Beiträge von Paul

    Hallo zusammen, hallo LE,

    Scham ... dem Einen hilft sie, ein Anderer säuft mehr oder immer wieder, weil er sie/ sich nicht ertragen kann.

    Scham half mir, mir bewusst zu machen, was ich denn für ein Trottel war. ... was hatte ich schon alles, alkoholisiert, zerstört, verissen, falsch gemacht - nüchtern wäre mir das nie passiert!

    Ich schämte mich (!), ich wusste woran es lag, kannte die Ursache = der Suff, mein Suff.

    Wer hat 'dran Schuld? Bin ich krank, kann ich nichts dafür? - die Frage muss jeder für sich selbst beantworten!

    Nüchtern blühte ich ganz langsam wieder auf, meine Weinerlichkeit verlog allmählich, mein Selbstbewusstsein kam zurück. Mir gab es Kraft nicht zu trinken, nicht dem Gefühl nachzugeben.

    Nach ca. einer Woche Abstinenz war ich stolz auf mich - ich hatte etwas geschafft, was mir die letzten 13 Jahre nie gelang - das baute mich auf und ließ mich die Versuchungen ertragen/dem zu widerstehen. Dann hatte ich einen Monat 'rum (einen Monat keinen Alkohol getrunken), ich bemerkte, die Versuchungen (Verlangen) wurden immer schwächer, die Trigger'ei nahm langsam ab, weg war sie noch lange nicht.

    SHG, Bücher, Videos halfen bedingt, je nachdem wer, was, wie vortrug und womit ich mich identifizieren konnte. Das geht wohl jedem so.

    Was hältst Du oder auch die anderen von der Unterstützung durch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel?

    Ich halte nichts davon und schließe mich da den kompetenten Medizinern an, wenn kein Mangel oder eine Schädigung vorliegt, mag die Einnahme solcher Präparate vielleicht beruhigend wirken und die Hersteller froh machen, doch bleibt der Nutzen fraglich bis zweifelhaft.

    Ich schließe mich da AmSee13 an, wenn die Ernährung stimmt und der Körper noch so funktioniert wie er soll -> fragen Sie bitte ihren Arzt. Nichts hält fit'er wie gesunde Ernährung, Bewegung und Austausch mit anderen Artgenossen, egal in welchem Alter man sich befindet.

    Die meisten Alten/älter werdenden Menschen, (übrigens auch Jüngere) bauen doch recht schnell ab, wenn es ihnen an sozialen Kontakten fehlt, die Einsamkeit, der mangelnde Austausch, fehlende Aufgaben/Anerkennung sind doch Krankmacher Nr.1, das drückt auf's Gemüt, macht depressiv und traurig und dann krank.

    Der beste Immunsystem-Aufbauer ist neben der Ernährung und der Bewegung, Freude und Lachen.

    Vielleicht macht einen der Alkohol gar nicht einsam und enttäuscht, vielleicht ist man das schon vorher ...

    Zu dieser Erkenntnis kam ich auch, immer wenn ich allein war, auch wenn mir langweilig wurde, Abends allein zu Haus, nahm ich das Bier als willkommene Einschlafhilfe, Seelentöster, Sorgenvergesser - Betäubungsmittel, dann genügte Bier nicht mehr und der eine oder andere Absacker (Schnaps) kam hinzu. Das ging Jahre lang so und auch gut.

    Aus dieser Gewohnheit entwickelte sich die Sucht, selbst wenn die Liebste zu Haus war, versuchte ich sie zum Mittrinken zu animieren, um meinen Konsum zu rechtfertigen.

    Ich, dumme Nuss, bemerkte das nicht einmal, so fest hatte sich die Gewohnheit (Sucht) bereits etabliert ... dann war "plötzlich" die Liebste weg, dann der Job, es folgte der Führerschein -> dann, erst dann, begann ein allmähliches Nachdenken.

    Sind die Menschen wirklich so dumm? Ich kann es für meinen Fall eindeutig mit JA beantworten, ich war so dumm, ich lernte erst, wachte auf, als es so richtig (!) weh tat.

