Beiträge von Paul

    Also, Suchtdruck hat nichts mit einer freudigen Erwartung zu tun, die man sich selbst verwehrt.

    Also, wenn ich dem Druck nicht nachgebe, befriedigt das mich nicht? Macht mich nicht zufrieden?

    Warum sind dann so viele Säufer (einst auch ich) so zufrieden, nach dem ersten, zweiten Schluck? Das man sich in Wirklichkeit, mehr schadet als nutzt und dann noch unzufriedener wird, sofern man wieder nüchtern wird, ist der andere Teil der Romanze.:evil:

    Suchtdruck ist das nicht die freudige Erwartung auf Belohnung, welche man sich selbst verwährt?

    Und erst wenn man sich von diesen "Belohnungsgedanken" trennt, lässt auch "dieser Druck" nach? Als ich mir bewusst machte (wurde), dass ich mir nur schade, ließ auch dieser Druck allmählich nach.

    Ich hatte auch oft das Gefühl, leicht angetrunken besser zu sein. Alles ging leichter, jeglicher Zweifel/Kritik war wie weggeblasen, Fehler wurden ignoriert oder einfach nicht bemerkt. Doch besser war ich nie, unaufmerksamer, unkrirtischer, das ja, aber war das besser?

    Wird etwas besser, nur weil ich etwas nicht bemerke?

    Alkohol war immer nur Mittel zum Zweck, mir die Welt so zu machen, wie ich sie gern hätte, alles Negative auszublenden.

    Nüchtern war ich immer präziser, oft auch pingeliger, kritischer, auch oft nicht so kompromissbereit (im Ungang mit Menschen).

    Wirklich Vorteile brachte mir der Alkohol nie, im Gegenteil! Es dauerte eine Weile bis ich das begriff, zu sehr war noch die Gewohnheit in meiner Gedankenmatrix eingebrannt: mit Alkohol wird alles leichter.

    Haha, das ist die Droge, die Dich verführen will.

    Ähnliche Erfahrungen machte ich auch.

    Nie war ich besser, kreativer, lustiger schon gar nicht, im berauschten Zustand. Ich dachte das bzw. gaukelte mir das vor, nur um meinen Suff zu rechtfertigen.

    Immer, dann wieder nüchtern, bemerkte ich, was ich für einen Unsinn im alkoholisierten Zustand verzapfte. Sehr oft schämte ich mich dann und hoffte, es hätte niemand bemerkt.

    Wie Helga es treffend beschrieb, ist man als einziger nüchtern, bemerkt man erst, was die anderen für einen Müll sabbeln oder tun.

    Ist das nicht einfach nur peinlich? So peinlich wollte ich nie wieder sein!

    Ich weiss nicht ob man das verstehen kann.

    Ich kann dich vollens verstehen!

    Ähnliches machte ich auch, ich nahm im Supermakt eine volle Flasche Bier in die Hand, allein der Gedanke erzeugte schon ein ungutes Gefühl. Ich beobachtete mich, was passierte ... in mir?

    Ehrlich gesagt passierte nichts, selbst das ungute Gefühl verschwand. Zugegeben es bestand noch die Hürde: Flasche in den Einkaufskorb legen, bezahlen, öffnen ...

    Wollte ich das: trinken? Vielleicht bin ich etwas anders verrückt, Konfrontation - niemals!!!; ich könnte ja schwach werden ... wurde ich aber nicht. Warum auch?

    Die Flasche Bier blieb die Flasche Bier, gefahrlos, ebenso wie die Flasche Cola oder das Brot, blieb was sie waren.

    War das Vernunft? Oder hatte ich nur meine Angst verloren, besiegt?

    Warum hatte ich überhaupt Angst und wovor?

    Ich musste lachen, ich erinnerte mich an meine Kindheit ... vor was hatte ich da nicht alles Angst ...

    Mit dem unbedingten Willen, aus der Sucht aussteigen zu wollen, fängt es doch bei allen an. Nur benötigt mancher eben mehr Unterstützung ...

    Das steht doch ausser Frage.

    Ich finde es nur fatal, Willensstärke (fehlender Wille), Charakterschwäche, eine Laune gegen Krankheit aufzuwiegen, das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, ich könne nichts dafür, ich sei machtlos.

