Beiträge von AmSee13

    Huhu,
    ich möchte nur kurz loswerden, dass ich von euren Beiträgen sehr angetan. Das sind schon ziemlich spannende, tief gehende Themen, die Ihr hier erörtert! Susannes letzter Beitrag gefällt mir besonders gut, es berührt mich, dass sie davon geschrieben hat und wie sie es getan hat.
    Ich sehe das ganz ähnlich, wie sie das formuliert hat.
    Der Weg dorthin ist nicht leicht und nicht unbedingt immer so ersichtlich, ich bin da selbst noch unterwegs, aber rückblickend erkenne ich durchaus das eine oder andere, was Susanne beschreiben hat, wieder.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Bei mir hat man eine Dysthymie (die meinem Alkoholismus zugrunde liegt) diagnostiziert. Das ist eine chronische Depression.

    Ich denke, dass ich zunächst (so wie mir meine Ärztin empfohlen hat) ein trizyklisches Antidepressiva wie Doxepin einnehme. Danach (nach ungefähr 4-6 Wochen) einen modernen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, wie beispielsweise Escitalopram (Cipralex).

    Hallo VJ,
    wie sich ein Leben mit chronischer Depression gestalten kann, ist mir leider vertraut…

    Wenn du deiner Ärztin so weit vertraust, ein Antidepressivum einzunehmen, bist du vielleicht schon einen Schritt weiter als zuvor.

    Ich hoffe für dich, dass du deiner Ärztin gegenüber so offen warst, dein vollständiges Problem zu besprechen.
    Antidepressiva sollten NICHT mit Alkohol eingenommen werden. Wenn du dich etwas näher mit der Biochemie des Gehirns bzw. mit der Wirkung der verschiedenen Botenstoffe beschäftigt, wirst du nachvollziehen können, warum.

    Ich weiß nicht, wie weit du mit Antidepressiva bereits vertraut bist, sie können tatsächlich hilfreich sein, erwarte aber keine Wunder davon. Hoffen kannst du, dass sich gewisse Symptome - ich weiß nicht, welche bei dir besonders ausgeprägt sind - etwas mildern. Bis ihre volle Wirkung eintritt, dauert es ein paar Wochen. Im Vergleich zu der Wirkung von Alkohol sind Doxepin und Escitalopram wie Bonbons, sie bewirken durchaus etwas, aber du bemerkst es eigentlich kaum. Übrigens machen sie gerade, weil die Wirkung so unauffällig und verzögert eintritt, nicht abhängig.

    Alkohol und gewisse andere Substanzen wirken deutlich schneller und viel intensiver, sind sozusagen eine Abkürzung und gerade deshalb haben sie solch ein enormes Abhängigkeitspotential.

    Dein Gehirn wird dir, weil es diese „Abkürzung“ und diese Wirkung von Alkohol und Co ein Mal kennengelernt hat, in gewissen Situationen immer wieder dringend anbieten, auf diese zurückzugreifen. Wie du beschrieben hast, hattest du den Gedanken jeweils schon zwei bis drei Tage vorher. Das nennt man Suchtdruck und mit sowas kann man lernen umzugehen.

    Du kannst und solltest lernen, dich rechtzeitig auf so etwas vorbereiten. Ein sogenannter „Notfall-Koffer“ kann da ungeheuer hilfreich sein.

    Hast du dich mit dem Thema „Notfall-Koffer“ schon mal näher beschäftigt?

    Grüße
    AmSee

    Der Weg, den du das letzte Mal eingeschlagen hast, hat für dich so offenbar auch nicht recht funktioniert.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, lag es daran, dass die Abstinenz für dich dann doch so schwer war, dass du für einen Tag Pause einlegen wolltest und schließlich doch wieder rückfällig wurdest.


    Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie dein neuer Plan aussieht?
    Nimmst du gerade das Antidepressivum UND Valium und Alkohol zu dir oder lässt du dich von deiner Ärztin ambulant beim Entzug begleiten?

