Beiträge von FrankUndFrei

    Hallo Jonas,

    auch von mir ein herzliches Willkommen!
    ja, Gerchla hat ja eigentlich schon fast alles gesagt. Wenn du körperlich Symptome hast, suche bitte einen Arzt auf, auf jeden Fall aber,wenn es länger dauert oder sich verschlimmert. Zu sagen,wann so etwas (die körperliche Seite) "durch" ist, dazu fehlt mir wirklich die Kompetenz...und auch die Erfahrung; ich habe auch ohne ärztliche Hilfe aufgehört, hatte allerdings auch - abgesehen von Schlafstörungen - keine körperlichen Symptome.
    Bei mir überwog ganz eindeutig die Psyche, ich habe "nur" Abends getrunken, hatte keinen dauerhaften Pegel und konnte es wenn die äußeren Zwänge stark genug waren auch mal einen Tag oder sogar ein paar Tage bleiben lassen, aber eben nicht dauerhaft.
    Bei mir war der Schlüssel zu erkennen und zu bekennen, dass ich süchtig bin (eben Alkoholiker) - obwohl ich keinen starken körperlichen Entzug hatte.Dabei hat mir meine Selbsthilfegruppe sehr geholfen, die ich schon am ersten Abend, nachdem ich den Entschluss gefasst habe, aufzuhören ,besucht habe.
    Das ist für mich sehr wichtig, um die Erinnerung wach zu halten, kann ich wirklich nur empfehlen.
    Und wenn du die richtige, für die passende Gruppe gefunden hast, kann das auch durchaus Spaß machen.

    Liebe Grüße

    Frank

    Ach so, noch was zu dem Thema...
    Ich schätze mal,die meisten, die sich auffällig für deine plötzliche Abstinenz interessieren würden , hätten selber ein Problem auf dem Gebiet . Sie sind aber noch meilenweit davon entfernt sich einzugestehen, dass da eventuell auch nur die Möglichkeit besteht, dass da ein Problem sein könnte. Und noch weiter sind sie natürlich davon entfemt sich Hilfe zu suchen. Denk dran,du bist da schon viel weiter, du machst dir zu mindestens Gedanken und hast auch schon den ersten Schritt unternommenen, indem du hier schreibst.
    Da fällt mir noch eine Story ein, auch aus meinem beruflichem Umfeld:
    Ich war einmal bei uns im Stammwerk, was über 500km entfernt von unsere hiesigen Niederlassung liegt um mit meinem Kollegen dort mehrere Tage an einem Problem zu arbeiten. Ein weiterer Kollege aus wieder einer anderen Stadt war auch dort .Wir waren also die einzigen beiden,die im Hotel übernachteten. Der Kollege fragte mich dann am ersten Abend,ob wir zusammen noch ein Bier trinken wollen. Ich habe ihm geantwortet, dass ich kein Bier trinke,ich aber noch was essen will,ich würde da ein nettes kleines chinesisches Restaurant kennen, die hätten auch Bier. Er ist aber nicht weiter drauf eingegangen. Am nächsten Abend als wir dann vor der Firma mit mehreren Kollegen zusammen standen hat er lauthals verkündet: "Der Frank wollte gestern mit mir kein Bier trinken gehen"....wohl in der Hoffnung, das irgend jemand darauf einsteigt, was aber natürlich niemand getan hat. Als ich dann erwiderte: "Ich habe dir doch gesagt,dass ich kein Bier trinke - übrigens gar keinen Alkohol falls du es ganz genau wissen willst . Aber du wolltest ja auch nicht mit zum Chinesen kommen,obwohl die auch Bier haben", da ist ihm erst mal die Kinnlade runter gefallen. Naja den Abend musste ich dann nicht alleine essen,der Kollege durfte trotz seine doofen Äußerung mitkommen . Er hat zwei Bier getrunken,ich eine Cola und wir haben beide lecker gegessen.
    Und von den anderen Kollegen hat mich natürlich später auch nie jemand darauf angesprochen, warum ich keinen Alkohol trinke (bzw.keinen Alkohol mehr trinke),...wie gesagt das ist für die meisten viel uninteressanter als du meinst. Naja, Ausnahmen gibt es , aber da kannst du doch wirklich drüber stehen


    Und dann analysiere mal, wie viele Menschen - außer Dir - sich wirklich auf den Alkohol stürzen bzw. wie viele sich an alkoholfreie Alternativen halten.


