Beiträge von Paul

    Hallo LE,

    du hattest geschieben "ein paar deprimierende Tage" , genau diese gilt es zu bestehen ohne wieder einzuknicken.

    Sich immer wieder bewusst zu machen, dass man es schafft, nicht nur schaffen kann. Bei mir war es Training, auch zweifelte die ersten Wochen oft (an mir), ... werde ich wieder nachgeben, wieder schwachwerden, wieder mich in meine Zweifel, "Nöte" hineinsteigern?

    Training klingt immer so nach Sport, dabei ist es nichts anderes als Gewöhnung, vorher griff ich zur Flasche, wenn es "eng" wurde, wenn Gefühle, Unsicherheiten mich übermannten - das gewöhnte ich mir an, über Jahre hinweg. Nun wollte ich das nicht mehr, zugegeben am Anfang war es ein regelrechter Kampf, von Gelassenheit keine Spur.

    Wenn mich dieses "ungute" Gefühl (Saufdruck), fast panikartig ereilte, lenkte ich mich ab, um auf andere Gedanken zu kommen, ich trank literweise Tee (ja, ich pinkelte wie ein Stier), doch aus anfänglich 2 Wochen Abstinenz wurden 3, dann 4 ... allmählich gewöhnte ich mich danan.

    Der Druck (selbstgemachte Stress) ließ allmählich nach, ganz langsam zwar, aber er ließ nach, tief im Inneren wusste ich es, auch glaubte ich daran (!) - nur, wären da nicht immer diese Selbstzweifel, dieses "Nachgebenwollen", wenn genau diese(s) auftraten, goss ich literweise Tee in mich hinein, mied alles, was nur im geringsten mit Alkohol zu tun hatte, selbst Szenen im Fernsehen, wo getrunken wurde.

    Immer wieder redete ich mir ein, die Sucht wohnt nur im Kopf, der Körper braucht keinen Alkohol, auch ich nicht. Es wird besser!

    Und ich behielt Recht, es wurde besser der Saufdruck ließ nach.

    Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll ... am Anfang musste ich nur durchhalten!

    Zitat Hausärztin: "Dann müssen sie bis dahin weitertrinken".

    Moin Paddy,

    das macht Sinn. Auch ich trank, bis ich mich zum endgültigen Stop (Abstinenz) entschied, weiter, ich minimierte die Trinkmenge ganz allmählich, langsam, bewusst.

    Mir half das, zumindest meiner Psyche. Bitte gehe den Weg der dir am sinnvollsten, sichersten erscheint. Unsicherheit, Zweifel (Wankelmut) sind keine guten Begleiter.

    Du musst davon überzeugt sein, du musst daran glauben. In Ruhe ein Vorgespräch für eine qualifizierte Entgiftung mit anschließender betreuten Nachsorge schafft Sicherheit und ist bestimmt besser als eine Hau-ruck-aktion. Mit Ende 50 entschied auch ich mich, das Trinken nun gänzlich aufzugeben, ich bereute es nicht!

    Stimmt, niemand weiß, was in 10 oder 20 Jahren ist, doch wir können erahnen, voraussagen, was passiert, wenn ich mich zu ungesund ernähre, mich zu wenig bewege oder zu viel Alkohol trinke.

    In einem gewissen Grade kann ich das doch steuern. Niemand ist gefeit vor plötzlichem Herzkasper, Kebserkrankung etc.pp., doch wissen wir doch mittlerweile (die meisten Menschen jedenfalls) was unserem Körper eher nützt bzw. schadet.

    Wir haben es massgeblich in der Hand. Wenn jemand weiter trinken möchte, obwohl er weiß, dass ... , dann soll er das tun! Wenn einer sowieso schon übergewichtig ist und trotzdem weiter futtert, weiß er doch was aller Wahrscheinlichkeit nach passiert. Ein Raucher weiß es, u.s.w..

    Einmal einer Droge verfallen, sogar in der Liebe ist es so :), fällt es schwer wieder davon loszukommen.

