Beiträge von Susanne68

    Willkommen Gräfin

    ich hab auch viel Scheixx getrieben. Jetzt bin ich schon so lange nüchtern, dass es langsam mühsam wird, mich dran zu erinnern. Hier aufgeschlagen bin ich, nachdem mein Vater an den Folgen seines eigenen jahrzehntelangen Alkoholmissbrauchs gestorben war. Meine eigene Geschichte ist mehr als 20 Jahre her. Heute finde ich das - sorry - im Rückblick schon eher amüsant. Wirklich schlimmes ist mir nicht passiert, ich habe niemanden wirklich nachhaltig geschädigt, so weit ich weiss. Ausser mich selbst, und das ist ja mein Leben, das wollte ich wohl so.

    Wenn Dich meine Geschichte interessiert, ich hab hier schon so viel geschrieben, ich mag das nicht immer wiederholen. Kann mich selbst nicht mehr labern hören/lesen, wenn ich das bis ins Detail ausbreite. Wie Daun schreibet, das ist meine Vergangenheit, nicht meine Zukunft.

    Ich hab aber auch gesoffen, bis ich fast dran gestorben wäre. Eigentlich hab ich nur noch den Henkel zum Wegwerfen vermisst.
    An sich wollte ich mich tot trinken, das war nur nicht so einfach. Ich hatte dann mehr Angst davor, das ich vorher noch zum geistigen Krüppel werde. Korsakow oder so was.
    Mir ging es dann aber so schlecht, dass es einfacher war aufzuhören, als weiterzutrinken. Es war definitiv weniger Leiden. Ich war einige Male bei der Suchtberatung, habe aber wegen Alkohol keine Therapie gemacht und das lange alleine durchgezogen.
    Die ersten Jahre dachte ich, bevor ich rückfällig werde, kann ich mir auch überlegen, ob ich mir leichter gleich die Kugel gebe, das Ergebnis wäre das gleiche gewesen, ginge aber schneller und humaner. Bei mir ging der Suchtdruck aber zum Glück schnell vorbei, es fiel mir nach dem Aufhören nie schwer, nüchtern zu bleiben.

    Deswegen wusste ich aber trotzdem nicht, was ich mir mir anfangen wollte. Ich hab seit frühester Jugend gesoffen, das gehörte bei mir zum Leben wie Essen und Schlafen. Komasaufen, Filrisse und eine Menge andere Drogen schon mit 15. Bin so richtig aus dem Ruder gelaufen und nur wegen Hochbegabung trotzdem immer wieder auf die Füsse gefallen. Ich fand das viel normaler als nicht zu trinken. Nüchtern, und nicht nur Trinkpausen, sondern dauerhaft, kannte ich als Erwachsene bis zu meinem vierzigsten Lebensjahr nicht.
    Was ich festgestellt habe, ich hatte formal einen Superjob, hatte eine Führungsposition als Informatikerin, aber "seelisch " gab mir das überhaupt nichts. Erfolgserlebnsse im Beruf waren bei mir in etwa so nachhaltig wie meine Besäufnisse, die hielten, was mein Befinden anging, genau so lange. Am nächsten Tag kotzte mich der Job trotzdem an. Ich habe nur wegen dem Geld gearbeitet. Mein Gefühl war in etwa so, dass ich am liebsten als Katze gelebt hätte, in der Sonne liegen und gelegentlich irgendwo rumspielen. Disziplin war noch nie meines, ich fühlte mich da immer wie eingesperrt.

    Ich hab dann den Job noch mal gewechselt, aber davon wurde es eher noch schlechter. Als ich dann so etwa vier Jahre trocken war, habe ich angefangen, mich hinzusetzen und mir aufgeschrieben, was mir wichtig ist, mit Priorisierungen, was brauche ich unbedingt, was wäre nur "nice to have", so in dem Stil, ganz wichtig, weniger wichtig und so. Ich bin da auch ans Eingemachte, was habe ich eigentlich nur übernommen, weil es in der Erziehung von mir verlangt wurde, und was kommt aus mir selbst? Bei der Gelegenheit habe ich dann auch meine einzige Therapie gemacht, weil ich das Gefühl hatte, ich komme mit mir selbst nicht klar. Ich hab beispielsweise festgestellt, dass es mir wichtig ist, viel draussen zu sein und möglichst wenig Zeit zum Geldverdienen zu investieren. Da ging dann nur selbstständig, da konnte ich entscheiden, wann ich genug verdient hatte und mich wieder auf die faule Haut legen konnte. Sehr von Vorteil, dass ich keine besonders großen finanziellen Ansprüche habe und mein Stundensatz trotzdem nicht schlecht war (ich hab mich neulich frühverrentet)