    Da muss ich Greenfox Recht geben.
    Bei mir war es so: Nicht nur meine Selbstwahrnehmung, sondern auch die Wahrnehmung meines Umfeldes war in Bezug auf Alkohol total verzerrt als ich noch getrunken habe. Ich dachte immer, alle - bis auf die die Auto fahren -geben sich mehr oder weniger die Kante wenn sie ausgehen. Aber viele trinken "einfach so"nichts, weil sie einfach keine Lust drauf haben; und von denen, die Alkohol trinken, bleibt es bei den meisten bei ein bis zwei vielleicht auch 3 Bier oder Wein. Die wenigsten schießen sich wirklich ab.
    Als ich dann grade frisch trocken war dachte ich,alle würden sich dafür interessieren, warum ich nicht mehr trinke. Aber auch das war nicht so.So interessant ist das Thema für die meisten gar nicht. Den meisten fällt es gar nicht auf , und wenn doch jemand fragt, denk immer daran: du musst dich nicht rechtfertigen, dass du nicht trinkst. Wenn jemand meint, dich da zu einer Erklärung nötigen zu müssen, ist das sein Problem, nicht deins. Wenn jemand zu penetrant wird darfst du auch ruhig ein wenig patzig werden.
    Als Beispiel (das habe ich von jemanden aus meiner Selbsthilfegruppe),
    Frage: Warum trinkst du kein Alkohol?
    Antwort: Aus Glaubensgründen!
    Frage: Bist du neuerdings Moslem oder so?
    Anwort: Nein, ...weil ich glaube dass mir das nicht gut tut.

