Beiträge von AmSee13

    Hallo Honk,

    ich hab das Thema, das du angesprochen hast, einfach mal in deinen Faden hier reinkopiert. Hoffe, das ist ok für dich.

    Weil mich das Thema so sehr interessiert hat, habe ich mich auf die Suche nach Informationen über Rückfallforschung gemacht und bin zum Beispiel auf diesen Prof. Lindenmeyer gestoßen, auf dessen Erklärvideos ich immer mal wieder verweise. Demnach löst nicht ein Trigger allein einen Rückfall aus.

    Ich befürchte, das ist zu einfach gedacht. Können wir aber gerne in einem anderen Thread diskutieren, weil’s zu diesem Thema hier eigentlich nicht mehr passt. Gewiss ist es aber Thema für einen Austausch.

    Gründe für einen Rückfall gibt's etliche.


    Mir gab ein erfahrener Mediziner zum Abschluss meiner Therapie mit auf den Weg: "Der ersten Schritt in Richtung Rückfall wird gemacht, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit seinem Problem befasst". Da ist viel dran.


    Erst lässt man das eigene Training schleifen, dann schleicht sich irgendwann der Gedanke aus dem Suchtgedächtnis heran, man sei so lange clean, jetzt könne man doch wieder wie ein Normaler was trinken, ja und dann wird's ausprobiert.


    Das ist mir schon mehrfach genau so begegnet. Daher bleibe ich am Ball und trainiere weiter.

    Was ich mich immer wieder frage was muss noch alles passieren damit sie endlich begreift das es so nicht mehr weitergeht?

    Das kann dir leider niemand beantworten.

    Wenn sie Glück hat, begreift sie‘s irgendwann. So mancher muss erst seinen absoluten Tiefpunkt erreichen, um zu kapitulieren und den Ausstieg anzugehen. Das kommt dann allein von ihm/ ihr.

    Leider gibt es aber auch sehr viele, die‘s nicht begreifen, und früher oder später daran zugrunde gehen.

    Und die Angehörigen, die das Spiel sozusagen mitspielen, in eine Co-Abhängigkeit geraten und nicht von sich die Reißleine ziehen, gehen ebenfalls kaputt. Meine Mutter ist so ein Beispiel.

    Was haben wir nicht alles versucht, um meinen Vater zu retten. Immer und immer wieder….

    Am Abend vor seinem Tod haben wir extra das Auto mitgenommen, damit er nicht fahren kann. Er ist morgens in der Frühe die knapp 20 Kilometer mit dem Taxi gekommen, hat das Auto abgeholt und auf dem Heimweg unter Alkohol- und Tabletteneinfluss schuldhaft einen für ihn tödlichen Autounfall verursacht. Es war nicht sein erster Autounfall, zuvor hatte er schon zwei weitere Autos zu Schrott gefahren.

    Ich war damals 15 Jahre alt. Was ich mit ihm erlebt habe, hat mich für mein Leben geprägt und tiefe seelische Verletzungen hinterlassen. Ich arbeite schon seit geraumer Zeit an meiner inneren Heilung.

    Meine Mutter hat sich von dem Drama unserer Familie nicht mehr erholt. Sie dürfte zwar früher schon Depressionen gehabt haben, aber die letzten 30 Jahre ihres Lebens litt sie an schweren chronischen Depressionen und regelmäßig an Alpträumen.

    Hallo und herzlich Willkommen, Dinto,

    ich hoffe für dich, dass es dir schon einmal geholfen hat, dir hier alles mal von der Seele geschrieben zu haben.

    Was du schilderst, ist schon recht heftig, leider aber auch etwas, was an der Seite einer Alkoholikerin oder eines Alkoholikers passieren KANN. Wie fürsorglich und umsichtig von jenem Polizisten, dass er dich auf das Thema Co-Abhängigkeit angesprochen hat und dir empfohlen hat, dir Hilfe zur Selbsthilfe zu suchen.

    Empfehlen kann ich dir in diesem Zusammenhang auch, mal eine Suchtberatungstelle bei dir vor Ort aufzusuchen. Die sind auch für Angehörige da und dürften dir weitere Hilfestellung bieten können.

    Kurz zu mir: Ich bin 50, w, hab vor bald drei Jahren die Reißleine gezogen und bin abstinent geworden und ich bin auch noch erwachsenes Kind aus alkoholkranker Familie (EKA)

    Ich bin langsam an Ende meiner Kräfte weiß nicht mehr wie ihr noch helfen kann.

    Das kann ich durchaus nachvollziehen, es ist aber auch ein sehr deutliches Zeichen, dass du dich nun um DICH sorgen musst.

    So schlimm sich das für dich anfühlt: IHR kannst du leider nicht helfen.

    Das ist leider eine traurige Wahrheit, die für alle Süchtigen gilt, die nicht von sich aus die Reißleine ziehen und sich selbst helfen wollen.

    Du hast deiner Freundin jede Menge Hilfe geleistet, immer wieder. Doch, wie deutlich von außen zu erkennen, zieht sie die Reißleine nicht und sorgt nicht für sich. Stattdessen kommt es immer wieder zu Situationen, wie du sie geschildert hast.

