Eigentlich hoffte ich nur persönliche Erfahrungen zu erfahren, nicht allgemeingültige Grundsatzdiskussionen, wer was tun sollte und was man unbedingt vermeiden muss, um nicht, vielleicht sogar, geächtet zu werden, von der Gemeinschaft.
Bei mir funktionierte dieses KT (nach Joachim Körkel) jedenfalls nicht, sobald die Möglichkeit bestand, mehr als nur die von sich selbst vorgenommene Menge zu trinken, tat ich das.
Das nennt man dann Wohl Sucht, Zügellosigkeit, die Vernunft und Bewusstsein auszuschalten vermag, ähnlich einem Triebtäter, der erst innehält, wenn sein Verlangen gestillt ist. Wie sind sonst nächtliche Nachschubbesorgungsgänge im schon recht angeschlagenem Zustand zu erklären (die auch ich machte)?
Es bleibt doch fraglich, wenn ich (oder du) einen gewissen Zustand der Betäubung oder Stimulation (bestimmer Nervenzellen) erreicht habe, diesen Reiz (Verlangen, Sucht) unterdrücken zu können.
Ist das nicht eine Bewusstseinsfrage? Ich verbrachte mal eine gewisse Zeit in einem Dorf (nächste Einkaufsmöglichkeit >50 km), als da der Alkohol alle war, wurde es akzeptiert, einfach so, weil es gab keine Möglichkeit, sich weiteren Stoff zu besorgen, auch auf Schiffen, Inseln oder muslimischen Ländern funktioniert das, weiß man: es gibt nichts, kommt auch kein Verlangen auf. Ist da die Sucht gestoppt?
Als ich mit dem Trinken aufhörte (ich tat es mind. zwei Mal), hielt ich mir genau das vor Augen: es gibt nichts!
Mantraartig "hämmerte" ich mir diesen Satz ein, mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, auch mein Gehirn produzierte keine Botenstoffe (Sucht) mehr, es gewöhnte sich ebenfalls daran: es gibt nichts.
Vorher waren optische Reize (Bilder), Supermarkt-Alkregal, Feste, Feiern, immer mit Alkohol trinken = Ausschüttung einer gewissen Menge (positiver) Botenstoffe verbunden, das wusste mein Gehirn, das erwartete es. Ähnlich dem Pawlowschen Hund ... Glocke = Futter, demzufolge Speichelfluss. Ein angenehmes Ereignis/Gefühl wurde erwartet.
Diese Reaktion hat man nicht von Geburt an, sie wurde antrainiert! Wenn man sich selbst bestimmte Reflexe, scheinbar naturgegebene, abtrainieren kann, muss das doch auch bei nachweislich erwobenen Verhalten möglich sein, siehe Pawlowscher Hund.
Doch will ich das? Bin ich davon überzeugt?
Egal, ich war davon überzeugt und bin es bis heute. Vielleicht bin ich deshalb so suchtdruckfrei und gelassen, egal ob um mich herum getrunken wird oder nicht.