Beiträge von Susanne68

    Kann ich Dir wirklich nur empfehlen. Und schämen brauchst Du Dich da nicht, haben die alles schon oft gesehen und wissen, dass es jeden erwischen kann. Geht schliesslich durch alle Schichten und ist weder eine Intelligenz- noch Charakterfrage.

    Und was ich noch sagen will, schön das Du einen Super-Zustand hast, den hatte ich nach 25 Jahren Selbstvergiftung auch noch.

    Was man bei der Suchtentwicklung gerne mal feststellt ist, dass man von dem, was vorgestern war, nicht unbedingt drauf schliessen kann, was morgen ist. Die Zeiten, wo man noch locker aufhören konnte, gabs ja irgendwie bei jedem.

    Und Du weisst ja vermutlich, wie das mit Ferndiagnosen so ist. Deswegen will der Arzt den Patienten bislang ja meist noch sehen.
    Alles auf Deine eigene Verantwortung, was Du machst.

    Normalerweise kann man das über den Hausarzt organisieren, nur hat der (kommt immer drauf an) oft keine Ahnung von Sucht.

    Was fast immer geht, ist die Notaufnahme.
    Ansonsten ist der klassische Weg ein Anruf bei der Suchtberatung, einfach im Telefonbuch suchen, persönliche Termine dürften gerade schwierig sein. Die kennen jedenfalls das Prozedere, Fachkliniken und auch Ärzte, die sich damit auskennen.

    Wen Du im Entzug einen Krampfanfall haben solltest, kommst Du nicht mal mehr zum Telefon, um einen Krankenwagen zu holen.

    Was ich damit sagen will? Ich sehe keine Möglichkeit, Dir hier dabei zu helfen. Da kannst Du gleich alleine weitermachen.

    Hallo,

    es gibt Fachliteratur über die originellen Selbstmordmethoden von Ärzten. Liest sich fast so, als ob Du in einer zukünftigen Auflage erscheinen möchtest. Wills mal so sagen, Ärzte sind schon eine überdurchschnittlich gefährdete Berufsgruppe. Was mit dem hohen Anspruch an sich selbst zu tun haben mag, und natürlich dem Stress.

    Ich habe einen Chefarzt im Bekanntkreis, der freimütig bekennt, dass er das, was er den Patienten sagt, selbst nicht befolgt hat , und zusammengebrochen ist.

    So ähnlich scheint es mit Dir ja auch zu sein. Im Prinzip weisst Du fast alles, aber für Dich selbst kannst Du es nicht umsetzen. Oder setzt es einfach nicht um, weil irgendwas dagegen spricht.
    Was würdest Du Dir denn raten, wenn Du als Patientin vor Dir selbst stehen würdest? Kalter Enzug ist zwar eventuell lebensgefährlich, aber machen Sie mal? Wir kratzen Sie dann schon zusammen und finden sicher eine handliche Urne?
    Ich meine, das was Du da als Trinkmenge angibst und bei Deinem Fliegengewicht und vermuteten Körperzustand ist ja nun kein Spielchen mehr. Und irgendwo hast Du ja schon die größten Schwierigkeiten, brauchst Du unbedingt noch mehr?

    Gruß Susanne

    Ich wills mal so sagen: vieles an der momentanen Diskussions-Unkultur, z.b bei Facebook, gefällt mir auch nicht. Aber deswegen ändert sich da trotzdem keiner. Und wenn einer dagegen hält, dann streiten sich innerhalb von 5 Minuten auf der eine Seite 200, auf der Anderen 230 und dazwischen zerbreit es auch noch ein paar. Jeden Tag kommen ein paar Mahnrufe von Leuten, die zu mehr Ruhe auffordern, aber die werden auch gleich schräg angemacht usw. Was gestern geschrieben wurde, interessiert heute sowieso keinen mehr. Liest eh keiner, was schon etwas runtergeruscht ist. Einfach mal voll drauf, scheint bei vielen die Devise zu sein. Und Corona, einfach super in diesem Gebräu. Da gehts erst richtig ab.
    Das mit der Werbung und Politikersprüchen, das sortiere ich mir schon lange irgenwie ein, meistens im Fach Durchzug. Zum Teil weiss ich aber auch selbst, was man labern muss, um etwas zu verkaufen, und zum Teil stelle ich mir auch vor, ob ich eigentlich wesentlich besser wäre, wenn ich da vorne dran stehen würde und irgendwelche Reden halten müsste, wo man es eh nie allen oder ogar keinem recht machen kann. Ich glaub nämlich, das ist ein Scheissjob, und nicht mal besonders gut bezahlt im Vergleich zu Managementjobs. Wer da drüber meckert, soll sich halt selbst hinstellen, und dann gucken wir mal.

