Beiträge von Stilles Wasser

    Akhan jor chupai nah jor
    Keine Kraft zu Schweigen, keine Kraft zu sprechen

    Jor na mangan den na jor
    Keine Kraft zu betteln, keine Kraft zu geben

    Jor na jiwan maran nah jor
    Keine Kraft zu leben, keine Kraft zu sterben

    Jor na raaj mal man sor
    Keine Kraft mit Reichtum und Gedanken umzugehen.

    Jor na surati gian vichar
    Keine Kraft intuitives Verständnis zu erlangen,
    über spirituelle Weisheit nachzudenken.

    Jor na jugati chhutai sansaar
    Keine Kraft, einen Weg zu finden, dem Leid zu entkommen.

    Jis hath jor kar vekhai soe
    Die göttliche Kraft hat alle Macht und alles Wissen

    Nanak uttam nich na koe
    O Nanak, niemand ist hoch oder niedrig.

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    Aus der Tradition der Sikhs

    Ein einfühlsames und meditatives Mantra gesungen von Snatam Kaur.

    Es gehört schon seit Jahren zu meinem Repertoire.

    AD GUREH NAMEH
    JUGAD GUREH NAMEH
    SAT GUREH NAMEH
    SIRI GURU DEVEH NAMEH

    Ich verneige mich vor der ursprünglichen Weisheit.
    Ich verneige mich vor der Weisheit aller Zeiten.
    Ich verneige mich vor der wahren Weisheit.
    Ich verneige mich vor der großen Göttlichen Weisheit


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    Aus der Tradition der Sikhs

    Aber viele Dinge könnte ich vereinfachen.

    Hi mops

    Das ist auch mein Motiv das mich mit nichtsubstanzgebundenen Süchten beschäftigen lässt. Es gibt da soviele Handlungen im Alltag die gesellschaftlich beklatscht werden obwohl sie sehr viel Leid mit sich bringen. Nicht umsonst nennt man beispielsweise die Arbeitssucht die Königin der Süchte. Man braucht nicht lange darüber nachzudenken warum dem so ist.
    Und auch wenn das Messieproblem nicht mein Problem ist. Den Fokus auf die ganze Materie zu richten das ist für mich sehr geeignet um aufmerksamer und bewusster ein Gefühl für all die Dinge zu bekommen. Das was mich umgibt oder das was ich unbedingt haben möchte bekommt dadurch einen ganz anderen Stellenwert und viele Sachen oder Wünsche erweisen sich als überflüssig. Haben oder Sein. Das ist letztlich die Frage eines aufrechten Menschseins.
    Viel Spass noch mit "Der magischen Küchenspüle.

    LG Brant

    Hallo mops


    Ich weiss jetzt nicht ob das Buch allzu hilfreich für Dich ist. Es ist halt an eine ganz spezielle Zielgruppe gerichtet. Ich habe es in dem Thread hier mal eingesetzt da die Erfahrung in der total vermüllten Wohnung letzte Woche schon recht aufwühlend für mich war.
    Inzwischen habe ich mit der betreffenden Person nochmal telefoniert und gesagt das ich ihn mit einer einfühlsamen Person zusammen bringen könnte die die Psychologie seines Problems versteht und bereit wäre kleine Schritte mit ihm zusammen zugehen.
    Er hat total abgeblockt und gesagt er sei kein Messie (ein Wort das nie gefallen ist) und es nur ein Müllhaufen wäre und er im Moment keine Zeit hätte sich drum zu kümmern.
    Ich habe dieses Verschleppen und Verniedlichen irgendwie erwartet. Für mich ist die Sache gegessen. Wer nicht will ...

