Beiträge von AmSee13

    Was das Forum betrifft wird es nicht mehr lebendig. Das kenn ich von anderen

    stillgelegten Foren.

    Das sehe ich auch so und ich sehe das ganz gelassen.

    Also Anfangs war das so, dass solche Foren von Leuten aufgemacht wurden, die einen persönlichen Wunsch hatten, etwas zu ändern, oder sich auszutauschen, weil sie selbst das wollten. Aus Gründen ihrer eigenen Selbsthilfe, weil ihnen die vorhandenenen Angebote nicht passten, usw.

    Aus dem gleichen Grund, warum man sich selbstständig macht, den Job, den Du willst, gibts nicht, also machst Du ihn Dir selbst.

    Unzufriedenheit ist der beste Grund für eine Veränderung.

    Danke dir für die Klärung. In die Richtung hab ich grad nicht gedacht.

    Ja, da geht die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von uns was Neues aufmacht, in der Tat gegen Null.

    Ende 2018 hatte K`s Forum nur noch sehr wenige Beiträge, an manchen Tagen zero jedoch kurz nachdem A das Forum übernommen waren es so 70 Beiträge und mehr täglich. Gestern Abend als ich kurz aufschlug waren zu dem Zeitpunkt 28 aktive Mitglieder unterwegs. Wie kann das sein?

    Ich hab da so eine Ahnung, weil ich bei jenen Anfängen dabei war.

    Ich sehe aber nicht, dass wir mit unserer winzig kleinen Belegschaft etwas ändern könnten und etwas Vergleichbares aus dem Boden stampfen könnten.

    Und was glaubst du nun, um welche Wünsche es da geht? Das nächste Forum dieser Art wird vermutlich jemand aufmachen, der noch nie hier war. Oder Du.

    Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet ist: Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht und es ist MIR auch nicht wichtig oder nicht wichtig genug, dass ich die Energie für eine Analyse und entsprechende Konsequenzen umsetzen möchte.

    Interessieren würde mich aber schon, warum das nächste Forum dieser Art von jemand aufgemacht würde, der nie hier war.

    Da sind wir nämlich wieder an dem Punkt: wer braucht solche Foren? Und ich mein jetzt, so, das er wirklich was dafür tut?

    Ich hab den Eindruck, Susanne denkt in die Richtung, in die auch ich denke.

    Sicher. Faktisch gilt das aber auch für Greenfox. Wenn ich die Arschkarte nehme, dann habe ich sie eben. Eins zwei drei meins.

    Da hast du meines Erachtens nicht ganz Unrecht. Und mir fällt dabei auch das Thema ein, das wir in Bezug auf Angehörige immer mal wieder diskutieren.

    Dennoch finde ich es nicht fair, wenn Menschen, die es vielleicht anders oder besser hätten machen können, dem der sozusagen die „Arschkarte“ gezogen hat und dieses Forum hier als Hilfe für viele andere - unter anderem auch mich - bewahrt hat, Vorwürfe machen, DASS er die Arschkarte gezogen hat und nicht auch das gemacht hat, was dem Anschein nach alle tun.

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

    Bezieht sich das auf deine Absage?

    Wenn ja: Natürlich hat jeder das Recht, so eine Aufgabe wie diese abzulehnen.

    Vorwürfe, warum‘s nicht besser gemacht worden ist, - und Greenfox scheint die Kommunikation offenbar als Vorwurf/ Angriff gegen sich verstanden zu haben - helfen da aber auch niemandem weiter. Ob‘s Vorwürfe oder Angriffe waren oder nur ein schlichtes Interesse, warum‘s da hin gelangt ist, wo‘s ist, sollen meinetwegen Sender und Empfänger unter sich ausmachen. Vielleicht muss da ja was geklärt werden, keine Ahnung. 🤷‍♀️

    Fakt ist offensichtlich, dass das Forum schon lange dicht gewesen wäre, wenn Greenfox nicht irgendwie durchgehalten hätte. Wer mag, darf da einfach „Danke“ sagen, wer nicht mag, lässt es eben bleiben.