    Hallo Schwachstarke,
    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Kurz zu mir: Ich heiße Frank bin 52 Jahre alt und bin nun schon seit mehr als 6 Jahren trocken. Ich war nicht (jedenfalls nicht stark) körperlich abhängig. Dennoch bin ich Alkoholiker, weil ich es einfach nicht fertig gebracht habe, einen Abend mal nicht zu trinken, es sei denn die Zwänge von außen waren stark genug (z.B. dass meine Tochter bei mir übernachtet hat, dann ging das schon noch...).
    Und dann habe ich habe ich auch immer mehr getrunken als ich mir vorgenommen habe. In den letzten Monaten bevor ich aufgehört habe, habe ich mir z.B. immer "nur" 3 Flaschen Bier im Supermarkt geholt, nie eine ganze Kiste. Aber wenn dann die 3 Flaschen leer waren bin ich nicht etwa schlafen gegangen, sondern zur Tankstelle und hab mir 2 weitere geholt und dann immer öfter noch ein zweites Mal zur Tanke und wieder 2 Flaschen. Der Verkäufer an der Tanke hat dann schon immer gesagt: "Einen schönen Abend noch, oder bis später mal". Und ich habe mich geschämt wie Hund und bin trotzdem immer wieder hin gerannt....
    Ich kann Rina da nur Recht geben, die Diagnose ob du süchtig bist kann dir hier niemand stellen, von daher gibt es hier keine Keule -dennoch muss ich natürlich schon sagen, dass mir dein Alkoholkonsum brutal viel erscheint....
    Was genau erschreckt dich denn so an dem Gedanken, nie wieder ein Glas Alkohol trinken zu "dürfen" ? (du darfst natürlich was du willst, nur ist es natürlich so, dass es - falls du eine Abhängigkeit entwickelt hast - nicht bei diesem einem Glas bleiben wird, bzw.wenn es diesmal bei einem Glas bleibt ,weil du dir unbedingt beweisen willst dass du alles im Griff hast, wird es beim nächsten Mal nicht bei einem Glas bleiben oder beim übernächsten Mal...)
    Also,was erschreckt dich so an dem Gedanken?
    Ist es die Geselligkeit? ...solange deine Gesellschaft nur ein oder 2 Gläser zum Essen trinkt und sich nicht betrinkt kannst du dich genau so unterhalten als wenn du auch trinken würdest.
    Ist es der Geschmack? ...sicher das ist natürlich etwas schade. Aber angenommen, du würdest sehr gerne Erdbeeren essen und würdest auf einmal eine Erdbeerallergie entwickeln. Dann würdest du vielleicht denken "Schade, aber dann esse ich eben Weintrauben" , aber der Gedanke NIE wieder Erdbeeren essen zu dürfen würde dich doch nicht wirklich stark belasten,oder?
    Oder ist es vielleicht doch die Wirkung? Sicher trinken auch manche Leute die kein Problem mit Alkohol haben ab und zu mal "auf Wirkung", aber eben nur ausnahmsweise, nicht regelmäßig und bestimmt nicht jeden Abend.
    Und wenn dich dir Gedanke "Nie wieder trinken" zu stark schreckt, dann gehe es eben Tag für Tag an: "Heute trinke ich nicht". Mich hat der Gedanke zuerst auch erschreckt, aber eigentlich nur so lange wie ich noch getrunken habe. Ich habe dann sehr schnell gemerkt, wie schön ein abstinentes Leben ist. Und ich freue mich immer noch jeden Abend wenn ich ins Bett gehe, dass ich gleich erholsamen Schlaf finden werde, anstatt ins alkoholbedingte Koma zu fallen (denn Schlaf kann man das nicht mehr nennen, wenn man nach mehreren Flaschen Bier ins Bett geht). Und jeden Morgen freue ich mich, dass ich gut erholt aufwache.
    Ich muss sagen, mittlerweile finde ich den Gedanke, freiwillig Gift (das ist Alkohol ja letztlich) in mich hineinzuschütten regelrecht absurd. Das gilt eben für mich, mir ist schon klar, dass andere Leute das anders sehen. Das stört mich aber auch nicht. Vor einiger Zeit war ich ein paar Tage beruflich in Spanien, wir sind abends von unseren Kunden ins Restaurant eingeladen worden.Da hat jeder bis auf ich ein bis zwei kleine Gläser Wein zum Essen getrunken. Ich hab Saft getrunken und mich an dem leckeren Essen und der netten Gesellschaft und Unterhaltung erfreut. Niemand aus der Rund von 6 Leuten hat über die Stränge geschlagen und hat mehr als 2 Gläser getrunken. Wenn ich nicht trocken gewesen wäre, hätte es für mich 2 Möglichkeiten gegeben: Entweder ich hätte gar nichts getrunken, weil ich genau wusste dass mich diese 2 Gläser nie "zufrieden gestellt" hätten, oder - das ist wahrscheinlicher -ich hätte vorher schon im Hotelzimmer Alkohol gebunkert. Beides hätte für mich Stress bedeutet: Entweder der Stress "es gibt heute nichts,oder eben viel zu wenig" oder der Stress den Alkohol unauffällig vor den Kollegen zu beschaffen bzw. mitzubringen. Ich war also wirklich froh.... Als mich jemand von den spanischen Kunden gefragt hat, ob ich keinen Wein mag, habe ich einfach gesagt, dass ich gar keinen Alkohol trinke, damit war das Thema durch und niemand hat blöd geguckt oder nachgefragt.
    Also mir hat den ganzen Abend nichts gefeht. Ok als mich mein Nachbar nachdem er einen Schluck Wein genommen hat angeatmet hat, fand ich das etwas unangenehm, aber erträglich. Ich muss es ja auch als "trockener Raucher",der ich auch bin, ertragen wenn ich durch die Innenstadt gehe und alle 10 Meter durch den Zigarettenrauch von anderen Passanten gehen muss. Das ist schlimmer, denn das riecht man auf Meter und man kann dem kaum ausweichen.
    Also ein trockenes Leben ist wirklich schön und nicht schrecklich. Nur musste ich zuerst trocken werden um das zu merken.
    Es ist jedenfalls schon mal super, dass du dir Gedanken um dich machst. Lies dich mal ein wenig durch die Beiträge und durch die Antworten, die du bestimmt noch bekommen wirst. Das wird dir sicher helfen, deine Situation realistisch einzuschätzen und erheblich zu dir zu sein.
    Liebe Grüße
    Frank

    Hallo Ralf,
    klar ist das in Ordnung, darüber zu reden,weniger trinken zu wollen. Niemand will dich zum Alkoholiker stempeln und ob du ein Problem hast musst du letztlich selber für dich entscheiden.
    Aber das scheint dich ja doch irgendwie zu beschäftigen, sonst würdest du das ja hier nicht posten,sondern einfach tun.
    Zum Thema Entzugserscheinungen: Ich war auch nicht körperlich abhängig, dennoch bin ich Alkoholiker, weil ich nicht kontrolliert trinken kann (eben vom Kopf her).
    Naja, eine leichte Entzugserscheinung hatte ich denn doch in den ersten Tagen, nämlich Schlafstörungen und davon berichtest du ja auch....
    Aber wie gesagt, du musst letztlich für dich selber gucken, was Sache ist. Lies dich doch mal ein wenig durch die Geschichten hier und in den nächtens Monaten wirst du ja sehen, wie gut das mit dem "weniger trinken" klappt.
    Aber vor allem: sei ehrlich zu dir selbst.
    Gruß
    Frank