    Brant

    Hallo mops


    Was du teils beschreibst kommt mir in irgendeiner Form sehr bekannt vor. Ich hatte das Glück das dort wo ich hin ging täglich ein Meeting war und manchmal an die dreissig Leute im Raum sassen. Da war die Auswahl ziemlich gut um Freunde zu finden mit denen ich gut zurechtkam und Freundschaften entstanden die jenseits der AA Gepflogenheiten lagen. Die zwölf Schritten kannte ich. Sie waren aber für meine eigene Praxis ein nüchternes Leben zu führen nicht sehr bedeutungvoll.
    Das jetzt nichts hinterfragt oder kritisiert wird ist wohl einem Prozess geschuldet wo sich die Gruppe allmählich ihre eigene Blase erschaffen hat und diese ihre kleine Welt eines Meetings mit Klauen und Pfoten aufrechterhalten will und verteidigt. Ein Freund, eifriger und dankbarer AA Besucher sagte einmal in einem Meeting: "Ich bin hier weil ich krank bin, aber nicht so krank um mir jeden Mist anzuhören."
    So ist das in der Welt der Genesung. Abstinenz ist nicht automatisch mit spirituellen oder allgemeinen Fortschritt verbunden. Die Wunden sind oft sehr tief und schmerzhaft und manche legen sich halt eine kleine Philosophie der tollen AA zurecht weil sie den Mut nicht aufbringen um das Tor zum Licht hin zu durchschreiten.
    Ich wünsche und hoffe das du das Geschenk abstinent zu leben für dich kreativ nutzen kannst und für die auftauchenden Schatten das nötige Mitgefühl entwickelst.

    Gott segne Dich

    Hallo mops

    Und ich muss sagen nach 1,5 Std Sitzung war ich platt. Mir qualmte der Schädel.

    So ging es mir auch obwohl ich bei meinem damaligen Erstbesuch schon ein Jahr trocken war. Die vielen Eindrücke. Die gefühlten vielen, vielen Jahre der kollektiven Nüchternheit im Raum. Da war eine Stärke und Kraft, die sich darin manifestierte das ich anderen einfach zuhören konnte wenn über Themen gesprochen wurde die so tief in meinem Unterbewusstsein vergraben waren und jetzt erstmal ans Licht durften.
    Die Atmosphäre unterschied sich deutlich vom alten Verhalten. Wie ich bisher meinem Selbst begegnet war. Auch wie ich bisher mit meiner Umwelt in Kontakt gegangen bin. Und das konnte ich mitnehmen Es war sehr heilsam über das zu sprechen was mir wirklich unter den Nägeln brennt und den Andern so sein zu lassen wie er ist.
    Vorher mit meinen Saufkumpels und allein mit meinen inneren Dialog war da nur ein Getöse wie auf dem Rummelplatz. Whooper, Whooper. Ein ewiger Stammtisch. Gequatsche über Banalitäten so das niemals die Chance vorhanden war ein gesundes Neuland zu betreten.

    Leider immer die gleichen Pauschal Aussagen.

    Und welche sind das konkret?

    :/

    Nur heute

    Brant

    Der Meister sagte: „Der Hauptgrund, warum so viele Menschen leiden, liegt darin, dass sie eine Befriedigung aus ihrem Leiden ziehen. Neulich fuhr ich in einem Schlafwagen. Unter mir lag ein Mann, der die ganze Zeit stöhnte: „Mein Gott, bin ich durstig. Ich bin ja so durstig.“ So ging das die ganze Zeit. Schließlich stand ich auf, holte im Speisewagen ein Glas Wasser und brachte es dem Mann, der es dankbar annahm und in einem Zug leerte. Kaum lag ich wieder im Bett, da hörte ich wieder seine Stimme: „Mein Gott, war ich durstig, ach, wie war ich durstig.“

    Hallo mops

    Die erste Zeit der Abstinenz war nachträglich betrachtet von einer grosser Veränderung in meinem Innern und im Äussern geprägt. Der Unterschied mit der "alten" und die "neuen" Herangehensweise war sehr sichtbar. Die Aufgaben und Herausforderungen die auf jeden Menschen halt so zukommen liessen sich von da an übergreifender und nachhaltiger lösen. Ohne den mentalen Hintergrund von Vorfreude auf die Feierabend- oder Frustbiere hat sich meine Aufmerksamkeit sich auf das Wesentliche zu konzentrieren enorm gesteigert. Das Ganze auch noch ohne oder mit nur wenig Anstrengung da das Leben letztlich selbst die Steuerung übernommen hat. Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten und auch die Akzeptanz meiner Schwächen waren und sind die konsequente Folge dieses neuen Lebensabschnitts.

