Beiträge von Susanne68

    Hallo Miho,

    ich will nur mal ganz konkret auf diese Frage eingehen.


    Nun zur eigentlichen Frage beziehungsweise Eurer Meinung. Ich mache mir nach wie vor Vorwürfe, dass ich "die Absicht mir was anzutun" verwendet habe um im Krankenhaus Hilfe zu bekommen und nicht den üblichen Weg mit Vormerkung etc. gegangen bin. Ich hadere damit was in purer Verzweiflung noch erlaubt ist und wo man eine Grenze überschreitet - ich denke einige Tag mal so und andere wieder so.

    Ich würde Euch gerne um Eure ehrliche Sicht der Dinge bitten.

    Das, was Du da gemacht hast, habe ich hier im Forum sogar schon mal als Empfehlung gelesen, wenns pressiert. Ich meine, sie haben Dir mit dieser Zwangseinweisung ja gezeigt, welche "Strafe" auf die Drohung mit Selbstmord steht. Eine Woche Zwangseinweisung, damit ist das abgesessen. Zufälligerweise wohl genau das, was Du gebraucht hast.

    "Moralisch" betrachtet würde ich sagen, Du hast sie ja nicht vor unlösbare Probleme gestellt, sie konnten damit umgehen und sie wussten, was sie zu tun hatten.
    Und es waren Profis, die normalerweise Schlimmeres gewohnt sind. Die haben ihren Job gemacht. Ich glaube, das hatten die am nächsten Tag schon wieder vergessen.

    Und ansonsten, ist jemandem deswegen was schlimmes passiert? Was wirfst Du Dir denn da genau vor?
    Mich würde interessieren, warum das für Dich so ein Problem ist.

    Gruß Susanne

    Jo.
    Ich hatte nie ein gutes Gefühl bei der Geschichte, hab aber nichts mehr geschrieben, weil ich da ja auch nichts dran ändern konnte.

    In 10 Jahren siehst Du das dann vielleicht auch so, dass das eigentlich von Anfang an fast nur schief gehen konnte und besser so ist, wie es jetzt ist. Momentan bist Du natürlich gefühlsmässig noch sehr stark betroffen, aber das wird sich sehr wahrscheinlich irgendwann ändern, weil es sich bislang noch bei jedem irgendwann geändert hat. Irgendwann wird es eine Episode aus Deinem Leben sein, die vorbei ist.

    Ich schick Dir mal ne Umärmelung und eine Runde Trost. Lass Dich nicht zu sehr runterziehen (ja, ich weiss, leicht gesagt und hilft Dir momentan vielleicht gar nichts) und bleib dabei, dass Du auf Dich selbst aufpasst.

    Gruß Susanne

    Borderline wurde bei mir nachträglich vermutet, als ich schon längst trocken war, aber dann wegen verschiedenen Schwierigkeiten doch noch eine Therapie gemacht habe. Als ich da meine Lebensgeschichte skizziert habe, wurde das vermutet. Das wächst sich unbehandelt wohl irgendwie aus und wird dann anderweitig komisch. Jedenfalls hätte es gepasst.

    @Reko

    Ich habs mal verlinkt. Und tatsächlich steht das ganz ähnlich in der Suchtfibel. Im Übrigen hatte ich meine eigenen Saufdruckanfälle, waren ja nur zwei wesentliche, genau so behandelt. Einmal viel trinken, einmal aus der Situation raus.

    Also ich hab das schon wahrgenommen, aber da gabs tatsächlich nix zu meckern.

    Gruß Susanne

    @ichso,

    meine Großväter habe ich in Folge des Krieges beide nicht kenngelernt.
    Aber einer war Mauermeister und der andere Banker und der reichste Mann seiner Heimatstadt, und nach dem Krieg hatten alles die Russen.

    Meine Mutter, vertrieben, absolut mittellos, Notschulabschluss, denn sie war erst 8 bei Kriegsende, heiratete dann den Handwerker, der in der Wirtschaftwunderzeit immer Geld hatte.

    Ich hatte immer das Gefühl, dass ich irgendwie die Lebensträume meiner Mutter erfüllen sollte, und gleichzeitig hätte ich in die Fusstapfen des Vaters treten sollen.

    Beim Arbeiten gings mir eigentlich genau so wie Dir. Sobald etwas Routine wurde, wurde es mir langweilig und es zog mich weg. Aber ich hatte von meiner Sturm- und Drang-Zeit auch einen großen Berg Schulden, und den musste ich irgendwann auch mal abtragen. Deswegen hab ich den Ehrgeiz zu diesen gutbezahlten Hightech-Jobs dann überhaupt erst entwickelt, sonst wäre ich da nie rausgekommen. Diese Privatinsolvenz (7 Jahre zahlen, dann frei) gabs damals noch nicht, das sah halt ansonsten nach langem Elend aus. Da hab ich mich drauf besonnen, dass da ja mal was war und ich eigentlich was können könnte. Und dann hab ich auch durchgehalten, bis ichs mir wieder leisten konnte, meine eigenen Wege zu gehen.

    Gruß Susanne

    Servus IchSo (müsstest aus meiner Sicht dann wohl DuDa heissen)

    Ich erleb Dich als schrullig, aber liebenswert und wenns drum geht kannst Du ja auch ernsthaft sein. Passt schon.

    Ich neige auch zu Wortspielchen. Wobei es oft schon reicht, wenn ich etwas wortwörtlich nehme, um Leute in schallendes Gelächter ausbrechen zu lassen.

