Was mir beim Rauchen aufhören und auch beim Trinken aufhören geholfen hat ,war die Vorstellung von den 2 Gegnern ,die sich gegenüber stehen...Einerseits war da die Stimme in mir ,die versucht hat ,mich zum Rauchen (Trinken ) zu animieren ,ich nenne es den inneren Ruf nach dem Suchtmittel und auf der anderen Seite war das ICH ,das sich davon nicht mehr beirren lassen und verleiten lassen wollte.
ICH wollte mich nicht mehr aufgeben, kleinkriegen lassen ,ich wollte mich nicht mehr von dieser Stimme beherrschen und leiten lassen. Ich wollte nicht mehr einknicken, sondern mein Leben wieder zurückgewinnen und meine Autonomie wieder erlangen.
Wie die Wege doch immer wieder unterschiedlich sind!
Ich weiß durchaus, wie hilfreich Vorstellungen und Visualisierungen sein können, aber ich habe mir (auch) diesmal keinen Gegner als solchen vorgestellt. Das hätte zu mir nicht gepasst.
Der Frädrich benutzt zwar das Bild (und Kuscheltier) eines Inneren Schweinehundes und dieser kommt als so eine Art Gegenüber/ Gegner rüber, aber ich vermeide eher diese Vorstellung und auch die Vorstellung eines Inneren Kampfes.
Ich hab schon zu lange gekämpft und ich bin des ewigen Kämpfens müde. Nein, ich gehe da etwas anders heran.
Ich weiß, wer bzw. welche meiner Anteile das sind, die mir eine Zigarette als Hilfsmittel zur Runterregulierung, zur Entspannung, zur Belohnung vorschlagen. Ich weiß auch, warum sie das tun. Eigentlich meinen sie es sogar gut mit mir. Sie „wissen“ es nur nicht besser. - Außen vor lasse ich dabei, was Sucht/ Abhängigkeit an sich schon körperlich/ biochemisch im Gehirn mit uns macht. Das ist Wissen, das mir das Verstehen etwas leichter macht.
Frädrich schlägt da an einer Stelle etwas ganz Interessantes für den Umgang mit dem Inneren Schweinehund vor und zwar eine positive Umformulierung, die sich darauf konzentriert, dass wir etwas Schönes erleben werden.
Nicht: „Du darfst nicht abhängig sein/ nicht stinken/ nicht dein Geld verbrennen/ krank werden.“
Denn das regt zu Widerspruch und Widerstand an.
Stattdessen schlägt er vor, so formulieren:
„Du musst nicht abhängig sein, du darfst frei sein.
„Du musst nicht stinken, du darfst gut riechen.“
„Du musst nicht krank werden, du darfst gesund sein.“
So kreisen deine Gedanken auch nicht um den „Verlust“, den du erleidest, wenn du aussteigst.
Ich hab diesen Ansatz Frädrichs auf den Umgang mit meinen entsprechenden Anteilen übertragen. Ich gehe eher freundlich, liebevoll mit ihnen um und konzentriere mich darauf, was ich nun Besseres (Frank hat mich daran erinnert) bekomme. Hier in Bezug auf das Rauchen fällt mir das nicht so schwer, denn der Zigarettenrauch fühlte sich beim Inhalieren kaum angenehm und wohltuend an, sondern im Gegenteil tatsächlich eher nach Ersticken an. Wann immer ich jetzt tief und bewusst einatme, fühlt sich das angenehm an und ich weiß, dass das noch besser wird, wenn der Schleim in den Bronchien endlich wieder gänzlich abgebaut ist.
Liebe Grüße
AmSee