    Im Grunde trifft deine Freundin immer wieder eine Wahl, IHRE Wahl, so unverständlich diese Wahl für einen Außenstehenden auch ist, so unendlich traurig das auch ist, ihr dabei zuzusehen.


    Der erste Schritt, den du für DICH tun kannst, ist zu akzeptieren, dass du ihr nicht helfen kannst.

    Ich empfehle dir, dich zu diesem Thema etwas einzulesen. Die Threads im Angehörigenbereich können hilfreich sein und auch in unserer Literaturecke und in unserer Linksammlung kannst du fündig werden.

    Natürlich kannst du dich hier auch gerne austauschen und deine Fragen stellen oder Gedanken teilen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Also MICH triggert Essig auch kein Bisschen und ich nutze den auch weiterhin. Ich kenne aber die Diskussion darum.

    Bäähhh...Wein im Gulasch...ein gutes Gulasch braucht 50% Fleisch und 50% Zwiebeln und diese gold gelb. Nix Wein, wird sind doch nicht beim Boef Bourgindingsbums. ;)

    Hierzu sollten wir vielleicht einen neuen Faden anfangen, aber es ist hier bislang nicht unüblich gewesen, innerhalb eines Threads vom Thema abzuweichen, wenn sich das irgendwie so ergab.

    Falls du in diese Richtung einen Faden eröffnen willst, nur zu.

    Oh, in MEINEM Gulasch war Wein drin und nicht nur im Gulasch. 🤣 Jetzt natürlich nicht mehr. 😇

    Ich tue da sogar manchmal Möhren und Back-/ Trockenpflaumen rein. Macht das Ganze irgendwie rund und ergibt einen harmonischen Geschmack.

    Variatio delectat (Abwechslung macht Freude), wie ein lateinisches Sprichwort sagt.

    Backpflaumen und ggf. auch Traubensaft gebe ich auch zu meinen Braten hinzu, wenn ich die denn mal mache. 😋

    Boef Bourgindingsbums ist doch sooooo was von lecker. 😄

    Ich gebe zum Gulasch nicht so viele Zwiebeln hinzu, soll doch ein Gulasch sein und kein Zwiebeldingsbums. 😉

    Was die Süße des Traubensaftes betrifft: Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie du’s gewohnt bist und wie du’s magst. Die Süße - sei es durch Honig oder Ahornsirup oder karamellisierten Zucker sei es durch Apfel oder Backpflaumen - rundet ein Gericht unter Umständen richtig schön ab. Die Süße des Traubensaftes stört übrigens gar nicht und fällt auch nicht unbedingt auf. - Es sei denn, du hast zu viel genommen. 🙈


    Ich würde mich aktuell so einschätzen, ein Rückfall bei mir wäre eine aktive Handlung mit vollem Bewusstsein. Zu Deutsch: Eigene Doofheit. Oder ist das zu einfach gedacht?


    Wie gesagt, ggf. falscher Thread, sonst kopier ich das zu mir rüber?

    Ich befürchte, das ist zu einfach gedacht. Können wir aber gerne in einem anderen Thread diskutieren, weil’s zu diesem Thema hier eigentlich nicht mehr passt. Gewiss ist es aber Thema für einen Austausch.

    Ich habe so festgestellt, dass so gewisse "Mythen", woher sie auch immer kommen mögen, mich über die Jahre ziemlich geprägt haben und sich jetzt in der Reflektion heraustellt, vieles ist gar nicht so, wie immer gedacht wurde, oder es am Lagerfeuer transportiert worden ist.

    Das kommt mir sehr bekannt vor, was du da schreibst. Beim Lesen deines Beitrags musste ich sofort an die „Mythen“ denken, mit denen ich in meinem Beruf konfrontiert war, die mich tatsächlich lange Zeit auch geprägt haben und die ich, weil ich mangels Zeit und Möglichkeiten eine ganze Weile nicht dazu in der Lage wahr, nicht auf Stichhaltigkeit und Wahrheitsgehalt überprüfen konnte.

    Ich selbst weiß auch nicht, ob geringste Mengen an Alkohol zum Rückfall führen könnten, und so einen Schrecken, wie du das schilderst, hab ich auch schon mal erlebt.

    Grundsätzlich ist es wohl so, dass alles Mögliche triggern KANN. Diese Tatsache an sich tangiert aber den einen mehr, den anderen weniger bis gar nicht.

    Wie sich das bei dir auswirkt, kann dir niemand voraussagen. Zur Vorsicht wird Neulingen deshalb geraten, weil‘s in der Regel seine Zeit braucht, um die eigene Abstinenz zu stabilisieren und die durch den Alkoholkonsum erlernten und verinnerlichten Muster zu überschreiben bzw. zu ändern.

    Weil mich das Thema so sehr interessiert hat, habe ich mich auf die Suche nach Informationen über Rückfallforschung gemacht und bin zum Beispiel auf diesen Prof. Lindenmeyer gestoßen, auf dessen Erklärvideos ich immer mal wieder verweise. Demnach löst nicht ein Trigger allein einen Rückfall aus.

    Was mir viel mehr zu schaffen gemacht hat, Brüssels Altstadt ist ja traumhaft schön, dort ein paar Lokalitäten "aus Vorsicht" nicht aufzusuchen bzw. in der Stadt zu feiern, das war wirklich hart :/ Da abends dann noch mehr oder weniger alleine im Hotel zu sitzen.... na ja.

