29.10.2023
Chronomedizin
Was die Zeitumstellung mit dem Körper macht
Heute Nacht wurde die Uhr eine Stunde zurückgestellt, es gilt wieder die
Normalzeit. Doch Umfragen haben gezeigt, dass die Deutschen am liebsten
die ewige Sommerzeit hätten. Was sagt die Forschung dazu?
tagesschau.de
Beiträge von Stilles Wasser
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Die Sommerzeit endet am letzten Sonntag im Oktober um 3:00 Uhr MESZ, indem
die Stundenzählung um eine Stunde von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt wird.... und heute ist auch noch eine Vollmondnacht!
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6 Tag
Objekt
Schwarzer Klappstuhl. Kam irgendwann mal gratis in den Haushalt.
Ideeller Wert
Bei genauer Betrachtung. zu nichts nütze. Sitzgelegenheiten sind
genügend vorhanden. Muss nur den Kopf schütteln über so manch
eine Hartnäckigkeit wie Gegenstände scheinbar kleben bleiben.
Okay. Entsorgt.Tag 7
Objekt
Einlegefach vom Kühlschrank
Ideeller Wert
Mir war das eine Raumaufteilung zuviel im Kühlschrank und da wird sich auch in Zukunft nichts dran ändern. Aussortiert in eine Ecke zwischen Regal und Wand wartete das Gitter lange Zeit unbemerkt auf seinen letzten grossen Auftritt. Dieser Tag ist heute.
Tag 8
Objekt
Kabelsalat
Ideeller Wert
Nachdem sie in einer Plastiktüte in der Kommode einen friedlichen Tiefschlaf hielten war auch mein Blick, ob noch brauchbares dabei ist, eher oberflächlich. Zubehör von Handy, Kamera und sonstigem elektronischem Schnickschnack. Einer der Nebeneffekte des digitalen Zeitalters.
Recyclinghof ist nun die klare Ansage an die ganzen Käbelchen. -
Bin ich schon an dem gefühlten „nie wieder Punkt“?
Hallo Miaflorentine
Ich weiss nicht ob so ein Punkt quasi mit der Brechstange überhaupt erstrebenswert ist. Es erinnert mich ein wenig an meine"Nie wieder Alkohol" Vorhaben, immer morgens und stark verkatert, die jedoch nie eine Dauer hatten. Die knappe Formel "Nur heute" hat sich für mich als wertvoller erwiesen als jegliche spekulative Gedanken.
Es sind eher die kleinen Dinge die sich positiv auswirken. Die Beichte bei der Therapeutin, die schriftliche Auseinandersetzung mit sich selbst hier im Forum, kurzum das dranbleiben an der eigenen Problematik und die ersten kleinen nüchternen Erfolge im Alltag.
Ich freue mich für dich das du die letzten beiden Abende nichts getrunken hast und wünsche dir weiterhin einen Weg der kleinen Schritte.
LG Brant -
Ich habe in meiner Jugend fast alles gelesen was es von Hesse in Romanform gab. Zu jener Zeit war das fast ein Muss. Obwohl ich die Autobiographie Herrmann Hesses nicht kenne glaube ich mal er blieb sein Leben lang ein Sucher. Das machte ihn für mich so wichtig. Ein Spiegel meiner Seelenwelt. Die Gesellschaft in der ich aufwuchs förderte die Suche nach der eigenen Befreiung nicht. Nie das rebellische Brüllen des inneren Löwen - nur der erhobene Zeigefinger, der stets ermahnte durch Androhung von Strafe um Gotteswillen mit der Herde zu blöcken. Vom rechten Pfad der Rechtschaffenheit nicht abzuweichen. Diese Lebensweise führte mich mehr und mehr in den Zwiespalt, den Konflikt eines unbarmherzigen Leidens.
Ein Buch, der Steppenwolf, beschreibt meine eigen Pein schonungslos. Wie der Protagonist Harry Haller fühlte ich mich fremd in der Welt. Zu gern hätte ich auch dazu gehört, ordentlich und angepasst. Wäre da nur nicht die unbezähmbare Natur des wilden Tiers in mir, den die Fassade der Bürgerlichkeit ankotzt und das sich nirgendwo Zuhause fühlt.