    Ich bin ein Einzelkind, an sich ziemlich dressiert. Mir mir hatte man was vor. War schon früh als ziemliche Intelligenzbestie angesehen und verschrien, wofür ich z.B. von meiner Mutter bewundert und von meinem Vater verachtet wurde. Mein Vater mochte keine Intellektuellen, das war für den ein rotes Tuch, aber meiner Mutter schwebte eine Uni-Laufbahn für mich vor. Meine Eltern waren extrem verschieden und hatten jeweils ihre Ziele mit mir, die in sich aber so widersprüchlich waren, dass ich es eigentlich keinem recht machen konnte.
    Und gesoffen und Möbel gerückt wurde auch, und ich musste öfter mal als Blitzableiter oder Seelenmülleimer herhalten. Ich hab mir oft Geschwister gewünscht, damit sich das besser verteilen würde.

    Andere Kinder wollten erst nicht mit mir spielen, weil ich ja immer so verdammt intelligent und altklug war, ausserdem natürlich auch ein bisschen schräg, und ich konnte schon als Kind mit anderen Kindern eigentlich wenig anfangen. Ich war schon damals ein Bücherwurm, und naturwissenschaftlich schon sehr früh interessiert.
    Das änderte sich, als ich entdeckte, dass ich mich auch sehr gut prügeln konnte. Prügeln können und schlau, das war dann schon was. Und dann gings halt, "spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder."...war mal so ein 'Song.

    Ich war als Kind viel allein zu Haus, beide berufstätig und mit Hausbau beschäftigt bis überlastet, und musste nur immer irgendwie durchkommen. Ne Menge angestellt, wofür es natürlich auch ordentlich setzte. Das war ja noch vor der Zeit der antiautoritäten Erziehung, da gabs keine Widerrede. Sonst "Batsch". Schon da das "man darf sich nicht erwischen lassen " entwickelt. Und den Schlendrian, immer erst alles auf den letzten Drücker irgendwie erledigt, bevor die Eltern heim kamen. Schulschwänzen usw, aber da sich meine Eltern auch auf den Standpunkt stellten, dass sie mir nicht helfen können und wollen, natürlich auch schon früh gelernt, zu argumentieren und mich damit irgendwie gegen Lehrer durchzusetzen. Irgendwie war das auch ziemlich einsam. Aber weil ich mir selbst helfen musste, hab ich das auch schon relativ früh ziemlich gut gelernt. Gleichzeitig war ich aber auch in meiner Extremität jemand, der dann einige nacheifern wollten, ich hatte fast immer auf irgendeine Weise eine Art Fanclub. Und bin in mehreren anderen Familien aus und ein gegangen und kannte von daher dann auch was Anderes als mein eigenes Elternhaus.

    Und irgendwann hab ich mir halt eingebildet, dass Regeln für mich nicht gelten, weil ich immer irgendwie durchkomme. Und ich hatte absolut keinen Respekt vor Autoritäten...musste selbst an meine eigenen Grenzen stossen und im Berufsleben gabs dann auch öfter mal Konflikte, denn ich hab keinen Chef so wirklich ernst genommen oder akzeptiert. Ich bin relativ verwildert oder auch wohlstandsverwahrlost..kommt auf den Standpunkt an.

    Mir fällt eigentlich immer wieder was Neues auf, wenn ich drüber nachdenke. An sich ein ziemlich (erlebnis-)reiches Leben, wenn ich das manchmal betrachte. Bei allen Katastrophen, ich habs auch genossen und tue mir nur relativ selten selbst leid.

    Gruß Susanne

    War gar nicht persönlich gemeint. Ich wollte nur auf das raus, dass man oft das attraktiver findet, was einem gerade verwehrt ist. Bei mir war ganz ausgeprägt auch immer der Reiz des Verbotenen. Wenn ich mir z.B. das Trinken verboten hätte - "ich darf nicht" - das hätte wohl nie funktioniert. Drogen hab ich ja gerade deswegen angefangen, weil es verboten war.

    Ich hab gerade nicht im Kopf, wie alt Du bist, aber der BMI-Rechner der Techniker-Krankenkasse sagt mir gerade, dass ein BMI von 29 in meinem Alter (60 Jahre) gerade noch so im Rahmen des Normalgewichts liegt. Ich dürfte momentan noch 10 Kilo zunehmen. Und ich hab nur noch 600 Gramm Schoki in der Schublade.

    Jedenfalls ist das ja noch im Rahmen, wo es nicht gleich kritsch wird, Du nicht mit Nulldiat arbeiten musst oder so ähnlich. Da kannst Du noch einiges probieren. Du hast Zeit, nimm sie Dir.

    Kannst Du, so wie ich beim Trinken auch mal angefangen habe, mit einzelnen Tagen anfangen, heute nicht? Immer wieder gegensteuern, was Neues ausprobieren.
    Was mir tatsächlich auch sehr viel bringt, sind Nahrungsmittel, die lange satt machen. Hülsenfrüchte zum Beispiel, Linsen, Kichererbsen, dicke Bohnen, mit Gemüse und/oder Speck, so richtige Seelenwärmer. Oder Forellen, so große wie ich direkt beim Fischer kriege. Da brauche ich oft den ganzen Tag nichts mehr anderes.