    Das glaub ich dir sofort, dass du das als hart empfunden hast. Das hat ja irgendwie auch was von Verzicht. Und Verzicht macht ja nun wirklich nicht sonderlich viel Freude.

    Deswegen ist MIR ja auch so wichtig, nicht in dem Bewusstsein zu leben, auf etwas, was ich als schön empfunden habe oder empfinde, verzichten zu müssen, sondern im Gegenteil, mich frei zu fühlen und das, was ich tue, wirklich zu WOLLEN.

    Je besser du dich im Laufe deiner Abstinenz kennenlernst, je stabiler und ausbalancierter du dich fühlst, umso mehr dürftest du wissen, was du dir zumuten kannst und zumuten willst.

    Die Vermeidungsstrategie hat mir zumindest am Anfang geholfen, im Laufe der Zeit bin ich dann in die bewusste Konfrontation gegangen (wissend, wie ich im Notfall für mich sorgen könnte) - Damit meine ich nicht alkoholhaltige Bratensauce oder Speisen mit Alkohol drin :D - Jetzt, fast drei Jahre später brauche ich die Vermeidungsstrategie nicht mehr.

    Eine solche „alkoholfreie“ Erdbeerbowle werde ich nicht mehr trinken. Das würde ich jetzt aber nicht Vermeidungsstrategie nennen. Ich hab auf dieses unangenehme Gefühl, das ich beim Konsum eines solchen Getränks im Kopf und ggf. im restlichen Körper spüre, keine Lust, ich mag das nicht.

    Die originalen Mozartkugeln esse ich auch nicht, weil die einfach nur sprittig schmecken. Mag ich nicht. :P

    ————

    Edit: Ich will aber auch nicht wieder auf den Geschmack kommen. Insofern ist das dann auch MEINE Strategie, nicht mal ein Fünkchen meines ehemaligen Gefallens an Alkohol wiederaufkommen zu lassen.

    ————

    Wein kommt mir nicht mehr ins Gulasch oder in die Bratensauce oder in die eingemachten Pflaumen. Ich hab’s aber schon mit Traubensaft probiert und fand das Ergebnis gar nicht so übel. Apfelsaft könnte sich auch eignen.

    Klar kann man mit der Einstellung "ihr könnt mich alle" durch das Leben gehen, aber es macht die Sache ja nicht besser, sondern schlimmer. Es sei denn ich lege es an es mir mit vielen Leuten zu vergrätzen.

    Selbstbewusstsein hat ja nichts damit zu tun dass man sich beschwert sondern im Endeffekt das man zu einer Entscheidung / Lebensweise steht. Aber, meiner Meinung nach, ohne Radikalität.

    Falls du mich inzwischen schon etwas näher kennengelernt hast, ahnst du schon, was jetzt von MIR kommt. (Zwinker)

    Ja und nein. Sorry, ich kann (und will) einfach nicht anders. 🤷‍♀️

    Ich selbst gehe das vermutlich ähnlich wie du an. Ich stehe zu MEINER Entscheidung/ Lebensweise, weil’s dabei um MICH geht.

    Ich drücke anderen meine Lebensweise nicht auf, mit einer gewissen Ausnahme:

    Bei uns zuhause ist kein Alkohol und sind auch keine entsprechenden Gläser vorhanden. Die Gläser haben wir vor einer ganzen Weile entsorgt und verschenkt, das fühlte sich richtig für uns an (mein Mann trinkt aus eigener Entscheidung seit Ende 2021 keinen Alkohol mehr).

    Wir stellen unseren Alkohol konsumierenden Gästen keinen Alkohol bereit, weil sich alles in uns sträubt, dieses Nervengift ausschenken zu sollen. Ein Vergleich, der für UNS passt: Es hält ja auch kein Gastgeber Zigaretten für seine rauchenden Gäste vor oder Gras für seine Cannabis konsumierenden Gäste oder Koks oder….

    Wer allerdings bei uns Alkohol konsumieren will, darf das, muss sich seinen Alkohol und die dazu passenden Gläser jedoch selbst mitbringen.

    Meine Schwiegerfamilie hatte und hat dafür, dass wir sogar die Gläser entsorgt haben, nicht sonderlich viel Verständnis, aber sie haben‘s dann akzeptiert. Bei denen wird, wenn wir sie besuchen, weiterhin Alkohol ausgeschenkt und konsumiert. Wir trinken einfach was anderes ohne Alkohol.

    Anlässlich einen größeren Feier, die wir demnächst ausrichten und die auf einem Saal stattfinden wird, wird auch Alkohol ausgeschenkt werden. Damit haben wir beide kein Problem. Wir selbst trinken nicht, aber es triggert uns beide auch nicht, wenn andere das tun. Dass wir auch nüchtern richtig gut abfeiern können, haben wir und auch unsere Freunde schon bemerkt.

    Wenn andere Alkohol trinken wollen, soll‘n sie‘s tun, IHRE Entscheidung, IHRE Verantwortung. Und ich sag da auch nichts zu. Wozu auch? Das empfände ich erstens als übergriffig und zweitens wär‘s sehr wahrscheinlich auch gar erwünscht.

