Beiträge von Oran-Gina

    Hallo Mara.

    Ich hab jahrelang Wein getrunken und wollte den Konsum im Laufe der Zeit reduzieren, kontrollieren und ganz weglassen aber immer wieder scheiterte ich am Vorhaben.

    Da wurde mir immer klarer,dass ich ein echtes Problem entwickelt habe.

    Ende Oktober vor fast 3 Jahren war ich an einem Punkt ,an dem ich für immer aufhören wollte und seitdem bin ich abstinent.

    In eine Klinik wollte ich nicht gehen, aber ich schwor mir ,dass ich mich in eine Klinik begeben werde ,wenn ich es dieses Mal nicht alleine schaffen sollte.

    Ich habe keine Erfahrung mit einer Klinik,in diesem Punkt kann ich dir also keine Antwort geben.

    Zu deiner Frage wegen "wie ferngesteuert " ,kann ich dir sagen ,dass ich das sehr wohl kenne von früheren Zeiten.

    Obwohl ich mir vornahm z.B.am Abend nichts zu trinken, verwarf ich diesen Plan am Abend nicht nur 1 mal.

    Ich hatte manchmal einfach nur einen sehr starken Drang oder einen Druck,das Hirn war wie ausgeschaltet, oft bin ich dann losgefahren und hab mir ne Flasche Wein geholt.

    Erst nach dem ersten Schluck kam dann so ein Anflug von schlechtem Gewissen und ich erinnerte mich an mein Vorhaben, das aber zu diesem Punkt schnell beiseite geschoben wurde,so dass ich meinen Wein trinken konnte.

    Das hinterließ mir am Folgetag ganz oft ein schlimmes Gefühl.

    Du hast dich hier angemeldet, weil du etwas ändern möchtest.

    So zumindest deute ich dein Vorhaben.

    Das ist das einzige was zählt und Scham ist hier wirklich nicht notwendig.(auch wenn wir Schreiberlinge hier alle nicht mehr trinken )

    Wir können dir mit unseren Geschichten weiterhelfen, mir hat der Austausch zu Beginn meiner Abstinenz sehr geholfen.

    Ohne das Forum hätte ich es vermutlich nicht geschafft oder anders formuliert: das war hier eine enorme Stütze für mich ).

    Du musst dich nicht schlecht fühlen deshalb ,nur weil wir hier alle trocken sind.

    Wir kennen alle auch die andere Seite.

    Wir standen alle mal am Anfang.

    Oran-Gina

    Hallo Jeanne

    Ich bin 51 und seit fast 3 Jahren abstinent.

    Mein Umgang mit Alkohol war in den Jahren zuvor immer bedenklicher geworden und ich merkte zunehmend, dass er mich mehr und mehr im Griff hatte.

    Für mich steht fest ,dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde ,weil ich ihn mittlerweile nicht mehr trinken will und weil ich ihn nicht mehr brauche.

    Ich bin mir sicher ,dass ich sofort wieder in eine Abwärtsspirale rutschen würde,wenn ich wieder mal mit dem Alkohol anfangen würde.

    Ich habe lang genug versucht ,kontrolliert zu trinken: also mit selbst auferlegten Trinktagen oder nur zu bestimmten Anlässen.

    Das war rückblickend betrachtet ein Selbstbetrug,denn ich wollte ja noch Alkohol trinken und hatte schlichtweg Angst ,er könnte mir fehlen.

    Und so war es damals auch,nur hatte ich zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht eindeutig für mich ehrlich sein können und mir eingestehen können, dass ich ein großes Problem mit Alkohol hatte.

    Ich war nie heftig betrunken und hatte nie Kontrollverluste,ich war spätestens nach 1 Flasche Wein "satt" und das war immer mein Limit,wobei ich es kaum schaffte ,länger als drei Tage ohne Alkohol zu sein.

    Ich trank regelmäßig.

    So sehr der persönliche Konsum unterschiedlich sein mag ,und im Vergleich zu anderen harmloser oder heftiger ausfallen mag ,so bin ich doch sicher ,dass jeder seinen eigenen Tiefpunkt erreichen muss und für sich feststellen muss ,ob es so weitergehen soll oder nicht.

    Für mich war klar ,ich will nicht mehr weiter trinken ,weil die negativen Seiten für mich überwogen und ich einen Überdruss hatte ,so weiterzumachen wie bisher.

    Das war dann bei mir der Grund ,weshalb ich beschlossen habe ,die Finger ein für alle mal davon zu lassen.

    Mir ist nicht ganz klar ,ob dein Partner wegen dir /euch in die Beratung gegangen ist oder ob er selbst von sich aus einen Wunsch nach Abstinenz anstrebt.

    Ich kann mir vorstellen, dass das auch nicht immer ganz klar ist ,wenn man zusammen wohnt ,da der Alkohol oft zum Thema wird und ob es aus diesem Grund heraus so entstanden ist ,dass dein Partner nun eine Veränderung anstrebt.

