Beiträge von Susanne68


    Die Familie meines Mannes kommt aus Süd-Europa,da wo weniger exzessiv dafür aber täglich getrunken wird und Alkoholkonsum zum „Kulturgut „ und „guten Ton“ gezählt wird...

    OK, kenne ich auch. In dem Fall kriegen die von mir tatsächlich auch zu trinken, was sie wollen. Allerdings weiss ich auch ganz genau und inzwischen auch aus langjähriger Erfahrung, dass mich das nicht juckt. Aber ich habe natürlich auch mal angefangen...ich sage mal, selbst wenn da Suchtdruck aufkommen würde, würde der mich nicht zum Trinken zwingen, sondern da könnte ich immer noch entscheiden, was ich mache.
    Natürlich ist das vielleicht Stress, aber Stresssituationen hatte ich trocken schon einige, und wenn man weiss, dass einen das nicht umhaut, bedeutet das auch eine ganze Menge Freiheit. Das lernt man aber nur durch Erfahrung, kann man also sogar positiv als Herausforderung sehen.

    ich möchte da mal kurz drauf eingehen. Also für mich klingt es nicht blöd, wenn man von einem Traum beeindruckt ist, der einen nachhaltig belastet. Ich hatte als Kind öfter mal Alpträume, die sind mir auch nachgegangen. Im dem Zusammenhang hier, wo Rina danach gefragt hat, weiss ich allerdings schon eine halbe Minute nach dem Aufwachen die Details nicht mehr.

    Gut, der Traum kann Dir vielleicht schon was sagen. Ich glaube allerdings nicht, dass er die einzige Möglichkeit aufzeigt, sodern nur eine von vielen.
    Mir ist aufgefallen, dass Du in dem Traum ohne Familie völlig allein und ausgestoßen bist.
    a) warum bist Du ausgestoßen, wenn Du selbst gegangen bist, und
    b) hast du ausserhalb Deiner Familie keine Freunde?

    b) ist übrigens auch bei mir ein Thema, allerdings kümmere ich mich da trotz guter Partnerschaft drum, und ich habe das an meinem letzten Wohnort geschafft und an meinem relativ neuen wieder. Und zwar ganz bewusst auch ausserhalb von Selbsthilfegruppen, sondern ganz normal dort wo mich etwas interessiert. Und ich glaube, das wird auch tragfähig. Vielleicht nicht jeder Versuch, aber ich habe meistens mehrere Eisen im Feuer, von daher muss das nicht klappen.
    Ich persönlich finde, (m)eine Partnerschaft ist auch überfordert, wenn sie mich retten muss, weil ich sonst nichts habe. Wenn das keine freiwilige Sache mehr ist, sondern ein Muss mangels anderer Alternativen.

    Ich glaube, ich kann das schon nachvollziehen. Wenn das Finnen sind, wie ich vermute, dann haben die nach meiner Erfahrung eine etwas andere Vorstellung von Gastfreundschaft wie wir hier. Ich kenne das aus mehreren Ländern.

    Wenn Du es schaffst, dann nagle sie mal auf die Frage fest, ob sie Dir schaden wollen. Denn das täten sie ja, wenn Du so wärst wie sie das gerne hätten. Wenn Ihr Euch eh schon nicht mögt, hast Du ja wenig zu verlieren.

    Ja. Mir war das bewusst. Es reichte auch, darüber zu reden, ich hab deswegen nichts geändert. Durch das Ventil war die Spannung weg, die sich da in mir aufbaute.
    Und in der Gruppe bzw. dem ganzen regionalen Selbsthilfeverein haben sie mich mit offenen Armen empfangen, bin da zwar nur unregelmässig hin, habe dann da aber sogar bezahlte Aufträge für den öffentlichen Auftritt des Vereins bekommen. Also eigentlich hats mir nicht geschadet :)


    Manchmal kommt bei ganz unerwarteten Situationen plötzlicher Suchtdruck hoch, der zwar schnell vergeht, mich aber noch oft überrascht. Das war ganz am Anfang der Abstinenz viel weniger der Fall als jetzt...wie sind eure Erfahrungen dazu?

    bei mir war das lange ganz weg, aber nach ein paar Jahren hatte ich mal eine Phase, wo das wieder mehr kam. Da hatte sich bei mir so ziemlich alles normalisiert, ich hatte das Thema fast ganz vergessen und war dann aber viel mit Leuten zusammen, die zwar tranken, aber relativ wenig und die da alle gar kein Problem damit hatten, und da hatte ich dann plötzlich wieder mehr Appetit drauf, und ich merkte dann auch, dass ich mir vorstellen konnte, ab und an mal eins zu trinken..nach einem oder zwei konnte ich ja immer aufhören.
    Das war auch der Grund, warum ich mir dann doch noch eine Gruppe gesucht habe, denn darüber wollte ich mal mit jemandem reden. Denn im Grund wollte ich ja gar nicht mehr anfangen, das waren nur so Gelüste.