    Einen gesegneten Sonntag
    Brant

    Lesetipp

    Dieses Buch ist für jeden, der ein Zuhause hat und nach Hilfe
    sucht, um Chaos und Gerümpel in den Griff zu bekommen. Ihr
    Zuhause ist nicht über Nacht in den Zustand geraten, in dem
    es jetzt ist, und es wird daher auch nicht an einem Tag wieder
    sauber und aufgeräumt werden.

    Die „magische Küchenspüle“ handelt nicht vom Saubermachen.
    Es geht darum, wie Ihr Leben schöner wird und wie Sie sich ei-
    nem viel wichtigeren Ziel annähern: dem Ziel zu FLIEGEN - und
    sich selbst (endlich) zu lieben! Darüber werden wir immer wie-
    der sprechen.

    Alles beginnt mit Ihrer auf Hochglanz polierten Küchenspüle.

    Die Erklärungen darin finde ich höchst aufschlussreich.

    Das sind sie ja auch.

    Zitat

    *Ohne die Dinge spüren sie sich nicht.
    *Leere erzeugt Angst. Fülle reduziert Angst.
    *Den grössten Schmerz empfinden Betroffene wenn die innere
    Leere nicht mit Fülle im Aussen gelindert werden kann.
    *Die Gegenstände sind fast ausschliesslich dazu da um
    in der Wohnung Fülle herzustellen.

    Erinnert mich alles nicht wenig an unsere westliche gesellschaftliche Ausrichtung.

    In einem heiter-ironischen Sparkassen-Werbespot aus dem Jahr 1995 wetteifern zwei Schulfreunde, wer mehr im Leben vollbracht hat. Maßstab sind materielle Dinge: Haus, Auto, Boot, Pferde und schöne Frauen. Ermöglicht wird dies durch den Anlageberater der Sparkasse.

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    Hallo mops


    Schön das du hierher gefunden hast. Ein guter zweiter Schritt nachdem du ja schon den ersten vor vierzehn Tagen gemacht hast. Sich für seine Sucht zu schämen ist halt so ein Ding. Wir alle haben uns diese Handycap ja nicht herausgesucht und wenn wir nicht resignieren sondern die ganze Angelegenheit als Herausforderung und Chance sehen kann uns das in vielerlei Hinsicht sehr bereichern. Dann ist es nur noch ein Geschenk das das Leben für uns bereit hältst. Dein Vorsatz nicht mehr trinken zu wollen ist der Schlüssel. Es gibt hierfür immer wieder mal den Ratschlag das erste Glas stehen zu lassen. Das ist der entscheidende Punkt. Sich zu stabilisieren und gelassener zu werden der eigenen Alkoholproblematik gegenüber das kommt so mit der Zeit. Übe dich einfach in Geduld und nimm alle Hilfe an die dein trockene Leben stärkt.


    LG Brant

    Tja ein vielfältiges Thema.

    Nachdem die Gesellschaft realisiert hat das es 2 bis 2,5 Millionen Menschen mit diesem Syndrom gibt
    entstehen natürlich vielerlei Projekte und Aktivitäten. Da es sehr gut in Szene zu setzen ist haben sich
    die Fernsehsender über das Thema hergemacht. Quotenorientierte Trashformate haben da vielleicht
    mehr Schaden als Nutzen gebracht.
    Doch es entstanden auch andere Einrichtungen wie zB die Messe Akademie mit einem echten Anspruch
    zur Hilfe. Der Initator heisst Michael Schröter und von ihm ist auch das kurze 2minütige Video über die
    4 Dinge, die Nicht-Messies nicht verstehen. Eine kurze und gute Erklärung über die Welt des Hortens.

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    Hallo AmSee


    Danke für deine Zeilen.


    Eigentlich wollte ich schauen ob ich ein paar Gedanken zu Buddha, Jesus und positiven nachhaltigen Erfahrungswerten für den inneren Bereich finden kann. Das hat sich dann aufgelöst. Die Bilder von der übersäten Wohnung, die Lebensmittel, ich sag da lieber mal nichts, der kaputte Gross TV auf dem Bett im Schlafzimmer, der nicht mehr begehbare Balkon. Das war einfach zu schockierend.
    Sein Wille war da. Nur seine eigenen Gedankenkonstrukte am Festhalten wollen sind halt das grosse Hindernis. Die zwei leeren Bananenkisten die er mir zeigte sind halt ein Witz bei dem ganzen Umfang der angebracht wäre um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Mit von links nach rechts oder umgekehrt räumen ist es da nicht mehr getan.
    Ich weiss das er Unterstützung vom Bruder, der Nichte usw da wäre nur der Impuls, wie heisst der Threadtitel hier gleich "Das kann weg!" muss von Ihm kommen. Ich warte da mal ab. Wenn nicht ist es halt so. Ich bin nicht Gott. Vielleicht nur manchmal sein Diener.