    Mach einer benötigt auch mehr Unterstützung, auch klar.

    Wenn ich jedoch weiß, so lange ich mir das Suchtmittel nicht zuführe, bin bzw. werde ich nicht krank, da habe ich doch eine ganz andere Motivation. Und war ich einmal süchtig, kann ich auch gesunden, jedoch nur wenn ich auf das Suchtmittel verzichte.

    Der Lernprozess Alkohol = schön, sorgenfrei, angenehm, muss wieder umgekehrt werden. Die eigentliche Krankheit wohnt doch in unseren Köpfen! In dem was ich erlernte.

    Erst wenn ich bemerke, begreife (lerne), dass es mir es ohne Alkohol viel besser geht, setzt doch ein Umdenken ein.

    Dieses Bemerken, vorallem auf der emotionalen Ebene benötigt Zeit, daran muss man sich gewöhnen! Plötzlich muss ich Gefühle aushalten/ertragen, welche ich vorher gewohnt war zu unterdrücken/zu betäuben - dieses gewöhnte ich mir über Jahre oder gar Jahrzehnte an. Das verschwindet nicht so einfach, weil ich es "plötzlich" will.

    Bewusst muss es mir werden, auch das es Zeit benötigt!

    "Körperlich" abhängig sind doch die wenigsten, denn der Körper benötigt definitiv kein Suchtmittel.

    Bedenkt man allerdings, dass auch der Kopf; unser Gehirn (das was wird denken) zum Körper gehört, sieht die Sache schon anders aus. Über Jahre verknüpfte unser Gehirn neuronale Bahnen auf der Grundlage/mit der Zugabe von Alkohol, über Jahre wuchs dieses Geflecht, die chem. Prozesse stellten sich gänzlich darauf ein, sehr zum Leidwesen von Leber und Co. .

    Wer da glaubt dieses "neuronale Geflecht" strukturiere sich innerhalb ein paar Wochen völlig neu, der irrt gewaltig.

    Alles bleibt

    ... gleich, alle, fast alle, Unwelteinflüsse, Reize, Angst, Schmerz, Leid, Stress, das wenige Glück sind unverändert.

    Nur das bisher alles ausgleichende Betäubungsmittel fehlt.

    Der Körper (Gehirn) kann das ausgleichen, doch das braucht Zeit, das bereitet Unwohlsein/Suchtdruck.

    Wenn ich das nicht begreife, wenn ich mir das nicht verinnerliche (Bewusstsein) und ewig der ach so schönen Betäubung hinterher trauere, komme ich niemals von diesen Gedanken (Suchtdruck) los!

    Es ist nich nur Wille ...

    Es ist auch begreifen, verstehen.


    Die Konsequenz aus deinem Gedankengebäude wäre nämlich,

    Die Konsequenz aus meinem Gedankengebäude ist, dass ohnen Willen nichts geht.

    Wenn ich den Süchtigen, also mich, nicht dazu motivieren kann, aufhören zu wollen, freiwillig, aus eigener Kraft, passiert da auch nicht viel.

    Ich lese sehr aufmerksam die Beiträge und hinterfrage sie auch, besonders die Widersprüche und gerade diese fallen mir auf (siehe die letzten beiden Beiträge).

    Es beißt sich doch: 'es ist keine Frage des Willens' und gleichzeitig '... oder keinen Willen zu benötigen'.

    Diese Logik kann ich wirklich nicht erfassen!

    Niemand will als willenlos oder gar als charkterschwach gelten, das ist verständlich, schon gar nicht als Versager. Jeder kann es sehen wie er will, wenn diese Argumentation Früchte trägt, ist alles wunderbar.

    Nochmal: Ich, nur ich, ... mir gelang es vom Alkohol loszukommen, weil ich es wollte, weil ich meine Mimosenhaftigkeit, meine Zweifel über Bord werfen musste.

    Ja, es war meine freie Entscheidung.

    Und es half mir ungemein, dieses, mein Bewusstsein, die ersten Tage/Wochen der Abstinenz durchzuhalten! Ich (!) zeigte Flagge und verbarg mich nicht mehr hinter all den Ausreden, der verbalen Schönfärberei, ignorierte sämtliche Konjunktive und begann ... keinen Alkohol mehr zu trinken!