Harry Haller lebt als Aussenseiter. Alkohol und Selbstmordgedanken. Eines Abends geht er in einem verwirrten Zustand durch die Stadt. Ein Plakat zieht ihn an: "Magisches Theater - nur für Verrückte". Das Theater ist jedoch nirgendwo zu finden.
Später begegnet Haller dem Reklamekleber der ihm ein kleines Traktat überreicht. Es beschreibt haargenau das Problem Hallers und auch die Lösung. Es existieren nicht nur zwei sondern unzählige Ich`s in seinem Innern und nur die Akzeptanz dieses Chaos führt letztlich zur Auflösung des Leids. Harry blendet das aus. Die Empfehlungen des Traktats werden nicht beachtet. Die Oddysee geht erstmal weiter.Anhang:
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Nebel
Seltsam im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum kennt den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst -
Ich denke es wäre gut sie zu bitten, meine Sucht in der nächsten Zeit in den Vordergrund zu stellen. Ich werde sie morgen fragen, da habe ich ohnehin einen Termin.
Und ich habe heute einen Termin bei der Suchtberatung zum Vorgespräch vereinbart.Das sind sicher die geeigneten Schritte. In diese Richtung lohnt es sich zu gehen.
Pass auf Dich auf
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Hallo
Da ich mich seit vielen Jahren an einen mehr oder weniger minimalistischen Lifestyle orientiere bin ich ganz zufrieden mit meinen Erfolgen. Es schult meine Aufmerksamkeit auch an dem was so überhaupt ins Haus kommt.
Einmal im Jahr ist hier im Kiez der Sperrmüll, da kommt dann schon mal der durchgessenene Sessel vor die Tür. Das ist mit ein Grund das der Keller fast leer und der Dachboden unbenutzt ist.
Jedes Frühjahr gehe ich den Kleiderschrank durch und sortiere aus. Das mit verschenken oder rausstellen hab ich es nicht. Da vertraue ich dann schon den Wohlfahrtsverband der hier die Kleider- und Glascontainer aufstellt und auch den nächsten Wertstoffhof betreibt. Dort arbeiten genügend Mitarbeiter die nützliche Dinge aussortieren. Das geht dann an das ebenfalls vom gleichen Verband betriebene Möbellager und die Secondhandläden für Kleidung sowie Bücher.
So zwischen Weihnachten und Neujahr sind die Papiere dran. Immer wieder bin ich erstaunt wieviel sich da so ansammelt. Doch eine Aussortierung zahlt sich aus wenn ich mal aus gegebenen Grund eine meiner wenigen Akten zur Hand nehmen muss.
BrantLoslassen lernen
Am schwersten ist es, sich von Gegenständen zu trennen, die mit Emotionen aufgeladen sind, weil wir sie mit einer geliebten Person, einem schönen Ereignis, einer glücklichen Zeit verbinden. Vergangene Glücksmomente in Form von Dingen festhalten zu wollen, führt indes vor allem dazu, dass man selbst am Vergangenen hängenbleibt.Hier hilft es, sich zu fragen: Tut mir das gut? Stimmt es mich froh oder traurig? Brauche ich wirklich so viele Gedächtnisstützen? Oft ist es gut, einige wenige, besonders "wertvolle" Stücke zu behalten und einen guten Platz für sie zu finden.
Jutta Krause -
Platz schaffen für Neues
Entrümpeln ist alles andere als eine dröge Beschäftigung für Regentage. Vielmehr kann es eine spannende Recherche in die eigene Psyche sein. Mit jedem Gegenstand, den wir prüfen und beurteilen, ob er uns nützt oder belastet, zu uns passt oder nicht, stellen wir implizit Fragen: Was gehört zu mir? Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Beim Entrümpeln ziehen wir Bilanz, stellen uns unseren Ängsten und haben gerade deshalb die Chance, unsere Träume wiederzuentdecken oder neue zu finden.
Jutta Krause
Ich wendete vor Jahren für kurze Zeit eine Übung an um mich jeden Tag von einen Gegenstand zu befreien.
Tag 1
Objekt
Ein Cape, das mir auch noch viel zu eng anliegt. Irgendwann vor Jahren habe ich es aus einer blöden Laune heraus in einem 1 Euro Shop erstanden.
Ideeller Wert
das das gute Stück ungetragen im Schrank solange überlebt hat ist mir im Moment ein Rätsel. Sieht einfach bescheuert aus! Ist jetzt endlich in der Mülltonne.