    Viele von diesen Klagen gabs schon bei den alten Ägyptern, Römern, etc. genauso das mit der verhunzten Sprache. Das ändert sich nie. Und was auch gleich bleibt ist, dass sich viele Leute das Leben damit versauen, indem sie sich da drüber aufregen.

    Ich mach das so wie mit den Gedanken bei der Meditation, wahrnehmen und weiterziehen lassen. Wenn ich mich darüber aufregen würde, wäre ich halt ein weiterer Mensch, der sich drüber aufregt, und sonst gar nichts. Und das einzige Leben, was ich dadurch ändern würde, und zwar zum Schlechteren, wäre meines.

    Wer sich nervt, hat noch Reserven :D
    Wo bleibt das Popcorn?

    Nachsatz:

    der zweite Mann meiner Mutter und meine Schwiegermutter sitzen mit 87 auch noch vor dem Rechner. Aber die machen da ihre Privatsachen und fragen im Zweifelsfall auch Google. Trotzdem müssen die heute nicht mehr jeder Sau hinterherlaufen, die durchs Dorf getrieben wird.
    Das muss ja ich schon nicht mehr und ich nehme mir auch die Freiheit, die Probleme Anderer nicht zu meinen werden zu lassen.

    Dann musst Du das bei Deinen alten Herrschaften halt so machen. Diese Themen habe ich mit meiner Mutter und ihrem Mann überhaupt nicht. Da ist seit 30 Jahren klar, dass sie von meinem Job eh nichts versteht, da ist man momentan froh, das niemand im Pflegeheim sitzt, ansonsten lebt man mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen, und viel öffentliches Leben haben sie ja eh nicht mehr, sondern sind schon lange eher für sich.
    Und dass die Leute nun zu Hause sitzen, das verstehen sie mühelos. Aber sie müssen ja nicht damit arbeiten, also sind die Feinheiten auch egal.

    Und bei uns läuft das schon Jahrzehnte hauptsächlich telefonisch, hat Corona nichts dran geändert. Meine Mutter würde eh nie einen Computer anlangen.

    Momentan hat es seine Vorteile, wenn man schon immer gerne etwas eigenbrötlerisch war. Oder zumindest gut auch mal alleine sein konnte.

    Viele alte Leute sind doch gerade froh, dass sie nicht mehr alles verstehen müssen und sich endlich ausklinken konnten.

    Guten Morgen.

    Was Du schreibst, hört sich nicht gerade danach an, als ob sie Dich darum bittet, ihr beim Trinken aufzuhören.

    Die Menge, die sie trinkt, ist nicht unbedingt gesund, aber ob sie abhängig ist, wird sie - und auch Du - erst wissen, wenn Sie jemals aufhören will. Abhängigkeit kann man nicht an der Menge festmachen. Es gibt Vieltrinker, die wollen das so, wobei es da noch um ganz andere Mengen gehen kann. Da hast Du überhaupt keine Möglichkeit, herauszufinden, ob sie abhängig ist und nicht aufhören könnte. Und auch keine Möglichkeit, sie gegen ihren Willen davon abzubringen - wenn sie abhängig wäre, dann sowieso nicht, vorher wäre sie Argumenten eventuell noch zugänglich.
    Aber Da Ihr ja offensichtlich schon darüber redet bzw. streitet, sind Deine Möglichkeiten weitgehend erschöpft. Wenn sie sich da nicht drauf einlässt, hast Du schlechte Aussichten.