    Ich bin nicht willensschwach, ich bin nicht charakterschwach (in Bezug auf Alkohol) - das bin ich heute.

    Es stimmt, auch ich wurde fit und viel aktiver, sogar weniger krank.

    Ich nehme an, mein Immunsystem kann sich jetzt auf die wesentlichen, eigentlichen Aufgaben konzentrieren, ebenso der Darm & Co. ist nicht mehr mit dem permanenten, energieaufwändigen Abbau von Alkohol beschäftigt. Mein System "Körper" funktioniert viel besser, weil schadstoffärmer, ich schlafe auch besser, bin nicht mehr so träge, die "neu" gewonnene Aktivität führt wiederum zu mehr Aufmerksamkeit, bewusster Leben.

    Das was wir immer so als selbstvertändlich erachten, dass der Körper einfach so funktioniert, ohne ihn bewusst/aufmerksam zu pflegen, hatte ich all die alkoholreichen Jahre sträflich ignoriert.

    Ich bewege mich mehr, ernähre mich gesünder (?), zu mindest besser, trinke viel mehr (nein, keinen Alkohol:)), all das trägt zum allgem. Wohlbefinden bei.

    Das Problem scheint doch zu sein, welches Gewicht lege ich in welches Wort bzw. wie deute ich es. Wille ... ist das etwas was auf Wissen, Bewusstsein (Wissen, um die Realität, Zusammenhänge erkennen, begreifen und auch verinnerlichen) beruht? Meinetwegen auch auf wissentschaftliche Erkenntnisse, fernab jeglicher Annahmen, etwas woran ich glaube, (zutiefst) überzeugt bin, wofür auch Beweise, nachvollziehbare, vorliegen. Sozusagen eineindeutige, fernab jeglicher Unsicherheiten ... hätte, würde, könnte, vielleicht.

    Untergrabe ich nicht den Willen, das was ich mir vornahm, mit der Aussage: 'das hat nichts mit Willen(stärke) zu tun, es ist eine Krankheit' und gleichzeitig werfe ich das Wort Stigmatisierung in den Argumentationskorb ... vermische ich da nicht unterschiedliche Dinge, die ein Gelingen, wenn nicht schon verhindern, doch arg erschweren?

    Gefährde ich da nicht die Motivation, in dem ich immer wieder behaupte (unterschwellig): "Du kannst nichts dafür".

    Auch Bemerkungen wie "... es ist keine Charakterschwäche" legitimieren zum Nachgeben, sich der Krankheit fügen, ich kann ja nichts dafür oder es ist sogar genetisch bedingt, dafür kann ich erst recht nichts. Mein Vater war ein Säufer, auch die Leberzirrhose meiner Großmutter kam nicht gerade vom Kamillentee.

    Ich, jugendlich und doof, erlernte (!) recht schnell die vermeintlichen Vorzüge des Alkoholgenusses. Ich wusste es nicht besser, ich passte mich an, tat das was alle/die meisten taten, es wurde zur Gewohnheit, denn es war ja sooooo schön. Als ich älter wurde, halft mir der Alkohol, alle Zweifel, jegliches Bewusstsein zu ertränken. Eigentlich (!) wollte ich ja, zumindest weniger trinken, aber nur eigentlich! Ich tat es aber nie.

    War das Charakterschwäche, Willenlosigkeit, war ich von Geburt an schon krank & musste mich dem Alkohol hingeben oder wählte ich nur den einfachsten Weg?

    Sicher, irgendwann wurde es zu Gewohnheit, zur angenehmen ... automatisch wurde am Abend Alkohol verzehrt - denn das tat gut. Aus Gewohnheit wurde Sucht.

    Nicht zu trinken, allein schon der Gedanke daran, machte mich unruhig, später sogar sehr unruhig! War das nun stofflich bedingt oder nährte ich es durch meine Gedanken?

    Ich entschied mich für "die Gedanken". Meine Erfahrung, mein Erlebtes, "Erlittenes" gab mir letztendlich Recht. Wusste ich es oder nahm ich es nur an?

    Egal! Ich probierte es - die Abstinenz.