    Mit schockierenden Grüssen
    Brant

    Ich sitze hier im Wohnzimmer und lasse meinen Blick durch den Raum wandern. Jedes Möbelstück scheint durchatmen zu können, den Platz zu geniessen. Und die sonstigen Objekte sind nicht zuviel, werden halt regelmässig genutzt. Was keine Verwendung mehr findet wird aussortiert. Wenn mir meine Mutti was mitgegeben hat für`s Leben dann war es Ordnung zu halten und dieses Erziehungziel hat sie geschafft auf ihre Weise. Dafür bin ich Ihr heute sehr dankbar.
    Bis auf meine alkoholische Endphase war ich immer auf etwas Sauberkeit bedacht. Okay in der Jugend war schon vieles lässig und cool aber dennoch im Rahmen. Erst als ich nicht mehr imstande war die ganzen Flaschen rechtzeitig ausser Haus zu bringen vermüllte die Wohnung mehr und mehr. Da war dann keine Perspektive auf Veränderung mehr vorhanden. Ich liess mich hängen!
    Und sofort zu Beginn meiner Abstinenz war das Messie-Syndrom wieder verschwunden. Ich begriff jedoch das es da mit der Ordnung und dem Chaos einen Punkt gab der sowas wie ein Geheimnis barg. Beruflich hatte dann ich über Jahre die Gelegenheit mit Leuten zu tun zu haben denen das Horten zum Lebenszweck geworden war. Ich wurde ein Experte mich in die Psyche der Betroffenen einzulesen. Allein wenn ich so ein Chaos sah.
    Warum schreibe ich das hier. Gestern hat mich ein früherer Freund gebeten in seine Wohnung zu kommen. Ich war innerlich geschockt, blieb äusserlich jedoch ruhig und gelassen. Die Einladung war ein Hilfeschrei des Freundes und wir redeten etwa eine gute halbe Stunde in der Wohnung. Da waren die ganzen "das hat ja mal alles was gekostet" bis hin zum "das kann man ja irgendwann mal noch gebrauchen". Ich war skeptisch behielt es jedoch für mich. Ich spürte er wollte da raus aus seinem Dilemma wusste nur nicht wie. Beim Abschied sagte ich ihm das ich mit meiner ganzen Kraft für ihn da sein würde wenn er eine Idee oder einen akzeptalen Plan hat um seine Situation zu ändern.
    Draussen ging ich zuerst eine Weile und setzte ich mich dann auf die Bank einer Bushaltestelle. Liess mir den Wind um die Nase wehen und gab den ganzen Eindrücken die Gelegenheit damit sie sich setzen konnten. Dann ging es Nachhause.
    Heute morgen betrachtete ich meine Wohnung mit ganz anderen Augen. Dankbar nicht im Chaos wühlen zu müssen und griffbereit das bei Hand zu haben das ich halt gerade benötige.

    Woran dein Herz hängt

    Romanze/Liebesfilm, DE 2009, (90 Min.)

    Eine alleinerziehende Mutter versinkt im Müll und verliert ihr Herz an einen Ordnungsliebhaber. TV-Romanze mit Julia Koschitz und Oliver Mommsen. „Fleetstraße muss bleiben!“ Unter diesem Motto verteidigen Mieter ihren vom Abriss bedrohten Wohnraum im Hamburger Elbgebiet. Um die lästige Wortführerin der Bürgerinitiative, Sandra Lindt (Julia Koschitz), loszuwerden, schickt der Investor ihr Siegfried Hübner (Oliver Mommsen) auf den Hals. Der smarte Anwalt soll die alleinerziehende Mutter vertreiben, kommt ihr jedoch im Laufe seiner Undercover-Aktion immer näher. Nur Sandras Wohnung darf er nicht betreten, niemand darf das. Was Siegfried nicht ahnt: Sandra ist ein Messie, sie kann nichts wegwerfen und versinkt im Chaos…

    Die seichte, aber charmante Lovestory geht vor allem dank der ebenso überzeugenden wie bezaubernden Julia Koschitz („Putzfrau Undercover“) ans Herz.