    Bei mir ist es so, ich muss nichts erreichen, ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod (bin Agnostikerin und sehe keine Möglichkeit, darüber vernünftige Aussagen zu treffen) und ich muss niemandem etwas hinterlassen. Andere Leute spielten bei mir schon früher keine große Rolle, ich würde sogar sagen, dass ich absolut rücksichtlos war. Eher ist es so, dass ich heute so eine kleine soziale Ader habe. Ausserdem meditiere ich beispielsweise schon lange, und da ist mir auch bewusst, dass mir lange nicht alles so egal ist, wie es mir früher war. Heute lebe ich weniger für die "großen Würfe", sondern mehr so Tag für Tag.

    Ich hätte nur die Frage, warum Du Dir das jeden Abend ins Bewusstsein rufst. Kämpfst Du damit gegen Saufdruck? Hast du Angst, sonst rückfällig zu werden?

    Das solls erst mal gewesen sein, ich wollte Dich nur begrüßen.

    Susanne

    Ich beschreibe nur die Realität, für die ich nichts kann.
    Die Ungeimpften röcheln bereits, weil sie mehrheitlich an den Beatmungsgeräten hängen.
    Und warum soll ich die Gesundheit dieser Leute ernster nehmen, als sie selbst das tun? Die Behandlung kriegen sie doch sowieso, das bisschen Spott wird sie nicht mehr schädigen als Corona. Und ich hab sie ganz gewiss nicht in diese Situation gebracht.

    Die Wanderwege..kann gut sein.

    Das Wurmmittel.

    auf so eine blöde Idee wie die Realität hätte ich gar nicht kommen können.
    Ein österreicher Parteivorsitzender, bis vor einiger Zeit Regierungspartei, verkündete, dass Wurmmitel die Viruslast senkt und besser ist als Corona-Impfung.
    Und gestern kam die Meldung, dass jemand mit Wurmittelvergiftung auf der Intensivstation liegt und selbiges Wurmmitttel in ganz Österreich ausverkauft ist.
    Warum soll ich solchen Leuten nicht alles zutrauen?

    Früher haben wir immer gespottet, dass Firmen am liebsten Zwanzigjährige mit dreißigjähriger Berufserfahrung einstellen würden.

    Das Virus hat uns halt nicht den Gefallen getan, dass wir 30 Jahre Erfahrung damit hatten, bis wir den Impfstoff brauchten. Auch Totimpfstoffe hatten schon immer ihre Impfgegner. Es gab sogar mal eine Zeitschrift "Der Impfgegner", als die Pockenimpfung aufkam. Mit tollen Bildern, weil es Kuhpocken waren und den Leuten dann angeblich Hörner, Hufe und Euter wuchsen. Könnte ich jetzt nen hübschen Gag draus basteln, deswegen gibts so viele Rindviecher, Kuhpockeninduzierte Hirnschäden.
    Wie bei Säufern, wer will, findet immer Gründe.

    Und Risiken bei Impfungen gab es auch schon immer. Sicher wars riskant, sich gegen Pockein impfen zu lassen, und da hatte man sogar noch viel weniger Erfahrung und Wissen als heute.
    Es gibt aber auch Risiken bei Nicht-Impfungen, und man könnte ja nur das gegeneinander aufrechnen. Also die Zahl der Corona-Geschädigten gegen die Zahl der Corona-Impfgeschädigten, natürlich ins richtige Verhältnis gesetzt. Mit den unterschiedlichen Zahlen und den unterschiedlichen Schweregraden der Schäden, irgendwie so. Aber mathematisch ist das ja ohne weiteres machbar. Man braucht nur die Daten, daran fehlts zum Teil sicher noch. Aber ich bin überzeugt, das Ergebnis wäre eindeutig und deutlich über halbe-halbe.
    Ich glaube aber, früher konnten Leute auch besser mit Risiken umgehen. Man war sich noch ein bisschen bewusster, das Leben eben mit Risiken verbunden ist..oder, wie man so schön sagt: Leben ist eine tödliche Krankheit, die durch Sex übertragen wird.