    Ja, es ist Arbeit, auch tut es weh (am Anfang, scheint es sogar unmöglich) und doch kann es gelingen, sofern man überhaupt will.

    Ich wollte vom Alk. loskommen!

    Wenn du, Willibald, es mit kontrolliertem Trinken probieren möchtest - tu' es. Du kennst dich. Berichte uns.

    Mein Vater trank auch regelmäßig, anfangs Bier, dann, mit 40+, kam zunehmend Wodka dazu.

    Er war ein sehr gebildeter, künstlerisch tätiger Mensch, doch der Alkohol veränderte ihn zusehens ... irgendwann war er nur noch dauerbesoffen. Scheidung, neue Ehe, die nach 2...3 Jahren in die Brüche ging (da war er Anfang 50), die nüchternen Phasen nahmen immer mehr ab, alle wendeten sich von ihm, auch wir Kinder, weil wir das Elend nicht mehr ertragen konnten. Allein in seinem Haus, ohne Antrieb, ohne jegliche Verpflichtungen soff er bis zum Umfallen, im wahrsten Sinne des Wortes ... div. Stürze, unzählige kleine Verletzungen, besonders im Gesicht (vom "komaähnlichen Umfallen") zeugten davon, auch brannte sein Haus zu 50% ab, völlig besoffen, wohl Feuer gemacht ... eingeschlafen (Annahme). Er wurde 74, der Körper versagte langsam aber stetig seinen Dienst. Seine letzten ~20 Jahre war er allein, gemieden und nie nüchtern, sicherlich auch depressiv.


    Hallo Willibald,

    du hast Recht, jeder muss mit seinem Leben zurechtkommen und sicher ist es so, dass ab einem gewissen Grad des Alkoholismus eine Veränderung kaum noch möglich ist bzw. man es gar nicht mehr will. Doch das entscheidet jeder selbst, sofern er noch in der Lage dazu ist.

    Bei mir war's nicht ganz so heftig, wie bei meinem Vater, doch ich war bestimmt nahe 'dran (Annahme!). Mit ~56 hörte ich gänzlich auf mit der Sauferei, zunächst nahm ich mir ein Jahr vor, nun sind's mittlerweile über 3 Jahre.

    Zugegeben, es wurde nicht alles schön und wunderbar, doch ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben, denn dieser "Nebel-Alkohol-Zustand" wurde irgendwann auch äußerst schwer zu ertragen. Ich ertrug mich nicht mehr!

    Vielleicht saufe ich ja irgendwann wieder??? Wenn ich völlig aufgegeben habe, hoffnungslos, ziellos dem Siechtum entgegen gehe. Doch dann ... hoffe ich, es währt nicht sehr lange.

    Schönes Wochenende.

    Bei mir tut sich im nüchternen Leben nach zwei Jahren Abstinenz der Krater auf, dass es mir schwer fällt auf natürlichem Wege Freude, Ausgelassenheit und Spaß zu empfinden bzw. in mein Leben zu holen.

    Das kennen bestimmt viele ... ich auch!

    Wie schön war doch der Alkohol ... mit ein paar Schlucken - und plötzlich war die Welt wieder in Ordnung ... kein Ärger, kein Schmerz, keine Probleme, wären da nicht die unangenehmen Nebenwirkungen und Ausfälle, auch jeder Junkie, Kiffer etc. berichtet davon.

    Viele "behandelten"/behandeln ... unterdrücken ihren Unmut, ihre Verstimmungen, Unzufriedenheit. Lässt man "den Stoff" plötzlich weg - fehlt was!

    Manche nennen es Depression, manche sagen Unzufriedenheit dazu. Immer nur betäuben hilft zwar für den Moment, hat jedoch fatale Folgen für Körper und Geist. Es bleibt ein Gift mit enormen Gewöhnungspotenzial, die Zellen altern schneller, die Funktion wird zunehmend eingeschränkt = es ist bekannt!

    Ein Freund fragte mich einmal: Lieber besoffen glücklich oder nüchtern zu Tode betrübt?

    . . da muss es doch einen Mittelweg geben!

