Beiträge von Paul

    Auch nachdem ich mir:

    https://www.ardmediathek.de/video/hirschha…WRkZjFkZTdjMjY2

    ansah, kam eigentlich nur eine Frage auf:

    Sind wir wirklich alle so blind, gutgläubig, doof, unwissend, hoffnungsvoll (das passiert mir nicht, nur den Anderen)?

    Heute, im Nachhinein, kann ich die Frage eindeutig mit JA beantworten!

    Gefördert wurde es selbstverständlich auch durch die allgem. Akzeptanz in der Bevölkerung (Kulturgut u.ä.), der permanenten Verfügbarkeit, immer und überall, der Werbung und den niedrigen Preisen.

    Und der anfänglichen, sehr angenehmen berauschenden Wirkung.

    All das verbinden/verbanden wir mit Alkohol, oft über Jahre, Jahrzehnte ... es verschmolz praktisch mit unseren Genen, unseren Gefühlen unseren Erfahrungen, unserer Denkweise (mind set). Das trainierten wir uns an bzw. wurde uns antrainiert und das passiert auch heute noch! Immer und überall.

    Schlimmer noch, trinkt man nicht oder nicht mit, wird man schnell verspottet, ausgeschlossen, selten akzeptiert.

    ... Sein Arzt hat ihm wohl vor einem Jahr gesagt, dass er ihm "in 2 Jahren Blümchen" schickt, wenn er nicht aufhört. Wenn er tatsächlich nicht mehr lange durchhält sehe ich schwarz für meine Jüngste. Er wird sie direkt mit sich in den Abgrund ziehen. Meine Große hält sich noch wacker, aber was das wirklich mit ihr macht kann ich gar nicht erahnen.

    Hallo Nekobasu,

    solange die Hoffnung am Leben erhalten wird, wird das Leid der Angehörigen nie aufhören.

    Ich, selbst Kind eines Alkoholikers, erlebte das ebenfalls (sehr schmerzlich). Auch ich "durfte" einiges erleben!

    Alle Appelle, Bitten, ja "Beschwörungen" verhallten oft nach kurzer Zeit (beim Alkoholiker). Auch nach einem längeren Krankenhausaufenthalt meines Vaters, er lag im Koma, er war "eigentlich", biologisch-medizinisch gesehen, trocken, begann die Reise wieder von vorn.

    Erst als ich jegliche Hoffnung begrub, konnte ich mich von meinem Qualen befreien. Ja, es tat weh, ja, es dauerte sehr lange und einfach war es schon gar nicht.

    Doch ich musste die Realität akzeptieren!

    Wenn Erwachsene sich schon schwer tun, mit diesem Gedanken (Hoffnungslosigkeit), haben es Kinder/Heranwachsende doppelt schwer, weil es außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt.

    ... wie soll man akzeptieren, dass ein Mensch, zu mal man ihn einmal liebte, sich dermaßen veränderte? Gerade als Kind.

    Mein Vater war krank, mittlerweile auch im Kopf, in seinem Denken, ähnich einem Demenzkranken ... hin und wieder flackerten helle Momente auf, Einsicht, Willensbekundungen, Absichtserklärungen. Hielten vielleicht auch ein paar Stunden, Tage, doch selten länger. Ein Rückfall folgte dem nächsten.

    ... bis gar nichts mehr ging!

    Wenn man das immer wieder verdrängt, die Hoffnung am Leben erhält, dass man als Angehöriger etwas verändern könnte, wird man selbst zum Leidenden, wenn nicht gar zum Kranken.

    Letzter Satz: Wenn der Alkoholiker nicht, von sich aus, aufhören will, bleibt die Hoffnung Hoffnung, egal wie viele Zugeständnise man ihm abringt.

    Genau so harmlos, wie Klebstoff schüffeln, Lachgas inhalieren u.s.w. - da braucht's doch kein Smiley. Da genügt doch Vernunft, auf Wissen basierte Vernunft, das ist doch das allgem. Problem.

