Beiträge von Paul

    Ich könnte jetzt alles wiederholen, was ich bereits äußerte ... viele, so auch ich, schoss mich immer wieder ab, weil ich mit mir und meinen Gefühlen und Empfindungen nicht zurecht kam.

    So wie viele Menschen. Wenn ich mir, die Frage beantworten kann (bzw. jeder für sich) und gleichzeitig bemerke, dass diese Dauerbetäubung alles andere als hilfreich ist, es sogar verschlimmert, kann ich etwas verändern.

    Diese Frage sollte sich jeder stellen und muss selbst seine persönliche Antwort/Lösung finden, ganz individuell - vorausgesetzt, er will das auch.

    Ich will nicht Andere verändern! Doch die Frage darf erlaubt sein: Warum tut ihr das, wenn es euch doch so viel Kummer bereitet?

    Meinetwegen kann sich jeder in den Ruin saufen, sofern er damit zufrieden ist, doch die Wenigsten sind doch damit zufrieden ..

    Steht es denn in deiner oder meiner oder in jemand anderes Macht hier, daran grundsätzlich etwas ändern zu können?

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.

    Ich muss ehrlich gestehen ... soll'n "die Anderen" doch machen, was sie für richtig halten - sie werden bemerken, ob es funktioniert!

    Mein Weg funktionierte für mich. Wenn Andere einen anderen Weg wählen und der funktioniert (für sie), werden auch sie zufrieden sein.

    Nur darum geht's doch: Zufriedenheit. Ich muss für mich, meine Wahrheit finden, wenn die mit der Wahrheit der Anderen nicht deckungsgleich ist, ist es doch unerheblich = Hauptsache es funktioniert, für den Einzelnen!

    Tach, Herr Laggard,

    Voranzeichen für einen eventuellen Rückfall ... keine Ahnung, was die Gründe/Ursachen bei Anderen sein können. Doch die Anzeichen, Vorboten scheinen sich zu ähneln ... aufkommender Frust, in Form von Erregtheit, sei es Ärgern, Traurigkeit, Hilflosigkeit, auch Schmerzen ... egal was, man gerät in einen schwer erträglichen, emotionalen Zustand - will dem entfliehen, sich betäuben ... will, dass er weggeht, dieser Zustand, dass sich der Körper von diesem Erregungszustand löst, ihn ausgleicht.

    Zu viel Adrenalin, Histamin, Testosteron ... ? Es entsteht ein Ungleichgewicht von Botenstoffen und/oder Hormonen, das Gehirn versucht dem entgegenzusteuern, den Mangel bzw. Überschuss auszugleichen.

    Bei manchen helfen andere Reize, durch die wiederum ausgleichende Botenstoffe ausgeschüttet werden, wie bspw. Essen, Trinken (kein Alkohol), Bewegung, Yoga, die Veränderung der Atmung, eingen hilft lautes Schreien oder sich sonst wie abreagieren, je nach Gemüt.

    In der ersten Zeit meiner Abstinenz war ich sehr leicht erregbar, vieles nervte mich zu schnell, zu leicht - ich konnte mit all den nun ungefiltert (nicht betäubten) erzeugten Botenstoffen nicht umgehen. Mein Hirn war diese Fülle einfach nicht gewohnt, ja förmlich überfordert! Das wiederum erzeugte Suchtdruck ... ich will "mich-betäuben(ausgleichen)-Druck".

    Mir halft Beschäftigung/Abkenkung, mein Hirn musste etwas zu tun haben, auch durch Bewegung, nicht gerade exessive, sondern auch äußerst konzentrierte, wie sie bspw. beim Yoga, Thai Chi oder bei ähnlichen Übungen von Nöten ist, war für mich das geeignete Mittel. Manche haben Freude beim Malen nach Zahlen, Häkeln, Puzzlen, Töpfern oder werfen sich lustvoll in kontroverse Diskussionsrunden, andere finden Befriedigung beim Essen, da ist der Körper/Kopf auch herrlich beschäftigt.

    Der "Vorbote eines Rückfalls" ist doch meist beginnende Unruhe/Unzufriedenheit.

    Ich musste Gelassenheit üben. So simple Tip's wie "entspann Dich", "geh' mal 'ne Runde spazieren" oder "atme erstmal tief durch" taten ihre Wirkung ... doch das brauchte seine Zeit, viel Zeit!!!

    Er sagte ich bin diesen Menschen, der gerade hier war sehr dankbar. Ihr die ihr schon mehr oder weniger lang trocken seit könnt mir nicht das geben was mir dieser Mensch eben gegeben hat. Er hat mir gezeigt wer ich war und wo ich nicht mehr hin möchte.

