Beiträge von AmSee13

    Hallo Paul.


    "nie wieder da hingelangen... "
    das ist mir bewusst, dort will ich weder (wieder) hin, noch spiele ich mit dem Gedanken.
    Wie kommst du darauf?

    Umgekehrt gefragt, wie kommst DU darauf, dass ich dir das unterstelle, dass du da wieder hinwolltest - abgesehen davon, dass das allein deine Angelegenheit wäre? ;)

    Nach meinem Eindruck diskutieren wir hier lediglich über Begrifflichkeiten. Meine Antwort bezog sich letztlich nur auf deine Frage.


    Ich trinke jetzt nicht mehr, bin ich dann noch Alkoholiker, noch krank?

    Nun ja, du wirst, egal wie lange du abstinent bleibst, nie wieder da hingelangen, wo du ganz am Anfang warst, als du tatsächlich noch „gesund“ warst. Das, was da nun einmal passiert ist, lässt sich nicht mehr rückgängig machen und dessen sollte man sich schon bewusst sein.

    Ich übertrage das mal auf andere Erkrankungen:

    Wenn du Diabetiker wärst, deinen Zucker aber gut eingestellt hast, bist du dann noch Diabetiker, noch krank oder bist du geheilt und kannst so Zucker konsumieren wie alle anderen?

    Wenn du Nussallergiker wärst, keine Nüsse mehr isst, bist du dann noch Nussallergiker?



    Im übrigen ist es an den meisten Stellen völlig egal, wie man sich bezeichnet.
    Mir ist das nur von jenigem Forum und von den AA bekannt (Und AA sind nur eine einzige von vielen Selbsthilfeorganisationen) , dass man sich da üblicherweise als Alkoholiker bezeichnet.

    Das sehe ich ganz ähnlich. Warum ICH in meiner Kurzvorstellung bei Neuankömmlingen diesen Begriff verwende, hab ich ja schon geschrieben. ;)

    Und das ist genau der Graubereich, diese NieTho´s, die einfach nirgendwo angesprochen werden. Ich kam ja schon auf Natalie Stüben zu sprechen, diese Lücke füllt sie, deswegen fühle (fühlte) ich mich so angesprochen, obwohl ich ihre Programme nicht gemacht habe. Mir haben die Podcasts gereicht und mein persönlicher Entschluss.

    Nun ja, „nirgendwo“ würde ich jetzt nicht sagen. ;)
    Guck mal in unsere Erstinformationen: Dort befindet sich ein Informationstext, mit dem auch solche Menschen angesprochen werden und auch zum Austausch eingeladen werden: Bin ich schon Alkoholiker? Oder „nur“ gefährdet?


    Da du dir so Gedanken um das „Wording“ machst: Mach doch einfach mal Vorschläge, wie der Begriff „Alkoholiker“ anders formuliert werden könnte und gleichzeitig einem Selbstbekenntnis und dem Bewusstsein dient, mahnende oder zur Achtsamkeit auffordernde Funktion zu haben.


    Können wir ja mal diskutieren. ;)


    Ich muss allerdings gestehen, dass die Begrifflichkeit für mich inzwischen nur noch ein Nebenschauplatz ist. Es kommt nach meiner Beobachtung nicht so sehr auf die Begrifflichkeit an.

    Sich aus der „Gehirnwäsche“, der man von klein auf ausgesetzt war, zu lösen, ist - und bleibt vorerst - ein Kraftakt, der nicht von jetzt auf gleich geschieht. Mancher schafft das leider nie….


    Interessant sind eigentlich nur die Konsequenzen, die man aus der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann/ weitergehen sollte, zieht.

    Damit, sich auf sich zu konzentrieren, einen neuen Weg kennenzulernen und erfolgreich zu gehen, sich hilfreiche Werkzeuge zuzulegen und einen Notfallplan zu entwickeln, hat man innerhalb des ersten Jahres eigentlich genug zu tun.


    Verzicht auf Alkohol muss "Lifestyle" werden.

    Oh, das wäre schön, wobei ich es nicht „Verzicht“ nennen würde. ;)

    Leider ist aus verschiedenen Gründen, u.a. aufgrund einer ungeheuer starken Lobby- und Werbearbeit der Alkoholindustrie, in den nächsten Jahrzehnten kaum zu hoffen, dass es dazu kommen könnte. :(

    Die „Gehirnwäsche“, zu der ich mich heute in Pauls Faden geäußert habe, müsste breit durchbrochen und abgestellt werden….