    Guten Morgen!

    Hallo Willibald,


    Hatte letztens einen Podcaster/Interview, dabei war die Aussage ca. 30% schaffen oder "wollen" vollständige Abstinenz, 30% trinken zumindest weniger, 30% fallen voll in alte Muster zurück.

    viele behaupten vieles.

    Ca. 70% werden rückfallig im ersten Jahr, manche gehen von 90% aus, glaubt man der allgem. Statistik. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen (ohne Dunkelziffer).

    Ich weiß nicht ob KT (kontrolliertes Trinken) funktioniert oder nur Wunschdenken ist.

    Bei mir funktionierte es nur an Anfang, für kurze Zeit, dann wurde es langsam, aber stetig immer mehr. Niemand aus meinem Bekanntenkreis kann kontrolliert trinken (der mal ein ernsthaftes Problem hatte). Mal einen Tag nicht trinken oder eine Woche ... einen Monat vielleicht, doch die Abstände werden immer kürzer, die "Qual" wird größer, die Kontrolle einzuhalten, immer schwerer.

    Wollen tun viele, labern auch ... sprich bitte mit Betroffenen, befrage Ex-Spritis in einer SHG, mit Sucht-Medizinern und bilde dir deine Meinung und/oder probiere es aus.

    Vielleicht gehörst du ja zu den Wenigen, bei denen es angeblich funktioniert mit dem KT?

    Oder du nie ein Suchtproblem entwickelst? Ich überschritt diesen Punkt!

    Hallo zuammen, hallo Willibald,

    so' ne Art Spiegeltrinker, das war ich auch, nie morgens oder tagsüber, niemals (!) während der Arbeit, auch bei Feiern hielt ich mich arg zurück ... ohne Zwang, ich wollte einfach nicht, so "gierig" das Zeug in mich hineinschütten, egal ob es kostenlos war, auch das zunehmende Entgleisen der Trinkenden empfand ich als peinlich.

    Zu Haus musste ich nicht auf irgendetwas, irgendjemanden Rücksicht nehmen. Ich nannte es Genuss, entspannt etwas trinken ... man gönnt sich ja sonst nichts. Immer öfter bemerkte ich am nächsten Morgen: oh', das war doch 'n bissel viel, gestern Abend.

    Anfängliche Reduzierungenvorhaben waren schnell vergessen, nach dem ersten Bier = alles war schön, entspannt und ungefährlich. Meine Vitalwerte waren innerhalb der normalen Parameter, ich war sportlich (freizeitmässig) aktiv und oft leistungsfähiger wie div. andere Altersgenossen.

    ... schleichend nahm mein Konsum zu, schleichend ignorierte ich! Alles funktionierte, ich funktionierte - was sollte da schon passieren. Gut die Leberwerte waren etwas erhöht, wenn sie denn mal bestimmt wurden, aber das konnte an vielem liegen auch am Alkohol, aber eben nur auch, so auch mein Hausarzt. Das beruhigte mich!

    Mit Anfang 40 wurde ich meine Fahrerlaubnis los - Alkohol! Ich verdonnerte mich zur einjährigen Abstinenz und ließ alle 3... 4 Wochen meine Leberwerte bestimmen. ASAT, GOT, GPT, GGT waren recht hoch, nicht lebensbedrohlich, aber deutlich über der Norm.

    Ganz langsam sanken sie (während der Abstinenz) und näherten sich den Normalwerten, nach ca. einen > halben/dreiviertel Jahr hatte sich die Leber erholt und die Werte waren normal. Auch ich hatte mich daran mittlerweile gewöhnt, keinen Alkohol zu trinken.

    Nach bestandener MPU und (sehr kostenintensiver) Wiedererlangung der Fahrerlaubnis, belohnte ich mich mit "einem" - Bier - ja, ich wollte nun weniger trinken!

    Nach ca. einem haben Jahr war ich wieder auf altem Alkoholniveau.

    Es dauerte noch über ein Jahrzehnt bis ich abermals abstürzte.

