Beiträge von Susanne68


    Ich/wir haben uns um einen Eheberater bemüht und ich habe auch schon einen Termin zu einer psychologischen Beratung in der nächsten Woche vereinbart.

    damit haben wir schon mal sehr gute Erfahrungen gemacht, wobei wir mal das Glück hatten, an einen Familientherapeuten zu geraten, der vorher schon 10 Jahre als Suchtberater gearbeitet hatte. Der Studienabschluss ist der gleiche und der konnte dann besonders gut auf unsere Problematik eingehen.
    Solche Gespräche mit kundigen Aussenstehenden können sehr "entzerrend" wirken und das Verständnis für die Sichtweise des Anderen fördern..und auf dieser Basis kann man dann oft besser Entscheidungen treffen, selbst wenn das heissen würde, dass man feststellt das man nicht mehr zusammenpasst. Selbst dann muss das ja nicht im Hass enden.

    Wir haben auch lange damit rumgemacht, sind über 30 Jahre zusammen. Es war nach meinem Empfinden aber sehr wichtig, dass ich dann trotzdem in erster Linie aus Angst um mich selbst aufgehört habe, und nicht wegen meinem Partner. Das wurde zwar dadurch befördert, das ich dann alleine war, als es meinem Partner zu viel mit mir wurde, aber schon wegen mir selbst würde ich das auch weiter machen wollen, wenn das mit der Ehe irgendwann halt nicht mehr ginge.

    Und "guck mal, was ich alles nur wegen Dir mache, dafür kann ich von Dir aber auch was erwarten" - Nettigkeit, Harmonie, gradegehängter Haussegen - würde für mich nicht funktionieren. Wenns was zu streiten gibt, muss für mich auch gestritten werden, bis man den "Punkt" erreicht hat. Probleme unter den Teppich kehren, damit die äussere Harmonie gewahrt bleibt, bringt nichts.

    Gruß Susanne

    Moin,


    So "langsam aber sicher" habe ich meine tägliche Dosis 1-2 Flaschen Wein erreicht

    schon interessant..bei mir wäre das unter "halb besoffen ist rausgeschmissenes Geld" gelaufen..nach zwei Flaschen Wein hätte ich erst richtig angefangen. Wobei ich ja nicht jeden Tag getrunken habe, sonst wäre ich vermutlich schon viel früher abgeschmiert.
    Ich staune immer wieder, bei "wie wenig" das viele Leute schon als Problem empfinden. Ich weiss natürlich, dass auch weniger nicht gesund ist, aber das hätte mich in meinen aktiven Zeiten ja nicht davon abgehalten.
    Hattest Du ein "moralisches " Problem, so viel zu trinken? Bei mir war körperliches Elend ausschlaggebend, aber bei Deiner Menge hätte ich damit keine Probleme gehabt.

    Warst Du da dann den ganzen Tag lang so leicht angetüdelt? Bei dem Trinkverhalten kann ich mir einen richtigen Rausch gar nicht recht vorstellen. Und ohne Rausch war das für mich uninteressant, nur leichte Wirkung war mir schon immer eher unangenehm. Es musste schon das volle Programm sein. Der Durst kam beim Trinken...

    Was genau ist Abstinenz in Deiner Vorstellung, vor Deinem inneren Auge? Das Wort heisst ja eigentlich nur "Enthaltsamkeit"..und das bist Du ja bereits...

    Was ich aber genau kenne, ist der Moment, in dem man weiss, jetzt ist es so weit. Jetzt pack ichs an.

    Gruß Susanne

    Guten Morgen,

    da Du ja immer noch hier liest, möchte ich ganz kurz was dazu sagen.


    Mich interessiert, wie in anderen Familien mit ähnlichen Problemen umgegangen wird. Ist ein vertrauensvolles Zusammenleben überhaupt wieder möglich? Überschätze ich evtl. meine Kräfte? Provoziere ich mit falscher Wortwahl in Gesprächen oder Diskussionen wieder den Griff zur Flasche?

    ich hab gesoffen, mein Partner hatte mich deswegen bereits zumindest geistig verlassen, und irgendwann habe ich mit dem Trinken aufgehört.