    Wie das Umschwenken vor vielen Jahren in Bezug auf Zigaretten und die Zigarettenindustrie, die ähnlich etabliert waren wie Alkohol, möglich war, ist mir bis heute ein Rätsel. nixweiss0

    Und wie ein „muss“ auf unsere Gesellschaft, die auf ihre Freiheit so große Stücke hält, wirkt, haben wir bei der sogenannten „Maskenpflicht“ sehen dürfen…..


    Natürlich kannst du versuchen, Menschen, denen es ähnlich geht bzw. ergangen ist wie dir, zu erreichen. Hier im Forum zum Beispiel ist dir die Möglichkeit ja gegeben. 😉


    Liegt es am fehlenden Willen, an der magelnden Ernstlichkeit des Unterfangens oder betrifft die Qualmerei einfach eine komplexere Sucht als die Flasche?

    Nach allem, was ich diesbezüglich inzwischen an Fachliteratur, an Erfahrungsberichten gelesen habe und durch meine eigenen Rückfälle zur Qualmerei am eigenen Leib erfahren habe, liegt es wohl nicht daran, dass die Qualmerei eine komplexere Sucht wäre als die Flasche.

    Zwar hat Nikotin offenbar ein höheres Abhängigkeitspotential, aber das bedeutet letztlich nur, dass du erheblich schneller von Nikotin abhängig werden kannst als von Alkohol.

    Umgekehrt wirkt Alkohol offenbar viel tiefer auf die Neurochemie und -biologie des Gehirns und des Körpers allgemein ein als Nikotin das tut.

    Die diversen Erfahrungsberichte enthalten völlig unterschiedliche Erfahrungen. Den einen fällt der Ausstieg aus der Qualmerei verhältnismäßig leicht und sie bleiben problemlos rauchfrei, dafür kämpfen sie aber sehr beim Ausstieg vom Alkohol und werden schlimmstenfalls rückfällig. Den anderen fällt der Ausstieg vom Alkohol verhältnismäßig leicht und sie bleiben mehr oder minder problemlos abstinent, dafür kämpfen sie aber beim Ausstieg aus der Qualmerei und haben u.U. auch mit Rückfällen zu tun.


    Ich zum Beispiel muß mich offenbar zur zweiten Kategorie zählen… :rotwerd:

    Nach meinen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen liegt es auch nicht am fehlenden Willen oder einer magelnden Ernstlichkeit des Unterfangens.

    Als ich zum Beispiel die Erkenntnis, wohin ich mit meinem Alkoholkonsum auf dem Weg war, zuließ und ich tatsächlich offen dafür wurde, dass ein abstinentes Leben erstrebenswert werden könnte (zufriedene Abstinenz), war der Ausstieg gar nicht sooooo schwer. Mein damaliger Faden hier zeugt davon.

    Was das Rauchen betrifft, so habe ich schon eine Ewigkeit klar vor Augen, was das in meinem Körper anrichtet und meine etlichen Unterfangen, damit aufzuhören, waren zweifellos immer sehr ernstlich und ich habe sehr, sehr viel Energie darein investiert, von dieser Sucht wegzukommen. Und wenn ich‘s geschafft hatte, hatte ich stets die feste Überzeugung und den Willen, nie wieder mit der Qualmerei anzufangen.
    Ich hab‘s vor einiger Zeit endlich wieder geschafft, aus dieser Sucht auszusteigen. Ich hoffe, dass ich damit nun wirklich endlich durch bin. Die Chancen stehen nach allem, was ich inzwischen erreichen dürfte, ziemlich gut.

    Rückfällig wurde in in den letzten Jahren immer dann, wenn ich völlig unerwartet unter höchste psychische Anspannung geriet. Unter einen Druck, der jedes Mal so groß war, dass ich das Gefühl hatte, ihn keinen Moment länger aushalten zu können. - Wer sowas schon mal erlebt hat, weiß, wovon ich spreche…. - In solchen Situationen hat bislang jedes Mal keines meiner eingeübten Werkzeuge geholfen. Ich wusste, was passiert, wenn ich auch nur eine rauche, aber in solchen Situationen war mir „das Hemd näher als die Hose“.

    Ich erkläre mir das damit, dass ich in genau so einer Situation vor ein paar Jahren Nikotin bzw. eine richtig inhalierte Zigarette als sehr, sehr hilfreich erlebt habe, der unerträgliche psychische Druck ließ nahezu unmittelbar deutlich spürbar nach. Keines meiner Notfall-Medikamente hat das je geschafft. - Darf es auch nicht, denn dann hätte es ein überaus starkes Abhängigkeitspotential.