    Wie ist dein Gefühl dazu ? Hast du den Eindruck, dass er nur aufhören will ,um des Friedens Willen oder weil er selbst genug hat ?

    Ich bin der Meinung, dass es unterschiedliche Wege zur Abstinenz geben kann ,aber ich persönlich halte von der Alkohol-Reduziertaktik nichts.

    Bei mir hätte es niemals zum Ausstieg geführt.

    Einerseits will man weg davon ,andererseits trinkt man dosiert weiter.

    Das Gehirn entwöhnt sich auf diese Weise sehr schlecht vom Alkohol,so meine Annahme.

    Im Gegenteil, ich denke ,dass der Alkohol dadurch sogar noch viel mehr ins Zentrum der Wahrnehmung rückt : für mich unvorstellbar.

    Ich halte ehrlich gesagt nicht viel davon.

    Du schreibst dein Partner sollte Ersatztätigkeiten haben ,um die Zeiten anders zu füllen als mit Alkohol.

    Das sind deine Wünsche und Vorstellungen, die du für ihn hast.

    Leider aber wirst du ihn auch dazu nicht bringen.

    Er muss es selbst wollen und selbst initiieren.

    Ich habe eine Beziehung zu einem Mann ,wir wohnen nicht zusammen.

    Er trinkt im bedenklichen Maße,was für mich zunehmend unerträglich wird ,obwohl wir nicht zusammen wohnen.

    Mittlerweile finde ich es immer schwieriger für mich ,zumal ich selbst nicht mehr trinke.

    Ich komme aus einer Suchtfamilie,ich selbst habe Co Abhängigkeit von klein auf gehabt ,ich selbst habe mal getrunken und es fühlt sich total schrecklich an ,wenn ich mir vorstelle, bei meinem Partner zu bleiben,um dort meine Co Abhängigkeit fortzusetzen?

    Ich habe mich von meinen Süchten (Nikotin und Alkohol) befreit und strebe ein gesundes Leben an.

    Ich habe das offen kommuniziert mit meinem Partner,auch dass ich nicht mehr bereit bin ,da dran zu bleiben.

    Für ihn ist das so ,als würde ich ihm das Messer auf die Brust setzen und er müsse etwas für mich verändern ,was er auch versucht ,aber immer wieder daran scheitert.

    Ich für meinen Teil sehe es aber nicht so : ich setze ihm kein Messer auf die Brust ,aber ich distanziere mich zunehmend von ihm und das wiederum setzt ihn unter Druck ,etwas zu verändern.

    Ich sehe aber ,dass er aus sich heraus noch viel zu sehr Gefallen am Alkohol findet.

    Im Prinzip ist der Weg relativ klar...Es wird mit uns auseinander gehen müssen.

    Für mich ist das deutlich spürbar ,weil mir all die Fragen rund um den Alkoholkonsum und die Auseinandersetzung damit zu sehr an die Substanz gehen.

    In meinem Fall fühlt sich das noch heftiger an ,weil ich mich selbst längst vom Alkohol befreit habe.

    Es wäre für mich schädlich ,am Konsum des Partners dran zu bleiben.

    Deine Fragen ,die du dir zu deinem Partner stellst ,kann ich nachvollziehen und ich stelle immer mehr bei mir fest ,dass ich mich mit den Fragen anderer nicht mehr beschäftigen möchte ,mit denen sich andere beschäftigen sollten.

    Das macht krank.

    Und mit dem Wort "anderer" meine ich nichts abwertend,sondern rein sachlich,auch wenn es um den Partner geht.

    Die Frage ist : willst du die nächsten Jahre so weitermachen?

    Meine Antwort lautet, dass ich das nicht will ,auch aus dem Gefühl heraus, dass ich mich zunehmend mehr mit positivem beschäftigen möchte.Mit mir.

    Das klingt vielleicht abgeklärt,aber so meine ich es gar nicht.

    Ich selbst habe persönlich noch große Baustellen bezüglich meiner Herkunftsfamilie.

    Mein Bruder zum Bsp ist süchtig.

    Ich möchte für mich einen besseren Umgang damit erlernen und daran arbeiten.

    Viele Grüße

    Oran-Gina

    Letztens habe ich mir mal die hypothetische Frage gestellt, ob ich mein damaliges Leben mit Nikotin & Alkohol gerne ungeschehen machen würde, wenn ich es denn könnte. Beim Alkohol ist meine Antwort: Nö. Ich schrieb eingangs, dass der Alkohol ein "gern gesehener Gast" in meinem Lebens war. Das trifft's nicht wirklich: Er war ein guter Freund, ich mochte ihn und er hat mir so manch schöne Stunde mit mir selbst und mit zusammen mit anderen beschert, die ich ehrlich gesagt auch gar nicht missen möchte. Beim Nikotin sieht's anders aus. Da dürfte auch gerne jede stinkende Zigarette rückwirkend aus meinem Mund verband werden.