    Träume hatte ich auch schon, habe ich auch heute noch manchmal, machen fast nie Appetit auf mehr, und ich denke nicht viel drüber nach. Ich träume von allem Möglichen, vieles hat mit meinem Leben wenig zu tun und ich frage mich manchmal, wo mein Kopf das überhaupt hernimmt. Ich habe im Traum schon Bücher gelesen, die es überhaupt nicht gibt, war spannend...und noch mehr so Sachen. Also ich messe dem nicht viel Bedeutung zu.

    Deine Überlegungen, was passiert, wenn Du trinkst, könnten ja fast von mir sein.

    Für mich war es nicht nur wichtig, mir klar zu machen, von was ich weg will, sondern auch, wo ich eigentlich hin will. Und auch, wie ich das, was ich mir vom Saufen erhofft hatte (und was die Sauferei schon lange nicht mehr geboten hatte) nun anders bekomme. Denn mit dieser Sauferei war ja eine Erwartungshaltung verbunden, zumindest die Illusion von und der Wunsch nach einem schöneren Leben...und das war ja deswegen nicht weg und ich habe diesen Wunsch auch nicht aufgegeben, sondern nüchtern versucht, das wirklich umzusetzen.

    Das fing schon mal mit der Überlegung an, was für meine Zufriedenheit/mein Glück wirklich so wichtig ist, dass ich es unbedingt brauche und dementsprechened auch was dafür mache, was nur "Nice to have", aber nicht notwendig und was überhaupt überflüssiger Ballast war, der fast nur Stess verursachte.
    Und dazu kam noch die Überlegung, was ich wirklich in der Hand habe und womit ich mich eventuell auch abfinden muss, denn ich bin ja nicht allmächtig, nur weil ich nichts mehr trinke.

    Ging natürlich weder einfach noch schnell, war auch mit Frust verbunden, aber wenn ich wieder gesoffen hätte, wäre nichts besser geworden.


    Dieses Selbstvertrauen hat dir auf deinem Weg bestimmt sehr geholfen!

    Jein. Zum Teil habe ich mich auch überschätzt, aber das galt eher dem, was mir ohne Alkohol alles möglich wäre. Daran, das ich trotzdem nur mit Wasser koche und nur ein ganz nörmaler Mensch mit Stärken und Schwächen bleibe, musste ich mich erst gewöhnen. Auch daran, dass es trotzdem Schei..tage gab.

    Ansonsten ist der Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit, also dass man daran glaubt, dass sich etwas ändert, wenn man sich anstrengt, schon ein Faktor, und ich denke durchaus, dass mir das geholfen hat. Nur werde ich es auch nie überprüfen können und wollen.

    Ich habe bei Sandra ja auch meine Zweifel, kommt in meiner ersten Antwort ja zum Ausdruck, aber das soll sie wegen mir nicht abhalten. Ich muss da nicht recht behalten.

    So unterschiedlich ist das halt. Ich habe zwar nie ein Hehl aus meiner Sauferei gemacht, immer erzählt, dass ich gerne und viel trinke, trotzdem hat niemand geglaubt, dass ich ein Alkoholproblem hatte.

    Und ich hatte auch kein Problem damit, mir Hilfe zu holen, als ich dann selbst mal eingesehen habe, dass ich wirklich ein Problem habe, ich hatte keine Spur von Schamgefühl, aber trotzdem ein ziemliches Selbstvertrauen und wegen den vielen Trinkpausen auch überhaupt kein Risiko darin gesehen, erst mal alleine aufzuhören. Hätte anders kommen können, klar, aber es war nun mal so.