    Heute führen wie eine ganz normale Ehe, dass ich mal gesoffen habe spielt dabei nur eine absolut nebensächliche Rolle. Wegen falscher Wortwahl wieder mit dem Trinken anzufangen wäre mir noch nie eingefallen. Ich hab damit zwar mal gedroht, weil ich wusste, das ich ihn damit ärgern könnte, aber wegen mir selbst hab ichs trotzdem gelassen. Denn letzlich würde ich ja drunter leiden und den Preis bezahlen, wenn ich wieder saufen würde.

    Ich meine, ich erwarte ein gewisses zwischenmenschliches Verständnis von meinem Partner, wie umgekehrt auch, aber er muss nicht meine Probleme lösen. Und wenn ich wieder mit dem Trinken anfangen würde, wäre das ganz klar mein Problem. Das will ich so und für ihn wäre es auch besser, wenn er es dabei belassen könnte.

    Es wird darauf ankommen, ob Dein Mann wegen sich selbst mit dem Trinken aufgehört hat, einsieht, dass es für ihn selbst besser ist, oder ob er nur Therapie macht, um seine Ehe zu retten und Dich wieder zurück zu gewinnen.
    Wenn seine Therapie nur das Mittel ist, mit dem er Dich zurückgewinnen möchte, und wenn er praktisch nur wegen Dir mit dem Trinken aufgehört hat - er selber aber eigentlich lieber weiter trinken würde - , würde ich an Deiner Stelle mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen. Ansonsten wird es auch nicht einfach, da er sich trocken verändern wird, aber wenn er das wegen sich macht, dann musst Du Dich zumindest nicht drum kümmern, ob er trocken bleibt.

    Wenn er nur wegen Dir aufhört, erwartet er womöglich "Wohlverhalten"...da würde ich mich nicht drauf einlassen, denn da wird er über kurz oder lang sowieso wieder einen Grund zum Trinken finden.

    Gruß Susanne


    Der Grund, warum ich zur Flasche greife, ist die Einsamkeit und die Verzweiflung zu töten, die mein Leben beherrscht.

    Witzbold. Du glaubst Du bist damit er Einzige oder auch nur irgendwas Besonderes?

    Diejenigen, die nicht deswegen gesoffen haben, hat die Sauferei genau da hin gebracht. In die Einsamkeit und Verzweiflung.
    Und bei jedem war es dann zum Verzweifeln, und deswegen hat man dann weitergesoffen und wurde noch verzweifelter.
    Und erst als das dann nicht mehr auszuhalten war...

    Wenn Du drauf wartest, das sich da was dran ändert, so lange Du säufst....es gibt humanere Arten, sich umzubringen, als sich tot zu saufen. Welche die ein bisschen schneller gehen und wo man nicht so lange unter sich selbst leidet.


    Aber das sind (wie man so schön sagt) Perlen vor die Säue geworfen!

    dass kann so sein, muss aber nicht. Ich hab schon Leute aufhören sehen, bei denen das niemand mehr geglaubt hat. Er schreibt, dass er den Zyklus durchbrechen will, und ich bin eigentlich gewillt, ihm da eine Chance zu lassen.

    Ich glaube, der hat das gleiche Problem wie sehr viele Alkoholiker. Vor lauter Autonomiestreben und ja niemanden über sich bestimmen lassen wollen kommt er sehr schnell in die konfrontative Schiene, muss sich selbst behaupten und verliert dabei aus den Augen, was er eigentlich wollte und was er eigentlich tun müsste, damit das endlich mal besser geht. Denn dazu müsste man Anderen ja mal recht geben können. Und es ist sogar nachvollziehbar dass er Gleichgesinnte sucht, damit er nicht alleine der Idiot ist. Und vielleicht sieht er selbst, wie sehr er sich im Weg rumsteht, vielleicht auch nicht. Und ändern kanns natürlich nur er.