    Früher, vor nicht all zu langer Zeit war Aids ein Problem ... plötzlich war das Wissen da. Corona war nicht schlimm/einschneidend genug (die Bedrohung), um ein nachhaltiges Wissen aufzubauen -> nun ist von einstiger Furcht/Besonnenheit/Vorsicht kaum noch etwas zu spüren.

    Ähnlich ist's auch beim Alkohol, es muss doch erst etwas schreckliches passieren ... einem selbst, damit ein Umdenken entwickelt wird.

    Oder ich bin so gebildet/wissend, dass ich mir der Gefahren bewusst werde. Wie soll das denn jemals funktionieren (rethorische Frage), bei dieser ganzen verbalen Weichspülerei?

    "Paul ich stecke da gerade mittendrin und sehe den Weg nicht mehr klar. Kannst du da noch näher drauf eingehen? Mir deine Erfahrung näher bringen? Ich komme mir aktuell ständig so vor als würde ich jeden Moment untergehen. Das mich die Anstrengung erdrückt."

    Hallo Emily,

    um @AmSee's Thread nicht (mal wieder) zu sprengen, nun hier:

    Mach' einfach Mal Pause!

    Von dieser ganzen Alkoholproblematik, du bist schon länger alkoholfrei, kennst Für und Wider, hast div. Vorteile einer Abstinenz bemerkt, kannst dich noch sehr gut an deine Saufzeit erinnern. Weisst auch genau, dass der ganze Schei** wieder von vorn beginnt, nach ein ... zwei Gäsern Wein.

    Du weißt, die Welt verändert sich kein bisschen, wenn du wieder trinkst, doch Du wirst wieder zu dem, was du einmal warst, aber nie sein wolltest!

    Freu' dich! Du bist dem Suff entkommen, du gehörst zu dem +/- 10% der erfolgreichen Abstinenten.

    Sei stolz auch Dich!

    Ich weiß nicht und kann da auch nicht ganz folgen, warum mancher aus einer Einstellung wie deiner Tom oder meiner ein „Hochhalten von Angst“ sieht.

    Es geht doch überhaupt nicht darum, Angst zu haben, und ich lese aus deinen Zeilen auch kein bisschen Angst heraus, sondern im Gegenteil eher Gelassenheit.

    Ohne, dich @AmSee direkt ansprechen zu wollen!

    Ja, ich bin mittler gelassen (=angstfrei). Ich kann mittlerweile völlig entspannt Alkohol begegnen.

    Das konnte ich in meiner Anfangsabstinenzzeit nicht! Denn ich hatte Angst. Angst wieder schwach zu werden, Angst wieder zu versagen (trinken) , Angst vor Suchtdruck/Craving, Angst davor Angst zu bekommen und eben diese betäuben zu müssen.

    Wem das Wort Angst missfällt, nehme bitte Unsicherheit, Zweifel oder Es-sich-nicht-zutrauen.

    Egal, das Gegenteil ist furchtlos oder sich sicher sein = Selbstbewusstsein ... es können.

    Ich verlor mit der Zeit, dieses unangenehme Gefühl (Alkohol-Sucht-gefährlich!), ich gewöhnte mich daran, dass Alkohol genau so harmlos ist, wie Verdünnung, Arsen oder Haushaltsreiniger, solange er nicht nicht in meinen Körper gelangt.

    Hallo Atreju,

    Beziehungsprobleme, egal ob mit Lebensabschittsbegleiter, Familie oder Nichtverwandten, selbst bei Fiedensverhandlungen auf internationaler Ebene, auch bei sich selbst, lassen sich doch nur auf einer Sach-, Vernunftsebene lösen ... sobald Gefühle im Spiel sind oder man sich angegriffen, ungerecht behandelt oder übervorteilt fühlt, wird's doch sehr schnell unsachlich und emotional.