    Soylent grün

    Jahr 2022 ... die überleben wollen

    - deutscher Titei des Films aus dem Jahre 1973, sehr aktuell, geht es doch eine fast zerstörte Erde (Böden unfruchtbar und völlig überbevölkert)

    Nix gegen Rätselraten, doch gibt es nicht schon genug Quizshows?

    Macht wie ihr wollt!

    Doch eine Frage habe auch ich:

    Warum wird man Alkoholiker?:/

    Sucht und Einsamkeit

    Na ja, das ist so eine Sache...

    Mit der Distanziertheit zum Alk hat sich Einsamkeit, zumindest teilweise eher verstärkt.

    Das bemerkte ich auch, Alk. dient oft als Kitt, als Bindeglied, Auflockerungsmittel in zwischenmenschlichen Beziehungen.

    Gern traf man sich mal zum Bier oder auf ein Glas Wein, trank man nichts war man erstmal (!) die Spassbremse, doch daran gewöhnen sich schnell die Anderen, vorausgesetzt man ist nicht die Spassbremse. Andererseits sind immer mehr betrunken werdende Menschen schwer zu ertragen, wenn man als Einziger nüchtern bleibt.

    Alles nicht so einfach!?(

    Ja, es geht um mich! Es muss für mich passen. Für mich ist im Moment richtig, das was ich tue. Ob das immer so bleibt, wird sich zeigen. :)

    Stimmt, für dich muss es passen! Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben ... erstmal.:S

    Lass' dir Zeit, überlege, probiere, beobachte, teste. Wenn du es (freiwillig) willst - was auch immer - wirst du es tun, egal was alle Anderen sagen.

    Ich musste erst ganz böse abstürzen ... bis ich etwas rigoros änderte. Theoretisch wusste ich alles schon lange, lange vorher, nur erlag ich immer wieder der Versuchung.

    Viel Erfolg!

    Hallo Willibald,

    was ist moderater Konsum?

    Bedenkt man, dass Alkohol ein Zellgift ist und der Körper schwer zu kämpfen hat, mit dem Abbau, wäre es doch sinnvoll den Konsum so gering wie möglich halten oder zu vermeiden.

    Ich will niemanden bekehren! Alkohol macht nicht nur der Leber und der Bauchspeicheldrüse schwer zu schaffen, auch die Darmflora gerät ordentlich ducheinander, den Nervenbahnen sowieso, nicht nur im Kopf und div. anderen Körperteilen, eigentlich sind alle Zellen betroffen.

    Denkt man an Fettleber, Polyneuropathie, Korsakowsyndrom und div. andere Erkrankungen, die durch Alkohol verursacht werden können (aber nicht müssen!) oder an "Extrembeispiele" wie Harald Junke & Co. , bekommt man eine ungefähre Ahnung wie "unbedenklich" Alkohol sein kann oder auch nicht.

    Letztendlich muss es jeder selbst entscheiden! Ich trank auch als junger Erwachsener "moderat", hin und wieder war ich auch mal besoffen, aber nicht so oft, für mich (!) unbedenklich. Dann gab's täglich ein ... zwei Bier = eine prima Einschlafhilfe, über die Jahre wurden auch mal 3 ... 4 'draus, dann ein kleiner Absacker (Schnaps) und irgendwann ein großer Absacker zum Bier oder auch mal 'ne Flasche Wein.

    Aus "moderat" wurde ganz langsam Gewohnheit und eine mächtige Toleranzentwicklung, ich trank immer mehr, um eine Wirkung zu erzielen.

    Brauchte ich das? War bereits süchtg? Wollte ich das?

    Wie bereits erwähnt, es ist deine Entscheidung ... Gesundheit oder Risiko?

    ... kann es sein, dass du da etwas missverstanden hast?
    ...
    Insofern geht es also genau um das, was du dann näher ausgeführt hast.

    Hallo AmSee,

    verstand ich nun etwas miss oder ging es genau um das?

    Ebenso, schreibe ich etwas über Aufklärung und daraus resultierendem Bewusstsein, möglicher Weise, bzw. dessen Vernachlässigung, deutest du als politsche Äußerung. Ganz ehrlich, ich komm' da nicht mehr mit.

