Beiträge von AmSee13


    Um im risikoarmen Bereich zu bleiben, sollten Frauen nicht mehr als 1/8 Liter Wein pro Tag trinken, für Männer gilt die doppelte Menge. An mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche sollte man generell ganz auf Alkohol verzichten.

    Ich denke, dass jemand, der sich diese Frage stellt und zu einem Forum wie diesem hier gefunden hat, die entscheidende Grenze in der Regel schon überschritten hat, oder eine/n Angehörige/n hat, bei der/dem der Konsum schon auffällig geworden ist.

    Wenn sich jemand Gedanken macht, wie viel er eigentlich DARF, so kreisen seine Gedanken doch schon um den Alkoholkonsum. Und da geht’s doch eigentlich schon los.

    Die Frage ist doch nur: Kann er/sie noch zurückrudern, kann er/sie den Konsum noch kontrollieren oder ist es dafür schon zu spät?


    Ich selbst wusste, dass ich „riskanten“ Konsum betrieb, aber was das wirklich bedeutete, war mir eigentlich gar nicht klar oder ich hab’s nicht wahrhaben wollen. „Riskanter Konsum“ bedeutete für mich nämlich, dass ich noch weiter machen darf. Längst aber kreisten meine Gedanken um den Alkohol.

    Was bedeutet denn „risikoarmer Konsum“? Dass ich tatsächlich auf der sogenannten „sicheren Seite“ bin und deshalb gar nicht abhängig werden kann? Nach allem, was ich zum Thema „Alkoholabhängigkeit“ inzwischen gelesen und erfahren habe, finde ich diese Sichtweise nicht unproblematisch.


    Wer tatsächlich kein Problem mit bzw. ohne Alkohol hat, dem stellt sich meines Erachtens diese Frage gar nicht.

    Grüße
    AmSee


    Ich glaube, dass man wirklich ganz tief in sich fühlen muss, dass jeder Versuch, Situationen mit anderen Mitteln als denen, die in unserem Selbst verankert sind, begegnen zu wollen, zum Scheitern verurteilt sind.

    Da stimme ich dir grundsätzlich zu, bezweifle aber (du scheinst die Ausnahme zu sein), dass das alleine reicht, nicht wieder rückfällig zu werden.

    Wie du geschrieben hattest, wird es nie wieder so sein, wie es vor der Sucht war. Alkohol bewirkt etwas im Gehirn, was die eigene rationale Kontrolle aushebeln kann, wenn ein davon abhängig Gewordener ihn wieder konsumiert.

    Bei Rückfällen in Bezug aufs Rauchen habe ich das am eigenen Leibe mehrfach erfahren müssen, obwohl ich VOR dem Rückfall stets glücklich war, nicht mehr rauchen zu müssen und fest daran geglaubt habe, nie wieder rauchen zu wollen.


    Wenn ich aber rückfällig geworden war, wenn ich denn doch mal eine Ausnahme gemacht hatte, war alles Schöne/ alle Freude des Nicht-mehr-Rauchens, was vorher definitiv vorhanden gewesen war, wie weggeblasen. Der Rückfall kam nicht unmittelbar direkt nach dem Konsum, sondern es war eher so, dass sich ein paar Tage oder auch eine gute Woche später ziemlich stark der Gedanke aufdrängte: „Jetzt könnt‘ste eine.“ Und es war dann ziemlich schwer, dem zu widerstehen. Und es war dann auch der Gedanke dabei: „Kannst ja sofort wieder damit aufhören, hast du ja beim letzten Mal auch geschafft.“ Und irgendwann habe ich denn doch nachgegeben und bin tatsächlich rückfällig geworden.

    Und Alkohol greift ja noch mehr / tiefer in die Neurochemie des Gehirns ein, hat sozusagen mehr Wumms als Nikotin…. Und das eine Glas Bier oder Wein oder …., das ich mir gönnen würde, wäre bei mir schnell geleert und entweder hätte ich beim Trinken nur daran gedacht, dass es nur dieses eine sein darf, und bedauernd zugesehen, wie sich dieses Glas leert und dass danach gemäß den Regeln Schluss sein muss, oder ich hätte mit einem ungutem Gefühl konsumiert, weil ich weiß, was bei mir passieren kann.

    Grüße
    AmSee

    tja, und so sahen sich Deine Mitmenschen Leuten wie Dir ausgeliefert.

