Beiträge von Paul

    "Paul ich stecke da gerade mittendrin und sehe den Weg nicht mehr klar. Kannst du da noch näher drauf eingehen? Mir deine Erfahrung näher bringen? Ich komme mir aktuell ständig so vor als würde ich jeden Moment untergehen. Das mich die Anstrengung erdrückt."

    Hallo Emily,

    um @AmSee's Thread nicht (mal wieder) zu sprengen, nun hier:

    Mach' einfach Mal Pause!

    Von dieser ganzen Alkoholproblematik, du bist schon länger alkoholfrei, kennst Für und Wider, hast div. Vorteile einer Abstinenz bemerkt, kannst dich noch sehr gut an deine Saufzeit erinnern. Weisst auch genau, dass der ganze Schei** wieder von vorn beginnt, nach ein ... zwei Gäsern Wein.

    Du weißt, die Welt verändert sich kein bisschen, wenn du wieder trinkst, doch Du wirst wieder zu dem, was du einmal warst, aber nie sein wolltest!

    Freu' dich! Du bist dem Suff entkommen, du gehörst zu dem +/- 10% der erfolgreichen Abstinenten.

    Sei stolz auch Dich!

    Ich weiß nicht und kann da auch nicht ganz folgen, warum mancher aus einer Einstellung wie deiner Tom oder meiner ein „Hochhalten von Angst“ sieht.

    Es geht doch überhaupt nicht darum, Angst zu haben, und ich lese aus deinen Zeilen auch kein bisschen Angst heraus, sondern im Gegenteil eher Gelassenheit.

    Ohne, dich @AmSee direkt ansprechen zu wollen!

    Ja, ich bin mittler gelassen (=angstfrei). Ich kann mittlerweile völlig entspannt Alkohol begegnen.

    Das konnte ich in meiner Anfangsabstinenzzeit nicht! Denn ich hatte Angst. Angst wieder schwach zu werden, Angst wieder zu versagen (trinken) , Angst vor Suchtdruck/Craving, Angst davor Angst zu bekommen und eben diese betäuben zu müssen.

    Wem das Wort Angst missfällt, nehme bitte Unsicherheit, Zweifel oder Es-sich-nicht-zutrauen.

    Egal, das Gegenteil ist furchtlos oder sich sicher sein = Selbstbewusstsein ... es können.

    Ich verlor mit der Zeit, dieses unangenehme Gefühl (Alkohol-Sucht-gefährlich!), ich gewöhnte mich daran, dass Alkohol genau so harmlos ist, wie Verdünnung, Arsen oder Haushaltsreiniger, solange er nicht nicht in meinen Körper gelangt.

    Hallo Atreju,

    Beziehungsprobleme, egal ob mit Lebensabschittsbegleiter, Familie oder Nichtverwandten, selbst bei Fiedensverhandlungen auf internationaler Ebene, auch bei sich selbst, lassen sich doch nur auf einer Sach-, Vernunftsebene lösen ... sobald Gefühle im Spiel sind oder man sich angegriffen, ungerecht behandelt oder übervorteilt fühlt, wird's doch sehr schnell unsachlich und emotional.

    Vielleicht schreibst du dein Pro und Contra einmal nieder, für dich ganz allein, und versetzt dich dann in die Lage des Anderen, wie er reagieren würde ... praktisch wie eine Generalprobe nur ohne Publikum, um seine eigenen Fehler, eventuellen Unzulänglichkeiten zu bemerken oder trägst sie einer nicht involvierten, vertrauten Person vor ... ???

    Ich hab das nicht begriffen, dass die Art wie ich Alk trinke dazu führt, dass ich irgendwann auch die traurige Person bin, die nach der Arbeit ganz ohne Party und Freunde alleine auf dem Sofa drei Bier reinschüttet.

    Das ist doch die Kunst, dieses zu vermitteln ... schleichende Sucht, was macht Alkohol mit mir/uns?

    Da ist doch so ein dry january oder ein alkoholfreier Monat, der beste Aha-Effekt-Produzent überhaupt!

    Zwar war ich nie so'ne fröhliche Partymaus, weil mir diese, erst durch Alhohol so fröhlich werdenen Menschen schon immer suspekt waren.

    Doch auch ich konnte an einem Abend zechen, war dann fit auf der Arbeit, aktiv in der Freizeit, sportlich, alles andere als mittelmäßig und das sehr gern (nur für mich!), doch im Laufe der Zeit schlich sich eben genau diese Gewohnheit ein ... täglich Bier am Abend, immer fauler werdend, Vorratshaltung, gar nicht auf die Idee kommend, mal 'ne Alkoholpause zu machen.

    Auch für mich waren immer nur die Anderen die Säufer!

    Ich wurde zum Wirklichkeitsverdränger, zum Ignoranten, immer nur die Anderen kritisierend.

    Erst als ich mal 'ne Pause probierte oder (ganz schlimm) ich Abends nach Haus kam und kein Alk war da, da wurde mir so einiges bewusst.

    ... sollte ich ggf. die Beziehungsgespräche erstmal noch lassen um nichts schlimmer zu machen?