    Wer von uns will wirklich wissen, wie es gewesen wäre, wenn wir 30 Jahre auf einen absolut sicheren Covid-Impfstoff gewartet hätten? Bei dem alle Langzeitfolgen bekannt wären, die zumindest in 30 Jahren auftreten können? Was ist mit 50 Jahren, besser doch noch warten?

    Abgesehen davon ist das mit der Herdenimmunität trotzdem noch möglich, wenn wir als Konsequenz aus den ganzen Überlegungen lieber gar nichts mehr tun. Das gibt es aber auch nicht umsonst. Dafür werden auch noch ein paar sterben, einige andere Langzeitfolgen haben, was ist mit deren Risiko? Zählt das mit oder kann das weg?
    Und die Forschung ist nicht eingeschlafen, es wird immer noch an weiteren Impfstoffen für Covid geforscht und es werden auch einige Medikamente für die Behandlung, also wenn man Covid schon hat, zugelassen.

    Mich beschäftigt das Thema offensichtlich auch.

    War grade beim radeln, da ist mir noch was eingefallen.

    Wenn sie in Bayern nur die Raucher gefragt hätten, dann wäre bis heute jede Kneipe bis zum Anschlag verqualmt. Was wurde der Initiator der Volksbegehrens angefeindet. Heute sind selbst die Raucher mehrheitlich froh, dass Rauchverbot herrscht. Ein paar ganz Unentwegte haben sich Clubs oder so was geschaffen. Ich hab damals übrigens noch in Bayern gewohnt und ich war schon mal Kettenraucherin.
    Es ging da ums Passivrauchen, dass jeder Raucher andere mitschädigt. Und natürlich haben sich auch viele Raucher gewehrt. Ich fand es trotzdem richtig, das zu verbieten.
    Und ich denke, es gibt viele gute Argumente dafür, dass zumindest einige Impfgegner absolut rücksichtslos sind. Hier in der Gegend hat sogar einer einen Tankwart erschossen, weil der auf die Maskenpflicht im Kassenraum aufmerksam gemacht hatte. Also das ist schon alles Andere als harmlos.

    Dann musste ich an Owen Chase denken. Dessen Geschichte diente mit als Anregung für Melvilles Roman Moby Dick.
    Deren Schiff, also in der Realität, wurde von einem Wal versenkt. Ein paar Wochen später waren sie in ihren Rettungsbooten am Verhungern.
    Sie einigten sich drauf, dass einer freiwillig stirbt, damit die anderen nicht verhungern. Dafür haben sie das Los gezogen und es möglichst gerecht gestaltet. Hört sich grausig an, aber sonst wären eben alle gestorben, auch derjenige, der sich geopfert hat. Der hätte ja auch sagen können, mit mir nicht, aber gerettet hätte ihn das nicht. Er wäre trotzdem verhungert, So hatten wenigstens die anderen noch was davon.

    Und dann gibt es da noch so ein spezielles Informatikerproblem. Mein Beruf. Das stellt sich auch bei der Frage des autonomen Fahrens. Und es ist ein Problem, das erbittert diskutiert wird.
    Irgendjemand, jedenfalls ein Mensch oder ein Gremium, muss entscheiden, welche Werte dem Boardcomputer mitgeben werden.
    Im Falle eines Unfalls, ein Mensch ist mehr wert wie eine Hauswand. Klarer Fall, bevor der Boardcomputer jemanden überfährt, lenkt er das Auto lieber von der Straße weg.

    Was ist aber, wenn da drei Leute plötzlich als Hindernis auftauchen, und an der einzigen möglichen Ausweichstelle steht jemand? Der Boardcomputer darf niemanden überfahren, aber um den Dreien auszuweichen, muss er den Vierten überfahren. Andere Optionen hat er nicht. Physikalisch hat er einen Bremsweg und Fliehkräfte, um die kommt er nicht rum. Irgendwer muss sowieso dran glauben, aber wer?