    In meiner ersten Selbsthilfegruppe haben sie auch nicht geglaubt, dass ich das schaffe. Ich bin dann nach einigen Auseinandersetzungen nicht mehr hingegangen, war mir zu blöd, aber getrunken habe ich deswegen nicht. In der Suchtberatung wurde man ja eh nur gefragt, was man will, und dann haben sie das einem selbst überlassen, da versuchte mich niemand zu etwas zu überreden, damit kam ich besser klar. Erst viele Jahre später, als mir schon keiner mehr was erzählen konnte, bin ich noch mal eine Zeitlang in eine Gruppe gegangen, um das Thema nicht ganz zu vergessen. Ich hatte aber in der Zwischenzeit oft anderweitig Kontakt mit Alkoholikern und andern Suchtlern, da hat mir zwar niemand erzählt, was ich machen soll, aber ich hatte genügend Anlass zum Nachdenken.

    Ja, ich weiss, die meisten schaffens nicht, deswegen kann man immer das Schlimmste annehmen, aber relativ viele werden auch auf ganz unkonventionellem Weg trocken. Insofern ist natürlich alles möglich. Ich bin oft froh, dass ich nur Zuschauer bin und diese Probleme nicht mehr selbst lösen muss.


    Aber geht in Deutschland vielleicht,keine Ahnung. Da Ärzte eh der Schweigepflicht unterliegen verstehe ich dein Anliegen auch nicht wirklich...bist dadurch ja eh geschützt.

    ein möglicher Punkt könnte sein, dass man Arzte für manche Angelegenheiten von der Schweigepflicht entbinden muss. Die Erfahrung hab ich selbst schon gemacht. Kannst Du natürlich lassen, verzichtest dafür auf was Anderes.

    Ein weiterer möglicher Punkt ist, dass Ärzte nicht zur Behandlung verpflichtet sind und Patienten auch abweisen können, wenn es keine Pflichtleistung ist. Bleibt also Verhandlungssache.

    Na ja, noch was. Ich kenne weder Dich noch Deine Beweggründe und ich wills gar nicht wissen.

    Zwischen dem, was man machen "sollte" und dem, was tatsächlich gemacht wird, sind himmelweite Unterschiede.
    Ich selbst habe gut 25 Jahre gesoffen und gegiftet, davon habe ich in den letzten Jahren regelmässig Trinkpausen gemacht.
    Ich habe in meinem ganzen Leben weder eine Entgiftungsstation noch eine Therapieeinrichtung als Patient von innen gesehen, nur wenn ich andere mal besucht habe.

    Allerdings war ich mal bei der Suchtberatung und hab mich ärztlich durchchecken lassen, das aber auch erst, nachdem ich schon selbst entgiftet hatte. Ich bin nur nüchtern irgendwo hin gegangen. Die Frage, ob ich das noch mal so machen würde, wird sich mir hoffentlich nie stellen, keine Ahnung, was ich dann machen würde. Käme drauf an wie ich dann so drauf wäre.

    Ich kenne andere Leute, die nach x klinischen Entgiftungen dann nur noch zu Hause entgiftet haben, also gehen tut das, wenn man das Risiko eingeht und bereit ist, das auszuhalten, denn normalerweise ist es ein paar Tage lang kein Zuckerschlecken, wenn die Abhängigkeit entsprechend groß ist. Aber es gibt so Profis und nicht wenige...

    Ich bin 19 Jahre weg davon, hatte also Erfolg mit meiner Methode - für mich. Ich weiß, man solls nicht empfehlen, weil ein Risiko dabei ist, aber das ist beim Weitertrinken auch dabei. Das liegt bei Dir. Und natürlich übernehme ich keine Verantwortung dafür.

    Und ich weiss, das sollte man gar nicht schreiben, aber bevor Du weitersäufst, ist das natürlich schon eine Möglichkeit. Solltest Du dabei einen Krampfanfall haben, wäre das halt Dein Pech. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht extrem hoch, aber doch so hoch, dass es tatsächlich passiert und ich es schon miterlebt habe. Ich hab aber auch schon andere erlebt, die an ihrer Sauferei gestorben sind, weil sie sich nicht überwinden konnten, also was ist da besser? Dieses Spielchen, das wir da so treiben, hat halt seinen Preis. Ich werde das jedenfalls nicht beurteilen.