    Cast und Crew


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    31.05.2024
    Weltnichtrauchertag
    Warum Vapen statt Qualmen angesagt ist

    Der Trend zum Nichtrauchen hält bei vielen Jugendlichen an, so die
    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Allerdings sind
    Einweg-E-Zigaretten bei Jugendlichen sehr beliebt. Darin sehen
    Experten eine große Gefahr.
    tagesschau.de

    PORTRÄT: ULI BOROWKA

    ULI BOROWKA erzählt im Fußballmuseum Dortmund davon, wie der Alkohol seine Sportkarriere und fast auch sein Leben zerstört hätte, wäre er nicht im letzten Moment bereit gewesen, sich seiner Sucht zu stellen.
    Der ehemalige Gladbach und Werder Bremen Star geht in diesem 20minütigen Porträt schonungslos mit sich selbst um, indem er sich an die Zeit als Alkoholiker und härtester Abwehrspieler der Bundesliga erinnert.

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    Der grosse Durst

    Ich ging erst in eine Selbsthilfegruppe als die Ernte schon im Trockenen war. Meine ich zumindest. Es ist halt schwierig einen nur theoretischen Weg zu konkretisieren. Der berühmte Zwillingsbruder der den anderen Weg eingeschlagen hat. Auf jeden Fall war ich nach fast einem Jahr Trockenheit relativ stabil, aus dem "ich muss keinen Alkohol trinken" war längst ein "ich will keinen Alkohol mehr trinken" geworden. Nur der Austausch über den grossen Durst fand nicht statt. Obwohl ich ziemlich offen war was meine Situation betraf hörte ich kaum mehr von Bekannten als "da hast du ja jetzt einen grossen Willen". Das war es aber nicht. Na gut die Leute waren eben keine Betroffenen.
    Dann ging ich mal in ein Meeting. Es liess mich erfüllt zurück. Da waren die Leute, die den grossen Durst aus eigener Erfahrung kannten und hierüber ohne Groll oder Scham erzählen konnten. Ich war nicht mehr allein mit den Auswirkungen meiner Abhängigkeit. Ich hörte gerne zu. Es war einfach wohltuend in meinen Ohren. Ich kannte bis dahin nur das Stammtischgeschwätz wo alle wild durcheinander quatschten ohne auf den Andern zu achten oder eben das oberflächliche Getöse das sich in unserm Alltag breitgemacht hat.
    Im Meeting war das anders. Es hat sicher eine grosse Wirkung auf die Psyche eines Menschen wenn der Raum und die Zeit dafür da sind das er tiefere Erlebnisse austauschen darf, kann, was auch immer. Heilsam ist es auf jeden Fall wenn über das Versteckspiel, das sich aus dem grossen Durst ergibt, gesprochen wird.
    Ich blieb etwa zwei Jahre regelmässiger Besucher der Meetings, danach wurde es mehr und mehr sporadisch bis ich dann die Besuche ganz einstellte. Ohne diese Gruppen hätte es nie die Gelegenheit für so tieferen Freundschaften in meinem Leben gegeben. Diese gingen dann über die AA hinaus. Stichworte: Wandern, Cafetreff und noch so einiges mehr.

    Das ist das Geschenk das mir die Besuche einer Selbsthilfegruppe ermöglichten.

    Mehrere neue Geschichten wurden im Jahre 2009 der deutschen Ausgabe des "Blauen Buchs" der Anonymen Alkoholiker beigefügt. Hier ist eine davon als PDF

    VON DEN FESSELN BEFREIT
    Diese Freundin kam in jungen Jahren zu AA. Sie hält ihren
    Alkoholismus für die Folge noch tieferer Störungen. Hier
    erzählt sie, wie sie frei wurde.

    In AA habe ich oft den Satz gehört: „Im Leben eines Alkoholikers

    gibt es nur ein gutes Besäufnis, nämlich das, das ihn zu AA bringt.“