    So lange er zappelt, lebt er noch, und die Hoffnung stirbt zuletzt. Natürlich muss er auch mit unseren Sprüchen leben, und wir haben ihm die Suppe schliesslich nicht eingebrockt. Und er wirds mir sicher auch aufs Butterbrot schmieren (damit rechne ich jedenfalls) wie bescheuert er mich findet, aber ich hab da ein ziemlich dickes Fell.


    ist euch klar, dass aus dem, was Ihr hier gepostet habt, ich nen ganzen Hollywood Film drehen könnte?

    Na dann hast Du ja kein Problem. Denn da hast Du ja offensichtlich Geldgeber. Und ausserdem bist du sowieso der Größte.

    Oder könntest Du nur, wenn Du denn mal könntest? Tja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär..

    Guten Morgen,

    mein Vater hat bis zum bitteren Ende getrunken, von daher kann und möchte ich Dir was zu der Rechtslage sagen.

    Eine Zwangseinweisung müsste ein Gericht anordnen, und dazu müsste ein medizinischer Gutachter ihre Unzurechnungsfähigkeit und Selbstgefährdung feststellen. So lange sie weiss, wie sie heisst, wo sie wohnt und welcher Wochentag ist, ist das eher unwahrscheinlich. Und so lange sie noch sagen kann, was sie will, vergiss es. Trinken ist nicht verboten und kein Grund für eine Zwangseinweisung. Selbst dann nicht, wenns schlimm wird. Verwahrlosung ist jedenfalls kein Grund, da gibts sogar explizit Gerichtsurteile dazu. Da steht das Recht auf Selbstbestimmung noch lange darüber. Und auch bei einer Entgiftung dürfte man sie nicht festhalten, sobald sie wieder halbwegs nüchtern ist.

    Und bis Dir ein Betreuungsgericht die Verantwortung über ihr Leben überträgt..hm, kompliziert. Und ich bin mir nicht sicher, ob Du die Verantwortung dann auch haben möchtest, denn das würde ja trotzdem nichts verhindern. Du kannst sie weder einsperren noch 24 Stunden täglich überwachen, Möglichkeiten an Alkohol zu kommen gibt es immer.

    Die andere Seite ist, und da habe ich mich ebenfalls erkundigt, dass Angehörige nicht verpflichtet sind, sich darum zu kümmern. Da muss schon sehr viel passieren, bis da "unterlassene Hilfeleistung" in Frage kommt. Sie ist selbst für sich und ihr Leben verantwortlich. Für Deine Brüder müsste man vielleicht eine Lösung finden, ihr das Sorgerecht entziehen, aber auch da...Gericht.

    Das schreibe ich Dir, damit Du Dir da nicht zu viele Hoffnungen machst.
    Tja, und ansonsten kannst Du Dich nur auf Abstand halten und gucken, das Dich das nicht zu sehr beeinträchtigt. Dein eigenes Leben leben.
    Einen Alkoholiker von aussen zur Einsicht zu bringen, wenn der (oder in dem Fall sie) nicht will, kannst Du ziemlich vergessen. Da bist Du Angehörige Nummer xyz, die das vergeblich versucht.

    Gruß Susanne

    Liebe Rina,

    Das verstehe ich schon, aber trotzdem bist Du ja dabei geblieben. Hast weiter gekämpft. Vielleicht mit Unterbrechungen, da weiss ich nicht, aber offensichtlich hast Du ja weitergemacht.

    Ich hab mir natürlich auch nichts sagen lassen, solange ich überhaupt nicht aufhören wollte.
    Und als ich dann mal aufhören wollte, gab es auch eine Menge Missverständnisse und Konflikte etc.. Und ich habe mit Sicherheit auch nicht alles gemacht, was Andere gut und wichtig gefunden hätten. Aber das Grundthema, dass ich aufhören wollte und dafür auch gekämpft habe, das habe ich doch trotzdem weiterverfolgt. Deswegen ist es auch nicht nur Glück, dass man aufhören konnte, sondern es war schon mit Arbeit verbunden, und mit der Überwindung des inneren Schweinehunds. Nicht wegen jeder Kritik gleich aufgeben, auch mal aushalten, dass man schlecht aussieht.