    Und JETZT ist es eben so, wie es ist. MICH persönlich interessiert da nur die Lösung, ob und wie es weitergehen könnte, weniger, warum es da gelandet ist, wo es jetzt eben ist. So verstehe ICH jedenfalls den Tagesspruch.

    Auch Brant ist nur der Überbringer der schlechten Nachrichten.

    Nun, nach dem, was ICH hier in den letzten zwei Tagen gelesen habe, stellt sich mir die Frage, ob Brant tatsächlich nur der Überbringer schlechter Nachrichten ist oder ob er - ähnlich wie du -grundsätzlich etwas hätte machen können.


    Spielt am Ende keine Rolle. Siehe Tagesspruch von gestern:

    Löse das Problem,

    nicht die Schuldfrage.

    Japanische Weisheit

    Die Frage stellt sich mir da schon wie und wann konnte das so entgleiten?

    Gute Frage.

    K. war bis Mai diesen Jahres der Eigentümer, aber er hatte aus welchen Gründen auch immer sichtlich kein oder aber nur äußerst wenig Interesse. Er war so gut wie überhaupt nicht erreichbar. Ab und zu wurde mal was upgedatet, aber was da genau geschah, entzieht sich unserer Kenntnis. Am Ende war die Software jedenfalls völlig veraltet und es grenzt an ein Wunder, was Alex da geleistet hat, um das, worauf es ankam, zu erhalten.

    In der Tat war das Forum über Jahre ohne den nötigen technischen Beistand.

    Susanne beschreibt, was auch ich beobachtet habe. Es war am Ende nur noch eine Frage von Tagen, bis das Forum zwangsgeschlossen worden wäre, und daran wäre von unserer Seite nichts zu ändern gewesen.

    Wenn Alex sich der Sache nicht angenommen hätte - und er hat da wahrlich viel Arbeit reinstecken müssen - wäre das Forum schon im Mai zu Ende gewesen.

    Als wir‘s gerettet haben, bestand von unserer Seite noch die Hoffnung, dass es sich wieder entwickelt. G. und ich wollten noch nicht aufgeben und ich bemerkte ja auch, dass es immer wieder Interessierte gab (einmal waren es sogar 250 auf einmal, die es besucht haben) und dass ein paar Vollmitglieder antworteten und Neuankömmlingen somit Hilfestellung anboten.

    Doch es entwickelte sich trotz der investierten Mühe nichts. Und da G. sich aus verschiedenen Gründen zurückziehen wollte und musste, ich aber keine Unterstützung fand, stand ich mehr oder minder alleine vor dieser Angelegenheit und mir wurde klar, dass da nichts mehr zu machen ist.

    Und ich hatte dann eben die Gelassenheit, es so sein zu lassen und zu Ende gehen zu lassen. Ich hielt es allerdings für wichtig und richtig, unsere Mitglieder und stille Mitleserinnen und Mitleser über die Lage zu informieren. Meine Gründe gehen aus jenem Faden diesbezüglich hervor.

    Die Lösung, die Alex dann von sich aus angeboten hat, habe ich nach kurzer Bedenkzeit für machbar gehalten. Und ich fühlte in mir die Bereitschaft und die Energie, das noch mitzutragen.

    Das kann ich sogar nachvollziehen. Betrachte die Problematik aber, auch wenn ich da nicht beteiligt war, eher von Innen, aus den Entwicklungen heraus, wie ich sie hier beobachtet habe.

    Solange ICH das hier mache, suchte ich ggf. intern nach Unterstützung oder Absprache. Insofern konnte jemand, der die Mod-Funktion innehatte, durchaus noch Mod sein, auch wenn er/sie öffentlich nicht mehr auftrat und kaum mehr online war. Wenn du das mehr oder minder allein machst, bist du froh, wenn andere, die die Mod-Funktion übernommen hatten, nicht gänzlich weg sind und hoffst irgendwie auch, dass die nochmal wieder kommen. Im Grunde entstand das aus meines Erachtens aus einem Nachwuchsproblem.

    Hallo Brant,

    deinen Notizen entnehme ich, dass du sehr hohe Erwartungen an Menschen zu haben scheinst, die hier die Moderation übernehmen.