    Ansonsten hört sich das auch ein bisschen nach Unterzucker an, mit der schlechten Laune, was ich von anderen schon so gehört habe. Hast Du schon mal nen Arzt deswegen gefragt?

    Hallo Sara,

    als ich mit dem Trinken aufgehört habe, hatte ich fast Untergewicht. 65 Kilo bei 1,80. Ich hab da aber auch noch mindestens fünfzig Zigaretten am Tag geraucht.
    Aber als ich ein Jahr später mit dem Rauchen aufgehört habe, ging das bei mir mit der Fresserei auch los. Ich hab dann 20 Kilo zugenommen. Aber da ich sowieso eher zu wenig hatte, hat mich das zwar gestört, aber es hielt sich im Rahmen. Ich hab dann auch irgendwann angefangen, da mehr drauf zu achten. Aber nie extrem genau, sondern eher mal mit Intervallfasten und kleineren Portionen, dann war ich halt mal nicht ganz so pappsatt. Gesund ernährt, was die Zutaten anging, habe ich mich im Grunde schon lange, aber eine Zeitlang habe ich auch viel Schokolade gegessen. Das legte sich irgendwann wieder. Ja, und auch bei mir wars - und ist bis heute manchmal so - wenn ich mal angefangen habe, ist es weg.
    Ich trage dem Rechnung und kaufe oft nichts der fange dann gar nicht erst an, dann machts mir auch nur wenig aus. Dafür genehmige ich es mir ein andermal so wie ich gerade Lust habe, habe dabei auch schon oft festgestellt, dass ich dann gar nicht so viel will. Dann hält so eine Tafel schon mal eine Woche..das hätte es früher auch nicht gegeben.

    Ich hatte ein paar schlechte Angewohnheiten, ging auch in Richtung Suchtverlagerung, aber ich muss heute schon lange nicht mehr perfekt sein. Und ich habe mich bei Angewohnheiten, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich aber auch nicht so locker aufgeben konnte, hin und wieder auch gefragt, wie wichtig das nun ist. Saufen und Rauchen hätten mich umgebracht, so wie ich das gemacht habe, aber einige andere Dinge waren mir eher nur lästig.

    Ich habe nicht lebensbedrohlich falsch gegessen. Nicht lebensnotwendig, es zu ändern, sondern wäre halt nur ganz nett gewesen. Und so mit einer Mischung aus akzeptieren, auseinandersetzen und laufen lassen hat sich das dann ganz gut eingespielt. Ich bin jetzt nur knapp über Normalgewicht und das ist mir gerade egal. Aber ich rede bei der Änderung auch von Jahren, nicht von ein paar Wochen.

    Gibts spezielle Gründe - Übergewicht oder Gesundheit - warum Du das gerade nicht einfach laufen lassen willst? Was würde passieren, wenn Du gar nicht aufpasst - ausser das die Schoki weg ist, meine ich?

    Gruß Susanne

    Servus,

    Mei, die nutzlosen Frührentner...der Nachbar hat einfach immer die schöneren Äpfel.

    Als ich in meine erste Selbsthilfegruppe kam, hatte ich ein Gehalt von gut 10.000 Mark im Monat (war damals für meine Verhältnisse ziemlich viel), Euro kam da grade erst, und stand vor einem Karrieresprung, nach dem das Dreifache verdienen sollte. Nach meinem versemmelten Früherwachsensein hab ich noch ein ziemlich begehrtes Studium abgeschlossen, aber Leistungsdenken war trotzdem nicht meins. Nur wenn ich mich schon mal angestrengt habe, wollte ich wenigstens die Beste sein, damit ich mir das immerhin selbst überlegen konnte, was ich draus machen wollte. Aber wer A sagt, muss wohl auch da B sagen, wer nach Leistungsfähigkeit aussieht muss wohl dann auch. Ich hab das eigentlich gar nicht eingesehen, ich wäre lieber heim gegangen, sobald mir das Geld gereicht hätte, aber das haben die Arbeitgeber nicht akzeptiert. Da gabs leichter eine Gehaltserhöhung als die Möglichkeit, Überstunden abzufeiern, weswegen ich das auch nur ein paar Jahre mitgemacht habe.

    Und dann der Gegensatz. In der Selbsthilfegruppe gab es Frührentner, die bekamen ihr Geld dafür, die Füsse auf dem Sofa hochzulegen.

    Wenns gegangen wäre, hätte ich mit denen getauscht. Jedenfalls war ich auf die ziemlich neidisch. Ich hab den halben Tag bei der Arbeit sehnsüchtig nach draussen geguckt und wäre lieber im Garten in der Sonne gelegen. Nur für den Feierabend und das Wochenende gelebt. Stattdessen die IT-Infrastruktur von Kunden nachgebaut, bei denen die Systeme standen, technisch sicherlich anspruchsvoll, aber ansonsten hätte ich die auf den Mond schiessen können.
    Das einzige, was ich hätte nicht haben wollen, waren die Gründe für die Frühverrentung, ich hätte natürlich das Beste aus beiden Welten haben wollen, Geld und Gesundheit, hähä. Aber moralisch hätte ich da nichts dabei gefunden. Ich hätte das Geld fürs Nichtstun mit Kusshand genommen, aber dafür war ich dann natürlich viel zu leicht vermittelbar.