    Hier schreiben, wie Gerchla ja auch schon erwähnt hat, manche Leute einen Beitrag und am Profil siehst Du, dass sie 10 Minuten später das letzte Mal eingeloggt waren. Ich wette, da lesen einige noch nicht mal die Antworten. Was eher nichts mit mir zu tun hat, denn das gibt es auch schon bei alten Beiträgen, vor meiner Zeit (daran siehst Du, das ich mich auch manchmal frage, ob meine "Art" vielleicht jemanden verschreckt. Denn ich gehöre ja auch zu den Leuten, denen man früher oft genug um die Ohren gehauen hat, dass sie so, wie sie sind, nicht in Ordnung sind, und Selbstkritik habe ich ja auch schon reichlich geübt. War lange eine meiner Hauptaufgaben, zu mir selbst zu stehen). Und klar, ich könnte dem Problem auch ganz einfach aus dem Weg gehen, indem ich da selbst erst gar nicht antworte, aber ich habe manchmal des Bedürfnis, mich damit auseinanderzusetzen.

    Gruß Susanne

    Ich weiss ganz genau, dass das viele nicht auf Anhieb schaffen. Was mich hier aber am meisten wundert ist, wie viele dann nach dem ersten lauen Gegenwind schon wieder verschwinden. Mir kommt das manchmal so vor, wie wenn da manche nur einen Versuchsballon starten, aber Durchhaltevermögen ist Fehlanzeige. Natürlich nicht bei allen, also nicht dass das jemand falsch versteht.

    Ich war mal wo, da waren Leute auch jahrelang am kämpfen. Und für ein paar davon war ich direkter Ansprechparter, hab das also ziemlich ungeschminkt mitbekommen. Und wir haben da gerungen und gestritten und die Fehler analysiert und die Leute sind hingefallen, wieder aufgestanden und haben weitergemacht. Das war weder für die noch für mich immer einfach, aber einige sind dann doch nach vielen Versuchen noch trocken geworden. Andere haben erst sechs Fuß tiefer aufgehört, das ist eben so.

    Bei mir war das am Anfang auch so, ich habe geguckt, an wen ich mich halten kann und wer mir nur als schlechtes Beispiel dient. Da am Anfang in der Motivationsgruppe, als ich selber grade ein paar Wochen nichts getrunken hatte, da war ich schon sehr hellhörig, was klappen kann und was nicht. Und ich habe da auch sehr genau zugehört, was Leute da erzählt haben, und wie sie ticken und an was sie eventuell gescheitert sind. Schon rein aus egoistischem Interesse, weil ich es schaffen wollte. Und dazu wollte ich natürlich nicht erst jeden Fehler selbst machen. Ich hab mich da auch nicht rausdrängen lassen, wenn jemandem meine Nase nicht gepasst hat, da war ich mir selbst schon die Nächste.

    Also mich befremdet das eigentlich, wie hier einige mit Samthandschuhen angefasst werden wollen. Alkoholismus ist eine potthässliche Krankheit, das kann nicht immer harmonisch sein, bei dem ganzen Mist, der da passiert und den wir uns ja durchaus selbst antun. Läuft einem ja nicht nach, die Brühe. Und irgendwie denke ich, das sollte man sich doch selbst wert sein, das auch gegen Widerstände weiter zu verfolgen, es geht doch ums eigene Leben, wenn einem das nichts wert ist, was dann?