    Es folgte eine Zeit des Jammerns (Selbstmitleid) und dann kam der Entschluss: aufhören mit der Sauferei!

    Ich zog es durch und habe es bisher nicht bereut.

    Hallo Herr LetzteChance,

    auch ich kenne das "der Wille ist stark, nur das Fleisch ist schwach".

    Als ich mich entschloss die Sauferei aufzugeben, hatte ich genau damit zu kämpfen.

    Ich wollte, aber ...

    -> also entsorgte ich jeglichen Alkohol aus meinem Umfeld und vermied jeden Ort wo es Alkohol gab ... ich kannte mich zu genau, nenne es meinetwegen Schwäche, mangelnde Willenskraft oder sonst wie, auch wenn ich im TV (Filme) Alkohol trinkende Menschen sah, sah ich weg = alles triggerte mich die ersten 2...3 Wochen!!! Allmählich ließ es nach, ganz langsam, kaum merklich, aber es ließ nach!

    Nach meinem ersten Monat Abstinenz war ich stolz wie Bolle! Es wurde immer leichter, auch diese Triggerei verschwand allmählich.

    Das kannst du auch, nimm' jede Hilfe die du bekommen kannst, SHG, Forum, Suchtberatung, Arzt etc..

    Ist das ausreichend? Ist das förderlich zur Bildung eines Bewussteins, einer Meinung?

    Was ist ausreichend?

    Nur darum ging's mir. Wäre alles so ausreichend, also würde die praktizierte Prävention genügen, gäbe es mit Sicherheit viel weniger Süchtige, vielleicht auch weniger Mord und Todschlag, Kriege, Ungerechtigkeit u.s.w..

    Und da gibt es doch erhebliche Defizite in der Bildung allgemein, im Elternhaus, der Schule, überhaupt in der Gesellschaft.

    Erst wenn ich die Gefahren wirklich (!) kenne, reagiere ich doch oder es tut so weh, das mir gar nichts anderes übrig bleibt.

    ... die Folgen der Sucht nicht ausreichend aufgezeigt bekommen habe. Wenn es so simpel wäre hätte die Welt weniger Süchtige.

    Vielleicht war es ja für deine Familie ausreichend. ...

    Bei mir genügte es nicht. Klar, Alkohol und Nikotin waren nicht gesund, auch war meine Familie nicht bildungsfern, aber ausreichend waren die ganzen Verbote, kleinen Hinweise nicht gerade.

    Niemand half mir ein Bewusstsein für solche Sachen aufzubauen, mir, in der prägendsten Phase meines Lebens. Überall wurde geraucht und getrunken, nicht übermäßig gesoffen, doch Alkohol war allgegenwärtig, typisch für die 60er und 70er Jahre. Selbst heute ist es nicht viel anders. Höhepunkte waren Familienfeiern oder allgemein Feiern, als ich dann 12 ...13 war, alle waren fröhlich, friedlich, ausgelassen - was sollte also sooo schädlich daran sein, wenn alle es mochten und es taten?

    Nur nicht zu viel, wurde immer gesagt. Doch was ist zu viel?

    ... ein Bier kann doch nicht schaden, ein Schnaps ist schon o.k., auf einem Bein kann man nicht stehen ... wer kennt diese Sprüche nicht?

    Ist das ausreichend? Ist das förderlich zur Bildung eines Bewussteins, einer Meinung?

    Heute: bunte Bildchen auf Zigarettenpackungen, vielleicht schreckt das einige zarte Gemüter anfangs ab, doch so richtig schocken/überzeugen tut das kaum jemanden. Prävention in der Schule ... ja, wird auch gemacht, ist es jedoch ausreichend?

    Irgendwann, vielleicht mit 14 Jahren, bemerkte ich die angenehm betäubende Wirkung von Alkohol, das was anfangs nicht gerade sehr lecker schmeckte, schmeckte irgendwann, zumindest nach dem zweiten oder drittem Glas.