    Guten Abend.

    Bitte NICHT in diese Diskussion einsteigen! Das führt zu nichts und gehört auch nicht hierher!

    Bassmann hat ein Beispiel angeführt, das ihm offenbar wichtig war. Lassen wir das bitte einfach so stehen.

    Gruß
    AmSee


    Bei mir war das Ziel: Ich will nicht mehr abhängig trinken, aber ich will auch nicht in der Angst leben, dass mich selbst geringste Alkoholmengen wieder zwangsläufig in die Abhängigkeit treiben.

    So trifft das ziemlich genau auch auf mich zu. Und weil ich nicht in dieser Angst leben wollte und will, gab’s/ gibt’s für mich letztlich keine Alternative zur totalen Abstinenz.

    Du, Bassmann, bist der einzige, von dem ich bislang gehört habe, dass er tatsächlich erfolgreich kontrolliert trinken kann. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass das bei mir nicht funktionieren würde.
    Übrigens finde auch ich es schön, mal wieder von dir zu lesen. :)


    Als ich noch getrunken habe und überzeugt war, dass mein Weg ok ist, habe ich Alkohol getrunken, um mehr Lebensfreude zu haben, um „richtig“ zu feiern, um kreativer zu sein, usw. und ich glaubte tatsächlich, dass Alkohol mir das Leben leichter macht.

    Insofern war, als ich aus ernsthafter Sorge bereit war mit dem Alkoholkonsum aufzuhören, meine Perspektive nicht, dass der nun eingeschlagene Weg zu mehr Lebensfreude führt.

    Und heftigsten Suchtdruck hatte ich, als ich nach der Corona-Pause, während der ich abstinent geworden war, mit dem „Spaß“ meiner Alkohol konsumierenden Mitmenschen konfrontiert war, und mich von diesem „Spaß“ und der entsprechenden „Lebensfreude“ ausgeschlossen fühlte.

    Bei mir hat jenes Suchtdruck-Erlebnis dann dazu geführt, mich noch mehr mit Selbstfürsorge zu beschäftigen.

    Heute kann ich sagen, dass ich wirklich mehr Lebensfreude habe, auch wenn tatsächlich nicht immer alles schön ist und meine Erkrankungen oder sonstige Lebensumstände mich mitunter arg belasten. Das hat bei mir aber mit meiner Selbstfürsorge zu tun. Die hätte ich jedenfalls nicht so betrieben, wenn ich mehr oder minder auf den alten Pfaden geblieben wäre.

    Grüße
    AmSee

    Kann Susanne nur zustimmen.
    Und nochmals betonen, dass sich letztlich jeder die Gruppe suchen muss, du zu ihm oder ihr passt.


    Es geht in diesen ganzen Foren in erster Linie um Selbsthilfe..übersetzt, jeder hilft sich selbst, mithilfe des Inputs von anderen evtl. Das ist kein Top-Down-Service, ich gehe da hin und werde bedient.

    Genau so ist das.

    In all diesen Gruppen haben sich Menschen zusammengefunden, die IHREN Umgang damit gefunden haben und aufgrund ihres eigenen Erfolgs damit (mindestens halbwegs) zufrieden sind. Und das, was ihnen geholfen hat, das teilen sie in diesen Gruppen, damit andere das anwenden und damit sich selbst helfen können.
    Dabei gibt es sogenannte Hardliner und andere, die das nicht ganz so eng sehen.

    Es kostet Zeit, frisst Energie und bringt in der Regel (das sind Erfahrungswerte und tatsächlich nicht nur meine 😉) auch gar nichts, mit Menschen zu diskutieren, die vom Alkohol eigentlich nicht lassen wollen.

    (Ich erinnere mich noch gut an Susannes Antwort, als ich mich hier angemeldet hatte. Nun wollte ich aber wirklich Hilfe und hatte so meine Fragen. Darauf hat Susanne sich zu meinem Glück auch eingelassen, andere haben das zu dem Zeitpunkt nicht getan, sondern erst später.)


    Was ich damit sagen will, wenn man manchen da gar keine Alternativen mehr geben kann, dann hören sie ja trotzdem nicht auf, und Kontrolle ist da immer noch die gesündere Alternative.