Tag 2
Objekt
Heute ein Pflanzenbuch. Dicker Schmöcker. Gebrauchsspuren. Sehr gute Infos drin. Vor vielen Jahren günstig im Buchladen gekauft.
Ideeller Wert
Hat mich jahrelang begleitet während meiner Hochzeiten der grossen Wanderungen und langen Spaziergänge in der Natur. Vielleicht hänge ich da noch sehr an den wunderschönen Erinnerungen und realisiere nicht so ganz das die Zeit vorangeschritten ist und sich die Gegebenheiten verändert haben. Sei es drum. Nach einem Dokufoto ist das Buch jetzt in der Papiertonne gelandet.
Tag 3
Objekte
Ein knappes dutzend Schraubgläser. In den letzten zwei Jahre gesammelt. Sie kommen jetzt im Lauf des Vormittags in den Glascontainer.
Ideeller Wert
Vorgesehen um selbstgemachte Marmelade und ähnliche Produkte darin aufzubewahren. Hat dieses Jahr nicht geklappt. Irgendwie hänge ich wohl sehr an einer Identität und der Rolle als naturverbundener Mensch. Siehe auch den Tag vorher.
Tag 4
Objekt
Gummiband zu dem ich irgendwie kam. Sollte für das Hosenbein sein beim Radfahren. War aber unpassend. Hat seither an einem unbemerkten Platz überlebt.
Ideeller Wert
Einfach null. Ab in den Abfall.Tag 5
Objekt
Wandbild aus Wachs mit dem Text:
Gott gebe mir die Gelassenheit
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann
Den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom andern zu unterscheiden.
Ideeller Wert
Hing lang an einem bescheidenen Platz in der Wohnung. Auch wenn das Kunstwerk kitschig war.
Ich hatte es lieb. Eine sichtbare Erinnerung an die Möglichkeit jederzeit eine reelle Einschätzung
meiner Selbst vorzunehmen zu können.
Heute habe ich diese Reflektion verinnerlicht und brauche keine äussere Erinnerung mehr dafür.
Also tschaui Bild. -
„Morgens ging ich in den Garten,
eine Rose mir zu pflücken,
heimlich und in Furcht,
der Gärtner könnte mich erblicken,
doch waren seine Worte
über mein Erwarten köstlich:
„Nicht die Rose nur allein,
ich schenke dir den ganzen Garten!“
Mevlana Jellaludin Rumi
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Brant, ich würde sehr gern etwas von deiner Geschichte lesen!
Hallo Miaflorentine
Bis auf den letzten Countdown habe ich nichts Zusammenhängendes geschrieben. In Stichpunkten ist die Story aber schnell erzählt.
Geboren und aufgewachsen an einem kleinen Ort im Süddeutschen. Vater Alkoholiker und seine Sucht war der Brennpunkt des damaligen Familienlebens. Nach aussen hin die heile Welt präsentieren und im Innern unfähig Konflikte zu lösen. Als Heranwachsender schloss ich mich selbstverständlich entsprechender Clique an. Aus dem ersten Schwips entwickelte sich im Lauf der Jahre schleichend ein mehr und mehr. Ein Sog der mich unweigerlich nach unten zog. Es war nichts mehr wichtiger als besoffen zu sein.
Und nach dem Ausstieg. Ein sanftes Auseinandersetzen mit mir selbst. Poetisch ausgedrückt vllt: Ich bin in den Bus der mich nachhause bringt eingestiegen." Jeden Tag ein Stück weit bewusster und aufmerksamer als gestern zu sein. Manchmal gelingts.Beste Wünsche
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Hallo Mia
Willkommen und danke für das Einstellen deiner Geschichte.
Du bittest um etwas Unterstützung. Als ich damals zum Trinken aufhörte war ich auf keinen Therapien und kannte auch keine anderen Leidensgefährten die mit mir die Hoffnung auf ein nüchternes Leben hätten teilen können. Die einzige Unterstützung das erste Jahr waren Autobiographien von direkt Betroffenen und das war für mich ausreichend. Dieses erkennen ich bin da nicht allein in meiner stets versteckt gehaltenden Schattenwelt, es gibt Menschen die wissen was diese besondere Art von Durst ist. Ja das hat mich letztlich befreit aus dieser Hölle.
