Beiträge von Paul

    Rotweinsoße, akloholfreies Bier, selbst bestimmte Geschmäcker oder auch nur Gedanken triggern den einen oder anderen, erzeugen vielleicht sogar Suchtdruck oder ein Verlangen.

    Da liegt doch der Verdacht nahe, das es nicht der Stoff Alkohol ist, die 0,1 Volumenprozente (!), wenn überhaupt vohanden, sondern unsere Gedanken.


    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit dem Thema „Achtsamkeit“ denke ich, dass Achtsamkeit noch weiter geht als das, was wir in unserem Zusammenhang als „Selbstfürsorge“ oder „Trockenarbeit“ bezeichnen. Teilweise mag das Hand in Hand gehen, aber „Achtsamkeit“ bedeutet für mich noch etwas anderes. ...

    Diese mittlerweile, fast schon inflationär, propagierte Achtsamkeit oder Selbstfürsorge wabert mittlerweile durch fast alle Bereiche, sei es in der Psychologie oder in der Politik, Coaches, sogenannte Mentaltrainer benutzen es besonders gern ... kaum einer weiß so recht, was damit gemeint ist bzw. jeder versteht etwas anderes darunter.

    Früher, zumindest in den nicht bildungsfernen Schichten, dominierte das Wort Bewusstsein.

    Also Wissen und wenn möglich, daraus resultierendes Handeln. Wissen muss ich mir aneignen und ich muss dazu auch in der Lage sein.

    In unserer mittlerweile "Wischi-waschi-alle-haben-sich-lieb-Welt", bloß jegliche Konfrontation vermeiden wollend - weil wir sind ja alle so tolerant, basisdemokratisch und offen für Minderheiten, fällt es oft schwer nicht anzuecken, mit diesem Bewusstsein, eine Meinung vertreten, die auf Wissen und Fakten basiert.

    Aus "gib acht, sei achtsam", bemerke, denke, verstehe und handle dann, wurde Achtsamkeit und Selbstfürsorge, Selbsterkenntis, Selbstachtsamkeit, Selbst...

    Wenn mir das Wissen fehlt, die Grundlage jeglichen "vernunftbegabten" Handelns, wenn ich weder Zusammenhänge erkenne, noch dazu in der Lage bin, solche (überhaupt!) zu bemerken, kann ich mich noch so sehr in Achtsamkeit üben oder in Selbstfürsorge verweilen ... - verstehe ich es dann besser?

    Wirklich?

    Jedenfalls hat sich die Gesundheit in der Zeit verbessert, ...

    Vereinfacht gesagt, du fühltest/fühlst dich wohler.

    Wehmut oder auch Traurigkeit ... wer kennt das nìcht, erinnert man sich an all die angenehemen Momente der Vergangenheit?

    Oft, aber nicht immer, war vielleicht auch Alkohol im Spiel. Man fühlte sich einfach wohl und entspannter!

    Weil man eben mit angenehmen Menschen zusammen war (z.Bsp. mit einer neuen Liebe oder einer vertrauten, angenehmen Person) oder Neues, Begeisterndes erlebte.

    Wie viele Momente davon waren alkoholfrei oder nur unbedeutend, kaum merklich ganz leicht, wirkungsfrei (!) alkoholisiert?.

    Bei mir waren es über 90%, alle im Rausch erlebten Situationen, waren im Moment vielleicht schön, doch im Nachhinein eher sehr fragwürdig bis peinlich.

    Bei mir hat es lange gedauert, bis ich begriff, ich "liebte" die Betäubung, erst die ganz leichte, euphorische, dann, als es immer mehr wurde, blieb die Euphorie aus, was blieb, war das sanfte Entschwinden aus der Realität.

    Sind Alkoholiker oder alle Süchtigen Wirklichkeitsverdränger? Anstatt sich einer Situation zu stellen, entschwinden sie viel lieber?

    Die Frage nach dem Warum ist wirklich eine wichtige und erhebliche Frage. Ich habe da ehrlich gesagt noch gar nicht genauer drüber nachgedacht. Jetzt wo es hier Thema ist, und Pauls Gedankenanstöße, tja. Ist Alkoholsucht ne Krankheit auf die man keinen willentlichen Einfluss hat? Ist es Leichtsinn? Dummheit oder Willensschwäche. Oder einfach die Sucht mit ihren Tücken? Ich denke, dass ist ein wichtiges Thema hier im Forum.

    Hallo Emily,

    warum hörtest du auf mit der Trinkerei?