    Grüße
    AmSee

    Huhu,
    also, der Tatort letzten Sonntag hat mir so gar nicht zugesagt. Hatte zwischendurch immer wieder den Eindruck, dass die Sendezeit irgendwie gefüllt werden musste.


    Der Faber und die Bönisch dürften wieder ansprechend werden. Schau‘n mer mal. ;)

    Grüße
    AmSee


    das stelle ich mir auch schwierig vor: Ständig bewundert zu werden und Geld wie Heu zu haben. Da ohne Suchtmittel auf dem Boden zu bleiben, puuuhhh...


    Naja, mit den diversen Gründen, seine Probleme mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln zu therapieren, kennen wir uns halbwegs aus, nech? ;)

    Zitat


    Mit den Namen geht es mir auch so. Deshalb nenne ich die dann im Kopf: der Polizist, der Ehemann, lach... Als ich noch Sekretärin war, baute ich mir immer riesige Eselsbrücken, da wir oft Besuch von Frau und Herrn Wichtig hatten ;)


    So ähnlich handhabe ich das auch. ;)
    Gestern war das etwas Schwieriger: Drei Schauspieler und wer von denen war jetzt „Gott“? Der arrogante, erfolgreiche, ziemlich angesäuselte Axxxx mit dem Bilderrahmen um den Körper oder der erfolgreiche, ebenfalls recht überhebliche Fernsehdoktor? Gewiss doch nicht der erfolglose arme Typ, der den Caterer gespielt hat?… nixweiss0 Grins!
    Wie gut, dass meine bessere Hälfte mich da ganz schnell aufklären konnte. laugh2

    Na, dein Aufräum-Programm hört sich ja richtig nach erfolgreicher Action an! 44.

    Liebe Grüße
    AmSee
    - die heute zwar einiges machen möchte, aber noch nicht das rechte Pack-End gefunden hat. ;)

    Huhu ichso,
    also mir kam der junge Polizist von Anfang an verdächtig vor, dessen Verhalten war schon ziemlich merkwürdig.

    Die reichen Künstler in ihrer ganz eigenen Welt fand ich schon recht interessant dargestellt, auch wenn das überhaupt nicht meine Welt ist. Kann irgendwie nachvollziehen, wenn mancher Künstler aufgrund seiner Profession etwas mehr abdreht. Es gibt ja genügend bekannte Beispiele, das bekannteste war und ist ja wohl Kinski.

    Hatte Anfangs Schwierigkeiten mit den Namen, konnte nicht recht auseinanderhalten, wer denn nun wer ist. Doch das hat wohl damit zu tun, dass ich Schwierigkeiten habe, mir Namen zu merken. :rotwerd:

    Einmal mehr spielte im „Tatort“ der Alkohol eine sehr, sehr große Rolle. Kann das zwar ertragen und es triggert mich auch nicht sonderlich, aber nervig finde ich das schon.

    Ein großer Fan von „Tatort“ und sonstigen Krimis werde ich wohl nie werden, mir liegt nicht so sehr, mir die menschlichen Abgründe mehr als notwendig vor Augen zu führen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Und noch etwas:
    Ich fühlte mich bei deinen Beiträgen gestern Nachmittag und gestern Abend auch an deine erste Zeit hier im Forum erinnert und hatte den Eindruck, dass du nicht nüchtern bist.

    Vielleicht gibt dir dieser Hinweis etwas zu Denken, denn, dass du selbstkritisch sein kannst, hast du ja bewiesen.


    Ich kann nachvollziehen, dass du Schwierigkeiten hast mit dem Wort „anmaßend“, das Gräfin gebraucht hat, aber versuche das, was sie gesagt hat, mal nicht als Angriff, sondern als einen Hinweis auf der Sach-Ebene zu betrachten. - Ich selbst nutze, wie du bemerkt hast, das Kommunikationsmodell gerne als Hilfsmittel, um eine nicht recht funktionierende Kommunikation auf mögliche Missverständnisse zu analysieren. -

    Ich hab bei mir selbst und vielen anderen beobachtet, dass Alkoholiker, die trinken oder noch am Beginn ihrer Abstinenz stehen, sehr um sich selbst kreisen. Gründe dafür gibt es viele.