Ich kann dir zur Unterstützung einen Teil meiner eigenen Geschichte erzählen und ich hoffe das du erkennst das du nicht allein und auch nicht ohne Hoffnung sein musst in den Fängen des Alkohols.
Einen lieben GrußSpoiler anzeigen
Vllt mag ich nur meine kleine Geschichte reinsetzen um etwas Hoffnung und den Glauben zu verbreiten das die Lage nie so aussichtslos ist wie sie in der tiefsten Nacht erscheint.
Meine letzten fünf nassen Jahre
lebte ich mehr oder weniger
am Drogenumschlagplatz
einer ganz gewöhnlichen Stadt.
Morgens trudelte ich meist ein
und es waren immer dieselben Leute da.
Diejenigen aus der Notschlafstelle,
(sie musste um acht verlassen sein)
und die, die unbedingt was brauchten
und auch die, die was verticken wollten.
Ich selbst nahm nur sehr wenige
Tabletten und Drogen, vom
Haschisch mal abgesehen.
Alkohol war mein Ding.
Zwei, dreimal am Tag
kontrollierte die Polizei.
Wurde es mal eng trotteten
wir ein paar hundert Meter weiter
zu einem Ausweichplatz.
Es war eine gute Zeit.Eine Alternative war die
Säufer Wg. Es war ein gemütliches
Zusammensein bei sinnlosen
Brett- und Würfelspielen und noch
hirnigeren Gesprächen.
Wurde Geld und Stoff knapp
(die Umrechnung erfolgte immer
ohne Umweg) eskalierte
die Situation immer in ziemlichen
Extremen.Ab und zu gab jemand den Löffel ab.
Alle paar Wochen, oder
auch nur Tage ein neuer Kandidat
für eine tödliche Überdosis.
Wir alle auf der Scene waren dann
immer einhellig der Meinung das
X wohl übertrieben hat oder auch
das der verschreibende Arzt völlig
unverantwortlich das Falsche
verschrieben hatte.
Jemand musste ja schuld sein.Am Abend fuhr ich dann mit
dem Bus nach Hause, oft ohne
irgendeine Erinnerung an die Heimkehr.
Ich fühlte mich nur sauelend morgens
beim Erwachen und schuldig
meines Tuns.
Zumindest brauchte ich mir Schuhe und
Hose nicht mehr anziehen.In der vermüllten Wohnung
verbrachte ich dann oft Tage.
Nur mit Shit und Bölkstoff ausgestattet.
Ohne Zeitgefühl ist jetzt morgen, mittag
oder Abend , Freitag oder Sonntag.
Egal.
Was zählte war der Griff zur Flasche.So dämmerte ich dahin mit
Filmrissen, die unbemerkt blieben.
Ging Flüssiges und Geld zu Ende
passierte immer dasselbe.
Trockenwürgen, Zittern,
Schweissausbrüche.
Damit nicht genug besuchten mich
die Geister und sprachen mit mir.
Lang und ausgiebig.
Ich muss sehr glücklich gewesen sein
damals.Einmal wachte ich fixiert und mit Nadeln
in den Armen in einem Krankenhausbett auf .
Ich hatte gekocht und war eingeschlafen.
Die Nachbarn hatten aufgrund der
Rauchentwicklung den Notruf verständigt.
Der verkohlten Topf wurde von der
Feuerwehr auf den Balkon gestellt.
Vielleicht als Erinnerung.
Ich trank weiter.
Nur nicht unterkriegen lassen.Hartnäckige Selbstmordgedanken
beherrschten mich und liessen sich
nur mit Quantum vertreiben.
Nervenzusammenbrüche häuften sich.
Ich lag auf dem Bett und heulte tagelang
über mein auswegloses Dilemma.Einmal wollte ich mir nachts an
der Tankstelle Nachschub holen.
Flaumte die zufällig anwesenden
Polizisten an. Sie waren so nett
mich an einem Ort zu bringen, der
sich Ausnüchterungszelle nannte.
So konnte ich meine sozialen
Feldstudien um ein weiteres Spektrum
erweitern.Kam der Scheck konnte es passieren
das ich mit dem Einlösen einenTag warten
musste,da ich nicht unterschreiben konnte.
Old Flatterhand...Eines Morgens gegen sechs klingelte
und pochte es an der Tür.
Ich hatte es aufgegeben auf die Post
aus dem Briefkasten zu reagieren.