    Nebenbei bemerkt: Ich vermute, dass ich in Teufelsküche gekommen wäre, wenn ich in einer solchen Situation jemals Alkohol konsumiert hätte. DAS aber habe ich ganz bewusst niemals getan, weil ich um die Gefahr diesbezüglich wusste. Bei Zigaretten habe ich damals, als ich diese zum ersten Mal in einer solchen Situation nutzte, diese Gefahr nicht erwartet. - Heute bin ich schlauer. nixweiss0


    Nun zum Willen: Ich habe immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass der Wille, der vorher definitiv da war, nahezu völlig weggewischt war, wenn ich tatsächlich in höchster Not und eigentlich nur als absolute Ausnahme zu Zigaretten gegriffen hatte. Hatte ich einmal wieder geraucht, wollte ich merkwürdigerweise nicht mehr damit aufhören. Als Außenstehender packst du dir einen den Kopf, aber von Innen sieht das aus mir nicht bekannten Gründen anders aus.

    Ich vermute, dass das mit dem hohen Abhängigkeitspotential von Nikotin zu tun hat, weiß dazu aber nichts näheres. Der Wille, nicht rauchen zu wollen, mir diesen Mist nicht antun zu wollen, musste sich jedes Mal aus mir unerfindlichen Ursachen erst wieder aufbauen. Manchmal habe ich nur ein paar Monate dafür gebraucht, zuletzt mehr als ein Jahr.

    Diese Rückfallerlebnisse aber führen mir vor Augen, was passieren KÖNNTE, wenn ich auch nur ein Mal, ausnahmsweise - wer kennt diese Argumentation nicht - Alkohol konsumieren würde. Und dazu will ich es niemals kommen lassen.


    Ansonsten: Nikotin kommt irgendwie nicht so schlimm daher wie Alkohol. Sowas wie einen Rausch erlebst du damit nur, wenn du’s so richtig übertreibst. Dazu kommt’s tatsächlich aber sehr, sehr selten, im Gegensatz zu Alkohol.

    Menschen mit ADHS, die aufgrund der ständigen Reizüberflutung, enorm gefordert und gestresst sind, erleben eine spürbare Milderung, wenn sie rauchen. Dazu gibt’s meines Wissens sogar wissenschaftliche Untersuchungen.
    Das wiederum, diese gewisse Milderung von etwas, das sonst als unangenehm erlebt wird, - mancher dürfte zum Alkoholiker geworden sein, weil er eben nicht zu den „Normalen“ gehört* - KÖNNTE ein Grund sein, warum so manchen Alkoholikern zwar der Ausstieg von der Flasche gelingt, sie aber von den Kippen nicht lassen können.


    *Bezug auf das Buch von Manfred Lütz, „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde“ ;)


    Ob ich mich nun als "Alkoholiker", "trockener Alkoholiker", "Abstinenzler" oder "Schnullibulli" bezeichne ist völlig egal - mir sollte nur bewusst sein, dass ich ein Problen MIT Alkohol habe und entsprechend auf mich achten muss.
    Das klingt komplizierter und umfangreicher, als es im Endeffekt ist.

    Da stimme ich Greenfox vollkommen zu. Auch ich lebe mit diesem Bewusstsein, auch wenn ich das nicht erwähnt habe. ;)

    Im Prinzip hab ich das immer im Hinterkopf, denn das überaus traurige Beispiel meines Vaters und auch die Erfahrungen, die ich bei meinen Rückfällen mit Zigaretten gemacht habe, gemahnen mich dazu.

    Ich halte mir das nicht immer wieder gemahnend vor Augen, das ist an dem Punkt, an dem ich mit meiner Selbstfürsorge inzwischen angelangt bin, nicht mehr notwendig und deshalb hab ich in meinem Beitrag heute morgen gar nicht daran gedacht.

    DAS aber ist tatsächlich einer der Gründe, warum ICH mich in dieser Online-SHG engagiere. ;)

    Grüße
    AmSee


    Ich habe auch weiter über meine eigene Definition nachgedacht. Dabei habe ich gelernt, dass die Euphorie der Abstinenz auch gerne "Pink Clouds" genannt wird. Und zu den "Pink Clouds" passen die Begriffe wie "Alkoholiker, Krank, Stigma" einfach nicht.
    Ich bin endlich frei! Und ich möchte diese Freiheit geniessen. Und sie ist schön, diese Freiheit.