    Du hast daraus, dass andere außer Susanne und ich dir nicht geschrieben haben, darauf geschlossen, dass die nichts mit dir zu tun haben wollen, und scheinst nicht in Erwägung gezogen haben, dass es dafür auch ganz andere Gründe geben kann.
    Bedenke einfach mal, wie deine Worte bei denen, die dir sonst zugehört haben und dir helfen wollten, angekommen sein könnten.
    Mit welchem Ausdruck, wenn der Ausdruck „anmaßend“ dir nicht behagt, würdest du dein u.U. unberechtigtes Urteil über andere denn bezeichnen?

    Versuche das, was Greenfox und was Gräfin dir geschrieben haben, einfach mal aus einer gewissen Distanz und auf der Sach-Ebene zu betrachten. So jedenfalls lese ich das, was sie dir geantwortet haben.

    Grüße
    AmSee

    Hallo Stevie84,
    find ich prima, dass du dich wieder meldest und von deinen Erfahrungen erzählst!
    Da wird der eine oder die andere Mitlesende möglicherweise von profitieren können.

    Wenn du hier ab und zu mitliest, wirst du mich schon etwas kennen, daher brauche ich mich dir nicht genauer vorzustellen, oder? ;)

    Glückwunsch zu erneuten zwei trockenen Monaten! Was du über dich berichtest, klingt danach, als ob du einen gehörigen Schritt vorangekommen bist.
    Für mich ist auch ganz wichtig, bei mir gar nicht erst den Gedanken aufkommen zu lassen, ich „dürfe“ nicht Alkohol trinken und müsste auf etwas verzichten.
    Ich habe schon eine ganze Weile überhaupt nicht mehr das Gefühl auf etwas „Schönes“ zu verzichten, im Gegenteil. Es ist inzwischen eher so, dass ich mich frage, wie man sich dieses Nervengift überhaupt so gerne freiwillig einverleiben mag. Natürlich weiß ich, warum ich‘s getan habe und warum andere Alkohol konsumieren, aber mir ist die Lust darauf gänzlich vergangen und das gefällt mir gut. Das ich da hin gekommen bin, hat bei mir mit meiner sogenannten „Trockenarbeit“ zu tun. Du bist diesbezüglich ja auch am Ball.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem neuen Weg.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo VJ,
    lass dir von mir sagen, ohne dich gleich angegriffen zu fühlen, dass auch ich von dir den Eindruck habe, du (derzeit?) tatsächlich überempfindlich bist und dich sehr leicht angegriffen fühlst.

    Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung und der Beobachtung einer ganzen Reihe von Alkoholikern, die noch trinken oder sich am Anfang ihrer Abstinenz befinden, sagen, dass das recht typisch ist.

    Das hat sich sowohl bei mir als auch bei anderen, die länger abstinent sind, geändert.

    Du wirst, wenn du’s packst und durchhältst, verstehen, was ich meine, je weiter du vom Alkohol weg bist, dir eine zufriedene Abstinenz aufgebaut hast und je mehr Distanz du dazu gewinnst.

    Du wirst erkennen, dass das, was du als „übertriebene Reizbarkeit und unterschwellige Aggression“ erkannt haben willst, etwas anderes ist, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass andere noch trinkende Alkoholiker Ähnliches über dich behaupten werden, wenn abstinent bleibst und dich mit ihnen auseinandersetzt.

    Das mag für dich jetzt „von oben herab“ klingen, aber so ist es nicht gemeint. Ich verrate dir nur eine Beobachtung, die ich im Laufe der Zeit bei mir selbst und anderen gemacht habe. Vielleicht hilft dir das etwas weiter.

    Zieh‘s jetzt einfach irgendwie durch und hab Vertrauen, dass sich positiv etwas verändert.

    Greenfox’ Hinweis bezieht sich darauf, dass du nicht von EINER Erfahrung in einer Klinik auf ANDERE Kliniken schließen solltest. In diesem Fall ist Pauschalisierung unangemessen.