    ... wenn alles so einfach wäre, hätten wir nicht so viele Süchtige ...:/

    Moin, Frau CeBe,

    auch ich kenne dieses Hin und Her ... der Gedanken, der Gefühle, des Zweifelns, gerade in der Anfangszeit, in den ersten paar (!) Wochen.

    Natürlich kann man dem nachgeben und wieder etwas trinken, doch willst du das wirklich?

    War das wirklich so schön, so befreiend, entspannend, erlösend? ... und wenn doch nicht, willst du dann abermals von Neuem beginnen?

    Ich wollte mir (!) diese Blösse nicht geben, immer hatte ich der Pawlowschen Hund vor Augen, Andere schafften das auch - warum sollte ausgerechnet mir das nicht gelingen?

    Ich schreib' Dir mal 'ne PN.

    18.08.2024
    Ein Vorbild für Deutschland?

    Definitiv!

    Aus den Augen aus dem Sinn. Ich (Raucher) ertappe mich oft dabei, wenn ich jemanden rauchen sehe, auch im Fernsehen (!!!), wächst in mir das Verlangen es ebenfalls zu tun, der Anblick von Zigarettenschachteln erzeugt eine ähnliche, wenn auch nicht so intensive Reaktion.

    Anfangs war es bei Alkohol ähnlich, ich brauchte Wochen, um mir diesen über Jahre antrainierten Reflex wieder abzugewöhnen.

    Sensibel, feinfühlig, emotional oder wie immer man es nennen will ist doch jeder, jeder auf seine Art. Der Eine legt sich ein "dickes Fell" an, so scheint es nach außen, der Andere ktitisiert alles und jeden, verfällt in einen "Rechtfertigungswahn", ... schnell fühlt man sich persönlich betroffen, sogar angegriffen, obwohl man gar nichts damit zu tun hat und reagiert darauf.

    Ist das dann noch feinfühlig, wenn die Toleranz langsam entschwindet und das angedachte Miteinander ins Gegenteil umschlägt? Man kann beobachten, je unzufriedender Individuen sich fühlen, vielleicht auch je bedrohter sie sich fühlen, desto intoleranter werden sie. Viele wollen dann nur noch rechthaben, bestimmen, versuchen Grenzen aufzuzeigen u.ä. ... es hagelt Vorwürfe, Zurechtweisungen, Missverständnisse. Groll baut sich auf = ein ideales Gefühl, um sich zu betrinken, wenn man denn die beruhigende Wirkung des Alkohols kennen lernen durfte.

    Was sind denn dysfunkionale/nicht funktionierende Familien/Beziehungen? Nichts weiter als mangelnde Toleranz, die Nichtachtung oder gar Unterdrückung, aus Miteinander wird ein "Dagegen". Viele kämpfen sogar gegen sich, die wohl häufigste dysfunktionale Beziehung.

    Warum trinkt man? Um positive Gefühle zu erzeugen oder negative zu unterdrücken - unterm Strich das Selbe - und irgendwann aus Gewohnheit, man gewöhnte sich an diesen leicht wabernden, angenehmen Zustand, die leichte Betäubung, wo einen nichts mehr aufregt.

    Kann man das nicht erlernen oder sind wir wirklich so blöd? Und lernen erst wenn's weh tut?

    Heute, im Nachhinein, kann ich diese Frage, für mich, eindeutig mit JA beantworten.

    Ich war ein typischer Verdränger, ein Nicht-wahr-haben-woller, was nicht sein durfte, konnte nicht wahr sein. Hatte ich diese Verdrängungstaktik von meinen Eltern übernommen? Wollte ich immer gefallen, ließ meine Erziehung/Prägung kein Zeigen von Schwäche zu?

    JA.

    Liebe AmSee13,

    Stammtischparolen ... schön wär's, würde sich jemand am Stammtisch für Bildung interessieren. Die Lehrer stöhnen, viele werfen das Handtuch, demnächst wird es noch dramatischer mit dem Lehrermangel, wenn die Babyboomer in Rente gehen.