    Und irgendwo in meinem Leben gab es einen alten Alki. Dessen Sprüche habe ich gehasst und ich habe mich auch sehr bemüht, das Gegenteil seines "Du musst" zu machen. Ich wollte auch unabhängig sein, mich nicht gängeln lassen. Er war aber ca. 30 Jahre trocken und damit für mich der lebende Beweis, dass das Leben nicht vorbei ist und dass es möglich ist, so lange ohne Alkohl zu leben. Und damit vermittelte er mir das Wichtigste, obwohl ich ihn sonst überhaupt nicht abkonnte.

    Ich habe tatsächlich von jetzt auf gleich aufgehört, nach wer weiss wie vielen Jahren exzessiven Konsums.

    Eines steht fest, Du weisst jedenfalls nicht, wie es geht, sonst hättest Du ja längst was dran geändert.

    Und ich verschwende hier nur meine Zeit, denn Du wirst es eh nicht kapieren. Und solche Freaks wie Du halten sich meist nicht lange, also glaube ich eigentlich nicht, dass Du Deinesgleichen hier finden wirst. Ich sage aber immer gerne, in Bahnhofskneipen wirst Du sicher welche finden, die genau wie Du der Meinung sind, dass es ja nicht anders geht.

    Bin jetzt endgültig weg.


    Wenn es so einfach wäre...gäbe es dieses Forum nicht...keine Selbsthilfegruppen. etc.

    ich kenne denjenigen, der dieses Forum ins Leben gerufen hat, nicht. Daher weiss ich auch nichts über seine Motivation.
    Ich habe jedenfalls erst mal alleine aufgehört, und in Selbsthilfegruppen bin ich irgendwann mal gegangen, weil ich nicht wieder anfangen wollte. Weil ich natürlich auch die eine oder andere Schwierigkeit hatte und wissen wollte, was Andere in der Situation tun. Aber auf sehr vieles bin ich schon dadurch gekommen, dass ich überhaupt darüber geredet habe und es formulieren musste. Dabei war ich aber konsequent nüchtern, das war die Grundvoraussetzung überhaupt. Sonst wäre ich auch in meiner Endlosschleife hängen geblieben.

    Hier in der Stadt, in der ich seit ein paar Jahren wohne, habe ich mich noch gar nicht nach Gruppen umgeschaut.

    Irgendwo kommt mir das natürlich schon bekannt vor, ich lasse mir auch nicht gerne sagen, wie ich leben soll und so weiter. Aber irgendwann habe ich halt begriffen, dass ich erst mit dem Trinken aufhören muss, und zwar ohne jedes wenn und aber, und die Trockenheit ganz oben hin hängen muss, und dann kann ich mir überhaupt erst mal richtig überlegen, was ich eigentlich will. Weil vorher ist das ja alles mehr oder weniger von der Sucht gesteuert.
    Und ich habe das Trinken ganz sicher nicht aufgehört, weil mir das irgendwer gesagt hat, sondern weil ich halt selbst gesehen habe, was ich da mit mir mache, und weil es mir schlecht damit ging. Und davor hab ich mich ein paar Jahre mit Leuten rumgestritten, die wollten, dass ich mich ein bischen mehr beherrsche, aber da war ich einfach noch nicht so weit und habe deswegen natürlich auch nicht aufgehört.

    Selbsthilfegruppe heisst für mich wörtlich, dass sich jeder selbst hilft. Mit den Erfahrungen anderer möglicherweise, aber die Arbeit an sich nimmt einem niemand irgendwo ab.
    Und Dir gehts doch auch schon so schlecht, mit Deiner Leber etc, da muss doch zuallererst mal der Alkohol weg, und zwar kompromisslos, sonst kannst Du doch alles andere vergessen. Und das musst Du sicher nicht machen, weil ich das so sage, sondern weil Du noch eine Weile leben willst. Sonst wärst Du doch gar nicht hier.
    Und Entgiftung, Therapie etc. gibts auch für Harzler, was hindert Dich daran?

