Beiträge von Greenfox

    Gestern habe ich mir mal wieder den Film (obwohl: eigentlich ist es ja ein Bühnenstück ;) ) "Morgen hör ich auf - Psychogramm eines Trinkers" angeschaut.
    Ein super Schauspieler - und von daher so beklemmend realistisch. Wie ein Spiegel ...

    Ich hab mal den Link zu Youtube eingestellt - der eigentliche Film fängt erst bei 3:15 Minuten an ... könnt ihr also überspringen. Ich habe mir den Film ja zum Glück schon vor ein paar Jahren runtergeladen (ohne das Gequatsche vorher) :D

    Zunächst einmal: Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Ich selbst bin Betroffener - also Alkoholiker - und seit einigen Jahren trocken.

    Hast Du hier im Forum schon mal ein wenig rumgeschmökert? Da kannst Du schon mal viele Erfahrungen sowohl von Betroffenen aber auch Angehörigen lesen. Auch unsere Linksammlung kann ich Dir nur empfehlen und ans Herz legen. Hier findest Du viele weiterführende Links - wie z.Bsp. diesen hier.

    Zu Deinem Problem können Dir die hier aktiven Angehörigen mehr sagen. Ich würde spontan sagen: Hast Du nicht die Möglichkeit ihm insofern die Pistole auf die Brust zu setzen, als dass er in eine andere Bleibe geht/zu gehen hat, wenn er getrunken hat?!?

    Gruß
    Greenfox

    Habe mich heute mal wieder trotz meines derzeitigen Handycaps in die Küche gestellt und frisch gekocht: Weisse Bohneneintopf (mit Kartoffeln und Kassler) ...

    ... jetzt bin ich genudelt, satt und glücklich ;D

    Und da ich gleich einen 5-Liter-Topf voll gekocht habe, reicht es auch noch für morgen und zum Einfrieren 44.

    Fällt es dir eigentlich immer noch schwer, Alkohol zu meiden, z.B. wenn du in Gesellschaft von Freunden bist?

    Auch wenn die Frage an Gerchla gerichtet ist, möchte ich sie aus meiner Sicht beantworten.

    Da ich ja nun auch schon ein paar Jahre trocken bin, fällt es mir mittlerweile überhaupt nicht mehr schwer, Alkohol zu meiden. Es hat sich mittlerweile ein Automatismus entwickelt, dass ich mich bei Speisen etc vergewissere, dass nix enthalten ist. Wenn bei Feiern Alkohol getrunken wird und es mir "zu viel" wird, dann gehe ich einfach. Und ich achte schon im Vorfeld darauf, dass ich dann auch nach Hause komme (ÖPNV, Auto, zu Fuß). Zu Anfang blieb ich nur relativ kurz (1 - 2 Stunden), aber mittlerweile können es auch durchaus > 6 Stunden werden ...

    Im Übrigen fällt mir das einfach bei Freunden am einfachsten - da alle Bescheid um mich wissen, a)bieten sie mir nix an, b) wissen sie, dass ich möglicherweise plötzlich "verschwinde" und c) haben sie meine bevorzugten nicht-alkoholischen Getränke vorrätig :D

    Ich spreche offen über meine Sucht, wenn mich einer danach fragt. Ich gehe nicht damit hausieren, ich dränge mich und meine Sucht nicht in den Vordergrund.

    Genauso halte ich es auch. Ich gehe von Anfang an offensiv damit um. Meiner Familie, meinen Freunden und meinen Kollegen habe ich von Anfang an gesagt, dass ich Alkoholiker bin (was für etliche KEINE Überrachung war :-\ ) und zur Zeit trocken bin und das auch bleiben möchte - und daher bestimmte Regeln für mich aufgestellt habe: z.Bsp. bestimmte Feiern/Veranstaltungen nicht zu besuchen bzw. wenn ich sie besuche und es mir "zu viel" wird gehen werde ohne mich von allen zu verabschieden etc. Ich habe auch gleich gesagt, dass ich nicht nur keinen Alkohol, sondern auch kein alkoholfreies Bier trinke (nicht, dass sie denken, mir etwas Gutes zu tun und dann "enttäuscht" werden).
    So habe ich gleich zu Beginn mit einem Schlag rundum Klarheit geschaffen.

    Wenn mir bei einer Feier o.ä. eine fremde Person Alkohol anbietet, dann lehne ich bis zu zwei Mal ab. Wenn diese Person das nicht versteht und mir weiter etwas anbietet, sage ich "Nein, danke - ich bin trockener Alkoholiker und möchte trocken bleiben!" Danach bietet diese Person garantiert nix Alkoholisches mehr an ;D Aber manchmal ergeben sich dann doch ganz gute Gespräche ...