    Leider gerät das viel zu schnell in Vergessenheit.

    Aufarbeiten ... klingt immer so "psychologisch" kompliziert, aufwendig.

    Ich schaute mir ein Foto an, von mir, schaute in meinen versoffenen, verklärten Blick - das war sowas von beschämend! Das genügte völlig, da bedurfte es weder Worte, noch Erklärungen, schon gar keine Diskussionen.

    Konnte man vor so einem Menschen Achtung haben?

    Andere verurteilt man immer schnell ...

    ... diese Unsicherheit kenne ich auch. Um die Alkoholabteilung mache ich auch einen grossen Bogen.

    Das geht wohl allen/vielen so, jahrelang eingeschiffene Automatismen/Gewohnheiten brauchen oft lange, bis man sie sich wieder abgewöhnt.

    Komisch ist, dass "Bilder", also das Ansehen bestimmter Dinge (die wir mal als angenehm empfanden oder Angenehmes damit verbanden), Bier-, Schnaps-, Weinflaschen oder trinkende Menschen im Biergarten oder auch im TV, so heftige emotionale Reaktionen auslösen. Dagegen bemerkte ich die vielen kleinen Schnapsflaschen im Kassenbereich zwar, doch die lösten in mir keinerlei Reaktion aus - weil ich die schon immer schrecklich fand? Schon immer mit den Heimlich-Säufern, welche ich nicht gerade achtete, verband? Auch Bilder von eimersaufenden Mallorca-Urlaubern fand ich schon immer schrecklich ... würdelos.

    Das konnte ich alles ansehen, da triggerte nichts.

    Heute, nach dem ich meine (oft sehr peinliche) Saufzeit aufarbeitete und das sehr nüchtern ^^ , schäme ich mich immer noch und genau dieses "nie wieder!" lässt mich heute lässig sämtliche Alkoholika links liegen lassen, angstfrei, fast schon belustigend ...

    Wie doof war ich damals:!:

    Hallo Laggard,

    am Anfang meiner Abstinenz fürchtete ich mich regelrecht vorm Alkohol, besser, dass ich wieder schwach werden könnte, in meiner alkoholfreien "Blase" war das alles kein Problem ... aus den Augen aus dem Sinn, doch schon der Anblick, wenn im TV gertunken wurde, ließ ein eigenartiges Gefühl aufkommen, auch im Supermarkt, in der Nähe der Alkregale, fühlte ich mich auffällig unwohl, also machte ich einen Bogen 'drumrum.

    Es kam zwar kein unbändiges Verlangen auf, doch eine gewisse Unsicherheit - soll ich oder lieber nicht? Ich konnte ja nicht immer die Augen verschließen.

    Ist das Thema bei euch?

    Ich beneide die Menschen so, die normal und ohne Scham ihr eines Bier trinken können und danach wieder aufhören.

    Es dauerte lange bei mir, bis ich mich von solchen Gedanken lösen konnte, bis diese Wehmut verging. Bis meine eigene Jammerei verging. Bis ich begriff, ganz automatisch, ein Bier trinken können, war nie etwas besonderes - im Gegenteil, es war immer besonders peinlich, besonders nach dem zweiten, dritten ... x-ten Bier = wie ich da mutierte, wie mir alles andere egal wurde, Hauptsache 🍻

    ... bis zur totalen Verblödung, Willenlosigkeit ... bis zum k.o./Einschlafen oder wie immer man es nennen möchte. War ich wirklich auch zu diesen Menschen geworden, die ich eigentlich (!) bedauerte, ja sogar manchmal verachtete?

    Die Antwort war einfach und sehr erschreckend!

    Mein Vater kam nie vom Alkohol los (ganz böse), auch viele Mitbürger ... am Strassenrand, hatten sich dem Suff ergeben, ich wusste also Bescheid. Wollte ich auch so sein? Oder war ich es bereits, bemerkte es nur nicht?

    Das machte mir Angst, so wollte ich nie werden/sein.

    Ich wusste, der Zug war abgefahren "nur ein Bier trinken", das hatte ich verlernt. Das war auch nicht mehr umzukehren. Das war ein unumstösslicher Fakt, das bemerkte ich in all den Jahren an mir selbst.

    Also musste ich mir den Alkohol nicht nur schlecht reden, mich an all die peinlichen Situationen erinnern, sondern mich auch von ihm fernhalten, damit die Gier nicht immer wieder entfacht wurde. Damit die Erinnerung an den vermeintlich ach so schönen Rausch allmählich verblasste.