    Heute muss ich auf absehbare Zeit immer noch arbeiten, weil ich das über viele Jahre, so weit als möglich, vermieden habe und daher nur wenig Beitragszeiten für die Rentenkasse habe. Heute schreibe ich Computerprogramme, die das Geld für mich verdienen. Arbeiten tue ich immer noch nur soweit nötig. Und meine Programme werden möglicherweise noch laufen und mir ein Taschengeld einbringen, wenn ich schon 80 bin. Das Programmieren und Enrtwickeln macht mir immerhin Spaß, wenn ich das nach meinem Gusto machen kann.

    Mir kommt es zugute, dass ich relativ wenig brauche und schon immer etwas anders gelebt habe als der sogenannte Mainstream. Relativ minimalistischer Lebensstil, wobei das schon ziemliches Understatememt ist, so wie es hier bei mir jetzt aussieht. Als ich jung war, wollte ich diese Leistungsgesellschaft nach Möglichkeit abschaffen. Ich hab mich als Aussteigerin gesehen, mal sehen mit wie wenig ich auskomme, eine Zeitlang im Zelt und auf der Strasse gelebt. Das war einerseits gleichzeitig mit den Drogen, aber zum Teil auch durchaus von mir so gewollt. Und per Autostop quer duch Europa getrampt, das ging vor 40 Jahren noch ziemlich gut. Nach dem Motto, kein Tier ist so dumm und arbeitet freiwillig mehr als zum Lebensunterhalt unbedingt notwendig.

    Jedenfalls ist Arbeit für mich kein Selbstzweck, ich würde wohl niemals arbeiten, wenn ich das Geld nicht bräuchte - oder erst jetzt, nachdem ich auch den Spaß dran entdeckt habe. aber alles gemäßigt. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, was einen da treffen kann, wenn man das Geld fürs Nichtstun bekommt. Ich kenne x Leute, die würden sich die Finger danach schlecken - natürlich nur, wenn das ohne Schikanen ginge. Aber wenn der Kontostand stimmt, dann gehe ich lieber wandern oder liege im Garten in der Sonne, als in irgend so eine blöde Firma zu latschen. Ich hab das gehasst. Pleite war ich trotzdem schon länger nicht mehr, aber ein bisschen was brauche ich natürlich, noch habe ich keinen Geldscheisser.

    Und mir hat diese Arbeitsunlust immerhin eine Firma eingebracht, bei der ich das Büro neben dem Schlafzimmer habe und weil ich schon vorher keine Kundenkontakte wollte (ich arbeite nicht gerne mit anderen Menschen zusammen), hat sich da durch Corona kaum etwas verändert.
    Was die Corona-Massnahmen angeht, seh ichs ein und halte mich dran. Ansonsten läuft das bei mir wohl auch schon unter Altersmilde, das ich heute mehr "mit spiele".
    Querdenken war ich eher früher und auf etwas andere Art als die Gestalten heute, für die ich nicht bereit bin, Verständnis aufzubringen.
    Ich will mich möglichst auch bald wieder frei bewegen können, und ich glaube, wie beim Saufen, nur halbherzig zu zu machen, ist nur Leidensverlängerung. Geht nur länger, wenn mans nicht richtig macht.

    Was ich momentan am meisten vermisse, ist, dass wir nicht einfach kurz nach Österreich, Schweiz und Italien fahren können, bei mir relativ vor der Haustüre, und dass man bei Ausflügen momentan nicht einkehren kann. Und dass hier um uns herum in den umliegenden Urlaubsgebieten, die für uns Tagesausflugsgebiet wären, jetzt wegen Überfüllung die Hölle los ist. Kein entspanntes hinterher "jetzt gehen wir mal kurz essen", gibt ja eh nichts, und auch keine Parkplätze mehr, weil alle herdrängen. Aber bei genauer Betrachtung sind das Luxusprobleme für mich, jammern auf hohen Niveau. Wir haben selbst zu meinen Saufzeiten gerne und gut gekocht, da fehlt eigentlich nicht viel ausser der Möglichkeit, auch mal was Anderes zu sehen. Sobald es wieder wärmer wird und es im Garten losgeht (den ich zum Glück habe) wird sich das relativieren. Und wenn mal wieder Stadtfeste wären, würde mir das auch gefallen. Aber es bringt mich jetzt auch nicht um, wenn es nicht geht.

    Momentan weiss ich sowieso nicht genau, obs eher das hier in letzter Zeit oft trübe Wetter (grade ist Schneesturm, das sieht wenigstens gut aus) oder die täglichen Katastrophenmeldungen sind, die mich ein bisschen gedämpft machen.
    Es kommt auch wieder Sonne.

    Gruß Susanne

    Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass viele tatsächlich nicht spüren, wie schlecht es ihnen geht. Da kommt genau das zum Tragen, dass man mit Alk Probleme zwar nicht löst, aber eine lange Zeit erfolgreich betäuben kann und es dann eben nicht merkt.

    War doch bei mir auch so. Die äusseren Parameter stimmten die meiste Zeit, Job, Wohnung, Partner, alles vorhanden, wenn Du mich 3 Monate vor Schluss gefragt hättest, wäre ich überzeugt davon gewesen, überhaupt keine Probleme zu haben oder nur solche, die den allgemeinen
    Sachzwängen (Geld verdienen, Stress) geschuldet waren.
    Das bisschen saufen? Bei den ganzen Filmrissen wusste ich doch sowieso nur noch einen Bruchteil davon, wenns mir jemand erzählt hat, war das, wie wenn die über eine ganz andere Person geredet hätten, das hat mich wenig berührt. Und für das, was ich noch wusste und merkte, meinte ich gute Gründe zu haben. Ich sah mich da absolut im Recht, ich hatte es mir doch verdient.