    Meine Gedanken dazu (sie sind sachlich, analytisch, nicht als Rechtfertigung oder Vorwurf oder xyz zu verstehen 🤔)

    Ich selbst hege solche Erwartungen nicht. Für mich sind die, die in einer Gemeinschaft wie dieser hier die Verantwortung der Moderation übernehmen, so etwas wie Schiedsrichter im Sport.

    So eine SHG wie diese hier sehe ICH nicht als ein Unternehmen, in dem die Chefetage dafür verantwortlich ist, das Unternehmen mit stets frischem Wind, Ideen und Innovationen am Markt zu halten.

    Für MICH ist das hier eine Gemeinschaft, die mehr oder minder von allen getragen wird, die aktiv daran teilnehmen. Moderatoren sorgen eigentlich lediglich dafür, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Ein Problem besteht in der Struktur, dass Moderatoren (und im alten Forum auch Admin) hier gleichzeitig auch normale Nutzer sind. So ist mitunter schwer zu unterscheiden, wann sie in ihrer Aufgabe als Moderator (Admin) schreiben oder als normaler Nutzer, als Selbstbetroffener.

    Nebenbei bemerkt: So, wie ICH das wahrgenommen habe, hat Greenfox (ich in den letzten Wochen des alten Forums ebenfalls) in den vergangenen Jahren die Administration übernommen, weil kein anderer mehr da war (der frühere Besitzer hat sich gar nicht mehr gekümmert), eine gewisse Pflege des Forums aber getan werden musste. - Ich selbst hab zum Beispiel Spam aussortiert, fragwürdige Inhalte gelöscht, Nutzer zu Vollmitgliedern freigeschaltet etc. -

    Er war immer wieder auf der Suche nach Unterstützung, aber es fand sich niemand. Niemand war bereit, für diese Gemeinschaft hier Verantwortung zu übernehmen. Sagt das nicht auch etwas über die Nutzer, dieser Gemeinschaft aus? - ICH jedenfalls kann gut nachvollziehen, wenn er enttäuscht ist.

    Ich frage mich, warum ausgerechnet von diesen paar Nutzern, die immerhin die Verantwortung der Moderation oder sogar Administration übernehmen, etwas erwartet wird, was meines Erachtens bei einer Angelegenheit wie dieser hier - einer Gemeinschaft Selbstbetroffener, die sich zum Zweck der Selbsthilfe zusammengefunden haben - von ALLEN daran Beteiligten und Interessierten erwachsen könnte und meiner Ansicht gegebenenfalls auch sollte.

    Ideen, frischer Wind, neue Energien hätten doch von ALLEN eingebracht werden können. Teilweise wurde sogar explizit dazu aufgerufen. Es kam ja nix. 🤷‍♀️

    Die Dreiheit - Mut (aktiv) - Gelassenheit (passiv) - Weisheit (neutral) begegnet uns ja auf Schritt und Tritt. Die Welt scheint darauf zu basieren.


    In unserer westlichen Kultur wird vieles vom anpacken bestimmt, etwas unbedingt erreichen müssen. Dadurch hat die Gesellschaft zwischenzeitlich und auf Kosten der Natur einen Lebenstandard erreicht der beispielslos in der Geschichte ist.

    Aber glücklicher sind wir nicht geworden, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein wenn ich die ganzen Zivilisationskrankheiten, die wahnsinnigen Ausmasse der Drogensüchte und vieles mehr so anschaue.

    Bin da ganz bei dir.

    Ich denke diesbezüglich ganz ähnlich.

    Und ich habe für mich die Antwort gefunden die dahin gehend lautet, wir tun das um ein Minderwertigkeitsgefühl mit einer Rolle zu überdecken, sich nicht mit dem Ursprung eines "ich bin nicht gut genug" auseinandersetzen zu müssen.

    Da dürfte etwas dran sein, aber ich persönlich denke, dass noch mehr dahinter steht bzw. ich würd‘s aufgrund meiner eigenen Erfahrungen noch etwas anders formulieren. Wobei ich das jetzt gerade nicht formulieren könnte, mir fehlen noch die Worte dafür.

    Ich persönlich habe mich aufgrund meiner EKA-Vergangenheit nie gut genug gefühlt. Des Ursprungs meines Minderwertigkeitsgefühls war ich mir wohl durchaus bewusst und ich hab mich früher auch erfolglos irgendwie damit auseinandergesetzt.