    Eine kleine Bemerkung nebenbei:
    Newton hat seine Fallgesetze auch nicht aufgrund EINES Beispiels aufgestellt, das wäre wissenschaftlich gar nicht objektiv. In der Naturwissenschaft, in der Soziologie und so weiter, wird auch nicht von EINEM einmal aufgetretenen Beispiel ausgegangen und verallgemeinert.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    nun hast du mich genug neugierig gemacht, mir auch heute Abend wieder den „Tatort“ anzuschauen.
    Wer der Mörder ist? - Wer weiß? ;)

    Übrigens letzte Woche hat mich der weinerliche Alki nicht sonderlich getriggert. Ich hab den Schauspieler schon in anderen Rollen gesehen und war von seiner schauspielerischen Leistung in diesem „Tatort“ sehr beeindruckt.

    Die gendernden Polen haben uns auch das eine oder andere Schmunzeln entlockt. Köstlich!

    Ob der Neue weiter mitmacht, hab ich mich gefragt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass der den Angriff seines Kollegen einfach so hinnimmt.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Lin,
    willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe. Schön, dass du zu uns gefunden hast. :welcome:

    Wenn ich das richtig verstehe, suchst du Informationen, die dir bei der Hilfe deines Bruders weiterhelfen können. Sehe ich das richtig?

    Vorweg: Wenn dein Bruder sich nicht selbst ernsthaft helfen will, sitzt du leider auf verlorenem Posten.
    Das ist das Traurige an Suchterkrankungen aber auch an psychischen Erkrankungen.
    Von außen kann man einen Alkoholiker, so sehr man es auch versucht, nicht trocken machen. Und bei psychischen Erkrankungen ist es so, dass man da von außen herzlich wenig machen kann, wenn der Erkrankte nicht von sich aus etwas zur Besserung unternimmt und tätig wird.
    Es tut unheimlich weh, so etwas mit anzusehen und es macht auch etwas mit einem. Deshalb wird Angehörigen immer geraten, sich um sich und die eigenen Bedürfnisse zu kümmern und dem erwachsenen Erkrankten die Verantwortung für sein Leben in seiner Verantwortung zu belassen. Er tut und entscheidet im Übrigen eh das, was er will.

    Das Problem deines Bruders ist vielfältig, er hat zum einen eine massive Depression, wie du schreibst, und zum anderen ein Alkoholproblem. Was zuerst da war, ist häufig eine Frage nach Henne und Ei.
    Alkoholismus begünstigt Depressionen und nicht wenige Depressive versuchen ihre Zustände mit Alkohol zu lindern.

    Ich leide selbst an Depressionen und habe eine ganze Weile Alkohol missbraucht, um meine Zustände zu mildern. Ich kann dir verraten, dass der Alkohol es letztlich nicht besser, sondern schlimmer gemacht hat.
    Inzwischen bin ich über 15 Monate trocken und die Depressionen sind zwar nicht weg, aber es geht mir trotzdem deutlich besser. Wenn man keinen Alkohol mehr trinkt, hat man definitiv eher die Möglichkeit, sich seinen Problemen zu stellen und zu lernen, so für sich zu sorgen, wie man es eigentlich braucht.
    Das ist aber etwas, was einem von außen niemand abnehmen kann. Das ist etwas, was man selbst tun muss.
    Insofern machst du das ganz richtig, ihm zur Entgiftung zu raten, aber zugleich zu wissen, dass er selbst so weit sein muss, diesen Schritt zu machen.

    Du schreibst:


    Er sagt: wenn er entgiftet, muss die Situation hinterher definitiv eine andere sein als jetzt, sonst hängt er sofort wieder drin. Und da sieht er kein Licht...

    Ich kann nachvollziehen, was dein Bruder meint. Was ihm fehlt, so kenne ich das von mir selbst, ist die Hoffnung, dass sich etwas ändert. Es fehlt ihm die Aussicht, sein Leben grundlegend ändern zu können.
    Nur in dem er auf Alkohol verzichtet, wird sich sein Leben auch nicht verändern, denn es hat seine Gründe, warum er überhaupt erst den Alkohol als „Medizin“ missbraucht hat.