    Wir haben ein Bildungsministerium, alle Zahlen sind bekannt, die Prognosen ebenso und das schon seit Jahrzehnten. Ändern tat sich bisher nichts bzw. sehr wenig.

    Warum ist das so? Warum vernachlässigt eine Regierung (Nation) seinen Nachwuchs? Weil sich unmittelbar kein Profit erzielen lässt? Weil ein Bildungsminister und seine Untergebenen nur ihren Job machen?

    Egal! Es wird gestritten, gejammert, beschuldigt, nebenbei verfallen die Schulen immer mehr, die Lehrer werden unzufriedener, das Bildungsniveau sinkt, mehr Schüler kommen hinzu, die nicht einmal die deutsche Sprache beherrschen, die Lehrer werden weniger.

    Zurück zur Suchtprävention, wenn ich meinen/einen Nachwuchs nicht vermittel kann, dass bestimmte Handlungen schädlich, sogar gefährlich sein können, habe ich versagt!

    -> Wenn ich also weiß, was mich unzufrieden macht bzw. wie ich zufrieden werden könnte ... könnte (!) ich mich ändern, ...

    Eigentlich geht's doch nur da 'drum (s.o.).

    Chemie, Ausschüttung div. Botenstoffe, haben alle eine Ursache, viele genetisch bedingt, natürlich, evolutioninär, viele erlernt.

    Saufen, rauchen & Co. erlernten wir doch, wir oder anderer koditionierten uns. Allein, auf einer Insel, isoliert, würde eine Spezies selten derartige Eigenschaften entwickeln.

    Na klar die Gesellschaft, unser Umfeld ... wir versuchen uns anzupassen, zu gefallen ...

    Verhaltensmuster werden kopiert, in dem Glauben, dass es uns das Überleben (Anerkennung) sichert.

    Wie also erlange ich Bewusstsein/Wissen, bevor ich irgend einer schädlichen Droge erliege? Kann man das nicht erlernen oder sind wir wirklich so blöd? Und lernen erst wenn's weh tut?

    wird tatsächlich ernsthaft Suchtprävention betrieben und kommt durchaus in den Lehrplänen vor.

    Diese Argumentation ist mir wohlbekannt, von Lehrern und (!) Eltern ... die Gesellschaft, WENN, ABER, HÄTTE, WÜRDE, KÖNNTE ... .

    Selbst Lesen wird in vielen Schulen gelehrt, dennoch nimmt die Zahl der Leseschwächelnden stetig zu.

    An wem liegt es? An den Kindern? Warum verändert sich nichts, wenn denn so viel getan wird?

    Warum mutet man den Gehirnen, vorallem den jungen nicht ein Bisschen mehr Bildung zu?

    Damit steht und fällt doch jede Prävention!

    Nebenbeibemerkungen in den Nachrichten oder einem Gesundheitsminister, dem kaum zugehört wird, können doch nichts ändern, wenn nichts bei der breiten Masse (Volk) ankommt.

    Die Suchtprävention in der Schule ist ein Lacher und kommt im Lehrplan praktisch nicht vor. In den Nachrichten wird über begleitendes Trinken diskutiert ... auf gut deutsch: führen wir unsere Kinder schon mit 14 an den Alkohol heran oder überlassen wir ihnen die Entscheidung selbst, sich erst mit 16 entscheiden zu dürfen, sich die Rübe wegzuballern?

    Liebe Erwachsene, liebe Volksvertreter und die die sie wählen ... das kann doch nicht sein?

    Hallo CeBe,

    Herumjammer ist völlig in Ordnung! Wehklagen, seinem Unmut Luft verschaffen, seine Sorgen von der Seele reden/scheiben ... man kann es nennen wie man will, es muss 'raus, sonst frisst es einen auf.

    Die Ursachen der Sucht ... ist doch die Sucht nach Glück, Zufiedenheit, einem positiven Gefühl.