    Wenn ein Mensch fährt, steht er gar nicht vor dem Problem, weil er schneller reagieren muss, als er bewusst drüber nachdenken kann. Er handelt intuitiv und es geht sowieso zu schnell. Der muss dann zwar mit seiner Schuld fertig werden, aber eigentlich hat er gar nichts zu entscheiden, weil er nicht zum Nachdenken kommt.
    Software ist aber so schnell, dass sie die Entscheidung gezielt treffen kann und auch muss. Und das wiederum muss sich vorher ein Mensch, nämlich der Entwickler oder seine Vorgesetzten, überlegen. Im Prinzip ist auch das eine politische Entscheidung, ist der Einzelne mehr wert als eine Gesellschaft? Auch wenn Du die Software zufällig entscheiden lässt, musst Du das dem Computer mitgeben, der kann sich das nicht selbst überlegen. Irgendwo stehen immer Menschen dahinter, die Grundsatzentscheidungen fällen.

    Also, was ist mehr wert, ein Menschenleben oder drei Menschenleben? Das ist eine moralische Frage, die ich nicht beantworte. Aber irgend jemand wird sie bentworten müssen. Und an sich halte ich genau das für eine der Aufgaben von Politik in einem säkularisierten Staat. Zu entscheiden, ob man die Rechte Einzelner fürs Gemeinwohl beschränken darf oder auch nicht.

    Ja, ich bin auch in BW, und da im diesbezüglich schlimmsten Landkreis. Niedrigste Impfquote von ganz BW, höchste Inzidenz.
    Und ich hab ja nie behauptet, dass ohne C. alles in Butter gewesen wäre.
    Auch und gerade, weil ich Ärzte kenne und die mir ja auch schon vor C. erzählt haben, wie sie unter den Privatisierungen und der Gewinnmaximierung leiden etc.

    Jetzt haben wir aber das Problem, und das kommt ja zu den ganzen Einsparungen etc. noch hinzu. Personal auszubilden passsiert ja auch nicht so auf die Schnelle, selbst wenn es die Leute gäbe. Also ist es ja im eigenen Interesse, da möglichst gar nie hin zu müssen. Und da ist mir eine Wirksamkeit von 60, 70 Prozent (weiss die aktuelle Zahl Moment gar nicht) allemal lieber als es auszuprobieren.

    Und ansonsten, ich glaube, man überzeugt fast niemanden, der von seiner Seite überzeugt ist. Das ist halt auch Demokratie.

    Bei vielen Dingen ist es so, (z.B. beim Trinken oder Rauchen) auch, dass es Tausende, Millionen von Einzelfällen gibt, und jeder ist irgendwie anders.
    Statistik und Krankheiten mit exponentiell anwachsenden Fallzahlen müssen vieles über einen Kamm scheren, weil es da nicht um den Eizelnen geht, sondern darum, wie man möglichst schnell möglichst viel erreichen kann bzw. Statistik mit Mittelwerten und Abweichungen arbeitet. Es geht um den kleinsten gemeinsamen Nenner und exponentielles Wachstum. Und zumindest hier, wo sie keine freien Plätze mehr haben, reicht die Zeit gar nicht, um da tausend verschiedene Unterszenarien hochzuziehen, es nützt auch nichts mehr, zu analysieren, was man hätte anders machen können. Sondern da gehts ganz banal nur darum, ob Du morgen einen Platz kriegst, wenn Du das brauchst, und mit großer Wahrscheinlichkeit liegt da eben ein Ungeimpfter. Das ist so, das hat mit Meinung überhaupt nichts zu tun. Meinung zählt für mich da, wo es was zu diskutieren gibt, aber ein Kind, das in den Brunnen gefallen ist, kann man nicht wegdiskutieren.

    Und ich hab selbst genügend an der Politk auszusetzen, dass ich sie im Grund gar nicht groß verteidigen will. Aber rein mathematisch leuchtet mir die Impfung als absolut plausibel ein, wenn man die Gesamtmenge der Leute betrachtet. Nicht als einzige Maßnahme, weil ja auch Geimpfte trotzdem auf der Intensivstation landen können, aber eben mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit.