    Moin NieTho,
    ich lese bei dir immer wieder mit Verwunderung aber durchaus auch mit Interesse, wie sehr die mit der Begrifflichkeit „Alkoholiker“ ringst.
    Die „Hürde“ in dem anderen Forum hat dich offenbar wirklich sehr mitgenommen.

    Meines Erachtens ist es letztlich völlig egal, wie du dich bezeichnest, du könntest es auch „Schnullibulli“ nennen, nur dass in diesem Falle wahrscheinlich kaum jemand etwas mit diesem Begriff anfangen könnte. ;)

    Das, was ich da im Zitat fett hervorgehoben habe, trifft schon eine gute Weile, wie ICH mich fühle. Dein Beitrag hat mich zu ein paar Gedanken inspiriert: Im Grunde wäre ich da nie hingekommen, wo ich jetzt schon eine gute Weile bin, wenn ich nicht ein Alkoholproblem entwickelt hätte. Und wenn ich es so rum betrachte, dann könnte ich MEIN Unglück, ein Alkoholproblem entwickelt zu haben, sozusagen auch als Chance betrachten. Eine Chance, weil mich DAS erst dazu gebracht hat, mich dieser gewissen „Gehirnwäsche“, Alkohol gehöre selbstverständlich zum Leben dazu und wer keinen Alkohol trinken darf ist zu bedauern, zu befreien.

    Natürlich weiß ich, welche Vorstellung allgemein mit dem Begriff „Alkoholiker“ verbunden ist und das nicht nur, weil mein Vater ein sehr trauriges, erschreckendes, anschauliches Beispiel abgegeben hat. Nicht ohne Grund habe ich mich lange dagegen gewehrt und bestritten, ebenfalls alkoholabhängig geworden zu sein. Und ich kenne auch sogenannte trockene Alkoholiker, die sozusagen „mit der Faust in der Hosentasche leben“. Doch die positive Seite, die Chance, die ich selbst und noch ein paar andere in dieser Erkrankung erkennen können, sollte meines Erachtens auch in den Blick genommen werden dürfen.

    Wie schon mal gesagt, ich gebrauche diesen Begriff äußerst selten in meinem normalen Leben, ist für mich nicht (mehr) nötig. Wozu auch. Ich trinke nicht, mag definitiv nicht trinken, vermisse das Trinken überhaupt nicht und ich muss mich dafür nicht rechtfertigen.

    Ich definiere mich insofern gar nicht als krank, wenn ich mich als „Alkoholikerin“ bezeichne.

    Vor ein paar Tagen habe ich von meinem Arzt einen neuen Begriff kennengelernt, der eine Fähigkeit bezeichnet, die mir offensichtlich in den letzten Jahren zueigen geworden ist: Serendipität
    Vielleicht auch für dich interessant? :sun:

    In dem anderen Forum, das eben nicht zu dir gepasst hat, dient das Bekenntnis, Alkoholiker zu sein und (lebenslange) Abstinenz anstreben zu wollen, eigentlich nur als Signal, dass du tatsächlich einen Weg da raus anstreben willst. Im Grunde setzt es später an als wir das hier bereit sind zu tun, nämlich dann, wenn du tatsächlich so weit bist, den Entzug hinter dir hast und bereit bist für einen neuen Weg.
    Als du da aufgeschlagen bist, warst du zweifellos noch nicht so weit….
    Naja, und alles weitere ist diesbezüglich eigentlich schon gesagt. ;)



    Und deswegen ist meine Entscheidung, die Attribute, die man so kennt, nicht anzunehmen, genau richtig. Ich muss weiterhin aufpassen und achtsam sein. Aber das mache ich für mich, weil ich es will, nicht weil ich es muss.

    Nun hat mich meine „Trockenarbeit“ / meine „Selbstfürsorge“ schon viel weiter gebracht, als ich es noch in den ersten Wochen und Monaten, im ersten Jahr gebracht hat und ich muss gestehen, dass es mir auf dieser Basis tatsächlich schon schwerfällt, mich in deine Situation einzudenken und/ oder zu fühlen. So mag manches, was ich oder andere, die schon länger abstinent leben, überheblich rüberkommen, obwohl es gar nicht so gemeint ist.

    Schreib du ruhig gerne weiter von DEINEN Gedanken und Erkenntnissen, es ist wichtig für dich und deine weitere Entwicklung, dass du sie machst, und es dürfte hilfreich für dich und andere (vielleicht auch für mich? nixweiss0) sein, sie zu teilen und sich darüber auszutauschen.