    Bei dem Lied von den Ärzten, das ich wirklich gerne mag und das auf unserer Feier auch gespielt werden wird, geht’s MIR nicht um „ihr könnt mich alle“, sondern um ein gewisses Selbstbewusstsein, das ICH endlich gefunden habe, um ein gewisses Schmunzeln, um Annehmen, dass die Leute nun einmal reden, und mich gleichzeitig davon nicht tangieren zu lassen.

    Ich kenne das in meiner angeheirateten Familie, dass die sich ständig darum Gedanken machen, was andere (die Nachbarschaft, das Dorf) über sie denken oder reden könnten, und beständig versuchen, es allen anderen Recht zu machen. Ein irrer Kraftakt, teilweise ohne Rücksicht auf sich selbst oder auf die eigene Familie. Wir wurden teils hierhin, teils dorthin dirigiert. Wenn andere da sind, wurde und wird sich nur mit denen unterhalten. Wir mussten und müssen einfach nur gute Staffage machen.

    Dabei reden sie selbst und alle anderen, die ich dort kenne, über so gut wie nichts anderes als über die Nachbarschaft, Verwandtschaftsbeziehungen und -verhältnisse und nicht selten wird über andere getratscht, gelästert. ECHTE Freunde? - Fehlanzeige.

    Und nun zum Nein: So, wie ich den Austausch insbesondere im anderen Forum beobachtet habe - hier kam das während meiner Zeit nicht so zum Tragen - scheint der eine oder andere eine gewisse Radikalität aus purem Selbstschutz zu brauchen. Wenn das so sein sollte, kann ich das als seinen/ ihren Weg so stehen lassen. Letztlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen, was gut für ihn/sie ist und was nicht.

    Gestern auf einer kleinen Tour hab ich mit meiner Radbuddy darüber gesprochen und wenn man das wirklich einmal runterbricht ist in den letzen paar Monaten, um genau zu sein, 196 Tagen, extrem viel passiert, dass gilt es auch erst einmal zu verarbeiten. Es hat vor Impulsen, Eindrücken, Veränderungen, Umstellung sowas von reingeschallert bei mir, ich glaub, ich brauche erstmal Urlaub ;)

    Irre nicht? Das war es, was ich meinte über das erste abstinente Jahr (und ggf. darüber hinaus). Etwas, was ich auch bei mir so beobachtet habe.

    Ich bin ja nicht so der Fan jetzt von Herbst und Winter, aber es wäre wirklich vielleicht Zeit, das mal als Ausszeit zu begreifen, den Ofen anzumachen und ins Feuer zu gucken. Sprichwörtlich.

    Hört sich guuut an, will/ werd ich auch machen.

    Herbst und Winter können übrigens auch seeehr reizvolle Zeiten sein. Ich bin da mit entsprechender Bekleidung sehr gerne mit meinen Hunden spazierend in Feld, Wald und Wiesen unterwegs. Ein heißer Tee, Kakao oder selbstgemachter Punsch aus Apfelsaft, Traubensaft, o.ä. mit Zimtstangen und weiteren köstlichen Gewürzen ist nach so einem Gang einfach herrlich. Und wenn dann noch ein warmes Kaminfeuer brennt…. Mmmmmhhh. ^^

    Und ich habe ein riesen Problem damit mich als Alkoholiker zu bezeichnen und als Krank zu definieren, das Thema hatten wir ja schon. Dieses Akzeptanz war in meinem Kopf kilometerweit weg. Jetzt mittlerweile gebe ich der Definition mehr Raum aber eine Identifikation ist noch weit weg.

    Das kann ich sogar nachvollziehen. Ich hatte mit diesem Begriff zunächst ja auch meine Schwierigkeiten und hab mich dagegen gewehrt. Mein Vater war wirklich ein Alkoholiker, ein zweifellos nicht funktionierender, dessen Rückfälle für meine Familie und mich die absolute Katastrophe waren. Von daher hatte ich eine Vorstellung im Kopf, was ein Alkoholiker ist, und es hat mir einerseits eine Schxxxxangst gemacht, ein solches Schicksal erleiden zu können. Und gleichzeitig habe ich mir, weil ich ja gar nicht so war wie er UND vom Alkohol nicht lassen wollte, immer wieder durch Online-Selbsttests versichert, es noch nicht zu sein und weitermachen zu dürfen.

    Und weil ich selbst so eine Vorstellung hatte, was ein „Alkoholiker“ sei und mir nicht unbekannt ist, welche Vorstellung meine Familie - insbesondere die angeheiratete - hat, nutze ich diesen Begriff anderen gegenüber nicht so oft. Muss auch nicht sein, es reicht mir, dass ich’s mir eingestanden habe. Und DAS war irgendwann, nachdem ich mich näher mit diesem Thema und MEINEM Problem und MEINER Lösung des Problems beschäftigt hatte, nicht mehr schwer.

    Rekonvaleszent hat das, was auch ich denke, ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Ich fühl mich nicht krank. Ich WILL ja inzwischen gar keinen Alkohol mehr trinken, wo ist da also bitteschön das Problem oder die Krankheit. ;)

    Ist doch mega, was du erreicht hast, seit du die „Ausfahrt“ genommen hast. Und DAS soll krank sein? Wo das denn? ;)

    Beste Grüße

    AmSee

    Bei einer Familie weiß ich es mittlerweile, dass dort eine Meidungsstrategie mir bzw uns, da bezieht die ganze Familie ein, gegenüber vorliegt.