    Hier bei uns sind garantiert keine 85 Prozent geimpft, wir krebsen hier regional bei 60, 62 Prozent rum. Und dass wir solche Zahlen haben, während Schleswig-Holstein oder auch andere Länder mit höhreren Impfquoten viel niedrigere Inzidenzen haben als wir hier, bei denen übrigens inzwischen sämtliche Altersguppen betroffen sind, und auch auf der Intensivstation mehrheitlich Ungeimpfte die schlimmsten
    Symptome haben (obwohl die Ungeimpften ja trotzdem in der Minderzahl sind), zeigt für mich ganz klar, dass von der Wahrscheinlichkeit her die Impfung trotzdem mit das Wirksamste ist.
    Ausserdem hab ich Ärzte im Freundeskreis, einen Chefarzt auch, und ich weiss, wie die wegen der Überlastung auf dem Zahnfleisch gehen und wie die sich dringestens wünschen, dass sich mehr Leute impfen lassen würden. Und bei dieser Diskussion fallen mir leider auch Leute ein, die noch nie dort waren und die trotzDem behaupten, das wäre alles gelogen.

    Und ganz ehrlich, ich denke, die von den Impfgegnern gefürchteten Zwänge kommen genau deswegen, weil Freiwilligkeit für vernünftiges Handeln nicht ausreicht. Sie werden auch hier bei uns was machen müssen, weil es so einfach nicht mehr geht. In den Krankenhäusern diskutieren sie jetzt die Triage, eben genau das, wer ist es wert, behandelt zu werden, weil sie nicht mehr alle behandeln können. Ist das dann besser? Und das hätte man sich eigentlich sparen können.

    Ein Letztes.

    Ich hab ne 84-jährige und drei 88-Jährige in der engeren Verwandtschaft.
    Horror, wenn da jetzt jemand ins Pflegeheim müsste und da auf Pflegepersonal träfe dass sich nicht impfen lassen will. Gerade da gibt es auch viele.

    Das wäre das gleiche, wenn das Pflegepersonal total besoffen wäre.
    Man darf sich ja totsaufen, aber eben nicht, wenn es Andere gefährdet. Crash mit Promille, da bist Du dran. Also müssten auch Ungeimpfte dafür verantwortlich gemacht werden, wenn was passiert. Bis jetzt passiert ihnen wenig.
    Die Freiheit des Einzelnen endet normalerweise da, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Und dann ist es Abwägung, wessen Freiheit mehr eingeschränkt wird. Momentan erlebe ich die Geimpften als die Geiseln der Ungeimpften. Wegen den Ungeimpften wird jetzt nach und nach wieder alles zu gemacht.

    Österreich führt im Februar die Impfpflicht ein.

    Wir haben ein Solidarsystem, in dem im Idealfall jeder reinzahlt und im Fall der Erkrankung jeder eine Behandlung mit Kostenübernahme bekommt.
    Und, klar, ich habe mich schon mit Drogenkonsum und Alkoholabusus lebensgefährlich verhalten. Ich sehe das ja nicht so aus dem Krankheitsaspekt, weil ich schon lange, bevor ich krank war, ja auch gesoffen habe. Ich bin ja auch durch eigenes Handeln überhaupt erst krank geworden. Folglich bin ich auch nicht unschuldig. Wie der Zuckerkranke, der trotzdem Kuchen frisst, der ist auch selbst dafür verantwortlich.
    Damals war es mir auch tatsächlich relativ egal, ob was passiert.
    Ausserdem hatte ich mit em Klettern auch éin lebensgefährliches Hobby. Auch wenn ich das durchaus auch, vor allem später, unter dem Aspekt Risikominimierung betrieben habe, Seil und so.

    Aber grade aus dem heraus, dass ich selbst ja auch so war, erlaube ich mir aber auch ein knallhartes Urteil. Es hat nun mal Konsequenzen, was man tut. Ich ätze auch, sich tot zu saufen, ist die ultimative Rückfallprophylaxe. Und man braucht diese schlechten Beispiele, sonst entwickelt sich kein Problembewusstsein.