    Es wird sie auch nicht gleich umbringen, erst mal nur die Risiken für diverse Erkrankungen erhöhen.
    Aber deswegen hört ja normalerweise niemand auf, jeder Raucher weiss was er tut. Den bringt man aber auch nicht dazu, aufzuhören, wenn er nicht will.
    So lange sie meint, dass ihr das gut tut, hast Du keine Chance dagegen anzukommen. Und was Du willst, spielt dabei keine Rolle.

    Helfen könntest Du ihr frühestens dann, wenn sie wirklich Hilfe haben will. Dann wärest Du aber immer noch ein Laie und als Angehöriger zu dicht dran, dann könntest Du sie nur dahingehend zu beeinflussen versuchen, dass sie sich extern Hilfe sucht.
    Scheint ja aber alles nicht der Fall zu sein, sie wehrt sich ja im Gegenteil gegen Deine Versuche. Und auch dann läge es noch in erster Linie an ihr, etwas gegen den Alkoholkonsum zu tun, denn wenn das nicht von ihr ausgeht, wird das sowieso nichts.

    Momentan bist ja auch Du derjenige, der eine Veränderung möchte, sie anscheinend ja nicht.
    Nicht sie hat das Problem mit ihrem trinken, sondern Du hast es.
    Im Prinzip ist es auch Dein Leben mit ihr, was Dir nicht gefällt, und nur an Deinem Leben kannst Du auch was ändern. Lass ihres bei ihr. Versuche es zu nehmen wie es ist, sie sagt Dir doch genau, was sie will.
    Für Dich bleibt nur, Deinen Standpunkt dazu zu finden und zu entscheiden, ob Du so mit ihr zusammenleben willst und ob Du Dich damit arrangieren kannst oder nicht. Alles andere ist Zeitverschwendung.

    Und auch wenn sie es einsehen würde, ist es nicht gesagt, dass Du da viel davon hättest, denn vielleicht würde sie dann trotzdem nicht aufhören können oder wollen oder noch 10 Jahre herumeiern oder so. Gibts ja alles.

    Vielleicht liest Du Dich hier ein bisschen durch den Angehörigenbereich, im Prinzip gings ja anderen schon ähnlich wie Dir.

    Gruß Susanne

    Vielleicht würde er sich so ändern, dass Du gar nicht mehr mit ihm klar kämst. Gibts jedenfalls öfter. Viele Ehen brechen dann erst auseinander. Und auch für andere ist es oft nicht einfach, mit der Veränderung des Betroffenen fertig zu werden. Die er aber dann braucht, um sich manches auch am Arsch vorbeigehen zu lassen, was ihn bis dahin belastet hat. Und natürlich auch noch andere Änderungen. Alkohol greift schon ziemlich weit in die Persönlichkeit ein.

    Schönen Feiertag noch.

    B) hätte da hin gehört, wo ich geschrieben habe, dass ich das nasse Verhalten eines Trockenen in dem Fall für nebensächlich halte. Fall B) er trinkt tatsächlich.

    Über nasses Verhalten wurden zum Teil schon erbitterte Diskussionen geführt, an sich ist es nur ein Erklärungsversuch für das Verhalten von trockenen Alkoholikern, das sich von ihrem Verhalten in der nassen Phase nicht sehr unterscheidet und bei dem man davon ausgeht, dass sie geistig vom Trinken noch nicht sehr weit weg sind. Definitionen sind halt immer so eine Sache.