    Ich hab ja neulich Rina geschrieben, dass das ziemlich schizophren war. Ich hatte meine Methoden, morgens fit zu werden, noch ne Runde Reue an den Partner verteilt und danach hatte ich kein Problem. Wie weggeblasen.

    Ja, ich konnte mir kein Leben ohne Alk vorstellen und ich hatte auch Angst davor (eben weil ichs nicht kannte), aber die allermeiste Zeit sah ich auch überhaupt keine Notwendigkeit dafür, da was dran zu ändern. Mein Leben lief im Prinzip, bis auf eben ein paar kleine Problemchen. So sah ich das damals. Und ohne Suff und ohne Rauch stirbt die andere Hälfte auch.

    Es ist wirklich so, der ganze Mist wurde mir erst wirklich bewusst, als ich dann beim Aufhören im Rückblick rekapituliert habe, wie viel mir bei der ganzen Geschichte schon passiert war, und dass einiges davon anders hätte laufen können, wenn ich nicht gesoffen hätte. So lange ich da noch voll dabei war, habe ich das in dieser Form nicht gemerkt.

    Mir ist das auch schon oft im Gespräch aufgefallen. Ich als Aussenstehende sehe, wie der Andere sein Leben an die Wand fährt - aber der merkts gar nicht. Oder er sieht ganz andere Gründe für seine Probleme. Säuft zwar wie ein Loch, ist aber überzeugt, wenn er nur dieses oder jenes Problem lösen würde oder sich xyz (anderer Mensch, äussere Umstände) ändern würde, dann würde sich das von alleine regeln. Kennt man doch alles.

    Noch was.

    So wie ich das erlebt habe, spürt man sich selbst schon auch ganz extrem, wenn es einem so fürchterlich geht. Die Ängste, die ich dabei ausgestanden habe, brachten mich mir selbst absolut näher.
    Und viele Suchtler, so wie ich ja wohl auch, haben definitiv das Problem, das sie von sich selbst und davon wie sie mit sich umgehen (in meiner Sprache: Selbstumgang wie mit einem Stück Scheixxe) , nichts mehr merken.

    Man muss es aber merken, wie es einem geht, damit man eben nicht mehr mit sich selbst wie mit irgendeinem Ding umgeht, das zu funktionieren hat oder andernfalls auf dem (inneren ) Müllhaufen landet. Denn ich bin ja wirklich mit mir umgegangen wie mit einem Wegwerfgegenstand.

    Und in der einzigen Therapie, die ich gemacht habe, gings drum, den Zugang zu den inneren Ressourcen zu verbessern und auf die Selbstheilungskräfte besseren Zugriff zu bekommen. Dabei bin ich mir relativ sicher, dass ich eine ganze Reihe Blockaden, die dem im Weg gestanden wären, vorher schon ausgekotzt hatte.

    Ich will da nur mal was aus meiner persönlichen Erfahrung berichten.

    Ich hab vor allem gegen den Schluss hin ziemlich extrem gekotzt. Und ganz egal wie schlimm und hässlich es war, ich hatte das Gefühl, es hatte etwas innerlich reinigendes, kathartisches, wie wenn da viel rausgekommen und aufgebrochen ist, was ich im Laufe meines früheren Lebens gefressen hatte. Ich hatte da sogar mal den Begriff Kotzkur dafür, fühlte sich gut an, wenn alles draussen war.

    Sprache sagt da viel.
    Man schluckt viel runter (ich meine jetzt nicht den Alkohol, sondern Ärger, Wut, Frust), man findet Dinge zum Kotzen, die dann auch wieder raus wollen, die unverdaulich sind, man erbricht und bricht damit Dinge auch auf.

    Also das ist ein Ansatz, mit dem ich auf jeden Fall was anfangen kann.

    Ich war in keiner Alkoholentwöhnungstherapie (aber so wie ich das lese, hatte ich ja alleine schon in der Suchtberatung mehr Einzelgespräche als andere während ihrer ganzen Therapie) und ich möchte das gar nicht beurteilen, aber ich habe da schon Gedanken dazu.

    Die gute Frau da hat erstens vorzeitig abgebrochen, man weiss ja gar nicht, wie es weitergegangen wäre. Ist aber auch kein Nogo, weil in normalen Therapien scheitern auch viele.
    Und zweitens waren da, wie auch auf diesem Hof, ja wohl eindeutig auch Andere, die schon eine ganze Menge Erfahrung hatten. Ich sehe jetzt ganz ehrlich nicht, warum da nicht mindestens soviel rüber kommen sollte wie in einer Selbsthilfegruppe, wenn man sich da mal drauf einlässt. Und warum sollten die nicht mit Entzugsproblematiken umgehen können, das sind ja alles Leute, die das schon hinter sich haben.

    Und auch Du, Greenfox, kannst nicht nur von Dir auf andere schliessen. So wenig wie das jeder auf meine Weise hätte machen können, muss das ja auch für Dich gar nicht passen. Wer weiss, ob ich auf Deine Weise trocken geworden wäre oder Du auf meine? Und hier im Thema sind mindestens 3 von den 5 Schreibern Leute, die kalt entzogen haben, und wir werdens hoffenlich alle nicht noch mal entscheiden müssen.

    Just my 2 Cents.