    Noch viel mehr Grüße, Paul

    Hallo LE,

    ein Woche ohne Alk ... dann schaffst du auch zwei!:thumbup:

    Am Anfang "kämpft" der Körper noch mit der Umstrukturierung, er hat allerlei zu tun, der Stoffwechsel balanciert sich langsam auf ein anderes Niveau, Nervenzellen, die vorher, mehr oder weniger, betäubt waren, liefern nun allerlei zusätzliche Informationen, die verarbeitet werden müssen, Leber und Nieren haben plötzlich freie Kapazitäten, Kalorien und auch Zucker die vorher der Alkohol lieferte, müssen nun anders besorgt werden = der Körper hat jede Menge Arbeit! Auch im Kopf geht's manchmal "lusig", wirr, eigenartig einher.

    Auch ich benötigte ein paar Wochen für einen neuen Schlaf- bzw. Wachwerderhytmus - wir sind eben Gewohnheitstiere!

    ... der riesige volkswirtschaftliche Schaden ...

    von ca. 57 Milliarden Euro (2023) in D. fällt anscheinend nicht so in's Gewicht, bei div. Steuereinnahmen, Arbeitsplatzgarantien und der Bewahrung des allgem. "Volksfriedens".

    Umverteilung heißt da wohl das Zauberwort, u.a. auf Krankenkassenbeiträge bzw. auf Negativgewinne (was für ein schönes Wort) und Sonderausgaben, manche nennen es Schulden oder Kredit. Hauptsache das Volk bleibt friedlich und vor allem befriedigt - was funktioniert da besser als Alkohol?

    Ohne Verbesserung der Aufklärung, jedes Einzelnen, wird das noch ewig so weitergehen, so wie es die letzten 1000 ... 2000 Jahre schon funktionierte.

    Wer sollte Interesse haben, an Aufklärung, an einer wissenden, bewussten, kritischen Bevölkerung? So lange es funktioniert und nur jeder Zehnte betroffen ist, ist doch alles in Ordnung? "Gib' dem Pöbel etwas worüber er sich das Maul zerreissen kann", halte sie uneins und du kannst sie vortrefflich steuern, das wusste schon Kaiser Nero, Bismarck u.v.a..

    Verwirrung stiften, Unfrieden - Zuckerbrot und Peitsche hat schon immer funktioniert.

    Verbote empören, die Freiheit wird beschnitten.

    Was muss man also tun, damit ein Mensch oder mehrere etwas freiwillig macht, weil er davon überzeugt ist?

    Du musst das im Grunde sowieso alleine bewältigen, das Kind kann und soll Dir da nicht helfen. Es soll eigentlich nur wissen, was zur Zeit bei Dir los ist. Verstehen wird er es nicht, denke ich.

    Liebe CeBe,

    wie soll ein Kind etwas verstehen, was selbst den meisten Erwachsenen nicht gelingt?

    Ein Kind soll Rücksicht auf die Eltern nehmen, auf ihre Probleme, auf etwas womit ein Kind gar nichts zu tun hat, was ausserhalb seiner Vorstellungkraft liegt? Trauen wir den Kindern da nicht ein bisschen zu viel zu?

    Eheprobleme, Suchtprobleme, Probleme auf der Arbeit - all das sollen Kinder verstehen? Kinder, die gerade beginnen die Welt zu begreifen?

    Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, es sind Kinder, Schutzbedürftige!

    Wenn's dem Papa nicht so gut geht, ist das Papa's Problem. Was kann das Kind dafür? Kinder nehmen immer an, dass eine Reaktion unmittelbar mit ihnen zu tun hat. Wäre dem nicht so, würde Papa oder Mama sich ganz anders verhalten.

    Selbst Erwachsene reagieren so.

    Ich war 14... 15, selbst noch mit 20, nahm ich die "Unregelmäßigkeiten" meines Vaters (Trinker) sehr persönlich, sicher war ich eine Mimose, ein schüchternes, unsicheres Kind. Nie wusste ich, wie ich mich verhalten sollte.