    Alkohol gibt/gab uns das Gefühl. Das lernten wir, das trainierten wir uns an, oft schon in der Jugend - bei mir war's jedefalls so.

    Was macht uns zufrieden, was befriedigt uns? Der eine frisst, der andere säuft, spielt, kokst oder terrorisiert sein Unfeld u.s.w. - das macht doch niemand weil er so zufrieden ist!

    Die Sucht nach Anerkennung in der Gemeinschaft verleitet uns doch, erreichen wir diese nicht, verfallen wir (Menschen) oft ins Extreme. Manche werden sogar Diktatoren oder Attentäter.

    Oft wird der Grundstein in der Jugend gelegt, da lernen wir, kopieren, versuchen uns anzupassen, das prägt uns.

    Je älter wid werden, desto schwieriger wird es sich umzugewöhnen, zu groß ist die Versuchung auf Bewährtes (Funktionierendes/Erlerntes) zurückzugreifen. Wir sind geprägt, wurden es, durch Dritte oder uns selbst ... im Laufe der Jahre. Auch Ratten tun das, erst wenn der Erfolg (Befriedigung) ausbleibt bzw. sie etwas Besseres/Anderes finden, gewöhnen sie sich um. Menschen tun auch nichts anderes, so lange sie + Alkohol funktionieren, kommt kaum einer auf die Idee etwas zu verändern.

    -> Wenn ich also weiß, was mich unzufrieden macht bzw. wie ich zufrieden werden könnte ... könnte (!) ich mich ändern, trotz schwerer Kindheit/Vergangenheit. Doch will ich das? Oder gefalle ich mir mittlerweile in meiner Opferrolle?

    Hallo Iecake,

    ich finde es toll, dass du dich mit deinem Alkoholkonsum auseinandersetzt und etwas ändern möchtest.

    Ich wünschte, diese Courage hätte ich auch vor 35 Jahren gehabt. Ähnlich wie bei dir begann es auch bei mir, erst ein paar Bier, dann immer öfter allein zu Haus getrunken, Abends auch mal zur Tankstelle - alles war in Ordnung, halb so wild, Alkoholiker waren nur die Anderen.

    Langsam trainierte ich mir eine gewisse Alkoholverträglichkeit an = die Mengen wurden immer größer, die Vorräte zu Haus immer mehr, auch blieb ich öfter zu Haus, scheinbar zufrieden mit meinem Bier. Auch nach dem ersten Führerscheinentzug setzte kein Umdenken ein. War es prure Dummkeit, es nicht wahrhabenwollen oder folgte ich bereits der "Regeln der Sucht", Realitätsverdrängung? Es war von jedem etwas!

    Das abendliche Craving vergeht mit der Zeit, es ist eine Frage der Gewöhnung. Arztbesuch bzw. Suchtberatung ist eine gute Idee, wenn du da an die richtigen, kompetenten Leute gerätst.

    Warum muss es unbedingt Alkohol sein oder überhaupt Drogen? Wo man doch weiß, dass sie über kurz oder lang, langsam "die Birne" aufweichen, man sich immer mehr verändert und die Gesundheit auch nicht gerade besser wird, zumal kostet es auch noch Geld ... und das für eine "Entspannung", die in Wirklichkeit eine Betäubung bzw. eine Vergiftung ist?

    Die Schäden, besonders bei Jugendlichen sind immens. Was wird den jungen Gehirnen denn noch alles zugemutet.

    Warum mutet man den Gehirnen, vorallem den jungen nicht ein Bisschen mehr Bildung zu?

    Ich war früher oft in Schulen ... "Aufklärungungsunterricht" in Sachen Drogen, Alkohol und Co. - wie erschreckend war das Nichtwissen und ist es bis heute. Spricht man mit vielen Erwachsenen ist es nicht anders.

    Erwachsene... an denen sich Kinder orientieren, ... zu Hause fängt es oft an, ein Elternteil trinkt und/oder raucht = alles o.k., alles Eigenverantwortung, alles nicht so schlimm.