    Und...ich konnte mir lange selbst ausrechnen, was ich für Anworten kriegen würde, wenn ich fragen würde. Ich hab dann gar nicht erst gefragt, sondern einfach gemacht, was ich eh vorhatte. Ich hätte mich eh nicht umstimmen lassen.

    Bei dem, was Du so alles NICHT willst, wirds wohl schwierig werden, Dir eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Ich bin jedenfalls kein Arzt und ich kenne persönlich auch keinen, der das macht. Ich glaube für Obdachlose und Leute ohne Aufenthaltsgenehmigung gibt es so was ab und an. In diesem Bereich wirst Du vielleicht am ehesten fündig.

    Ansonsten würde ich vielleicht einfach Ärzte anrufen, ohne Namensnennung, und fragen ob sie das auf Barzahlung hin oder so machen. Ich habe aber keine Ahnung, ob sich da jemand drauf einlässt.

    Zitat

    ist so, bleibt so, andernfalls mache ich so weiter, bitte keine "geht nicht-Kommentare

    Sicher nicht mein Problem oder das Problem von irgendwem hier, ausser von Dir natürlich, ob das geht und ob Du andernfalls so weitermachst.

    Der Einfachheit halber sage ich einfach mal "Prost".

    Ach und noch was. Hier im Forum gibts Beispiele von Leuten, die in der Hoffnung, dass es schon noch wird und auch weils natürlich peinlich gewesen wäre, das abzusagen, in so einer Situation geheiratet haben. Manche erzählen dann auch, wie schwer es ist, da wieder rauszukomen. Also das würde ich in der derzeitigen Situation und auf einer so dünnen Basis mit Sicherheit jetzt nicht machen, wenns um mich ginge.

    Hallo,

    ich hab das gelesen und ich kann nur sagen, dass ich in den vielen Jahren, in denen ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, schon vieles gehört habe, das man so eigentlich nicht für möglich halten würde.

    Das will ich nicht beurteilen und um das, was war, gehts wohl auch nicht so sehr, sondern um eine Einschätzung, wie das nun weitergehen wird.

    Hellsehen kann keiner und niemand weiss, wann und ob bei einem Alkoholiker nun - endlich - der Punkt erreicht ist, an dem es ihm reicht, es klick gemacht hat, ers geschnallt hat, wie auch immer man das bezeichnen will. Schon oft gehört "bei dem hätt ich nicht gedacht, das ers schafft" genau so wie "hätte nicht gedacht, dass xyz noch mal anfängt".

    Sicher ist nur, dass wir alle mal sterben müssen. Bis dahin....ist alles möglich. Was heute so ist, kann morgen wieder anders sein. Natürlich kann man, wenn dann etwas zur Gewohnheit geworden ist, und das kann Nüchternheit natürlich auch werden, durchaus Hoffnung haben, und das um so mehr, je länger das bereits klappt, aber so weit seid Ihr ja noch lange nicht, weder er noch Du.

    Deswegen kann man Angehörigen eigentlich nur auch sagen, das sie selbst wissen müssen, wie weit sie das mitgehen, noch aushalten können und was sie zu investieren bereit sind. Immer unter der Maßgabe, das das auch für Angehörige ein gesundheitlich ruinöses Geschäft sein kann und sie selbst aufpassen müssen, ob sie dabei psychisch so belastet werden, dass sie selbst Behandlung brauchen.

    Also unterm Strich, ich kanns Dir nicht sagen, wie es wird. Ich weiss nicht, wo er grad steht, und ich weiss nicht, wie sehr Du schon mit den Nerven am Ende bist. Das Angebot mit dem Blasen kannst Du annehmen, so lange es funktioniert.
    Ob er deswegen trocken bleibt, kann sein, kann auch nicht sein. Alles andere wäre gelogen.

    Gruß Susanne

    Dem was meine Vorschreiber geschrieben haben, habe ich im Prinzip nicht viel hinzuzufügen.

    Trotzpeter/Matthias, Du warst am Freitag nur kurz eingeloggt, um diesen Stand durchzugeben. Was ist, bist Du wieder abgesoffen, oder was machst Du? Interessiert Dich das überhaupt noch?

    Hallo,

    ich kenne weder Dich noch Deinen Vater und nach Deinen kurzen Texten habe ich auch keinerlei Vorstellung, was Du schon alles probiert hast.