    Mit den von dir genannten Medikamenten kenne auch ich mich nicht aus, aber ich bezweifle, dass ihm diese in seiner Situation ernsthaft eine Hilfe sind. Er möchte einerseits seinen Kater nach dem Alkoholmissbrauch verhindern oder abmildern und andererseits möchte er den Suchtdruck abmildern.
    Alkoholmissbrauch führt zu Veränderungen in der Biochemie des Gehirns und deshalb wird die Depression letztlich schlimmer, wenn er Alkohol konsumiert. Insofern ist der Versuch, den Kater wegzubekommen oder abzumildern, Augenwischerei und ändert nichts an der Wurzel des Problems.
    Was den Suchtdruck betrifft: Wenn er bereits körperlich abhängig ist, wird ihm gar nichts anderes mehr übrig bleiben als Alkohol trinken zu MÜSSEN.
    Wenn er noch „nur“ psychisch abhängig ist, dann hat er in der Regel Suchtdruck, weil ihn irgendetwas triggert und es ist davon auszugehen, dass das mit seiner Depression zu tun hat.
    Von Selbstmedikationen halte ich im Allgemeinen nicht besonders viel. Sowas geht häufig schief.

    Eine Klinik, die Depressionen behandelt, wird deinen Bruder aber erst aufnehmen, wenn er sein Alkoholproblem angegangen ist und trocken ist.
    So, wie du das schilderst, wird sich an der Lage deines Bruders kaum etwas ändern, wenn er den Entzug hinter sich hat.
    Nach seinem Entzug müsste er die Arbeit an sich fortsetzen und sich wegen seiner Depression Hilfe suchen, damit sich ernsthaft etwas bei ihm ändern kann.

    Bis dahin erstmal.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Die unangenehmen Feelings beim Aufhören - und zwar, egal bei was, ob das Alk, Drogen, oder Rauchen ist - konnte zumindest mir niemand abnehmen.

    Das sehe ich ähnlich und damit meine ich, dass einem die niemand abnehmen kann, sondern dass man da eben leider durch muss.

    Zu der ärztlichen Begleitung und möglichen Unterstützung durch Medikamente rate ich, um mögliche Komplikationen des Entzugs zu minimieren, nicht etwa, damit‘s schön leicht wird. ;)

    So’n Dilirium und Krampfanfälle, die eben auftreten KÖNNEN - und das weiß man leider vorher nicht - sind alles andere als auf die leichte Schulter zu nehmen, weil man dabei entweder hopsgehen kann oder dauerhafte Gehirnschäden davon tragen kann.

    Mein Vater ist bei seinen zahlreichen Entzügen immer mal wieder ins Delirium gefallen. Nur so nebenbei bemerkt.

    Zu Medikamenten: Ich kenne das auch, dass Menschen ganz unterschiedlich darauf anspringen.

    Bei mir reicht zum Beispiel die Minimaldosis, bei einem sehr guten Freund erst die Maximaldosis und mehr.
    Das hat wohl auch etwas mit Verstoffwechselung zu tun.
    Kommt eben vor.

    Von sowas runterzukommen muss wohl die Hölle sein. Meine Mutter hat mir erzählt, wie sie als junger Mensch in der Klinik von Schlafmitteln runtergekommen ist….

    Hallo VJ,
    also ich find‘s gut, dass du dich so öffnest, so kann ich mir dein Dilemma besser vorstellen.

    Erstmal vorweg: Ich kann das nicht so recht nachvollziehen, warum der Pfleger da so reagiert hat. Mittlerweile diskutieren wir hier in Deutschland, ob es verschiedene Toiletten für männlich, weiblich und divers geben soll, da leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum auf dein spezielles Problem nicht auch Rücksicht genommen werden kann.
    Und wenn man dann noch deine Schilderung bedenkt, dass über Saufpartys hinweggesehen und nichts dagegen unternommen worden ist, noch weniger.
    Für mich hört sich das so an, als ob da mit zweierlei Maß gemessen worden ist.
    Auf sowas reagiere ich übrigens auch sehr empfindlich.