    Zum Thema „müssen“ hätte ich auch noch Geschichten zu erzählen… ;)


    Wünsche dir einen angenehmen Tag!
    AmSee

    Hallo Thomson,


    Seid mir bitte nicht böse, aber die ständige Präsenz des Themas in meinen Gedanken tat mir nicht gut. Daher habe ich weniger geschrieben.

    böse ist dir hier sicherlich niemand. Warum auch?

    Klar hab ich mich gefragt, warum du, nachdem du sooo präsent warst, plötzlich gar nicht mehr schreibst, aber letztlich bleibt es deine Angelegenheit, ob und wie viel du dich austauschen möchtest oder nicht.

    Ich will nicht bestreiten, dass ich von sogenannten „Eintagsfliegen“ oder „Strohfeuern“ inzwischen genervt bin. Es scheint in den letzten Jahren so viele davon zu geben, wenn man sich die vielen mehr oder minder schnell versandenden Threads hier ansieht. Es wäre schön, wenn die, für die ich mir Zeit (und Energie) genommen habe, sich später Zeit (und Energie) für andere Neuankömmlinge nehmen würden, damit es hier zu einem lebendigen Austausch kommt.

    Doch grundsätzlich gilt, dass ich das hier erstens nicht tun müsste, dass zweitens viele Gründe denkbar sind, warum sich jemand nicht mehr meldet, und dass drittens selbstverständlich niemand zum (weiteren) Austausch gezwungen ist.

    Es freut mich natürlich für dich, wenn du mit deiner Abstinenz weiterhin zufrieden bist und einen Weg für dich gefunden hast.
    Und wie viel oder wie wenig Beschäftigung du mit diesem Thema brauchst, kannst letztlich nur du selbst wissen und entscheiden.


    Falls du irgendwann mal Fragen an uns haben solltest oder einfach nur ein Update geben möchtest, bist du hier natürlich weiterhin herzlich willkommen.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo NieTho,
    das ist richtig schön zu lesen, welche neuen positiven Erfahrungen du machst und Erkenntnisse gewinnst. 44.
    So manches kommt mir bekannt vor. ;)

    Wie du bemerkt hast, komme ich nicht immer - besonders in den letzten Wochen - dazu, dir zeitnah zu antworten.
    Auch wenn’s hier schon seit geraumer Zeit ziemlich ruhig zugeht, findet sich glücklicherweise immer wieder jemand für einen hilfreichen Austausch. 44.

    Gerne lese ich natürlich weiter von weiteren positiven Erfahrungen und Erkenntnissen. Und vielleicht hilft ja gerade das, was du teilen magst, auch jemand anderem weiter.

    Beste Grüße
    AmSee

    Liebe CehDeh,
    das freut mich für dich, dass du auf deinem Weg so gut vorankommst. :)


    Trauma. Ja, liebe AmSee - das IST Knochenarbeit, aber Du musst nicht befürchten, dass DAS so hart wird, dass ich deshalb wieder trinken würde.

    Weißt du, es geht gar nicht darum, was ICH befürchte, denn es ist und bleibt dein Leben, für das nur du allein die Verantwortung trägst. So klar habe ich das mit der Verantwortung bis vor einigen Jahren übrigens nicht gesehen, aber das ist ein anderes Thema. ;)

    Wie ich hier im Forum schon öfter geschrieben habe: Es gibt - so zeigen es meine eigene Lebenserfahrungen und das, was ich hier und anderswo entdecken durfte - nicht den einen Weg, der auf jeden Fall bei jedem/ jeder und immer und überall funktioniert.

    Das einzige, was ich weitergeben kann, sind meine eigenen Erfahrungen und mein inzwischen erworbenes Wissen. Auf dieser Basis spreche ich ggf. die eine oder andere Schwierigkeit an, auf die ICH im Laufe meiner Abstinenz gestoßen bin. Ob das bei DIR auch eine Schwierigkeit darstellt, kannst du letztlich nur selbst beurteilen. Manchmal kann es sehr hilfreich sein, vorgewarnt zu sein.