    Meine Beurteilung ist natürlich auch nur eine Beurteilung aus der Ferne, eines Menschen, den ich persönlich nicht kenne. Ich kann nur sagen, bei dem wie Du ihn beschreibst würden bei mir die Alarmglocken läuten, also nichts mit Vertrauen, und das hat sich schon öfter bewahrheitet. Unfehlbar bin ich allerdings auch nicht.
    Allerdings ist für mich Vertauen da auch kein ganz passender Begriff, weil ich es dann so nehme wie es kommt und selbst nicht darauf angewiesen bin, das ich demjenigen trauen kann. Ich denke, wenn mich da jemand anlügt, macht er sehr wahrscheinlich auch sich selbst was vor und er ist ja auch derjenige, der die Folgen seines Konsums ausbaden muss. Ich kann mich umdrehen, er hat sich 24 Stunden am Tag.

    Und die Frage für die Freundschaft ist ja auch, was er zwischen seinen Abstürzen für ein Zeitgenosse ist.

    Mein Partner, der von meiner Trinkerei auch betroffen war, hat das Vertrauen gewonnen, weil ich eindeutig nie rückfällig war und man mir das deutlich anmerkt. Dabei sagt er aber selbst, dass er halt trotzdem immer was davon hatte, mit mir zusammen zu sein, ausser mal in meiner Extremphaase, also in der Summe war das mehr Gewinn als Verlust für ihn. Und umgekehrt, und das war der Grund warum wir uns nach zwischenzeitlicher Trennung wieder zusammengerauft haben.

    Ich glaube selbst, dass häufig Rückfällige, wenn sie überhaupt die tiefere Absicht hatten, trocken zu werden und zu bleiben, und nicht nur mal ein bisschen kürzer treten wollten, und dann daran scheitern, selbst ein erhebliches Problem mit dem Vertrauen in sich selbst entwickeln. Also dürfte es schwierig sein, ihnen von aussen in diesem Punkt zu vertrauen. Und ob jemand nur Pause macht um sich zu erholen, und dann weiter zu trinken, sieht man den Leuten oft nicht unbedingt an.
    Ansonsten kommt es natürlich drauf an. Bei meinem Vater wusste ich, dass er nicht aufhören wollte, als er Pflegefall würde und sich nicht mehr selbst versorgen konnte, bin ich seinem Wunsch, ihm was zu geben, nachgekommen. Allerdings hat mich das auch nicht weiter tangiert und darüber hinaus war ich froh, dass wir gegen sein Lebensende hin nochmal so gut miteinander ausgekommen sind. Da war es nicht wichtig, ob man ihn nun noch zwangstrockenlegt.

    Gruß Susanne

    Hallo Trine,

    ich kenne das ein bisschen von beiden Seiten, mein Vater hat getrunken, ich habe aber auch getrunken, und ausserdem beschäftige ich mich schon länger auch mit anderen Betroffenen und dem Thema Sucht.

    Vertrauen hat ja immer was damit zu tun, was man glaubt und nicht hundertprozentig weiss. Was kannst Du nun glauben?
    A) es gibt auch bei trockenen Alkoholikern sogenannte nasse Verhaltensweisen, die Gründe fürs Trinken nicht bewältigt, nur den Alkohol weggelassen, sonst nichts wesentliches gemacht, irgendwelche Macken die man schon vorher hatte, manipulatives Verhalten, "kampftrocken", also nur durch permanente Selbstbeherrschung, zwanghaft, unfrei, mit der Faust in der Tasche trocken, reizbar und dergleichen mehr.
    Aber nachdem es einiges davon in der einen oder anderen Form auch bei Nicht-Trinkern gibt, nie so ganz eindeutig zu beweisen.

    Ich würde mal sagen, bei dem was Du schreibst, ist das nebensächlich.


    hat über zwanzig Jahre getrunken und ist seit zwei Jahren trocken.
    ...
    Nun kamen Rückfälle, was ich nicht bewerte.

    das sieht für mich nach einem klatschnassen Alkoholiker aus, der sich nach einer längeren Trinkpause wieder seinem alten Level nähert.
    Vielleicht will ers Dir nicht erzählen, ich weiss ja nicht was das für eine Freundschaft ist und warum Dich das überhaupt was angeht. Hat er es zugesagt, dass er darüber redet?