    ...habe gerade mal recherchiert wegen dieser Klassifizierungen nach Schuckit und Lesch und bin dabei auf ein ziemlich unglaubliches youtube-video von einem Reinhard Pichler gestoßen.
    Der sagt auf der einen Seite, dass alle 4 Typen Alkoholiker sind , empfiehlt aber 2 der 4 Typen tatsächlich , es mit "kontrolliertem" Trinken zu versuchen.
    Finde ich unglaublich! und so jemand hat einen Doktortitel und nennt sich "Psychotherapeut". Warum tut der so was? Um sich die Taschen mit dem Geld der Patienten zu füllen, die auf Biegen und Brechen kontrolliert trinken lernen wollen?
    Mit diesen Typisierungskonzepten wird wohl auch viel Schindluder getrieben. Wobei ich annehme, dass das hier nicht an dem Typisierungskonzept selbst liegt, sondern daran, was dieser Dr. Pichler ( der Name spricht ja schon Bände ;) ) daraus gemacht hat.
    Wenn man nach "reinhard pichler 4 Trinkertypen nach Lesch" sucht, findet man dieses unglaubliche Machwerk

    Hallo elcabone,
    schön, dass du unser Forum gefunden hast, herzlich willkommen! Ich bin Frank, 52 Jahre alt und trinke seit 6 Jahren keinen Alkohol mehr, weil ich festgestellt habe, dass ich nicht kontrolliert trinken kann.
    Da du schon so ausdrücklich Meinungen zu deinem Trinkverhalten gefragt hast:
    Zwei Dinge finde ich sehr bedenklich, zum einen, dass du es offenbar verheimlichen willst, wenn du trinkst und zum zweiten dass du auch alleine trinkst. Die Menge spielt dabei gar keine so große Rolle.
    Ich habe auch beides getan:
    vor meiner Ex (mit der ich auch ein Kind habe) verheimlicht dass ich jeden Abend was trinke (damals habe ich ich noch geraucht, dann habe ich immer gesagt: ich geh in den Garten eine Rauchen, das habe ich dann auch getan, aber dabei immer auch die kleinen Weinfläschchen,die ich hinten bei meinem Auto beim Reserverad versteckt hatte, geleert.
    Und nach der Trennung dann jeden Abend alleine getrunken, da steigerte sich die Menge plötzlich rapide,weil ich ja nichts mehr verheimlichen musste.
    Ich versuchte es dann trotzdem unter Kontrolle zu halten,indem ich mir abends immer "nur" 3 Flaschen Bier holte.Das nützte aber nichts, als die alle waren bin ich losgezogen und habe Nachschub geholt,oft auch zweimal am Abend.
    Mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe habe ich dann von einem Tag auf den anderen keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt, was für mich auch ganz leicht war. Mir fehlt der Alkohol auch nicht in meinem Leben.
    Auch wenn das Aufhören mir leicht fiel - u.a. weil ich (noch) keine körperliche Abhängigkeit entwickelt habe-bezeichne ich mich dennoch als Alkoholiker, weil ich den nicht kontrolliert trinken kann.
    Du machst dir ja selber schon Gedanken über dein Trinkverhalten, das ist super. Wie gesagt, ich finde einige Dinge, die du gesagt hast sehr bedenklich und ich denke einmal, du ahnst selber, dass du ein Problem hast, sonst würdest du es ja nicht verheimlichen und sonst hättest du dich hier ja nicht gemeldet.
    Allerdings, wie ernst dein Problem ist, kann ich dir natürlich nicht sagen. Ich denke da erst mal an zwei Wege:
    1. Du suchst dir eine Selbsthilfegruppe (die werden dir allerdings auch nicht sagen wie ernst dein Problem ist, allerdings wirst du die Unterstützung der Gruppe brauchen um es selbst herauszufinden)
    2. Du nimmst Rücksprache mit einem Arzt.
    Ich wünsche die alles Gute! Bleib mal vorerst mal hier bei uns um Forum, lies die Beiträge und schreib ruhig mal ab und zu wie es dir geht und was du unternimmst.
    Gruß
    Frank