    Hallo Orangina,

    Du hast ja schon bei mir gelesen, da muss ich Dich nicht unnötig zutexten.

    Ich glaube, wenn man mal angefangen hat, sich mit dem Thema wirklich zu beschäftigen, das geht ja schon bei den Kontrollversuchen los, dann trinkt man nie wieder unbeschwert. Entweder man gehört zu denjenigen, die das wieder unter Kontrolle kriegen, aber das ist ja auch nicht wirklich locker, oder man hat das dann halt immer irgendwie im Hinterkopf, wie mans machen könnte, und es wird anstrengend.

    Du schreibst ja auch, dass Du Dir ein alkoholfreies Leben bis vor kurzem nicht richtig vorstellen konntest, das war bei mir ganz genau so. Bis es eben geschnackelt hat.

    Ich hab mich in der Anfangszeit einerseits mit dem Psychologen der Suchtberatung drüber auseinandergesetzt, was eigentlich in dem Moment, in dem ich zum ersten Schnaps greife, passiert, und was ich da für Alternativen habe. Dank meiner ganzen Trinkpausen - die fand ich auch wichtig - hatte ich zum Glück schon einige Alternativen, und ich hatte auch die Erfahrung schon, dass Druck vorbei geht, und dass ich auch was aushalten kann. Also ich war mir schon recht bald relativ sicher, dass ich das schaffen kann, wenn ich das tatsächlich will.

    Andererseits reicht das Abschreckende nicht, glaube ich nicht. Zu oft habe ich schon gehört, dass jemand nach ein paar Jahren vergessen hatte, wie schlimm es war, und dann deswegen wieder getrunken hat. Für mich ist das einfragwürdiges Argument, denn eigentlich gibt es auch dann, wenn man es vergessen hat, keinen Grund zu trinken. So wenig wie es für sonstige normale Leute keinen Grund zum Trinken gibt, wenn sie nicht wollen. Da kenne ich inzwischen auch ein paar, die trinken einfach keinen Alkohol aber ohne ein Problem gehabt zu haben.
    Also schon alleine auf die Idee zu kommen, dann zu trinken, zeigt irgendwie, dass man sein Leben nicht so geändert hat, dass man aus positiven Gründen aufgehört hat, weil man von der Trockenheit viel zu sehr profitiert, als dass man das aufgeben würde.

    Ich hab mich von Anfang meiner Trockenheit an damit beschäftigt, was ich von der zweiten Hälfte meines Lebens (ich war da Anfang 40) noch erwarte, wenn ich das jetzt ohne Alkohol, Nikotin etc irgendwie angehe. Mit Irrtümern ud Umwegen, aber mir geht es die ganzen Jahre schon immer drum, was mir eigentlich wirklich wichtig ist. Das muss ich ab und an neu herausfinden, denn auch das ändert sich über die Jahre natürlich immer weiter, auch beim ganz normalen Älterwerden denken Leute darüber nach.

    So ziemlich am Anfang, nach ein paar Wochen, war ich mal mit dem Fahrrad unterwegs und habe mit meinem Sucht-Ich Selbstgespräche geführt.

    So in der Art
    "Wir wollen doch beide, auf unsere Art, dass es uns gut geht. Das funktioniert jetzt aber nur noch ohne dieses ganze selbstschädigende Verhalten. Denn damit geht es uns beiden (Sucht- Ich und Nüchtern-Ich) ja offensichtlich nicht gut, und glücklich werden wir so ganz sicher nicht.
    Also müssen wir uns irgendwie einigen, dass beide Teile was davon haben."

    Na und da dran habe ich auch lange gearbeitet. Und das war immer wieder spannend, manchmal auch nervig, aber es war das pure Leben.
    Und ich glaube das ist mindestens so viel Rückfallversicherung wie die Erinnerungen. Bei den Erinnerungen fällt es den meisten nämlich über kurz oder lang auf, dass ihnen Trinken oder was auch immer an Drogen auch Spaß gemacht hat oder (zumindest Anfangs) eben nicht nur schlecht war. Dann ist es schlecht, wenn man sich danach zurücksehnt, weil es das dann vermeintlich einfacher wäre und man das noch mal erleben möchte. Da bleibt einem nichts anderes übrig als drüber nachzudenken, warum das so ist, und vor allem, was man daran ändern müsste und auch könnte(man kann ja nicht alles, was man gerne möchte, also mit Frust muss man auch umgehen).

    Am Anfang muss man da einiges durchstehen (das war bei mir ohne Saufdruck trotzdem so), aber das ist ja auch ein Lernprozess, den man absolut für sich selbst nutzen kann. Natürlich entdeckt man dabei nicht nur seine schönsten Seiten, aber ab und an die Krallen ausfahren können ist auch trocken ganz nützlich.

    Jedenfalls, da wo man etwas lassen will, braucht man einen sinnvollen Ersatz, damit das nicht nur Verzicht bleibt. Sondern damit man dann, dauerhaft, über die ersten "es ist so schön wenn der Schmerz nachlässt"-Erfahrungen hinaus, auch tatsächlich was von der Änderung hat.
    Dieses ganze System, auf dem die Sucht aufbaut (Motivation, Belohnung usw.) ist ja an sich eine sinnvolle Erfindung der Natur, die uns das Erleben von Lebensfreude und echtem Genuss (ganz wichtiges Thema, dazu braucht man keinen Alkohol)ermöglicht, und die nun umtrainiert werden sollte/kann. Geht langsam, braucht man Geduld, was ich ab und an gerne betone.

