange geschafft das zu ignorieren. Zum Ende meiner Trinkproblematik war mein Leben dann ein ziemlicher Scherbenhaufen, auf allen möglichen Ebenen.

    Dieses nie wieder konnte ich mir aber selbst da noch nicht wirklich vorstellen. Darum sagte ich mir an meinem Ausstiegspunkt: ich werde alkoholfrei leben, bis ich meine 'Baustellen' konsequent geregelt und bereinigt habe. Für einen unbestimmten Zeitraum also. Ein par Wochen oder Monate halt. Danach könne ich, bei Bedarf, ja nochmals frei entscheiden was gut für mich ist.

    Gesagt getan. Aber zu dieser neuen Entscheidung kam es dann nie so wirklich. Von Beginn an stellte ich fest, dass die Befreiung vom Alkohol, und später auch vom Nikotin, das beste ist was mir je passieren konnte. Es kamen Dinge in mir und für mich in Bewegung die sehr heilsam waren, und mir nach und nach eine innere Entwicklung ermöglichten, die mich um viele entscheidende Schritte weiter brachte in meinem Leben. Von da an hatte der betäubende Rausch seinen Reiz für mich verloren. Der Preis den es dafür zu zahlen gilt war mir nun zu wertvoll. Und ich hatte andere, erfüllendere Dinge gefunden, die mir weit mehr geben können.

    Mein Ziel war von Beginn an ein Weg der Heilung. Und es stellte sich einfach als logische Schlussfolgerung heraus, dass regelmäßig toxisches Berauschen in einen solchen Weg nunmal einfach nicht hinein passt. Genau so wie ich auch nicht bei rot diagonal über die stark befahrene Kreuzung laufe. Auch logisch.

    Wie beginnt man diesen Berg zu bezwingen?

    Man beginnt damit, indem man damit beginnt. So einfach ist es. Aktiv werden. Sich offen(-siv) mit der eigenen Problematik beschäftigen und auseinandersetzen. Es gibt viele kleine und gute Dinge die man für sich tun kann. Und auch Hilfsangebote, da wo man sie eventuell braucht, aktiv aufsuchen und annehmen. Aber das wichtigste ist das Beginnen. Im Hier und Jetzt. Ähnlich wie Beppo der Straßenkehrer, im Märchen Momo von Michael Ende. Besenzug, Innehalten, Besenzug, Innehalten. Und irgendwann, ohne zu merken wie, ist man am Ende der Straße angekommen.

    Schön dass Du hier her gefunden hast liebe Lala. Ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch hier!

    Für Deinen Weg, den Du ja nun schon begonnen hast, wünsche ich Dir alle erdenklich gute Kraft immer!

    Liebe Grüße und bis bald,

    Mojo