    Ja, nein, vielleicht - keine Ahnung!!!

    Das hängt doch von eurer Beziehung ab, wer wie was formuliert ... wird es vorwurfsvoll, sachlich-nüchtern, ist der Partner selbst gerade gestresst und nicht gerade offen für diese Gespräche, jetzt in diesem Moment? Habt ihr die Ruhe und auch die Muse, sachlich zubleiben, ohne Schuldzuweisung?

    Gibt es überhaupt einen richtigen Moment?

    Spannend wie selten ... na ja, der Versuch ein altes Thema (Manipulation, Intrigen) in ein neues, anderes Kleid zu hüllen. Dramaturgisch wenig anspruchsvoll.

    Für den geübten Fernsehkieker, eher eine recht unspektakuläre, vorhersehbare Handlung - die Geschmäcker sind verschieden!🙃

    Viele behaupten, die Prävention an Schulen etc. würde ausreichend sein

    Auf Grund von Sparkassen_Helga 's Äußerung: "Hätte mir damals eine alte Schachtel gesagt ... "

    Das Problem der mangelnden Einsicht ist doch oft, dass man es gesagt bekommt: 'du sollst nicht' ...

    Das sehen viele als Bevormundung an, das mögen weder Junge, noch Alte. Regeln, Vorhaltungen, "Drohungen" oder gar das Erzeugen von Angst, erzeugen diese Abwehrhaltung, diesen Trotz!

    Wenn mir dagegen die Möglìchkeit gegeben wird, selbst zu schlussfolgern, selbst darauf zu kommen (Aha-Effekt), die Erkenntnis eine selbstgewonnene, nicht eine scheinbar "übergebügelte" ist, hat diese Erkenntnis doch eine ganz andere Wirkung!

    Als ich mir den Alkohol nicht mehr verbot (gerade in meiner ersten Abstinenzzeit), schwand auch bei mir "dieser" Druck, denn nun konnte ich frei entscheiden, ich konnte Alkohol kaufen, ihn meinetwegen auch trinken - doch wollte ich das?

    Wollte ich wieder zur hilflosen Person werden, die sich nur all zu oft selbst verachtete, schämte, sich und andere belog, nur um heimlich saufen zu können?

    Allerdings hätte mir damals eine alte Schachtel erklären können, dass mein Konsum langfristig ein Problem wird und ich hätte trotzdem nichts gecheckt.

    Sehr treffend ausgedrückt!

    Die Überheblichkeit der "Jugend" ... deshalb fruchten auch Verbote sowenig bis gar nicht. Massregelungen, Vorhaltungen und Appelle verhallen in den Unendichkeiten des Universums, nicht nur beim Alkoholkonsum.

    Hallo Atreju,

    ... emotionaler/gefühlsduselig, kritischer, hinterfragender, zweifelnder, oft auch "schwarzsehender", besonders sich selbst gegenüber, oft auch intoleranter ... das kenne ich auch von mir. Auch leichte depressive Züge, zumindest den Hang dahin, wenn etwas nicht gerade optimal lief oder sich eventuell (!) mögliches Unheil anzubahnen drohte - das erlebte ich auch, besonders stark in meinen ersten Abstinenzwochen. Ich war auch reizbarer, ähnlich einem frischen Nichtraucher - ich war die negativen Emotionen nicht gewohnt.

    Auch lefzte ich förmlich nach Anerkennung, positiven Erlebnissen/auch kleinen Erfolgserlebnissen. Passierte das nicht, war meine Stimmung sehr schnell am Boden.

    Früher half mir der Alkohol, all das zu betäuben!

    Nun, betäubungslos, musste ich das und auch mich, ertragen lernen, mich daran gewöhnen. Dazu brauchte ich Wochen! Ganz langsam wurde es besser/erträglicher.

    Für einen Nicht-Suchtler, nicht auf Entzug sich befindenen Menschen, war das schwer nachvollziehbar. Ich musste lernen mit dem, was ich zuvor immer erfolgreich betäubte, zurechtzukommen. Wohl die anspruchvollste Hürde der Alkoholentwöhnung, die "Rekalibrierung" meiner Gefühlsebene (meiner Gefühlsdusellei). Ich weiß nicht, ich ich das anders bescheiben soll ...

    Wird Sucht durch die Gene weitergegeben?

    Da kann man bestimmt allerlei spekulieren!

    Mein Vater war ein Trinker, sein Leben lang.

    Ich bin mir ziemlich sicher, hätte Alkohol nicht diesen "Fröhlichkeits- Anerkennungsstellenwert" gehabt, schon in der Kindheit bei Festen ... man durfte (!) auch mal etwas trinken, man war ja schon fast groß, als Jugendlicher - Jugenweihe🍻+🍾 u.s.w. - alles gen-unabhängig - hätte ich niemals so eine große Alkoholtoleranz entwickelt!

    Mein erster Schluck Alkohol, sicher auch der zweite, war nicht gerade lecker (Bier, Schnaps, Wein), erst als ich mich darangewöhnte, wurde es "schmackhaft".