    Gruß
    Greenfox

    Hää - Rotwein? Vermutlich hast Du nicht bemerkt dass in meinem Text ein Link zu dem Rezept enthalten ist (der blaue/unterstrichene Text "Spaghetti Bolognese") ... und da ist natürlich KEIN Alkohol in Form von Rot-/Weiß-/Portwein o.ä.!! Wäre ja auch noch schöner, hier Rezepte zu empfehlen, die ordentlich Alk enthalten.

    ;D Das nennt man "Suchtverlagerung" bzw. kann zu einer solchen auswachsen.

    Ich habe bei meinen Entgiftungen, in meiner Langzeittherapie, in meiner SHG z.Bsp. festgestellt, dass der Kaffeekonsum enorm ansteigt. Ich habe meinen Kaffeeverbrauch mittlerweile wieder stark reduziert, beobachte es aber immer wieder bei Neu-Aussteigern.
    Und - auch bei mir ist der Verbrauch an Süßigkeiten, speziell Schokolade, enorm gestiegen und leider bis heute auf diesem Niveau geblieben :( Und das macht sich leider auch darin bemerkbar, dass ich vor 20 Jahren noch Kleidergröße L hatte und heute XXL ;(
    Dagegen wollte ich nun auch angehen, hatte dann aber 4 Wochen später einen Unfall (der nix damit zu tun hatte) und konnte erstmal nix mehr machen. Das ist nun 8 Wochen her und wird wohl noch ein paar Wochen dauern, aber ich will dann so schnell wie möglich wieder etwas tun.

    Was ich eigentlich sagen wollte - Dein "Problem" ist zumindest nicht unnormal bzw. ungewöhnlich ... Davon berichten auch immer wieder u.a. Gruppenfreunde.

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum!

    Auch ich finde es gut, dass Du Dich (in Deinem zarten Alter ;) ) mit diesem Thema beschäftigst und kann mich den Worten Gerchlas anschließen. Mir erging es ebenso wie er es beschrieb.

    Beim Lesen Deiner Vorstellung habe ich mich auch gefragt:

    Mir gehts gut, ich hab ein starkes Selbstbewusstsein und fühle mich einfach wohl.
    Ich will nicht aufhören zu trinken! Ich mache mir keine Sorgen wegen der Gesundheit...

    Warum ist er dann hier - in einem Alkoholikerforum?

    Und beim Lesen dieser Passage

    Es ist nicht wirklich ein Problem (m.M.n) aber ich trinke gerne...

    sofort gedacht: NOCH!

    Denn das

    Das hatte ich auch in der Anfangsphase und ich hatte eigentlich gar keinen Grund zu trinken.
    ...
    Tja, irgendwann waren es dann 10 oder 12 Bier und noch ne' Flasche Wein dazu - ohne das ich deshalb am nächsten Tag nicht fit gewesen wäre....

    passiert nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. Hat bei mir auch ein paar Jahre gedauert - und dann hing ich drin :-\

    Das heisst nicht, dass Du schon abhängig bist und nix mehr trinken soll(te)st. Zumindest aber solltest Du seeehr genau auf Deinen Umgang mit Alkohol schauen und achten! Wenn Du den von Gerchla empfohlenen Selbsttest mit Bravour schaffst - dann ist es gut, Achtsamkeit kann aber nie schaden.
    Wenn Du den Test nicht schaffst ... dann wird es höchste Eisenbahn, etwas zu unternehmen!

    Wenn Du hier ein wenig rumschökerst, wirst Du viele unterschiedliche Schicksale lesen. Aber fast alle haben anfangs gedacht "Mich erwischt es nicht!"

    Irrtum!

    Gruß
    Greenfox

    Ich mochte den Alkoholgeruch nicht und hab sie gleich Zähneputzen geschickt >:(
    ...
    Jetzt kann ich mir aber auch umgekehrt denken,was ich immer für ne Fahne hatte
    wenn ich spätnächtens von ner ausgedehnten Kneipentour zurückkam :-[ :-[ :-[

    Das hat mir auch immer sehr geholfen, mal das Ganze aus dem Blickwinkel meiner damaligen Frau zu sehen - dadurch haben sich mir einige Verhaltensmuster erklärt ...
    Ich hoffe nur, dass dieses "Zähneputzen schicken" kam nicht zu harsch ...