    Und ich habe selbst ganz große Schwierigkeiten, Meinungen als solche ernst zu nehmen, wenn sie durch Fakten nicht gedeckt sind.
    Ich habe in meinem Leben auch schon manchen Blödsinn erzählt, den ich heute nicht mehr unterschreiben würde. Man (oder zumindest ich) entwickelt sich auch. Und je nach Gefühlszustand denke ich auch unterschiedlich.

    Da ich selbst wissenschaftliche Artikel schreibe, und mich durch Recherchen absichern muss, dass es auch belegbar ist, was ich schreibe, weil es nämlich auch kritisch betrachtet werden wird, bin ich gegen jegliche Form von nicht belegbaren Behauptungen (ohne das ich da jetzt weiter ausführen möchte) relativ hellhörig. Das gilt manchmal auch für meine eigenen Meinungen, dass ich die dann revidieren muss.
    Daran, dass man das aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet, fehlt es aber eigentlich auch gar nicht. Es werden Medikamente entwickelt, die dann trotz Erkrankung helfen sollen. Es werden Impfstoffe der nächsten Generation entwickellt. Die halbe Welt ist ein Versuchsszenario welche Massnahmen am Besten wirken. Und natürlich werden Fehler gemacht, hinterher wird man bei vielem schlauer sein.

    Und jetzt ist halt die Situation die, dass sich das, was die Wissenschaft (und damit meine ich die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung) befürchtet, auch bewahrheitet. Und Wissenschaft zeichnet sich für mich dadurch aus, das sie ihre eigenen Behauptungen auch hinterfragt und durch Zahlen zu verifizieren versucht, während sogenannte Meinungen oft einfach in den Raum gestellt werden und nur durch regelmässige Wiederholung an Gewicht gewinnen. Was für sehr viele Vorbehalte gegen das Impfen nun mal gilt, weil man vor theoratischen Szenarien so viel Angst hat, das man das reale und belegbare Risiko dafür ausblendet.
    Und natürlich geht es um die Beschränkungen, die unbequem sind. Aber aus denen kommt man meiner Meinung nur raus, in dem man zumindest versucht, sich halbwegs vernünftig zu verhalten. Für mich ist das auch keine große Einschränkung, denn Karneval oder sonstige feuchtfröhlichen Großveranstaltungen interessieren mich nicht. Ja, natürlich leiden da Andere mehr drunter als ich.

    Wer aber von Diktatur erzählt, dem lege ich gerne die Auswanderung nach Nordkorea nahe. Da würde man auch schnell merken, wie es ist, wenn man wirklich nicht sagen darf, was man denkt. Hier darf mans ja gerade sagen, sonst wäre es nicht so bekannt. Schon diese Behauptung, dass es hier keine Meinungsfreiheit gäbe, ist durch nichts gedeckt.

    Das ist mir selbst beim Saufen so gegangen, dass ich irgendwann akzeptiert habe, dass bei mir nicht "alles anders" ist, was ja Süchtige gern von sich behaupten, und ich habs lange behauptet, sondern dass ich in gewisser Weise absolut durchschnittlich bin und im Rahmen der Variabilität für mich genau das Gleiche gilt wie für alle andern, nämlich dass zu viel Saufen auf Dauer krank macht. Und eigentlich erlebe ich viele dieser Querdenker wie nasse Säufer, sie machen sich ihre eigene Realität, weil sie keine Einschränkung ihres Verhaltens wollen. Natürlich gibt es immer Argumente, warum man nicht "aufhören muss" und überhaupt, andere machen doch auch Fehler, und sind sowieso viel schlimmer als man selbst. Ich sehe da durchaus Parallelen in der Art, zu argumentieren.

    Mein Idealszenario...es sterben ein paar von den Vollpfosten weg, dann sind sie weg von der Strasse, und der Rest hat irgendwann Herdenimmunität, und an mir geht es dank Impfung spurlos vorüber. Und letztlich kommt es sowieso wie es kommt, auch ich kann Pech haben.

    Übrigens, @Britt..neulich eine Umfrage gelesen, die Mehrheit der Jüngeren hält die Demokratie nicht für die geeignete Gesellschaftsform um dem Klimawandel zu begegnen. Ich glaube das, was gerade läuft, ist nur der Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Und trotzdem werde ich versuchen, meine restlichen 20, 30. Jahre so schön zu verbringen, wie mir das möglich ist. Denn nichts wird sich ändern, wenn ich mich runterziehen lasse.