Nüchtern betrachtet wäre es mit einem
Schnippen des kleinen Fingers aus
der Welt zu schaffen gewesen.
Jetzt war es zu spät.
Die nächsten Wochen verbrachte ich
im Gefängnis. Vermisste nicht mal
den Alkohol.
Nach der Entlassung führte mich mein
erster Weg an den Kiosk.Ich kniete neben dem Bett und bat Gott
nicht mehr trinken zu müssen.
Spätestens eine Stunde später
war ich beim Griechen.Zahlte keine Miete mehr
da ich für mein Geld eine
bessere Verwendung sah.
Auf Mahnungen reagierte ich nicht.
Eines Abends kam ich Nachhause
und das Schloss war ausgewechselt.
Ich war obdachlos.Campierte im Park, trank wie gewöhnlich,
wechselte keine Kleidung mehr und weiss
von meinen letzten nassen
Wochen kaum noch was.
Ein dreiwöchiges Blackout.An einem Sonntagmorgen wachte
ich auf in meinem Zelt und fuhr
zur Suppenküche.
Ich hatte Hunger, kriegte es aber
nicht auf die Reihe den Löffel vom
Teller zum Mund zu jounglieren.
Old Flatterhand...Ich fühlte mich so verzweifelt und unten.
Diese ganze Aussichtslosigkeit.Ich fuhr hungrig in den Park zurück
Legte mich in den Schlafsack.
Ich hatte aufgegeben.Dann dieser innerer Schrei
"Ich kann nicht mehr"
und während dieses Nachmittags
stürzte ein Stück innerer Mauer ein
und ich hatte zum ersten Mal die
Möglichkeit zu sehen wer ich war und bin:
ein Alkoholiker.Seit diesem Tag hab ich nichts mehr
getrunken!
Meine Botschaft, wenn ich überhaupt eine habe, ist ziemlich simpel:ABSTINENZ IST NICHT DER WEG IN DEN HIMMEL
... SONDERN DER AUS DER HÖLLE !und wenn der Brant diesen Weg gegangen ist dann kannst Du das auch.
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Ich möchte eine kleine Geschichte erzählen wie ich zu einem Buch von Rita Pohle kam.
Beruflich war ich zum xxten Male mit einer der Situationen konfrontiert, die mich immer
wieder verwunderte und ratlos machte. Da war abermals ein Mensch, wie ich es oft erlebte,
der schlicht und einfach nichts wegwerfen konnte. Wertloses Zeug sammelte wie alte Zeitungen
und das seit einem Jahrzehnt oder auch leere Marmeladengläser in unglaublichen Mengen.
Es gab ihm ganzen Haus keinen Platz mehr der noch >Leere< hätte atmen können.
Angesprochen auf die Unmengen von Sachen gibt es immer die beiden standardisierten Antworten:a. Das ist doch viel zu schade zum wegschmeissen
b. Das kann man ja irgendwann ja noch brauchenDirekt nach Feierabend ging ich in die Buchhandlung und erwarb das Buch >Weg damit!
Entrümpeln befreit<
Es öffnete mir die Augen für diesen Aspekt des Lebens. Wurde eins meiner wichtigsten Bücher.
Obwohl kein Messie bin ich reichlich mit der westlichen Lebensweise gesegnet das sich
unbewusst Ding ansammeln. Fünf Kugelschreiber, Bücher, die nie mehr gelesen werden und auch
keinen Wert besitzen. Kleidung, die nicht mehr getragen wird. Die Schüssel mit dem kleinen Sprung.
So was eben.
Ich ging nach der simplen Methode von Rita Pohle vor und wie erstaunlich. Bewusst die eigenen
Schätze mal zu hinterfragen. Das ist der Schlüssel. Es war als ob Wohnung, Dachboden und Keller
nach dem >Putz< einfach wieder spürbar atmen. Und in mir veränderte sich was. Da hatte jetzt
was Raum. Eine Weite erfüllte mich.Ich kann diese Art die eigene Aufmerksamkeit zu schulen nur empfehlen.
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Bleib immer ein Anfänger der Abstinenz
Vergiss nie den Augenblick als sich das Tor
öffnete und du ins Unbekannte hinausgingst.
Vergiss nie das Gefühl, als du zum ersten Mal Tränen in den
Augen hattest, weil du realisiert hast das du nüchtern bist.