    Ich hoffe, du verzeihst mir, Britt, das ich mit meinem letztem Beitrag etwas vom Thema weg geführt habe. Aber zu der vorangegangen Diskussion "illegale Drogen" , bzw. Drogen allgemeinen wollte und musste ich irgendwie meinen Senf dazu tun :D
    Aber das eigentliche Thema dieses Fadens "Jellinek" interessiert mich natürlich auch. Das Thema zieht sich ja auch ein wenig durch meinen "Thread" bei "Who is Who"
    Also , die These "wer bei Jellinek sucht hat bereits ein Problem" kann ich nur unterschreiben. Der Aspekt, dass dass ganze bei Frauen eventuell anders ist, ist interessant. Offen gestanden habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Aber naturgemäß kann ich dazu auch nicht all zuviel sagen.
    Aber eben wer bei Jellinek sucht und zu den Typen "alpha" (wie ich wahrscheinlich) oder "beta" gehört wird dort fündig. Das Modell zeigt doch auf, dass Alkoholismus weit aus früher beginnt als gemeinhin angenommen wird (die Meisten Leute haben haben ja wohl wenn die an "Alkoholiker" denken nicht unbedingt den Penner unter der Brücke vor Augen, aber denn doch die "gamma" bis "epsilon"-Typen).
    Ich kann mich mich dort wieder finden und die Ausrede "das bin ich nicht" habe ich damit nicht zur Verfügung. Und das haltet ich für wichtig.
    ...auch wenn das ganze ein Modell ist und die Realität als solches naturgemäß nur näherungsweise wieder gibt.
    Wenn man sich immer vor Augen hält dass es auch Misch- und Übergangsformen zwischen den Typen gibt, denke ich gibt das Modell die Realität ganz gut wieder.


    Und als letzter Satz wäre dabei noch zu erwähnen, das keine illegale Droge auch nur annähernd so hohe volkswirtschaftliche Kosten und so viele Todesfälle verursacht wie der gute alte Alkohol.


    In Bezug auf Anzahl Gesundheitsschäden und volkswirtschaftliche Kosten ist die Doge Tabak dem Alkohol wohl nochmal - ich würde mal schätzen - um den Faktor 10 "überlegen" . Dass auch Tabak eine hochgradig süchtig machende Droge ist wird oft vergessen, weil eben die sozialen und direkten witschaftlichen Folgen für den Betroffenen (Job, Familie, u.s.w.) meist nicht so gravierend sind wie bei anderen Drogen.
    Ich will hier keine Gefahren von Drogen gegeneinander aufwiegen, ich bin generell gegen Drogen eingestellt. Wollte nur aufzeigen, wie sehr hier oft mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Aber von der Diskussion, vermeintlich "weiche" Drogen wie Cannabis zu legalisieren halte ich nichts. Nur weil unsere Gesellschaft nun mal mit zwei gefährlichen Drogen leben muss heißt das noch lange nicht dass wir uns weitere ans Bein binden sollten.
    Wie gesagt, ich bin gegen Drogen eingestellt...das heißt aber nicht, dass ich die Süchtigen verurteile.
    Wobei, beim Rauchen muss ich diese Aussage relativieren. Wenn ich dadurch den Rauch abkriegen muss ...und sei es im Freien... kriege ich oft schon einen dicken Hals. ich muss mich dann oft selber zur Ordnung rufen (ich habe schließlich selber mal geraucht), das gelingt mir aber nicht immer.

    Hallo Katharina,
    vielleicht versuchst du es auch einmal mit einer Selbsthilfegruppe. Wenn du da nicht nur einmal, sondern einigermaßen regelmäßig hingehst, findest du sicher jemanden, mit dem/der du gut kannst. Und dann hab keine Scheue nach der Telefonnummer zu fragen. Der / diejenige wird sich sicher freuen wenn du fragst. Das ist dann für beide Seiten einfacher, wenn ihr euch schon ein bisschen persönlich kennt.
    Und wenn du dann feststellst, dass auch die Gruppe dich dauerhaft stabilisieren kann, dann bleibst du einfach.
    Wenn beides nicht klappt (weder mit dem persönlichen Kontakt, noch mit der Gruppe) , dann suchst du dir einfach was anderes ...ich weiß ja nicht wie gut es in deiner Umbenennung damit aussieht. Falls das für dich irgendwie machbar ist, ist das auf jeden Fall eine Chance, die du nutzen kannst.
    Liebe Grüße
    Frank

    Danke für die Klarstellung, Frank
    ...nur irgendwie passt das, was du gemeint hast, nicht zu dem, was da steht...finde ich jedenfalls.
    Deshalb fühlte ich mich direkt angetriggert, darauf zu antworten.
    Aber jetzt wissen wir ja so ungefähr was gemeint war.
    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende
    (auch) Fank ;)

    Huhu Emilie,
    Ja, es ist wichtig und richtig dass du es dir gute gehen lässt!
    Salzgrotte mach ich auch gern, bei uns ist das im Freizeitbad im Saunabereich, in Kombi mit Sauna kostet das dann nur 4€ extra. Und da ich Sauna ohnehin gerne mache..
    Ich glaube Samstag gehe ich wieder, volles Entspannungsprogramm: Solebad, 3 Saunagänge, Infrarot-Strahler , Fußbad, Solarium und Salzgrotte und danach was essen und dann ab aufs Sofa und nichts mehr tun, ich freu mich schon :)
    LG
    Frank

    Hallo Frank,
    ...ich bin mir nicht ganz sicher, ob du alles so gemeint hast, wie ich es verstanden habe...