    Und für den schnellen sind diese Pläne, Laufen, Wasser, und einfach entscheiden "Nein" schon sehr brauchbar.

    So meine Sichtweise.

    Gruß Susanne


    I.Ü. erscheint mir das Konzept von Fleckenbühl eher auf Junkies und Polytoxis zugeschnitten als auf reine Alkoholtäter. Mit der erstgenannten Klientel kann ich nichts anfangen, das ist nicht meine Baustelle.

    Das ist auch hier sehr unterscheidlich. Kann leicht sein, dass ich persönlich mit diesen Leuten auf Fleckenbühl mehr Gemeinsamkeiten habe als z.B. mit Dir. Vor 40 Jahren hätte ich da ganz gut dazu gepasst.

    Und relativ viele Polytoxler enden am Ende als ganz gewöhnliche Alkis, weil das ja die Droge des Normalbürgers ist, die auch die meisten Giftler (irrtümlicherweise) für ziemlich harmlos halten. Und genau da stoßen dann auch gestandene Junkies, die DAS aufgehört haben, an ihre Grenzen. Werden übrigens gerne so wie ich dann extreme Schnapstrinker, weil nur das den schnellen Kick und ein intensives Rauschgefühl bietet. Kannte sogar welche, die gaben sich medizinischen Alkohol intravenös - bloß keine Umwege. Besonders beliebt bei Drogenabhängigen, die gleichzeitig Ärzte sind (gar nicht so wenige).

    Und wenn man dann so richtig voll drauf ist, dann verwischen sich die Unterschiede sowieso immer mehr.

    Ich hab kein Problem mit den Links, und wer weiss schon, wer hier liest.

    Nur mal zu dem Entgiften...

    Also bei dem zweiten Film..da ist ein Arzt dabei, und der sagt, diese Patientin ist seit 10 Jahren in der Drogenhilfe bekannt und man hat schon alles versucht. Da gehts ja nicht um jemanden, der unwissend in den Entzug stolpert.
    Und so wie ich das verstehe, sind das ja in der Mehrzahl Härtefälle, die da hingehen, Leute, die sonst nicht mehr viel zu verlieren haben, was jucken die die Gefahren beim Entzug? Bei denen ist wahrscheinlich jeder einzelne Tag ihres bisherigen bzw. momentanen Lebens gefährlicher.

    Ich kenne selbst Leute, die waren an die hundert mal in einer regulären Entgiftung und dann haben sie alleine weiter gemacht. Und manche davon sind heute clean/trocken. Und diese Leute haben sich ganz bewusst dazu entscheiden, nicht mehr in Krankenhaus zu gehen, weil das für sie ganz eindeutig nichts gebracht hat. Absolut nachvollziehbar für mich, dass sie das irgendwann anders probieren wollen.

    Für viele ist die klinische Entgiftung wohl auch einen Tick zu gemütlich, zu wenig abschreckend. Ich kenne ja Leute, die sich damit eingerichtet haben, 4 Mal im Jahr zum Entgiften zu gehen, das ist für die nichts Anderes als ein Wellness-Urlaub. Und auf jeden Fall ganz sicher kein Grund, mit dem Trinken aufzuhören. Dagegen, wenns mal so richtig übel war, das bringt schon manche zum Nachdenken - aber auch nicht alle, wobei wir wieder bei dem Problem sind, dass mans eh nicht weiss wie es kommt.

    Ich kann nur Möglichkeiten aufzeigen, aber für den Anderen keine Entscheidung treffen, was er zu tun hat. Wenn einer das Risiko des kalten Entzugs bewusst eingeht, dann ist das (für mich) seine Sache. Das einzige, was ich entscheiden kann ist, unter welchen Umständen ich dabei zur Hilfe bereit bin und wo meine ganz persönliche Grenzen sind, wo ich mich auf Abstand halten möchte.

    Und manche Art der therapeutischen Hilfestellung grenzt an coabhängiges Verhalten im ursprünglichen Sinn, dass sie dem Abhängigen die Konsequenzen seines Handelns abnimmt oder erleichtert und ihm damit das Weitertrinken/suchten zu geringen Leidenskosten ermöglicht, was ja der Kerngedanke an diesen ganz harten Entwöhnungsmethoden ist. Es muss weh tun, möglichst sogar zusätzlichen Leidensdruck schaffen, damit es hilft, das hilft sicher nicht allen aber bei manchen geht es nur so.

    Gemacht wirds sowieso, rentiert sich absolut nicht, sich darüber zu nerven, denn das ändert gar nichts.

    Bei mir selbst kanns leicht sein, wenn ich nach dem Entschluss aufzuhören, nicht sofort auf meine eigene Weise aufgehört hätte, sondern mir erst einen Entgiftungsplatz hätte suchen müssen, dann wäre der Moment möglicherweise schon wieder vorbei gewesen. Leicht möglich, dass ich dann einfach weitergesoffen hätte, und das Risiko dabei wäre größer gewesen als beim kalten Entzug. Und ich glaube, so geht es einigen.

    Nach meiner Erfahrung mit meiner Behinderung können mir selbst Ärzte nur Optionen aufzeigen, aber sie können oft auch nur probieren, weil Medizin gar keine so exakte Wissenschaft ist, dass man immer alles so genau wüßte. Die Verantwortung und die Entscheidung, was ich mit mir machen lasse, bleibt immer bei mir (so lange ich kein Betreuungsfall bin).