    Es ist zwar verständlich, dass Du das momentan nicht abkannst, aber Du schreibst ja selber, dass sie nur sehr selten mal etwas trinkt. Und SIE hat ja nun mal objektiv wohl kein Alkoholproblem.
    Etwas anderes wäre es, wenn sie jeden (zweiten) Abend ihren Sekt/Wein ... trinken würde.

    Ich schreibe das nur, weil dieser Halbsatz mit dem Zähneputzen schicken mit dem entsprechenden Smilie bei mir ziemlich heftig ankam ...

    Da hat meine Frau bestimmt auch genug mitgemacht...!!!

    Eben!

    Gruß
    Greenfox

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie die Leute über eine Institution (Polizei) herziehen, aber eigentlich Individuen (Polizisten) meinen und somit ALLE verunglimpfen!


    Was Du über die Polizei schreibst: So unterschiedlich sind die Erfahrungen, auch die Empfindungen und die Wahrnehmung.

    Und wie im Tante Emma Laden, wo unter Umständen auch eine Legasthenikerin an der Kasse sitzt, oder im Media Markt, wo mir ein Oliver Pocher Verschnitt auf meine technisch interessierte Frage mitteilt, dass ich mit dem ganzen Scheiß eh nix anzufangen wüsste, so gibt es sicher auch bei der Polizei Leute, die vielleicht für andere Berufe besser geeignet wären.

    44.


    Mir ist nicht klar, in welchen Fällen die Polizei sich für einen anderen Weg (= Psychiatrie) entscheidet. Falls jemand von euch über diese Sachinformation verfügt, würde ich mich über eine Antwort zu dieser Frage freuen.

    Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung wird die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung durch landeseigene Gesetze geregelt:

    Zitat

    Der Betroffene ist unterbringungsbedürftig; dies ist dann anzunehmen, wenn er aufgrund seiner [psychischen] Krankheit sein Leben oder seine Gesundheit erheblich gefährdet oder eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für Rechtsgüter Dritter darstellt und diese Gefahr nicht anders abwendbar ist; Eigengefährdung umfasst Selbstmord- und Gesundheitsschädigungsgefahr (Selbstverstümmelung, Einnahme von Gift, Gesundheitsgefahr aufgrund fortschreitender Verwahrlosung).

    Nachlesbar ist dies u.a. hier.

    Ich habe als Einzelperson schon recht vielen Angehörigen und auch Betroffenen Alkoholikern mit meinem dankbar erworbenen Wissen geholfen, aber in Deinem Fall werfe ich ohne Bereuen das Handtuch.

    Sehe ich auch so.

    Greenfox

    Hi, Chelsea!

    Super, dass Du doch nicht zugegriffen hast - sowohl am Weinregal als auch hinter der Theke und/oder den Sektgelüsten. 44.

    Ergänzend zu Brant möchte ich noch (auf Grund eigener Erfahrung mahnender Weise) in Bezug auf Deine Thekentätigkeit darauf hinweisen: Nicht nur mir fiel es in der Vergangenheit mehr oder weniger nicht schwer, bei solchen/ähnlichen Gelegenheiten "standhaft" zu bleiben. Aber im Anschluß, wieder zu Hause :o "Super, wie ich das gemeistert habe - das schreit doch nach einer (flüssigen) Belohnung!"
    Und oft genug wurde es dann eine ausgiebige "Belohnung" ;(

    Weniger geeignet sind Situationen die dich in deinem alten Muster verharren lassen wie die Rolle als Thekenpersonal. Hier könntest du ansetzen und gleich Nägel mit Köpfen machen falls noch mehr "Nöte am Mann" anstehen sollten.

    Brant hat schon Recht: Du solltest Dir 1000 Mal überlegen, ob Du Dir das wirklich antun willst ...

    LG
    Greenfox


    Allerdings hatte ich schon mehrfachen persönlichen Kontakt mit der Polizei, auch in meiner sehr nassen Zeit. Ich kann nur ehrlich sagen, dass ich stehts angemessen höflich, und ich sag mal "artgerecht", behandelt wurde.
    Als mir damals der Füherschein genommen wurde und ich zur Blutprobe mit auf das Revier musste, fragte ich hinterher den Diensthabenden, wie ich denn jetzt mitten in der Nacht nach Hause kommen. Die Antwort war: "Sie habe so zivilisiert mit uns kooperiert und keinerlei Probleme gemacht - wir fahren Sie."

    "artgerecht" :lach: - der ist gut!
    Und da ich auch beruflich ziemlich oft mit Besoffenen (egal, ob es nun Abhängige oder Nur-mal-eben-über-den-Durst-Trinker waren) zu tun hatte, kann ich auch das berühmte Sprichwort mit "in den Wald rufen" bestätigen ...