    Ich hab überleben wollen, leben wollen, aber auch verstehen wollen. Und ich war selbst nicht in der Lage, mich selbst zu lieben.

    Heute ist das anders. Ich fühle, dass es einfach ausreicht, dass ich da bin. Und ich liebe es, eine gewisse Verbundenheit mit der Erde zu empfinden, Teil dieser Erde und des Lebens, das sich auf ihr befindet zu sein (das bezieht sich allerdings nicht auf einen größeren Teil der Menschheit, deren Egoismus und Verhalten mich abstößt). Ich bin gerne in der Natur unterwegs, beobachte, rieche, fühle, staune. Und ich bin eben auch da und das reicht.

    Da auch du immer mal wieder auf das andere Forum zu sprechen gekommen bist und du dich in den letzten Tagen, als es um die Weiterexistenz dieses Forums hier ging, eingebracht hast, möchte ich hier in deinem Thread auch dazu gerne etwas von mir teilen.

    Das andere Forum habe auch ich etwas näher kennengelernt. Angemeldet noch unter K. hatte ich mich wegen meiner EKA-Geschichte. Ich hoffte dort auf Austausch und Erkenntnisse. Doch zu dem Zeitpunkt war dort nichts mehr los und Geld bezahlen für etwas, von dem ich nicht wusste, was ich dafür kriege, wollte ich auch nicht.

    Dann übernahm Alex das Forum, machte es kostenlos, baute es neu auf und es blühte richtig auf. Ich war bei diesen neuen Anfängen dabei und ich fühlte mich eine Weile auch recht wohl dort. Ich hab dort auch einiges für MICH mitnehmen können.


    Doch dass ICH mich dort wohl fühlte, änderte sich dann irgendwann. Kurz und gut, ich kam mit einer gewissen Art, mit der Richtung dort nicht zurecht und mir wurde bewusst, dass ICH dort so, wie ich nun einmal bin und auch sein möchte, einfach nicht reinpasste. So bin ich gegangen. Übrigens still, ohne öffentlichen Abschied, denn von einer Konfrontation versprach mich nichts. Hätte doch nur Unruhe gebracht und nix weiter. Andere waren dort ja offensichtlich glücklich und zufrieden, nur ich eben halt nicht mehr länger.

    Hier in diesem Forum war’s für mich auch nicht immer einfach. Und für MICH war’s auch gut und richtig, dass ich eine Zeitlang abgemeldet war.


    Zurück kam ich zunächst, um eine Art Danke zurückzugeben und anderen, die noch am Anfang standen, ein Zeichen, dass es zu schaffen ist. Der weitere Austausch ergab sich dann irgendwie und ich hatte mich in der Zwischenzeit auch verändert.


    In diesem Forum hier habe ICH etwas gefunden, was eben zu MIR passte und so bin ich geblieben.
    Um es zu erhalten und weil Greenfox Unterstützung brauchte - und ich mir eine gute Zusammenarbeit vorstellen konnte - habe ich dann die Moderation übernommen. Und ich hab sie so ausgeführt, wie ich das hier durch andere aktive Nutzer kennengelernt hatte und wie ICH mir eine gute Moderation vorstellte.


    Ähnlich wie Susanne habe auch ich darüber nachgedacht, ob ich mit meinen langen Texten die Nutzer eher zutexte. - In dem anderen Forum sind aus gewissen Gründen und einer gewissen Zielsetzung dort zumindest die ersten Texte bewusst kurz gehalten. - Doch ich konnte mich irgendwie nicht so kurz halten, wie die in dem anderen Forum, dass war irgendwie nicht meins und es passte für mich irgendwie nicht. Außerdem hatte ich selbst die Erfahrung gemacht, wie viel ICH persönlich von den langen Texten von Susanne und auch von Gerchla hatte. Und so habe ich mich hier eben eingebracht, wie ICH eben auch bin, ohne mich für irgendwas oder irgendjemanden zu verbiegen.