    Hallo LE,

    es wird besser. Gib' deinen Körper die Chance sich umzugewöhnen, dazu benötigt er Zeit!

    Über Jahre trainiertest du Körper und Geist mittels Alkohol, du warst es gewohnt, die Betäubung (Entspannung, Herunterfahren, Müdewerden) funktionierte fast immer, nun fehlt dem Körper etwas.

    Alle Reize, angenehme wie unangenehme, strömen nun ungefiltert ("Alkoholfilter") auf dich ein, in Körper, incl. Hirn. Das ist der Körper gar nicht mehr gewohnt, mit so vielen Botenstoffen klarzukommen. Diese waren zwar zuvor auch alle da, doch wurden mehr oder weniger blockiert ... durch den Alkohol!!

    Bei mir dauerte es ... einige Wochen, vielleicht auch Monate, ganz langsam lernte ich neue Bewältigungsstrategien, um mit Unzufriedenheit, Unsicherheit, Angst und Schmerz umzugehen. Auch wurde ich gelassener.

    Alkohol enthemmt, viele Staftaten werden unter Alkoholeinfluss verübt, sei es häusliche Gelwalt, Angriff auf div. Rettungskräfte, Strassenverkehrsunfälle u.s.w..

    Verbote bringen recht wenig, wenn das Zeug immer und überall verfügbar ist und in Flugzeugen auch noch (oft) kostenlos angeboten wird.

    Auch ich trank, besonders bei Langstreckenflügen, oft und nicht gerade wenig ... ich konnte schlafen. Kostete der Fusel etwas, hielt ich mich zurück oder trank nur die gratis, alkoholfreien Getränke.

    War es Geiz oder Bewusstsein, dass mir Alkohol nun doch nicht so wichtig war, dass ich dafür Geld ausgeben wollte?

    In Skandinavien herrscht ein ganz anderes (Preis-) Bewusstsein, da überlegt man es sich schon, ob man "Unsummen" für einen relatv kurzen Rausch ausgeben will, erst im Flieger, auf der Fähre oder im fremden Land, wenn der Alkohol preiswert bzw. billig ist, wird zugeschlagen.

    Gesundheit spiel da eher eine untergeordnete Rolle bzw. gar keine.

    Wenn die Präventionsarbeit in Schulen und (!) durch die Erwachsenen, auch und besonders der Eltern, funktionieren würde, hätten wir sicherlich weniger Probleme, weniger Süchtige.

    Das Zeug (Alk.) ist einfach zu billig, zudem überall verfügbar, zu kaufen - rund um die Uhr, Diskussionen über begleitetes Trinken oder das allzu wertvolle Kulturgut Bier und Wein, sind da nicht sehr förderlich.

    Mit der Gesundheit könnte man viele überzeugen, doch das funktioniert ja nicht mal bei Lebensmittel. Ich erinnere da nur an die Diskussion über das Werbeverbot von zuckerhaltigen Lebensmitteln für Kinder ...

    ... zu groß ist die Lobby, zu hoch sind die Gewinne. Ist gar der Kapitalismus daran schuld?8) Oder sind wir einfach nur zu blöd, zu leicht zu verführen?

    Bei mir sind es am Montag 4 Wochen. Wäre schon schön, wenn es dann leichter würde!

    Es wird leichter!

    Ausser du nährst den Verzichtsgedanken und glorifiziert, wehmütig den "guten, alten Freund Alkohol", der immer da war, immer half, immer glücklich machte und nur, ganz nebenbei den Körper vergiftete.

    Die Organe sind recht schnell entgiftet, doch die Nervenbahnen, die Gedanken lechzen förmlich ... - Gewohnheit, eingespielte, über Jahre antrainierte "Mechanismen" brauchen ihre Zeit, um sich zu verändern.

    Einer braucht ein paar Wochen, ein Anderer Monate.

    Der Glaube, also woran glaube ich, wovon bin ich überzeugt, spielt sicherlich eine entscheidene Rolle.