    Der stoffliche Entzug dauerte vielleicht ein ... zwei Wochen, so lange benötigt der Körper, das wusste ich. Der gedankliche, "gefühlsmässige" Entzug zog sich, bei mir, über Wochen, Monate. Ganz langsam, sehr langsam, verschwand erst die "Gier", dann die Angst, Unsicherheit.

    Auch wusste ich, die neuronalen Bahnen (wer, was, wo ausschüttet und ob überhaupt ... Glückshormone etc.) brauchen Monate, um sich halbwegs zu rekalibrieren, das musste (!) ich aushalten/abwarten.

    Wollte ich das?

    Ich las gerade: "da muss man dann zäh und geduldig sein" (... wenn's nicht sofort klappt, mit der Entgiftung, der Abstinenz ...), im gleichen Atemzug wird behauptet, es habe nichts mit Willen (Willensstärtke) zu tun, das sei sigmatisierend, verurteilend, abwertend.

    Ein ähnlich verwirrender Satz, in diesem Zusammenhang: "Zum Erfolg gibt es keinen Lift. ..."

    ... und dazu benötigt es keinen Willen? Keine Aktivität meinerseits, kein "sich auf den Weg machen", es wagen, auch Rückschläge, ggf., hinnehmen? Ist nicht der Wille, der der uns voranbringt, der uns zäh und gedulgig sein lässt, uns die Treppe nehmen lässt, anstatt des Liftes? Ist es nicht der Wille/das Wissen (Bewusstsein), welches nicht nur das erste Glas stehen lässt und alle weiteren? Will ich nicht vom Alkohol loskommen?

    Vielleicht bin ich auch nur zu einfach gestrickt, weil ich einfach nicht verstehe, dass man mit Passivsein auch etwas verändern kann und Polarisierungsversuchen zu leicht verfalle, Hauptsache alles schön einfach, gefällig!

    Ich muss es nicht verstehen ... dann ist es eben so. (Ironie!)

    All diese, immer lächelnden, verständnisvollen Youtube-/Podcaster, die mit vielen Worten wenig sagen und viel Empathie erhaschen, deren Aussagen man oft vergeblich sucht, sind sooo gefällig/angenehm!

    Warum nicht einfach, wenn's auch schön "kuschelig", gefällig sein kann?

    Warum legt niemand die Karten unverblümt (!) auf den Tisch: klar, Alkoholismus kann zu einer (bitterbösen) Krankheit werden, die nicht nur Organe, sondern auch unsere Gefühlswelt mächtig durcheinander bringen kann.

    Vorallem die Gefühlswelt und da gibt es nur einen Weg 'raus, einen einzigen!

    Man kann diesen Weg auf unterschiedliche Weise bestreiten, keine Frage, doch bleibt das Ziel immer das Gleiche.

    Was will man also? Weiter trinken oder (lieber) nicht.

    Der einzige Erfolgsgarant bist Du selbst! Dein Glaube (an dich selbst), dein Wille.

    Die Medizin kann bei der Entgiftung helfen, Beruhigungsmittel u.a. ... so lange bis der Körper sich halbwegs wieder einpendelte. Entzugserscheinungen können arg heftig werden bis lebensberohlich. Können ... müssen aber nicht, darum ist ein begleiteter Entzug immer (!) empfehlenswert.

    Die Entwöhnung ist ein ganz anderes Kapitel.

    Woran glaube ich? Von was bin ich überzeugt? Manchen helfen Placebos, Zuneigung, Ablenkung, Gespräche, andere wälzen Fachliteratur und gelangen so zu ihrer Erkenntnis. Rede ich mir Suchtdruck nur ein, kann ich es wirklich nicht ertragen/überleben/aushalten und mit nur einem Bier/Wein/Schnaps stoppen, wenn nicht, sterbe ich dann - sofort?

    Viele machten die Erfahrung: hat man einmal angefangen, kann man schwerlich wieder aufhören.

    Warum fängt man also immer wieder an? Warum kann man nicht einfach stark sein, es aushalten, man weiß doch dieses "ungute Gefühl" hält nicht ewig an und wird immer schwächer.

    Viel zu oft höre, lese ich, Alkoholismus ist eine Krankheit und hat nichts mit Willensstärke zu tun, die gleichen Leute behaupten auch: wer nicht aufhören will ...