    Ich selbst habe, als ich noch getrunken habe, ganz bewusst nicht zu Zeiten getrunken, wenn‘s mir psychisch richtig mies ging - zwei Ausnahmen hat’s gegeben, diese hingen mit dem bevorstehenden Tod und mit dem eigentlichen Tod meiner Mutter zusammen -. Ich hab das bewusst nicht getan, weil ich Sorge hatte, dass mich das in die Abhängigkeit, die ich zu gut durch meinem Vater kannte, treiben würde.
    Ich habe aber in genau solchen Zeiten Zigaretten als höchst hilfreich kennengelernt und angewendet. Und obwohl ich mir in den vergangenen Jahren, wenn ich den Ausstieg endlich mal wieder geschafft hatte und mir sicher war, dass ich NIE WIEDER rauchen wollte und würde, bin ich in Situationen, in denen ich unter höchster psychischer Anspannung war, rückfällig geworden.
    Mir selbst dient mein eigenes Beispiel als Warnung, unbedingt Rückfall-Prophylaxe zu betreiben.


    Ich danke Dir sehr für die Achtsamkeit darüber und finde das unheimlich schön.
    Das passiert nicht oft, das stille Verstehen und einander den Raum geben, den es braucht. Danke!

    Gerne. Ich kenne das, was du da ansprichst, ziemlich gut… ;)
    Wie du bemerkt hast, antworte ich dann, wenn‘s mir möglich ist. Das hat auch etwas mit Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu tun.


    Austauschen ja... sofern es hier den Raum dafür gibt und ich mich da geborgen genug fühle.

    Im geschützten Bereich ist dafür im Prinzip Raum. Hier im öffentlichen Bereich, wo von außen jeder mitlesen kann, würde ich davon abraten.
    Ob du dich dafür geborgen genug fühlst, ob im geschützten Bereich dieses Forums überhaupt der Raum dafür ist, ob du etwas teilen möchtest und was du teilen möchtest, ist und bleibt deine eigene Entscheidung.


    Ich schicke dir liebe Grüße zurück.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    schön, mal wieder ein Update von dir zu hören. 44.


    @ Am See: Ich habe ja nicht aufgehört zu trinken, um mich jetzt von einer Krankheit ummähen zu lassen ;)

    Das sehe ich genauso. ;)

    Fibromyalgie ist ganz gewiss keine angenehme Diagnose und gewiss eine Erkrankung, auf die man gut und gerne verzichten könnte, aber du scheinst das so wahrzunehmen, wie ich das bei meinen Erkrankungen auch getan habe.
    So schlimm das ist, aber endlich gibt’s eine Erklärung für Symptome, für die es vorher keine gab. Und Fibromyalgie gehört ja leider auch zu den Erkrankungen, die man von außen nicht sehen kann.

    Bei mir bestand auch mal der Verdacht auf Fibromyalgie, von daher habe ich eine gewisse Ahnung, worüber du da schreibst.



    Die Diagnose hat mich in der Nüchternheit noch mal sehr gefestigt, da auch hochsensible Nerven eine Rolle bei Fibromyalgie spielen. Es wäre für mich nun absolut und völlig absurd, auch noch ein Nervengift auf diese eh schon überforderten Neven zu schütten.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wie dermaßen negativ sich dieses Nervengift auf meinen Körper und auch meine Erkrankung (MS) ausgewirkt hat, wurde mir in den ersten Wochen und Monaten meiner Abstinenz eindeutig bewusst. Das hat natürlich auch mich in dem Entschluss gestärkt, mir das Zeug nie wieder einverleiben zu wollen.


    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg und in den nächsten Wochen einen angenehmen Frühling!
    :heartBalloon:

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Cehdeh,
    nun endlich komme ich dazu, dir ausführlich zu schreiben.

    Prima, wie du deinen Weg bislang meistern konntest und auch die Suchtdruck-Attacke gemeistert hast! 44.
    Du liest dich sehr reflektiert und ich wünsche dir weitere gute Erfahrungen, die dich auf deinem Weg bestärken.


    Darüber, wem und wie ich mitteile, dass ich nicht mehr trinke und aus welchen Gründen, habe ich mir am Anfang auch so einige Gedanken gemacht. Da ich mir über Ähnliches Gedanken gemacht habe, wie du und wie NieTho das gerade tut, habe ich jenen, gegenüber denen ich mich „geoutet“ habe, den Begriff „Alkoholiker“ vermieden und bin ähnlich vorgegangen, wie du das gemacht hast.

    Wie du das für dich richtig erkannt hast, kann es auch ein Schutz sein, sich mehr oder minder zu „outen“. Und es kann, so meine eigene Erfahrung, für das eigene Eingeständnis, tatsächlich ein Problem zu haben, hilfreich sein, es auch nach außen zu kommunizieren.
    Dass das ein weiterer Schritt ist, den man erstmal bewältigen muss, ist verständlich.