    Ich hab keine Ahnung, ob sich Dein Vater von Dir dazu drängen lassen würde. Mein Vater hat auch getrunken, und ich habe getrunken, und bei uns hätte das jedenfalls nicht funktioniert.

    Eine Therapie bringt normalerweise nur dann was, wenn der Betroffene das will und wenn er sich auch wirklich darauf einlässt. Und auch dann gibts keine Garantie, dass es was bringt.

    Bleibt noch der Punkt, das Du alles versucht haben möchtest. Das kann ich nachvollziehen. Warum sagst Du es ihm nicht? Hast Du Angst vor seiner Reaktion oder hast Du eher Angst davor, dass das Deine letzte Möglichkeit ist und Du "Dein Pulver" dann verschossen hast und Du die Hoffnung aufgeben müsstest, dass sich irgendwann etwas ändert?

    Gruß Susanne

    Hallo,


    niemand würde einem Nichtraucher ungefragt eine Zigarette anbieten… Und das ist der unterschied… Auf jeder Feier zur Begrüßung gibt es ein Glas Sekt oder ein Bier… Zu jedem guten Essen gibt es Alkohol… In keinem Restaurant würde man eine Zigarette gereicht bekommen…

    Zu jedem guten Essen gibt es nicht nur Alkohol, sondern auch andere Sachen zum Trinken. Also da müsstest Du Dich schon in sehr speziellen Kreisen bewegen, mit gutem Essen kenne ich mich einigermaßen aus. Da sieht nur so aus, wenn man trinken will, dass es nichts anderes gibt, weil man das gar nicht sehen will.

    Und es guckt auch keiner blöd, wenn ich sage, danke, lieber einen Espresso. Nach der Rhabarbersaftschorle, die ich zum Essen getrunken habe, logischerweise.

    Normalerweise muss ich dabei niemandem auf die Nase binden, dass oder warum ich überhaupt keinen Alkohol trinke, das interessiert nämlich fast niemanden.

    Und wenn ich es trotzdem irgendwo erzähle, kann ich mich fast darauf verlassen, dass mir dann irgendwer erzählt, dass er eigentlich auch ein Alkoholproblem hat. Was glaubst Du, wie oft mir das schon passiert ist, dass dann jemand anders auch aus der Hecke kommt, dass er eigentlich viel zu viel trinkt?


    Um ehrlich zu sein suche ich irgendwie noch nach einer HintertÜr… Einem Ausweg… Einem Plan oder eine Taktik, wie ich im Alltag auf den Alkohol verzichten kann, aber dennoch am Wochenende ein oder zwei Gläschen zu trinken…

    Hast Du es schon probiert und bereits Erfahrungen damit, weniger zu trinken? Sonst musst Du es halt probieren, runter zu reduzieren. Ob es klappt und wie es Dir damit geht, merkst Du dann schon, das kann Dir vorher niemand sagen.

    Ich bin nach Jahren täglichen Konsums dazu übergegangen, jede Woche mehrere Tage Pause einzulegen. Das ging jahrelang gut, allerdings habe ich dann mit der Zeit immer öfter nachgeholt, auf was ich zwischen drin verzichtet hatte.
    Also es wurde davon unter dem Strich nicht besser und ausserdem war es sehr anstrengend. Und es ist auch eher frustrierend, nach zwei Gläsern aufzuhören, dann wenns grade am schönsten ist und man eigentlich noch gerne ein Gläschen trinken würde..und man von den ersten Gläsern schon ein bisschen enthemmt ist, ist es noch schwerer "Nein" zu sagen.

    Ich konnte mir auch nie vorstellen, nie mehr was zu trinken, auch dann als es schon gar nicht mehr lustig war, aber eines Tages war es dann so weit, da war es dann viel einfacher, gar nichts mehr zu trinken als nur ein bisschen was. Und es war dann auch viel lustiger, wenn ich gar nichts getrunken habe, weil es nicht mehr peinlich wurde und das ganze Drumherum nicht mehr war, was man dann halt so hat, wenn man am Morgen danach aufwacht. Bei mir kam allerdings noch dazu, dass ich mich nach Stresstagen runtergesoffen habe und das wurde halt immer extremer.