    Ja, was denn nun? Ich wollte und das voller Inbrunst und Überzeugung. Ich bin weder ein Superheld, bestimmt auch nicht sehr intelligent. Ich bin eher (oft) ein unsicher, zögerlicher Typ, manchmal auch ein mimosenhafter Ich-trau- mich-nicht, ich suche immer nach Plausibilität, Logik, auch nach Fehlern - was möglich ist und was nicht.

    Vom Suff loszukommen ist möglich! Alle die das schafften sind doch keine Spinner/Illusionisten, die wenigsten sind Superhelden. Warum schafften diese das, was machten die anders? ... wenn's kein Wille(stärke) war, was war es dann?

    Ein erlerntes, antrainiertes Verhalten mittels Opiaten, in dem Fall wohl Naltexon (?), unterdücken zu wollen, halte ich für sehr fraglich ... weiter trinken und hoffen, dass das Verlangen ausbleibt, nach mehr, also dem Rausch, obwohl man sich den Stoff (Alkohol) weiter zuführt?

    Und das dann noch mit dem Pawlowschen Effekt zu erklären, ist schon sehr, sehr gewagt.

    Auch die Standartmedizin setzt ähnliche Stoffe zur Reizunterdrückung ein, Benzodiazepine u.ä. , alles Hilfmittel, Unterstützer, Hemmer doch mehr auch nicht.

    Das Gehirn, das allzeit trainierte, muss sich entwöhnen - also wegkommen von dem Stoff, dem Gift, dem Rauschmittel. Dieses nun teilweise durch andere Rauschmittel (Hemmer, Blockierer) zu ersetzen, mag vielleicht für die Anfangszeit hilfreich sein, bis der Körper/das Hirn/das Gedächtnis auf den Alkohol verzichten gelernt hat ... bis man sich daran gewöhnte.

    Wie soll das gehen, wenn man weiter trinkt? Wo ist da die Logik, die Plausibilität?

    Herr Paddy,

    mal ganz im Ernst, warum fährst du deinen Alkoholkonsum nicht ganz langsam 'runter und/ oder gehst zu Entgiftung, ob nun mit oder ohne Schwiegermutter?

    Viele waren am Anfang recht wankelmütig/unsicher. Ich auch!

    Seelisch kommt jetzt der Schmerz..

    Jetzt kannst du doch ergründen, was dir Schmerzen bereitet, was dich stört, was du verändern kannst bzw. was du probieren könntest, damit sich etwas verändert.

    Anstatt immer alles zu betäuben, im Alkohol.

    Das Leben ist nicht immer schön, fair und kunterbund! Steckt man fest, in seiner Gedankenwelt/seinem Schmerz/Angst, suche nach neuen, anderen Gedanken.

    Gedanken/Ansichten anderer Menschen, viele sind abenteuerlich, manche sogar wirr, erschreckend, manche verführen zum Nachmachen und das kann sogar Spaß machen!

    Probiere! Du wirst bestimmt noch hunderte Male enttäuscht werden. Aber! Das ist genau so sicher/unsicher, wie das Gegenteil.

    Wenn dir eine begleitete Therapie hilft, mach' sie, wenn du mit den Menschen in einer SHG zurechtkommst - gehe hin!

    Nur nichts machen und sich selbst bedauern, verändert doch nichts. Trau' dich, wage etwas Neues, Anderes - du bist doch nicht dumm!

    ich hab eher alle Symptome akribisch dokumentiert und es als eine Art Strafe gesehen.

    Hallo Nenilius,

    bist du jetzt symptomfrei, was die Wirkung von Alkohol angeht? Brauchst also nichts mehr dokumentieren oder beobachtest du jetzt wie dein Körper sich langsam erholt? Nach 2 ... 4 Wochen alkoholfrei bemerkte ich schon die ersten ganz kleinen gesundheitlichen Verbesserungen, das Leergut nahm schlagartig ab und das schlechte Gewissen, wohl die bedeutenste Verbesserung, ich gesundete mental.


    Mit kurz und heftig(er), hat man wohl die besten Chancen davon loszukommen.

    Das ist ja eine interessante Theorie (?). Die erinnert mich an diverse Erklärungen, die mir google liefert, wenn ich nach "ab wann bin in Alkoholiker" o.ä. eingebe. Ist das nun Allgemeinbildung, also das Wissen, was alle glauben zu wissen, von dem sie annehmen, dass es so ist, weil es alle behaupten?