    Doch erst als du dich unwohl fühltest. (Annahme!) ... als die Nachteile derart offensichtlich wurden, dass man sie nicht mehr verheimlichen konnte, besonders vor sich selbst.

    Fühlst du dich nun wohler, fit'ter, attraktiver (Weinbauch), gesünder, agiler?

    Hattest du da einen willentlichen Einfluss? Hatte es etwas mit Willen (aufzuhören) zu tun? Mit Bewusstsein?

    Hallo Bassmann-neu ,

    ein Narrativ (eine Erzählung), dass ich unheilbar krank bin?

    Diese "unheilbare Krankheit" bleibt doch nur so lange bestehen, so lange ich mir diesen Stoff zuführe. Vereinfacht gesagt sind es Vergiftungserscheinungen, die nicht nur Organe (incl. Gehirn) schädigen, sondern auch mein Denken, meine Wahrnehmung, meine Gefühlswelt verändern.

    ... und man sich fragt, warum man überhaupt getrunken hat.

    Das war für mich die alles entscheidene Frage, nach dem Warum, auf die ich nie eine plausible Antwort hatte, auch meine Mitbürger hatten nur fadenscheinige Argumente, z.Bsp. weil es Spaß macht, sich entspannen können u.ä. Äußerungen -

    und deshalb vergifte ich meinen Körper? Wissentlich? Ich, der doch weiß (mittlerweile), was Ethanol im Körper alles anrichten kann und wie schwer es meinem Körper fällt, dieses Ethanol wieder, möglichst schadfrei, abzubauen. War ich wirklich so blöd, so ignorant, unwissend, meinetwegen auch blauäugig ... ein Meister der Verdrängung?

    Die Antwort kam prompt!🙊

    Ich hab beobachtet, das dieser extreme Druck nach einer Weile weg geht.

    Das tut er tatsächlich und diese Weile wird immer kürzer bzw. "dieser Druck" wird immer schwächer. So war's bei mir.

    Und auch ich wurde immer entspannter und bemerkte, ich kann diesen Suchtdruckgedanken am Leben erhalten, ähnlich einer Angst, in dem ich immer an sie denke oder mir, immer wieder, bewusst mache, dass alles nur Einbildung ist, dass kein realer Grund besteht ... für diese "Angst".

    Mir half in der Anfangszeit ganz viel trinken, bei mir war's warmer Tee.

    Der Flüssigkeitshaushalt war gedeckt, ich kam gar nicht auf die Idee, irgend etwas anderes trinken zu wollen, denn die immer volle, warme Teekanne stand immer zur Verfügung. Auch bildete ich mir ein, meinen Körper besser zu entgiften, "zu durchspülen". Klar pinkeln musste ich vielleicht ein bisschen mehr, doch bei Kamille, Pfefferminz oder Hagebutte bleibt das alles sehr übersichtlich!:)

    Ich trinke eigentlich weder aus Streß noch aus Druck. Es ist bei mir tatsächlich eher so ein "Mir ist langweilig, ach wieso kein Bier jetzt.."

    Willkommen Mausezahn,

    Bier war auch bei mir ein Mittel gegen Langeweile, ein Erträglichmacher oder ein Erleichterungsmittel bei Hausarbeiten, ich wurde lockerer, entspannter ... leicht beschwingt, fiel alles nicht mehr so schwer. Da konnte gar kein Stress aufkommen, da ich, dank Bier, es gelassen anging ... leicht berauscht-fröhlich.

    Versagte ich mir das Bier, war's eher nicht so "lustig" und wurde oft zum Zwang. Nach dem dritten Bier, wurde ich oft so "gelassen", dass es mir fast gleichgültig wurde und ich jegliche Anstrengung mied, ich wurde müde, meinetwegen auch faul. Allein der Gedanke, die Vorfreude auf's Bier, ließ mich entspannter werden.

    Auch ich unternahm allerlei Reduzierungsversuche, die letztendlich alle fehlschlugen. Selbst nach einem Jahr alkoholfrei, dauerte es zwei ... drei Wochen und ich war wieder auf altem Niveau, schlimmer noch, ich trank mehr.

    Zu fest war der Gedanke Alkohol=Entspannung oder Belohnung bei mir eingebrannt. Bei meinem letzten Ich-höre-jetzt-auf-Vorhaben, musste ich also anders vorgehen, mir den Alkohol noch schlechter reden, mich immer wieder an den Blödsinn erinnern, den ich im Bierrausch verzapfte, an all die Peinlichkeiten oder Missgeschicke und (!) erstmal durchhalten, verzichten - das war am Anfang für mich das Schwerste, das Herausfordernste!