    So kam dann überhaupt erst der Gedanke auf, ganz damit aufzuhören, aber ich wusste da ja auch noch nicht wie es wird, hab mir das furchtbar schwierig vorgestellt...ich hab auch eine relativ lange Karriere hinter mir. Und vielen fällt es auch extrem schwer oder sie probierens erst gar nicht, hätte bei mir ja auch sein können.
    Und am Anfang habe ich mir auch erst gesagt, jetzt trinke ich mal ein Jahr lang nichts und dann gucke ich mal, wie es mir damit geht. Anfangen kannst Du ja jederzeit wieder, das läuft ja nicht weg. War mir dann aber ziemlich schnell klar, dass es mir so viel besser geht.

    Heute fehlt mir jedenfalls schon viele Jahre gar nichts mehr ohne Alkohol, obwohl ich das früher nie geglaubt hätte.

    Jedenfalls muss das ja bei Dir nicht so sein wie bei mir, und es gibt Programme zur Reduzierung, also wenn Du nicht gleich ganz aufhören willst, könntest Du ja mal gucken wie es Dir damit gehen würde. Selbstdisziplin würde es wohl in jedem Fall erfordern.

    Gruß Susanne


    Keiner hat gefragt ob ich gestern nüchtern war oder so....

    Mich interessiert das auch nicht.

    Wenn Du das Problem hast, dass Dich keiner am Kragen packt, wenn Du absäufst, musst Du in eine Entgiftung gehen. Dann ist der Stoff raus aus dem Körper. Vom Bierchen- oder Tage zählen halte ich wenig.

    Hier ist zumindest für mich Informationsvermittlung und Erfahrungsaustausch, Hilfe zur Selbsthilfe, aber nicht Händchenhalten. Manche wissen vielleicht mehr als Andere, aber ich sehe hier alle als Erwachsene an, die für ihr Leben selbst verantwortlich sind und die ich auch nicht daran hindere, wenn sie Fehler machen. Laufen lernen muss jeder selbst. Und wenn man dabei schmerzhafte Erfahrungen macht, sind die möglicherweise notwendig, um sich weiterzuentwickeln.

    Hier ist Internet, da kann jeder kommen und gehen wie er will, da gibt es noch weniger Möglichkeit, jemanden vor sich selbst zu retten wie im realen Leben. Und selbst wenn Du vor mir stehen würdest, könnte ich nichts machen, wenn Du sagst, Du gehst jetzt trinken. Also ist mir das auch egal.
    Man kann hier nur diejenigen langfristig unterstützen, die ihr Schicksal damit selbst in die Hand nehmen und mit dem, was hier geschrieben wird, selbstständig arbeiten. Alles andere sind Eintagsfliegen. So wie es ein Unterschied ist, ob ich jemanden eine Mahlzeit hinstelle oder ob ich ihm das Kochen beibringe.


    Gruß Susanne

    Im Übrigen will ich Dir aber auch nicht vorenthalten, dass es Leute gibt, die 10, 20 Jahre "rumeiern". Ich kenne selber welche, die dann nach Entgiftungen und Therapien rückfällig geworden sind, sich dann erst mal aufgeben haben, weitergesoffen, zahlreiche weitere Entgiftungen, irgendwann aus Verzweiflung oder wegen Hoffnungsschimmer doch wieder in den Ausstieg eingestiegen sind, noch 20 Mal auf die Fresse gefallen sind und es dann plötzlich doch noch irgendwie geschafft haben. Bei mehreren habe ich das ziemlich aus der Nähe und über mehrere Jahre mitgekriegt. Und die waren auch alle mal hoffnungsvoll am Anfang.

    Könnte man nun sagen, Ende gut, alles gut, aber auf diesem Weg sind auch ein paar Leute ganz auf der Strecke geblieben, heisst Friedhof. Ich weiss, das das keine Warnung ist, wenn man dem trockenen Leben nichts abgewinnt, und dass deswegen viele sicherlich nicht aufhören, aber es gehört dazu.

    Es rettet einen keiner vor einem selbst, wenn man es selbst nicht tut.

    Ich möchte noch darauf eingehen, mich aber heute kurz fassen

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    euch fragen wann sich was verändert, Körperlich, wie (wohl) auch psychisch.


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    Ich habe seit gewisser Zeit keinen dicken Kopf mehr am Morgen, bin einfach nur "Fertig", aber ein Kater war früher mal anders.