Vergiss nie das Dankbarkeit und Abstinenz sich sehr nahe sind.
Vergiss nie ... und das Leben ist einfach.
Möge die Abstinenz uns beschützen.
Möge die Abstinenz bewirken, dass wir
uns an der Wirklichkeit erfreuen können. -
Lesen hat für mich fast immer zwischen Flucht und zweifelhafter Unterstützung stattgefunden.
Die dunklen Woken die ständig über meinem Elternhaus lagen, mein Vater war Alkoholiker, führten mich auch zu Büchern wie "Gammler, Zen und Hohe Berge" von Jack Kerouac wo eine Welt beschrieben wurde, weit jenseits des Drucks, den ich latent in meinem Alltag spürte.
Der kleine Gammler saß mit übereinandergeschlagenen Beinen an seinem Wagenende vor einer kläglichen Mahlzeit, einer einzigen Dose Sardinen. Er tat mir leid, und ich ging zu ihm rüber und sagte, «Magst ’n Schluck Wein, damit dir warm wird? Vielleicht auch ’n Stück Brot und etwas Käse zu deinen Sardinen?» «Na klar!» Er sprach von weit weg aus seinem Inneren mit leiser, sanfter Stimme, als ob er Angst oder keine Lust hätte, viel von sich herzumachen. Ich hatte den Käse vor drei Tagen in Mexico City gekauft, ehe ich mit dem billigen, langweiligen Bus die zweitausend langen Meilen durch Zacatecas und Durango und Chihuahua nach El Paso an die Grenze fuhr. Er aß den Käse und das Brot, und er trank den Wein dankbar und mit sichtlichem Wohlbehagen.
Ich war zufrieden. Ich hatte Japhy Ryder noch nicht kennengelernt, das sollte erst nächste Woche passieren, und hatte auch noch nichts von ‹Dharma-Gammlern› gehört, obgleich ich zu der Zeit selbst ein vollkommener Dharma-Gammler war und mich für einen frommen Pilger hielt.
Der kleine Gammler im offenen Güterwagen bestärkte mich in all meinen Ansichten, indem er beim Weintrinken langsam in Fahrt kam und redete und schließlich ein kleines Stück Papier aus der Tasche zog, das ein Gebet der heiligen Theresa enthielt und verkündete, dass sie nach ihrem Tode zur Erde zurückkehren und alle irdische Kreatur auf ewig mit himmlischen Rosen bedecken würde.
Für mich war das sowas wie ein Einstieg in eine neue und andere Welt. Es wurde eine Art Bibel für mein Verständnis wie die Welt zu betrachten sei. Das Leid nicht durch Ruhe- und Rastlosigkeit beendet werden kann realisierte ich natürlich nicht und so war mein Leben in Anführungszeichen eine einzig grosse Party die nächsten 25 Jahre.
Natürlich war auch Kerouac ein Alkoholiker, der 47jährig schwer gezeichnet an seiner Krankheit starb.
Es ist sicher unsere Sehnsucht zumindest literarisch an einer Welt teilzuhaben die uns aus unserem grauen Alltag holt. Und das schaffen dann die künstlerischen Aussenseiter mit ihren Werken.
Hierzu zwei Zitate aus
Schriftsteller und Alkohol – ein ÜberblickZitat
In Amerika gilt es als selbstverständlich, dass Alkoholismus und Literatur fast untrennbar miteinander verbunden sind. Von sieben amerikanischen Literaturnobelpreisträgern waren fünf Alkoholiker: Sinclair Lewis, Eugene O`Neill, William Faulkner, Ernest Hemingway und John Steinbeck.Zitat
George Wedge hat eine Liste von 150 namhaften amerikanischen Autoren zusammengestellt, die Alkoholiker waren. Je nach Genauigkeit des Hinschauens wird in den unterschiedlichen Erhebungen der Anteil der Alkoholiker an den Schriftstellern irgendwo zwischen 30 und 90 Prozent geschätzt. -
Ein Link zu einer ziemlich umfangreichen Website. Sehr informativ.
Psychanalyse ist zwar nicht unbedingt meins, ich empfehle die Seite
trotzdem.
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17.10.2023
Neue Empfehlungen zum Alkoholkonsum
Schädlich ab dem ersten Tropfen
Alkohol schadet der Gesundheit - egal wie viel man trinkt.