    Andere Menschen konnten das, sogar Tiere. Warum sollte es mir also nicht gelingen? Das Blöde war nur, es brauchte Zeit ... lange Zeit.

    Ich, Herr Ungeduld, musste mich zusammenreißen, auch aushalten (besonders in den ersten Wochen), doch ganz allmählich, kaum merklich, wurde es immer einfacher - ich wurde immer gelassener.

    Hätte ich nicht an mich geglaubt (dass auch ich es schaffe), wäre es mir auch nie gelungen - allen Unkenrufen zum Trotz.

    Ich hab Angst, das mein Leben ohne Alkohol so langweilig ist, so trostlos.

    So dachte ich auch mal.🙄

    Doch lag es nie am Alkohol. Weder ich noch das Leben wurde un-langweiliger ohne Alkohol, auch wurde auch nichts interessanter mit Alkohol, im Gegenteil, ich wurde immer träger, ja, auch fauler, desinterssierter durch meinen Alkoholkonsum.

    Hallo Mausezahn,

    auch ich griff schnell zum Bier bei Langeweile, zu schnell, das Bier wiederum "entschuldigte" mein Nichtstun und lud zum nächsten Bier ein.

    War ich dagegen froh oder auch angespannt, benutzte ich Bier zur Belohnung oder zur Entspannung ... egal was es war, ich fand immer einen Grund. Das hatte ich mir angewöhnt/antrainiert, über Jahre!

    War mein Hirn nicht beschäftigt durch Arbeit, Hobby, Hausarbeit, kam automatisch der Gedanke an Alkohol = Entspannung, abschalten, sich was Gutes tun. Als Bier nicht mehr so recht funktionierte (auf Grund der Gewöhnung), kam Schnaps hinzu.

    Litt ich an einer Hyperaktivität, mit der ich beschäftigungslos (mit mir allein) nicht zurechtkam? Oder war ich dieser Betäubungssucht, sich immer 'runterfahren müssen, bereits erlegen, weil ich gar nichts anderes mehr gewohnt war?

    Hatte ich etwas vor ... Kfz- oder Radfahren, mich mit Freunden treffen oder anspruchsvolle Tätigkeiten, wo ich klar im Kopf sein musste, verspürte ich diesen Bier-trink-Drang nicht. Erst wenn Ruhe einkehrte oder in Verbindung mit Stress und Ruhe, z.Bsp. Langeweile ... zwar etwas tun wollen, aber nicht wissen was, kam mir der Gedanke an diese "Belohnung"/Betäubung.

    Mir drängten sich Vergleiche auf - mit hibbeligen Kindern, die anscheinend ständig unter Strom standen und denen ADHS bescheinigt wurde -> beschäftigt man diese Kinder/Menschen lässt diese Hibbeligkeit, diese Hyperaktivität im Kopf nach oder (!) man betäubt sie (leider).

    Ich musste lernen, nicht nur "diesen Zustand" einfach auszuhalten, nun betäubungslos, sondern auch damit umzugehen. Mein Gehirn musste sich umstellen und zwar freiwillig, ohne Druck oder Zwang von außen, ich musste es wollen.

    Auch mein Arzt bescheinigte mir erhöhte Leberwerte und wies mich auf einen möglichen zu hohen Alkoholkonsum hin - doch wollte ich das wissen? Alkoholiker waren doch nur die Anderen. Ich doch nicht!

    Als ich mit der Abstinenz begann, wurde ich eines Besseren belehrt, ich wurde mega-unruhig. Doch Dank der Erfahrungen anderer, wusste ich, das vergeht ... mit der Zeit.

    Sie sollten recht behalten.

    "Wenn Momente wichtig sind, teilen wir ... "

    Wenn ich mich einem Anderen mitteile, der's aber nicht versteht, weil er ganz andere Prioritäten, ganz andere Assoziationen, Gefühle, Ansichten, vielleicht auch ein ganz anderes Vokabular hat, wird dieses "Teilen", diese "Achtsamkeit" doch schnell zur Farce bzw. führt eher schnell zu Missverständnissen.

    Viele Menschen bemerken, in ihrer "Weisheit", ihrer festen Überzeugung, gar nicht, dass der Andere nur Bahnhof versteht.

    Aus Höflichkeit hält sich der Nichtverstehende oft zurück, sei es im Ashram, in der Kirche oder beim Psychologen, auch bei der immer belehrenden Mutter ist das oft so -> man will keinen Streit, hasst mit der Zeit sogar diese konfrontativen Diskussionen ... bei vielen wird es sogar zum regelrechten Verteitigungsreflex.