    Hallo Fortune

    ich bin bald 52 J und lebe seit fast 3 Jahren abstinent.

    Das ist das beste , was mir neben meiner Nikotinfreiheit passieren konnte.

    ZUerst habe ich das Rauchen aufgegeben, was schon eine gefühlte Ewigkeit zurück liegt.

    Ich habe jahrelang geraucht ohne Ende und vor ca 15 (?) Jahren habe ich das Rauchen endlich sein lassen können. Danach habe ich meinen Alkoholkonsum hochgeschraubt...das war wohl eine Ersatzbefriedigung-keine Zigaretten mehr, dafür mehr Alkohol. Das wurde mir aber erst viele Jahre später bewusst, als ich merkte, wie sehr mich der Alkohol im GRiff hatte.

    Nach vielen Versuchen, auch das sein zu lassen, woran ich ich immer wieder scheiterte , konnte ich dann vor 3 Jahren endlich aufhören: mit Erfolg. Heute sage ich: beides hat zu meinem Leben gehört, ich kann nicht sagen, dass ich beides ungeschehen machen würde, aber ich kann sagen, dass ich froh gewesen wäre, wenn ich beides viel früher hätte aufgeben können. Das beziehe ich besonders auf den Alkohol.

    Vielleicht liegt auch mein Nikotinkonsum schon viel zu lange zurück, als dass ich sagen könnte: hätte ich doch früher aufgehört. Es war, wie es war. Heute ist heute und ich bin mir sicher, dass ich weder zum Nikotin, noch zum Alkohol zurück kehren möchte.Es gehört nicht mehr zu meinem Leben und meinen Werten und das zu erkennen, bereichert mich sehr.

    Oran-Gina

    Guten Morgen Greenfox.

    Das neue Outfit gefällt mir ganz gut und ich habe mich wieder eingelesen und in alten Beiträgen gestöbert.

    Danke für deinen Willkommensgruß.

    Oran-Gina

    Hallo AmSee,

    wie schön, dass du mich gleich aufgenommen hast in eure Mitte ;)

    Danke.

    Ja, hier hat sich einiges verändert und ich muss mich erst mal hier zurechtfinden, aber ich denke, ich komm schon klar.

    Oran-Gina

    Hallo zusammen in die Runde.

    ich war früher Orangina und habe mich vor ca drei Jahren registriert, dann wieder abgemeldet. Ich bin zurück, mit neuem Namen, auch wenn es nur ein Bindestrich ist, der sich in meinen Namen geschlichen hat;-)

    In der letzten Zeit habe ich immer wieder überlegt, ob ich mich wieder melden soll. Grund: ich habe doch so einiges erlebt, was in letzter Zeit passiert ist und das würde ich gerne bei Gelegenheit erzählen und gehört eigentlich in den Angehörigenbereich aber auch in den Coabhängigenbereich. Zu mir: Ich bin, so sagt meine app heute: 999 Tage "nüchtern". Ich habe meine app nun endlich abgeschaltet, weil ich sie am Anfang meiner Abstinenz motivierend empfunden habe, aber schon seit Jahren festgestellt, dass ich das nicht mehr brauche. Mir geht es gut, ich bin nach wie vor unsagbar dankbar und froh, abstinent zu leben und hatte bisher auch nie schwierige Momente. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so leicht fallen würde. Aber vermutlich sind auch einige Jahre des Leidens vorausgegangen und ich hatte einige Versuche unternommen, kontrollierend, pausierend etc., meinen Konsum zu drosseln. Irgendwann vor 3 Jahren war mir klar: Es reicht jetzt-genug getrunken! Ich hatte mich lang auseinandergesetzt-hier schreibend, lesend in Fachbüchern und auch mit mir selbst. Für mich ist klar, dass ich nie wieder Alkohol trinken will und es ist mir auch bewusst, dass ich ihn niemals "normal" konsumieren könnte, denn bei mir ist die Gefahr zu groß, dass ich in mein altes Muster zurückfalle: täglich Wein trinken, oder alle 2-3 Tage Wein trinken. Das Gute daran: Ich will es gar nicht mehr, weil ich es nicht mehr brauche. Das ist ein großer Gewinn, den ich nie wieder missen möchte. Ich bin FREI von Alkohol.

    Wenn ich in Gesellschaft bin , ist das auch kein Thema mehr für mich-"wie sage ich es den anderen ?"

    Es ist mir mittlerweile Wurscht. Ich trinke selbstverständlich alkoholfreie Getränke, während andere Wein , Bier ,...konsumieren. Manche wissen, dass ich einfach keinen Alkohol trinke und es bedarf keiner Erklärung. Für diejenigen, die es nicht wissen und die mich manchmal noch überreden wollen, nicht doch einen Sekt zu trinken, reagiere ich kurz un knapp: Ich will keinen Alkohol.

    Damit ist das Thema vom Tisch.

    Oran-Gina