    Ansonsten will er die Freundschaft ja vielleicht bewahren, vielleicht manipuliert er Dich aber auch nur damit Du nicht gleich wieder verschwindest. Jedenfalls kannst Du sehr wahrscheinlich volles Vertrauen darauf haben, dass er wegen Dir nicht aufhört. Gar nicht aufhören kann, solange er nicht so weit ist, und Du ihm dabei auch nicht helfen kannst. Wahrscheinlich setzen ihn Deine Rückfragen nur unter Druck, je nachdem was er für ein Mensch ist, schämt er sich vielleicht auch, vielleicht denkt er aber auch es ist nur seine Angelegenheit, und da ein nasser Alkoholiker oft schlechte Nerven hat, tickt er halt aus.

    Wie würde das für Dich aussehen, wenn er Dir jeden Alkoholkonsum ehrlich erzählen würde, und dabei käme raus, dass er das viel öfter tut als Du es annimmst? Und was käme für ihn dabei raus, würdest Du dann so reagieren dass es angenehm für ihn wäre? Ich nehme mal an, Du wärest kaum begeistert, und selbst wenn Du Dich beherrschen würdest, würde man es Dir anmerken, dass Du das missbilligst, also ist ja irgendwie auch leicht nachvollziehbar, dass er das vor Dir verbergen will.

    Gruß Susanne

    Ich habe auch mit dem Schlimmsten gerechnet und ich glaube, das hat mir geholfen.

    Ich habe getrunken bis es so auch nicht mehr auszuhalten war und bis ich mich mehrmals auch in so bescheuerte und lebensgefährliche Situationen gebracht habe, von den Kotzorgien mal ganz abgsehen. Also einfach nur noch idiotisch und unerträglich. Dann hatte ich so einen Moment, wo ich vor meinem geistigen Auge zum ersten Mal gesehen habe, wie viel schöner und einfacher es wäre, wenn ich die Sauferei ganz einfach sein lassen würde.
    Aber da ich spätestens seit meinem sechsten Lebensjahr nie mehr länger als ein paar Wochen am Stück nüchtern gewesen war - ich durfte als Kind schon immer nippen und spätestens ab meinem 12. Lebensjahr gabs einen Kirschlikör, wenn ich aus der Schule nach Hause kam und mit 15 zwei tägliche Bier und die ersten Filmrisse am Wochenende - wusste ich natürlich auch nicht, wie das geht und wie lange ich dazu brauchen würde. Und es gibt nun mal Leute, die sehr lange brauchen, bis sie das überwunden haben, und ich wusste natürlich nicht, ob ich zu denen gehöre. Also habe ich mich vorsichtshalber mal darauf eingestellt.
    In der Schlussphase meiner Sauferei wusste ich auch nicht, ob ich Depressionen habe, denn ich hab öfter drüber nachgedacht wie gern ich am liebsten sterben würde. Es war nun mal ein Weg ins Unbekannte für mich, als ich aufgehört habe, aber ich habe daran geglaubt, dass es irgendwann besser wird.

    Und wenn man sich drauf einstellt, ist es glaube ich auch einfacher, Schweirigkeiten sportlich und als Herausforderung zu nehmen, als wenn man damit rechnet das alles einfach ist und dann jammert wenn es doch nicht so ist.

    Wenn es dann doch einfacher ist, ist es dann um so schöner. Und meistens ist es auch nicht ganz so einfach, nach der anfänglichen Erleichterung, dass es klappt, kommt oft noch mal eine Phase wo es ans Eingemachte geht und wo dann die Arbeit eigentlich erst richtig anfängt. Aber da man da meistens schon eine Weile nüchtern ist und nervlich schon ein bisschen stabiler, kommt man da auch noch durch, wenn man davon überzeugt ist. Also damit sollte man schon rechnen, das ist bei vielen eine Phase wo sie das Gefühl haben, dass es nichts bringt, dass sie aufgehört haben, und wo dann nochmal viele Rückfälle passieren. Das wäre aber ein Fehler, da wieder anzufangen, da muss man durch.