    Das, was hier auf der Startseite im Willkommenstext formuliert ist, basiert auf all diesen Erfahrungen:

    Wichtiger Hinweis
    Mancher Neuankömmling ist unzufrieden, weil eine SHG nicht so ist, wie ER/SIE sich das wünscht, und es kommt zu Unmut… Im Austausch miteinander und aufgrund unserer eigenen Erfahrungen haben wir festgestellt, dass es DEN EINEN WEG, der für ALLE passt, nicht gibt, sondern jeder für sich selbst herausfinden muss, was zu ihm passt und was nicht. Und so verschieden diese Wege auch sein mögen, so verschieden sind auch die Selbsthilfegruppen, die von Selbstbetroffenen betrieben werden. Angesichts dessen gilt für jede/n, dass sie/er sich die SHG suchen muss, die zu IHREN/ SEINEN Bedürfnissen passt - und eben nicht, dass die Gruppe sich an sie/ihn anpassen muss. Unter Umständen bedeutet das, dass man sich mehrere Gruppen ansehen muss, bis man die für sich wirklich geeignete gefunden hat. Insofern sind die Selbsthilfegruppen untereinander nicht als „Konkurrenz“ zu betrachten, sondern als Alternativangebote.


    Interessanter ist da für mich wie sind die Mechanismen, Strukturen innerhalb einer Gemeinschaft festgelegt und wie gehen die einzelnen Mitglieder mit Macht, Kontrollausübung, Manipulation, usw also durchhaus menschliche Eigenschaften um. Und um diese unsichtbaren Fäden zu erfahren ist es für mich fast Fakt das der stille Beobachter erfolgreicher ist als derjenige der sich ins Getümmel schmeisst und diskutieren will.

    DAS ist etwas, was auch mich interessiert und ich finde es immer wieder spannend. Stiller Beobachter konnte ich nur eher selten sein, auch wenn ich das mitunter ganz gerne bin. Ins Getümmel habe ich mich mitunter geschmissen und tue das auch noch heute, weil ich nicht immer

    die Klappe halten will. Manchmal geht’s dabei um Unrecht, manchmal geht’s um Moderation.

    Mit den richtigen Gesprächspartnern - Susanne ist für mich so jemand - macht das Diskutieren mitunter richtig Spaß und dient der Perspektiverweiterung.

    Hallo Brant,

    einige Formulierungen und Gedankengänge deines Beitrags vor zwei Stunden hier sprechen mich an, weil sie MIR so bekannt vorkommen bzw. mir, obwohl meine eigene Geschichte völlig anders verlaufen ist als deine, vertraut sind. Deswegen möchte ich hier in deinem Thread gerne etwas von mir teilen.

    Mut habe ich immer wieder aufgebracht oder vielmehr aufbringen müssen, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Nicht selten war es der Mut der Verzweiflung. Und dann kam irgendwann der Punkt, da konnte ich nicht mehr. Da war keine Energie mehr, kein Mut, kein Lebenswille.

    Wegen eines letzten Fünkchens Lebenswillen, der da noch in meinem Inneren war, hab ich mich im Herbst 2015 in eine Klinik für Depressionserkrankungen begeben.

    Ich wurde wieder stabilisiert, hatte einiges dazu gelernt, stieg wieder ein, brachte wieder unendlich viel Mut auf, kämpfte gegen zahlreiche Widerstände und hätte es fast geschafft. Doch was auch immer da alles eine Rolle gespielt hat, mein Körper konnte offenbar nicht mehr, wehrte sich gegen sich selbst (MS).

    Im Nachhinein betrachtet war das Trinken vielleicht noch so etwas wie ein letztes Aufbäumen, mir etwas zurückzuholen, was verloren war, Lebensfreude. Und unter Alkohol konnte ich auch funktionieren. Der Ausdruck „Kartenhaus“, den du gewählt hast, könnte nach meinem Empfinden auch auf meine damalige Situation passen.

    Die Fähigkeit, mich zurückzulehnen, Dinge sein zu lassen, die ich nicht ändern kann, Gelassenheit durfte ich dann nach und nach lernen. Und ich bin auch heute noch dabei. Was das eigentlich bedeutet und wie viel ich daraus für MICH gewinne, begreife ich nun erst so richtig. Und ich bin äußerst dankbar für diese Erfahrung. Sie trägt mich inzwischen, auch durch meine Erkrankungen. Und mit einem Mal wird das Leben für mich in gewisser Weise leicht.