    Zum Thema „Familie“.

    Das ist auch so ein Thema, das mich seeeeehr viel beschäftigt hat.

    Es existieren da ja so ein paar angebliche Wahrheiten über „Familie“, die auch immer wieder mal beschworen werden.

    Schauen wir mal ernsthaft hin, betrachten wir unsere eigenen Erfahrungen mit unseren eigenen Familien: Wie viele von diesen „Wahrheiten“ sind dann wirklich wahr?

    Wie oft ist „Familie“ nur das, in das jemand zufällig geboren worden ist oder die sozusagen mit geheiratet werden musste, wo‘s aber herzlich wenig den Halt gibt, den Familie eigentlich geben sollte?

    Ich halte mich inzwischen an diesen Spruch: Freunde sind die Familie, die man sich aussuchen kann.

    Das ist leider nicht so einfach. Bzw. höchstwahrscheinlich noch nicht so einfach. Da hängt ein soziales Netz dran, mit Kindern und das sind Menschen mit denen ich viel Zeit verbracht habe die letzten 10 Jahre. Und nein, es sind keine Saufkumpane sondern Menschen die ich auch außerhalb der Geschichte sehr mag.

    Vielleicht ist es das nicht, vielleicht braucht es auch einfach nur seine Zeit.

    Du kannst nicht wirklich wissen, warum die eine oder andere Einladung nicht stattgefunden hat, wenn man‘s dir nicht explizit gesagt hat.

    Die Motivation, dich nicht einzuladen, kann durchaus unterschiedlich sein. Soweit ich das beobachtet habe - bei mir selbst, als ich noch selbstverständlich trank und später als ich abstinent war - mögen die einen nicht gern Beobachter, d.h. Menschen, die nicht mitmachen, oder Menschen, die dich dein Tun hinterfragen lassen. Und dann gab‘s, nachdem ich abstinent geworden war, Menschen, die sich Gedanken um mich gemacht haben und mich von sich heraus schützen wollten. Und dann gab’s Runden, da passte ich, wenn ich ehrlich bin, einfach nicht mehr hinein.

    Wenn diese Menschen, die da kennst und magst, dich ebenfalls ernsthaft mögen, dann ergibt sich daraus wieder etwas. Wenn sich da nichts mehr ergibt, nun, dann haben sie möglicherweise gar nicht DICH gemocht. Das ist zwar traurig und tut unter Umständen nicht wenig weh, das zu erkennen, aber meines Erachtens sind sie einer Freundschaft dann auch nicht wert.

    Immer dieses "Gejaule", dass man sich dafür rechtfertigen muss, keinen Alkohol zu trinken.

    Das sehe ich anders, Bassmann, weil das für den, der am Anfang steht, durchaus ein Thema ist, was erstmal bewältigt werden muss, und zwar WEIL Alkohol (und leider vielleicht demnächst wirklich auch Gras) in unserer Gesellschaft so eine Omnipräsenz und Selbstverständlichkeit hat.

    Ich selbst hab dieses Selbstbewusstsein inzwischen, musste ICH mir aber auch erst erarbeiten.

    Selbst in meiner Familie wird über das Thema teilweise geschwiegen bzw. es kommt kein positives Feedback. Es fehlt teilweise die Akzeptanz bzw. das Verständnis.

    Das ist in meiner Familie nicht viel anders.

    Ich mache das auch so wie Rekonvaleszent .

    Ich kenn das durchaus, wie’s auf dem Dorf läuft. Ist doch auf dem Dorf, aus dem meine Familie kommt, nicht anders. Mittlerweile ist mir das wirklich egal und zudem haben sie sich inzwischen dran gewöhnt.

    Das ist kein Weg, dass ist ein Trend.

    Nun, wenn ich das richtig verstanden habe, hast nicht nur du dich von diesem Trend inspirieren lassen. Könnte man das dann nicht als eine Art Weg auffassen? 🤷‍♀️

    Ist auch egal, wie man‘s nennt, vielleicht wär’s ja n Extra-Thread wert.

    Ich musste mich schon eine Weile nicht mehr dafür rechtfertigen, dass ich nicht trinke. Ich kenne das, was du beschreibst, aber durchaus. Juckt mich nicht mehr. Kennst du das Lied „Lasse Redn“ von den Ärzten? - Passt, oder?

    Hallo Honk/NieTho,

    herzlich Willkommen zurück und Danke, dass du dich erneut vorgestellt hast.

    Vielleicht fühlst du dich diesmal ja wohler hier und nimmst, ähnlich wie es mir ergangen ist, nachdem ich eine Weile weg war, Manches, was hier geschrieben worden ist, etwas anders oder nachsichtiger war.

    Wie ich dir schon mal geschrieben hatte, das erste Jahr hat es durchaus in sich. Manches wird u.U. auch als Angriff empfunden, obwohl gar kein Angriff dahinter steckt. Ich hab das bei mir selbst so erlebt, aber erst viel später begriffen oder eingesehen. Und ich hab das auch bei einer ganzen Reihe anderer Abstinenzler im ersten Jahr beobachtet.