    Dabei wird man feststellen, so bescheuert und mit Selbstverachtung verbunden, wie zu der Zeit, als man getrunken hat, wird es nicht mehr. Rückfälle machen keinen glücklich, also da würde ich alles tun um das zu vermeiden. Und schöne Momente, die es auch in schlechteren Zeiten fast immer gibt, kann man dann auch ohne Reue geniessen, ohne erst mal wieder nüchtern werden zu müssen und sich mit Selbstvorwürfen rumzuschlagen. Der "AllesScheisse"-Moment fällt einfach weg.

    So in etwa. Jetzt gehe ich mal den Tag geniessen.
    Gruß Susanne

    Ich schieb mal noch was nach.

    Alles was ich schreibe, ist kein Angriff, aber man muss hinterfragen, warum jemand nicht aufhören kann oder immer wieder anfängt. Manche wollen nicht so richtig oder geben bei den ersten Schwierigkeiten zu leicht auf, sind nicht bereit, auch mal was auszuhalten, aber es wäre keine Sucht, wenn alles mit dem Willen so einfach gehen würde. Und ich weiss nach Deinen paar Zeilen nicht, wo Du in diesem Spiel stehst.
    Du schreibst da von verschiedenen Gründen, wegen denen Du immer wieder ziemlich schnell rückfällig wurdest.

    Ich nehme mal an, das es da nicht mehr drum geht, das Du dich beim Trinken so toll fühlst und den Rausch geniessen kannst, denn sonst würdest Du vermutlich kaum nachfragen. Wenn Du dabei ein Super-Feeling hättest, würdest Du ja einfach weiter machen. Vielleicht versuchst Du das aber zu erreichen, weil Du das in der Anfangszeit des Trinkens so kennen gelernt hast und da gerne wieder hin möchtest, wäre eine Möglichkeit. Versucht wohl fast jeder eine Zeit lang, klappt bei fast keinem. Nur mal ein Glas oder zwei...Die meisten härteren Kandidaten, zu denen Du wohl zählst, beissen eher ins Gras, bevor sie das schaffen. Aber jeder wie er mag, jeder ist für sich selbst verantwortlich.

    Meistens ist es ja so, dass die Sauferei kein einziges Problem wirklich löst, sondern höchstens kurzfristige Erleichterung verschafft, und danach ist das Problem oft noch größer als es vorher war. Deswegen ist das mit dem "ich saufe, weil" immer ein bisschen Selbstlüge, denn es wäre ja nur dann ein guter Grund wenn auch tatsächlich bei dem helfen würde, wegen dem man glaubt zu saufen.
    Zum Teil hat mans einfach gelernt, dass Saufen dazugehört und kennt gar nichts anderes, dann muss man das lernen.
    Meistens ist umgekehrt die Gier, der Suchtdruck, das Craving ist so stark, dass man es nicht aushält und dann muss irgendein Grund dafür her, das man saufen kann, und wenns der Sack Reis in China ist, der gerade umfällt. Und das Unbewusste schafft solche Gründe zum Trinken, wenn es anders nicht auszuhalten ist, also da bricht irgendwas aus einem raus was einen Saufgrund liefert, man bricht Streit vom Zaun oder nimmt den Stress bei der Arbeit, den man ja ohne Alk eigentlich viel besser bewältigen würde. Und tausend andere Möglichkeiten, die dann so vorgebracht werden, wo das Saufen aber nirgends was verbessert. Ausser der Betäubung, dass man nichts mehr merkt, aber das ist ja keine Lösung und wird mit der Zeit auch ziemlich hässlich, so wie Deine Entgiftungen. Das ist halt der Preis, den man dafür bezahlt.

    Irgendwas ist immer, aber seit dem ich aufgehört habe, weiss ich auch, dass Nicht-Trinker auch Probleme haben, nur machen die das halt anders. Also egal was ist, es geht ohne. Ich mache das seit vielen Jahren ohne Alkohol, nachdem ich auch mehr als 25 Jahre gut zugelangt habe und mir das nie vorstellen konnte.