    Doch komisch, nun alkoholfrei, war die Hausarbeit u.a. schneller, auch präzieser erledigt, nur mit der vielen freien Zeit, die ich jetzt hatte, musste ich nun sinnvoll umgehen.

    Die meisten Menschen wollen nicht zugeben, wirklich Alkoholiker zu sein - warum auch? Ändert sich dann daran etwas?

    Die meisten Menschen, wagen es nicht ihren Konsum einzuschränken oder zu pausieren - ernsthaft!

    Warum traut sich das niemand zu? Die Angst vor'm Versagen, es wieder mal nicht zu schaffen? Die Angst als Alkoholiker, auch trockener Alkoholiker abgestempelt zu werden, wenn man keinen Alkohol trinkt, in der Gesellschaft?

    Warum ist das Selbstbewusstsein derart unterirdisch ausgeprägt, besonders beim Alkohol? Warum traut man sich nichts zu, für sich ... ganz allein?

    Für mich ist das Bier aber so die Kirsche auf der Sahne. Und ich schätze genau da liegt das Problem.

    Hallo 4Emmi,

    ähnliches erlebte ich auch, anders zwar, aber sehr viele Parallelen haben unsere Leben.

    Lange konnte bzw. wollte ich nicht auf die "Kirsche auf der Sahne" verzichten. Schlimmer noch, es mussten gleich mehrere Kirschen sein und wenn's geht täglich. Irgendwann war ich kirschen-süchtig, mir war sogar die Sahne und alles was darunter war egal.

    Es hat einige Zeit gedauert, bis aus anfänglichem Kirschen-Verzicht Normalität wurde, ich entdeckte andere Früchte, die anders schmeckten, anders wirkten, zwar nie so wie die Kirsche, aber dennoch lecker waren.

    Ich redete mir ein, die Kirsche sei gestorben, das funktionierte nicht, denn ich sah sie ja überall. Dann redete ich mir ein ich sei allergisch, das funktionierte, änfänglich sehr schwer, doch nach ca. einem Jahr war ich über'm Berg ... fast. Je länger ich "die Kirsche" ignorierte, auch keinen Gedanken mehr an sie verschwendete, desto gleichgültiger wurde sie mir. Ähnlich einer Liebe, von der ich einst "befallen" war.

    Ob jemand körperlich abhängig ist, kann jeder selbst beurteilen, ...

    Wenn jemand Körper und Geist (Gehirn, die Schalt- und Steuereinheit vom Ganzen) tennen kann, dem mag diese Trennung von körperlicher oder psychischer Anhängigkeit vielleicht gefallen.

    Fakt ist, ein Körper (Lebewesen) benötigt keinen Alkohol, kein LSD, kein Kokain etc.pp. !

    Erbraucht Wasser und Nährstoffe und eine bestimmte Temperatur, Licht vielleicht auch noch.

    Versetze ich einen Schwerstalkoholiker ins Koma (so bei meinem Vater passiert), funktioniert der Körper innerhalb der normalen Parameter. Nach ein paar Wochen, aus dem Koma erwacht, funktionierte der Körper immer noch einwandfrei, sogar besser, weil nun gift(alkohol)frei.

    Nach zwei, drei Wochen im alkohol-/triggerfreiem Kankenhaus, im Wachzustand, wurde er mit dem Gedanken (Erinnerung?) wieder konfrontiert - auf bitten meines Vaters, brachte ihm jemand ein paar Bier mit -> aus anfänglichem "moderatem" (kontolliertem ???) Trinken, wurde sehr schnell wieder der alte, unerträgliche Säufer.

    War das nun körperlich abhängig?

    Das darf bitte jeder selbst beurteilen.

    👋

    … ich frage mich aber, wenn sie alkoholabhängig sein sollte, warum muss sie ihren Konsum nicht längst steigern? Ab und zu stürzt sie komplett ...

    Annahme: Bei manchen Menschen ist irgendwann das Maximum der Konditionierung erreicht, je nach Tagesform (körperlicher Befindlichkeit), kann der Körper "besser" den Alkohol ver-/bearbeiten.

    War ich sowieso schon etwas angeschlagen, müde, schwächlich oder gar krank, genügte eine geringere Dosis, war ich dagegen fit und fröhlich, fühlte mich stark, ging viel mehr Alkohol in meinen Körper hinein.

    Ist die Leber schon etwas angeschlagen (warum auch immer) kann sie nicht mehr so schnell Alkohol abbauen, dementsprechend schnell wirkt er auf's Nerversystem, auch die Nahrungsaufnahme spielt eine entscheidende Rolle, beim Abbau von Alkohol.