    5 häufige Gründe, warum du Angst haben könntest, mit dem Trinken aufzuhören.
    Ein Glas Champagner bei einer Hochzeit zu trinken bedeutet NICHT, dass du hilflos in einen betrunkenen Lebensstil zurückfällst.



    Soll das heißen ein Alkoholiker - oder meinetwegen auch jemand, der nur gefährdet ist. aber die Grenzen sind ja ohnehin fließend - soll das heißen, so jemand kann deiner Meinung nach auf einer Hochzeit ruhig ein Glas Champagner trinken, wenn er es bei einem Glas belässt?
    Eine sehr gefährliche Aussage wie mir scheint. Selbst wenn es bei dem einen oder anderen gut gehen mag, warum sollte man es riskieren. Leuten wie uns kam es IMMER auch auch die Wirkung an, wenn wir Alkohol tranken. Sicher hat mir das eine oder andere alkoholische Getränke UNTER ANDEREM auch geschmeckt, wobei Champagner ganz sicher nicht dazu gehörte. Aber die Wirkung stand immer im Vordergrund.
    Also, Wirkung im Vordergrund ist gefährlich für uns, da gibst du mir sicher Recht, oder?
    Was beliebt also? Der Geschmack? Ist es das wert, so viel zu riskieren für ein paar Sekunden Champagnergeschmack im Mund, auch wenn man Champagner noch so gerne mag?
    Würdest du japanischen Kugelfisch essen, wenn du dir nicht 100%-ig sicher wärst, dass der Koch ihn auch korrekt zubereiten kann, selbst wenn er dir noch so schmecken würde?!


    5 häufige Gründe, warum du Angst haben könntest, mit dem Trinken aufzuhören.
    Denke daran, dass Alkohol vor dir machtlos ist, NICHT umgekehrt.


    Auch diese Aussage halte ich für gefährlich. Haben wir uns nicht oft genug selbst bewiesen, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind, obwohl wir uns das Gegenteil beweisen wollten?!
    Ich sage mir: Ich bin dem Alkohol gegenüber machtlos. Einzig logische Konsequenz: Ich halte mich vom Alkohol fern. Und als ich zu der Einstellung gelangt bin, hatte auch der ewige Kampf und Krampf ein Ende und mein Leben ist viel friedlicher, ruhiger und zufriedener geworden und darüber bin ich froh und dankbar.
    LG
    Frank

    Hallo Chris,


    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich fest entschlossen bin mein süchtiges Verhalten zu beenden.

    In meinen Augen ist das ein ganz wichtiger Schritt, dass du klar erfasst hast, dass du süchtig bist und das her auch so offen eingestehst. Das heißt ja auch, dass du es dir selbst gegenüber eingestanden hast.
    Man kann nicht aus einem Gefängnis ausbrechen wenn man gar nicht weiß, dass man in einem sitzt.
    Ich habe es mir eingestanden, als ich das erste mal auf die Klingel der Selbsthilfegruppe, bei der ich immer noch bin, gedrückt habe. Klar, denn wenn ich mir nicht eingestehen würde, dass ich süchtig bin, warum würde ich sonst da hingehen.
    Von da an hatte der ewige Kampf, immer und immer wieder zu versuchen, kontrolliert zu trinke ein Ende. Ich wusste, dass ich es nicht kann und niemals können würde.
    Nun war bei mir auch die körperliche Sucht (noch) nicht oder jedenfalls nur schwach ausgeprägt (Alpha-Alkoholiker nennt man das wohl).
    , das hat die ganze Sache für mich natürlich einfacher gemacht als für mach andere. Nun weiß ich nicht wie das bei dir steht...
    Beruflich liegen wir übrigens gar nicht so weit auseinander, programmieren tu ich auch, bei mir gehts aber immer um die Kombi Hard- und Software, bin eben ein "Embedded-Fuzzy" :D
    "Eingentlich" geht das nicht verkatert, da hast du schon recht, davon habe ich mich aber nie abhalten lassen. Wenn ich am Vormittag nichts zustande brachte und erst am frühen Nachmittag zu Hochform auflief , dann habe ich das eben durch überlange Arbeitszeiten bis in den Abend hinein ausgeglichen, ausgestempelt und trotzdem weiter gearbeitet. Und dann hatte ich natürlich auch wieder eine prima Entschuldigung um den Abend wieder zu saufen:"Ich habe so hart und lange gearbeitet, jetzt habe ich eine Belohnung verdient", oder "...jetzt bauche ich was zum runterkommen",...u.s.w. blah, blah, blah, kennen wir alle.
    Gut das die Zeiten bei mir vorbei sind.
    Und bei dir kommt das auch!
    Liebe Grüße
    Frank