    Wer im Glashaus sitzt, heisst es gerne. Oder, wer selbst ohne Fehler ist. Aber das passt für mich nicht ganz, denn die Fehler anderer werden ja nicht dadurch besser, dass ich auch welche mache. Aber eigentlich gerade deswegen, weil es sowiso nie perfekt ist, ist es ärgerlich, wenn man vermeidbare Fehler nicht vermeidet.

    Ich bin jetzt raus, ich ändere eh nichts an der Situation.

    Gruß Susanne


    Meine liebe Susanne,
    du solltest vielleicht einmal überlegen, was du da schreibst!
    Auch "Ungeimpfte" sind Menschen!

    Du hast recht. Nicht jeder Östereicher futtert Wurmmittel gegen Corona und nicht jeder Ungeimpfte ist ein Querdenker.

    Trotzdem sind die Mehrzahl derer, die auf den Intensivstationen liegen und an den Beatmungsgeräten hängen, Ungeimpfte.
    Und es ist Fakt, dass sie Plätze brauchen und eine Menge Geld kosten.
    Und es ist auch Fakt, dass die Inzidenzen hierbei den Ungeimpften bei ca. 1200 liegen, während die Geimpften bei etwa 100 bleiben.
    Und wir sind hier in einer Gegend, in der verhältnismässig wenige Leute geimpft sind.

    Also erwischt es halt hauptsächlich die Ungeimpften, und mit den Realitätsverweigern unter den Ungeimpften (gibt ja auch Andere) habe ich trotz reiflicher Überlegung kein Mitleid. Lasst sie röcheln.

    Und, ganz ehrlich, ich hab mir das mit dem Wurmmittel ja nicht ausgedacht. Und sorry, da drüber kann ich wirklich nur lachen. Wurmmittel, in dem jedweder Scheiss drin ist, weil das Impfen zu gefährlich ist. Ich fahre ohne Helm, denn der Helmriemen könnte ja an einem Busch hängen bleiben und dann könnte ja wer weiss was passieren. Oder wer weiss denn schon, ob der Helm keine Spätschäden verursacht? Man denke nur an mögliche Druckstellen, die sich bis ins Hirn durchpausen könnten.
    Es gab mal Österreicherwitze, die sind wahr geworden.

    Den ganzen Rest Deines Textes kannst Du Dir irgendwo hinschieben.
    Die Ungeimpften werden auf den Intensivstationen de Fakto nicht anders behandelt als die Geimpften.
    Genauso wie der Motorradfahrer etc, so lange eben Platz ist.
    Und wenn kein Platz mehr ist, dann muss auch der Motorradfahrer gucken, wo er bleibt.
    Dann kann er sich bei dem Querdenker bedanken, der grade seinen Intensivplatz belegt.

    Und nee, ich fange jetzt keine Diskussion über sonstige Mängel des Gesundheitssystems an. Denn eigentlich bin ich durchaus auch der Meinung, dass vieles vergeigt wurde. Das lässt sich auf die Schnelle jetzt aber auch nicht beheben und Personal wirds halt auch nur mit Einwanderung genügend geben. Hier können nämlich ein Drittel der Intensivbetten schon wegen Personalmangel gar nicht genutzt werden.

    Hier stehen Intensivbetten leer, weil es kein Pflegepersonal dafür gibt. Und klar ist das ein Problem.
    Hier im Süden können auch bei attraktiveren Berufen die Lehrstellen nur noch zu 60 Prozent belegt werden. Das macht allen Branchen schwer zu schaffen hier, dass es keinen Nachwuchs mehr gibt. Weil die Generationen kleiner werden und immer mehr an die Uni wollen. Da die Impfgegner aber auch relativ häufig AFD-oder Basis-affin sind (das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, dazu gibts aber Untersuchungen), werden sie gerade gegen diese erforderliche Zuwanderung auch was einzuwenden haben. Usw usf. Vor Weihnachten wird das jedenfalls nix mehr, und man braucht Lösungen für die Pandemie ja nicht erst in 10 Jahren.