    Das mag ja sein, nur sind die aktiven Nutzer hier dafür nicht die richtigen Ansprechpartner (auch du machst immer mal wieder deutlich, dass du diesbezüglich raus bist) und andere sind mir hier in den über zwei Jahren, die ich hier bin und regelmäßig mitlese, nicht begegnet.

    Und Kölschejung versucht‘s immer wieder mit KT, verliert dabei aber immer wieder die Kontrolle mit den entsprechenden Konsequenzen für seine Pumpe usw.

    Nicht ohne Grund habe ich ihm das hier geantwortet:


    Wenn du unbedingt KT betreiben willst, wirst du gewisse, strenge Regeln aufstellen und dich strikt dran einhalten müssen. Bezüglich KT wirst du hier sehr wahrscheinlich keinen Ansprechpartner finden, der dir diesbezüglich weiterhelfen kann.


    Überflieger..ich hab das tatsächlich so empfunden, dass die, die es nicht ganz lassen konnten, auf den billigen Plätzen sitzen. Ich in der Loge. Bisschen Arroganz darf schon sein 8)

    Nun, du gehst ja auch gerne deinen eigenen Weg. ;)

    Ich selbst empfinde mich nicht als „Überflieger“. Ich bin einfach nur froh, DASS ich den Absprung geschafft habe, und denke dabei immer wieder an meinen Vater, der das eben nicht geschafft hat, sondern immer wieder rückfällig geworden ist und sich selbst dabei zugrunde gerichtet hat. Und er hat ja nicht nur sich selbst geschadet, sondern eben auch seiner Familie, die er eigentlich so sehr liebte und die ihm eigentlich so wichtig war.


    Ich weiss, dass Du ausdrücken wolltest, dass Trinkenkönnen nicht Deine, Greenfox', Rekos...und meine Zielvorstellung beim Lesen ist.

    Genau so ist es. 44. Du beziehst dich auf Literatur, die uns hier und da mal unterkommt, nicht?

    Da mich das Thema „Trinkenkönnen“ gar nicht interessiert, lese ich dazu auch nichts bzw. halte nicht nach Literatur diesbezüglich Ausschau.


    Wir nehmen hier jeden wie er kommt. Mit jeder Frage zum Thema Alkohol. Nur Qualitätsempfehlungen machen wir eher nicht.

    Das sehe ich auch so. 44.

    Bei mir flattern ab und an wissenschaftliche Artikel zum Thema ein. Weil ich eh ein Wissenschafsfreak bin, da ist das dann dabei. Ausserdem habe ich schon einige Diskussionen mitbekommen.

    Du weißt aber schon, worauf ich hinaus wollte, oder? ;)

    Bei der Erwähnung von Baclofen musste ich an den Artikel von Henning Hirsch: Erst kommt der Stoff - dann die Probleme denken, den ich hier im Forum mal entdeckt und natürlich gelesen hatte.

    Nach ALL DEM, was hinter mir liegt - und das ist nicht gerade wenig - , ist mir die Idee, ein Medikament zu nehmen, um verhältnismäßig unbesorgt Alkohol konsumieren können, soooo was von fremd und fast nicht mehr nachvollziehbar.

    Nun, vielleicht setzt du dich für ein Weilchen einfach mal auf meinen Stuhl oder den von Greenfox oder Susanne oder Rekonvaleszent oder… und betrachtest deine „Updates“ mal aus unserer Warte.

    Du meldest dich eigentlich immer nur anschließend, wenn’s bei dir mal wieder schief gegangen ist.

    Und das, was du dann von deinen Erfahrungen berichtest, klingt eigentlich immer ziemlich gleich oder ähnlich.

    Und zudem lassen deine „Updates“ darauf schließen, dass inhaltlich nichts von dem, was wir dir früher bereits geantwortet haben, angekommen ist. Keine unserer Anregungen wird von dir aufgegriffen.


    Dass dir hier keine „Überflieger“ antworten, sollte dir eigentlich bekannt sein, wenn du unsere eigenen Fäden gelesen hast. Hast du‘s?



    Die Wissenschaft entwickelt sich weiter, vielleicht gibt es auch da inzwischen irgendwelche neuen Erkenntnisse.

    Glaubst du, du findest das heraus, indem du immer wieder denselben Weg gehst?