    Hallo Chris,
    erstmal herzlich willkommen, hier im Forum. Schön dass du den "Weg" hierher gefunden hast. Ja, angefangen hat es bei mir ähnlich wie bei dir, mit zwei Flaschen Bier oder einer halben Flasche Wein am Abend. Zum Schluss waren es dann ca. 7 bis 8 Flaschen Bier, die ich mir alle innerhalb weniger Stunden am Abend runter gekippt habe.
    Wenn es sein "musste" konnte ich auch mal einen Abend "ohne" sein, war auch nicht körperlich abhängig, konnte es aber trotzendem nicht lassen wenn es eben ging, es nahm mir immer vor, es bei 3 Flaschen zu belassen, was ja an sich schon viel ist, aber es klappte nie, es wurde immer mindestens doppelt so viel.
    Vielleicht ist es bei dir ja ähnlich?
    Erzähl doch noch ein wenig von dir.
    Liebe Grüße
    Frank

    Es gab früher 2 Zeitpunkte am Tag die waren für mich die schlimmsten wenn ich abends gesoffen habe (was eigentlich immer der Fall war, wenn die äußeren Umstände es - scheinbar - erlaubten):
    Das war wenn ich ins Bett ging und der Blick auf den Wecker , dessen Zeiger gruseliges verrieten: ja, es ist schon wieder 2 oder halb 3 geworden. Seit 8 Uhr am abend habe ich nichts anderes getan als auf dem Balkon zu sitzen, zu saufen und zu rauchen. ...und in vier Stunden muss ich aufstehen, denn davon dass ich am nächsten Tag arbeiten musste habe ich mich nie aufhalten lassen. Dabei bin ich nach 3 Stunden im Koma (denn Schlaf konnte man das ja schon nicht mehr nennen) meist sowieso schon von selbst aufgewacht.
    Und das war dann der zweite schlimme Moment des Tages. Aufzuwachen mir rebellierendem Magen und Brummschädel und Angst vor dem Tag zu haben...sehr mühsames Aufstehen und mit schwarzem Kaffee und Zigaretten habe ich mich "fit" für die Arbeit gedoped.
    Und eben diese beiden Momente sind jetzt in meine Trockenheit meist die schönsten des Tages. Abends ins Bett gehen, angenehm müde und zu wissen, dass ich gleich gut schlafen werde. Und morgens fit und mit klarem Kopf aufzuwachen.
    Und auch wenn ich mal eine Nacht nicht so gut schlafe verpacke ich mir das jetzt viel leichter als früher.

    Nein, Druck sollst du dir keinen machen mit dem Rauchen. Der Zeitpunkt wird auch für dich kommen und du wirst es schaffen, ganz sicher.
    ..sicher, Hautbild, Herz-Kreislauf, Lunge und das Geld was übrig bleibt ist sicher auch ein ganz netter Nebeneffekt.
    Aber weist du, was wirklich toll ist: Wenn ich früh aufwache, was meistens der Fall ist , oder am Wochenende bleibe ich einfach liegen und stehe auf wann ich es will und nicht wann die Sucht es diktiert (um direkt eine zu Rauchen).
    Wenn ich eine längere Bahnreise vor mir habe, nehme ich einfach eine Direktverbindung, ich "muss" nicht mehr drauf achten, mindestens einmal umzusteigen mit möglichst langer Umsteigezeit um zwischendrein meine Raucherpause zu haben, ganz ehrlich so war ich wirklich drauf :( :P :-[
    ...so, jetzt lasse ich dich aber mir diesem Thema in Ruhe :D

    Toll, das du so einen vernünftig aufgebauten Trainingsplan hat. Wäre vielleicht auch was für mich, man wird ja nicht jünger...
    Ich neige nun mal wie bei allen Sachen auf bei Sport zu Übertreibung, sowohl von der Strecke als auch von der Geschwindigkeit her. Immer nach dem Motto "Ganz oder gar nicht", wobei das "Ganz" meist schon das doppelte von "Ganzen" ist. Ich denke, diese Tendenz zum Übertreiben haben viele Alkoholiker, jedenfalls habe ich das auch schon von vielen anderen gehört. Und das ändert sich ja nicht von jetzt auf gleich , nur weil man trocken ist.
    ...Aroha habe ich erst mal nachschauen müssen, na dann viel Spaß!
    Liebe Grüße
    Frank