    Ich weiß noch gut, wie schwer es mir gefallen ist, mir das selbst einzugestehen. Mir ging’s, als ich hier aufgeschlagen bin, ähnlich wie dir, nur dass ich nicht in einer Traumatherapie steckte, sondern schon eine Weile lang eine leicht anders geartete Baustelle bearbeitete.

    Mit Traumatherapie bzw. mit Therapie von Entwicklungstraumata und Retraumatisierung habe ich mich erst später beschäftigt….


    Inzwischen mache ich mir darüber schon lange keine Gedanken mehr, was andere Leute denken könnten, wenn ich entweder Alkohol ablehne oder einfach nur Wasser oder Apfelschorle oder Bitter Lemon oder…. trinke.

    Warum sollte ich mich irgendjemand gegenüber dafür rechtfertigen müssen, dass ICH mir dieses Nervengift, nicht einverleiben möchte? Nur, weil alle meinen, dass Alkohol selbstverständlich zum Leben dazugehöre? - Sollen andere tun, was sie wollen, ich muss das nicht auch tun und ich muss mich auch nicht dafür rechtfertigen.


    Ich durfte inzwischen aber schon eine ganze Weile beobachten, dass mich eigentlich niemand danach fragt, warum ich keinen Alkohol trinke. Ich bin aber auch sehr selten in tatsächlich alkohol-seligen Gruppen, weil das nicht mehr meine Welt ist, ich fühle mich da nicht mehr wohl. In solchen Gruppen könnte es tatsächlich vorkommen, dass mich jemand fragt. Und je nachdem, wie ich gerade drauf bin und wie das Gegenüber so ist, würde ich dem dann auch antworten.


    Bis ich da hin gekommen ist, wo ich inzwischen bin, ist natürlich ein wenig Zeit vergangen.
    In dieser Zeit habe ich mich seeeeeehr viel mit dem Thema Alkoholismus beschäftigt und mich in Selbstfürsorge geübt. Anregungen für meinen Weg habe ich in diesem und zwischenzeitig auch in einem anderen Forum gefunden und für mich als hilfreich ausprobiert oder reflektiert.

    Für MICH wurde innerhalb meines ersten Jahres zum Beispiel auch noch wichtig, sämtliche Gläser, die mit Alkohol zu tun haben, aus meinem Haushalt zu entfernen (Flaschen habe ich sowieso entsorgt) und meinen Gästen keinen Alkohol mehr anbieten zu müssen.


    Mich erstmal gänzlich fern halten von Runden, in den Alkohol konsumiert wird, war mir nicht möglich, denn von meiner Familie, die ganz gerne das eine oder andere Glas Wein oder Bier oder Sekt oder Kurze konsumiert, hätte ich mich nicht fernhalten können. Und auf die Idee meinetwegen in meiner Gegenwart auf Alkohol zu verzichten, wären die - anders als zwei sehr gute Freunde von mir - nie gekommen. Und sie würden meinetwegen zweifellos auch nicht auf ihren Alkohol verzichten, weil der für sie einfach zum Leben dazu gehört.
    Ich hab von Anfang an meinen eigenen Umgang damit gesucht und auch erfolgreich gefunden.

    Ich bin nicht in allem von vornherein auf Abstand gegangen, aber ich habe mich den jeweiligen Situationen bewusst, achtsam und mit einem möglichen Notfallplan gestellt.

    Mein eigenes Suchtdruck-Erlebnis, das ich nach einem guten halben Jahr in vermeintlich zufriedener Abstinenz verbracht hatte und das ich tatsächlich nur mit Online-Unterstützung bewältigt habe, hat bei mir zu wichtigen Erkenntnissen geführt, die für mich dann so richtig zu zufriedener Abstinenz geführt haben.

    Falls es bei dir nochmals zu Suchtdruck kommen sollte, darfst du dich übrigens gerne wieder hier melden. Auch wenn hier schon eine ganze Weile wenig los ist, findet sich immer wieder jemand, der dir antworten kann. Manchmal dauert das etwas länger, manchmal klappt’s recht schnell. Zum Glück war Britt letztens für dich da.


    Zum Thema Traumatherapie und Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit:

    Ich selbst habe Traumatherapie nicht in vollem Umfang erlebt, aber das bisschen, was ich kennengelernt habe, machte MIR schon deutlich, dass das „Knochenarbeit“ ist.
    Manches haben wir bei mir auch bewusst nicht so gemacht, weil der Stress, den diese Therapiearbeit verursacht, möglicherweise einen MS-Schub bei mir auslösen könnte. Das nur von meiner Seite als Beispiel, wie Therapiearbeit an die Substanz gehen kann.