    "Typische" Entzugserscheinungen, wie Zittern, Schweißausbrüche, erhöhter Puls etc., entstehen bei sehr vielen Überforderungen des Körpers, sei es durch Gifte, z.Bsp. Alkohol, durch Stress, Infektionen - der Körper versucht mit den ihm zur Verfügung stehenden Mittel ein Gleichgewicht herzustellen.

    Er reagiert - Schweiß, zusätzliches Herausbringen von schädlichen Stoffen (Salze, weil's Leber und Nieren nicht schaffen) bei gleichzeitiger Kühlung (Verdunstungsenegie). Bei der Verbrennung von Alkohol wird umheimlich viel Wasser benötigt, fehlt das, erhitzt sich der Körper, die Zellen schwellen an (besonders im Hirn = Kopfschmerz), das Blut wird zähflüssiger = kann die Zellen nicht mehr so gut versorgen bzw. die Schadstoffe nicht mehr so gut abransportieren = es droht ein Kollaps, wie bei jeder Vergiftung, einem Mangel.

    Zittern, nicht nur eine Reaktion auf Unterkühlung, auch auf Überhitzung oder allgem. Überforderung.

    Abschaltung gewisser Körperfunktionen, sind nicht nur Vergiftungs-/Betäubungserscheinungen, sondern auch der Versuch das ganze System Mensch am Leben (funktionieren) zu erhalten.

    Manche Menschen können einfach ihre Alkoholtoleranz nicht mehr steigern, weil der Körper schon am Limit ist.

    Für mich bleibt KT, nach den Ansätzen von Joachim Körkel (Psychologe und Suchtforscher), eine Illusion, für viele vieĺleicht auch ein Wunschtraum, sich nicht von diesem angenehmen Gefühl des kleinen Rausches, der Beschwingtheit, der Euphorie, "der Kirsche auf der Sahnetorte" für immer verabschieden zu müssen.

    Ich nehme einmal an, vielen erging es ähnlich wie mir:

    Mit zunehmender Gewöhnung, quantitativ steigendem Konsum, fällt es immer schwerer diesen Zustand der Leichtigkeit, des angenehmen Rausches, zu erlangen ... d.h. irgendwann ist der Körper, das Hirn, die Biochemie derart konditioniert, trainiert, es gewöhnt, dass diese angenehmen Momente der Alkoholisierung immer kürzer werden, d.h. nach einer immer kürzer werdenen Euphorie, folgt sehr schnell eine stetig steigende Betäubung, in der man kaum noch etwas mitbekommt bzw. sehr wenig.

    Richtige Hardcore-Säufer kennen das, irgendwann säuft man nur noch, um das ganze, incl. seinem eigenen, Elend nicht mehr mitzubekommen - Betäubungstrinken. ... man will immer mehr und ist erst "zufrieden" schläft man endlich ein oder sinkt, nun völlig betäubt, zu Boden, weil der Körper einfach auf "Aus" schaltet.

    Das bedeutet, je mehr und je öfter man trink, man seinen Körper an dieses "Psychopharmaka" gewöhnt, desto geringer wird die erhoffte Wirkung (angenehmer Rausch). Das kennt jeder Kiffer, Kokser, Spieler, selbst dem "fresssüchtigem" Süssigkeits-Junkie geht es so.

    Gewöhnung ... es ist nichts Besonderes mehr, selbst die, einst erhoffte, Urlaubsreise wird zur Farce, macht man sie jeden Tag, auch jeden Tag Sex (wenn man es mag😇), wird schnell uninteressant ... man gewöhnt sich daran, der Rausch bleibt aus, daran erinnern wir uns.

    Was einst etwas Besonderes war, ist es nun nicht mehr! ... jeden Tag sein Lieblingsessen - wer kennt es nicht?

    Ist dieser "Erkenntnisgewinn", dieser biochemische Trainingszustand umkehrbar?

    Ohne Verzicht, Schmerz, Enthaltsamkeit oder ploppen immer wieder die Erinnerungen auf? Wie schön's doch war ... damals ... als wir noch jung waren?

    Hallo willibald42,

    die Frage ist doch, bist du zufrieden ... mit deinem Konsum? Wenn du mit dir und deinem Leben zurechtkommst, spielt es da eine Rolle, ob oder wieviel du konsumierst?

    Die Meisten die hier sind, so auch ich, hatten eben nichts mehr im Griff und erst mit der totalen Abstinenz gelang es wieder am normalen Alltag teilzunehmen.