    Vielleicht schreibst du dein Pro und Contra einmal nieder, für dich ganz allein, und versetzt dich dann in die Lage des Anderen, wie er reagieren würde ... praktisch wie eine Generalprobe nur ohne Publikum, um seine eigenen Fehler, eventuellen Unzulänglichkeiten zu bemerken oder trägst sie einer nicht involvierten, vertrauten Person vor ... ???

    Ich hab das nicht begriffen, dass die Art wie ich Alk trinke dazu führt, dass ich irgendwann auch die traurige Person bin, die nach der Arbeit ganz ohne Party und Freunde alleine auf dem Sofa drei Bier reinschüttet.

    Das ist doch die Kunst, dieses zu vermitteln ... schleichende Sucht, was macht Alkohol mit mir/uns?

    Da ist doch so ein dry january oder ein alkoholfreier Monat, der beste Aha-Effekt-Produzent überhaupt!

    Zwar war ich nie so'ne fröhliche Partymaus, weil mir diese, erst durch Alhohol so fröhlich werdenen Menschen schon immer suspekt waren.

    Doch auch ich konnte an einem Abend zechen, war dann fit auf der Arbeit, aktiv in der Freizeit, sportlich, alles andere als mittelmäßig und das sehr gern (nur für mich!), doch im Laufe der Zeit schlich sich eben genau diese Gewohnheit ein ... täglich Bier am Abend, immer fauler werdend, Vorratshaltung, gar nicht auf die Idee kommend, mal 'ne Alkoholpause zu machen.

    Auch für mich waren immer nur die Anderen die Säufer!

    Ich wurde zum Wirklichkeitsverdränger, zum Ignoranten, immer nur die Anderen kritisierend.

    Erst als ich mal 'ne Pause probierte oder (ganz schlimm) ich Abends nach Haus kam und kein Alk war da, da wurde mir so einiges bewusst.

    ... sollte ich ggf. die Beziehungsgespräche erstmal noch lassen um nichts schlimmer zu machen?

    Ja, nein, vielleicht - keine Ahnung!!!

    Das hängt doch von eurer Beziehung ab, wer wie was formuliert ... wird es vorwurfsvoll, sachlich-nüchtern, ist der Partner selbst gerade gestresst und nicht gerade offen für diese Gespräche, jetzt in diesem Moment? Habt ihr die Ruhe und auch die Muse, sachlich zubleiben, ohne Schuldzuweisung?

    Gibt es überhaupt einen richtigen Moment?

    Spannend wie selten ... na ja, der Versuch ein altes Thema (Manipulation, Intrigen) in ein neues, anderes Kleid zu hüllen. Dramaturgisch wenig anspruchsvoll.

    Für den geübten Fernsehkieker, eher eine recht unspektakuläre, vorhersehbare Handlung - die Geschmäcker sind verschieden!🙃

    Viele behaupten, die Prävention an Schulen etc. würde ausreichend sein

    Auf Grund von Sparkassen_Helga 's Äußerung: "Hätte mir damals eine alte Schachtel gesagt ... "

    Das Problem der mangelnden Einsicht ist doch oft, dass man es gesagt bekommt: 'du sollst nicht' ...

    Das sehen viele als Bevormundung an, das mögen weder Junge, noch Alte. Regeln, Vorhaltungen, "Drohungen" oder gar das Erzeugen von Angst, erzeugen diese Abwehrhaltung, diesen Trotz!

    Wenn mir dagegen die Möglìchkeit gegeben wird, selbst zu schlussfolgern, selbst darauf zu kommen (Aha-Effekt), die Erkenntnis eine selbstgewonnene, nicht eine scheinbar "übergebügelte" ist, hat diese Erkenntnis doch eine ganz andere Wirkung!