    An sich bin ich zu Dir auch freundlich. Schliesslich kenne ich Dich nicht mal, und getan hast Du mir auch nichts. Aber ich glaube, ich sehe halt ziemlich deutlich, wo Dein eigentliches Problem ist und was Du tun müsstest. Und ich denke, das geht nicht mit "gemütlich", und mit halben Sachen und halbherzigen Versuchen kommst Du da auch nicht weiter, sondern da musst Du sehr wahrscheinlich schon mal richtig in Deine eigene Scheisse greifen, so war das jedenfalls bei mir.

    Und auch wenn sich das vielleicht hart für dich anhört, so viel besser gings mir ja "damals" auch nicht gerade. Von daher kann ich da möglicherweise schon ein bisschen mitreden. Und so wie Du schreibst, brennts ja schon.


    Wer macht sowas, Herrgott??? Was ist los mit dir?

    Ich. Und mir gehts bestens. Aber nur, weil ich irgendwann aufgehört habe. Sonst wäre ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit längst verreckt. Aber so geniesse ich doch recht oft das Leben.
    Man hat schon ziemlich viel selbst in der Hand. Glück gehört vielleicht auch dazu, aber die Schluld immer nur aufs böse Leben zu schieben..dann kommt man halt da hin, wo Du gerade bist.

    Wünsche viel Erfolg. Werde Dich nicht weiter in Deinem gemütlichen Elend stören.

    Guten Morgen,

    Also ich hab bis 41 so ähnlich gesoffen, keinen Wein, dafür Schnaps, aber auch so an drei bis 4 Tagen die Woche. Richtig viel. Nur abends aber dann war ich auch regelmässig fertig. Irgendwann hatte ich halt genug davon.


    Seit 20 Jahren Alkoholiker, weil mein Leben damals den Bach runter gegangen ist.

    Ach nee. Ich hätte getippt, dass Du Alkoholiker bist, weil Du dann deswegen lieber gesoffen hast, statt Dich auf die Hinterfüße zu stellen.
    Selbstmitleid konnte ich auch ganz gut, aber das hilft halt leider nun mal gar nichts. Alkoholiker bin ich aber eindeutig deswegen geworden, weil ich zu viel gesoffen habe, und das über viele Jahre. Weil ichs nicht glauben wollte, so lange es noch nicht so weit war. Und dabei habe ich dann nebenbei ein paar Sachen versemmelt, weil ich halt lieber einen drauf gemacht habe. Und dass man so keine Probleme richtig löst, eh klar.

    Wenn Du es anders gemacht hättest, würde das


    Ich bin seit dem auf Stützte. Keine Chance auf Frau, Familie, Haus, Boot, Ferrari...etc.


    vielleicht längst anders aussehen.


    Wenn jemand da draußen ähnliche Probleme hat...


    Was erhoffst Du Dir von jemandem, mit dem Du dann gemeinsam rumjammern kannst, was Ihr für arme Schweine seid? Dadurch wird sich auch nichts ändern.
    Wenn Du Dich aufgibst, wird Dir nichts und niemand helfen können. Aber das weisst Du ja selbst. Also entweder Du kriegst den Arsch noch mal hoch oder Du verreckst eben dran. Was möchtest Du denn sonst hören? Mach Nägel mit Köpfen, andere haben auch aufgehört. Es geht, wenns einem wirklich reicht. Aber wenn man lieber rumjammert und wegen jeder Schwierigkeit wieder zur Flasche greift ("es" passiert ja nicht, sondern Du machst es, ganz aktiv), dann muss man halt damit leben.

    Ich musste mir auch einen Arschtritt verpassen, ist halt manchmal so. Von nix kommt nix.

    Gruß Susanne

    Hallo,

    Bin ja noch zwei Jahre älter als Christiane F. und die Warnungen gabs bei uns natürlich auch. Aber ich wusste damals ja nur, was ich NICHT wollte, nämlich auf gar keinen Fall so ein Leben führen wie meine Eltern und am Besten überhaupt keine 30 werden, also alles was verboten und gefährlich war, hatte einen unglaublichen Reiz für mich. In meinem pubertären Depri-Leichtsinn hielt ich es mit Nina Hagen "ist ja alles so schön bunt hier, kann mich gar nicht entscheiden"...wenn mans überlebt hat, sind es Erfahrungen.