    Ich hab dich jedenfalls in Pauls Thread nicht angreifen wollen, auch wenn ich angesichts der Diskussion dort genervt war.

    Vielleicht kannst du meinen Standpunkt in jener Diskussion irgendwann nachvollziehen.

    Ich find‘s gut, dass du dir Gedanken darum machst, wie das Forum fortgeführt werden könnte, und dabei auch konkrete Ideen einbringst. Ich werde mich mit Alex darüber besprechen.

    Ohne eine gewisse Anzahl wirklich aktiver Mitglieder und ohne Unterstützung bei der Moderation ist das von uns allerdings nicht zu stemmen. Alex hat in diese Richtung ja schon etwas geschrieben.

    Beste Grüße

    AmSee

    P.S.: Wenn du was über die Sober-Welle als möglichen interessanten Weg schreiben willst oder diese näher vorstellen willst, könntest du diesbezüglich einen Thread eröffnen. Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen interessant. Ich persönlich kann damit nicht so viel anfangen, aber das heißt ja nix. Wie wir hier immer wieder feststellen dürfen, gibt es offenbar nicht den einen Weg, der für alle passt.

    Hallo Fortune,

    zu dem Folgenden möchte ich hier in deinem Faden noch ein paar Gedanken teilen.

    Ich habe mich vor Kurzem aber dennoch gefragt:

    Warum schließe ich nicht Frieden mit mir, mit anderen und mit meiner Vergangenheit?

    Ehrlich gesagt habe ich kein überzeugendes Gegenargument gefunden.

    Ich finde allein schon den Gedanken sehr entspannend.

    In MEINEM Leben habe ich erfahren dürfen, wieviel in jener Weisheit „Alles hat seine Zeit“ aus Pred 3 steckt. In der Aufzählung, die nach diesem Satz folgt, heißt es unter anderem „lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit“.

    In meinem Leben ist Manches passiert, was mich innerlich schwer verletzt und für mein Leben geprägt hat. Ich war mir dessen nicht unbedingt bewusst, aber es hatte durchaus seine Auswirkungen in meinem Leben.

    Als Kind aus alkoholkranker Familie habe ich unbewusst Muster erworben, nach denen ich nahezu mein ganzes Leben gelebt habe: Ich fühlte mich zum Beispiel stets superverantwortlich. - Was übrigens, das weiß ich inzwischen, nicht immer richtig und auch angebracht war.

    Ich war stets um Höflichkeit und Freundlichkeit bemüht, zum einen, weil ich so erzogen bin, und zum anderen, weil es auch dem Schutz meiner eigenen inneren Sicherheit, die stets auf schwachen Füßen stand, diente. Negative Gefühle wie Ärger oder Wut unterdrückte ich. Überhaupt empfand ich Gefühle als gefährlich. Ärger und Wut brachen dann bei mehr oder minder unpassender Gelegenheit vulkanartig hervor, wenn der sprichwörtliche Tropfen das Fass zum Überlaufen brachte.

    Im Nachhinein denke ich, dass das eben auch seine Zeit hatte, bis dann eben die Zeit kam, in der ich in die Lage versetzt wurde (Den Ausbruch meiner schweren Erkrankungen betrachte ich als solchen Wendepunkt und als Chance), etwas daran zu ändern, und ich innerliche Heilung erreichen konnte.

    Während dieses Heilungsprozesses konnte ich dann endlich auch meinen Frieden mit mir und mit meiner Vergangenheit schließen. Nicht, dass ich das nicht vorher auch schon auf eigene Faust versucht hätte, aber die Verletzungen waren offensichtlich so tief, dass erst der richtige Zeitpunkt und die passende, professionelle Hilfe kommen musste. - Alles hat seine Zeit.


    Als ich bei dir den Absatz zum „Brücken bauen“ las, dachte ich zunächst an jene Zeit, in der ich zwanghaft ein gewisses Muster bedienen musste. Und in der ich stets Verständnis und Empathie für ANDERE aufgebracht habe und von Selbstfürsorge keine Ahnung hatte bzw. keinen Begriff hatte, wie das eigentlich geht.

    Heute baue ich tatsächlich mitunter Brücken, aber ich unterstehe keinem inneren Zwang mehr, sie bauen zu müssen. Und ich nehme anderen Menschen nicht mehr die Verantwortung ab, die sie selbst tragen müssten. Höflich und freundlich bin ich noch immer, aber nicht mehr zwanghaft und nicht um jeden Preis.

    Manche sind halt noch nicht so weit, dass sie anders handeln können; manchmal schaukeln sich Dinge wechselseitig hoch, manchmal gibt's Missverständnisse und manchmal einfach unterschiedliche Meinungen, die sich (zum aktuellen Zeitpunkt) nicht wirklich übereinander bringen lassen ... Stellt Euch mal kurz vor, alle anderen wären so pfiffig und so toll wie wir es sind? Das wäre vermutlich auch kein Paradies.

    Bei dem, was ich geschrieben habe - und wie ich Susanne kenne, geht das bei ihr auch in die Richtung - geht es nicht darum, dass wir von anderen erwarteten, „so pfiffig oder so toll wie wir“ (Sind wir das wirklich? - Würde ich von mir so übrigens nie behaupten.) zu sein.