    (Kopf kratz) Wie bist denn jetzt auf DAS Thema gekommen?
    Also, das war es jetzt nicht, was ich meinte, als ich schrieb, dass Selbsthilfe für mich durch die Erfahrungen dort mehr ist als in erster Linie nur Wissensvermittlung.

    Inzwischen nehme ich wahr, dass so ein Forum durchaus auch eine Begleitung auf dem neuen abstinenten Weg sein kann. Man teilt seine eigenen positiven und auch negativen Erfahrungen auf seinem neuen Weg und andere antworten darauf mit ihren eigenen Erfahrungen. Ein solcher Austausch kann ermutigend und festigend sein.

    ich hab nen Moment an mein früheres Forum gedacht und da fielen mir verschiedene Leute grad ein. Ich bin da selbst noch mit vielen In Kontakt. Und in dem anderen Forum ist es auch so, das mindestens 2 Mods sich dort gefunden haben. Schreiben sie dort alles öffentlich.

    Jetzt, wo Du es schreibst, fällt mir auch wieder ein, dass ich genau diese Auseinandersetzung mit dem Erfahrungsauastausch und den verschiedenen Sichtweisen in meinen ersten Gruppen vermisst habe - da war es mehr so "bräsig" - und dann die Auseinandersetzung in Foren auch sehr genossen habe. Reibung schafft Wärme, schrieb mal jemand. Und ganz sicher brachte mir das was, auch wenn es manchmal hart war.
    Mir gings oft so, dass ich irgendwas losgelassen habe, und dann waren verschiedene nicht damit einverstanden. Und ich hatte das Gefühl, das bringt bei mir das unterste nach oben und mich selbst dazu, über mich nachzudenken.

    Gruß Susanne

    Jeder laufe ein paar Meter in den Schuhen der Anderen...

    Während meiner Drogenzeit war ja verschiedenes illegal. Da war die Polizei der natürliche Gegner. Es war wohl Glück, dass ich es immer wieder geschafft habe, sich gegenseitig als Mensch wahrzunehmen. Hat mir sicher viel Ärger erspart.
    Neulich, als bei mir Katastrophe war, musste manches auch einfach funktionieren. Da musste jemand die führung übernehmen.
    Oh ja, und mich brachte das auch immer in Konflikte, wenn ich selbst "das Sagen" hatte - Führungsposition.

    Ich denke, bei dem was Du gesagt hast, konnte man anderer Meinung sein - und sich abgrenzen, so wie ich es gemacht habe. Trotzdem will ich da mal dazu sagen, dass Du es auch nicht allen recht machen musst. Es ist im Grund ja nichts passiert, ausser, dass wir eine spannende Diskussion hatten. Ich aus meiner Sicht sage, man kann da auch was positives dran finden.

    Ich persönlich finde, dass man nicht immer einer Meinung sein muss. Eine Kuschelrunde hat mich z.B. grade beim Alkohol nie weitergebracht. Das Denken wurde bei mir immer durch Gegenargumente erst richtig angeregt. Daraus ergeben sich ja erst "gute Gespräche".

    Gruß Susanne

    Ok. Also in solchen Foren entstehen eine Menge Freundschaften, Ehen und Kinder. Wenn man dort länger ist, ergibt sich das.
    Aber das ist für mich anfänglich kein Grund, in so ein Forum zu gehen. Da kenne ich ja sowieso noch niemanden.
    Der anfängliche Grund ist, das ich ein Problem habe, für das ich eine Lösung suche. Oder ich stosse beim Surfen zufällig drauf und bin irgendwie fasziniert.

    Und ich gehe davon aus, anfänglich, bevor man da irgendwo reingewachsen ist, guckt man sich ja um. Im Netz ein Klick.
    Man hat ja schon eine Auswahl getroffen, bevor man anfängt. Also geht man in ein Forum mit strengen Regeln oder in ein offeneres.

    Gruß Susanne


    Ein schlechtes Gewissen habe ich, weil dieser Austausch eigentlich schon längst Oranginas Faden sprengt.

    das muss uns Orangina sagen.

    Bislang schätze ich Orangina so ein, dass ihr das möglicherweise sogar ganz gut gefällt. Das schliesse ich möglicherweise von mir.

    Hallo Orangina, wie siehst Du das?