    Ich kann durchaus nachvollziehen, dass du mit der Traumatherapie möglichst schnell weiterkommen willst, aber unterschätz deinen Ausstieg aus deinem Alkoholproblem nicht!
    Mehr zu diesem Thema nur, wenn du dich darüber austauschen möchtest.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo NieTho,
    ich kann deine Neugierde und deinen derzeitigen Elan durchaus nachvollziehen, ich hab mich in meiner Anfangszeit auch sehr für solche Themen interessiert.

    Inzwischen nehme ich so manches anders wahr als in jener Anfangszeit und ich kann dir auf dein Thema hier eigentlich nicht mehr antworten.

    Ich hatte, als ich hier aufschlug, auch schon längst mit dem Rauchen aufgehört. Das war mir mithilfe eines entsprechenden Forums gelungen. Ich habe natürlich auch meine Vergleiche gezogen. Wie und warum auch nicht? DAS war ja etwas, was ich schon kannte.

    Aufgrund all dessen, was ich inzwischen über mich in Erfahrung gebracht habe, aufgrund all dessen, was ich an Erfahrungen von anderen gehört habe, dürfte der „Einstieg“ in die Sucht nicht so relevant sein, wie du vielleicht glaubst. Interessant ist nach meiner Beobachtung eher der sogenannte „Alltag mit Alkohol“.

    Suchtdruck scheint ebenfalls unterschiedlich aufzutreten. Der eine scheint so etwas immer wieder einmal zu erleben, die andere kennt das so gut wie gar nicht. Beim Rauchen - da bin ich wider Erwarten leider mehrfach rückfällig geworden, als ich hier aufschlug, war ich schon eine gute Weile rauchfrei und hätte nie erwartet rückfällig zu werden - habe ich selbst bezüglich Suchtdruck fast jedes Mal völlig unterschiedliche Erfahrungen gemacht.


    Ich bin an viele Themen analytisch herangegangen. Manchmal war das hilfreich, manchmal nicht. Aus meiner eigenen Wahrnehmung kann ich dir nur bestätigen, was andere dir auch schon geschrieben haben: Während des ersten Jahres wirst du die meisten deiner „Trigger“ kennengelernt haben und diese haben nicht unbedingt mit deinem „Suchteinstieg“ zu tun, sondern eher mit deinem „Alltag mit Alkohol“.

    Es gibt nicht den einen Weg. Was für den einen funktioniert, funktioniert nicht unbedingt auch für den anderen. Der Weg, der in dem anderen Forum so sehr propagiert und vertreten wird, ist nicht meiner, das dürfte schon deutlich geworden sein. Ich kann aber akzeptieren, dass er einigen (wie vielen? nixweiss0) tatsächlich hilft.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Britt!

    Nein, in Worte fassen, lässt sich das nicht.

    Ich weiß, wie das ist, ich hab‘s zuletzt vor 5 1/2 Jahren erlebt.

    Wer nicht mit ihnen lebt, kann nicht ermessen, was das Zusammenleben mit ihnen bedeutet und was ihr Verlust bedeutet.

    Ich kann dir nur mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo und ein verspätetes herzliches :welcome: auch von mir.

    Prima, dass du das mit dem Nickname selbst in deinem Profil ändern konntest. Ich hätte da als Moderatorin übrigens nichts verändern können. nixweiss0

    Ich komme im Moment leider nicht dazu, hier im Forum zu schreiben, aber wie ich sehe, hast du von anderen schon sehr hilfreiche Antworten bekommen, und bist in unseren Informationen fündig geworden.

    Weiterhin gutes Ankommen hier!

    Viele Grüße
    AmSee

    Nur kurz von mir zwischendurch, weil ich im Moment nicht zum Schreiben komme:

    Wünsche euch, dass es harmloser ist als befürchtet. Und natürlich möglichst schnelle gute Besserung für deine Mutter.


    Was ich aber weiß, der Alkohol macht nichts besser, die Situation ändert sich nicht, im Gegenteil, sie wird schlimmer. Insofern, Kopf hoch, und mit klarem Verstand in die Situation.

    Genau so ist das, auch wenn eine Stimme in deinem Kopf dir möglicherweise etwas anderes aufdrängen will.

    Wünsche dir einen klaren Kopf sowie die Kraft und Energie, die du jetzt brauchen kannst.

    Denk ggf. an deinen „Werkzeugkoffer“ bzw. deine „Waffen“ und nutze sie rechtzeitig!

    Liebe Grüße
    AmSee