    War ein bisschen provomäßig von mir wegen der Therapeutin, ich kenne sie nicht, man kann auch mal daneben langen und Therapeuten sind auch nur Menschen. Und ich finde es auch gut, dass Du trotzdem mitnimmst, was geht und Dich darauf einlässt. Dass sie ruppig ist, muss nicht unbedingt ein Schaden sein, da bleibt man beim Wesentlichen und driftet nicht so ins Kaffeekränzchenmäßige ab. Ausserdem, keine Ahnung mit was für Publikum und Anspruchsdenken sie da konfrontiert ist, viele Alktherapeuten werden irgendwann ziemlich nüchtern und distanziert, z.T auch frustriert. Müssen wir wegen mir auch nicht vertiefen.

    Ich hab das Yoga nach dem Trockenwerden auch angefangen, später dann noch das Meditieren und das mache ich bis heute, finde das gut.

    Du hast ja da das Problem mit dem Therapeuten hinterher. Ich denke, da hast Du doch aber auch schon ziemlich genaue Vorstellungen davon, wo es schwierig werden kann. Ein Therapeut löst Dir das ja auch nicht direkt, sondern erarbeitet normalerweise mit Dir Werkzeuge und Lösungen. Das Handwerkszeug, das Du dann aber selbst anwenden musst. Das geht ja aber auch ohne Therapeut, zumindest für den Anfang mal. Hier oder in Gruppen sind doch auch Leute, die eine gewisse Erfahrung und auch Ahnung haben. Nur mal so als Hinweis.

    Weiterhin viel Erfolg.

    Gruß Susanne

    Na ja, ich bin auch in frühester Kindheit schon damit in Berührung gekommen, hatte mit 15 die ersten Filmrisse, dann Drogen und bis 41 dann eine wechselvolle Karriere, mit ziemlichen Abstürzen. Also insgesamt mindestens 26 Jahre problematisches Trinkverhalten, wenn man den Vorspann dazurechnet, noch länger. Und bei mir war das ein zentraler Bestandteil meines Lebens, völlig undenkbar, dass ich jemals damit aufhöre. Lange wäre ich lieber gestorben, als nüchtern zu bleiben.

    Und eines Tages reichte es mir einfach. Ich habe aber auch schon oft gedacht, das kam, weil es einfach zu viel war. Nur dadurch war es dann ja wirklich nicht mehr schön und es gibt da für mich auch nichts mehr zu vermissen.

    Aber dieses "Schnauze voll" habe ich auch schon von mehreren gehört, die dann trotzdem wieder angefangen haben, das verblasst wohl irgendwie. Das alleine reicht jedenfalls wohl nicht. Ich bin halt dran geblieben und habe mich damit auseinandergesetzt, wie sehr dieses ganze Suchtverhalten und das "Drumherum" mein gesamtes Leben geformt haben und dann wollte ich aus meiner zweiten Lebenshälfte einfach etwas anderes machen. Und heute habe ich fast täglich Momente, wo ich stocknüchtern das Leben viel schöner finde als "damals"...da würde Alkohol nichts dran verbessern, für mich.

    Einerseits würde ich sagen, wenn das bei mir geklappt hat, dann müsste das bei Dir doch erst recht klappen. Denn ich habe mit Sicherheit deutlich mehr getrunken und dann relativ einfach aufgehört. Zumindest mal rein mit dem Alkohol, es blieben ein paar Baustellen meines früher verkorksten Lebens, wo ich dann noch mal richtig ran musste, aber das wollte ich dann auch nur nüchtern. Andererseits kann ich schon nachvollziehen, dass man da mehr damit hadert, wenns eigentlich noch schmecken würde.
    Jedenfalls wünsche ich Dir einen guten Austausch hier und bleib dran, es rentiert sich praktisch immer.

    Gruß Susanne