Deshalb hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen jetzt
neue Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol veröffentlicht.
tagesschau.de -
Schönes Thema!

Nunja die Idee kam mir ja gestern nach dem lesen des Gedichts:
Bücher
Spoiler anzeigen
Ein Mensch, von Büchern hart bedrängt,
An die er lang sein Herz gehängt,
Beschließt voll Tatkraft, sich zu wehren,
Eh sie kaninchenhaft sich mehren.
Sogleich, aufs äußerste ergrimmt,
Er ganze Reihn von Schmökern nimmt
Und wirft sie wüst auf einen Haufen,
Sie unbarmherzig zu verkaufen.
Der Haufen liegt, so wie er lag,
Am ersten, zweiten, dritten Tag.
Der Mensch beäugt ihn ungerührt
Und ist dann plötzlich doch verführt,
Noch einmal hinzusehn genauer -
Sieh da, der schöne Schopenhauer . . .
Und schlägt ihn auf und liest und liest,
Und merkt nicht, wie die Zeit verfließt. . .
Beschämt hat er nach Mitternacht
Ihn auf den alten Platz gebracht.
Dorthin stellt er auch eigenhändig
Den Herder, achtundzwanzigbändig.
E. T. A. Hoffmanns Neu-Entdeckung
Schützt diesen auch vor Zwangs- Vollstreckung.
Kurzum, ein Schmöker nach dem andern
Darf wieder auf die Bretter wandern.
Der Mensch, der so mit halben Taten
Beinah schon hätt den Geist verraten,
Ist nun getröstet und erheitert,
Daß die Entrümpelung gescheitert.
Eugen Roth (1896-1975)Da ist mir einmal mehr klar geworden das es manchmal mit den Büchern
gar nicht so einfach ist wie die Notiz, vor ein paar Jahren geschrieben, zeigt
Schmerz
Als ob ich mein bisheriges Leben fort geschmissen hätte mit den zwei Taschen voller Bücher.Am Wertstoffhof in den Container und weg für immer. Sterne, Pilze, Bachblüten, Ogham,
Alte Schriften, Bäume. Es lässt sich so gar nicht alles aufzählen. Ist viel gewesen die letzten
Jahre. Die Liebe, die Hingabe zum Buch. Es tut jetzt weh am Abend. Der Schritt war richtig.
Entrümpeln befreit.
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Okay.Noch was anderes. Durch das Upgrade verschwanden in der Symbolleiste
über dem Antwortfeld einige Icons wie Schriftfarbe, unterstrichener Text und
vermutlich noch andere mehr. Eigentliche Standards.
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Ich erinnere mich an meine Kindheit wie ich mich in eine Ecke verkrümelte und mitGrimm`s Märchen,
später dann der "Kleinen Hexe" und der "Roten Zora und ihrer Bande" mir neue Welten erschloss, die
mein lebendig sein förderten und unterstützten.
Während der Loslösung vom Elternhaus sass ich oft auf einer Bank am Waldrand. Vertieft in die Zeileneines der zahlreichen Schmöcker von Herrmann Hesse, den rastlosen Abenteuern eines Jack Kerouac
und seiner Kumpane. Oder immer wieder ins Tal blickend die tiefsinnigen Gedichte des Einsiedlers
Han Shan in mich aufnehmend.
Das ist für mich lesen. So sollte es sein. Oder irre ich mich da?
Kannst du etwa durch Bücherlesen dem Tode entrinnen?
Kannst du etwa durch Bücherlesen dir Armut ersparen?
Warum nur will ein jeder lesen lernen?
Weil man damit die andren übertreffen kann!
Der stattlichste Mann, kann er nicht lesen
Findet kein Auskommen in dieser Welt
Drum tauche deine Medizin in etwas Knoblauchsoße
Und du vergißt, daß sie so bitter istHan Shan
Gedichte vom Kalten BergEin Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seine
Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.Hermann Hesse
Vertrauen ist immer blind; aber dieses blinde Vertrauen kann letztendlich zu gefestigtem Glauben führen.
Zu diesem Zweck musst du Wissen durch Lesen erwerben – nicht durch das Lesen gewöhnlicher Bücher,
sondern von jenem Buch, das in deinem Herzen ist. Wenn du das Buch liest, werden all deine Probleme
gelöst und alle Zweifel werden sich auflösen.
Shri Anandamayi Ma