    Die, die dir hier antworten, sind Selbstbetroffene, die den Absprung schließlich geschafft haben und zufrieden abstinent sind. Glaubst du, wir lesen die neuesten wissenschaftlichen Artikel, in der Hoffnung, dass wir das Trinken doch wieder irgendwann anfangen könnten? Wozu?
    Und so geben wir einfach nur DAS weiter, was UNS tatsächlich geholfen hat.



    Und..... ich würde gerne häufiger mitlesen wenns was neues gibt aber aus irgendeinem Grund bekomme ich bei neuen Beiträgen keine Benachrichtigung per Mail und das liegt nicht an meinem Spamordner

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber schon vor einer Weile hat sich in gewissen Einstellungen des Forums etwas geändert, an dem WIR nichts verändern können. Benachrichtigungen erhältst du weiterhin, wenn du bei einem bestimmten Thema „Benachrichtigen“ eingestellt hast. Ansonsten gilt: Schau einfach immer mal wieder rein, ob‘s was Neues gibt.

    Hallo Just4Fun,
    schön zu lesen, dass es dir (wieder) gut geht und du jenes Erlebnis nüchtern überstanden hast.

    Diese Sache mit dem sogenannten Suchtgedächnis und, was es so triggern könnte, ist etwas, was mich immer mal wieder interessiert hat.

    Was genau da im Gehirn eigentlich vor sich geht, scheint nicht gänzlich zu klären zu sein. Es besteht irgendwie ein Zusammenhang zum sogenannten „Belohnungszentrum“, das von bestimmten Botenstoffen angesprochen wird. Dadurch, dass dein Gehirn und mit ihm das Belohnungszentrum Alkohol als Abkürzung kennengelernt hat, kann es immer wieder vorkommen, dass Gedanken daran und sogar mehr oder minder ausgeprägter Suchtdruck aufkommen können.
    Auch die „Lösung“ Sorgen und Probleme mit Hilfe von Alkohol für eine Weile wegzuschieben/ zu verdrängen/ weniger drückend zu machen, ist etwas, was dein „Belohnungszentrum“/ „Suchtgedächtnis“ ein für alle Mal gelernt hat und nicht wieder vergisst und woran es dich ggf. einfach mal so zwischendurch erinnert.

    Im ersten Jahr kann das häufiger vorkommen als später, aber wie Beispiele von rückfälligen Alkoholikern, die jahrelang erfolgreich und zufrieden trocken waren, zeigen, ist man auch Jahre später nicht dagegen immun.

    Darüber, was passieren kann, wenn dann doch (ausnahmsweise) zum Alkohol gegriffen wird, gibt’s mehr als genug Erfahrungsberichte. - Ich selbst kannte und kenne mich gut genug, um zu wissen, was mit MIR geschehen könnte, WENN ich nochmals Alkohol konsumiere. Diese traurige Erfahrung möchte ICH mir jedenfalls nicht geben, deshalb betreibe ich ganz bewusst Selbstfürsorge und bleibe auch durch das Forum hier mehr oder minder am Thema dran.


    Was auch immer das bei dir war, wie ich (und andere) dir schon geantwortet haben, lässt sich das nicht unbedingt auf ein bestimmtes Ereignis/ einen bestimmten Trigger festlegen. Das kann vielmehr eine ganze Kette von Ereignissen/ Triggern gewesen sein, die dazu geführt haben.

    Hauptsache ist, dass du’s erfolgreich überstanden hast, denn auch aus einem solchen Erlebnis lässt sich einiges lernen. ;)

    Grüße
    AmSee

    Moin,
    Danke für dein „Update“. Es erinnert mich an „Täglich grüßt das Murmeltier“. ;)

    Hast du dir die Infos, die ich dir beim letzten Mal gepostet hab, gelesen? Darin finden sich Erklärungen, warum sich das Gehirn nicht „resetten“ lässt…
    Auch mit Hypnose wird das nicht möglich sein, weil sich auch mit Hypnose gewisse Veränderungen in der Neurobiologie des Gehirns leider nicht rückgängig machen lassen.

    Wenn du unbedingt KT betreiben willst, wirst du gewisse, strenge Regeln aufstellen und dich strikt dran einhalten müssen. Bezüglich KT wirst du hier sehr wahrscheinlich keinen Ansprechpartner finden, der dir diesbezüglich weiterhelfen kann.