    Dass du in der Situation die Klinik verlassen hast, kann ich nachvollziehen. Hätte ich wahrscheinlich auch gemacht. Diese Ohnmacht, der ich da ausgesetzt gewesen wäre, hätte mich mächtig getriggert.

    Nur so eine Idee von mir:
    Die Option, die dir die Verwandten angeboten haben, finde ich gar nicht mal so übel, dich beim Entzug von deinen Verwandten begleiten zu lassen, kann Risiken minimieren, ABER

    sie gehen auch eine große Verantwortung ein. Von dieser kannst DU sie etwas entlasten, wenn du zwecks Risikominimierung vor Ort zusätzlich die Dienste eines Suchtmediziners in Anspruch nimmst.
    Dazu würde ich dir jedenfalls dringend raten und für dich hoffen, dass dieser Mediziner diese Verantwortung auch eingehen will.

    Du kannst so einen mithilfe des Internets finden, hilfreich kann auch sein, sich Bewertungen dieser Mediziner anzusehen. Diese Bewertungen sind zwar mitunter kritisch zu sehen, aber mir hilft das manchmal, mir ein ungefähres Bild zu machen und mir etwas die Angst zu nehmen.

    Ich hoffe, das hilft dir gerade etwas weiter.

    Viele Grüße
    AmSee


    Jeder Weg kann übel ausgehen. Ist ja nicht so, dass es mit Anderen zusammen hundertprozentig funzen würde. Nur ne etwas andere Wahrscheinlichkeit. Kann man aber so entscheiden.

    Da stimme ich dir zu, insofern war das, was ich geschrieben habe, ein wenig ungenau und ich habe tatsächlich nur die Wahrscheinlichkeiten im Blick gehabt.
    Ich vertrete übrigens nicht die Auffassung, dass es mit dem anderen hundertprozentig funktioniert, dafür bin ich auch zu oft mit nicht ganz so kompetenten Ärzten und Co in Berührung gekommen, aber die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Weg ein paar Risiken weniger einzugehen, habe ich durchaus im Blick.

    Dass DU die Risiken bewusst eingegangen bist, kann ich mir bei dir denken, dafür kenne ich dich schon eine ganze Weile gut genug. Du bist ja nun wahrlich nicht auf den Kopf gefallen und im Übrigen, da dürften wir uns einig sein, im Laufe deines Lebens etwas risikofreudiger gewesen als ich. ;)

    Zitat


    Und ich persönlich glaube sogar, die Möglichkeit, immer in eine Entgiftung zu gehen, macht es manchen Leuten ein bisschen zu einfach, die Verantwortung für ihr Leben auzugeben.

    Das mag durchaus auf einige zutreffen, dafür kenne ich mich in der Szene zu wenig aus. ;)
    Es wird seine diversen Gründe haben, warum der Prozentsatz derjenigen, die es dauerhaft raus aus ihrer Abhängigkeit schaffen, so gering ist.

    Übrigens war ich bislang auch nicht in einer realen SHG, das war irgendwie auch nicht MEIN Weg, passte irgendwie nicht für mich.

    Hab sowieso Probleme mit gestrengen Regeln, die ich für mich nicht nachvollziehen kann und denen ich mich gefälligst einfach unterordnen soll….

    Ich fahre Motorrad, ein sogenanntes BigBike, obwohl ich weiß, dass da ein Risiko dabei ist. Ich weiß, was ich da tue, versuche aber die Risiken, die nun einmal bestehen, durch entsprechende Kleidung und Aufmerksamkeit zu minimieren.
    Und ich fahre mitunter nicht gerade langsam. 8)

    Mir geht’s in meinem Rat an VJ also nicht um Risikovermeidung, sondern um Risikominimierung. ;)

    Viele Grüße
    AmSee