    Und jetzt ist eben die Frage, wie lange hälst Du es überhaupt ohne aus? Säufst Du beim ersten Druck wieder, kannst Du dem überhaupt etwas entgegen setzen, oder baut sich das auf? Willst Du überhaupt wirklich aufhören oder willst Du nur mal wieder regenerieren und dann weiter saufen? Bist Du ausser den Entgiftungen noch sonstwo, Therapie, Selbsthilfegruppe? Hat man bei Dir schon mal was gegen das Craving probiert oder ist es eigentlich gar nicht so schlimm und Du lässt sich nur leicht gehen?
    Lauter so Themen, aber dafür müsstest Du schon ein bisschen mehr von Dir erzählen.

    Gruß Susanne

    Bei mir hat das ne längere Vorgeschichte, ist hier irgendwo in den Beiträgen verteilt, findest Du sicher wenn Du hier ein bisschen liest. Spielt auch nicht so die Rolle, was war, so lange ich gesofffen habe

    Na ja, eines Nachts, als ich aus dem Vollrausch so langsam rausgedämmert bin, kams mir halt, dass es mir nur deswegen immer so schlecht geht, weil ich immer wieder mit dem Saufen anfange. Irgendwie konnte ich mir plötzlich vorstellen, dass es ganz ohne Alk vielleicht doch schöner und einfacher wäre. Konnte ich mir davor nie vorstellen, dachte immer, Leben ohne Alkohol wäre eine Qual.

    Und da wars dann plötzlich halt anders. Ich hatte dann ziemlich von jetzt auf gleich die Schnauze vom Saufen restlos voll, hab dann erst mal aufgehört, gedacht, nach einem Jahr überleg ichs mir wieder, aber schon nach ein paar Wochen ging es mir so, das ich nie wieder in den Zustand zurück wollte.

    Ich meine, zwingt einen doch keiner zum Saufen. Schüttet man sich doch selbst rein. Ja, Krankheit, aber eine, die ich durch mein eigenes Verhalten sehr stark beeinflussen kann. So wie ich Zucker in vielen Fällen in den Griff kriege, indem ich keinen Zucker esse, kriege ich die Sauferei in den Griff indem ich nicht saufe. Im Grunde ganz einfach.

    Warum machst Du es, wenns Dir schon so schlecht gegangen ist? Reichts noch nicht? Hast Du masochistische Neigungen und machst Dich gerne selbst fertig? Oder ist die Gier so stark dass es in dem Moment wurscht ist? Irgendwas muss ja wohl sein, das das Saufen in dem Moment so wichtig ist, dass du wieder anfängst, obwohl Du weisst auf was es rausläuft. Glaubst Du in dem Moment, dass irgendwas dadurch besser wird oder gehts nur um den Druck, den Du nicht aushälst?
    Restliche Gründe brauchst Du mir nicht zu erklären, gibt immer Leute die das auch nüchtern aushalten, ist also alles vorgeschoben. Man nimmt es als Grund zum Saufen oder eben nicht. Es ist Dein Leben, also überleg Dir, was es Dir wert ist.

    Ich kenn Dich ja nicht, will Dir nicht zu nahe treten, bloss ein paar Denkanstöße.

    Ich persönlich glaube, hier ist, was momentan in Behandlung sich befindende angeht, zu wenig Betrieb, als dass da etwas repräsentatives rauskommen könnte, jedenfalls nicht in einem überschaubaren Zeitraum. Wobei ich natürlich nicht reingucke, wer hier die nicht angemeldeten Gäste sind, aber das wird sich wohl in Grenzen halten.

    Wie die meisten regelmässigen Besucher hier habe ich das schon lange hinter mir, bin halt irgendwie am Thema drangeblieben, und gehöre aber nicht zu der gewünschten Zielgruppe. Und auf die Eintagsfliegen, die es hier etwas zahlreicher gibt, braucht man da wohl auch nicht zu warten, davon kommen die meisten vermutlich gar nie so weit.

    Nur meine persönliche Einschätzung, also wenn da was dabei rauskommen soll, vielleicht noch wo anders gucken.