    Ob Cannabis legalisiert wird oder nicht, ist irrelevant. Im letzten Jahr stieg der Kokainkonsum enorm an, ebenso der synthetischer Drogen. Das Zeug wird immer preiswerter, macht immer süchtiger, wird immer unreiner/unberechenbarer.

    Wer da glaubt Verbote würden helfen ist doch auf dem Holzweg!

    Ich hörte doch erst mit der Trinkerei auf, als ich begriff ...

    Kinder, junge Menschen, auch alte, brauchen Wissen, Bewusstsein, Vorbilder, Aha-Effekte - keine Verbote, Massregelungen.

    Es ist politisch gewollt. Es bringt Steuern, Arbeitsplätze und vermeintlichen Frieden in eine Gesellschaft.

    Schaut man sich allein die Steuereinnahmen (Bier-, Schaumwein-, Branntweinsteuer) an, in Deutschland geschätzte 7,9 Milliarden €/Jahr, dazu kommt noch die Umsatzsteuer von 19% auf jedes einzelne Produkt, außerdem sichert es Arbeitsplätze, incl. die Behandlung div. Alkoholerkrankungen bzw. deren Folgeerkrankungen ... bei geschätzten 8 Millionen (BRD) bedenklich tinkenden - ein Riesenmarkt und vorallem ein relativ sicherer, stabiler!

    Nun könnte man behaupten, das sei nicht beabsichtigt und auf Eigenverantwortung bzw. Fahrlässigkeit plädieren ...

    Wenn ich als Regierung oder Elternteil/Erwachsener etwas wider besseren Wissens zulasse, ist es dann noch fahrlässig?

    Gern kommt die Frage nach der Schuld auf oder nach Eigenverantwortung. Verbote werden diskutiert, obwohl jeder weiß, dass Verbote nichts oder sehr wenig bringen bzw. die Einhaltung derer kaum zu überprüfen ist.

    Bildung/Wissen/Bewusstsein ist da wohl ein Schlüsselwort. Bin ich (Mensch) in der Lage bestimmte Zusammenhänge, Ursache - Wirkung, grundsätzlich, zu erkennen? Oder lasse ich mich durch div. Manipulationen gut ablenken?

    Bspw. Deutsches Kulturgut Bier: welches uns erlaubt, alljährlich auf einem der weltweit größten Feste unsere Gehirnzellen zu dezimieren oder täglich in der Kneipe bzw. vor'm heimischen Fernseher, angefeuert von einer schier unglaublichen Auswahl an Getränken, immer (!) verfügbar, preiswert, vermittelt es uns ein Gefühl von Freiheit, Selbstbestimmtheit, ja sogar Luxus ... man gönnt sich ja sonst nix.

    Warum ist das so, wer hat Schuld? Die Gesellschaft, also die Anderen, nicht ich? Warum nahm das Bildungsniveau (z.Bsp. Pisastudie) in den letzten Jahren nicht gerade zu? Warum gibt es im Land der Dichter und Denker immer mehr junge Menschen mit mangelnden oder keinem Schulabschluss.

    Viele machen die vielen Zugereisten dafür verantwortlich ... sicher nahmen diese prozentual zu, oder die zunehmende Schnelllebigkeit, Hektik, Stress ... in einem der wohlhabensten Ländern der Erde, verfällt langsam die Infrastruktur, es wird nur noch gemeckert, gestritten (auch in der Regierung), die Schuld bei anderen gesucht - Verteilungskämpfe noch und nöcher.

    Oft frage ich mich, warum machen wir nicht das Beste aus dem was wir haben? Wir haben doch so viel. Sind wir zu intelligent, in unserer Regelwut?

    ... kein Wunder, wenn kaum noch einer mitkommt, bei diesem ganzen Schneller, Höher, Weiter, diesem ständigen Wachstumswahn, diesem Bürokratie-, Regulierungchaos.

    Kein Wunder, dass sich jeder mal ein paar Gehirnzellen wegschiesst, ausbricht, zumindest es versucht für ein paar Stunden, in die Welt der Illusionen flüchtet.