    Abstinenz war auch für mich zunächst ein Weg aus einer Art Hölle.

    Dass ich dann schließlich eine Art Himmel gefunden habe, ist für MICH umso schöner.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Nana,

    ich hab mich natürlich gefreut, nochmals von dir zu hören und dass es dir gut geht.

    Das liest sich sehr gut, was du von dir erzählst. 👍

    Viel Erfolg wünsche ich dir für die im nächsten Jahr anstehende Reha.

    Auch wenn’s noch zwei Tage bis zu deinem Einjährigen sind, gratuliere ich dir schon heute dazu. 🎈

    Mögen noch viele, viele zufrieden abstinente Jahre folgen. 🍀

    Herzliche Grüße

    AmSee

    Liebe May,

    wie geht’s dir wohl heute?

    Hast du deine Pläne gestern gut umsetzen können?

    Ablenkung durch zum Beispiel Kartons packen ist auch ein hilfreiches Mittel. Wenn dabei auch noch Zufriedenheit herausspringt, das, was du dir vorgenommen hast, bewältigt zu haben und sichtbaren Erfolg vor dir zu haben, umso besser. :) :thumbup:

    Zum Einkaufen gehen: Ich persönlich denke nicht, dass das etwas mit Verstecken zu tun hat, sondern eher im positiven Sinne mit Bewusstheit und mit Achtsamkeit. Gestern wäre Einkaufen-Gehen möglicherweise noch kontraproduktiv für dich gewesen, hätte dich zu nah an den Alkohol gebracht und du dürftest im Gefühl gehabt haben, dass du dich der Konfrontation noch nicht stellen solltest. Das ist nichts anderes als Bewusstheit und Achtsamkeit.

    Und DAS ist zweifellos keine schlechte Strategie.

    Wenn du den Informationstext über „Bewahrung der eigenen Abstinenz durch Selbstfürsorge“ schon entdeckt hast, weißt du, dass es zwei unterschiedliche Wege gibt. Ich selbst bin anfangs auch den Weg der „Vermeidung“ gegangen und nicht den Weg der „Konfrontation“. Für MICH war das äußerst hilfreich, gewissen Bereichen ganz bewusst aus dem Weg zu gehen. Erst später, als ich mich tatsächlich gefestigt fühlte, bin ich in die Konfrontation gegangen.

    Wenn du achtsam mit dir umgehst, wirst du wissen, wie du das mit dem Einkauf erledigen kannst und dich entsprechend darauf vorbereiten. Und Vor-Bereitung ist die halbe Miete. ;)


    Liebe Grüße

    AmSee

    Kurz dazu:

    . . . da müßte ich dann wohl auf Schlaftabletten umsteigen . . . ich wollte mich mit übermäßigem Alkoholkonsum betäuben und das ist mir auch gelungen.

    Das ist ein Trugschluss, dass man von Alkohol besser schlafen kann.

    Eher das Gegenteil ist der Fall. Schlaf unter Alkoholeinfluss ist tatsächlich nicht so erholsam. ;)

    Wenn du’s durchziehst, dürftest du eine Veränderung deines Schlafes bemerken.

    Solltest du da tatsächlich weiterhin Schwierigkeiten haben, gibt es andere erheblich weniger schädliche Möglichkeiten.


    Ja, das Betäuben, welcher Alkoholabhängige kennt das nicht….

    Dummerweise können die Sorgen und Probleme, diese Biester, schwimmen.

    Wenn du wieder wach und nüchtern bist, sind die immer noch da. ;)

    Für viele Alkoholabhängige ist das Sich-den-Problemen, Sich-den-Schmerzen stellen, eine der größten Herausforderungen. Ohne Alkohol ist das aber möglich, mit Alkohol unmöglich.

    Ich hab hier unter unserer Linksammlung mal den Link zu einem anschaulichen Kurzfilm gefunden, vielleicht ist dieser Kurzfilm ja interessant oder aufschlussreich für dich: Kurzfilm „Nuggets“

    Grüße

    AmSee