    Grüße
    AmSee


    Ob aus dem „erstmal“ ein „für immer“ wird, dafür kann ich die Hand jetzt noch nicht ins Feuer legen.

    Das sehe ich ähnlich wie Susanne: Du musst gar nichts. Ein „für immer“ klingt, wenn man am Anfang steht und womöglich noch unsicher ist und noch keine oder kaum eine Vorstellung von „zufriedener Abstinenz“ hat, ziemlich hart.

    Mir selbst hat anfangs geholfen: „Heute trinke ich nichts.“ Aus vielen „heute“ ergeben sich dann im Laufe der Zeit u.U. ein „für immer“.

    Es ist und bleibt allein DEINE Entscheidung, was du tust. Wenn du trinken willst, wird dich niemand davon abhalten können. - Und das gilt im Übrigen auch für deinen Partner. -
    Und deshalb ist dein „Wait & see“ meines Erachtens völlig in Ordnung.

    Jeder von uns kann dir nur von SEINEN Erfahrungen diesbezüglich erzählen und von den Entscheidungen, die er/sie für SICH getroffen hat.



    @Am See: Das mit den Wechselwirkungen ist mir klar. Und in der Vergangenheit hab ich einfach drauf geschissen.

    Kommt mir bekannt vor, auch wenn ich‘s anders ausgedrückt habe. ;)

    DAS Medikament ist mir nicht unbekannt, hab es aber aufgrund dessen, was ich darüber von anderen erfahren habe, nie nehmen wollen, sondern andere Medis ausprobiert.

    Dieses Medikament dürfte bei deiner Unverträglichkeit gewiss eine Rolle spielen. Dass du nach Alkoholkonsum einfach umfällst und einschläfst, passt dazu. Ob da inzwischen auch schon was Organisches hinzugekommen ist, wird sich klären, wenn du beim Arzt gewesen bist.


    Was deinen Partner betrifft, so spricht deine eigene Beobachtung schon für sich:


    Und dass wir uns voneinander entfernen, je länger ich nüchtern bin….Stören tut mich die Fahne und die Wesensveränderung unter Promille allerdings schon. Nicht im Sinne von „oh, will ich auch“, sondern im Sinne von „ih, das is ja ekelig“…

    Auch da dürfte für dich „wait & see“ gelten. Entweder wirst du dich damit abfinden und dich unabhängig davon müssen oder aber auf Abstand gehen müssen.
    Zu diesem Thema findest du, wie Susanne dir schon geschrieben hat, eine ganze Reihe Informationen im „Angehörigenbereich“. Im Prinzip ist das eine zweite Baustelle.

    Grüße
    AmSee


    Es ist ja eher so, dass ein paar Langzeittrockene wie ich den Frischlingen irgendwas erzählen, was ich persönlich als suboptimal empfinde. Denn ich fände es auch besser, wenn mehr Erfahrungsaustausch zwischen Leuten stattfände, die sich in vergleichbarer Situation befinden.

    Da hat Susanne nicht ganz unrecht, obwohl für MICH das, was diese paar Langzeittrockenen hier teilen, eine besondere Qualität dieses Forums ausmacht. Natürlich fände auch ich es besser, wenn mehr Erfahrungsaustausch zwischen Leuten, die sich in vergleichbarer Situation befinden, stattfände, aber … nixweiss0



    Heute stört es mich viel mehr, wenn mein Wohlbefinden derartig von einer Substanz abhängt, wenn ich das nicht selbst kann, aus innerer Fähigkeit mich ins Gleichgewicht zu bringen, ausser da, wo es sich wegen Krankheit gar nicht vermeiden lasst.

    Das geht mir interessanterweise ganz ähnlich und dieser Gedanke ist mir sogar in den vergangenen Monaten immer mal wieder durch den Kopf gegangen.

    Als ich noch getrunken habe, für mich unvorstellbar. Das merkt man meiner Erstvorstellung vor über zwei Jahren hier ziemlich deutlich an. :rotwerd:


    Heute nehme ich im Rückblick nur noch die Schattenseiten wahr, die meine Versuche, mein Wohlbefinden mit Alkohol zu steigern, für mich hatten. Ja, der Rausch war ganz nett, aber letztlich ein „Vergnügen“, das nicht sonderlich nachhaltig war und - wie mir erst im Nachhinein so richtig bewusst wurde - einen ganzen Rattenschwanz von Nachteilen und auch Schäden in meinem Körper nach sich zog.