    Ist das nun auf meine Gene zurückzuführen?

    Stilles Wasser , danke für den Hinweis (Wie ein Licht in der Nacht). Sehr einfühlsam erzählt dieser Film, wie leicht man in die Abhängigkeit geraten kann, wenn Stress und Erfolgsdruck, die sozialen Kontakte zerböseln lassen und man sich dann, aus Ermangelung eben dieser soźialen Kontakte, der Betäubung hingibt, um sein Leben ertäglicher zu machen.

    Auch Marius Müller-Westernhagen's Lied "Johnny Walker, du bist mein bester Freund" vermittelt dieses Gefühl sehr eindrücklich.

    Genau, das muss die jeweils „andere Seite“ aber erstmal verstehen bzw. akzeptieren.

    Akzeptieren genügt völlig! Wie soll ich den deine Gefühle verstehen, wenn ich gänzlich anders fühle? Andere Vorstellungen, Ideale, Ängste oder Überzeugungen habe?

    Du glaubst vielleicht an die Schöpfung, ich an die Evolution, ein anderer an Gespenster, Querdenker u.s.w.u.s.f. ... alles erzeugt Gefühle, was wir denken, glauben, wissen oder glauben zu wissen, was wir uns zutrauen oder lieber nicht, wovon wir überzeugt sind oder was wir absurd finden ...

    Ich kann nur von mir erzählen, was ich erlebte, wie es mir erging, woran ich glaube.

    Wenn Paddy oder ich nun gelassen und angstfrei mit Alkohol umgehen können, ist's doch wunderbar. Vielleicht wissen wir ja auch, dass der Alkohol uns nichts tut, wenn wir ihn nicht trinken.

    Vielleicht wissen wir ja auch oder glauben es nur, dass wir entscheiden, was wir tun, nicht die Sucht oder ein plötzlich auftretendes, unbändiges Verlangen - ich nenne es ganz einfach angstfrei oder bewusst.

    Dieses ganze Hätte, Würde, Könnte, Eventuell ... ja, aber ... wenn ... nervt mich manchmal sehr, weil man nie zum Ziel kommt, hält man sich daran auf.

    Man darf sich entscheiden, war es der falsche Weg, dann nehme man bitte einen anderen, irren ist erlaubt, nur nichts tun und ewiges Laberrhababer sollte man tunlichst unterlassen.

    Trink, wenn du trinken möchtest, aber jammere nicht. Lass es, wenn's zu gefährlich ist, konfrontiere dich mit Alkohol oder lass es sein - probiere es auch ... wähle, entscheide!

    So einfach kann die Welt sein!

    Ex-Süchtige brauchen Selbstvertrauen. Das Wissen, dass sie es schaffen. Das nennt man, glaube ich, Zuversicht, einen Glauben.

    Dem steht die Angst, die Unsicherheit entgegen.

    Nach meinen ersten ängstlichen, alles vermeidenden (was auch nur im geringsten mit Alkohol zu tun hatte) Wochen, wagte ich mich allmählich wieder in die Nähe von Alkohol (Supermarkt, Kneipen, Feste, zum biertrinkenden Nachbarn) ... immer nur ein bisschen mehr und beobachte meine Reaktion, war ich nicht ängstlich, wagte ich ein bisschen mehr.

    Da ich (!) nicht ein Klammerbeutelgepuderter bin🥳🤥😎, ersparte ich mir der Hinweis: "nur trinken darfst du ihn nicht, den Alkohol".

    Wer sich mit Autosuggestion, Meditation/Gelassenheit noch beschäftigen möchte, macht bestimmt nichts verkehrt.

    Es geht nicht nur um die Toleranz, die im Gehirn dadurch entsteht, dass vermehrt entsprechende Rezeptoren für die Botenstoffe, mit den das Gehirn infolge von Alkoholkonsum regelrecht überschwemmt wird, gebildet werden.
    Das bildet sich nämlich im Laufe der Abstinenz zurück. Dauert halt nur eine gute Weile.
    ...

    Mit entsprechendem bewusstem Training kannst du dir eine neue Verknüpfung antrainieren,

    Genau so erkläre ich es mir auch.

    Ich wage sogar zu behaupten, dass die Rezeptorenbildung oder Rückbildung, wir auch beeinflussen können, durch das was wir denken, nicht sofort, aber auf Dauer schon.

    Unser Gehirn reagiert auf Reize, bleiben diese aus, regiert unser Gehirn auch nicht.

    Im Gehirn passieren, nicht nur offenbar:S, so viele Dinge die wir uns nicht erkären können.

    Es ist wohl wahr, ichso , dieses Laberrhabarber führt zu nichts, auch nicht über die böse Gesellschaft schimpfen oder dass ein dummes bzw. süchtiges Volk besser zu regieren sei.

    Wie bereits erwähnt, ich wollte aufhören zu trinken, ich tat es, ich hatte ein Ziel, es war die erste Zeit kein fröhlicher Spaziergang und, für mich das Wichtigste, ich glaubte daran.