    Ich denke alles hat seine Berechtigung! Ich finde es anmaßend ...

    Ich schließe mich willibald42 an, wenn auch anders:

    Ist es nicht anmaßend, über Berechtigungen Dritter zu urteilen?

    Wenn 99% (Anhahme) mit diesem KT nicht zurecht kommen ist das eine Tatsache. Wenn es bei einem1% funktioniert ebenfalls. Dafür ist doch ein Erfahrungsaustausch da!!!

    Wer es besser glaubt zu wissen, möge es bitte ausprobieren und davon berichten.

    Eigentlich hoffte ich nur persönliche Erfahrungen zu erfahren, nicht allgemeingültige Grundsatzdiskussionen, wer was tun sollte und was man unbedingt vermeiden muss, um nicht, vielleicht sogar, geächtet zu werden, von der Gemeinschaft.

    Bei mir funktionierte dieses KT (nach Joachim Körkel) jedenfalls nicht, sobald die Möglichkeit bestand, mehr als nur die von sich selbst vorgenommene Menge zu trinken, tat ich das.

    Das nennt man dann Wohl Sucht, Zügellosigkeit, die Vernunft und Bewusstsein auszuschalten vermag, ähnlich einem Triebtäter, der erst innehält, wenn sein Verlangen gestillt ist. Wie sind sonst nächtliche Nachschubbesorgungsgänge im schon recht angeschlagenem Zustand zu erklären (die auch ich machte)?

    Es bleibt doch fraglich, wenn ich (oder du) einen gewissen Zustand der Betäubung oder Stimulation (bestimmer Nervenzellen) erreicht habe, diesen Reiz (Verlangen, Sucht) unterdrücken zu können.

    Ist das nicht eine Bewusstseinsfrage? Ich verbrachte mal eine gewisse Zeit in einem Dorf (nächste Einkaufsmöglichkeit >50 km), als da der Alkohol alle war, wurde es akzeptiert, einfach so, weil es gab keine Möglichkeit, sich weiteren Stoff zu besorgen, auch auf Schiffen, Inseln oder muslimischen Ländern funktioniert das, weiß man: es gibt nichts, kommt auch kein Verlangen auf. Ist da die Sucht gestoppt?

    Als ich mit dem Trinken aufhörte (ich tat es mind. zwei Mal), hielt ich mir genau das vor Augen: es gibt nichts!

    Mantraartig "hämmerte" ich mir diesen Satz ein, mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, auch mein Gehirn produzierte keine Botenstoffe (Sucht) mehr, es gewöhnte sich ebenfalls daran: es gibt nichts.

    Vorher waren optische Reize (Bilder), Supermarkt-Alkregal, Feste, Feiern, immer mit Alkohol trinken = Ausschüttung einer gewissen Menge (positiver) Botenstoffe verbunden, das wusste mein Gehirn, das erwartete es. Ähnlich dem Pawlowschen Hund ... Glocke = Futter, demzufolge Speichelfluss. Ein angenehmes Ereignis/Gefühl wurde erwartet.

    Diese Reaktion hat man nicht von Geburt an, sie wurde antrainiert! Wenn man sich selbst bestimmte Reflexe, scheinbar naturgegebene, abtrainieren kann, muss das doch auch bei nachweislich erwobenen Verhalten möglich sein, siehe Pawlowscher Hund.

    Doch will ich das? Bin ich davon überzeugt?

    Egal, ich war davon überzeugt und bin es bis heute. Vielleicht bin ich deshalb so suchtdruckfrei und gelassen, egal ob um mich herum getrunken wird oder nicht.

    Schaut man sich einmal die Grenzen/Empfehlungen für das sogenannte KT an ... mal ehrlich, welcher Ex-Trinker hält das auf Dauer aus und zieht das konsequent durch? Wer tut sich diesen Stess und diese Qual freiwillig an? Da muss man schon sehr verzweifelt oder sehr unsicher sein?

    Ist die zusätzliche Visualisierung mittels Buchführung da eine Hilfe???

    Auch Vokabeln wie "schadensbegrenzender Konsum" erinnern mich eher an die Palliativmedizin.

    Ich halte diese "Empfehlung" zur Suchtbekämpfung für sehr irreführend, sogar für fahrlässig, wenn nicht gar kontraproduktiv.

    Sicher, wenn man eh' nix mehr hat, dann kann das täglich zugeteilte Glas Sekt, Bier, Schnaps, Wein schon ein Stimmungsaufheller im Pflegeheim sein (wird sogar auch in der Realität praktiziert).