    Ganz im Gegenteil übrigens zu den Möglichkeiten, die sich mir nach und nach erschlossen haben, seit ich nicht mehr auf den Alkohol gesetzt habe. Hätte ich weiter auf den Alkohol gesetzt, wäre mir DAS sehr wahrscheinlich verborgen geblieben. ;)

    Grüße
    AmSee

    Hallo Blackisbeautiful,
    nun komme ich dazu, dir ausführlich zu antworten.

    Zunächst einmal kann ich dich aus eigener Erfahrung nur dazu beglückwünschen, dass du dich über das Thema austauschen willst und die „Alarmglocken“ ernstgenommen hast.

    Kurz zu mir: Ich bin 50, w, Alkoholikerin, seit mehr als zwei Jahren zufrieden abstinent und erwachsene Tochter eines (nicht funktionierenden) Alkoholikers.


    Wenn ich das richtig interpretiere, möchtest dir die Option des sogenannten „Kontrollierten Trinkens“ offen halten, weil dein Vater, ehemals „Spiegeltrinker“, seit 14 Jahren erfolgreich damit unterwegs ist.

    Nun werde ich dich davon kaum abhalten können und es ist auch DEINE Sache, wenn du das versuchen willst, aber ICH bin da dann raus, weil das für MICH überhaupt keine Option ist und ich mit meiner dauerhaften Abstinenz überaus zufrieden bin (was ich mir vor bald zweieinhalb Jahren überhaupt nicht vorstellen konnte).

    Nur so ein paar Gedanken bzgl deiner „Option“:

    Ich bin kein Mediziner, aber nach allem, was ich weiß, wird sich daran, dass dein Körper Alkohol schlechter verträgt, nichts mehr ändern. Was du diesbezüglich schreibst, erinnert mich an meine Nachbarin, der es ganz ähnlich geht, nur dass sie nicht umfällt und einfach einschläft. Was bei ihr womöglich aber auch an der geringen Menge Alkohol liegt, die sie bei gewissen Gelegenheiten denn doch konsumiert. nixweiss0 - Wenn dich interessiert, warum das bei DIR so ist, könnte ein Arztbesuch hilfreich sein…

    Bezüglich Antidepressiva und Alkohol: Hast du dich mal näher mit den Wechselwirkungen beschäftigt? - Als ich selbst noch getrunken habe, habe ich das, obwohl ich grundsätzlich darum wusste, einfach verdrängt bzw. nicht ernstgenommen. Erst im Laufe meiner Abstinenz wurde mir klar, dass und warum sich Antidepressiva und der Konsum von Alkohol so gut wie gar nicht vertragen….
    Wenn du dir deinen Botenstoffhaushalt völlig kaputt gemacht hast, tust du dir mit dem Konsum von Alkohol überhaupt keinen Gefallen, im Gegenteil…

    Die „Option“, ab und zu eine Ausnahme zu machen und dann „kontrolliert“ zu trinken, scheint der leichtere Weg zu sein, ist es nach meiner Beobachtung und meinen eigenen Erfahrungen mit solchen Versuchen und mit vollständiger Abstinenz jedoch nicht.

    Selbst wenn du inzwischen deinen Konsum „stoppen“ kannst, bedeutet das nicht, dass du die Sache „im Griff“ hast bzw. dauerhaft „in den Griff bekommst“.

    Dieser Weg ist, wenn du erst einmal abhängig geworden bist, ein harter Weg und jedes Mal, wenn Alkohol konsumiert wird, ein enormer Kraftakt. Das liegt an der Wirkung, die Alkohol jedes Mal, wenn er konsumiert wird, in der Neurobiologie und -chemie des Gehirns entfaltet. Da geschieht etwas, was sich der rationalen Kontrolle entzieht.
    Falls dich das Thema näher interessiert, kannst du in unserer Linksammlung weiterführende Informationen finden.

    Gespürt habe ich selbst das jedes Mal, wenn ich mir fest vorgenommen hatte, nur ein Glas zu trinken. Schon bei diesem ersten Glas „bereute“ ich meinen zuvor festgesetzten Entschluss, es genau bei diesem einen Glas zu belassen, und trank deshalb dann in der Regel mehr als dieses eine Glas.
    Daran wurde MIR auch klar, dass KT für MICH keine Option ist.