    Guten Morgen Ina,

    ich hab zwar ein bisschen härter getrunken als Du. Aber einerseits ist das ja kein Ruhmesblatt, man muss da nicht stolz darauf sein, sondern es war ja eigentlich Unfähigkeit, anders mit dem Leben umzugehen. So darfst Du das auch betrachten, und andererseits bereue ich es auch nicht, weil damals war das halt das, was ich wollte, und zeitenweise wäre ich ohne Alkohol vermutlich gar nicht klar gekommen. Das glaube ich bis heute und ich habe mehrmals drüber nachgedacht, was wohl gewesen wäre, wenn ich früher aufgehört hätte...ich glaube, es wäre nicht besser gewesen, aber mir ist ja auch nichts wirklich schlimmes passiert, unter was ich den Rest meines Lebens leiden würde, ich habe den Ausstieg trotzdem noch rechtzeitig geschafft und verbuche das als Lebenserfahrung, ich habe sozusagen nichts verpasst und wie es anders gewesen wäre, bleibt trotz aller Überlegung Theorie.

    Also was das angeht, bin ich mit mir im Reinen.

    Mit fällt bei dem Weinregal noch ein, ich hab an der Supermarktkasse immer Flachmänner mitgenommen, meistens so 4 oder 5 Stück a 0,1 Liter, die ich dann auf die Schnelle zum Aufwärmen gekippt habe. Das musste ich vom ersten Tag meiner Nüchternheit an ignorieren, ich war ja nie in geschützter Umgebung, Entgiftung oder stationäre Therapie, sondern habe mein Leben erst mal einfach so weitergelebt, was ich ändern musste stellte sich erst nach längerer Trockenheit heraus.
    Also bin ich auch weiter an der Supermarktkasse mit den kleinen Verführern vorbeigelaufen, alkoholfreier Haushalt hätte bei mir einen Tag höchstens dagegen geholfen. Und wenn ich Durst hatte, dann blieb der auch bis er gelöscht war, selbst wenn ich mich eine Weile beherrscht hatte, habe ich das dann nachgeholt, auch von daher war es für mich sinnlos, der Verführung aus dem Weg zu gehen, denn wenn ich die Gier hatte, bin ich dafür auch kilometerweit gelaufen, wenn ich nicht mehr fahren konnte.
    Ein Grund, warum ich das grundsätzlicher angegangen bin. Der andere war, das ich auch nüchtern Scheixxtage hatte, also darauf, das es immer schön war, konnte ich mich auch nicht verlassen.

    Ich hatte schon mehrmals beim Hingucken den Geschmack im Mund, und die Wirkung, die ich verspürt habe, kann ich bis heute absolut nachvollziehen, aber das hat wirklich überhaupt nichts mehr an sich, was mir Appetit darauf machen würde. Bei mir geht diese Vorstellung dann sehr schnell bis zu dem rebellierenden Magen und dem beschixxenen Geschmack im Mund am nächsten Morgen beim Aufwachen, echt nichts was ich nochmal brauchen würde. Das passiert ganz automatisch, und manchmal stelle ich mir das mit Absicht vor und geniesse es dann erst recht, dass es heute anders ist.

    Ist mir grade noch so eingefallen. Ich meine, wenn man darauf achtet, dann merkt man schon, was man sich selbst zutrauen kann. Und wenn ich wirklich trinken wollte, dann könnte mich nichts und niemand davon abhalten, mich könnte auch keine Gruppe bremsen, denn da würde ich mich entweder drüber wegsetzen oder gar nicht mehr hingehen. Ich mache mir nichts vor, wie es wäre, wenn ich wieder trinken würde, es ginge vermutlich schnell bergab, aber ob mich das hindern würde, wenn mir alles egal wäre, ist natürlich auch spekulativ, so lange der Zustand nicht eintritt. Und genau deswegen muss ich selbst wissen, was ich will, das kann mir niemand sonst sagen. Und ich meine, klappt ja.

    Gruß Susanne