    Guten Morgen!


    Was ich immer wieder feststelle: der Alkohol kriegt wirklich alle!
    Auch Lehrer, Ärzte, Professoren, Manager...und ganz normale Menschen wie mich auch :P

    Auch Lehrer, Ärzte ... (sogar Politiker) - wir sind alles normale Menschen. Es kann jeden treffen. Es gibt welche, die betäuben ihren Frust, nicht gebraucht zu werden (z.Bsp. Arbeitslosigkeit). Es gibt welche, die meinen ihr Arbeitspensum nicht ohne "Schmiermittel" schaffen zu können. Und es gibt zahllose andere Facetten. Das Zeug ist eben legal und billig überall und jederzeit zu haben - und wird leider auch gesellschaftlich akzeptiert.
    Aber Du hast Recht: Es kann JEDEN treffen!

    Frage : Meine Mundschleimhaut brennt seit gestern, ist die Mundschleimhaut auch vom Entzug betroffen ?

    Da würde ich mal einen Arzt fragen - ich kenne das nicht und habe noch nix davon gehört.

    Hier auf unserem Trockenschiff mit Greenfox als Kapitän 44.

    Danke für die Blumen - aber ich bin nur Passagier!

    Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag!

    Gruß
    Greenfox

    Ja, Mae - auch ich muss Dir Deine Frage leider bejahen :-[


    Nun meine Frage an die Trockenen: Kann es sein, dass der Saufdruck so groß wird durch aufgezwungene Enthaltsamkeit für mehrere Wochen, dass es eine berechenbare Schlussfolgerung ist, dass er unkontrolliert saufen muss, bis er zwei Tage krank ist? Kann das sein, dass das nicht nur sein Muster ist?

    Und ich muss leider gestehen, dass ich KEINE Wochen geschafft habe wie Dein Freund oder Keppler. Wenn ich mal einen Tag ohne Suff geschafft habe, dann war das schon super - und ich geschafft.
    Was ich mir auch vorstellen kann, dass sich Dein Freund zur Zeit auch voll beschissen fühlt - eben weil der Saufdruck sooo groß war, dass er dem nachgegeben hat ...

    Aber ich kann auch Deine Entäuschung nachvollziehen ...

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin ebenfalls Betroffener und mittlerweile seit einigen Jahren trocken.

    Ja lieber Dietmar, mir war nicht klar, dass auch trockener Rotwein gefährlich ist, ich dachte immer nur harte Getränke wie Cola-Mix- Getränke.

    Warum auch - heisst ja auch "trockene Alkoholiker" ;) Sorry - aber genau dieser blöde Spruch ging mir beim Lesen durch den Kopf, ist also nur "lustig" gemeint.
    Aber Deine Aussage an sich kommt mir immer wieder unter "Ich habe doch NUR Bier, Wein ... getrunken!" Wenn man dann aber mal die Mengen in reinen Alkohol und von da aus dann in Flaschen Wodka á 40 % umrechnet, dann fallen Viele vor Schreck vom Hocker!

    Egal - ich finde es super, dass Du von Dir aus den Entschluß gefasst hast, etwas gegen diesen doch üppigen Konsum etwas zu unternehmen 44.

    Was mir Sorge bereitet ist


    Nachdem ich hier viel gelesen habe wurde mir vieles klar !
    Mache nun einen kalten Entzug ( Warnungen habe ich gelesen )

    Unsere Warnungen vor so eienm "kalten Entzug" sind nicht einfach so aus den Fingern gesogen. In meiner SHG habe ich mehrere Gruppenfreunde, die Krampfanfälle erlebt haben - einer sogar mitten beim Überqueren einer stark befahrenen Straße (wir sind hier in Berlin - also keine Dorfstraße). Er hat riesiges Glück gehabt, dass ihm nichts weiter passiert ist/er nicht überfahren wurde.

    Und mir macht auch Sorgen, dass Dein Hausarzt (oder überhaupt ein Arzt) KEINE Kenntnis von Deinem momentanen Vorhaben Kenntnis hat und Dich medizinisch begleitet - jedenfalls habe ich nichts dazu gefunden ... Okay, des Menschen Wille ist sein Himmelreich!

    Übrigens habe ich auch oft von Leuten gehört, dass sie selbst lange nicht für sich selbst erkannt haben, dass sie Alkoholiker sind - schließlich waren ja ihre Leberwerte in Ordnung ???

    Ich wünsche Dir jedenfalls alles erdenklich Gute!

    Solltest Du Fragen haben: Immer raus damit! Wir sind Profis ;)

    Gruß
    Greenfox