    Menschen sind, wie sie eben sind, es gibt gute darunter und es gibt schlechte usw.

    Ich akzeptiere das, wie es eben ist, ändern kann ich es ja nicht. Ich muss sie nicht alle lieben und ich DARF mich von Menschen abgrenzen, die ich nicht mag, die negativ sind, deren Ansichten ich nicht teile usw. Auch das ist Teil meiner Selbstfürsorge.

    Bei schlechtem Wetter zieht man entsprechende Kleidung an, im Umgang mit gewissen Menschen kann man sich wappnen oder sich abgrenzen oder ihnen schlicht aus dem Weg gehen.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Fortune.

    Das auffälligste nach ein paar Monaten Abstinenz sind diese Momente des plötzlichen Glücks, diese Freude über ein Lächeln meines Gegenübers, ein leichtes Beschwingt-Sein beim flüchtigen Blick in das bunte Treiben der Stadt, Sonne auf meiner Haut ... die Deformation meines Belohnungszentrums wurde rückgängig gemacht. Seitdem bin ich auch viel näher am Wasser gebaut. Nicht in der Öffentlichkeit, aber in Momenten, wo ich bei mir bin.

    Auch ich kenne das, was du da beschreibst. Ich denke, dass es ohne dieses gewisse Tal, das man vorher erlebt hat, nicht so intensiv wahrgenommen würde. Ich denke, dass es mit dem bewussten Einlassen auf das, was unter Achtsamkeit zusammengefasst wird, zu tun hat.

    Und im ersten Jahr der Abstinenz geht’s meiner Beobachtung nach so richtig rund. Das habe ich bei mir selbst so wahrgenommen und auch bei anderen. So mancher - auch ich selbst - ist im ersten Jahr mitunter emotional etwas instabil. Zu erkennen ist das zum Beispiel daran, wie leicht sich jemand im ersten Jahr angegriffen fühlt. Ich selbst war da keine Ausnahme.

    Das dürfte durchaus etwas mit Veränderungen in der Biochemie des Gehirns zu tun haben, aber auch damit, sich nicht mehr mit Alkohol zu betäuben o.ä., sondern sich mehr oder minder bewusst dem zu stellen, was man gerade wahrnimmt, fühlt usw.

    Ich find‘s übrigens schön, dass du deine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen hier teilst. Vielleicht nimmt der eine oder die andere etwas davon für sich mit.

    SOBER CURIOUS

    Nüchtern mit Neugierde

    Verzicht auf Alkohol sei eine Reise, um sich klüger, schöner, fokussierter, interessanter, "grenzenlos präsent" zu fühlen und eine "tiefe Verbindung" zu allem herzustellen.

    Mir persönlich ist das too much, auch wenn es in meinem abstinenten Leben gewisse Anklänge daran gibt, aber die haben eher etwas mit meinen Interessen und meiner Persönlichkeit zu tun.

    So formuliert, klingt das wie die Werbeversprechen sogenannter Heilsbringer, die sich aber in der Realität in dieser Art und Weise gar nicht halten lassen.

    Mir geht’s mitunter auch so richtig mies. Ist dann eben so, gehört zum Leben offenbar hinzu. Dann heißt es für mich, meine Balance zwischen Annehmen, Selbstfürsorge, Geduld, Gelassenheit usw. zu finden.

    Viele Grüße

    AmSee

    Einen „Friedhof“, wie ich das bei der bisherigen Struktur des Forums vor mir gesehen habe, sehe ich bei dieser Umstrukturierung nicht vor mir. Wenn Vollmitglieder etwas teilen, dann darf das einfach so als Teilen stehen gelassen werden. Antworten darf, wer sich angesprochen fühlt, aber es besteht kein „muss“, ganz anders als bei Nutzern, die hier völlig neu aufschlagen.

    Diesbezüglich möchte gerne ein paar meiner Gedanken teilen. Nicht zur Rechtfertigung, denn das brauche ich nicht und habe ich nicht nötig, sondern weil es etwas darüber aussagt, wie ICH mein Leben lebe und warum ich persönlich mit der anstehenden Umstrukturierung des Forums gut leben kann. Ich mag meine Gedanken diesbezüglich einfach teilen, vielleicht kann ja jemand etwas für sich daraus mitnehmen.

    Angesichts der Einschränkungen, die aus gesundheitlichen Gründen in meinem Leben eingetreten sind, lebe ich bewusster damit, was MIR gut tut und was eben nicht.

    Das bedeutet konkret, dass ich mich mit vielem Negativen, was es in dieser Welt und um uns herum nun einmal gibt, möglichst wenig beschäftige. Diese Weisheit „Das, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst, wird mehr und verstärkt sich.“ habe ich selbst auf positive wie auch auf negative Weise erfahren.

    Und da ich den absoluten Tiefpunkt, den Punkt, an dem ich nur noch sterben wollte und alles nur schwarz, dunkel und absolut hoffnungslos war, nur allzu gut kennengelernt habe, habe ich keinerlei Interesse, mir etwas zu geben, was mich wieder dorthin bringen könnte.

    Das bedeutet konkret, dass ich das tue, woran ich wirklich Interesse habe und das, was mir gut tut, und möglichst wenig von dem anderen, es sei denn, es ist notwendig und tatsächlich nicht zu vermeiden.