    Das würde ja alle der Lüge strafen, die jahrelang konsumierten und trotzdem vom Alkohol gänzlich loskamen. Ähnlich der Aussagen, vieler Ex-Alkoholiker, sogennannter Suchtexperten, Psychologen, SHG's etc., man müsse erst einen Tiefpunkt erreichen, also es müsse erst so richtig weh tun oder man müsse, sich (erst) als Alkoholiker bekennen und das wenn's geht vor der Gruppe, um sich überhaupt eines Problemes bewusst zu werden.

    Ticken die Menschen, alle, wirklich so? Was alle, viele behaupten ist die Realität?

    Oder ist das Wohlgefälligkeit, ich übernehme diesen Glauben, weil er mir wohl gefällt, es am einfachsten ist? Es alle so tun, ja, alle diese Meinung vertreten?

    Dann müsste ich ja zu den absoluten Extoten (Ausnahmen) gehören, ebenso viele andere auch. Glauben/glaubten wir nur etwas anderes?

    Ich glaubte daran, die Sucht wohnt nur im Kopf oder wusste ich es? Ich wusste, sich eine Gewohnheit wieder abzugewöhnen ist nicht gerade einfach.

    Ich verband, jahrelang, Alkoholtrinken mit "gut", angenehm, Entspannung, Selbstbestimmtheit, eine Art ... Freiheit. Das gewöhnte ich mir an!

    Menschen, die wohl viel klüger sind (?), und weder saufen, noch sich andere Nervengifte zuführen ... haben die alle nicht Recht, die, die gesund leben (mit ihrem Wissen), weder lallen, noch div. komisches Zeug erzählen, manchmal erschreckende motorische Ausfälle haben oder Erinnerungslücken aufweisen - irren die alle?

    Wo ist da das Bewusstsein?

    Viel zu lange gehörte ich zu den Wirklichkeitsverdängern, ich bemerkte doch, wie schlecht es mir ging, nach jeder durchzechten Nacht, ich bemerkte doch, dass Aklohol mir nie wirklich (!) gut tat.

    Ich tat das was alle taten - ich verharmloste, weil es so schon bequem war.

    Meine Oma sagt immer es gibt nichts was eine Flasche Vodka und Suppe nicht heilen kann.

    Mein Großvater hatte eine ähnliche Weisheit: ein gutes Essen und eine gute Flasche Wein oder: trink doch erstmal ein Bier.

    Das bedeutete nichts anderes, wie entspann' dich und tu' dir etwas gutes ... für den Moment, sorge für ein wohliges Gefühl und denke nach, dann findest du auch eine Lösung.

    Von berauschen oder Totalausfall (Verdrängen/Unterdrücken eines Problems) war nie die rede! Ebenso der Satz "Ohne Fleiß keinen Preis" ist mir noch in Erinnerung, ... wer nichts tut, sollte sich auch nicht beschweren ...

    Das waren alles Apelle an meine Vernunft, auf der einen Seite auch Mal alle Fünfe gerade sein zulassen (man darf sich auch Mal (!) gehen lassen), andererseits nie aufzugeben.

    Die letzen zwei Jahre meiner Alkoholkariere soff ich täglich, Bier, Wodka, Wein, was gerade da war, Hauptsache "schön verzaubert". Ich war jenseits von Gut und Böse = dauerberauscht. Irgendwie schaffte ich es, noch einkaufen zu gehen. Die Vernunft war schon längst im Alkohol untergegangen, nur manchmal, ganz selten, blitzte sie noch auf.

    In einem solchen Moment entschloss ich mich, dem Alkohol "Adieu" zu sagen = ich musste mich entscheiden und tat es. Ich wusste, am Anfang half nur Durchhalten/Widerstehen und meiner eigenen Jammerei nicht nachgeben.

    Das Durchhalten hat sich gelohnt! Ich hatte wohl ähnliche Auf und Ab's, wie alle Anderen, zweifelte an mir, an der Welt, an allem. Jammerte, bewehleidete mich und wäre am liebsten gestorben ... ganz langsam, wurde ich wieder klar im Kopf, die Vernunft gewann wieder die Oberhand und auch meine Bemitleidung ließ allmählich nach. Nach ein paar Tagen alkoholfrei, hatte ich den Beweis - es geht, auch ohne: wer eine Woche schafft, der schafft auch zwei, einen Monat u.s.w..