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    Entzugssymptome habe ich nach 48 Stunden nicht, aber man merkt damit der Organismus leidet.


    bei diesen Punkten merkst Du wohl bald eine Verbesserung, wenn der Alkohol und seine Stoffwechselprodukte abgebaut sind und sich Dein Körper umgestellt hat.
    Bei vielen Leuten habe ich dann aber von langdauernder Müdigkeit gehört, kann sein, das man das vorher, trinkend, nicht so gemerkt hat, kann aber auch sein, das man sich vom Trinken tiefer erholen muss. Zum Teil sind Trinker auch fehl- bzw. mangelernährt, weil sie sich zu einseitig ernährt haben und der Alkohol auch "zehrt". Vitamin-B-Mangel z.B., deswegen ist ein aktueller Gesundheitscheck ratsam. Und genügend trinken, alkoholfrei, muss man natürlich auch. Wenn Du mal gesehen hast, wie Leute nach Dehydrierung durch Flüssigkeitszufuhr wieder aufblühen und plötzlich wieder viel klarer denken können..

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    kurz und knapp, ich habe die letzten 10 Jahre meines Lebens nicht gelebt und nachdem ich das verarbeitet habe könnte ich nun ein richtiges Problem kriegen.

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    Ja ich möchte wenn es nun Frühling wird alles wieder Umwerfen, so schnell wie möglich die postitiven Aspekte in Erfahrung bringen, euch fragen wann sich was verändert, Körperlich, wie (wohl) auch psychisch.
    Habe mich wieder auf eine Stelle beworben, diesmal etwas einfaches, Geld ist erst mal egal, auch wenn es mir gerade ausgeht, dann Freundin, spätestens dann das Rauchen beenden und das restliche trinken, mehr und intensiver Sport machen wie bisher, dann Selbstständigkeit und Familie.

    Das ist eine größere Baustelle, hat Gerchla Dir ja auch schon beschrieben.

    Ich habe selbst lange getrunken und bin jetzt schon viele Jahre nüchtern unterwegs, bei mir hat aber auch schon mein Vater getrunken bis er gestorben ist, er war aber eher ein wütender Typus, und ich hatte von daher kein wirkliches Vorbild, wie man ohne Alkohol überhaupt ein zufriedenstellendes Leben hinkriegt.
    Jedenfalls ist es nicht nur bei mir so, sondern ich habe das auch von vielen anderen schon gehört, dass man oft ohne Alkohol erst mal ganz euphorisch wird, juhu, es klappt auch ohne Alkohol, und dann aber mit der Zeit feststellt, dass es noch irgendwo fehlt und man gar nicht so schnell und weit kommt, wie man sich das vorgenommen hat.

    Man ist ohne Alkohol praktisch mehr so wie man ist und kriegt seine eigenen Schwächen und Macken ungefiltert mit, und von aussen stürzt auch alles ungefiltert auf einen ein, und bis man damit umgehen kann, ist das ein Entwicklungsprozess, der sich über Jahre hinziehen kann. Da ist es dann wichtig, dranzubleiben, nicht aufzugeben, und sich zu überlegen, was man wirklich zum Leben braucht. So lange man trinkt, überdeckt man seine Bedürfnisse und auf das, was man sich noch trinkend vorgestellt hat, kann man sich nüchtern nicht mehr unbedingt verlassen, daher kommt ja auch der Begriff Schnapsidee.

    Zu weit vorausplanen bringt nicht viel, vieles muss man von Fall zu Fall entscheiden, wenn es so weit ist. Bekanntlich kommt es oft anders als man denkt.

    Leute machen dann alles mögliche, Selbsthilfegruppen, Therapien, andere Dinge, bis es irgendwann halt passt oder sie zumindest damit klarkommen. Nüchtern geht ja die Selbstzerstörung nicht mehr weiter, also kannst Du Dir dann auch die Zeit dafür lassen, die Du benötigst. So lange Du deswegen nicht mehr mit dem trinken anfängst, bewegst Du Dich im grünen bereich.

    Kann bei Dir aber auch anders sein, zuerst zäh und dann besser, oder überhaupt nicht schwer oder sonstwas, das musst du abwarten.
    Jedenfalls habe ich aber noch niemanden kenngelernt, der damit glücklich wurde, wenn er wegen Schwierigkeiten wieder mit dem trinken angefangen hat, und irgendwann wird es bei den meisten besser. Also dranbleiben lohnt sich praktisch immer.

    Gruß Susanne