    Als ich mir den Alkohol nicht mehr verbot (gerade in meiner ersten Abstinenzzeit), schwand auch bei mir "dieser" Druck, denn nun konnte ich frei entscheiden, ich konnte Alkohol kaufen, ihn meinetwegen auch trinken - doch wollte ich das?

    Wollte ich wieder zur hilflosen Person werden, die sich nur all zu oft selbst verachtete, schämte, sich und andere belog, nur um heimlich saufen zu können?

    Allerdings hätte mir damals eine alte Schachtel erklären können, dass mein Konsum langfristig ein Problem wird und ich hätte trotzdem nichts gecheckt.

    Sehr treffend ausgedrückt!

    Die Überheblichkeit der "Jugend" ... deshalb fruchten auch Verbote sowenig bis gar nicht. Massregelungen, Vorhaltungen und Appelle verhallen in den Unendichkeiten des Universums, nicht nur beim Alkoholkonsum.

    Hallo Atreju,

    ... emotionaler/gefühlsduselig, kritischer, hinterfragender, zweifelnder, oft auch "schwarzsehender", besonders sich selbst gegenüber, oft auch intoleranter ... das kenne ich auch von mir. Auch leichte depressive Züge, zumindest den Hang dahin, wenn etwas nicht gerade optimal lief oder sich eventuell (!) mögliches Unheil anzubahnen drohte - das erlebte ich auch, besonders stark in meinen ersten Abstinenzwochen. Ich war auch reizbarer, ähnlich einem frischen Nichtraucher - ich war die negativen Emotionen nicht gewohnt.

    Auch lefzte ich förmlich nach Anerkennung, positiven Erlebnissen/auch kleinen Erfolgserlebnissen. Passierte das nicht, war meine Stimmung sehr schnell am Boden.

    Früher half mir der Alkohol, all das zu betäuben!

    Nun, betäubungslos, musste ich das und auch mich, ertragen lernen, mich daran gewöhnen. Dazu brauchte ich Wochen! Ganz langsam wurde es besser/erträglicher.

    Für einen Nicht-Suchtler, nicht auf Entzug sich befindenen Menschen, war das schwer nachvollziehbar. Ich musste lernen mit dem, was ich zuvor immer erfolgreich betäubte, zurechtzukommen. Wohl die anspruchvollste Hürde der Alkoholentwöhnung, die "Rekalibrierung" meiner Gefühlsebene (meiner Gefühlsdusellei). Ich weiß nicht, ich ich das anders bescheiben soll ...

    Wird Sucht durch die Gene weitergegeben?

    Da kann man bestimmt allerlei spekulieren!

    Mein Vater war ein Trinker, sein Leben lang.

    Ich bin mir ziemlich sicher, hätte Alkohol nicht diesen "Fröhlichkeits- Anerkennungsstellenwert" gehabt, schon in der Kindheit bei Festen ... man durfte (!) auch mal etwas trinken, man war ja schon fast groß, als Jugendlicher - Jugenweihe🍻+🍾 u.s.w. - alles gen-unabhängig - hätte ich niemals so eine große Alkoholtoleranz entwickelt!

    Mein erster Schluck Alkohol, sicher auch der zweite, war nicht gerade lecker (Bier, Schnaps, Wein), erst als ich mich darangewöhnte, wurde es "schmackhaft".

    Ist das nun auf meine Gene zurückzuführen?

    Stilles Wasser , danke für den Hinweis (Wie ein Licht in der Nacht). Sehr einfühlsam erzählt dieser Film, wie leicht man in die Abhängigkeit geraten kann, wenn Stress und Erfolgsdruck, die sozialen Kontakte zerböseln lassen und man sich dann, aus Ermangelung eben dieser soźialen Kontakte, der Betäubung hingibt, um sein Leben ertäglicher zu machen.

    Auch Marius Müller-Westernhagen's Lied "Johnny Walker, du bist mein bester Freund" vermittelt dieses Gefühl sehr eindrücklich.