    Irgendwann wurde es zur Normalität, meine Ängste, Zweifel, Unzulänglichkeiten wurden davon weniger berührt, doch jetzt konnte ich sie ergründen und mir Strategien, die vielleicht zu einer Lösung führten, überlegen.

    Besoffen wäre das nie gegangen!

    Hallo, ich war schon bei meinem Hausarzt und der hat mir geraten langsam zu entwöhnen, erst zwei Tage nicht trinken, dann drei ...

    Dein Hausarzt empfahl, den abrupten Stop von Alkohol und dann "einfach" aushalten ... bis der Körper von selbst die Balance findet? Das ist kalter Entzug - da muss man mental schon sehr gefestigt sein.

    Das kann funktionieren, muss aber nicht. Ich reduzierte die Alkoholmenge (die ich täglich trank), ich gewöhnte mich, meinen Kopf, meine Gedanken über zwei ... drei Wochen daran, auch meinen Körper, dass es nun immer weniger Alkohol gab.

    Ich entwöhnte mich langsam ... allmählich. Ein abrupter Alkoholverzicht hätte mich sicherlich mental überfordert, meinen Körper/Kopf regelrecht in Panik versetzt. Die ersten zwei ...drei Wochen der Anstinenz trank ich wie ein Verrückter, Tee, Wasser ... alles was 'reinging = klar, ich musste auch pieseln, wie ein Verrückter. Doch ich wollte (!) von dem Stoff loskommen - unbedingt! Und das möglichst stressfrei.

    Das Schwierigste war für mich, diese Angst, Unsicherheit, diesen Verzichtsgedanken aus dem Kopf zu bekommen - daran musste ich mich gewöhnen und das brauche Zeit!

    Der Körper schafft das auch allein, Hauptsache er hat ausreichend Nahrung und genügend Flüssigkeit, Schlaf und Beschäftigung.

    Hallo Nenilus,

    ein kalter Entzug kann von Schwitzen, Unruhe, Angst- und Panikzuständen begleitet werden,

    kann aber auch zu heftigen Kreislaufbeschwerden, Krampfanfällen, Delirium bis hin zum Totalausfall führen, Durchfall oder Verstopfung ... alles ist möglich. Aber! Es muss nicht zwingend passieren.

    Kalter Enzug birgt immer diverse, nichtvorhersehbare Risiken!!! Deshalb empfiehlt auch keiner einen kalten, unbegleiteten Entzug.

    Es gibt keinen allgemeingültigen, "normalen" Verlauf beim Entzug von Alkohol! Es kann beim leichten bis heftigem Unwohlsein bleiben, kann aber auch auf der Intersivstation oder beim Bestatter enden.

    'Durm konsultiere einen Arzt, immer! Nicht jeder Arzt hat Erfahrung auf diesem Gebiet und oft überwiegt die Scham des Patienten ... wer will schon gern als Säufer angesehen werden.

    Doch wie will ein Arzt behandeln, wenn er die eventuelle Alkoholproblematik nicht kennt?

    Blähbauch, Appetitlosigkeit kann (!) auch div. Ursachen haben - Psyche, eine schlechtfunktionierende Darmflora, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme, mangelde Bewegung (Verbrennung im Körper) u.s.w.u.s.f.. Der möglichen Ursachen gibt es so viele!

    Darum konsultiere bitte einen Menschen, der sich auskennt, richtig auskennt!

    Vielleicht hilft ja deine Sauerkrautkur, wenn die Gase auch entweichen können, vielleicht, vielleicht ... doch ist die eigene Scham es wert, so zu leiden?

    Hallo Willibald42,

    auch ich verfiel dem "Wahn" des "Allheilmittels" Alkohol und ignorierte völlig, dass ich mich eigentlich nur betäubte, jedoch nie heilte. Wenn ich krank bin und den Körper noch zusätzlich mit dem hochkomplexen Abbau von Alkohol belaste ... wie kann da je etwas besser werden?

    Ja, so eine dumme Nuss war ich!