    Bei aller "Achtsamkeit", ging vielen das Beachten, das Bemerken des Anderen verloren und wich oft dem Predigen = je mehr Fremdwörter benutzt werden, je abstrakter (unvorstellbarer) die Beispiele werden, desto unverständlicher und missverständlicher wird's! Egal - Hauptsache es wurde geteilt, egal, ob der Andere dem folgen kann oder nicht.

    Bei aller Achstsamkeits-Propaganda, geht oft das Beachten/Bemerken, sich verständlich machen und es auch können, verloren.

    "Sei im Hier und Jetzt" ... mein Hier und Jetzt? Oder deines?

    Achtsamkeit bedeutet für mich, auch den Anderen be...achten, zu bemerken, was um mich herum geschieht.

    auch gern mal "Drama, Baby!"

    Viele sind sehr allergisch gegenüber "Drama", mache geniessen die Aufmerksamkeit (bei Drama), wenn sie denn welche bekommen, wenn nicht, sind sie noch entäuschter, weil's niemanden interssiert.

    Muttertag ist jeden Tag, zumindest sollte er es sein. Wenn mein Kind eh' nicht gern zu mir kommt, warum sollte es dann am Muttertag plötzlich anders sein?

    Ich mochte meine Mutter, auch wenn sie keine einfache Person war. Muttertag, Geburtstag o.ä. "Gedenktage" sind für viele wichtig - warum eingentlich? Stimmt die Beziehung, verlieren solche Tage an Bedeutung, sie sind vielleicht der Höflichkeit geschuldet. Ein ... zwei Mal im Jahr Höflichkeiten austauschen ... ?

    Ich mochte diese "Zwangshöflichkeitstage" nie, ich bevorzugte immer freiwillige Höflichkeit und das wenn's geht, das ganze Jahr über ... ohne "Drama, Baby!".

    Jeder Mensch ist verschieden ...

    ... ,was uns zum Glas greifen liess.

    ...


    Meine Angststörung oder ist es eine soziale Phobie ...

    Ist es nicht oft Flucht, Flucht aus der Realität, was viele in die Sucht treibt? Sich nicht mehr mit unangenehmen Dingen/Situationen beschäftigen wollen, den einfachsten Weg wählen?

    Wir lernten (trainierten uns an), Betäubung "hilft" uns, zwar nur für den Moment, doch genau dieser Moment machte das Leben erträglicher ... für ein paar Stunden nur oder bis zum Einschlafen, alle Stresshormone wurden neutralisiert, alle Bedenken, Zweifel, Sorgen, Ängste waren weg ... bis zum erneuten Stresshormonanstieg ...

    Nun alkoholfrei/betäubungsfrei prasseln aber weiter allerlei Reize auf uns ein, welche uns nicht gerade erfreuen, erzeugen Stress, Angst, Wut.

    Wie wird man also gelassener, entspannter ... dass man sich eben nicht mehr so erzürnt, über bestimmte Reize (Sachen)?

    Vielen hilft Bewegung, z.Bsp. Laufen statt Saufen, oder andere körperliche Aktivitäten ^^ ... man kommt wieder 'runter, der Erregungszustand flacht ab. Meditieren kann eine ähnliche Wirkung erzielen oder ein fruchtvolles Gespräch.

    Kann man sich die Frage beantworten, was einen erzürnt, erregt, deprimiert oder ängstigt (diese negativen Gefühle hervorrbringt), wüsste man schon mal den Grund für diesen "Stresshormonüberschuss" ... und anstatt immer die Wirkung zu bekämpfen bzw. zu betäuben, wäre es von Vorteil sich der Ursache zu widmen.

    Was stört also einen? Was bringt diese negativen Gefühle (Erregungszustände) hervor? Und warum regt man sich überhaupt darüber auf???

    Angst (Phobie) ... warum habe ich diese? Warum kann ich es nicht gelassen(er) sehen? Und wenn ich es gelassen sehen würde ... wäre es es ein Nachteil und wenn ja, welcher?

    Ich brauchte lange, bis ich mir diese Gelassenheit, manchmal auch Gleichgütigkeit aneignete. Je mehr ich mich vom "Allheilmittel" Alkohol gedanklich entfernte, desto stressfreier wurde ich. Zwar wurde ich nicht zufriedener, denn viele Probleme blieben ja, aber zunehmend zufrieden abstinent. Oft war auch Alkohol das Problem, doch nie eine Lösung.

    ... stell dich drauf an, dass dir Sex angeboten wird.

    ... um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen.

    ^^ wie schön. Das sollte die Krankenkasse auch übernehmen, dann gäbe es bestimmt bessere Heilungschancen. 💐

    Aber mal im Ernst, positive Erfahrungen helfen immer!