    Seit ich selbst abstinent geworden bin und den Alkohol gänzlich aus meinem Leben gestrichen habe, geht’s mir definitiv viel besser und die Probleme, die ich mir selbst mit meinem Alkoholkonsum eingebrockt hatte, sind nicht mehr vorhanden.
    Und ich vermisse den Alkohol auch überhaupt nicht, eher im Gegenteil: Manchmal, insbesondere wenn ich mit Alkohol konsumierenden Menschen in lustiger Runde zusammen sitze und selbst ohne Alkohol so gänzlich zufrieden bin, frage ich mich, warum ich so daran gehangen habe, Alkohol trinken zu dürfen. Natürlich ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber so ist das Leben nun einmal.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Blackisbeautiful, :welcome:
    herzlich Willkommen in unserem Forum.
    Ich habe heute Abend leider keine Zeit, aber einen kurzen Gruß wollte ich dir wenigstens schon mal da lassen. wikende091

    Ich antworte dir morgen etwas ausführlicher.

    Viele Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, Thomson,
    ich hatte mich schon gefragt, wie’s dir inzwischen gehen mag, da du noch nicht wieder was gepostet hattest. ;)

    Darf ich dich fragen, wie’s dir mit den Auskünften bei der Suchtberatung geht?
    Erleichtert es dich, dass erstmal „kein weiterer Handlungsbedarf“ besteht, oder nimmst du es als ein Signal, dass dein Problem doch nicht so groß ist, wie du befürchtet hattest, und es doch nochmals mit „kontrolliertem Trinken“ versuchen kannst?

    Viele Grüße
    AmSee

    Moin Nana,
    schön, mal wieder von dir zu hören und dass du weiterhin erfolgreich auf deinem Weg unterwegs bist.
    Das hört sich bei dir nach einer ausgeglichenen Balance an und nach der entsprechenden Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für dich und deine jeweiligen Bedürfnisse. Danke fürs Teilen. 44.


    Im Moment habe ich so wenig Gelegenheit, hier zu stöbern und mich zu beteiligen und hatte schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen deswegen.

    Dazu fällt mir der Spruch ein, der sich in MEINEM Leben immer wieder bewahrheitet: „Alles hat seine Zeit.“


    Was deinen Umgang mit Erkrankungen betrifft, d.h. sich nicht (mehr) zum Opfer zu machen, sondern stattdessen nach Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität zu suchen, gefällt mir, weil sie meiner eigenen Einstellung im Umgang mit meinen eigenen Erkrankungen so ähnlich ist.

    Ich bin für MICH davon überzeugt, dass dieser Weg und diese Perspektive besser für mich ist, weil sie den Fokus auf Möglichkeiten, auf das, was ICH ändern kann, legt und nicht in der Perspektive verharrt, was ich alles verloren habe und was ich alles nicht mehr kann.



    Auch wenn ich gerade nicht so viel hier unterwegs bin, allein dass ich weiss, dass ich mich hier melden kann, hilft schon sooo viel. Vielen Dank noch mal dafür.


    44.

    Inzwischen kennst du dich hier ja schon ein wenig aus. Manchmal dauert es etwas länger, bis sich jemand meldet, weil es hier derzeit nur wenige Aktive gibt, aber es wird jemand antworten. ;)

    Viele liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Thomson,
    wie in den Antworten von Greenfox und Susanne deutlich geworden ist, kommt es ganz darauf an, was DU brauchst.

    Bezüglich deiner Frage möchte ich noch hinzufügen:

    In den SHGs dürftest du (immer wieder) reichlich Input bekommen, seien es wertvolle Informationen für dich, seien es Erfahrungen anderer, die dir gewissermaßen unter die Haut gehen/ dich emotional berühren. Diesen Input wirst du auch selbst für dich irgendwie verarbeiten müssen. Und insbesondere dann, wenn dich etwas emotional berührt und du möglicherweise noch nicht genügend Selbstschutzmechanismen besitzt, kann das stressig für dich werden und ggf. auch überfordern.


    Wie viel Input oder Gemeinschaft du tatsächlich brauchst, dürftest du, wenn du aufmerksam in dich hineinhorchst, nach und nach merken.

    Viele Grüße
    AmSee