    Hallo Emilie,

    ja, ja, die Lautstärke an Glühweinständen ist wirklich nur im Suff zu ertragen. Deshalb und wegen dem Geruch halte ich auch immer etliche Meter Abstand wenn ich zu dieser Zeit durch die Stadt gehe.
    Ich hoffe, es geht dir wieder gut, so dass du beim Sport wieder voll dabei sein kannst?! Sport ist super, vor allem auch gegen die Sucht. Das gilt für die Alkohol- aber auch für die Zigaretten - sucht. Als ich trocken geworden bin war ich gerade in meiner ca. 8 Jahre dauernden "Sportpause" in meinem Leben. Nach einem Jahr Trockenheit habe ich dann den Sport wieder aufgenommmen. Erst ganz kurze Stecken , 4 bis 5km , dann immer mehr und als ich dann nach einem weiteren Jahr aufgehört habe zu Rauchen bin ich der Sucht regelrecht davon gerannt. Wir könne wirklich von Glück sagen, dass wir Sport machen können. Viele andere - die vielleicht auch nicht mehr getrunken oder mehr geraucht haben als wir - haben ihren Körper durch Alkohol und/oder Zigaretten unumkehrbar geschädigt.
    Das hätte uns auch passieren können, wir hatten einfach nur Glück, so sehe ich das. Das versuche ich mir auch immer wieder vor Augen zu führen...wer weiß, ob ich das Glück ein zweites Mal hätte, wenn ich rückfällig würde. Man soll niemals "Nie" sagen aber einen Rückfall zu Rauchen kann ich mir eigentlich kaum vorstellen, ich finde schon den Geruch widerlich , jedenfalls von Zigarettenrauch. Aber mir ist schon bewusst, dass ich auch "trockener Raucher" bin. Das "Widerlich finden" könnte sich auch ganz schnell ändern, wenn ich jemals auf die Idee käme es nochmal zu "probieren" und der Sucht wieder Futter geben würde..
    ich habe da in deinem Vorletzen Post so andeutungsweise wahrgenommen, dass du auch damit liebäugelst, irgendwann auch mal Nichtraucherin zu werden?! Das freut mich, denn wie wohl die meisten Menschen, die eine Sucht überwunden haben, habe ich auch ein gewisses "Sendungsbewusstsein" nicht nur in Bezug auf Alkohol, sondern auch in Bezug aufs rauchen...naja, vielleicht übertreibe ich es manchmal. Und du bist ja glaube ich auch noch gar nicht so lange trocken. Wie du auch über das Angebot in deiner Langzeittherapie schreibt, dass es sich kein einziger zugetraut hat. Aber wenn die Baustelle "Baustelle" Alkohol erst mal vernünftig abgeschlossen ist - oder sage wir lieber gut abgesichert, denn endgülitg abschließen kann man das Thema ja nie - dann werden sicher viele von denen , die es sich bislang nicht zugetraut haben, ihre "Zweitsucht" abgehen. Das Rauchen als "Zweitsucht", scheinen die allermeisten Alkoholiker zu haben. Irgendwie sind diese beiden Süchte wohl eng verknüpft.
    Aber es scheint mir auch so, als ob trockene Alkoholiker durchaus bessere Chancen haben vom Rauchen wegzukommen, als Raucher, die in Bezug auf Alkohol "Normalverbraucher" sind. Ich denke zum einen, weil wir ja gelernt haben, mit unsere Suchterkrankung umzugehen und das Erlernte lässt sich dann auch auf eine andere Sucht übertragen.
    Und zum zweiten: wir müssen den "Härtetest" , an dem viel andere Raucher scheitern - nämlich das erste mal als Nichtraucher Alkohol trinken - gar nicht machen.
    Aber wie gesagt, alles hat seine Zeit. Bei mir lagen zwischen dem letzen Schluck und dem letzten Zug 2 Jahre und 2 Monate und ich war damit glaube ich schon recht fix.
    ich wünsche dir noch eine schöne Adventszeit.
    Liebe Grüße
    Frank


    Was natürlich nicht heißen soll, dass ich Alkohol für ein wirksames Erklärungsmittel halte.

    ...ohhh Man, wie war das mit dem Freud und seinem Versprechen??! :o nixweiss0 :)
    "Erkältungsmittel" wollte ich natürlich sagen...


    Ahhh Ok, das war die Rechtschreibkorrektur, der sollte man eben nicht blind vertrauen 8)

    "Erkältungsmittel" streicht der an und will es in Erklärungsmittel korrigieren...bin ich blind?! Sieht jemand den Fehler?! oder ist die Korrektur Mist nixweiss0 >:(