    Ich sehe das jedenfalls pragmatisch, man arbeitet mit dem, was man hat. Was hilft, ist richtig.

    Gruß Susanne

    Man kommt ja kaum drum rum, sich wegen Corona ab und an Gedanken zu machen. Aber bei uns und unseren Familien ist es noch nicht, und wir halten uns an die Vorsichtsmaßnahmen, viel mehr können wir gerade nicht tun.

    Wir sind ein kleines Unternehmen, haben auch einige kleine Kunden, wo jetzt nichts mehr geht, dafür habe ich wegen der Digitalisierung möglicherweise demnächst ein weiteres Standbein, bleibt abzuwarten, was nächstes Jahr passiert.

    Ansonsten haben wir die letzten über 30 Jahre kein Weihnachten so, wie es in vielen Familien üblich ist, gefeiert, die (Teil-) Familienzusammenkünfte zu dieser Zeit über die ganzen Jahre lassen sich an einer Hand abzählen. Die freien Tage haben wir auch schon immer genossen und gutes Essen ist und das ganze Jahr über wichtig. Gestern habe ich die leeren Läden genossen, musste nirgends warten, und Weihnachtsgeschenke habe ich noch nie gekauft, für uns hat sich da nichts geändert...

    ...an sich ist unser Lebensstil für diese Zeit wie geschaffen. Wir sind zu zweit wie meistens, Vorratskeller, Gefriere und Kühlschrank sind voll, wir wohnen in einer schönen Gegend, so dass sich der Verzicht aufs Reisen auch aushalten lässt.

    Gesund bleiben ist gerade das wichtigste und das wünsche ich allen hier.

    Gruß Susanne

    Und dann ist da noch ein letzter Punkt (zu diesem Thema).

    Weil da ja auch noch die Frage war, wie das bei den Eingeborenen, Scherz beiseite,

    Zitat

    bei anderen, insbesondere denen, die schon lange dabei sind und viel länger trocken sind als ich, ankommt.

    .

    So weit ich das begriffen habe, haben wir hier alle die gleichen Rechte (ausser Greenfox und den Moderatoren. Ich bin nur einfaches Vollmitglied wie Du auch) . Das steht für mich da https://alkoholforum.de//index.php?topic=28.0
    Und ich wollte Dir am Anfang zwar erst mal die Angst nehmen, hier richtig loszulegen, aber an sich geht mich das gar nichts an, ob Du hier schreibst. Das ist nicht meine Entscheidung.

    Und generell meine ich, das wäre allgemein für den Austausch eben gut, wenn hier mehr Leute schreiben würden. Und das darfst Du auch auf Dich beziehen, denn wie gesagt gleiche Rechte und irgendwo steht ja auch das sich fast überall jemand was rausziehen kann. Dazu ist es nicht Grundvorraussetzung, Überflieger zu sein. Was im Übrigen hier bei Dir doch ganz gut geklappt hat, auch wenn Du nicht nur das gehört hast, was Du hören wolltest, aber es war doch zumindest mal emotional, lebendig. Und es stand ja auch was da. Ich hab jedenfalls nirgendwo gelesen, dass Dich jemand rausschmeissen wollte, rein sachlich betrachtet.

    Trotzdem sage ich das nur für mich, aber wenn Du genau liest, hast Du von einer ganzen Menge Leute Rückmeldung bekommen. Zum Teil einfach mal was wörtlich nehmen, cum grano sale.

    Gruß Susanne

    Ich bin nicht nur schwierigen Situationen nicht aus dem Weg gegangen.
    Ich hab auch sonst kaum so gelebt, wie wenn ich ein Alkohlproblem gehabt hätte.

    Mein ganz persönliches Ziel war, so zu leben, wie wenn ich nie gesoffen hätte. Und im Alltag ist mir das auch weitestgehend gelungen. Kein Mensch, der mit mir im wirklichen Leben zu tun hat, kommt auf die Idee, das ich da mal ein Problem hatte.


    Darüber dachte ich nach und ich hatte Angst davor, dass dann das wieder hochkommen könnte, was ich noch nicht aufgearbeitet habe. Weil ich es ja durch den Sport und die damit verbundenen positiven Effekte weggedrückt statt aufgearbeitet habe. Ich wollte also so klar mit mir selbst sein, dass ich auch dann, wenn ich nicht das tun kann was ich möchte oder was mir unheimlich viel gibt, keinen Gedanken mehr an Alkohol verschwende. Oder einfach gesagt: Ich wollte verhindern, dass ich in ein "Loch" falle, wenn meine "Ablenkung" mal wegfallen sollte.

    das finde ich interessant. Bei allen Unterschieden hatte ich auch den Gedanken, dass die Trockenheit unter allen Umständen funktionieren muss, wenn sie auf Dauer sein soll. Und auch bei sämtlichen Tiefschlägen, Schwierigkeiten und Unvorhersehbarkeiten. Aber natürlich auch umgekehrt, bei sämtlichen euphorischen Höhenflügen, Feierlaune etc.. Ich hatte aber auch den (zusätzlichen) Gedankengang, dass ich mir im Prinzip jeden Schwachsinn (in gewissem Rahmen) erlauben kann, solange ich dabei nüchtern bleibe.

    Jedenfalls war ich mit Sicherheit nicht bei Schonhaltung...

    Gruß Susanne