    Das bedeutet konkret in Bezug auf die bisherige Struktur dieses Forums, dass ich mich nicht mit einer Reihe von unbeantworteten Beiträgen von Neuankömmlingen abgeben mag. Das es so kommen wird, ist angesichts der Entwicklungen äußerst wahrscheinlich. Daher auch der Gedanke an Friedhof. Und die Nutzer, die sich nur einmal melden, eine Rückmeldung kriegen und sich dann nicht wieder melden, machen‘s nicht besser. Tut nicht gut, muss nicht sein, darf meinetwegen weg.

    Das bedeutet konkret auch, dass ich mich nicht mit Menschen abgeben mag, die in gewisser Weise negativ sind. Menschen, die in einer (mehr oder minder selbstgewählten) Opferrolle verweilen wollen, empfinde ich zum Beispiel als negativ, teilweise als regelrechte Energiefresser. Ich hab selbst viel Schlimmes erlebt und darf mit schweren, chronischen Erkrankungen leben, aber ICH hab für mich und mein Leben immer wieder die Verantwortung übernommen, hab mir meinen Weg da raus gesucht.

    Ich lehne solche Menschen nicht von vornherein ab, bringe durchaus auch Empathie auf, aber ich grenze mich ganz bewusst von solchen Menschen ab. - Ich hab da konkret eine ehemalige Freundin vor Augen, deren ständiges Jammern und „Ja, aber“ mir so zu viel geworden sind, dass ich schließlich das Weite gesucht habe, um MICH davor zu schützen. Die übernahm und übernimmt keine Verantwortung für sich und frisst, wann immer ich ihr begegne - Kurznachrichten reichen schon - einfach nur meine Energie, ohne dass das ihr oder mir irgendwas Positives bringt.

    Bei meiner Tätigkeit hier im Forum komme ich zwar auch mit Negativem in Berührung, aber nicht selten ist das etwas, was ich erstens selbst kenne und überwunden habe, und zweitens - so war das jedenfalls mal und ist es zwischendurch auch immer wieder mal gewesen - empfinde ich es als spannend und interessant, wenn da Menschen sind, die ebenfalls die Verantwortung für sich übernehmen wollen, ihren Weg raus suchen und tatsächlich Selbsthilfe anstreben. Und DAS wiederum ist etwas Positives.

    Bei allem Interesse aber tut es mir wiederum nicht gut, mich zu viel mit diesem Thema zu beschäftigen. Würde es hier mehr werden, könnte und wollte ich das nicht bewältigen. Da müssten dann andere ran und solche gibt’s hier eben nicht. Es ist eben, wie’s ist. Punkt.

    Unter den neuen Bedingungen dürfte es aller Erfahrung nach nicht zu viel werden. Und ich darf davon ausgehen, dass Menschen, die für sich selbst die Verantwortung übernommen haben, Beiträge schreiben.

    Grüße

    AmSee

    Ich mache hier niemanden Vorwürfe das voran. Aber ohne eine Aufarbeitung der ganzen Angelegenheiten erinnert es doch arg an den Buchtitel: "Beim nächsten Mann wird alles anders. Ein naives Wunschdenken.

    Hallo Brant,

    ob das, was ich jetzt schreibe, hilfreich für die Kommunikation ist oder nicht, weiß ich nicht, trotzdem meine ich, dass es gesagt werden muss. Vielleicht kommen wir dadurch „zu nem sauberen Ergebnis“.

    Ich frage mich, warum du mit dieser gewissen „Ja, aber“ Methode kommst. Das „ja“ steht bei dir nicht explizit, aber implizit kann man es hören.

    Willst du uns irgendwas verkaufen oder willst du lediglich auf deiner Position verharren?

    Im Verkauf mag die „Ja, aber“-Methode zwar ein probates Mittel sein, in der zwischenmenschlichen Kommunikation ist sie jedoch eher ungünstig und herzlich wenig konstruktiv (Stichwort: Energiefresser).

    Aus deiner eigenen Komfortzone kommst du nach MEINEM Eindruck nicht heraus.

    Mehrfach hast du in den letzten Tagen Andeutungen gemacht, denen zu entnehmen ist, dass G. deiner Ansicht nach etwas falsch gemacht hat. Dass G. sich angegriffen fühlt, ist für mich jedenfalls nicht sonderlich verwunderlich.

    Da du selbst offenbar früher schon mal dabei warst, hättest du, wie ich das sehe, grundsätzlich früher etwas zur Verbesserung sagen oder tun können. Hast du das gemacht? Aufzeichnungen finde ich darüber jedenfalls nicht.

    Jetzt an dieser Stelle über das Hätte, Wäre, Könnte zu diskutieren und den schwarzen Peter sozusagen G. zuzuschieben halte ich nicht für konstruktiv und auch nicht für angebracht.

    Vielleicht solltet ihr bei Gelegenheit mal klären, was das da eigentlich zwischen euch ist. Denn DASS da was ist, ist kaum zu übersehen. Um es mit Susannes Worten zu formulieren:

    Vielleicht muss die Dreckwäsche ja gewaschen werden, damit wir zu nem sauberen Ergebnis kommmen.

    Grüße

    AmSee